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"My Friend Cayla“: Bundesnetzagentur nimmt sprechende Spielzeugpuppe vom Markt

Die Kehrseite der neuen Welt des vernetzten Spielzeugs ruft eine Behoerde auf den Plan.

Bonn (dpa) - Die Bundesnetzagentur hat in einem ungewoehnlichen Schritt eine sprechende Puppe wegen ueberwachungsgefahr aus dem Handel genommen und will in Zukunft noch mehr Spielzeug auf den Pruefstand stellen.

Die Behoerde gehe "gegen unerlaubte funkfaehige Sendeanlagen in Kinderspielzeug vor“, hiess es. Betroffen ist erstmal die vernetzte Puppe "My Friend Cayla“, deren Sicherheit schon vor Monaten von Verbraucherschuetzern kritisiert worden war.

Die Bundesnetzagentur stuft eine sprechende Puppe als potenzielles Spionagegeraet ein und nimmt sie vom Markt. Foto: dpa

"Gegenstaende, die sendefaehige Kameras oder Mikrofone verstecken und so Daten unbemerkt weiterleiten koennen, gefaehrden die Privatsphaere der Menschen. Das gilt auch und gerade fuer Kinderspielzeug“, erklaerte der Praesident der Bundessnetzagentur Jochen Homann. Grundsaetzlich sei jegliches Spielzeug, das funkfaehig und zur heimlichen Bild- oder Tonaufnahme geeignet sei, in Deutschland verboten, betonte die Behoerde. "Die Bundesnetzagentur wird noch mehr interaktives Spielzeug auf den Pruefstand stellen und wenn noetig dagegen vorgehen.“

Ein Vorgehen gegen die Eltern sei im Zusammenhang mit dem Betrieb von "Cayla“ aktuell nicht vorgesehen, erklaerte die Behoerde, die den Telekommunikationsmarkt ueberwacht. "Die Bundesnetzagentur geht davon aus, dass Eltern eigenverantwortlich die Puppe unschaedlich machen.

Die Einleitung von Verwaltungsverfahren gegen die Eltern ist derzeit nicht geplant.“Europaeische Verbraucherschuetzer hatten bereits im November nach einer ausfuehrlichen Untersuchung unter anderem davor gewarnt, dass sich wegen Sicherheitsluecken Fremde mit etwas technischem Wissen ueber die Puppe mit den Kindern unterhalten koennten.

Der amerikanische "Cayla“-Entwickler Genesis, der die 2015 erschienene Puppe nach eigenen Angaben bereits bis Anfang vergangenen Jahres eine Million Mal verkauft hatte, war nicht fuer eine Stellungnahme zu erreichen.

https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Sachgebiete/Telekommunikation/Unternehmen_Institutionen/Anbieterpflichten/Datenschutz/MissbrauchSendeanlagen/Sendeanlagen-node.html

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