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Nikolaus bekommt immer mehr Post auf Chinesisch

Von Birgit Reichert

Der Nikolaus ist weltweit gefragt. Aus Dutzenden Laender bekommt er jedes Jahr Post: Die groesste Fangemeinde im Ausland ist mittlerweile in Taiwan. Der antwortet der Saarlaender sogar auf Chinesisch.

St. Nikolaus (DPA) - Der Nikolaus muss immer oefter auf Chinesisch antworten. Denn die Zahl der Briefe, die im Weihnachtspostamt im saarlaendischen St. Nikolaus aus Fernost ankommt, steigt Jahr fuer Jahr. "Die groesste auslaendische Fangemeinde vom Nikolaus sitzt mittlerweile in Taiwan", sagt Bianca Wagner, die bei der Kinderbriefaktion fuer Post aus dem Ausland zustaendig ist. Fast 1000 Briefe seien dort im letzten Jahr fuer den Nikolaus aufgegeben worden, plus mehrere 100 in der Volksrepublik China und Hongkong. Auch dieses Jahr zeichne sich ab: "Die Tendenz ist steigend."

Aber warum? "Ich glaube, das ist, weil es hier um den richtigen Bischof von Myra geht und nicht um den Weihnachtsmann", sagt Rudolf Langer als Nikolaus im violetten Bischofsmantel. Es spreche sich einfach rum. Und ausserdem: "So viele Nikolause gibt es ja nicht, die Kinderbriefe beantworten", sagt der 65-Jaehrige. Er jedenfalls sei sehr stolz, dass er Kinder in der ganzen Welt anspreche - und im vergangenen Jahr rund 21 000 Briefe aus gut 40 Laendern bekommen habe. Da er kein Chinesisch spreche, habe die Post ihm ein Antwortschreiben in Mandarin zur Hand gegeben.

Ein Darsteller im Nikolauskostuem haelt am 06.11.2017 in St. Nikolaus (Saarland) einen Luftpostbrief in der Hand, der zusammen mit anderen Briefen im Nikolauspostamt eingegangen ist Foto: dpa

Gut sechs Wochen vor Weihnachten stapelt sich in St. Nikolaus wieder reichlich Post. Knapp 2000 Briefe seien bereits eingegangen, sagt die Leiterin der Kinderbriefaktion, Sabine Gerecke. Und zwar nicht nur kuerzlich: Denn das mit rund 50 Jahren aelteste Nikolauspostamt wird das ganze Jahr ueber von Kindern angeschrieben. "Es gibt welche, die schreiben dem Nikolaus Ansichtskarten aus dem Urlaub, andere wuenschen ihm Frohe Ostern oder fragen ihn, was er im Sommer macht."

Ab dem 5. und bis zum 24. Dezember werden die Briefe im Namen des Nikolauses dank seiner rund 35 fleissigen Helfern beantwortet. "Ich schaffe das ja nicht allein", sagt Langer als Nikolaus. Insgesamt acht Antwortbriefe haben die Ehrenamtler vorbereitet - je nachdem, ob Kinder eine Wunschliste, ein Bild oder etwas anderes geschickt haben.

Es gebe auch viele Briefe, in denen Kinder ihr Herz oeffneten: Sie schrieben, dass sich ihre Eltern getrennt haetten oder dass die Oma gestorben sei. Diese Kummer- oder Sorgenbriefe beantwortet unter anderem Waltraut Schaumloeffel. "Es greift einen schon an. Und man muss beim Antworten gut ueberlegen", sagt sie. Letztes Jahr habe sie einen Brief eines zwoelfjaehrigen Kindes gehabt, das in der Klinik in Homburg gelegen habe und zum vierten Mal an einem Hirntumor operiert worden sei. "Es bat den Nikolaus, wieder gesund zu werden."

Die Nikolauspostamts-Tradition in dem Ort mit 840 Einwohnern zeige, dass fuer viele Kinder trotz Instagram, Emails, WhatsApp & Co. Briefe noch etwas Besonderes sind, sagt Langer. "Es ist eben doch etwas anderes, einen Brief in der Hand zu halten, den man vorher aus dem Briefkasten geholt hat."

In Deutschland gibt es insgesamt sieben Weihnachtspostaemter, sagt der Sprecher der Deutschen Post, Heinz-Juergen Thomeczek. Das im Saarland sei wegen der Arbeit des ehrenamtlichen Festauschusses "etwas ganz Besonderes". Auch er meint, dass Briefe wieder mehr wertgeschaetzt wuerden. Die Zahl der pro Werktag zugestellten Briefe der Post sei in den vergangenen sieben, acht Jahren in Deutschland von 65 auf 57 Millionen gesunken. Seit sechs Wochen etwa sei die Briefmenge aber konstant geblieben. "Es scheint sich jetzt zu halten."

Bei der Post an den Nikolaus im Saarland gibt es noch einen besonderen Reiz: Viele sammeln auch die jaehrlich wechselnden Briefe mit Sonderstempel und Spezial-Briefmarke.

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