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Kraftakt mit Happy End: Deutschland-Achter erneut Weltmeister

Von Thomas Becker und Heinz Buese

Der Achter bleibt der Erfolgsgarant der deutschen Ruderer. Mit dem Sieg im Finale der WM bewahrte er den DRV in Plowdiw vor einer WM ohne Gold in den 14 olympischen Disziplinen. Fuer Shooting-Star Oliver Zeidler erfuellte sich der Traum von Edelmetall jedoch nicht.

Plowdiw (DPA) - Zum ausgelassenen Jubel fehlte im Zielraum noch die Kraft, doch bei der Siegerehrung wenige Minuten spaeter liessen die Huenen aus dem Deutschland-Achter ihren Gefuehlen feien Lauf. Inbruenstig und mit der Hand auf dem Herzen stimmten sie in die Nationalhymne ein und genossen den magischen Augenblick in vollen Zuegen. Der souveraene Start-Ziel-Sieg bei der WM in Plowdiw vor den Australiern und Briten veredelte eine Saison der Superlative. "Wir haben es der Ruder-Welt gezeigt und sind auf den ersten 1500 Metern optimal ans Limit gegangen", sagte Schlagmann Hannes Ocik (Schwerin) voller Stolz.

Mit dem finalen Kraftakt blieb die Crew in diesem Jahr in allen Endlaeufen ungeschlagen. Und wie schon beim Gewinn des EM-Titels Anfang August in Glasgow machte sich das Festhalten an Altbewaehrtem bezahlt. Erstmals in der ruhmreichen Geschichte des deutschen Paradebootes gelang es, den WM-Titel mit derselben Besatzung erfolgreich zu verteidigen. Mit leuchtenden Augen liess Johannes Weissenfeld (Herdecke) das Geschehen Revue passieren: "Ich hatte jederzeit das Gefuehl, niemand im Boot zweifelt auch nur eine Sekunde daran, dass wir das Ding durchbringen."

Johannes Weissenfeld vom Goldmedaillengewinner Deutschland (vorne) macht nach der Siegerehrung ein Foto von seinem Team, das neben den Silbermedaillengewinnern aus Australien (l) und den Bronzemedaillengewinnern aus Grossbritannien steht. Der Deutschland-Achter hat seinen WM-Titel erfolgreich verteidigt. Foto: dpa

Zum wiederholten Mal stellten die Seriensieger ihre Ausnahmestellung unter Beweis. Bereits bei der 500-Meter-Marke lagen sie komfortabel vorn und wehrten im weiteren Rennverlauf alle Versuche der Konkurrenten ohne Hektik ab. Am Ende betrug der Vorsprung auf die Australier und Briten eine halbe Bootslaenge. Der Vorlaufschnellste aus den USA musste sich gar mit Platz vier begnuegen. Trainer Uwe Bender schien wunschlos gluecklich: "Wir sind nie unter Druck geraten und haben unser eigenes Rennen gefahren. Es lief wie geplant."

Aus deutscher Sicht fiel die Gesamtbilanz in den 14 olympischen Klassen mit jeweils einmal Gold und Silber nur geringfuegig besser aus als bei den Titelkaempfen vor einem Jahr in Sarasota. Dort hatte der siegreiche Achter fuer die einzige deutsche Medaille gesorgt. Mit Blick auf Tokio 2020 ist noch viel Luft nach oben.

Anders als dem Achter blieb dem Frauen-Doppelvierer am Ende einer erfolgreichen Saison der WM-Titel verwehrt. Die Freude im favorisierten Team um Schlagfrau Frieda Haemmerling (Kiel) ueber Silber war am Ende aber groesser als der Frust ueber das verlorene Gold. "Gegen die Polinnen war bei dieser Regatta einfach kein Kraut gewachsen", kommentierte Marie-Cathérine Arnold aus Hannover den zweiten Rang am Samstag eine Bootslaenge hinter dem uebermaechtigen Team aus Polen. Zusammen mit ihren

Teamkolleginnen posierte sie nach der Medaillenvergabe laechelnd fuer ein Foto mit IOC-Praesident Thomas Bach. "Sie haben Silber genossen wie Gold. Das haben sie sich verdient", befand der prominente WM-Gast.

Oliver Zeidler konnte die Bilanz jedoch nicht aufbessern. Der 22 Jahre alte Ruder-Shootingstar aus Ingolstadt, der erst vor knapp zwei Jahren vom Schwimmsport in den Einer gewechselt war und gleich bei seinem WM-Debuet ueberraschend in das Finale vorgestossen war, musste sich mit Rang sechs begnuegen. "Ich bin hier mit einer Form angereist, mir der ich Weltmeister haette werden koennen. Aber das wurde heute vom Winde verweht", klagte Zeidler mit Bezug auf den ihn stoerenden seitlichen Schiebewind. "Da konnte ich nicht mit den grossen Jungs mithalten." Ueber den letzten Platz im Skiff-Endlauf kam auch Annekatrin Thiede (Leipzig) nicht hinaus.

Eine bessere DRV-Bilanz gab es in den nichtolympischen Wettbewerben. Der leichte Maenner-Doppelvierer und Jason Osborne (Mainz) im leichten Einer waren zum Sieg und der leichte Frauen-Doppelvierer auf Rang drei gefahren.

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