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Auf Du und Du mit dem Nilpferd: Exklusive Safaris in Sambia

Von Simone Andrea Mayer

Sambia ist ein Aussenseiter. Es hat weder die groessten und tierreichsten Parks noch die lebendigsten Staedte und kulturelle Pflichtstopps. Genau das hat seinen Reiz: Das Land bietet die volle Dosis Afrika und Abenteuer - ohne Massen anzuziehen.

Mfuwe (dpa) - Das Abenteuer beginnt, als das Nilpferd am Fenster auftaucht und laut furzt. Mitten in der Nacht, keine Beleuchtung. Dann raschelt es wieder, das Tier tapst davon und plumpst nahe der "Royal Zambezi Lodge” in den Sambesi-Fluss. Wer durch Sambia reist, kommt wilden Tieren ganz nah.

Der Tourismus im Land steht noch am Anfang seiner Entwicklung. Schickere Mittelklasse-Hotels muss man suchen. Es gibt vor allem Campingplaetze und Unterkuenfte mit einfachen Huetten. Und da sind die Luxus-Lodges mit uebernachtungspreisen ab 500 Euro, die verwoehnten Reisenden jeden Komfort bieten.

Eine Loewe ganz nah: Auf den Safari-Fahrten in Sambia haben die Autos die Tiere oft ganz fuer sich - die Menschenmassen bewegen sich woanders. Foto: dpa

Bis 2030 soll Sambia zu den Top-Fuenf-Reisezielen in Afrika gehoeren, gab dasTourismusministerium als Ziel aus. Viele Reisende stellen sich jedoch die Frage: Was tun in Sambia? Dabei gibt es in dem demokratischen Commonwealth-Mitgliedstaat 20 Nationalparks . Ein Drittel der Flaeche des Landes nehmen sie ein.

Und dann ist da das grosse Highlight: die Victoriafaelle. ueber eine 1700 Meter breite Abbruchkante stuerzt der Sambesi in eine gut 110 Meter tiefe Schlucht. Gemessen an Hoehe und Breite entsteht dort in der Regenzeit der groesste Wasservorhang der Erde. Der groesste Teil der Faelle liegt allerdings im benachbarten Simbabwe.

Und doch hat gerade das noch duenne touristische Netz in Sambia seine Vorteile fuer Reisende. Die Lodges in den Parks werben auch mit der Abwesenheit der Massen und der Exklusivitaet des Abenteuers. Manche bieten nur Platz fuer eine Handvoll Gaeste.

Man landet dann mit einem kleinen Buschflugzeug auf einer unbefestigten Piste mitten im Nationalpark. Es gibt kein Haus und kein Terminal. Nur ein paar Gelaendewagen warten auf die neuen Gaeste, die Lodge-Mitarbeiter reichen Fruchtpunsch zur Begruessung.

"Und manchmal stehen hier am Flugfeld auch Kinder mit offenem Mund, die noch nie ein Flugzeug gesehen haben”, erzaehlt Pilot Sebastian Matla. Der Niederlaender war lange in Suedafrika taetig. Doch er kehrte dem Massentourismus bewusst den Ruecken.

Und auch die Safarifahrten sind einsamer, als man das etwa in der Serengeti erlebt. Dort versammeln sich haeufig mehr als zehn Wagen um ein paar Loewen. In Sambia sieht man den zweiten Wagen der Gruppe selbst im besser besuchten Lower Zambezi National Park oder South Luangwa Park oft erst zum Abendessen wieder. Begegnungen mit Gnus, Zebras, Loewen, Leoparden und Giraffen gehoeren einem hier fast alleine, genau wie das Fotomotiv fuer zu Hause.

Dafuer dauert die Tiersuche in Sambia oft laenger. Die Big Five aus Elefant, Nashorn, Bueffel, Loewe und Leopard zusammenzubekommen, ist eine Herausforderung fuer die Guides. "Erst in der Trockenzeit gruppieren sich die Tiere staerker und sammeln sich an den Fluessen”, erklaert Safari-Guide James Chabbuka, 48, der fuer die "Mfuwe Lodge” arbeitet. "Dann wird es einfacher.”Dafuer dauert die Tiersuche in Sambia oft laenger. Die Big Five aus Elefant, Nashorn, Bueffel, Loewe und Leopard zusammenzubekommen, ist eine Herausforderung fuer die Guides. "Erst in der Trockenzeit gruppieren sich die Tiere staerker und sammeln sich an den Fluessen”, erklaert Safari-Guide James Chabbuka, 48, der fuer die "Mfuwe Lodge” arbeitet. "Dann wird es einfacher.”

Aber er und seine Kollegen im South Luangwa Park kennen selbst in den grueneren Zeiten die beliebten Treffpunkte der Tiere. Und ueber den Buschfunk verraten sie sich gegenseitig die Koordinaten - woraufhin James aufs Gas drueckt und rasant ueber die staubigen Wege prescht.

Die Tiere scheint die Anwesenheit der Touristen zu stoeren. So regt sich eine Herde Elefanten auf, als der laute Wagen sich ihnen am Wasserloch naehert. Eine alte Kuh bruellt und troetet aus vollem Rohr. Dann trabt sie mit weit aufgestellten Ohren los. "Festhalten”, ruft Chabbuka und drueckt wieder aufs Gas. Und doch lacht er, als er hinter einer Kurve den Wagen wieder stoppt.

James kennt solche Situationen. Sie sind nicht selten, aber auch nicht allzu brenzlig, sagt er. Die Guides im South Luangwa Park haben nicht einmal Gewehre bei sich.

Ein ganz besonderes Abenteuer spielt sich hier auch einmal im Jahr in der im Park gelegenen "Mfuwe Lodge” ab. Denn dann sind die suessen Mangos im Garten der Hotelanlage reif - und das lockt Elefanten in der naeheren Umgebung an. Ganze Herden mit Babys ziehen friedlich an der Rezeption vorbei durch die Lobby zum Baum. Und die Touristen? Die werden hinter den Tresen gebracht und duerfen den Zug aus naechster Naehe fotografieren und filmen.

Informationen:

Reisezeit: Sambia laesst sich ganzjaehrig bereisen, doch von Dezember bis April sind viele Camps und Lodges geschlossen. Allerdings ist die Regenzeit am besten fuer einen Besuch der Victoriafaelle geeignet, weil der Sambesi dann viel Wasser fuehrt.

Anreise: South African Airways fliegt taeglich von Frankfurt und Muenchen via Johannesburg nach Lusaka, Livingstone oder Ndola.

Einreise und Formalitaeten: Reisepass und Visum sind notwendig. Letzteres laesst sich direkt bei der Einreise in Sambia beantragen oder im Vorfeld ueber die sambische Botschaft in Berlin sowie ueber das Internet.

Gesundheit: Malaria tritt im ganzen Land auf, zur Prophylaxe wird dringend geraten. Ein Nachweis ueber bestimmte Impfungen ist bei Einreise aus Deutschland nicht erforderlich.

uebernachtung: In oder bei den Nationalparks gibt es luxurioese Lodges (europaeischer Standard) ab 500 US-Dollar (rund 450 Euro) pro Person und Nacht. Dafuer sind in der Regel Essen und Getraenke sowie bis zu zwei Aktivitaeten am Tag wie Safari- und Bootstouren inbegriffen. Mittelklasse-Lodges bieten Chalets ab 250 Dollar all-inclusive an. Zeltplaetze ohne Extras gibt es ab 10 Dollar. Einzelne Safarifahrten kosten um die 50 Dollar. www.zambiatourism.com

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