03. April 2021 Selected Articles

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Aus Aller Welt

Adolf, Greta oder Kevin: Welche Vornamen die Deutschen nicht mögen

Frankfurt (dpa) – Justin oder Chantal, aber auch Greta: Das sind einer Umfrage zufolge in Deutschland eher unbeliebte Namen. Auch Adolf, Kevin oder Mandy sind nicht besonders populär, wie eine repräsentative YouGov-Befragung zeigt. So ist es für 81 Prozent eher oder sehr unwahrscheinlich, dass sie ihr Kind Chantal nennen würden, 80 Prozent würden sich eher oder sicher nicht für den Namen Kevin entscheiden, 77 nicht für Mandy, 75 nicht für Justin.

Dass 79 Prozent keine Fans des Namens Alexa sind, mag mit dem gleich heißenden digitalen Sprachassistenten zu tun haben. Und vielleicht haben jene 75 Prozent, die ihr Kind nicht Greta nennen würden, dabei die Klima-Aktivistin im Kopf.

89 Prozent der Befragten gaben an, ihr Kind sehr oder eher wahrscheinlich nicht Adolf nennen zu würden – acht Prozent zogen es hingegen in Betracht.

Der Umfrage zufolge sind die meisten Deutschen (84 Prozent) zufrieden mit ihren Vornamen. Das sagen Männer etwas häufiger als Frauen (87 vs. 80 Prozent). Die Hälfte der Deutschen (52 Prozent) kennt außerdem die Bedeutung ihres Vornamens.

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Sport

Mick Schumacher zu «95% happy» – Vettel-Desaster bei Hamilton-Sieg

Die Überrundung nahm Mick Schumacher sportlich. Er war zufrieden. Und das konnte er auch sein bei seinem Debüt. Dagegen ging Sebastian Vettels Einstand bei Aston Martin komplett daneben. Zusammen sind sie Letzter und Vorletzter. Vorne triumphiert der Weltmeister.

Grand Prix von Bahrain, Rennen. Mick Schumacher, Haas F1 Team steigt in der Startaufstellung aus seinem Auto aus. Foto: dpa

Von Jens Marx und Martin Moravec
Sakhir (dpa) – Mick Schumacher wurde nach seinem Formel-1-Debüt im lahmen Haas von seiner Managerin und seinem Physiotherapeut aufgemuntert. Sebastian Vettel setzte nach seinem Debakel mit Aston Martin zum Saisonstart in Sakhir frustriert den Rennhelm ab. Beim Auftaktsieg von Lewis Hamilton in die Rekordsaison der Königsklasse nach einem Thriller-Zweikampf mit Max Verstappen hat der 22 Jahre alte Schumacher am Sonntag wenigstens schadlos sein erstes Rennen in der Motorsport-Königsklasse beendet.

«Ich bin zu 90, 95 Prozent happy», sagte Mick Schumacher und nahm auch die Überrundung nach gut der Hälfte des Rennens sportlich: «Wir wussten von vornherein, dass das der Fall sein wird und ich damit klar kommen und lernen muss. Ich kann nicht direkt in die Top Fünf fahren, auch wenn ich das gern würde.» Dass Vettel nur einen Platz vor Schumacher ins Ziel kommen würde bei seinem Aston-Martin-Einstand, war schon eher ein Desaster. «Es tut mir leid fürs Team», sagte Vettel nach Position 15.

In einem von Zweikämpfen und Überholmanövern geprägten Großen Preis von Bahrain kam Mick Schumacher direkt dahinter als 16. nicht über den letzten Platz hinaus, nachdem Vater Michael vor 30 Jahren bei dessen Einstand durch einen Kupplungsschaden nur ein paar hundert Meter weit gefahren war. Vier von 20 Wagen erreichten nicht das Ziel – ein deutsches Duo am Ende.

Vorne war der Dominator. «Was für ein schweres Rennen. Max ist das ganze Wochenende fantastisch gefahren», sagte Hamilton und verspritzte auf dem Podium Rosenwasser. «Es ging nur darum, ihn hinter mir zu halten», sagte er Richtung Verstappen. «Es ist enttäuschend, nicht gewonnen zu haben, aber wir haben den Kampf mit Mercedes aufgenommen und müssen insgesamt froh sein», meinte Verstappen, der Hamilton einen packenden Kampf geboten hatte. Valtteri Bottas kam im zweiten Mercedes auf Platz drei.

Die Aufmerksamkeit galt unter den Palmen in der Wüste aber auch dem berühmten Debütanten. Acht Jahre und 123 Tage nach dem letzten Rennen seines Vaters Michael in Brasilien nahm ihn Weltverbandspräsident Jean Todt noch in die Arme. Dann ging es los! Schumacher kam von Position 18 aus mühelos weg. Sein russischer Teamkollege Nikita Masepin verlor hingegen schon nach den ersten Metern die Kontrolle und landete im Kiesbett. Das Safety Car musste raus.

Auch beim Neustart konnte Verstappen nach seiner vierten Karriere-Pole die Führung vor Hamilton verteidigen. Hinten drehte sich nun Schumacher, fuhr aber weiter. Die wenigen Zuschauer an der Strecke – vom Coronavirus Genesene und Geimpfte – bekamen beim ersten von 23 Events dieser XXL-Saison Unterhaltung vom Feinsten geboten. Vettel war daran nicht so beteiligt. Wenige Stunden vor dem Erlöschen der Roten Ampeln hatte er wegen Missachtens Gelber Flaggen in einer ohnehin schon enttäuschenden Qualifikation noch eine Strafe bekommen und musste vom letzten Rang starten.

Der viermalige Weltmeister setzte auf eine riskante Ein-Stopp-Strategie. «Wir mussten einfach etwas versuchen», sagte er. Es klappte nicht. Zumal er wegen einer Aktion gegen Esteban Ocon auch noch eine Zehn-Sekunden-Strafe aufgebrummt bekam. Nach den Frustjahren bei Ferrari herrschte nun auch zum Auftakt seiner neuen Mission erstmal weniger Euphorie.

Anders als in der Mercedes-Box. An der Spitze übernahmen die erneut schwarz lackierten Silberpfeile die Initiative im Rennen. Als erster Top-Pilot kam Hamilton an die Box und erhielt in der 14. Runde die harten Reifen. Die Taktik sollte mitentscheidend sein bei einem Duell, das die Sehnsucht nach einem echten WM-Kampf befeuerte. Mit frischen Reifen 16 Runden vor Schluss nahm Verstappen die Jagd auf Hamilton so richtig auf. Bei einem Überholversuch kam er auch vorbei, verließ aber die Strecke und musste Hamilton wieder die Vorfahrt gewähren.

Mick Schumacher, der wie einst Vater Michael Schumacher mit den Initialen MSC antritt, bekam davon nichts mit. Der Formel-2-Champion der vergangenen Saison war voll auf sein eigenes Rennen konzentriert. Dennoch wurde der tapfer kämpfende Neuling erst von Alpha-Tauri-Mann Pierre Gasly überholt, dann bekam er im 31. Umlauf Blaue Flaggen gezeigt und musste den da Führenden Verstappen passieren lassen. Nach weiteren Ausfällen – auch von Gasly – gab es am Ende immerhin Platz 16 und ein Lächeln unter dem Mundschutz.

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Feuilleton

Anthony Faucis Leben als Kinderbuch

Anthony Fauci, Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten und leitender medizinischer Berater des US-Präsidenten. Foto: Susan Walsh/AP POOL/dpa

Washington (dpa) – Anthony Fauci hat es in der Corona-Pandemie zu einiger Bekanntheit gebracht. Der Experte für Infektionskrankheiten ist in der Krise zu Amerikas Gesicht im Kampf gegen das Coronavirus geworden. Inzwischen hat der 80-Jährige Kultstatus: Es gibt zahlreiche Fauci-Fanartikel. Sein Konterfei prangt auf Socken, T-Shirts, Kaffeebechern, Schutzmasken, selbst auf Donuts. Nun ist ein Kinderbuch über den prominenten Immunologen in Arbeit.

Der Verlag Simon & Schuster will Ende Juni ein Bilderbuch über Faucis Leben veröffentlichen – darüber, wie aus einem «neugierigen Jungen» aus dem New Yorker Stadtteil Brooklyn «Amerikas Arzt» geworden sei. Enthalten soll das Buch laut Verlag auch Tipps von Fauci selbst für kleine Wissenschaftler von morgen. Fauci wurde 1940 in eine Apotheker-Familie geboren und lieferte schon als kleiner Junge mit dem Fahrrad Medikamenten-Bestellungen aus. 1966 machte er als Klassenbester seinen Abschluss an der renommierten Medizin-Fakultät der Cornell-Universität. Erst arbeitete er als Assistenzarzt, bevor er zu den Nationalen Gesundheitsinstituten wechselte, wo er als einer der ersten mit der HIV-Forschung begann. Seit 1994 ist er Leiter des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten.

Fauci arbeitete unter diversen US-Präsidenten. Zur Amtszeit von Donald Trump hatte Fauci einiges damit zu tun, einen Präsidenten im Zaum zu halten, der mit Tweets oder anderen öffentlichen Wortmeldungen mitunter zur Verbreitung von Fehlinformationen über das Coronavirus beitrug.

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Gesundheit

Freiland- und Öko-Eier immer beliebter

Die Produktion von Eiern aus Freilandhaltung und ökologischer Erzeugung in Deutschland wächst weiter kräftig.  Foto: dpa

Wiesbaden (dpa) – Die Produktion von Eiern aus Freilandhaltung und ökologischer Erzeugung in Deutschland wächst weiter kräftig.

Im vergangenen Jahr wurden in Betrieben mit mindestens 3000 Hennenhaltungsplätzen insgesamt rund 12,9 Milliarden Eier hergestellt, teilt das Statistische Bundesamt mit. Das war ein Zuwachs von 3,4 Prozent zum Vorjahr. Dabei stieg die Produktion von Eiern aus ökologischer Erzeugung überdurchschnittlich stark um 8,1 Prozent auf 1,6 Milliarden Eier. Die ökologische Erzeugung gewinne in der Branche seit Jahren an Bedeutung, so die Statistiker. Zudem stammten 2,6 Milliarden Eier aus Freilandhaltung – 8,7 Prozent mehr als 2019.

Der Großteil der in Deutschland produzierten Eier stammt nach wie vor aus der Bodenhaltung. Sie war mit knapp 8,0 Milliarden Eiern oder 61 Prozent Produktionsanteil weiter die dominierende Haltungsform (plus 1,4 Prozent gegenüber 2019). Allein 26,4 Millionen Legehennen leben in großen Betrieben mit Bodenhaltung.

Die Kleingruppenhaltung und Haltung in ausgestalteten Käfigen sei dagegen auf dem Rückzug, erklärten die Statistiker angesichts der Auslauffrist für bestehende Betriebe bis Ende 2025. In der Haltungsform wurden im vergangenen Jahr noch 754 Millionen Eier produziert, ein Anteil von 5,8 Prozent.

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Reise

Landluft statt Corona-Muff:

Ferienhöfe in Deutschland

Ferienbauernhöfe bieten vor allem Familien eine Pause vom Corona-Alltag – mit Tieren, idyllischer Natur und authentischen Bauernhoferlebnissen. Fünf Beispiel

Der Weidelshof liegt im nordhessischen Berglang – die Heimat der Gebrüder Grimm.                                                            Foto: J.Günst/Weidelshof/dpa

Von Mona Contzen
Böbing (dpa) – Kühe melken, Ponyreiten, Kaninchen streicheln: Ferien auf dem Bauernhof stehen bei Familien hoch im Kurs. Das gilt erst recht in Corona-Zeiten. Rund ein Drittel der Ferienhöfe sind in den Sommer- und Herbstferien 2020 besser gebucht als im Vorjahr, ergab eine Befragung der Bundesarbeitsgemeinschaft für Urlaub auf dem Bauernhof und Landtourismus. Dabei war das gemeinsame Füttern der Tiere verboten, Reitstunden fanden nur als Einzelunterricht statt.
Ruhe, Natur und frische Landluft sind die Zugpferde der fast 10 000 Bauernhof-Domizile in Deutschland. Allerdings ist Bauernhof nicht gleich Bauernhof, das Angebot reicht vom Erlebnishof mit aktiver Landwirtschaft bis zum Pferdehof.

Die größte Nachfrage besteht für die Küste und das Alpenvorland, doch auch in anderen ländlichen Regionen haben Bauernhöfe viel zu bieten. Das zeigen die Gästebewertungen auf http://www.landreise.de, einem der größten deutschen Vermittlungsportale für Bauernhof- und Landurlaub. Auf ihrer Grundlage wurden die beliebtesten Ferienhöfe der Bundesländer gekürt.

Eine Auswahl:
Tradition in Bayern: der Bussjägerhof
Hier darf man sich die Hände schmutzig machen: Der Bussjägerhof in Böbing – laut Auswertung Deutschlands beliebtester Ferienhof 2021 – ist ein Erlebnisbauernhof. Der Familienbetrieb in ruhiger Alleinlage bewirtschaftet 30 Hektar Grünland. Auf der Weide stehen Mastrinder, und ihre Frühstückseier können die Kinder direkt aus dem Hühnerstall holen. Selbst wenn das Anpacken beim Ausmisten und Füttern in diesem Sommer noch nicht wieder möglich sein sollte, gibt es genug zu tun.

Das Angebot reicht vom Abenteuerwald bis zum Naturbadeteich, von der Spielscheune bis zum Ponyreiten. Auf die Erwachsenen wartet ein Wellnessbereich und für den Familienausflug in die Berge können Mountainbikes, geländegängige Buggys und im Winter – passend zum hofeigenen Skilift – auch Ski ausgeliehen werden.

Außerdem gibt der 300 Jahre alte Hof zwischen Garmisch-Partenkirchen und München einen Einblick ins traditionelle Leben der Bergbauern: mit bäuerlichem Stoffdruck, Kräuterwanderungen und viel Atmosphäre.

Wasser und Pferde sind das Pfund, mit dem der Rüsterhof in Brandenburg wuchert. Ob im Kanu über die Spree oder auf dem Rücken eines Isländers durch Wald und Wiesen: Mit mehr als 200 Seen, zahlreichen Flüssen und viel Platz lädt das Seenland Oder-Spree südöstlich von Berlin zu Ausflügen in die Natur ein.

Auf dem Hof, den Familie Melchert am Rande des kleinen Dorfes Görzig in vierter Generation bewirtschaftet, leben neben den sechs Islandpferden auch zwei Esel, die auf Ausritte und Trekkingtouren warten. Außerdem können Fahrräder und GPS-Geräte fürs Geocaching im angrenzenden Sauener Wald ausgeliehen werden.

Das Leben auf dem Hofgelände konzentriert sich auf die große Freifläche zwischen den alten Feldsteingemäuern. Hier gibt es ein holzbeheiztes Saunahaus, einen Pool, ein Streichelgehege mit Kaninchen und Meerschweinchen und eine große Sandkiste.

Märchenhaftes Hessen: der Weidelshof
Im nordhessischen Bergland, der Heimat der Gebrüder Grimm, ist ein Märchenbauernhof geradezu Pflicht. Der Weidelshof zwischen Kassel und dem Edersee hat sich mit diesem Themenschwerpunkt besonders auf Babys und Kleinkinder eingestellt. Die Ferienwohnungen rund um die Fachwerkmühle im Wiesental sind allesamt kindgerecht eingerichtet, die Ausstattung reicht vom Wickeltisch bis zum Fläschchenwärmer.

Auf dem Kinderbauernhof gibt es neben dem Märchenspielzimmer und der großen Märchenscheune samt Ritterburg auch allerlei kleinere Tiere: Kaninchen, Schafe, Katzen, Ziegen und Esel leben auf dem Hof. Beim Ponyreiten können die Kleinen die nähere Umgebung erkunden, für Ausflüge in den Naturpark Kellerwald-Edersee, die Fachwerkstadt Naumburg oder zur Ruine der Weidelsburg stehen Kinderwagen, Buggy oder Rückentrage zur Verfügung. Auch auf geführten Wanderungen oder per Leihrad geht es in die waldreiche Mittelgebirgslandschaft. Für Entspannung sorgen das Kneippangebot, Massagen, Sauna und Solarium.

Ferien am See in Niedersachsen: der Erlebnishof Wübbold

Der Erlebnishof Wübbold am Alfsee setzt auf Action: In der eigenen Freizeitanlage, dem Erlebnisland Irrgarten Alfsee, toben Kinder durch den Irrgarten, die Strohburg und über die Kletteranlage, lassen sich ins Sprungkissen fallen oder sausen die Wasserrutsche hinab.

Auf dem Hof selbst gibt es einen Spielplatz, einen großen Spielzeug-Fuhrpark und allerlei Kleintiere zum Streicheln. Die Eltern entspannen derweil im Garten oder in der Infrarotsauna ihres Ferienhauses, bis sich alle zum Lagerfeuerabend mit Stockbrot wiedertreffen.

Hauptanziehungspunkt inmitten von Feldern und Wiesen ist im niedersächsischen Rieste allerdings die Seenwelt: Zwar ist der Alfsee, der sich dank gut ausgebauter Radwege bequem umrunden lässt, größtenteils ein Vogelschutzgebiet. Der angrenzende Dubbelausee besitzt aber ein Strandbad mit Sandstrand, einer Wasserskianlage, Tretbooten und Standup-Paddling.

Landleben in Rheinland-Pfalz: der Kapellenhof

Echtes Landleben hautnah erleben, das geht in der Vulkaneifel: Der Kapellenhof außerhalb von Manderscheid ist ein sogenannter vollerwerbslandwirtschaftlicher Betrieb mit vielen Tieren.

Familie Krämer bewirtschaftet hier umgeben von Wald und Wiesen 150 Hektar Grünland und 90 Hektar Acker, mehr als 200 Kühe haben Platz im Stall. Gäste dürfen beim Melken zuschauen und selbst Hand anlegen, mit dem Traktor mitfahren, die Tiere im Streichelzoo füttern und die Eier im Hühnerstall einsammeln. Sogar bei der Geburt eines Kälbchens holen die Landwirte neugierige Städter dazu.

Infotafeln in den Ställen, Hofführungen und eine Rallye für Kinder vermitteln Wissenswertes über die Landwirtschaft. Für die Kleinen gibt es einen Spielplatz, eine Heuburg zum Toben und Ponyreiten. Auch der Urlaub mit dem eigenen Pferd ist möglich. Mountainbiker und Wanderer bekommen GPS-Daten für Touren durch die Eifelwälder, bevor der Tag vor dem Holzbackofen mit einem Flammkuchen ausklingt.

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Freiwilliges Engagement in Deutschland

Sie sorgen dafür, dass der Ball rollt: 36 Prozent aller Ehrenamtlichen in Deutschland engagieren sich in Sportvereinen. Foto: dpa

Berlin (dpa) – Feuerwehr, Fußballtraining, Obdachlosenhilfe – die Zahl der Menschen, die sich in Deutschland freiwillig engagieren, bleibt auf hohem Niveau. Rund 28,8 Millionen Menschen haben 2019 nach ersten Ergebnissen des fünften Deutschen Freiwilligensurveys ein Ehrenamt bekleidet. Das sind ähnlich viele wie im Jahr 2014 – etwa 40 Prozent der Menschen in Deutschland, wie das Familienministerium jetzt mitteilte. Die Daten werden alle fünf Jahre gesammelt. Zum ersten Mal seit Beginn der Erhebung im Jahr 1999 gibt es den Angaben nach kaum einen Unterschied zwischen den Geschlechtern: Männer (40,2 Prozent) und Frauen (39,2) lagen demnach so nah beieinander wie zu keinem der vorherigen Auswertungszeitpunkte. Erneut schrumpfte demnach 2019 der Unterschied zwischen Ost- und Westdeutschland: Die Engagementquote betrug im Osten demzufolge gut 3,4 Prozentpunkte weniger als im Westen; 1999 waren es noch etwa 7,9.

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Aus Allen Staaten

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WOCHENPOST-Wortschatz

Selected Articles with helpful translations for those less comfortable with the German language

«Lass uns mal spazieren gehen» – Die neue Art des Freunde-Treffens

Er kostet nichts, ist gesund und kann spontan unternommen werden: Der Spaziergang. Seit der Corona-Pandemie ist das Flanieren und Schlendern verstärkt im Trend – und hat eine neue soziale Bedeutung bekommen.

Essen: Menschen spazieren in Essen die Rüttenscheiderstraße entlang und genießen das sonnige Wetter. Der klassische Spaziergang hat in Corona-Zeiten nach Ansicht von Experten eine neue Bedeutung bekommen. Foto: dpa

Von Petra Alber
Köln (dpa) – Ob in Parks, Wäldern oder zwischen Feldern: In der Corona-Krise ist der gute alte Spaziergang verstärkt in Mode gekommen. «Das ist ja auch kein Wunder», sagt Prof. Jens Kleinert von der Abteilung Gesundheit und Sozialpsychologie der Deutschen Sporthochschule Köln. «Viele Orte, wo man sich normalerweise mit Freunden treffen würde, stehen momentan nicht zur Verfügung – also trifft man sich draußen.» Der Spaziergang sei zu einem «Medium des sozialen Miteinanders» geworden: «Der Park ist der neue Biergarten.»

Der Anlass für einen Spaziergang habe sich verändert, sagt auch die Kulturwissenschaftlerin Prof. Gudrun M. König von der TU Dortmund. «Man geht spazieren, um jemanden zu treffen und sich zu unterhalten. Vielleicht hat man eine Thermoskanne mit Kaffee, etwas zum Knabbern oder ähnliches dabei, was man normalerweise nicht zum Spaziergang mitnehmen würde.»

Klassischerweise führe der Spaziergang zum Flanieren auf die Promenade der Stadt – zum Sehen und Gesehenwerden -, oder für Naturliebhaber durch Wiesen und Wälder. In der derzeitigen Situation sei die Umgebung aber oft zweitrangig, sagt König, die ihre Doktorarbeit über die Kulturgeschichte des Spaziergangs geschrieben hat. Auch viele jüngere Menschen hätten das absichtslose Schlendern für sich entdeckt.

«Wir merken seit Corona ein deutlich gestiegenes Interesse am Wandern und Spazierengehen», sagt Nina Dolezych, Sprecherin der Ruhr Tourismus GmbH. Viele Menschen im Ruhrgebiet seien auf der Suche nach Anregungen und Tipps für kürzere Spaziergänge wie auch längere Wanderungen unweit der eigenen Haustür. Die Zugriffszahlen für diesen Themenbereich auf der Homepage der Metropole Ruhr hätten sich im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit mehr als verdoppelt.

Ähnliches beobachten die Tourismus-Experten im Bergischen Land: «Beim Verkauf unserer Wanderkarten gab es im vergangenen Jahr eine Steigerung von mehr als 300 Prozent», berichtet David Bosbach, Sprecher der Tourismusorganisation «Das Bergische». Sehr viele Gäste kämen für einen Tagesausflug von außerhalb, etwa aus Köln oder dem Ruhrgebiet. Sein Tipp: Man solle sich nicht unbedingt auf «Highlights» wie den Altenberger Dom oder die Talsperren stürzen, sondern lieber Wanderwege nutzen, auf denen sich die Besucher besser verteilen.

Die positiven gesundheitlichen Aspekte des Spaziergangs sind unbestritten und seit langem bekannt. «Bewegung an der frischen Luft ist wohltuend für Körper und Seele», sagt Sportpsychologe Kleinert. Da viele Menschen derzeit ihrem gewohnten Sport in Vereinen oder Fitnessstudios nicht nachgehen könnten, habe der Spaziergang momentan eine besondere Bedeutung: «Menschen haben einen Bewegungsdrang – der wird gelöst, indem man eine Runde um den Block geht.»

Hinzu komme, dass die Arbeit im Homeoffice häufig zu einem Gefühl der Enge und «räumlichen Unausgeglichenheit» führe, meint Kleinert: «Es ist eine Monotonie der Umgebung, man muss zwischendurch mal etwas anderes sehen – da bietet sich ein kurzer Spaziergang einfach an.» Auch zum Stressabbau seien kurze Bewegungspausen wichtig – und zwar am besten, indem man den Arbeitsplatz verlasse und rausgehe. So könne man abschalten – aber auch neue Inspiration erhalten: «Offenbar regt das rhythmische Gehen die Gedankengänge an.»

Weitere «unschlagbare Vorteile» das Spaziergangs seien natürlich, dass er nichts koste und keine Vorbereitung erfordere, sagt Kulturwissenschaftlerin König: «Man kann einfach losgehen.»

Wochenpost – STICHWÖRTER– TRANSLATION

Flanieren – sauntering
Schlendern – strolling
Wunder – surprise
stehen…zur Verfügung – at one’s disposal
Anlass – basis
Knabbern – snack on
Umgebung – surroundings
zweitrangig – secondary
absichtslose – unintentional
entdeckt – discovered
seien – seem to be
Anregungen – suggestions
Zugriffszahlen – number of hits
Wanderkarten – trail maps
Tagesausflug – day trip
unbedingt – automatically
stürzen – fall for
unbestritten – undisputed
wohltuend – good for
gewohnten – habitual
nachgehen – head to
Bewegungsdrang – urge to move
gelöst – solved
häufig – frequently
Gefühl – feeling
Enge – cramped space
Unausgeglichenheit – disharmony
zwischendurch – for the meantime
bietet an – offers
Stressabbau – reduction in stress
verlasse – leaves behind
abschalten – unwind
erhalten – get
offenbar – obviously
regt an – stimulates
Gedankengänge – train of thought
unschlagbare – unbeatable
Vorteilen – advantages
seien – would be
Vorbereitung – preparation
erfordere – call for

Trans: Barbara Weidendorf, B.A., M.A.

*Note: Previous selections can be found in the Archives section of the site.*