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Tour de France - Millionenpublikum schaut zu: Duesseldorf will Grand Départ nutzen

Von Ulrike Hofsaehs

30 Jahre nach West-Berlin ist Deutschland wieder Gastgeber fuer den Start der Tour de France: Am 1./2. Juli praesentiert die spendable Landeshauptstadt Duesseldorf ihre beste Seiten. Ein Millionen-Publikum wird erwartet - trotzdem sind Zimmer noch zu haben.

Duesseldorf (dpa) - Der Karneval soll ein Witz dagegen sein. Duesseldorf erwartet am ersten Juli-Wochenende zum Start der 104. Tour de France mindestens eine Million Besucher. Die NRW-Metropole setzt auf florierende Einnahmen, hofft auf Imagegewinn und Touristenströme. Die Werbung durch die weltweite Berichterstattung soll 30 Millionen Euro wert sein - das hatte jedenfalls Utrecht in den Niederlanden errechnet, wo die Tour 2015 startete. Das teure Vergnuegen, den ersten Grand Départ in Deutschland nach West-Berlin (1987) auszurichten, kostet alles in allem ueber 13 Millionen Euro.

"Le Tour de France" steht auf dem Bierglas, Fahrradklingel oder Schluesselanhaenger: Die Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen ruehrt seit Wochen mit aller Kraft die Werbetrommel fuer die Tour. Auf Muellautos, Strassenbahnen und Bussen, in der U-Bahn, im Stadtzentrum und sogar in Kindergaerten haengen Plakate wie "Bonjour Le Tour" oder "Le Tour kommt in die Stadt".

Der deutsche Hoffnungstraeger, Radfahrer Tony Martin Foto: dpa

Duesseldorf nennt sich gerne "Klein-Paris" und hofft, vor einem Millionenpublikum an den Fernsehern auch mit schöner Kulisse zu punkten. Die erste Etappe des 14 Kilometer langen Zeitfahrens fuehrt vorbei am Rhein, schmucken Haeusern und der Nobelmeile Königsallee. Die zusaetzlichen Umsaetze in Hotels, Kneipen und Restaurants werden auf rund 57 Millionen Euro geschaetzt.

Ausgebucht sind die Hotels der Messestadt aber knapp zwei Wochen vor Beginn der Tour noch nicht. Die Nachfrage erinnere bislang an ein besonders gut gebuchtes Sommerwochenende, meinen Experten. "Das Tour-Wochenende ist fuer die Hotellerie eine tolle Sache", meint aber Ulrike Sassin, Direktorin des Hotels Duesseldorf Mitte zwischen Hauptbahnhof und Königsallee.

Es steht noch nicht genau fest, wie teuer das Spektakel am Ende wird fuer die 600 000-Einwohner-Stadt, die zu den wohlhabenden Kommunen von Nordrhein-Westfalen zaehlt. Geschaetzt gut vier Millionen Euro musste Duesseldorf an den französischen Tour-Veranstalter Amaury Sport Organisation (ASO) zahlen, damit das Radrennen ueberhaupt in die Stadt kommt. Berlin war vor 30 Jahren mit dem halben Betrag (in D-Mark) dabei.

Den angepeilten Einnahmen von insgesamt knapp acht Millionen Euro stehen erwartete Ausgaben von ueber 13 Millionen Euro gegenueber. Sechs Hauptsponsoren stehen in der ersten Reihe, meist staedtische Unternehmen. Ein anderer Unterstuetzer ist der bekannte Fotokuenstler Andreas Gursky. Der sportbegeisterte Duesseldorfer hat der Stadt 45 Original-Abzuege einer bislang unveröffentlichten Arbeit mit einem Tour-Motiv gestiftet. Die Werke sind Teil eines Sponsoring-Pakets. 25 Interessenten haben zugegriffen - ein Paket kostet 50 000 Euro.

Die Begeisterung in Duesseldorf hat noch Luft nach oben. Das könnte eine Folge des handstreichartigen Vorgehens sein, mit dem Oberbuergermeister Thomas Geisel (SPD) die Bewerbung im Herbst 2015 durchboxte. Schon drei Wochen nach der Praesentation der Idee wurde sie im Stadtrat behandelt. In der geheimen Abstimmung gaben Stimmen vom rechten Rand den Ausschlag. Inzwischen ist ein breiterer Konsens erreicht. "Eine grosse Chance fuer die Landeshauptstadt" nennt Geisel den Tourstart.

Kommen tatsaechlich eine Million Besucher - oder mehr? Viel haengt vom Wetter ab. "Regnet es in Sturzbaechen, dann bleiben Tagesbesucher zu Hause", sagt ein Tourismus-Fachmann. Er setzt auch auf Fans aus den Radsport-Nationen Belgien und Niederlande. Sie waeren in ein bis zwei Autostunden mitten im Tour-Taumel.

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