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New York Stolz strahlt aus
Melissa's Augen und sie genießt es sichtlich, im Mittelpunkt zu stehen.
Melissa Gratzl ist 19 und kommt aus Glenwood, NJ. Sie wurde gerade zur Miss
German-America 2008 gekrönt und tanzt nun mit ihrem neuen Gefolge und dem
Hofstaat der ehemaligen Queen der New Yorker Steubenparade, Christina Rom,
durch den Saal.
Bis vor wenigen Minuten gehörte sie als Prinzessin ebenfalls zum früheren
Court, jetzt hat sie mit Kathryn Pando und Andrea Kruzynski zwei eigene
Prinzessinnen an ihrer Seite und Ava Starace, Michelle Mattern und Sydney
Schäfer Fröhlich vervollständigen als Juniorprinzessinnen die Gefolgschaft.
Die jungen Mädchen werden von nun an für ein Jahr die New Yorker
Steubenparade bei Festen und Empfängen der deutsch-amerikanischen Vereine in
den USA repräsentieren, und am Paradewochenende im September auf ihrem
eigenen Wagen die 5th Avenue hinauf fahren.
Auf die Parade freue ich mich am meisten, denn ich war mein Leben lang bei
der Parade dabei und habe es besonders letztes Jahr als Prinzessin schon
sehr genossen. Dieses Mal, als Queen der Parade, wird es sicherlich noch ein
Fünkchen besser werden," blickt Melissa in die Zukunft.
Die deutsche Kultur ist fest in Melissa's Leben verankert. Sie kommt aus
einem halb deutschen und halb österreichischem Elternhaus, in dem besonders
der Schuhplattlerverein Edelweiß Passaic eine große Rolle spielt. Beide
Eltern tanzen den traditionellen Tanz, und seit ihrem fünften Lebensjahr,
als sie alt genug für eine Mitgliedschaft war, ist auch Melissa begeisterte
Tänzerin. Schuhplattler ist mein Lieblingstanz, keine Frage, aber auch Polka
oder Walzer mag ich."
Den Anstoß, sich noch einmal als Miss German-America zu bewerben, haben ihr
die absolut einmaligen" Erlebnisse des letzten Jahres gegeben. Ich habe so
viele Freundschaften geschlossen und dabei so viel Spaß gehabt", erklärt sie,
mit einigen der Deutschen, die zur Parade hier waren, habe ich sogar immer
noch Kontakt. Jetzt freue ich mich einfach darauf, noch einmal einen so
unvergesslichen Sommer erleben zu dürfen."
Als Sahnehäubchen sieht sie die Reise nach Deutschland im nächsten Jahr, wo
sie nicht nur das Land besser kennen lernen, sondern die Parade ebenfalls
bei befreundeten Vereinen vertreten wird. Sie sei sehr stolz auf ihre
Herkunft und möchte helfen, die Freundschaft zwischen Deutschland und
Amerika zu intensivieren.
In
Deutschland wird sie das spielend alleine erledigen, bei den amerikanischen
Vereinen helfen ihr dabei die Prinzessinnen Kathryn Pando und Andrea
Kruzynski. Kathryn Pando ist eine 19-jährige Studentin der Fordham
University aus Glendale, NY. Dank ihrer Großmutter und ihrer Tante lernte
sie die deutschen Bräuche schätzen und lieben. Noch heute erinnere ich mich,
wie meine Großmutter in der Küche stand und den Teig für ihren köstlichen
Apfelstrudel gemacht hat." Kein Wunder, dass sie nach einem zünftigen
Jägerschnitzel am liebsten Apfelstrudel als Nachtisch isst.
Als Kathryn in der German-American School Ridgewood Deutsch lernte, half ihr
ihre Tante Edna bei den Hausaufgaben. Manchmal fand ich Deutsch schon sehr
schwierig, die Aussprache und dann die Schreibung. Ich bin so dankbar, dass
meine Tante mir geholfen hat. Wer weiß, sonst hätte ich vielleicht nie
Deutsch gelernt?" So aber lernte Kathryn weiterhin Deutsch und war sogar
Präsidentin des German Clubs an der St. Francis Preparatory High School.
Für ihr Jahr als Prinzessin der Steubenparade hat sie sich viel vorgenommen.
Sie will ein gutes Beispiel für junge Deutsch-Amerikaner sein und zeigen,
dass man auch als junger Mensch seine Herkunft leben kann. Deutsch zu sein
hat mich zu dem Menschen gemacht, der ich bin. Ich möchte die Menschen
ermutigen, die Traditionen ihrer Herkunftsländer fortzusetzen und nicht
untergehen zu lassen."
Für Prinzessin Andrea Krzynski aus Middle Village, NY, eine 22-jährige
Studentin der Politikwissenschaften an der Long Island Universität sind
deutsche Bräuche in ihrem Leben sehr wichtig. Mit einer Familie, die aktiv
am Vereinsleben von Original Enzian teilnimmt, war sie ihr Leben lang
umgeben von deutscher Kultur und kennt viele Feste der
deutsch-amerikanischen Gemeinschaft.
Besonders gerne erlebt sie die deutsche Kultur aber in Deutschland: Ich bin
noch nie irgendwo so warm empfangen worden wie in Deutschland als ich dort
im Urlaub war", schwärmt sie vom Land ihrer Vorfahren. Ich hatte das Gefühl,
da gleich überall reinzupassen. Manchmal fühle ich mich sogar mehr deutsch
als amerikanisch, obwohl ich hier geboren wurde."
Als Prinzessin ist das Highlight der Regentschaft natürlich das Wochenende
der Steubenparade mit der Freundschaftsparty im Central Park nach der
Parade. Aber Andrea freut sich auch auf die vielen Feste in und um New York
und die Möglichkeit, dabei viele nette Menschen kennen zu lernen, die alle
ihre Begeisterung für Deutschland teilen. Nur vor dem Tanzen hat sie ein
bisschen Angst: Mir wird immer so schnell schwindelig vom Drehen, also ist
Tanzen für mich ein bisschen schwierig" erklärt sie. |