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Der "Fressbaum"

Von Christiane Oelrich

Die holde Weihnacht unter einem "Fressbaum"? Der Ausdruck war frueher ganz ueblich fuer Weihnachtsbaeume, die mit Nuessen, aepfeln und Gebaeck behaengt waren, berichtet das „Spielzeug Welten Museum“ in Basel.

Basel (dpa) - Die holde Weihnacht unter einem "Fressbaum"? Der Ausdruck war frueher ganz ueblich fuer Weihnachtsbaeume, die mit Nuessen, aepfeln und Gebaeck behaengt waren, berichtet das Spielzeug Welten Museum in Basel. Es widmet der essbaren Weihnachtsdekoration bis Februar 2018 eine Ausstellung. Schon der "Vater aller Weihnachtsbaeume" sei mit aepfeln, Oblaten und buntem Papier geschmueckt gewesen, so das Museum. Es sieht den Ursprung des behaengten Christbaums im Elsass, wo er - samt suesser Deko - 1597 erstmals erwaehnt wurde. In der Schweiz wurden frueher oft Stechpalmen verwendet, in Ostdeutschland Eiben und in Schwaben Buchsbaum, wie das Museum berichtet.

Auch in der Vorweihnachtszeit gibt es neben dem Knusperhaeuschen aus Lebkuchen zahlreiche Traditionen mit essbarem Festschmuck. In Appenzell wird zum Beispiel seit dem fruehen 19. Jahrhundert eine Art Turm mit Lebkuchen und Doerrfruechten gebaut und mit bunten Zuckerbildern und aepfeln verziert. Das Museum zeigt ein etwa 1,20 Meter grosses Werk mit einem Christbaeumchen oben drauf als Dekoration. Solche "Chlausezueueg", wie die Gebilde heissen, wurden mit Sinnspruechen verziert und schon ab Anfang November ins Fenster gestellt. Zu sehen ist ein nach altem Muster nachgebackenes Modell.

Ein "Fressbaum" ist in der Ausstellung „Essbarer Christbaumschmuck - Vom Lebzelter und Zuckerbaecker“ im Spielzeug Welten Museum Basel (Schweiz) zu sehen. Foto: Spielzeug Welten Museum Basel/dpa

Eine andere Tradition seit von Ende des 19. Jahrhunderts sind rosa farbene Federbaeume mit Zuckergebaeck, gewissermassen ein Vorlaeufer des kuenstlichen Weihnachtsbaums. Ein Gestell wurde mit gruen gefaerbten Gaensefedern dekoriert, um aehnlichkeit mit Tannennadeln zu simulieren. Solche Baeume boten die geschaetzten Zuckerbaecker an, die die Teile mit suessen Schleckereien behaengten. Zucker galt vor vielen hundert Jahren als "weisses Gold". Er musste aus Asien eingefuehrt werden und war entsprechend teuer. Zuckerbaecker galten als angesehene Kuenstler. Das ausgestellte Federbaeumchen ist rund 90 Jahre alt.

Die Ausstellung laeuft bis 11. Februar 2018. oeffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr, Eintritt 7 Schweizer Franken, verguenstigt 5 Franken. Kinder bis 16 Jahre haben in Begleitung Erwachsener freien Eintritt.

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