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"Zicke-Zacke" aus Moskau: Russische Jodelgruppe feiert Erfolge

Von Claudia Thaler

Bierkruege, Schunkelmusik und Lederhosen: Das findet nicht nur auf dem Muenchner Oktoberfest statt. Auch im entfernten Russland feiern die Menschen zu zuenftiger Musik. Dabei heizt ihnen eine Jodeltruppe aus Moskau ein.

Moskau (DPA) - Einmal beim Oktoberfest auftreten, einmal laut "Zicke-Zacke" durch das beliebte Schottenhamel-Zelt rufen, Stimmung machen auf der Muenchner Wiesn. Das ist der Traum der Moskauer Jodelgruppe "Bawarskaja Karussell", die nach eigenen Angaben erste dieser Art in Russland. Muenchen ist von Moskau zwar mehr als 2000 Kilometer entfernt - doch viele Russen sind von der bayerischen Gemuetlichkeit angetan.

Die Mitglieder von "Bawarskaja Karussell", was uebersetzt "Bayerisches Karussell" heisst, jodeln seit rund zehn Jahren in Moskau. Mehrmals im Monat treten sie in der russischen Hauptstadt auf. Sie fuellen sogar kleinere Konzertsaele in Sibirien. Natalia Lugowkina feuert die Menge auf Russisch an - gespickt mit ein paar deutschen Worten. "'Hoi, Hoi, Hoi' muss man nicht verstehen, um laut mitgroelen zu koennen. Das ist international", sagt die Moskauerin der Deutschen Presse-Agentur. Die Stimmung bei einem Sommerfest auf dem Moskauer Ausstellungsgelaende WDNCh sei ausgelassen gewesen, erzaehlt sie.

Die Mitglieder der russischen Jodelgruppe "Bawarskaja Karussell" (undatierte Aufnahme). Die Mitglieder von "Bawarskaja Karussell", was uebersetzt "Bayrisches Karussell" heisst, jodeln seit rund zehn Jahren in Moskau. Mehrmals im Monat treten sie in der russischen Hauptstadt auf. Einmal beim Oktoberfest auftreten das ist der Traum der Moskauer Jodelgruppe. Foto: dpa

Seit mehr als zehn Jahren jodelt "Bawarskaja Karussell" vor russischem Publikum - und das, obwohl einige der Bandmitglieder selbst kein Deutsch sprechen. Mit Hilfe von Videos im Netz trainierten die Moskauer Musiker stundenlang, um ihre Jodelkunst zu perfektionieren: die richtige Atemtechnik, die passende Melodie und vor allem die Ausdauer. Natalia ist sich sicher, dass genau das auch ihr Erfolgsgeheimnis sein koennte: "Es ist etwas Ungewoehnliches, so etwas gibt es in Russland nirgends."

Seit einigen Jahren jodelt bei den Auftritten die Russin Lia mit, die diese besondere Technik in Muenchen von ihrem Grossvater gelernt hat. Zudem gibt es einige Taenzer in kurzen Lederhosen, die weiblichen Bandmitglieder treten im Dirndl auf. Etwa die Haelfte der Gruppe hat deutsche Vorfahren und versteht auch, was die eigentuemlichen Texte bedeuten koennten.

Das bleibt jedoch dem Grossteil der russischen Fans verborgen. "Die meisten wollen nur mitschunkeln und verstehen, warum die Deutschen so gut feiern koennen", sagt Natalia. Die Deutschen wuerden den Bierkrug in die Hand nehmen, auf die Tische springen und laut mitgroelen. "Das ist auch das Faszinierendste fuer uns: Das erwartet man in Russland einfach nicht von Deutschen. Wir haben ein anderes Bild von ihnen im Kopf."

Ein besonderer Hoehepunkt in diesem Jahr war fuer Natalia der Auftritt beim Oktoberfest-Ableger der Aussenhandelskammer in der deutschen Botschaft in Moskau, bei der sowohl Russen als auch Deutsche mitfeierten. "Die traditionelle Musik und die Stimmung sind wie Urlaub fuer mich", sagt die Russin Katja. Sie war bereits in Muenchen auf der Festwiesn dabei, doch seit einigen Jahren kann sie sich die teuren Ausfluege in die EU nur noch selten leisten. Auch der Stuttgarter Christoph, der bei einem Unternehmen in Moskau arbeitet, findet Gefallen an der russischen Jodeltruppe: "Das ist doch mal etwas Anderes, etwas Kreatives und Mutiges, dass Russen mit fremden Gebraeuchen trotzdem so eine Stimmung machen."

Inzwischen gibt es nach Angaben von Natalia auch andere Bayern-Ableger in Russland, die mit urigen deutschen Liedern in heimischen Nachtclubs fuer Stimmung sorgen wollen. "Made in Germany ist eine Marke, die Menschen stehen einfach darauf."

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