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Kleidung mit UV-Schutz

Gleißendes Sonnenlicht: Gerade beim Wandern und in der Höhe wird spezielle UV-Schutzkleidung auch Erwachsenen empfohlen. (Bild: dpa)

Von Neela Richter, dpa

Euskirchen/Stuttgart (dpa) - Die Haut braucht im Sommer Schutz. Denn sie «vergisst nicht», sagen Dermatologen - nicht den Sonnenbrand und nicht die einzelnen Sonnenstrahlen.

 

Ihre Dosis auf der Haut addiert sich, und damit steigt Jahr für Jahr das Hautkrebs-Risiko. Besonders wichtig ist Vorsicht für kleine Kinder - ihre Haut hat noch keinen voll entwickelten Eigenschutz. Deshalb gibt es für sie schon lange Kleidung mit integriertem UV-Schutz. Jetzt wird solche Mode auch für Erwachsene immer häufiger angeboten.

 

Und auch sie können sie gut gebrauchen, sagen Dermatologen. Für ein paar sonnige Stunden auf einer deutschen Terrassen reiche es aus, die besonders empfindlichen, der Sonne ausgesetzten Regionen wie Gesicht, Nacken, Hände und Dekolleté mit einem gutem Sonnenschutz einzucremen, sagt Anne Hundgeburth vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen in Euskirchen bei Bonn. «Aber jede UV-Dosis, deren Eindringen in die Haut wir verhindern, senkt das Hautkrebs-Risiko.» Die Kleidung bietet also zusätzliche Hilfe - auch vor den optischen Folgen der Hautalterung durch UV-Strahlen.

 

Denn UV-Licht ist ebenfalls mit verantwortlich für Faltenbildung und erweiterte Äderchen. «UV-Textilien sind eine extrem sinnvolle Sache», lautet daher das Fazit der Hautärztin - «gerade weil wir in den Hautarztpraxen immer mehr Hautkrebs-Vorstufen und kosmetische Schäden behandeln.» Die Kleidung sei daher «vernünftig» - und sie werde «die Zukunft». Unbestritten sei aber nach wie vor vor allem eins: Es gelte «Cremen, cremen, cremen».

 

Eincremen sei enorm wichtig, UV-Schutzkleidung aber nicht immer notwendig: so sieht es Evelyn Keßler von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart. «Man sollte schon beim Kauf von normaler Sommerkleidung auf Farbe und Material achten», rät sie. Grundsätzlich halte jedes Kleidungsstück 10 bis 20 Prozent der UV-Strahlung ab. Je dichter das Gewebe und je dunkler die Farbe, desto besser ist der Schutz. Bei spezieller UV-Kleidung werden bis zu 80 Prozent abgehalten, erläutert Stiftung Warentest - meist durch eine spezielle Webtechnik des Stoffes, das Material und die Farbe oder aber durch chemische Bearbeitung.

 

Gerade für Outdoor-Sportler und Wanderer kann der zusätzliche Schutz sinnvoll sein. Viele Hersteller von Funktionsbekleidung für Outdoor- und Radsport bewerben zertifizierten UV-Schutz für T-Shirts und Hosen. Zwischen 35 und 90 Euro kostet zum Beispiel ein Hemd mit UV-Schutz für Erwachsene, schreibt die Stiftung Warentest in ihrer Zeitschrift «test».

 

Freizeitsportler seien die Hauptrisiko-Gruppe, sagt Hundgeburth: «Da ist es sinnvoll, sich neben Sonnencremes extra zu schützen - nicht jedes Mal, wenn man mal ein halbes Stündchen draußen ist, aber über viele Stunden.» Aber auch Gärtner, Bauarbeiter und Bademeister oder Langstrecken-Jogger, Radfahrer und Golfer können die Spezialkleidung den Experten zufolge gut gebrauchen.

 

Keßler weist noch auf einen anderen großen Freizeit-Bereich hin: «Sonnenschutz auf dem Wasser ist ein großes Problem. Hier ist eine Kombination von Sonnenschutzmittel und sonnenschützender Kleidung gut.» Welches Kleidungsstück das richtige ist, ist allerdings nicht sofort zu erkennen. Es gibt einen regelrechten Gütesiegel-Salat.

 

Auf der Spezialkleidung finden sich zum Beispiel Angaben wie «AZ/NSZ 43399:1996» oder «EN 13758». «Die Labelvielfalt ist verwirrend», lautet das Fazit der Stiftung Warentest. Die australisch-neuseeländische Norm steht neben einer US-amerikanischen, es gibt eine europäische und den UV-Standard 801. Jede Bezeichnung weist auf den sogenannten UPF, den «Ultraviolet Protection Factor» - also den Lichtschutz-Faktor der Kleidung - hin.

 

Das Prinzip ist ähnlich wie bei den Angaben auf Sonnencreme-Tuben. Ein UPF von «40+» erlaubt ein 40 Mal längeres Verweilen in der Sonne. Allerdings ist das immer noch abhängig vom Hauttyp: Für rothaarige, blasse Menschen ist die empfohlene Verweildauer deutlich kürzer als für dunkelhaarige, dunkelhäutige.

 

Vor allem die Zertifizierung nach dem UV-Standard 801 gibt «mehr Sicherheit», urteilt die Stiftung Warentest: Die anderen Gütesiegel haben das Manko, den UPF nur für trockenen, ungedehnten Stoff zu messen. Aber gerade bei nasser, gedehnter Kleidung - also bei normalem Gebrauch - sinkt der UPF deutlich.

* Infos zum UV-Standard 801: www.uvstandard801.de

* UV-Index Vorhersagen: www.uv-index.de

 

 

Last modified on:06/29/2009

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