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Werbung fuer den Davis Cup: Deutsches Team greift 2019 wieder an

Von Lars Reinefeld

Das war Davis Cup pur. Drei Tage lang boten Spanien und Deutschland Hochspannung. Trotz der Niederlage sehen sich die deutschen Tennis-Herren fuer die kommenden Jahre geruestet - und lehnen eine Reform des Wettbewerbs kategorisch ab.

Valencia (DPA) - Es war mucksmaeuschenstill in der Umkleidekabine der deutschen Tennis-Herren im Bauch der Stierkampfarena von Valencia. Drei Tage lang hatte das Team von Chefcoach Michael Kohlmann den Spaniern um den Weltranglisten-Ersten Rafael Nadal einen tollen Fight geliefert, doch am Ende hatte es nicht ganz gereicht. Zwei mickrige Puenktchen fehlten phasenweise im entscheidenden fuenften Spiel zwischen Philipp Kohlschreiber und David Ferrer zum deutschen Sieg. Doch am Ende schnappte sich Spanien den 3:2-Erfolg und trifft nun im Halbfinale auf Titelverteidiger Frankreich.

Bei Kohlschreiber, oft kritisiert, am Sonntag aber mit einer starken kaempferischen Leistung, flossen sogar ein paar Traenen. "Das passiert nicht oft, heute schon", sagte der 34 Jahre alte Augsburger nach dem fast fuenf Stunden dauernden Match gegen Ferrer. "Natuerlich ist die Enttaeuschung gross", gestand Kohlmann, "aber ich kann den Jungs keinen Vorwurf machen. Sie haben die ganze Woche ueber alles reingehauen."

Davis Cup, Weltgruppe, Viertelfinale: Ferrer (Spanien) - Kohlschreiber (Deutschland). Philipp Kohlschreiber reagiert. Foto: dpa

Doch weil die Spanier dank Sandplatz-Koenig Rafael Nadal zwei sichere Punkte verbuchen konnten und Ferrer gegen Kohlschreiber "das Match meines Lebens" spielte, muss Deutschland weiter auf den ersten Einzug ins Halbfinale seit 2007 warten.

Die Zuversicht, bald wieder um den Titel im Davis Cup mitspielen zu koennen, ist in den Tagen von Valencia aber weiter gewachsen. "Dass es so knapp war, zeigt ganz deutlich, wie gut wir an diesem Wochenende waren - und wie gut wir insgesamt aufgestellt sind. Wir muessen uns vor keiner Nation mehr verstecken", sagte Kohlmann, dem es nach Jahren des Streits gelungen ist, wieder eine Einheit zu formen.

In Zverev und Kohlschreiber waren die aktuell beiden besten deutschen Spieler dabei, in Tim Puetz und Jan Lennard Struff verfuegt Deutschland zudem wieder ueber ein Doppel, das Punkte holen kann. Deutschland steht im Davis Cup so gut da wie schon lange nicht mehr. "Wir werden aus den Erfahrungen von Valencia lernen und staerker zurueckkommen", kuendigte der fuer das deutsche Herren-Tennis verantwortliche Boris Becker an.

Noch voellig unklar ist allerdings, wie das Format aussieht, in dem die deutsche Mannschaft bald wieder um den Titel mitspielen will. Der Weltverband ITF will den prestigetraechtigen Mannschaftswettbewerb einer Radikalkur unterziehen. In einem sogenannten "World Cup of Tennis" der besten 18 Nationen soll ab 2019 jaehrlich innerhalb einer Woche am Ende der Saison im November an einem Ort gespielt werden.

Fuer die meisten Aktiven undenkbar. "Gruesse an David Haggerty", hatte Kohlmann bereits nach dem dramatischen Fuenf-Satz-Doppel am Samstag in einem TV-Interview in Richtung des ITF-Praesidenten gesagt. Auch Becker haelt von der Idee nichts. Spiele wie die in Valencia seien es, warum die Topleute doch immer wieder im Davis Cup dabei seien. So wie Nadal und Zverev am Wochenende. "Das kannst du mit Geld gar nicht wettmachen", sagte Becker zur besonderen Atmosphaere in Valencia.

DTB-Boss Ulrich Klaus will bei der entscheidenden Abstimmung im Herbst deshalb auch gegen die Plaene stimmen. Kleinere Anpassungen seien sicher denkbar. "Aber keine radikale Reform, die eine mehr als 100 Jahre alte Tradition, einen der aeltesten und prestigetraechtigsten Laenderkaempfe im Sport, kaputtmacht", sagte Klaus. Auch der frustrierte Kohlschreiber trat als Verfechter des derzeitigen Modus auf. "Das sehe ich genauso."

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