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Carpathia Gemischte Chor, GBU Saxonia Rheingold Chor und der Schwaebische Maennerchor am Freitagabend

Der Nord-Amerikanische Saengerbund (NSAB) feierte in Pittsburgh, PA, vom 26.- 29. Mai 2016 sein 62. Saengerfest. “Gruess Gott mit hellem Klang - heil deutschem Wort und Sang” war das Motto.

Pittsburgh- Zunaechst ein kurzer Rueckblick in die Geschichte der Saengerfeste: Das allererste Saengerfest hatte 1849 in Cincinnati stattgefunden. Zunaechst kam man jedes Jahr zusammen, bis es ab 1890 zur Tradition wurde, alle 3 Jahre ein solches Fest zu veranstalten. 1849 fing es bescheiden mit fuenf Choeren an und erreichte 1938 in Chicago einen Hoehepunkt mit 181 Choeren und 5882 Saenger und Saengerinnen. Heute sind die 67 Choere, die dem Saengerbund angehoeren, in acht Distrikte eingeteilt: Wisconsin, Chicago, Michigan, Southern, St. Louis, Southern Ohio-Kentucky-Indiana, Pittsburgh und Central Ohio.

Ausserdem beteiligte sich diesmal auch der "Nordoestliche Saengerbund von Amerika”.

PHOTO - Tradition spanning generations

Zu unserem Michigan Distrikt gehoeren der Carpathia Gemischte Chor, der GBU Saxonia Rheingold Chor, der Schwaebische Maennerchor und der Teutonia Chor, Windsor. Wir sind im Vorstand des NASB vertreten durch Marlina Voigt, die gleichzeitig Archivarin fuer den Saengerbund ist, und durch Blondine Klimach, die nach sechs Jahren als Praesidentin nun "Praesidentin Emeritus" ist.

Der Pittsburgh Distrikt war diesmal der Gastgeber, wie schon mal 1858, 1896 und 1967. Dem Organisationskomitee mit seinen 24 Mitarbeitern sei ganz herzlich gedankt fuer die grossartige Planung und Vorbereitung. Wir erlebten einen harmonischen, reibungslosen Ablauf des Festes.

Das offizielle Programm begann am Freitag mit einem Empfangskonzert. Das Hauptkonzert war am Sonnabend. Am Sonntag trennte man sich wieder.

Das Empfangskonzert fand im Ballroom des Wyndham Grand Hotels statt. In diesem Hotel waren die meisten Saengerfestteilnehmer untergebracht, die uebrigen wohnten im Omni William Penn Hotel, gleich um die Ecke. Wir trafen uns nachmittags zur Probe fuer das Konzert am Abend und machten Bekanntschaft mit den anderen Choeren. Jeder Saengerbezirk trat dann abends zum "Empfangskonzert” mit drei Liedern an. Unsere Chorleiter waren Erwin Aufdemberge und Peter Szawiela. Am Klavier begleitete uns Lisa Meredith und ihr Sohn Remy unterstuetzte uns mit seiner Posaune. - Nach dem Konzert konnte im Hotel getanzt werden, oder man fuhr zum Teutonia Maennerchor, zum Fellowship-Abend.

Am Sonnabend kamen alle Saenger/Innen vormittags zur Generalprobe fuer das Hauptkonzert ins A.J. Palumbo Center. Drei Chorleiter arbeiteten mit uns: Ed Helgerman und Stephen Lipnichan (beide aus Pittsburgh) und Loesje Chandler (aus Indiana). 18 Lieder standen auf dem Programm, sechs davon fuer den Gesamtchor, sechs fuer den Maennerchor, sechs fuer die Damen. Die Auswahl der Lieder stand schon vor einem Jahr fest, alle teilnehmenden Choere hatten dann auch bald die Noten bekommen und so war ausreichend Zeit fuer die Vorbereitung. Und der alte Aberglaube bestaetigte sich wieder: wenn es bei der Generalprobe noch nicht 100 prozentig klappt, wird es beim Hauptkonzert ganz glatt gehen...

Das Hauptkonzert war fuer 16:00 im Palumbo Center angesetzt. Zeremonienmeister war Woody Cunningham. Es begann mit dem "Saengergruß”, geleitet von Ed Helgerman. Anschliessend der feierliche Einmarsch mit den Vereinsfahnen. Dann erhoben sich alle Choere, und Besucher und sangen die Nationalhymnen der Bundesrepublik Deutschland, der Schweiz und der Vereinigten Staaten. Es folgten Begruessungsreden, Praesentation der Vereinsfahnen und ein "Willkommen” von Gary Luther, Praesident des NASB. Dann war der “Chor der 800” dran, mit den 18 Liedern. Um nur zwei Beispiele zu nennen: "Horch, was kommt von draussen rein”, und "Wenn abends die Heide traeumt”. Am besten gefiel dem Publikum wohl "Die Nacht” von Schubert, es wurde wunderbar vom Maennerchor gesungen. Es gab viel Applaus. Das Konzert endete mit "God of our Fathers” und der "Battle Hymn of the Republic”. Das wurde fuer den gemischten Chor von Stephen Lipnichan arrangiert, der auch das Baritonsolo sang - geleitet von Ed Helgerman. - In solchen Augenblicken kann man Goethe zitieren: "Gesang ist begeistertes Sprechen”. Jeder, der dabei war, wird dieses eindrucksvolle Konzert nicht vergessen.

Vor dem Palumbo Center warteten dann gelbe Schulbusse auf uns und brachten uns zurueck zum Wyndham Grand. Dort waren im Ballroom 97 Tische gedeckt - jeder Tisch fuer zehn Personen - und um 19:00 begann das festliche Abendessen, der offizielle Abschluss des 62. Nationalen Saengerfestes. D’Lustigen Isartaller trugen mit Volkstaenzen zur Unterhaltung bei. Und anschliessend konnte man bei der "Bloomfield Liedertafel” den Tag ausklingen lassen.

Am naechsten Vormittag - es war inzwischen Sonntag, der 29. Mai - reisten die meisten Teilnehmer wieder ab. So endete auch fuer uns das Fest.

Ein Dank an den NASB-Vorstand und alle Organisatoren und Helfer in Pittsburgh. Das 62. Saengerfest bleibt unvergesslich.

Jetzt noch ein paar Worte zur Stadt Pittsburgh. Zwischen den Proben und Konzerten war wenig freie Zeit, doch von "downtown” bekam man einen Eindruck. Das Beeindruckendste ist die Lage der Stadt: vom Nordosten kommt der Allegheny (indianisch: schoener Fluss), vom Sueden kommt der Monongahela (indianisch: steile Ufer). Sie "treffen sich” in Pittsburgh und bilden den Ohio River (O-Y-O = der grosse Fluss). 1758 erhielt die Siedlung den Namen Pittsburgh, zu Ehren des britischen Staatsmannes William Pitt. 1816 erhielt es Stadtrecht und feiert nun sein 200-jaehriges Bestehen. Anfang des 19. Jahrhunderts wusste man noch nichts von Kohle oder Erdgas. Da ruestete Pittsburgh Siedler, die auf dem Ohio River nach Westen strebten, mit Booten und Verpflegung aus. Als dann Kohle, Petroleum, Erdgas entdeckt wurden, entwickelte sich die Eisen- und Stahlindustrie. Das machte Pittsburgh bekannt und wohlhabend. Diese Hochkonjunktur dauerte rund 100 Jahre. Es aenderte sich langsam, dann schlagartig, etwa ab 1980. Die Stahlindustrie war lahm gelegt, es musste eine Loesung, ein Ausweg gefunden werden - und man fand ihn. Pittsburgh ist jetzt ein medizinisches Forschungszentrum, hat vier Universitaeten und florierenden Tourismus.

Dann moechte ich auch noch drei beruehmte Pittsburgher nennen: Andrew Carnegie, A.J. Palumbo und Andrew W. Mellon. Carnegie, den die Stahl- und Eisenindustrie reich machte und der spaeter als Philanthropist sein Vermoegen spendete. Unter anderem verdanken wir ihm die oeffentlichen Buechereien und Carnegie Hall in New York City. Palumbo wurde bekannt und reich als "land baron”. Auch er wurde spendabel, siehe "Palumbo Center”. Andrew W. Mellon stammte aus reichem Hause, war von 1921-1932 US Finanzminister, von 1932-33 Botschafter in England. Er war auch Kunstsammler, besaß ein Raffael-Gemaelde, ein Van Eyck Gemaelde, 23 Rembrandts, sechs Vermeers. Er schenkte das alles 1937 der US-Regierung und spendierte zusaetzlich 15 Millionen Dollar fuer den Bau der "National Gallery of Art“. Die wurde dann 1941 in Washington, DC eroeffnet - und dort ist die Mellon-Sammlung zu besichtigen.

Nun freuen wir uns auf Peoria, IL. Dort wird 2019 das 63. Nationale Saengerfest des Nord-Amrikanischen Saengerbundes stattfinden. Die Tradition des gemeinsamen Singens wird fortgesetzt.

E.H.

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