Nordamerikanische Wochen-Post

161ST YEAR - THE AMERICAN NEWSPAPER WRITTEN IN THE GERMAN LANGUAGE

Home

Services

German Churches

German Clubs

German Radio

Contact Us

Archives

DANK Chapter Milwaukee: Immersed in Milwau-kee Maifest, Maitanz, and Kommers

ausallestaatenl

Der „Baron” der deutschsprachigen Presse in den USA ist tot

Verleger und Journalist Werner Baroni mit 87 Jahren in Florida gestorben

Marco Island - (IMH) Wie erst heute bekannt wurde, verstarb am Dienstag, dem 26. Mai 2015, der bekannteste deutsch-amerikanische Journalist und Verleger: Werner Baroni. In der Nachkriegszeit absolvierte er beim “Suedwest Echo”, Karlsruhe, und bei der “Sueddeutschen Allgemeinen Zeitung” (heute “Pforzheimer Zeitung”) sein Volontariat. 1951 begann er seine journalistische Karriere als Redakteur beim Bonner “General-Anzeiger”. Bevor er mit Ehefrau und Kind 1957 in die Vereinigten Staaten auswanderte, war er noch fuer die “Badischen Neuesten Nachrichten”, die “Rhein-Neckar-Zeitung” und den “Mannheimer Morgen” taetig. In den USA leitete er zunaechst die Redaktion der deutschsprachigen “New Yorker Staats-Zeitung”. Darauf folgte fuer 10 Jahre ein Engagement als Chefredakteur der Tageszeitung “Abendpost” in Chicago. Dort gruendete er auch 1972 seine erste eigene Zeitung: die “Amerika-Woche”. 1994 verkaufte er sie und zog nach Florida um. Von dort aus arbeitete er weiter als freier Journalist fuer viele deutschamerikanische Publikationen und befasste sich in wissenschaftlichen Abhandlungen mit der beeindruckenden 300-jaehrigen Geschichte der deutschsprachigen US-Presse. Zahlreiche Erzaehlungen, Reportagen und Lebenserinnerungen hat er in seinem Buch “Reporter zwischen zwei Welten” zusammengefasst.

Bjoern Akstinat, Leiter der Internationalen Medienhilfe (IMH), des Verbandes der deutschsprachigen Auslandsmedien: “Der 1927 in Pforzheim geborene Werner Baroni war ein echter Vollblut-Zeitungsmacher. Kaum ein anderer praegte die deutschsprachige Presseszene in den Vereinigten Staaten nach dem Krieg staerker. Zeitungen unter seiner Regie erlebten wahre Auflagen-Hoehenfluege und gehoerten zu den bedeutendsten nicht-englischsprachigen US-Medien. Fuer seine beruflichen Leistungen und seine Verdienste um die transatlantische Freundschaft erhielt er nicht umsonst mehrere Journalistenpreise und das Bundesverdienstkreuz. Mit ihm ist ein wichtiger “Motor” der grossen deutschamerikanischen Gemeinschaft verloren gegangen.”

Die Deutschstaemmigen sind die groesste Bevoelkerungsgruppe der Vereinig-ten Staaten. Im Rahmen der letzten US-Volkszaehlung haben rund 50 Mio. Menschen angegeben, deutsche Vorfahren zu haben. Wie deutlich sie die Liste der bedeutendsten ethnischen Gruppen anfuehren, zeigt folgende Aufstellung:

1. deutschstaemmige US-Amerikaner = ca. 50 Mio. Menschen

2. irischstaemmige US-Amerikaner = ca. 35 Mio. Menschen

3. mexikanischstaemmige US-Amerikaner = ca. 31 Mio. Menschen

4. englischstaemmige US-Amerikaner = ca. 27 Mio. Menschen

Etwa 10% der Deutschstaemmigen sprechen oder verstehen noch Deutsch - darunter Prominente wie Sandra Bullock, Henry Kissinger oder Leonardo DiCaprio. Fuer diese rund 5 Mio. Menschen werden in den USA gegenwaertig ueber 100 Zeitungen, Zeitschriften und Mitteilungsblaetter sowie etwa 100 lokale Radiosendungen und ca. 20 lokale Fernsehprogramm-Fenster auf Deutsch produziert. Besonders bemerkenswert ist, dass in den Vereinigten Staaten die weltweit aeltesten Wochenzeitungen in deutscher Sprache erscheinen - an erster Stelle die “New Yorker Staats-Zeitung” von 1834. Sie gehoerte in ihrer Anfangszeit zu den groessten Zeitungen der USA. Ende der 1960er Jahre war kein geringerer als der deutsche TV-Moderator, Komiker und Journalist Herbert Feuerstein ihr Chefredakteur. aehnlich alt wie das New Yorker Blatt ist die “Nordamerikanische Wochen-Post” von 1854 aus Michigan. Vor nicht ganz so langer Zeit entstanden “The Saxon News - Volksblatt” von der Allianz der Siebenbuerger Sachsen aus Cleveland und die Wochenzeitung “Eintracht” aus dem Grossraum Chicago. Sie wurden 1902 bzw. 1922 aus der Taufe gehoben. Die traditionsreiche “Eintracht” richtet sich insbesondere an die vielen Deutschamerikaner im Nordwesten der USA. Echte Juenglinge in der Zeitungslandschaft sind die erst in der zweiten Haelfte des 20. Jahrhunderts gegruendeten Wochenblaetter “Amerika-Woche” von der Ostkueste und “Neue Presse” aus Kalifornien. Die “Amerika-Woche” gilt als eine der groessten Publikationen – besonders seitdem sie Ende der 1990er Jahre mit der “Freien Zeitung” (von 1858) und dem “Washington Journal” (von 1859) verschmolzen wurde. Unter den vielen Zeitschriften sind die “German World” fuer junge Deutschsprechende und Deutschlerner (gegr. 2002), die bunte Frauenzeitschrift “Das Fenster” aus Georgia (gegr. 1904) sowie das auflagenstarke Tourismusmagazin “Florida Sun” (gegr. 1999) sehr erwaehnenswert. Gerade diese modern gestalteten und gefuehrten Publikationen machen deutlich, wie vital und zukunftstraechtig der deutschsprachige Medienmarkt in den USA sein kann.

AG Internationale Medienhilfe (IMH)
Arbeitsgemeinschaft der deutschsprachigen Medien im Ausland 
und der fremdsprachigen Medien im Inland
Postfach 35 05 51
10214 Berlin
info@medienhilfe.org
www.medienhilfe.org

Aus aller Welt

Sport

Feuilleton

Gesundheit

Reise

Tipps and Trends

Aus Alle Staaten

Aus Alle Staaten

© 1996-2015 Nordamerikanische Wochen-Post. All rights reserved.