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Aus aller Staaten

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30 Jahre Staedtepartnerschaft

Pfaffenweiler - Zwischen vielen Gemeinden in den Vereinigten Staaten von Amerika und der Bundesrepublik Deutschland gibt es Partnerschaften. Die meisten dieser Freundschaften entstanden nach dem zweiten Weltkrieg. Viele Institutionen in den Vereinigten Staaten versorgten damals die notleidenden Menschen in Westdeutschlands und oesterreich mit Nahrungsmittelpaketen, den CARE-Paketen.

In der Zeit zwischen 1946 bis 1960 wurden 83 000 Tonnen Pakete verschickt. Aus dieser Hilfsaktion entstanden Freundschaften, Partnerschaften, die bis in die heutige Zeit betehen, einige sind auch Jahre spaeter entstanden. Es ist schon erstaunlich, dass es auf dieser grossen Entfernung so viele Feundschaften gibt. Da muss ein Besuch schon auf einen laengeren Zeitraum eingeplant werden.

Die diplomatische Vertretung der USA in Deutschland legte eine Liste mit den Partnerschaften zwischen USA und Deutschland vor. Nach dieser gibt es im Bundesland Baden-Wuerttemberg 28 Partnerschaften, in Bayern 32, Berlin drei, Niedersachsen 19, Brandenburg sechs, Hamburg eine, Mecklenburg-Vorpommern vier, Niedersachsen 19, Nordrhein-Westfalen 26, Rheinland-Pfalz 16, Saarland vier, Sachsen acht, Sachsen-Anhalt drei, Schleswig-Holstein zwei und Thueringen neun.

Auf eine Partnerschaft sei hier verwiesen, die Partnerschaft der Stadt Jasper in Indiana und dem kleinen badischen Dorf Pfaffenweiler, sie besteht nunmehr 30 Jahre. Das ist keine besonderes Jubilaeum. Das Aussergewoehnliche ist der Unterschied der Gemeinden. Jasper ist eine Industriestadt mit 12 500 Einwohnern und drum herum viele kleine Gemeinden, deren Einwohner groesstenteils eine Arbeitsstelle in Jasper haben. Man sagt Jasper hat tagsueber doppelt soviele Einwohner. Die Partnergemeinde in Deutschland hingegen, ist ein kleines Dorf mit 2 600 Einwohnern, hier werden seit ueber 1 000 Jahren Reben angebaut.

Schild an der Strasse in Jasper

Die Leute haben meist nur ganz kleine Anbauflaechen und liefern zur Erntezeit die Trauben bei der heimischen Zentrale ab, die daraus dann Wein gewinnt, dieser wird dann von dort verkauft und aus dem Erloes bekommen dann die Weinbauern ihr Geld. Es gibt nur ganz wenige, die davon “leben” koennen. Die meisten der Einwohner arbeiten in der nahegelegenen Stadt Freiburg. Vor einem Jahrhundert wurde im Wald der Gemeinde Kalksandstein gebrochen und dieser bearbeitet. Es entstanden Denkmaeler, Grabsteine, Brunnentroege aber auch ein stabiler Strassenbelag. Dieser Handerkszweig wurde zu Beginn des vergangenen Jahrhundert eingestellt. Eine Gruppe von traditionsbewussten Maennern pflegt noch die alte Handwerkstradition und sie demonstrieren bei festlichen Anlaessen die Kunst der Steinhauer.

Eine Wissenschaftlerin deutscher Herkunft beschaeftigte sich in der Zeit von 1980 bis 1982 mit der Geschichte der Stadt Jasper, sie stellte fest, dass in der Mitte des 20. Jahrhunderts sehr viele Menschen aus dem einstigen Grossherzogum Baden nach Indiana auswanderten. Sie waren Mitbegruender der Stadt Jasper. Sie schrieb an mehrere Gemeinden in Suedbaden und einer der Buergermeister antwortete, es war Buergermeister Emil Eckert von Pfaffenweiler. Es kam zu einer regen Korrespondenz schon deswegen weil die Buerger der kleinen deutschen Gemeinde festgestellt haben, dass es dort in dem so fernen Amerika viele Menschen leben, die den gleichen Familiennamen haben wie Leute aus Pfaffenweiler, da gibt es auch Eckert, Eckerle, Gutgsell, Scherle, Kiefer, Beck, Daeschle, Elmlinger, Baumann.

1982 wurde Fritz Gutgsell zum Buergermeister der Gemeinde Pfaffenweiler gewaehlt. Gutgsell nahm Kon-takt auf mit der Stadt in Indiana und reiste 1985 mit noch einigen Mitbuergern dorthin. Waehrend des Aufenthalts wurde mit dem Buergermeister von Jasper, Jerome Alles, eine Partnerschaft besiegelt. Schon ein Jahr danach kam es zum ersten Schueleraustausch und bis heute werden diese Begegnungen gepflegt. Kaum ein festlicher Anlass in den beiden Gemeinden an dem nicht auch Gaeste aus der Partnergemeinde mit dabei sind.

Die Stadt Jasper feiert jedes Jahr im Monat August ein Strassenfest, zu diesem Anlass wird stets ein Grand Marshall gewaehlt. Schon mehrfach wurden Buerger aus Pfaffenweiler fuer dieses Amt gewaehlt, so auch wieder 2015.

Franz Hilger

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