18 November, 2014

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GBU Saxonia Rheingold ChorWenn einer eine Reise tut...

...dann kann er was erzählen. Wenn vierzig Leute auf eine Reise gehen, gibt es sogar sehr viel zu erzählen. Also fangen wir an! Der GBU Saxonia Rheingold Chor hatte lange geplant, und am 1. September ging die Reise nach Deutschland los. Verwandtschaftliche und langjährige freundschaftliche Beziehungen zu Chören in Sandkrug, bei Oldenburg, in Bad Doberan, in Stadtroda und Lauscha in Thüringen und schliesslich in Gau Algesheim bestimmten unsere Reiseroute. Ein Besuch in Berlin liess sich durch diese nord- und östliche Route gut einbauen und war für einige unserer Teilnehmer die erste Gelegenheit, die Stadt kennenzulernen.

Zurück zum Reisebeginn. Wir waren nach Frankfurt geflogen, und dort erwartete uns ein Bus. Auch das hat mit verwandtschaftlichen Beziehungen zu tun. Unsere Adele Reinke hat eine Schwester, die in der Nähe von Kassel ein Reisebüro hat und bei uns schon von früheren Chorreisen dafür bekannt ist, die schönsten Busse und die besten, freundlichsten, sichersten und hilfsbereitesten Fahrer zu haben. Wir starteten also mit unserem Matthias nach Norden, durch den schönen Taunus, das Sauerland, blieben in keinem Stau stecken und kamen in Sandburg an, bzw. in Streekermoor, nur 2km von Sandkrug entfernt. Wir wurden von Chormitgliedern aus Sandkrug und unserer Gudrun Neumann herzlichst begrüßt (Gudrun hatte den Besuch eingefädelt) und über das Programm der nächsten 2 Tage informiert. Geplant war eine Fahrt nach Bremerhaven, speziell zum „Deutschen Auswandererhaus”, dann eine Stadtführung durch Oldenburg und anschließend Teilnahme am Chorkonzert im Rahmen des „Sandy Festes”.

Auf der Fahrt nach Bremerhaven erzählte einer unserer Sandkruger Begleiter von der Geschichte der Hafenstadt. Für europäische Verhältnisse ist sie noch nicht alt, erst 1827 gegründet, und das erste Hafenbecken wurde 1830 fertig gestellt. 1847 wurde Bremerhaven Ausgangspunkt der ersten Dampfschiffahrtslinie von Europa nach Amerika. Der Übergang vom Segel- zum Dampfschiff zog sich rund 30 Jahre hin. In diese Zeit fällt auch die Gründung des Norddeutschen Lloyd, dessen Aufstieg eng mit dem Auswandererverkehr zusammenhing. Insgesamt sind rund 7 Millionen Deutsche über Bremerhaven ausgewandert, die meisten davon in die USA, aber auch in andere Länder. Im 2. Weltkrieg erlitt die Stadt schwere Schäden bei Bombenangriffen, während die Hafenanlagen unzerstört blieben. Die Columbuskaje wurde nach dem Krieg errichtet, für die Auswanderer dann der Absprung in die neue Welt und der Beginn eines neuen Lebens. In den 60er Jahren nahm dann aber der Linienverkehr rapide ab und heute ist die Columbuskaje nur Kreuzfahrtterminal. Die vergangenen Jahrzehnte haben andere grosse Veränderungen gebracht. Erwähnt sei nur die Fischereikrise, die Werftenkrise und der Containerhafen. Das brachte hohe Arbeitslosigkeit mit sich und die Bevölkerung schrumpfte von 150.000 im Jahr 1975 auf 115.000 im Jahr 2000. Heute hält man sich durch Tourismus und alternative Energie, wie z.B.Windener-gie, über Wasser.

Der Besuch im Deutschen Auswandererhaus beginnt mit einer Einführung durch Museumsmitarbeiter und der Übergabe einer ID-Karte. Diese ID-Karte ist das „Leben” von ehemaligen Auswanderern und beim Rundgang durchs Museum erfährt man die Motive und Voraussetzungen, die Finanzierung, die verwandtschaftlichen Verbindungen und Hilfe auf beiden Seiten des Atlantik, wann schliesslich die Ausreise gelang und wie und wo in den USA - oder auch anderen Ländern - wieder Fuss gefasst wurde und wie das Leben weiter ging. Im Museum wird auch ganz allgemein von Aus- und auch von einigen Rückwanderern berichtet: wie der Abschied und  Aufbruch ins neue Leben ablief, wie man an Bord untergebracht war, z.B. in der 3. Klasse die Seereise überstehen zu müssen, und wie die Einreise auf Ellis Island ablief. Die Erfahrungen waren sehr unterschiedlich und nicht ohne Grund erinnern sich Einwanderer auf Ellis Island auch an den anderen Namen „Island of Tears”.  Ein besonderer Anziehungspunkt im Museum ist die „Galerie der 7 Millionen.” Dort kann jeder nach Vorfahren forschen, oder sich selbst suchen, solange die Auswanderung über Bremerhaven ging und vor 1957 war. Für Auswanderungen nach 1957 gilt nun Datenschutz und ist für Museumsbesucher nicht einsehbar.

 Dann konnten wir Bremerhaven aus der Vogelperspektive sehen. Wir stiegen auf einen markanten  Aussichtsturm  und anschliessend kam eine Rundfahrt mit dem Bus durch die diversen Häfen und nochmal eine Gelegenheit zur Vogelperspektive vom Containeraussichtsturm. Das war der Abschluss unseres ersten Tages, den unsere Gastgeber so nett geplant und gestaltet hatten. 

Am nächsten Morgen holten sie uns zu einer Stadtbesichtigung von Oldenburg ab, mit Besuch im Schloss und einer Führung vom „Herrn Grafen” persönlich, mit Besichtigung der St. Lamberti Kirche und einem Rundgang durch die fussgängerfreie Altstadt.Der Nachmittag gehörte dann ganz der Musik. Sandkrug hatte sein „Sandy Fest”, und in der St. Ansgar Kirche waren 6 Chöre angekündigt; 5 davon aus dem Ort, z.B. ein Gospelchor, ein Männerchor, gemischte Chöre - und schliesslich auch „Saxonia”. Während von den anderen Chören die Programme bekannt waren, stand bei „Saxonoa” als Beitrag „Überraschung”. Unser Chorleiter Bob konnte an Ort und Stelle entscheiden und aus unserem Repertoire auswählen. Unsere Minnesänger machten den Anfang und bekamen viel Applaus. Der Chor sang dann Verschiedenes, und als wir mit einem Wanderliedpotpourri aufhörten, sangen die anderen Chöre und Zuhörer spontan mit. Es war eine wunderbare Stimmung und ein musikalisch sehr abwechslungsreicher Nachmittag.

So ging unser schöner Aufenthalt in Sandkrug zuende. Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns von unseren Gastgebern, die alles so wundarbar arrangiert hatten und machten uns auf den Weg nach Bad Doberan. Davon ein andermal.

E.H.

 

 

Last modified on:02/23/2014

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