30 June, 2008

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Sächsische Gesundheitsbeere" Aronia - Unbekannte Frucht gewinnt Fans

Eine Biene sucht im sächsischen Coswig bei Dresden auf einer der grössten Aronia-Plantagen Westeuropas vergeblich nach Nektar Foto:dpa

Von Gudrun Janicke,

Coswig (dpa) - Lange war sie nur ein Geheimtipp für Kenner: die Aroniabeere. Geschätzt werden Geschmack und Inhaltstoffe, die der Gesundheit auf die Beine helfen sollen. Doch Deutschlands fast vergessene Obstsorte wird wieder bekannter. In Westeuropas größter Aroniaplantage in Coswig an der Elbe in Sachsen machen derzeit Radfahrer und Spaziergänger Halt und bewundern die Blütenpracht. Aufgrund ihrer Seltenheit hat die Pflanze heute fast Exotenstatus. Ein Umstand, den der Verein der Freunde der Aroniabeere mit viel Enthusiasmus ändern will.

Die violettschwarze, ursprünglich aus Nordamerika stammende Beere gehört zu den Rosengewächsen. Die kleinen weißen Blütendolden sind zum Teil rosa eingesprenkelt. Zum Ausgang des Sommers werden die Früchte reif. Sie sehen aus wie winzige Äpfel, erinnern farblich an schwarze Johannisbeeren und haben Kirsch-ähnliches Fruchtfleisch. Da die Aroniabeere heute fast nur noch in Sachsen professionell in Plantagen angebaut wird, hat die Apfelbeere auch den Beinamen Sächsische Gesundheitsbeere" erhalten. Auf mehr als 33 Hektar wachsen und gedeihen im Raum Coswig tausende Pflanzen in einem Agrarbetrieb. Nach der Pflanzung brauchen sie kaum noch Aufmerksamkeit", sagt Jörg Holzmüller, Vorsitzender des Aronia- Vereins. Für die Ernte können heute zum Teil Johannisbeer- Erntemaschinen genutzt werden.

In der ehemaligen Sowjetunion war die Apfelbeere sehr bekannt. Der russische Pflanzenzüchter Iwan Mitschurin (1855-1935) beschäftigte sich mit ihr und züchtete zahlreiche neue Sorten. Dazu wurden auf Aronia-Basis Medikamente zur Behandlung von Bluthochdruck, Arteriosklerose und bestimmter Magen-Darm-Erkrankungen entwickelt. Die Vorzüge der Sächsischen Gesundheitsbeere" werden jetzt wissenschaftlich untersucht. Rund 700000 Euro stellte der Bund für ein Forschungsprojekt zur Verfügung. Darin arbeiten die Universitäten Potsdam und Braunschweig, die Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel in Karlsruhe und das Deutsche Instituts für Ernährung Potsdam-Rehbrücke zusammen.

Die Beere sowie der daraus hergestellte Saft enthalten beachtliche Mengen an sekundären Pflanzenstoffen aus der Gruppe der Polyphenole, sagt die Lebensmittelchemikerin Prof. Sabine Kulling von der Universität Potsdam. Das sind bestimmte Stoffe in der Pflanze, die Tumore und auch Entzündungen hemmen. Dazu gibt es Hinweise, dass der Saft eine günstige Wirkung auf den Blutzuckerspiegel hat. In aller erster Linie können aus dem Obst Säfte, Konfitüren, Kuchen und Eis hergestellt werden. Neueste Kreation ist eine Bratwurst mit Aronia.

 

 

Last modified on:05/13/2008

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