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Bewegung ganz einfach in den Alltag einbauen

Der Verzicht aufs Auto ist fuer viele Demenzkranke ein schwerer Schritt. Entsprechend heikel ist es fuer Angehoerige, dies anzusprechen.

Kassel (dpa) - Eine neue Empfehlung soll Hausaerzten bei der Beratung demenzkranker Autofahrer helfen. Der Arzt koenne mit seiner Autoritaet dazu raten, das Auto stehen zu lassen und Alternativen zu eroertern, sagte Helga Schneider-Schelte von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft.

Auf einer Tagung am 5. Juli in Kassel wurde die neue Empfehlung vorgestellt. Fuer aerzte und Angehoerige sei die Frage, ob sich ein Demenzkranker hinters Steuer setzen kann, eine "sehr konflikttraechtige Situation”, erklaerte Schneider-Schelte. Angehoerige fuehlten sich dabei oft allein gelassen und griffen zu ungewoehnlichen Methoden, wie den Autoschluessel zu verstecken.

Fuer aerzte und Angehoerige sei die Frage, ob ein Demenzkranker Autofahren kann, eine "sehr konflikttraechtige Situation”, so Helga Schneider-Schelte von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft. Foto: dpa

Mithilfe der Hausaerzte sollen solche Situationen verhindert werden. Man empfehle, moeglichst vor einer Krankheit das Thema anzusprechen. "Wenn die Diagnose kommt, wird es kritisch”, sagte Schneider-Schelte.

Die Empfehlung schlaegt ein stufenweises Vorgehen vor. Das reicht von der Beratung im Vorfeld bis zur schriftlichen Bestaetigung, aufs Auto zu verzichten. Im Extremfall koenne der Arzt sich auch an Behoerden wenden, um eine Fahreignung pruefen zu lassen.

aeltere Autofahrer sind nach Angaben des Statistischen Bundesamtes weniger unfallgefaehrdet als die Altersgruppe der Fahranfaenger. Durch den demografischen Wandel steigt aber die Zahl der in Unfaelle verwickelten Senioren seit Jahren. Zudem ist die Altersgruppe 75 und aelter oefter Hauptverursacher bei Unfaellen, an denen sie beteiligt ist, als andere Gruppen.

Dabei muss laut dem ADAC jeder Patient einzeln betrachtet werden: "Eine Grenze, ab wann ein an Demenz erkrankter Mensch nicht mehr fahrgeeignet ist, laesst sich pauschal nicht ziehen, da der Krankheitsverlauf ein individueller Prozess ist”, erklaert der Club. Wichtig sei die Betreuung des dementen Menschen durch einen Mediziner und die Angehoerigen. Insbesondere der behandelnde Arzt spiele eine wichtige Rolle, um einzuschaetzen, ab wann die sichere Verkehrsteilnahme nicht mehr moeglich ist.

Wenn ein Demenz-Patient einen Unfall verursacht, kann er dafuer laut Alzheimergesellschaft nicht verantwortlich gemacht werden. Das Buergerliche Gesetzbuch regelt, dass eine "Person, die im Zustande der Bewusstlosigkeit oder einem die freie Willensbestimmung ausschliessenden Zustande krankhafter Stoerung der Geistestaetigkeit einem anderen Schaden zufuegt, fuer den Schaden nicht verantwortlich ist”. Das Problem ist allerdings: Wenn eine leichte Demenz vorliegt oder der Gesundheitszustand schwankt, streiten sich oft die Gutachter.

Laut dem Versicherungsverband GDV existiert keine Pflicht, bei der Diagnose Demenz seine Kfz-Versicherung zu informieren. Es koenne aber sein, dass die Erkrankung als sogenannte "Gefahrerhoehung” angezeigt werden muesse. Denn wer sein Auto nicht mehr sicher fahren koenne, dem drohten bei einem Unfall straf- und zivilrechtliche Konsequenzen. Auf die Versicherungskosten wirkt sich Demenz nicht direkt aus. Allerdings stiegen im Alter die Beitraege, weil aeltere Fahrer laut Statistik im Schnitt mehr Schaeden verursachten als Fahrer mittleren Alters.

Die Fachtagung "Demenz und Autofahren” der Deutschen Alzheimer Gesellschaft fand am 5. Juli in Kassel statt. 110 Teilnehmer kamen aus ganz Deutschland zu dieser Tagung.

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