07. Mai 2022 Selected Articles

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Aus Aller Welt

Walpurgisnacht ohne Krawalle – Maibäume werden wieder aufgestellt

In der Nacht zum 1. Mai geht es auf den Walpurgisfeiern manchmal hoch her. Nach zwei Corona-Jahren, in denen die Feste größtenteils ausgefallen sind, genießen die Menschen den Neustart in diesem Jahr zumeist friedlich.

30.04.2022, Sachsen-Anhalt, Schierke: Im Kostüm feiert ein Besucher das Walpurgisfrest in Schierke. Hier wurde in der Nacht zum 1. Mai das größte Walpurgisfest im Harz veranstaltet. Mehrere Tausend Besucher feierten teilweise auch im Hexen- und Teufelskostüm. An Walpurgis wird traditionell symbolisch der Winter vertrieben. Foto: dpa

Wernigerode/Braunlage (dpa) – Nachzweijähriger Corona-Zwangspause haben Zehntausende Menschen überwiegend friedlich in den 1. Mai getanzt und gefeiert. Im Harz kamen in der Walpurgisnacht an vielen Orten als Hexen und Teufel Kostümierte zusammen, es gab Konzerte, Umzüge und Walpurgisfeuer. Straftaten habe es hingegen kaum gegeben, hieß es etwa im Polizeirevier Harz in Halberstadt. Auch aus dem Westharz und anderen Landesteilen berichtete die Polizei allenfalls von verbalen Auseinandersetzungen oder kleineren Handgreiflichkeiten.

Nach altem Volksglauben treffen sich in der Nacht zum 1. Mai Hexen auf dem Brocken, auch Blocksberg genannt, um mit dem Teufel zu tanzen und zu feiern. Zudem wird mit viel Geschrei der Winter ausgetrieben und der Frühling begrüßt. Goethe hat den literarischen Grundstein für die wilden Feste gelegt – nach einer Brockenbesteigung im Jahr 1777 hielt er im «Faust» das teuflische Treiben fest.

In Schierke, eine der Walpurgis-Hochburgen im Ostharz, hatte ein dreitägiges Mittelalterspektakel schon am Freitag begonnen. Weit mehr als 8000 Tickets seien für die drei Tage verkauft worden, sagte der Geschäftsführer der Wernigerode Tourismus GmbH, Andreas Meling. «Die Menschen haben wieder Lust, was zu unternehmen.» In Wernigerode hatten Kostümierte am Samstagnachmittag symbolisch das Rathaus erstürmt. Viele Hundert Zuschauer sahen dem Spektakel auf dem Marktplatz zu, das für die Hexen und Teufel der Auftakt zur Walpurgisfeier ist. Am Abend wurden Feuer entfacht, manchenorts gab es um Mitternacht ein Feuerwerk oder Lichtershows.

Im thüringischen Nordhausen kam es bei einer Walpurgisfeier zu tätlichen Auseinandersetzungen, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Während eines Streits schlug demnach ein 33-Jähriger mit einer Weinflasche auf einen 31-Jährigen ein, zudem sei einem 47-Jährigen in die Hand gebissen worden, als er in eine andere Auseinandersetzung schlichtend eingreifen wollte. In Wunsiedel in Bayern gerieten zwei Frauen bei einem Maifeuer unter Alkoholeinfluss in Streit. Auch in diesem Fall erlitt das Opfer laut Polizei leichte Verletzungen.

Auch eine andere Tradition lebte in diesem Jahr nach der Corona-Pause wieder auf: In vielen Ortschaften wurden erstmals wieder neue Maibäume aufgestellt, unter anderem in Bayern. In der Regel stehen die Bäume etwa drei bis fünf Jahre. Weil ihre Standfestigkeit mit der Zeit nachlässt, mussten 2020 und 2021 viele Bäume fallen, ohne dass neue dafür errichtet wurden.

Zum Aufrichten nach traditioneller Art schieben die Helfer die mit Girlanden geschmückten Stämme auf gekreuzten Stangen Zentimeter für Zentimeter von der horizontalen in die vertikale Lage, wo sie fest verankert werden. Keine ganz einfache Sache, bei der es auch gelegentlich zu Unfällen kommt.

In Baden-Württemberg kam es rund um die Tradition zu einigen Vorfällen, die polizeiliche Ermittlungen nach sich zogen. So sägten Unbekannte beispielsweise in den Landkreisen Göppingen und Biberach die Bäume um, wie das Polizeipräsidium in Ulm am Sonntag berichtete. Im ersten Fall begrub der fallende Maibaum einen Toilettenwagen unter sich, der für Feiern rund um den 1. Mai aufgestellt worden war. Der Schaden an Baum und Wagen summiere sich auf gut 13 000 Euro.

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Sport

Alexander Zverev – und dann? – Sorge um deutsche Tennis-Elite

Der Erfolg von Alex Zverev entscheidet meist über den Erfolg von Tennis-Deutschland. Ohne den Hamburger tut sich nicht viel. Der DTB will seine Förderung daher optimieren. Ein Tennis-Routinier bietet seine Hilfe an.

27.04.2022, München: Tennis: ATP-Tour – München, Einzel, Herren, Achtelfinale Zverev (Deutschland) – Rune (Dänemark). Alexander Zverev nimmt nach dem Spiel an einer Pressekonferenz teil. Foto: dpa

Von Jordan Raza und Jann Philip Gronenberg
München (dpa) – Alexander Zverev war fest eingeplant für die Endphase des Münchner Tennisturniers. Dass sich statt des Olympiasiegers Oscar Otte als bester Deutscher ins Halbfinale spielte und am Samstag ausgerechnet auf Zverev-Bezwinger Holger Rune aus Dänemark trifft, überraschte. Ausreißer der deutschen B-Riege nach oben sind eher selten. Normalerweise muss Zverev liefern – sonst wird es düster um Schwarz-Rot-Gold. Oder wie Ex-Wimbledonsieger Michael Stich es formulierte: «Danach tut sich halt nicht viel». Die Forderungen an den Deutschen Tennis Bund (DTB) nach mehr Unterstützung für Nachwuchsspieler werden lauter. Der Verband reagiert.

Neben dem Weltranglisten-Dritten Zverev stehen aktuell vier weitere deutsche Herren unter den besten 100. Doch Otte (62), Dominik Koepfer (66), Daniel Altmaier (67) und Jan-Lennard Struff (69) müssen meist früh im Turnierverlauf in die Zuschauerrolle wechseln. «Wir haben gerade nicht mehr so die Dichte», beschrieb Routinier Philipp Kohlschreiber, der in München in Runde eins ausgeschieden war, den Status quo.

Und bei den Damen? Die großen Zeiten von Ex-Nummer 1 Angelique Kerber und Andrea Petkovic scheinen vorbei zu sein. Laura Siegemund dümpelt nach ihrer Verletzungspause auf kleineren Turnieren rum. Alle drei sind bereits 34 Jahre alt. Gefühlt verabschiedet sich gerade eine ganze Tennis-Generation – und niemand rückt nach. «Bei dem größten Tennisverband der Welt sollte man davon ausgehen, dass wir acht oder zehn Spieler in den ersten 100 haben», sagte Stich.

Der DTB will daher sein Förderkonzept optimieren. «Unser Anspruch muss sein, uns in der Zukunft besser aufzustellen, dass wir da über eine größere Breite von Top-50-Spielern verfügen. Im Augenblick stehen wir nicht gut da», sagte DTB-Präsident Dietloff von Arnim. Vor allem die Unterstützung junger Talente sei noch nicht optimal.

So soll die neue DTB-Sportdirektorin und ehemalige Vorstandschefin des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Veronika Rücker, etwa die Jugendförderung vorantreiben. Am 1. Juli tritt die 51-Jährige ihr neues Amt an. Vor allem die Vereinbarkeit von Tennistraining und Schule müsse optimiert werden. «Da sind andere Länder uns einen ganzen Schritt voraus, in dem sie schon digitale Schulformate für Nachwuchsspieler besser anbieten», erklärte von Arnim.

Doch oft fehlt es nicht nur an adäquater Förderung. Auch die richtige Einstellung entscheidet mitunter über den Erfolg auf dem Weg in die Weltspitze. «Da fehlt mir manchmal dieser Kampf. Das bringe ich auf jeden Fall mit», sagte Kohlschreiber und bot seine Hilfe regelrecht an: «Im Arbeiten, da würde ich gerne meine Philosophie und meinen Antrieb weitergeben.»

Eine Offerte, die der DTB gerne annimmt. «Wir werden jetzt bald auf ihn zugehen. Wir werden auf seine Expertise zurückgreifen können», sagte von Armin und teilte Kohlschreibers Einschätzung. «Dieser Ansatz ist richtig. Talente gibt es viele, aber zum Schluss sind es die harten Arbeiter, die auf der Tour Erfolg haben.»

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Feuilleton

850 Jahre Notre-Dame:
Erste Multimedia-Schau in Paris

Jahre Notre-Dame: Erste Multimedia-Schau in Paris.
Foto: Sabine Glaubitz/dpa

Paris (dpa) – Drei Jahre nach Ausbruch des Großfeuers in der Pariser Notre-Dame am 15. April 2019 bietet eine interaktive Multimedia-Schau Besuchern eine Reise in die über 850-jährige Geschichte der weltberühmten Kathedrale. Paris ist die erste Europa-Etappe der Hightech-Schau, die ab Mitte Juli in Dresden im Palais im Großen Garten zu sehen ist.

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Gesundheit/Umwelt

So gesund ist Soja

In asiatischen Gerichten gehört Soja einfach dazu. Nur was steckt eigentlich in der kleinen Bohne? Foto: Christin Klose/dpa

Von Brigitte Mellert
Düsseldorf/Berlin (dpa) – Ob in der ursprünglichen Form oder zu Tofu und Sojamilch verarbeitet: Soja ist aus der vegetarischen und veganen Küche nicht mehr wegzudenken. Im Supermarkt finden sich seit Jahren immer mehr Fleisch- und Milchalternativen auf Sojabasis.
Die Bohne ist für ihren hohen Eiweißgehalt bekannt. Dieser liegt laut dem Bundeszentrum für Ernährung in den getrockneten Bohnen bei rund 40 Prozent. In verzehrfertigen Sojaprodukten stecken rund elf Prozent Protein.

Für eine ausgewogene Ernährung bietet sich die Hülsenfrucht als eine Möglichkeit sehr gut an, um das so wichtige tierische Eiweiß zu ersetzen, sagt Stefan Kabisch, Studienarzt an der Medizinischen Klinik für Endokrinologie und Stoffwechselmedizin der Berliner Charité.

Wer unterschiedliche pflanzliche Eiweiße zu sich nimmt, kann sich zumindest als Vegetarier ausgewogen ernähren. Veganer müssten allerdings Vitamin B12 hinzufügen.

Ganz abgesehen vom Eiweißgehalt ist die Liste der gesunden Bestandteile in Soja lang: Vitamin B, Mineralstoffe wie Magnesium, Spurenelemente wie Eisen und ungesättigte Fettsäuren, darunter auch Omega-3-Fettsäuren.

In der Bohne stecken aber auch Stoffe, die Ernährungswissenschaftler etwas differenzierter betrachten. Darunter fallen Isoflavone, die dem weiblichen Geschlechtshormon Östrogen ähneln.

Aus diesem Grund stehen sie unter Verdacht, eine «hormonell aktivierende Wirkung» zu haben, wie Mediziner Stefan Kabisch sagt. Das heißt, sie können an die gleichen Östrogenrezeptoren im Körper binden und die gleichen Prozesse in Gang setzen wie Östrogene.

Ist Soja also gar nicht so gesund wie gedacht? Gesunde Menschen müssten sich bei normalem Verzehr keine Sorgen machen, meint Kabisch. Durch ihre regulierende Form seien Isoflavone «sehr wahrscheinlich unbedenklich, vielleicht sogar nützlich».

Das zeigten auch Langzeituntersuchungen aus dem asiatischen Raum, wo Soja schon viel länger auf dem Speiseplan steht. Isoflavone befinden sich übrigens auch in geringerer Menge in anderen Hülsenfrüchten wie Kichererbsen, Linsen und Bohnen.

Und doch steht Soja im Verdacht, die Schilddrüse zu beeinflussen. Isoflavone, so Mediziner Kabisch, seien in der Lage, ein bestimmtes Enzym in der Schilddrüse zu blockieren. Dieses Enzym ist dafür verantwortlich, aus inaktiven Vorstufen aktive Hormone zu bauen.

Wird dieses Enzym inaktiviert, kann nach Einschätzung von Kabisch eine Schilddrüsenunterfunktion entstehen. Weil dieser Effekt aber so gering und noch nicht klinisch relevant sei, sieht er bei normalem Sojakonsum für gesunde Menschen kein Gesundheitsrisiko.
Hinzu komme, dass sich die Menge der Isoflavone im Soja schon durch die Verarbeitung zu Tofu auf etwa ein Fünftel reduziert.

Dennoch eignet sich die Hülsenfrucht nicht für jeden. Menschen mit hormonell bedingten Erkrankungen wie Brustkrebs und Stoffwechselstörungen sollten ihre Ernährung ärztlich abklären, sagt Nicole Schlaeger, Teamleiterin Gesunde Ernährung und Ernährungsbildung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Grundsätzlich rät sie, Milchprodukte und Fleisch nicht ausschließlich durch Sojaprodukte zu ersetzen. Wichtig ist, auf Abwechslung zu achten – und auch mal Hafer- oder Mandelmilch, bestenfalls angereichert mit Calcium, zu greifen.

Auch in anderen Fällen mahnen die meisten Ernährungsexperten zur Vorsicht, was Soja betrifft. So eigne sich Sojamilch nicht für Babys und Kleinkinder, da sie im Vergleich zu Kuhmilch kalziumärmer ist und die Wechselwirkungen mit anderen Hormonen noch ungeklärt sind.

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Reise

Vom Paradies zur Tourismus-Hölle und zurück

Als «The Beach» im Jahr 2000 in die Kinos kam, war das der Anfang vom Ende für die Maya Bay auf Phi Phi Leh. Fotowütige aus aller Welt strömten ins Paradies. Aber Massentourismus und Naturschutz vertragen sich nicht. Thailand und andere Beispiele zeigen: Es gibt Lösungen.

Thailand, Ko Phi Phi Leh: Auf Schildern sind die neuen Regeln 
nach der Wiedereröffnung der Maya Bay zu lesen. Die Regeln für einen Besuch des Traumstrandes im Süden Thailands sind streng.             Foto: Carola Frentzen/dpa

Von Carola Frentzen und den dpa-Korrespondenten
Maya Bay (dpa) – Mit einem lauten «Platsch» lässt sich ein Tourist ins türkisfarbene Wasser der Maya Bay fallen und lächelt glückselig. Da tönt eine Trillerpfeife durch die warme Tropenluft. Aufpasser an dem thailändischen Traumstrand geben dem Mann unmissverständlich zu verstehen: Baden ist nicht mehr erlaubt. Die Zeiten, als Leonardo DiCaprio «The Beach» im gleichnamigen Film mit seiner Hippie-Truppe entdeckte und dort die pure Freiheit genoss, sind endgültig vorbei. Aber auch die Tage des außer Kontrolle geratenen Massentourismus im Zuge des Hollywood-Streifens gehören der Vergangenheit an.

Ein Rückblick: Im Juni 2018 ziehen die Behörden auch auf Druck von Umweltschützern die Reißleine und schließen den Strand von einem Tag auf den anderen. Vorausgegangen war ein enormer Anstieg der ohnehin schon hohen Besucherzahlen. Unmengen an Ausflugsbooten verpesteten das Wasser, Urlauber ließen ihren Müll zurück, die Korallenriffe waren durch Anker und Touristen schwer beschädigt.

«Es war sehr mutig, das alles zu stoppen. Eine gewagte Entscheidung, die wir aber sehr begrüßt haben», sagt Bart Callens, Generaldirektor des Hotels SAii Phi Phi Village auf der Nachbarinsel Phi Phi Don. Das dortige Marine Discovery Centre ist mit mehreren Projekten aktiv, um dem fragilen Ökosystem der Region zu helfen, und war an der Wiederaufforstung der zerstörten Korallen in der Maya Bay beteiligt.

Eigentlich sollte die Bucht in der Andamanensee schon nach einigen Monaten wieder öffnen, jedoch wurde der Termin mehrmals vertagt – und dann kam Corona. «Die Pandemie hat der Natur die Chance gegeben, sich grundlegend zu erholen», ist Callens überzeugt.

Nach dreieinhalb Jahren ist «The Beach» seit Jahresbeginn wieder zugänglich – aber unter strengen Regeln. Die wichtigste Neuerung: Boote dürfen nicht mehr in die Bucht, Schwimmer und Schnorchler auch nicht. «Nur knietief und keinen Schritt weiter», lautet das Motto. Wer zuwiderhandelt, wird zurückgepfiffen. Das Ergebnis: Der Blick auf das glasklare Meer und die kreisförmig angeordneten Bilderbuch-Hügel ist endlich wieder ungetrübt. Direkt vor dem Ufer schwimmen kleine Schwarzspitzenhaie. Müll am Strand? Fehlanzeige, «Ist das schön!» und «Das sieht ja aus wie im Film!», entfährt es begeisterten Besuchern.

Die Boote müssen jetzt auf der anderen Seite der Insel anlegen. Von dort geht es über Holzstege in wenigen Minuten zur Maya Bay, wo auf großen Schildern die neuen Regeln zu lesen sind. Zu keinem Zeitpunkt dürfen sich mehr als 375 Menschen an dem Strand aufhalten – das klingt zunächst mal viel, aber vor der Schließung stapften oft mehrere Tausend gleichzeitig durch den weißen Sand.
Um das schwer angegriffene Ökosystem zu unterstützen, seien während der Schließung in einem aufwendigen Projekt mehr als 2500 Fragmente von Geweihkorallen gepflanzt worden, sagt der Meeresbiologe Kullawit Limchularat. Diese Art ist besonders widerstandsfähig. «Unter guten Bedingungen können diese Korallen zudem stolze zehn Zentimeter pro Jahr wachsen», erklärt der Experte. «Das Riff vor Phi Phi Leh ist wieder in sehr gutem Zustand, die Korallen entwickeln sich prächtig.»

Als die Menschen wegblieben, trauten sich auch die Fische wieder vor: Erste Schwarzspitzenhaie kehrten schon nach einem guten Jahr zurück, was sogar Meeresbiologen in Staunen versetzte. Auch eine Krebsart, die in Thailand «Pu Kai» genannt wird, huscht nach Jahrzehnten erstmals wieder durch den Sand. «Dass es der Maya Bay wieder so gut geht, ist ein echtes Wunder. Und das passiert, wenn wir der Natur eine Chance geben», sagt Limchularat.

Auch andere paradiesische Orte rund um die Erde zeigen, was Massentourismus anrichten kann – und wie Behörden mittlerweile dem Naturschutz Vorrang geben. Ein paar Beispiele:
Mexiko: Das Reich der Maya hat seine eigene Maya Bay, nämlich einen kleinen Strand namens Playa Escondida (Versteckter Strand), auch als Playa del Amor (Strand der Liebe) bekannt. Er liegt vor der Küste in einer felsigen Inselgruppe im Pazifik. Das Besondere: Der weißsandige Strand verbirgt sich in einer Höhle mit eingestürzter Decke. Um ihn zu erreichen, muss erst ein Felsentunnel durchschwommen werden.

Dennoch kamen so viele Touristen, dass die Playa 2016 wegen der durch sie verursachten Schäden für vier Monate geschlossen werden musste. Nach der Restauration der Korallen wurde er wiedereröffnet, jedoch unter strengen Regeln. So sind nur noch 116 Besucher täglich erlaubt – maximal 15 gleichzeitig und für einen halbstündigen Aufenthalt. Schnorcheln und Tauchen ist verboten.

Island: Auch Musik kann Natur ruinieren. Das zeigt ein malerischer Canyon in Island mit dem schönen Namen Fjadrárgljúfur: Nachdem er 2015 in dem Musikvideo zu «I‘ll show you» von Popstar Justin Bieber zu sehen und anschließend zum Touristen-Hotspot mutiert war, wird er mittlerweile zum Schutz der Natur regelmäßig – zumindest vorübergehend – gesperrt. Die Schäden gehen besonders darauf zurück, dass Besucher die markierten Wege verlassen und Schilder missachten, um auf den Spuren Biebers durch die einst unberührte Landschaft zu wandeln. Das ist auch für die Touristen riskant, die die teils gefährliche Natur Islands nicht einzuschätzen wissen.

Tourenanbieter haben mittlerweile klare Regeln: «Klettert nicht über die Seile. Tretet niemals auf das Moos, auch wenn andere das vor euch gemacht haben. Folgt nicht den Umwegen anderer.» Die isländische Umweltbehörde versucht währenddessen unermüdlich, die Vegetation wiederherzustellen. Diese Arbeit dürfte noch Jahrzehnte dauern – wegen eines dreieinhalbminütigen Musikvideos.

Galapagosinseln: Auf den abgelegenen Archipel im Pazifik reisten vor der Pandemie 270 000 Touristen pro Jahr. Die zu Ecuador gehörenden Inseln gelten wegen ihrer einzigartigen Flora und Fauna als El Dorado für Naturliebhaber. Klare Regeln sollen Schäden durch Massentourismus verhindern. So ist ein Besuch des Nationalparks nur mit zertifizierten Reiseführern und nur auf markierten Wegen möglich.

Camping ist nur mit Sondergenehmigung an speziellen Orten gestattet, Wassersport etwa mit Jetskis komplett verboten. Die größte Gefahr für das Ökosystem der rund 1000 Kilometer vom Festland entfernten Inseln sind aber eingeschleppte Tier- und Pflanzenarten. Deshalb wird Gepäck streng kontrolliert. Viele Produkte wie Getreide und bestimmte Früchte dürfen zum Schutz der endemischen Arten nicht eingeführt werden.

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Landesgartenschau in Neuenburg am Rhein

Landesgartenschau in Neuenburg am Rhein. Foto: Benedikt Spether/dpa

Neuenburg am Rhein (dpa) – Bei strahlendem Sonnenschein wurde die Landesgartenschau eröffnet. Sie dauert bis zum 2. Oktober 2022 und steht unter dem Motto «Stadt-Land-Fluss: Weil es uns zusammenbringt».

Der thematische Schwerpunkt liegt auf dem direkt am Städtchen vorbeifließenden Rhein. Unter anderem wurden rund 19 Hektar Rheingärten angelegt, die den Besuchern unmittelbaren Zugang zum Fluss ermöglichen.

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Aus Allen Staaten

St. Lorenz’s German Worship Service – May 8th   

On Sunday, May 8th, St. Lorenz’s monthly German worship service will be held at 11:00 am in the Church – 1030 W. Tuscola Rd., Frankenmuth.  The service focus is on Jesus as the Good Shepherd providing for us by comforting, encouraging and empowering.  Under Jesus’ leadership, the flock (individually and collectively, the church) becomes very productive. The service features German liturgy and an English sermon by Pastor Bill Hoesman entitled “The Grass Is Greener’ based on Psalm 23:5.  Jordan Maurer will sing a solo “Ich will dich lieben, meine Stärke” (Thee Will I love, My Strength, My Tower) and the congregation will join in singing favorite hymns: „ Auf, auf, mein Herz mit Freuden“ (Awake My Heart with Gladness), “Der Herr ist mein getreuer Hirt” (The Lord is my Shepherd), “Alles ist an Gottes Segen” (All Depends on Our Possessing) and „ Jesus, Jesus, nichts als Jesus  “ (Jesus, Jesus, Only Jesus).  

The service will also be broadcast on Charter cable channel 191, on the St. Lorenz app., and livestreamed (and stored) on the St. Lorenz website at http://stlorenz.org/stream.  At ‘Traditional Services” (on the left side), select the German service.  Broadcast can also be accessed on your Smart TV (Roku, Apple TV, etc.) by typing in “St. Lorenz Church and School” and adding the channel or on Facebook on the St. Lorenz page or the Frankenmuth-Gunzenhausen Sister Cities page.  Prior German worship services can be viewed at https://vimeo.com/showcase/stlorenz-german. The next German worship service will be June 12th, 2022, when we will be joined by our friends from Gunzenhausen Germany as we celebrate the Frankenmuth-Gunzenhausen Sister City 60th anniversary.  Please join us as we praise and thank our ever-present protector and comforter.  Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln!

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Selected Articles with helpful translations for those less comfortable with the German language

Schäfer: Weidetiere leisten Beitrag zur Artenvielfalt

Niedersachsen, Winsen (Luhe): Wendelin Schmücker, Schäfer, geht bei einem Pressetermin mit seinen Schafen über eine Wiese. Foto: dpa

Winsen/Luhe (dpai) – Mehrere niedersächsische Schafhalter haben am “Tag der Weidetiere” am Sonntag ihre Betriebe geöffnet. “Wir wollen zeigen, welchen Beitrag unsere Tiere zum Erhalt der Kulturlandschaft und der Artenvielfalt leisten”, sagte Wendelin Schmücker, Vorsitzender des Fördervereins der Deutschen Schafhaltung, in Winsen (Luhe). “Wo Weidetiere weiden, wachsen Blumen und Kräuter, hier finden sich viele seltene Insekten.”

Es seien bereits viele Besucherinnen und Besucher gekommen, sagte Schmücker am frühen Nachmittag. Er halte 600 Mutterschafe plus Nachzucht – im Jahr seien das ungefähr 800 bis 1000 Lämmer.

Schafhaltung sei auch eine Form von Idealismus, sagte Schmücker. Der Stundenlohn bewegt sich seinen Angaben zufolge zwischen 5,50 und 7,00 Euro. Hinzu komme die Bedrohung durch den Wolf. “Der Wolf sorgt dafür, dass viele aufgegeben haben, auch größere Schäfereien im Landkreis Cuxhaven oder Celle.” Aus Schmückers Sicht sollte es einfacher werden, Wölfe in Deutschland zu schießen.

Insgesamt hat die Zahl der Schafe in Niedersachsen allerdings zuletzt zugenommen. Insgesamt 987 Betriebe hielten im vergangenen Jahr fast 164.400 Tiere, von denen nahezu 50.000 im November unter einem Jahr alt waren. Das geht aus Zahlen des Landesamtes für Statistik in Hannover hervor. Hintergrund ist laut Schmücker eine Weidetierprämie. Das niedersächsische Umweltministerium unterstützt mit der Prämie Schaf- und Ziegenhalter in den Jahren 2021 und 2022.

An diesem Freitag gibt es einen weiteren Aktionstag. Dann wollen Landbewohner mit ihren Rindern, Pferden oder Schafen in die Städte kommen, auch eine Aktion vor dem Landtag in Hannover ist geplant.

Wochenpost – STICHWÖRTER– TRANSLATION

Schafhalter – sheep keepers
Weidetiere – grazing animals
Betriebe – operations
Beitrag – contribution
Erhalt – preservation
Kulturlandschaft – cultivated lands
Artenvielfalt – variety of species
Fördervereins – organization for the support
Kräuter – herbs
seltene – rare
Mutterschafe – ewes
Nachzucht – breeding offspring
Lämmer – lambs
Stundenlohn – hourly wage
Bedrohung – threat
sorg dafür, dass – sees to it that
aufgegeben – given up
schießen – shoot
insgesamt – all together
zugenommen – increased
vergangenen – past
geht aus hervor – comes from
Zahlen – figures
Weidetierprämie – grazing animal bonus
unterstützt – supports
Ziegenhalter – goat keepers
Aktionstag – campaign drive
Landbewohner – rural residents
Rindern – cattle
Pferden – horses
Landtag – state parliament

Trans: Barbara Weidendorf, B.A., M.A.

*Note: Previous selections can be found in the Archives section of the site.*