02. März 2019 Selected Articles

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Aus Aller Welt

«Miss Germany» Nadine Berneis jagt Verbrecher im Internet

Eine Polizistin wird neue «Miss Germany». Nadine Berneis (28) ermittelt gegen Cyber-Kriminalität – und ist Schönheitskönigin. Vom Polizeidienst macht sie ein Jahr Pause. Und zeigt Mut zur Lücke.

Miss Baden-Württemberg, Nadine Berneis (l) aus Stuttgart, wird im Europa-Park zur “Miss Germany 2019“ gekürt. Sie erhält dabei die Krone von Miss Germany 2018, Anahita Rehbein. Foto: dpa

Von Jürgen Ruf

Rust (dpa) – Nadine Berneis lächelt, als sie zur Siegerin erklärt wird. Und zeigt so ihr Markenzeichen: ihre Zahnlücke. Sie ist laut Veranstalter des seit 1927 laufenden Wettbewerbs die älteste «Miss Germany», die je gewählt wurde, und die erste Polizistin, die siegt. «Und die erste mit Zahnlücke», sagt die 28-Jährige und zeigt ihr Lächeln. Die Polizeihauptmeisterin mit schwäbischem Wohnort und sächsischen Wurzeln wird in der Nacht zum Sonntag zur neuen «Miss Germany» gekürt. Sie konzentriert sich nun ein Jahr lang auf den Job der Schönheitskönigin. Als Polizistin nimmt sie eine Auszeit.

«Es geht ein Traum für mich in Erfüllung», sagt Berneis nach der Wahl im Europa-Park in Rust bei Freiburg und schreitet auf Stöckelschuhen, mit Siegerkrone und Schärpe, den Laufsteg ab. Gegen 15 Konkurrentinnen aus ganz Deutschland hat sich die junge Frau aus Stuttgart im Finale des Schönheitswettbewerbs durchgesetzt. Im Abendkleid und in Freizeitmode präsentieren sich die Frauen einer Jury und beantworten Fragen. Jede von ihnen vertritt ein Bundesland.

Studentinnen und Auszubildende bemühen sich ebenso um den Titel wie eine Bürokauffrau, eine Elektronikerin, eine Zahntechnikerin, eine Psychologin, Radiomoderatorin und eine angehende Ärztin.

Berneis, die amtierende «Miss Baden-Württemberg», ist am Ende die strahlende Siegerin, sie entscheidet das Schaulaufen der Schönen für sich. Im Publikum drückten die Eltern, ihr Freund und die zwei Schwestern die Daumen, wie sie später erzählt.

«Es war neben Ausstrahlung und Aussehen am Ende die Lebenserfahrung, die überzeugt hat», sagt der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach, der neben der Popsängerin Sarah Lombardi, dem Stylisten Boris Entrup und der britischen Tänzerin Nikeata Thompson («Germany’s Next Topmodel») in der Jury sitzt und die neue «Miss Germany» wählt: «Sie ist eine Frau, die mitten im Leben steht.» Berneis, die Polizeibeamtin mit blonden Haaren und blauen Augen, habe überzeugt. Und sei mit ihren 1,81 Metern Körpergröße «eine beeindruckende Erscheinung».

Von ihrem Job als Polizistin wird sich die 28-Jährige nun für ein Jahr beurlauben lassen. Sie will sich ihrer Tätigkeit als Schönheitskönigin widmen. In einem Polizeirevier in der Stuttgarter Innenstadt ermittelt die Beamtin gegen Internetkriminelle. Sie verfolgt Betrüger im weltweiten Netz und geht dort Drohungen nach. Seit dem Job ist sie vorsichtiger geworden, sagt sie. Und bleibt dabei realistisch: «Jeder kann mit seinen Daten Opfer von Internetbetrügern werden, auch ich.»

Geboren und aufgewachsen ist sie in Dresden in Sachsen, ihre Leidenschaft gehört dem Fußballclub Dynamo Dresden. Als sie 18 Jahre alt war, kam zur Polizeiausbildung nach Baden-Württemberg: «Ich spreche aber weder Sächsisch noch Schwäbisch.» Seit sechseinhalb Jahren lebt und arbeitet sie in Stuttgart. Dort kam sie im Fitnessstudio durch Zufall auf den «Miss Germany»-Wettbewerb.

Ihre Zahnlücke sollte kein Hinderungsgrund sein. «Ich habe früher sehr unter ihr gelitten und habe auch nie gelacht. Mein Selbstbewusstsein war früher nicht sonderlich groß.» Als sie 18 wurde, habe sie drei Jahre lang eine Zahnspange getragen, die Zahnlücke sei so verschwunden. «Aber ich habe dann nicht zuverlässig die Nachspange getragen. Plötzlich war die Lücke wieder da.» Heute stehe sie dazu – und werde häufig auf die Zahnlücke angesprochen.

Bei der Polizei will Berneis auf jeden Fall bleiben, wie sie sagt. «Mein großer Traum wäre die Hubschrauberstaffel.» Oder ein Studium an der Polizeihochschule für den gehobenen Dienst. Polizistin sei sie «mit Leib und Seele». Sie sei dankbar, dass sie zusätzlich ein Jahr Schönheitskönigin sein dürfe. Für ihren Sieg erhält sie unter anderem ein Auto für ein Jahr, ein Bett, Kleider sowie Reisen.

«Miss Germany» ist laut dem Veranstalter der älteste und bedeutendste Schönheitswettbewerb in Deutschland, es gibt ihn seit 1927. Gewählt wird jährlich. In diesem Jahr zeigte sich der Wettbewerb in einem anderen Bild. «Wir versuchen, uns zu einer Persönlichkeitsshow zu entwickeln», sagt Organisator Max Klemmer. Vorstellungsrunden im Bikini oder in anderer Bademode gab es in diesem Jahr erstmals nicht.

«Sie passen nicht mehr in die Zeit», sagt Klemmer. Sie gehörten der Vergangenheit an. «Wir wollen mehr Miss», sagt Klemmer. Die Frauen sollen bei dem Wettbewerb mehr zu Wort kommen und nicht allein auf das Aussehen beschränkt sein. Unverändert hoch sei das Interesse. Es hat den Angaben zufolge deutschlandweit 104 Vorwahlen und insgesamt mehr als 9500 Bewerberinnen gegeben.

Als neue «Miss Germany» steht Berneis zwar im Mittelpunkt, alleine ist sie aber nicht. Mit der Studentin Pricilla Klein (23) aus Hamburg und der 22 Jahre alte Studentin Anastasia Aksak aus Leipzig in Sachsen hat sie zwei Vize-Königinnen.

Die Siegerkrone bleibt aber in Stuttgart. Vor einem Jahr wurde die ebenfalls in Stuttgart lebende Studentin Anahita Rehbein (24) «Miss Germany». Die Krone hat sie nun an Berneis weitergeben.

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Sport

Zweimal Gold am «traumhaften» Wochenende: Eisenbichler und Co. feiern

Markus Eisenbichler (l-r), Stephan Leyhe, Richard Freitag und Karl Geiger aus Deutschland jubeln nach der Siegerehrung mit ihren Goldmedaillen. Foto: dpa

Seefeld (dpa) – Passend zu einem perfekten Wochenende strahlte den DSV-Adlern um Doppel-Weltmeister Markus Eisenbichler die Sonne ins Gesicht. Inbrünstig sangen Eisenbichler, Karl Geiger, Stephan Leyhe und Richard Freitag die deutsche Hymne und freuten sich nach einem dominanten Teamsieg über den idealen Abschluss der Wettkämpfe am Bergisel in Innsbruck.

«Das könnten historische Weltmeisterschaften für den Deutschen Skiverband werden», sagte Bundestrainer Werner Schuster nach dem Sieg. Gold und Silber im Einzel sowie Gold im Team: So eine Ausbeute hatte es zuletzt vor 20 Jahren in Ramsau mit Martin Schmitt und Sven Hannawald gegeben.

«Es war wirklich traumhaft. Ich bin einfach überglücklich, dass die anderen Jungs so einen guten Job gemacht haben. Für mich war schon vor der WM dieser Wettkampf am wichtigsten. Das bedeutet fürs ganze Team viel», krächzte Eisenbichler, dessen Stimme vom vielen Jubeln und Schreien an diesem Wochenende sichtlich angeschlagen war.

Nur einen Tag zuvor hatte der 27 Jahre alte Siegsdorfer seinen ersten Sieg (131,5 und 135,5 Meter) ausgerechnet bei der WM feiern dürfen, sein Zimmerkollege Geiger machte den Doppelerfolg vor dem Schweizer Killian Peier perfekt. «Ich hätte es mir so nicht mal im Traum erhofft. Das ist genial abgelaufen», jubelte Geiger nach seinen ersten WM-Medaillen.

Gemeinsam mit dem gestrichenen Andreas Wellinger feierte das Quartett schon herzhaft und mit breitem Grinsen im Auslauf. Für eine ähnliche Jubelexplosion wie am Samstag war es diesmal zu deutlich, Österreich als Silbergewinner und der Dritte Japan waren beim Start-Ziel-Sieg der DSV-Adler chancenlos. «Es war perfekt. Es war grandios. Wir haben geniale Sprünge gezeigt», sagte Geiger, der als Startspringer genauso brillierte wie der erstmals als Schlussmann eingesetzte Eisenbichler.

In der elfjährigen Amtszeit von Trainer Schuster, der im März aufhört, hatte es schon viele Erfolge gegeben, doch Team-Gold fehlte bis zuletzt. «Es war überwältigend. Ich habe gespürt, dass die Mannschaft das unbedingt will. Irgendwann war es nur noch Genuss pur, weil die Sicherheit da war», sagte der Österreicher. Die Gier nach dem fehlenden Titel einer höchst erfolgreichen Generation sei aber ausschließlich aus der Mannschaft gekommen, betonte Schuster. «Es hat einfach geklappt heute.»

Nach einer intensiven Woche mit dem Weltcup in Willingen und mehreren WM-Tagen am Bergisel in Innsbruck verordnet Schuster seinen Jungs am Montag eine Pause. Am Sonntagabend darf es im deutschen Haus deshalb ruhig mal ein Bier mehr sein. «Ich finde es einfach geil fürs ganze Team jetzt», sagte Eisenbichler. «Heute können wir es mal krachen lassen.» Er kündigte im ORF an: «Heute wird die Lederbuxen angezogen!»

Die Flugshow der Adler soll nach einem Tag Pause aber in Seefeld ungebremst weitergehen. Auf der Normalschanze und im Mixed gibt es nach dem Traumstart mit drei Medaillen für «Eisei» und Co. zwei weitere Chancen auf Gold. «Seefeld ist eine ganz andere Herausforderung, das wollen wir natürlich auch meistern. Aber in dieser Mannschaft steckt einfach viel Substanz», sagte Schuster. Eine große Party erwartet er auch nach der Medaillenflut vom einst so verfluchten Bergisel nicht. Er scherzte: «Das sind keine Säufer. Die fallen nach zwei Bier eh um.»

Beim Team-Gold kamen die unterschiedlichsten Wege zusammen: Die langjährigen Schattenspringer Geiger und Leyhe waren nach ihrem ersten WM-Titel sichtlich gerührt, Eisenbichler krönte sein  Traum-Wochenende und Freitag schüttelte nach Monaten der Formkrise endgültig sein Tief ab. «Gestern war es schon etwas richtig groß Besonderes. Dass es jetzt die Goldene im Team ist, ist einfach genial», sagte der Sachse.

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Feuilleton

Geigerin Anne-Sophie Mutter erhält schwedischen Polar-Musikpreis

Geigerin Anne-Sophie Mutter. Foto: dpa

Stockholm (dpa) – Die deutsche Stargeigerin Anne-Sophie Mutter zählt in diesem Jahr zu den Gewinnern des schwedischen Polar-Musikpreises. Die 55 Jahre alte «Königin der Geige» werde ausgezeichnet, weil sie nicht nur eine leidenschaftliche und risikofreudige Musikerin sei, sondern mit ihrer Musik auch eine Geschichtenerzählerin, verkündete die Preisjury jetzt in Stockholm. Der Polarpreis ist mit einer Million Schwedischen Kronen (rund 100 000 Euro) dotiert und gilt als einer der weltweit wichtigsten Musikpreise.

Mit ihm werden alljährlich bedeutende Errungenschaften sowohl in der klassischen als auch in der zeitgenössischen Musik geehrt. Vergeben werden die Auszeichnungen am 11. Juni vom schwedischen König Carl XVI. Gustaf in Stockholm.

Anne-Sophie Mutter fühlt sich geehrt. «Es ist eine riesige Auszeichnung, sich in einer illustren Gruppe von Musikern zu befinden, die den Polar-Musikpreis erhalten haben», sagte sie in einer Videobotschaft.

Sie sei begeistert und auch ein wenig überrascht. Musik sei für sie ein wundervoller Lebensbegleiter. «Wir brauchen Musik zum Feiern, wir brauchen Musik zum Trauern. Wir brauchen Musik zum Reflektieren.»

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Gesundheit / Umwelt

Was ist dran an diesen Mythen rund ums Essen?

Lebensmittel aus Vollkorn sättigen länger und enthalten mehr Nährstoffe als Weißmehlprodukte. Foto: dpa

Bonn (dpa) – Essen am Abend macht dick, Tomatenstrunk ist giftig, und nur dunkles Brot ist gesund. Mythen rund ums Essen gibt es viele – stimmen müssen sie deswegen aber noch lange nicht.

„Grund für Ernährungsmythen sind oft Unsicherheiten, zum Beispiel bei der Frage, ob man Käserinde mitessen darf“, meint Harald Seitz vom Bundeszentrum für Ernährung. Manche Legenden haben aber auch einen wahren Kern. Ein Überblick:

Spinat darf man nicht noch einmal aufwärmen?
Das stimmt so nicht. Denn diese Ernährungsregel ist sehr alt. „Sie stammt noch aus Zeiten, in denn es keinen Kühlschrank gab“, sagt Monika Bischoff, Vorstandsmitglied im Berufsverband Oecotrophologie. Das Problem sei nicht das zweite Aufwärmen, sondern das langsame Abkühlen: Kühlt gekochter Spinat nur langsam ab, wandeln Bakterien im mittleren Temperaturbereich ungefährliches Nitrat in schädliches Nitrit um.

Tomatenstrunk ist giftig?
Die grünen Stellen an der Tomate enthalten Solanin. „Dieses Gift dient der Pflanze zur Abwehr von Schädlingen“, erklärt Seitz. Bei Menschen können Vergiftungserscheinungen wie Kopf- und Bauchschmerzen auftreten, wenn sie sehr viel Solanin aufnehmen. Dafür müsste ein Erwachsener aber eine sehr große Menge unreifer Tomaten oder Strünke essen.

Kaffee entzieht dem Körper Wasser?
„Es schadet zwar nicht, zu einer Tasse Kaffee auch ein Glas Wasser zu trinken, notwendig ist es aber nicht“, sagt Restemeyer. Denn Kaffee werde wie alle anderen Getränke in die Flüssigkeitsbilanz einbezogen. Insgesamt sollte ein körperlich wenig aktiver Erwachsener bei mitteleuropäischen Temperaturen pro Tag etwa 2,5 Liter Flüssigkeit zu sich nehmen.

In der Schale von Obst und Gemüse sind die meisten Vitamine?
Das stimmt. Die meisten Vitamine und sekundären Pflanzeninhaltsstoffe sitzen bei Obst und Gemüse direkt in oder unter der Schale, erklärt Restemeyer. „Deshalb ist es wichtig, Obst und Gemüse mit Schale zu genießen.“ Der Vorteil überwiege die gesundheitlichen Gefährdung durch mögliche Pestizide in der Schale.

Dunkles Brot ist gesünder als helles Brot?
Bei Getreideprodukten wie Brot, Nudeln, Reis und Mehl ist die Vollkornvariante die beste Wahl für die Gesundheit, sagt Silke Restemeyer von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). „Lebensmittel aus Vollkorn sättigen länger und enthalten mehr Nährstoffe als Weißmehlprodukte.“ Aber: Nicht jedes dunkle oder körnige Brot oder Brötchen ist auch ein Vollkornprodukt. „Brötchen kann man auch mit Malzextrakt dunkel und mit Sonnenblumenkernen körnig machen“, sagt Silke Restemeyer.

Superfood macht fit und beugt Krankheiten vor?
Stimmt nur teilweise. „Sogenanntes Superfood sind Lebensmittel mit besonders vielen Nährstoffen“, erklärt Monika Bischoff. Eine offizielle Definition des Begriffs gebe es aber nicht. Ob ein Lebensmittel wirklich fit macht und Krankheiten vorbeugen kann, hänge vom jeweiligen Produkt ab. „Heimisches Superfood wie zum Beispiel Kohl ist gesund und macht fit“, sagt sie. Von exotischen Lebensmitteln wie Chiasamen oder Acaipulver rät sie dagegen ab.

Gefrorenes Essen verdirbt nicht?
Stimmt so nicht. „Einfrieren ist eine empfehlenswerte Methode, um Lebensmittel mittel- bis langfristig aufzubewahren“, sagt Silke Restemeyer. Durch das Lagern bei Temperaturen von minus 18 Grad blieben Nährstoffe, Geschmack und das Aussehen weitestgehend erhalten. Mit der Zeit fänden aber trotzdem Abbauprozesse statt. Sie sorgen dafür, dass die Lebensmittel irgendwann nicht mehr gut schmecken. Silke Restemeyer rät: „Wer die Verpackung direkt mit Einfrierdatum, Menge und Inhalt beschriftet, behält einen besseren Überblick über seinen Vorrat.“

Käserinde darf man nicht mitessen?
Kommt drauf an. Entscheidend ist, wie die Rinde entstanden ist. „Natürlich gereifte sowie unbehandelte Käserinden sind essbar und geben wie etwa bei Edelschimmelkäse ein besonderes Aroma“, erklärt Seitz. Künstliche Käserinden aus Wachs oder Kunststoff seien dagegen nicht zum Verzehr geeignet. „In diesem Fall muss sich ein Hinweis auf der Verpackung stehen.“

Abends essen macht dick?
„Wer zu viele Kalorien zu sich nimmt, nimmt zu. Wer zu wenig Kalorien zu sich nimmt, nimmt ab“, sagt Monika Bischoff. Für Gesunde in einer normalen Gewichtsgruppe sei es irrelevant, wann sie das Essen einnehmen. „Wer abnehmen möchte, kann aber trotzdem ausprobieren, abends auf das Essen zu verzichten“, sagt die Ökotrophologin. Vielen Menschen falle es leichter, am Abend auf eine Mahlzeit zu verzichten als zum Beispiel auf das Frühstück.

Ein Schnaps nach dem Essen hilft der Verdauung?

Das stimmt nicht, sagt Restemeyer. Alkohol rege zwar die Magensäureproduktion an, könne möglicherweise ein Enzym zur Eiweißverdauung im Magen stimulieren und habe eine betäubende Wirkung auf die Magennerven. „Er hilft aber nicht bei der Fettverdauung.“ Vielmehr spalte der Verdauungstrakt vor dem Fett erst einmal den Alkohol auf, weil er auf diese Weise einfacher Energie gewinnt. „Durchsetzt mit Schnaps wird fettreiche Kost also eher langsamer verdaut.“

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Reise

Holzklasse statt Luxuspötte – Bahamas per Postschiff

Reisen auf Postschiffen wie der «Bahamas Daybreak III» und der «Captain C» – das ist die vielleicht ursprünglichste Art, die Bahamas zu erleben. So lässt sich außerdem Station auf Trauminseln machen, fernab von Kreuzfahrtgewässern.

Auf Staniel Cay wird die «Captain C» entladen. 
Foto: dpa

Von Andreas Drouve

Nassau (dpa) – «Kühl halten» steht auf den Eierkartons, die am Kai in der prallen Sonne braten. Autoreifen stapeln sich neben Erdnuss- und Zwiebelsäcken. Ein Kran hievt palettenweise Bierdosen an Bord. Die Abfahrt der «Bahamas Daybreak III» verzögert sich, am Ende um eine Spielfilmlänge.

Das Zeitverständnis der Bahamer ist nicht an die Zeiger der Uhr gekoppelt. Einfach cool bleiben in der Dauerwärme. Das gilt auch für Passagiere. Sie können auf Postschiffen zu den entlegenen Out Islands mitfahren. Transportiert wird alles Erdenkliche. Obst und Käse für Tante-Emma-Läden. Blumenkübel für Resorts. Medikamente für Ärzte. Sofas für Privatleute. Oder Sportboote, Baumaterial, Hundeboxen mit bellendem Inhalt. Klassische Post spielt eine Nebenrolle.

Startpunkt ist der Frachthafen Potter’s Cay in Nassau, der Hauptstadt des zersplitterten Inselstaats. Dort ist alles ganz anders als wenige Kilometer entfernt in Downtown, wo im Kreuzfahrtterminal austauschbare Riesengebirge einlaufen und Gäste zu Tausenden ausspucken.

Kurioserweise liegen die Luxuspötte in Sichtweite von Potter’s Cay, wo das Reich der Holzklasse beginnt. Etwa 20 Postschiffe, sogenannte Mailboats, verkehren im Archipel. Das kalkuliert Delores Forbes-Berry im Dockmaster’s Office rasch durch. Die Mittfünfzigerin ist ein Urgestein, unsäglich hilfsbereit und freundlich, wie fast alle Bahamer. Das Postschiff trage übrigens die weibliche Form, erklärt sie auf Englisch. «Wir nennen ein Mailboat immer ‘sie’. Denn ‘sie’ kann Ladung aufnehmen, genau wie wir Frauen», fährt die vierfache Mutter fort. Dabei deutet sie lächelnd auf ihren Bauch.

Dann druckt sie den Wochenfahrplan der Boote aus. Heute, an einem Montag, legt die «Bahamas Daybreak III» ostwärts nach Governor’s Harbour auf Eleuthera ab. Aus dem vorgesehenen Spätnachmittag wird letztlich Abend. Sieben Stunden dauert die Passage, Ankunft in der Nacht, Rückfahrt tags darauf mittags. Der Trip stimmt ideal ein auf diese Form des Reisens. Das Ticket, einfach, gibt’s für 35 Dollar am Boot. Dazu 10 Dollar für eine Koje in der Viererkabine. Die kann man bei Bedarf bis zum Morgen nutzen.

Unterwegs zu sein auf Postschiffen bedeutet, die Bahamas auf die vielleicht authentischste und preisgünstigste Art zu erleben. Was voraussetzt, hart im Nehmen zu sein, flexibel und bereit, Ziele anzusteuern, zu denen man niemals wollte. Und auf solche zu verzichten, die man ursprünglich im Kopf hatte. Fahrpläne und Destinationen wechseln. Reservierungen sind nicht von daheim aus möglich, nur vor Ort, oft erst am selben Tag. Das steigert die Spannung und führt zur wahren Essenz des Reisens zurück. Volle Kraft weg aus der Planungs- und Komfortzone, die mit der Maschinerie des Kreuzfahrttourismus so nahe liegt. Parallelwelten in der Karibik.

Harte Holzbänke statt Polsterliegen auf Sonnendecks. Dröhnende Maschinen statt krachender Showtime. «All inclusive» ist das, was auch die Crew bekommt: Wasser, Instantkaffee, schlichte Mahlzeiten auf Styroportellern. Die Passagiere werden mitverpflegt. Das Entertainment besteht aus Kontakten mit Bahamern, die so wunderbar ungezwungen und kommunikativ sind. Jermaine Walkes, 29, Techniker für Klimaanlagen und Kühlgeräte, ist gerade auf Arbeitsmission nach Eleuthera. Der Auftrag lautet, für einen Geschäftsmann mehrere Tiefkühltruhen zu reparieren. Dem Fremden bietet er von seiner Cola an und Knochen mit größeren Fleischhappen dran, die er beim Abendessen erwischt hat. Teilen als Selbstverständlichkeit des bahamaischen Lebens.

Jermaine ist Hobbymusiker, Künstlername Aka Hero, schreibt Songs, Hip Hop. Gerne würde er mit Musik sein Geld verdienen, sagt er und träumt in den glühenden Tagesabschied der Sonne. Wellengang ist kaum zu spüren. Die Reisetabletten bleiben in der Packung.

Stimmengewirr verrät die nächtliche Ankunft auf Eleuthera. Egal. Einfach liegen bleiben auf der dünnen Matratze. Der Wecker klingelt zum Sonnenaufgang um 7.00 Uhr. Bleiben fünf Stunden für den Landausflug. Nicht im klimatisierten Bus und Entenmarsch hinter Schildhochhaltern her, sondern in Eigenregie zu Fuß. Natürlich könnte man auch eine Woche bleiben, dann kommt die «Bahamas Daybreak III» zurück. Wahrscheinlich.

Governor’s Harbour war einer der Gründungsorte der Bahamas. In der weiten Bucht ankern Jachten und Katamarane. Koordinaten des Spaziergangs sind die historische Bibliothek im Stil einer Großvilla, die anglikanische Kirche, die Friedhöfe hinter der Küstenstraße. Letzte Ruhe unter Palmen.

Eleuthera ist schmal. Ein halbstündiger Marsch führt über einen Höhenzug auf die andere Inselseite zum French Leave Beach. Zwei Strandkilometer, karibische Leuchtspiele. Türkis. Hellgrün. Dunkelblau. Ein Fest für das Auge. Das Bad im kristallklaren Wasser – fantastisch. Ohne Blick auf die Uhr geht es nicht ganz. Nur das Boot nicht verpassen.

Inselhüpfen funktioniert nicht per Postschiff. Die Wege führen immer zurück nach Nassau, dem Umschlagplatz des Warenverkehrs. Tags darauf steht die «Captain C» zum Einstieg bereit. Kurs Südost auf die Exuma Cays. «Vergangene Woche sind wir wegen Wartungsarbeiten nicht gefahren, jetzt haben wir doppelt so viel Ladung», entschuldigt Kapitän Etienne Maycock, 52, die zehnstündige Verspätung bis weit nach Mitternacht. Kein Problem. Anicka Armbrister, 57, hat die Kojen bezugsbereit gemacht. Ansonsten wirbelt sie in der Kombüse, hilft beim Papierkram, hält das Gemeinschaftsklo sauber.

Die Exumas liegen weit verstreut. 365 Inseln sollen es sein, mehrheitlich unbewohnt. Die ersten geraten am frühen Morgen in Sicht. Fortan läuft im Bordprogramm großes Landschaftskino. Die Weiten im Archipel. Farbfluten. Sandbänke. Einsame Strände. Nackte Felsrücken, an denen Wellen wie feinstes Glas zerspringen. Salz klebt auf der Haut. Unter dem endlosen Blauhimmel stellt sich ein Gefühl von Freiheit und Grenzenlosigkeit ein. Die Gedanken treiben bei neun bis zehn Knoten. Die Zeit fließt entschleunigt dahin.

Auf ihrer Route steuert die «Captain C» Inseln wie Norman’s Cay an, wo die fleißige Crew entlädt, was das Zeug hält. Maat Cephas Maycock, 57, der Bruder des Kapitäns, kontrolliert die Frachtlisten.

Arbeitsalltag. Einzelne Eilande sind in Privathand. US-Schauspielstar Tyler Perry hat für heute reichlich Orangensaft und Gasflaschen ordern lassen. Packungen mit Erdbeeren wandern von Hand zu Hand aus dem Kühlraum zum Promi-Personal an der Mole. Gelegentlich ist die Reihe an Johnny Depp und David Copperfield, die Kapitän Etienne persönlich noch nie gesehen hat. «Da liefern wir hin, was man täglich so braucht. Kaffee, Klopapier», sagt er und kurbelt auf seinem Drehhochsitz am Steuerrad. Er fährt nach GPS, die Arbeitskluft ist leger. Jeans, Kapuzenjacke, weiße Socken in Schlappen.

Auf die Frage nach ungewöhnlicher Fracht fallen ihm Ziegenherden ein. Und Leichen. Wobei das mit Verstorbenen so außergewöhnlich doch nicht sei, rudert Etienne zurück und setzt mit schwarzem Humor hinzu: «Wenn du morgen tot bist, nehme ich dich auch weiter mit.»

So weit kommt es nicht. Der Ausstieg erfolgt auf Staniel Cay. Ab hier fliegen Propellermaschinen regelmäßig zurück nach Nassau. Möwen kreischen. Die Blütenpracht von Bougainvilleen explodiert in Violett und Orange. Hühner kreuzen die Hauptstraße des einzigen Orts.

Golfmobile surren voran, die typischen Transportmittel. Unterkünfte und Gemischtwarenläden bekommen Nachschub von der «Captain C».

Diskret verschwiegen hat Kapitän Etienne, für wen der geheimnisvoll versiegelte Kasten bestimmt war, den er wie einen Schatz auf der Brücke gehütet hat: Weine im Wert von 10 000 Dollar.

118 Einheimische leben ständig auf Staniel Cay, einige US-Pensionäre haben hier ihren Zweitwohnsitz. Die kleine, sandige Pirate Trap Beach im Norden ist menschenleer, ebenso der Küstenpfad über die Klippen im Osten. In der Marina tummeln sich Ammenhaie – und größere Fische, denen Protzjachten gehören.

Tierischen Nachschlag beschert ein Halbtagestrip im Kleinboot. Felsenleguane am Strand von Iguana Cay. Schweine auf Big Major Spot. Ja, landläufige Hausschweine. Sobald sich Boote nähern, wittern sie Nahrung und schwimmen den Ausflüglern durchs Salzwasser entgegen. Kurios. Da bekommt der Terminus «Meerschwein» eine ganz neue Note. Bringt man nichts Essbares mit und will nur fotografieren, wird das als Sauerei empfunden.

Attraktion auf Compass Cay sind handzahme Ammenhaie, mit denen man im Hafenbecken ein Bad nimmt und dramatische Fotos im Netz postet.

Die Kreuzfahrtgewässer mögen weit weg sein, touristisch unbeleckt sind die Traumgegenden nicht. Filmfans sind sie durch den Mitte der 1960er Jahre gedrehten James-Bond-Streifen «Feuerball» bekannt. Geschüttelt, nicht gerührt. Das passt gut zum windigen Rückflug. In der Tiefe trägt die Karibik Schaumkronen. Die «Captain C» ist längst weg, aber Käpten Etiennes kurze Antwort auf die Frage fest im Gedächtnis verankert, ob das für ihn die Arbeit im Paradies sei: «Ja.»

Info-Kasten: Bahamas
An- und Einreise: Flüge auf die Bahamas führen oft über die USA, unter anderem Miami. Dafür braucht man eine Esta-Reisegenehmigung. Der Online-Antrag kostet 14 US-Dollar. Die Einreise auf die Bahamas ist visumfrei.

Geld: US-Dollar und Bahamas-Dollar sind gleichberechtigt im Umlauf. Schiffspassagen zahlt man bar. In Hotels fällt für Bezahlungen mit der Kreditkarte ein Aufschlag an. Das Preisniveau ist hoch.

Tipps und Hinweise: Montags morgens sollte man sich im Nassauer Frachthafen Potter’s Cay einfinden, um zu erfragen, wann und wohin die Postschiffe im Verlauf der Woche fahren. Typische Starttage sind Montag, Dienstag und Mittwoch. Ausklammern sollte man Juni bis Oktober/November. Für Übernachtungen in den Kojen leichten Schlafsack mitbringen.

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Wer pflegt die Alten? – Alle wissen es, keiner will es wissen

Hunderttausende Senioren werden in Deutschland zuhause von Betreuungskräften aus dem Ausland versorgt. Ohne sie würde die häusliche Pflege vielerorts zusammenbrechen.

Die polnische Pflegerin Aleksandra Grabolus (l) gibt einer Seniorin in deren Privathaushalt in Reinbek bei Hamburg eine Tablette. Seit drei Jahren versorgt sie zusammen mit einer Kollegin eine 91 Jahre alte Seniorin. Foto: dpa

Von Anika von Greve-Dierfeld

Karlsruhe/Hamburg (dpa) – Andrea K. ist zufrieden und ihre Mutter, so weit man für die demente alte Dame sprechen darf, auch. Seit drei Jahren wird die 91 Jahre alte Seniorin von zwei osteuropäischen Betreuungskräften versorgt. Zuhause im vertrauten Umfeld in Reinbek bei Hamburg. Die 27 und 51 Jahre alten Polinnen wechseln sich ab, drei Monate pflegt die eine, dann wird sie von der zweiten für die nächsten drei Monate abgelöst. «Die Frauen dürfen nur so lange am Stück in Deutschland bleiben», erklärt dies K.. Sie wurden ihr über eine Osnabrücker Agentur vermittelt, die wiederum mit einer polnischen Agentur verbandelt sei. Diese habe einen Vertrag mit den beiden. «Alles ganz legal», sagt sie.

Das allerdings ist die Ausnahme. Nur etwa zehn Prozent der schätzungsweise rund 600 000 ausländischen Betreuungskräfte, die in deutschen Haushalten leben, haben nach Schätzungen der Verbände für häusliche Pflege einen Vertrag und führen Sozialversicherungsbeiträge ab. Der Rest arbeitet schwarz. Das Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) sah in seiner Studie zu Schwarzarbeit aus dem Jahr 2017 die Betreuung von Senioren auf Platz drei der Schattenwirtschaft – übertroffen nur noch vom Baugewerbe und dem Handwerk.

Die Bedeutung ausländischer Betreuungskräfte in der häuslichen Pflege wird nach Ansicht des Bundesverbandes häusliche Seniorenbetreuung (BHSB) von der Politik totgeschwiegen. «Alle reden über die Immigration von Fachpersonal», moniert der Vizevorsitzende Stefan Lux. «Es gibt aber einen viel höheren Bedarf an gering qualifizierten Betreuungskräften, deren legale Immigration bis heute kaum möglich ist.» Das sei ein weiterer Motor für die grassierende Schwarzarbeit in diesem Bereich. «Viele Ukrainerinnen sind längst illegal im Land.»

Die Politik setzt nach Ansicht des Pflegeexperten und Rechtswissenschaftlers Thomas Klie aus Kostengründen in nicht verantwortlicher Weise auf diese Arbeitsverhältnisse. «Das ist eigentlich immer jenseits dessen, was rechtlich erlaubt ist. Und trotzdem kümmert sich die deutsche Politik weder auf Landes- noch auf Bundesebene in einer irgendwie ernsthaft zu nennenden Weise darum», sagt er.

Dabei kommt kaum jemand an der Realität vorbei: «Es ist allen bekannt – die häusliche Versorgung wäre ohne diese Betreuung nicht zu bewerkstelligen», sagt Prof. Michael Isfort, der am Deutschen Institut für Pflegeforschung (DIP) forscht. «Es ist ein großer Bereich geworden, der wesentlich zur Versorgung beiträgt.» Das Thema müsse enttabuisiert werden.

Der Geschäftsführer des Verbandes für Häusliche Betreuung und Pflege (VHBP), Frederic Seebohm, fordert ein Ende moralisierender Kritik. Gäbe es keine ausländischen Betreuungskräfte, «dann bräuchte es auf einen Schlag 250 000 bis 300 000 zusätzliche Stationäre Pflegeplätze», sagt er. Diese Arbeitsverhältnisse seien sozusagen alternativlos. «Umso erstaunlicher, dass die Politik den Kopf in den Sand steckt, 90 Prozent Schwarzarbeit duldet und keine Rechtssicherheit herstellen will.»

Zum Vorwurf eines ausbeuterischen 24-Stunden-Dienstes zitiert Seebohm eine nicht repräsentative Untersuchung, derzufolge die reine Arbeitszeit einer Betreuerin 6,75 Stunden beträgt. Von einem tatsächlichen Rund-um-die-Uhr-Einsatz könne nicht gesprochen werden. Das würden die allermeisten auch gar nicht akzeptieren, sondern dann ganz schnell kündigen, sagt er. Denn Betreuungskräfte seien begehrt, «die Machtverhältnisse haben sich geändert».

Das sieht Pflegeforscher Isfort zwar nicht ganz so: Missbrauch gebe es durchaus und es müsse sichergestellt werden, dass Betreuer – zu weit über 90 Prozent Frauen – nicht ausgenutzt würden. Umgekehrt müssten auch die alten Menschen vor Ausnutzung und Ausbeutung bewahrt werden.

Aber auch er moniert ein Wegschauen der Politik. «Man wird sich dem Thema systematisch zuwenden müssen», sagt Isfort. Deutschland sei auf diese Betreuungskräfte in den Haushalten angewiesen; ambulante Pflegedienste könnten den Bedarf in keiner Weise auffangen. «Sie werden mit Nachfragen überrannt, die sie gar nicht mehr bedienen können.» Es lauere hier ein Kollaps in der Flächenversorgung.

Für die Verbände sind die ausländischen Betreuungspersonen eine von der Politik missachtete Lebenswirklichkeit und eine unverzichtbare Säule professioneller Versorgung. Das Bundesgesundheitsministerium will dies nicht kommentieren und verweist an das Bundesministerium für Arbeit und Soziales, das für arbeitsrechtliche Fragen zuständig sei. Von dort kommt die sparsame Antwort, dass die soziale Situation ausländischer Betreuungskräfte intensiv beobachtet werde. «Derzeit sind spezielle Regelungen für den genannten Personenkreis nicht vorgesehen.»

Für Andrea K. waren die beiden Polinnen die Rettung. Ein halbes Jahr hatte sie ihre Mutter selbst versorgt und sich dabei fast aufgegeben. Ins Heim stecken aber wollte sie ihre Mutter auf keinen Fall und kontaktierte schließlich die Vermittlungsagentur. Sie ist seitdem voll des Lobes für das Modell. «Ich habe nur positive Erfahrungen», sagt sie. «Ich würde das jedem empfehlen.»

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Aus Allen Staaten

An Evening To Remember

Group picture at the now famous staircase of the Palazzo Grande
Dancers of the Polonaise keeping tradition alive.

Shelby Township – Glittering Chandeliers, strains of a lovely Strauss Waltz, young Ladies in beautiful white gowns, accompanied by elegant escorts, so began the 72nd Viennese Strauss Ball!

The evening program, at Palazzo Grande in Shelby Township, began with Master of Ceremonies, Andrew Griesser, welcoming the Guests. President of the Austrian Society, Günter Braüner, then introduced the Honored and special Guests, including the Honorary Consul General of Austria- Detroit, The Honorable Aloys K. Schwarz. Acknowledgement and Thanks were then given to members of the Strauss Ball committee members, especially Curt W Kitter, Strauss Ball Coordinator and Fund Raiser, Rupert Reisenberger and Nina Sherrerd, Ticket Co-Chairpersons and Edda Sinz, Invitations and Program Book, Paul Schwalbe, Karen Venton, Christina Griesser and Rene’ Kinwen, co-ordinators of the Grand March and Polonaise and Children’s group.

The Program then started with the Children’s performance, followed by the Court of Honor for 2019 and Debutantes, in the Grand March and performing the Polonaise. After the lovely presentation, Master of Ceremonies, Andrew Griesser, then invited the Guests to the dance floor, and the Ball was open.

The Ballroom was beautifully decorated in the Austrian colors of red, white, red. The colors were complemented by the linens and accented with rose arrangements on all of the tables. A delicious gourmet dinner was served and enjoyed by all.

Waltz and Dance music was provided by the Macomb Symphony-Strauss Orchestra and the Neubauer Ensemble, as beautifully dressed Ball Guests floated and danced across the marble dance floor. Conversations and Camaraderie was enjoyed during the evening at the many tables of Guests from near and as far away , as Oklahoma and Washington States.

Finally, as the Clock struck midnight and the last strains of music faded, it was time to remember……a very Special evening at the 72nd Viennese Strauss Ball. But, a glimmer of expectation filled the air, in anticipation of next year’s 73rd Viennese Strauss Ball…and the music goes on….

Nina Sherrerd

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