18 November, 2014

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GBU Saxonia Rheingold Chor: Wenn einer eine Reise tut...

1. Fortsetzung

Unser nächstes Ziel war Bad Doberan in Mecklenburg. Auf dem Weg dorthin bot sich ein kleiner Schlenker über Hamburg an. Wir wurden von Ulrike, einer sehr netten Stadtführerin, erwartet. Sie zeigte uns in der zur Verfügung stehenden Zeit, gute 2 Stunden, so viel wie möglich von der Innenstadt und dem Hafen, die Speicherstadt, die Binnen- und die Aussenalster, die Reeperbahn, das Rathaus und das Wahrzeichen der Stadt, den Michel. Die Kirche ist in den letzten Jahren aussen und innen wunderbar renoviert worden, und mit etwas mehr Zeit hätten wir noch das jeden Tag stattfindende mittägliche Orgelspiel - auf einer von vier Orgeln - hören können. Es zog uns aber zum Hafen und speziell zu den Landungsbrücken, wo jeder noch schnell ein Fischbrötchen bestellen konnte.

Dann ging es ohne weitere Unterbrechungen nach Bad Doberan. Das war durch unsere Ingrid Stein eingefädelt worden, die dort Verwandte hat, die bei der Organisation für unseren Aufenthalt sehr hilfreich waren. Bad Doberan zählt mit zu den bekanntesten Ostseebädern. Es ist ein Heilbad, in sehr schöner Umgebung, bietet Moor- und Heilquellen, die berühmte „Molli” und das grossartige Zisterziensermünster. Die Klosteranlage liegt etwas ausserhalb des Ortes.  Das turmlose Münster, nur mit einem Dachreiter versehen, ist sehr beeindruckend. Der Bau wurde etwa 1290 begonnen, die Schlussweihe erfolgte 1368. Das Kloster war ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Gegend geworden. Das alles änderte sich nach der Auflösung des Klosters 1552. Das Münster blieb zunächst erhalten, doch von den umliegenden Gebäuden wurden viele zu Steinbrüchen. Der Dreissigjährige Krieg führte dann auch beim Münster zu Plünderungen und Zerstörungen und bis zum Ende des 18. Jahrhunderts waren Doberan und sein Münster in Vergessenheit geraten.  Erst im 19. Jh. regten die Herzöge von Mecklenburg eine grundlegende Restaurierung an. Im 2. Weltkrieg kamen Doberan und das Münster glimpflich davon. Und nun finden seit 1962 wiederum Massnahmen zur Erhaltung von Münster und umliegenden Gebäuden statt. Dazu gehört das Kornhaus. Es war mal ein Speicher, dann ein Pferdestall,  dann eine Schule. Heute ist es ein kulturelles Zentrum. Dorthin wurden wir von unseren Gastgebern zu einer gemütlichen Kaffee-Kuchenrunde eingeladen. Vorher hatte unser Chor im herrlichen Münster gesungen; ganz spontan, es war nirgendwo angekündigt, stand auf keinem Programm. Das sind Augenblicke, die man nicht vergißt und wo man „Frau Musica” ganz besonders dankbar ist, da sie „alle Traurigkeit und Herzeleid” vergessen läßt. Unsere Gastgeber, der Seniorenchor der Volkssolidarität, sang ebenso spontan, und wir hatten doppelten Genuss: die Musik und das Betrachten des beeindruckenden Münsters.

Am nächsten Morgen lernten wir „Molli” kennen. Diese Schmalspur-Dampfeisenbahn feiert in diesem Jahr 125. Geburtstag. Sie verbindet Bad Doberan mit den bekannten Ostseeheilbädern Heiligendamm und Kühlungsborn. Wieder hatten wir eine ausgezeichnete Führerin. Margret erzählte uns von der älteren und jüngeren Geschichte der Region.Eine Sternstunde war 1793, als Herzog Friedrich Franz I. es zum Erholungs- und Vergnügungszentrum bestimmte. Im Laufe der nächsten 100 Jahre entstanden weitere  Seebäder. Bei unserer Fahrt durch die Heilbäder war auch öfter von „vor der Wende” und „nach der Wende” die Rede. Hier ein Beispiel. Was wir heute als Kühlungborn kennen, waren mal drei selbständige kleine Badeorte. Man wuchs aufeinander zu und einigte sich schließlich auf den gemeinsamen Namen Kühlungsborn.  Als eine Fremdenführerin vor der Wende ihrer Gruppe so nebenbei erklärte, dass dies die einzige Stelle in Deutschland sei, wo man ungehindert von Ost nach West gelangen könnte, ohne jegliche Kontrollen, bekan sie eine Woche später Berufsverbot. Die Stasi hatte wohl mitgehört...

 Es ging weiter nach Warnemünde, auch ein sehr schöner Badeort, mit etwa 20 km Sandstrand und einem Kreuzschiffterminal. Wir hatten Zeit für einen gemütlichen Rundgang und eine ebenso gemütliche Kaffee-Kuchenpause. Gestärkt fuhren wir dann die kurze Strecke nach Rostock. Eine der ersten und bedeutendsten Hansestädte, die um 1200 gegründet wurde und zu DDR-Zeiten deren größter Hafen mit bedeutenden Werften war. Rostock hat im 2. Weltkrieg durch Bombenangriffe sehr gelitten. Zwar ist die Stadt wieder aufgebaut, aber von der ursprünglichen typischen Backsteingotik, für die Rostock so berühmt war, hat so gut wie nichts den Krieg überlebt. Auch St. Marien war stark zerstört, wurde zunächst behelfsmäßig, seit 1992 mehr systematisch renoviert. Die Kirche hat ein Taufbecken von 1290, einen Eichenaltar von 1720, eine Orgel von 1770 und eine astronomische Uhr von 1472, die bis Ende 2017 noch läuft. Eine neue Uhr ist schon entwickelt und  wird dann ab 2017 laufen. Wir sahen den Neuen Markt, mit Rathaus, und erwähnt sei noch die Rostocker Universität, die 1419 gegründet wurde, als erste im nordeuropäischen Raum.

Unser Bus brachte uns zurück nach Doberan, zum 2. musikalischen Höhepunkt. Im Festsaal der Kreisverwaltung trafen sich der Seniorenchor der Volkssolidarität, der Lehrerchor und unsere Gruppe. Der Saal ist eine Augenweide (im Empirestil, noch unter den Herzögen gebaut) und die Musik in dieser Umgebung versetzte Ausführende und Zuhörer wieder in eine besondere Stimmung. Alle drei Chöre gaben ihr Bestes und machten den Abend durch ganz unterschiedliche Liedauswahl und Zusammenstellung sehr interessant. Wir verabschiedeten uns voneinander in gehobener Stimmung .

Am nächsten Morgen waren die Koffer wieder gepackt, und wir brachen zu unserer nächsten Etappe auf. Das Ziel war Berlin - mit einer Zwischenstation am Müritzsee. Darüber in der nächsten Fortsetzung.

E.H.

 

 

Last modified on:02/25/2014

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