Nordamerikanische Wochen-Post

164TH YEAR - THE AMERICAN NEWSPAPER WRITTEN IN THE GERMAN LANGUAGE

Home

Services

German Churches

German Clubs

German Radio

Contact Us

Archives

Sport

sport

Emotionaler Abschied von Bundestrainer Sturm: "Mehr als ein Trainer"

Von Carsten Lappe

Der Abschied ist sehr emotional. Die Nationalspieler verabschieden sich von Olympia-Silberschmied Marco Sturm. Der bisherige Eishockey-Bundestrainer geht nach dem Deutschland Cup zurueck in die NHL. Aber ein Abschied fuer immer muss es nicht werden.

Krefeld (DPA) - Zum Abschluss seiner Amtszeit wurde der erfolgreichste Bundestrainer der Geschichte des Deutschen Eishockey-Bundes in der Kabine von seinen Gefuehlen uebermannt. Die 0:2-Niederlage (0:0, 0:0, 0:2) gegen die Slowakei am Sonntag im letzten Spiel des Deutschland Cups war schon laengst vergessen, als die Nationalspieler Marco Sturm ein Trikot ueberreichten und ruehrende Worte fanden. "Da sind auch bei ihm die Emotionen etwas uebergekocht", berichtete Vize-Kapitaen Marcus Kink selbst mit roten Augen.

"Wir sind alle traurig, er war mehr als ein Trainer", sagte Kapitaen Moritz Mueller, der bei dem Thema ebenfalls um Fassung rang. "Warum sollte das bei mir anders sein", bestaetigte auch Sturm, der sich am Sonntag in Richtung NHL verabschiedete. Bereits am Montag fliegt der 40-Jaehrige nach Los Angeles, um sich seinen Traum von der NHL zu erfuellen. Bei den LA Kings wird der deutsche NHL-Rekordspieler Assistenzcoach und will sich fuer einen Cheftrainer-Posten empfehlen.

Deutschland - Slowakei, 3. Spieltag. Der Trainer der Deutschen Mannschaft, Marco Sturm, blickt waehrend des Spiels in die Richtung des Fotografen. Deutschland belegt beim Deutschland Cup den letzten Platz. Foto: dpa

Der Abschied fiel Sturm nach drei ueberaus erfolgreichen Jahren mit dem Gewinn der olympischen Silbermedaille im Februar als Hoehepunkt nicht leicht. Der letzte Platz beim Vier-Nationen-Turnier in Krefeld hinter Russland, der Schweiz und der Slowakei wird schnell vergessen sein. Die Erinnerungen an Sturms Erfolge aber bleiben.

"Es tut schon weh, wenn man Tschues sagen muss. Denn wir haben was geschaffen, wie vielleicht sonst kein anderer", sagte Sturm. Er meinte damit vor allen den groessten Erfolg im deutschen Eishockey bei Olympia in Pyeongchang, der vor dem Spiel am Sonntag noch einmal visuell auf dem Videowuerfel aufbereitet wurde. Schon da kaempften Spieler wie Mueller mit den Traenen. Auch Sturm war sichtlich geruehrt, als Verbandspraesident Franz Reindl ihm eine Foto-Collage mit den Hoehepunkten seiner dreijaehrigen Amtszeit ueberreichte.

"Ich war nicht nur Trainer, ich war Teil der Mannschaft, und ich war Freund der Mannschaft", sagte Sturm spaeter und versprach: "Wir werden alle Freunde bleiben." Eine Rueckkehr Sturms scheint auch nicht ausgeschlossen. "Ich habe angeboten, dass ich immer zur Stelle bin. Ich bin ja nicht weg vom Fenster", hatte Sturm schon am Samstag gesagt und betont: "Es kann alles passieren. Ich schliesse nichts mehr aus in meinem Leben."

Ohne Trainer-Erfahrung war Sturm nach dem Ende seiner Spielerkarriere 2015 ueberraschend Bundestrainer geworden und etablierte das DEB-Team fortan in der erweiterten Weltspitze. Hoehepunkt seiner Amtszeit war das mit 3:4 nach Verlaengerung dramatisch verlorene Olympia-Finale gegen Russland, als nur 55,5 Sekunden zu Gold gefehlt hatten.

Immer wieder wies der 40-Jaehrige auch auf Probleme hin, versuchte Strukturen zu professionalisieren und die Nachwuchsarbeit zu verbessern. Auch am Wochenende bekam noch einmal die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) ihr Fett weg. Mit deutlichen Worten ermahnte Sturm die DEL, endlich mehr in die Ausbildung junger Spieler zu etablieren. "Momentan reicht es einfach nicht. Es ist ein Muss, etwas zu aendern", forderte Sturm.

Auch die Nachfolgersuche verfolgt der Ex-Nationalstuermer aufmerksam. Am Wochenende nahm Sturm an Praesidiumssitzungen des DEB teil und gab seine Kommentare zu moeglichen Kandidaten ab. Gehandelt werden unter anderem der fruehere NHL-Coach Ralph Krueger (59) - derzeit Fussball-Geschaeftsfuehrer beim FC Southampton - oder Ex-Bundestrainer Uwe Krupp (53) vom tschechischen Tabellenfuehrer Sparta Prag.

DEB-Chef Franz Reindl deutete an, die Aemter des Generalmanagers und des Bundestrainers kuenftig auch wieder trennen zu koennen. So koennte Olympia-Silbergewinner Christian Ehrhoff (36) als Generalmanager fungieren und ein DEL-Coach wie Duesseldorfs Harold Kreis (59) oder Mannheims Pavel Gross (50) zumindest uebergangsweise als Coach arbeiten.

Aus aller Welt

Sport

Feuilleton

Gesundheit

Reise

Tipps and Trends

Aus Alle Staaten

Aus Alle Staaten

© 1996-2018 Nordamerikanische Wochen-Post. All rights reserved.