07. August 2021 Selected Articles

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Aus Aller Welt

Nudist, Pilger oder Sportler: sechs Wandertypen im Überblick

Vom Altherren-Sport zum Trendsetter: Wandern erlebt ein Comeback – und lockt dabei ganz unterschiedliche Typen vor die Tür.

Thüringen, Allzunah: Drei Wanderer laufen am Himmelfahrtstag 2020 den Rennsteig entlang. Foto: dpa

Von Marc Fleischmann
Berlin (dpa) – «Wandern ist das neue Clubbing.» Die überraschende Auferstehung des alten Trendsports bewegt den Sprecher von Visit Berlin, Christian Tänzler, zu dieser Aussage. Wanderer ist aber nicht gleich Wanderer. Es gibt Unterschiede, warum sich Menschen auf den Weg machen. Eine Typologie ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

NATURWANDERER: Raus aus der Stadt, rein in die Wildnis: Mittlerweile würden 95 Prozent der Befragten «Natur erleben» als Hauptgrund für das Wandern angeben, sagt Klaus Erber, Vorsitzender des Deutschen Wanderinstituts. Der Zusammenschluss von Wanderexperten führt Befragungen durch und zeichnet Wanderrouten als Premium-Wege aus. Ist es wirklich allein das Coronavirus, das die Menschen wieder verstärkt durch Wälder, Mittelgebirge und Almwiesen marschieren lässt? Nein, sagt der studierte Geograf Erber. Er beobachtet bereits seit mehr als zehn Jahren, dass «Genusswandern» beliebter wird.

Auch Zahlen belegen das: Gaben 2020 noch zehn Prozent an, «häufig» wandern zu gehen, sind es in einer aktuellen Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach schon 12 Prozent. Befragt wurde zwischen Sommer 2020 und Frühjahr 2021 ein repräsentativer Anteil der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren in der Bundesrepublik. 46,3 Prozent bewegen sich demnach «ab und zu» in der Natur (2020: 45 Prozent). 41,7 Prozent gaben an, «nie» wandern zu gehen (2020: 45 Prozent). Für das beliebter werdende Hobby stehen laut Deutschem Wanderverband etwa 200 000 Kilometer an Wanderwegen in Deutschland zur Verfügung.

Der Durchschnittswanderer hat sich im Laufe der Zeit alterstechnisch verändert – «von 60 plus vor 20 Jahren auf jetzt etwa 47 Jahre», wie Erber erklärt. Ein Grund sei der größere Anteil von Familien mit Kindern, die in die Natur drängen. Dass der Trend nach Corona abflaut, glaubt der Geograf nicht: «Durch die positiven Erfahrungen wird ein großer Teil bleiben.»

SPORTWANDERER: Im Gegensatz zum Genuss- oder Naturwanderer hat der Sportwanderer ein ambitioniertes Ziel. «Ihm geht es darum, Kilometer zu machen», erklärt Erber. Der Lohn dafür können etwa Abzeichen für absolvierte Strecken sein. Oft sind Sportwanderer in Verbänden organisiert und dadurch in Gruppen unterwegs, mitunter sind sie aber auch Einzelkämpfer.

Beispiele dafür sind der Ex-Musiker und Extremsportler Joey Kelly, der Deutschland in knapp 18 Tagen zu Fuß durchquert hat – von Wilhelmshaven bis auf die Zugspitze. Ein weiterer Extremwanderer nennt sich «Brocken-Benno»: Benno Schmidt aus Wernigerode hat den Brocken, Norddeutschlands höchsten Berg, nach eigenen Angaben bislang fast 9000 Mal erklommen. An seinem 89. Geburtstag im Mai 2021 musste er wegen seiner Krebserkrankung aussetzen. Der Sportwanderer: «Den 90. will ich auf jeden Fall wieder auf dem Brocken begehen.»

NACKTWANDERER: Sie wandern wie Gott sie schuf. In einem abgelegenen Waldstück im Südharz werden andere Wanderer deshalb vorab mit einem Schild gewarnt. Darauf steht: «Willst du keinen Nackten sehen, darfst du hier nicht weitergehen.» Dahinter befindet sich der 2010 eröffnete «Harzer Naturistenstieg», der erste Nacktwanderweg Deutschlands. Solange es die Temperaturen zulassen, sind hier Nudisten auf einer Länge von 14 Kilometern unterwegs. Im Gegensatz zum Barfußläufer verzichten Nacktwanderer dabei nicht aufs Schuhwerk.

Übrigens: Wer sich nicht auf einem ausgewiesenen Nacktwanderweg – neben dem Harz etwa in der Lüneburger Heide – befindet, kann belangt werden. Darauf weist der Deutsche Anwaltverein (DAV) hin. In der Regel gelte aber: Je weiter weg ein Nudist von der Allgemeinheit wandert, desto weniger muss er mit Folgen rechnen.

KULTURWANDERER: Hier wird Lernen mit der Natur verbunden. Der Kulturwanderer will sich auf den Spuren etwa von historischen Klosterruinen nicht nur bewegen, sondern auch Wissen aneignen. «In vielen deutschen Großstädten führen ausgewiesene Routen auf verschlungenen Pfaden durch grüne Oasen und zu unerwarteten Orten», beschreibt der Deutsche Wanderverband die Kombination aus Stadt- und Naturerleben.

Wegen der hohen Nachfrage hat das Deutsche Wanderinstitut bei den mehr als 600 für Europa zertifizierten Premium-Wanderwegen zwei Stadtwanderwege aufgenommen. Wichtig bei den Strecken «Tecklenburger Romantik» (6,2 km in Nordrhein-Westfalen) und «Frankenberger Blickwinkel» (9,2 km in Hessen): dass die «Wegedramaturgie in einem ausgewogenen Verhältnis zwischen städtischen und Naturerlebnissen» sei, heißt es im Datenblatt des Wanderinstituts.

NACHTWANDERER: Es ist aufregend und gruselig zugleich. «Auch, wenn man den Weg schon kennt. Nachts kann man ihn noch mal anders erleben», sagt Experte Erber. In der Regel werden Nachtwanderungen von einem Ortskundigen geführt. Das heißt: Die Teilnehmenden lernen etwas dabei. Klaus Erber vergleicht deshalb die nächtliche Begehung mit anderen lehrreichen Wanderungen – wie Wein- oder Pilzwanderung.

Für Nachtaktive gibt es spezielle Angebote: Im Harz können Interessierte mit einem sogenannten Bat-Detektor auf Fledermauspirsch gehen. Mit dem Instrument werden die Laute der Tiere für den Menschen wahrnehmbar gemacht. Wer es dagegen romantisch mag, kann auch zur Vollmondwanderung aufbrechen – etwa in der Lüneburger Heide.

PILGERWANDERER: Sozusagen der Langstreckenläufer unter den Wanderern: Erber bezeichnet Pilgern deshalb als «Hardcore-Wandern». Grund für die Wanderung ist meist ein spirituelles Motiv.

Der Jakobsweg als eine der berühmtesten Pilgerstrecken führt zum nordwestspanischen Wallfahrtsort Santiago de Compostela. Meist wird nur in Teilstrecken wie in Nordspanien ab den Pyrenäen gewandert. Vorbild ist für manche der TV-Entertainer Hape Kerkeling, der über seine Erfahrungen ein Buch geschrieben hat («Ich bin dann mal weg»), das auch verfilmt wurde. Auch spirituell, aber anders, ist der 6000 Kilometer lange Jizoweg, der entlang buddhistischer Zentren in Europa führt.

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Sport

Gold zum Karriereende: Ringerin Rotter-Focken wird Olympiasiegerin

Erstplatzierte Aline Rotter-Focken (Deutschland) beißt nach der Siegerehrung auf ihre Goldmedaille. Foto: dpa

Tokio (dpa) – Die frühere Weltmeisterin Aline Rotter-Focken ist die erste deutsche Olympiasiegerin im Frauen-Ringen. Die Krefelderin gewann im letzten Kampf ihrer Karriere das Finale der Gewichtsklasse bis 76 Kilogramm am Montag mit 7:3 gegen die favorisierte Amerikanerin Adeline Gray. Schon der Finaleinzug der 30-Jährigen am Sonntag war ein historischer Erfolg und sicherte dem deutschen Frauen-Team die erste Olympia-Medaille überhaupt. Für Rotter-Focken, die ihre aktive Laufbahn nun beendet, war Gold im letzten Kampf zudem der krönende Karriereabschluss.

Mit Siegen über Wassilissa Marsaljuk aus Belarus, die Chinesin Qian Zhou und Asienmeisterin Hiroe Minagawa aus Japan hatte Rotter-Focken das Finale von Tokio erreicht. In dem galt sie gegen die fünfmalige Weltmeisterin und bei den Spielen in Japan topgesetzte Gray als Außenseiterin. Doch sie überraschte ihre Gegnerin, mit der sie eng befreundet ist und gegen die sie bei der WM 2019 noch verloren hatte.

Der bislang letzte Olympiasieger aus den Reihen des Deutschen Ringer-Bunds (DRB) war Maik Bullmann, der 1992 in Barcelona triumphierte. Alexander Leipold gewann zwar Gold in Sydney 2000. Nach einem umstrittenen Doping-Verfahren ist er rechtmäßig Sieger des Turniers, darf sich aus rechtlichen Gründen aber nicht Olympiasieger nennen. In den offiziellen Siegerlisten wird er nicht mehr geführt.

Rotter-Focken ist seit Jahren das Aushängeschild des deutschen Frauen-Teams. Neben Gold 2014 gewann sie unter anderem drei weitere WM-Medaillen: 2017 Silber, 2015 und 2019 jeweils Bronze. Drei dieser vier Plaketten holte sie noch in der Klasse bis 69 Kilogramm. Olympisches Edelmetall fehlte ihr bislang. Anders als die Männer absolvierten die deutschen Frauen direkt vor Olympia noch ein Trainingslager in Japan, um sich zu akklimatisieren. Der Plan ging auf. Zielstrebig marschierte Rotter-Focken in Tokio ins Finale. «Das war mein Traum», hatte sie nach ihrem Halbfinal-Erfolg gesagt.

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Feuilleton

Kirchners «Potsdamer Platz» hängt wieder in Nationalgalerie

Eine Frau steht vor dem Gemälde «Potsdamer Platz» des Malers Ernst Ludwig Kirchner in der sanierten Neuen Nationalgalerie. Das Gemälde von Kirchner wird einer der Höhepunkte der Ausstellung „Die Kunst der Gesellschaft. 1900-1945“.
Foto: Fabian Sommer/dpa

Von Gerd Roth
Berlin (dpa) – Während langer Sanierungsjahre gab es nicht mal Wände zum Hängen, nun findet sich in der Neuen Nationalgalerie in Berlin mit dem «Potsdamer Platz» von Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938) wieder ein zentrales Gemälde des deutschen Expressionismus. Das 1914 entstandene Gemälde wurde am Mittwoch im ersten Saal in einer Reihe mit vier weiteren Kirchner-Gemälden an die Wand gebracht. Es wird für Joachim Jäger, Leiter der Neuen Nationalgalerie, einer der Höhepunkte der Ausstellung «Die Kunst der Gesellschaft 1900–1945. Sammlung der Nationalgalerie», mit der das Museum am 22. August wieder öffnet.

Die Neue Nationalgalerie war Ende 2014 geschlossen und fünf Jahre lang grundlegend saniert worden. Mit dem ikonischen Bau schuf der Architekt Ludwig Mies van der Rohe (1886-1969) Ende der 60er Jahre ein prägnantes Museum für die Kunst des 20. Jahrhunderts.

Kirchners «Potsdamer Platz» hängt nun wenige hundert Meter von seinem realen Gegenstück entfernt. Allerdings ist das Motiv kein direktes Abbild der Wirklichkeit des Platzes in jener Zeit. «Es ist eine expressionistische Variante davon», sagt Jäger. Kirchner verdichtet dafür Vergnügungspalast, Bahnhof und Bierhaus zu einem architektonischen Rahmen.

Zentral dazwischen ziehen zwei Frauenfiguren die Aufmerksamkeit auf sich. Kirchner stattet die beiden Prostituierten mit Symbolen aus. Sie stehen auf einer Verkehrsinsel und sind damit ebenso Mittelpunkt wie zugleich isoliert von der umgebenden Gesellschaft. Der Trauerflor einer der Frauen lässt sich als Hinweis auf Gelegenheitsprostitution vieler Kriegswitwen interpretieren. Gleichzeitig ist er Tarnung, Prostitution ist in der Zeit verboten. Deutlich kleiner fasste Kirchner die männlichen Figuren. Ihre Vielzahl lässt das Wimmelige des damaligen Verkehrsknotenpunktes erahnen, vor allem aber zeugt ihr dynamisches Streben zu den Frauen vom Potsdamer Platz als Hotspot des abendlichen Vergnügens.

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Gesundheit

Experte: Im Alter steigt Risiko für schwere Magen-Darm-Infekte

Keime in Lebensmitteln können gefährliche Magen-Darm-Infektionen auslösen. Foto: Christin Klose/dpa

Von Tom Nebe
Oberhausen (dpa) – Ein Mettbrötchen oder ein Stück geräucherter Lachs sind doch kein Problem, oder? Ein Mikrobiologe sieht das etwas anders. Aus seiner Sicht sollten Ältere bei solchen Lebensmitteln vorsichtig sein.

Im Alter wird unser Körper anfälliger für Infektionen. Denn unser Immunsystem wird aus verschiedenen Gründen schwächer. Es verliert dann an Abwehrkraft und das macht es Erregern leichter, in den Körper zu gelangen und Schaden anzurichten.

So sei im Alter zum Beispiel das Risiko erhöht, dass durch Noroviren oder Campylobacter-Bakterien hervorgerufene Magen-Darm-Erkrankungen schwerer verlaufen, sagt der Mikrobiologe Heribert Keweloh.

Ein Grund dafür seien Veränderungen in der Magenschleimhaut. Viele Erreger werden durch deren Säure abgetötet. Doch das funktioniert bei vielen älteren Menschen nicht mehr so gut, weil bei ihnen der pH-Wert im Magen zu hoch ist. Die Folge: «Viele Keime gehen vom Magen in den Darm weiter», sagt Keweloh. Dort können sie Schaden anrichten.

Gefahr durch rohes Fleisch
Der Experte für Lebensmittelhygiene, der an einem Buch rund um das Thema Infektionen im Alter mitgeschrieben hat, wirbt deshalb für Vorsicht. Für ihn ist es zum Beispiel unverständlich, dass eine 90-jährige Frau aus seinem Bekanntenkreis noch rohes Fleisch isst. «Mett etwa kann gefährliche Keime enthalten», sagt er. Listerien zum Beispiel. Von ihnen ausgelöste Infektionen könnten bei älteren Menschen zum Tod führen, sagt Keweloh, selbst schon 67 Jahre alt.

Eine Quelle sehr vieler Infektionen sei Geflügelfleisch. «Extrem gefährlich», so Keweloh. Hier sei Küchenhygiene besonders wichtig. Messer und Schneidbretter sollten generell gründlich – am besten in der Spülmaschine – gesäubert werden, nachdem man darauf rohes Fleisch geschnitten hat. Das gilt auch für die Hände. Oder man zieht sich beim Verarbeiten des Fleisches Gummihandschuhe an.

Das Abspülen ist wichtig, weil auf Klinge und Brett sonst Keime zurückbleiben. Wird danach dort der Rohkostsalat fürs Essen geschnitten, wird das Gemüse womöglich kontaminiert und die Keime gelangen bei dessen Verzehr in den Körper.

Räuchern tötet nicht alle Keime ab
Klar ist, dass rohes Fleisch nur gut durchgegart gegessen werden sollte. Auch bei anderen Rohprodukten rät der Wissenschaftler zur Vorsicht. Dazu zählen Rohmilch und Erzeugnisse daraus, zum Beispiel Rohmilchkäse, und roher Fisch. Geräucherter und gebeizter Fisch ist Keweloh zufolge ebenfalls nur bedingt für Ältere zu empfehlen: «Das Räuchern ist nicht ausreichend, um alle Keime abzutöten.»

Ein Problem sieht der Experte in Säureblockern. Deren Einnahme sei zwar unheimlich beliebt, etwa bei Sodbrennen. Keweloh gibt aber zu bedenken: «Dadurch wird die Säurebildung im Magen noch stärker reduziert.» Was unter Umständen die Infektionsanfälligkeit erhöht. Sein Rat für mehr Abwehrkraft: Vielfältig und vor allem regelmäßig essen. «Denn wer zu wenig isst, schadet seinem Immunsystem auch.»

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Reise

Wo die neusten Costa-Schiffe fahren sollen

Große Pläne in Zeiten der Pandemie: Die „Costa Smeralda“ soll im Winter 2021/22 in Südamerika fahren.  Foto: dpa

Genua (dpa) – Die Kreuzfahrt läuft erst langsam wieder an. Weitere Schiffe nehmen ihren Dienst auf, neue Fahrpläne wurden entwickelt. Die Reederei Costa hat nun die Pläne der nächsten Monate für die drei jüngsten Schiffe der Flotte vorgestellt:

  • Die „Costa Firenze“, die eigentlich für den chinesischen Markt gebaut wurde, brach am 4. Juli 2021 in Savona zu Kreuzfahrten im Mittelmeer auf. Ende November geht es dann in den Persischen Golf, wo das Schiff die Wintersaison verbringen soll. Heimathafen wird Costa zufolge Dubai sein. Im Routenplan stehen neben Zielen in den Vereinigten Arabischen Emiraten auch Katar und Oman. Ab April 2022 soll die „Costa Firenze“ ins Mittelmeer zurückkehren – für Kreuzfahrten nach Italien, Frankreich und Spanien.
  • Die im Bau befindliche „Costa Toscana“, das zweite Schiff des Anbieters mit Flüssiggasantrieb (LNG), soll nun im Dezember 2021 zum ersten Mal eingesetzt werden. Das Schiff soll das gesamte Jahr 2022 über einwöchige Kreuzfahrten im westlichen Mittelmeer unternehmen.
  • Das LNG-Schiff „Costa Smeralda“ übernimmt im Winter 2021/22 die Kreuzfahrten in Südamerika, die eigentlich das Schwesterschiff „Costa Toscana“ durchführen sollte. In der Sommersaison 2022 kehrt die „Costa Smeralda“ ins westliche Mittelmeer zurück.

    Costa plant, im kommenden Winter vier weitere Schiffe einzusetzen. Die „Costa Diadema“ fährt ab 26. September auf längeren Kreuzfahrten sowohl im westlichen als auch östlichen Mittelmeer.

    Ab Dezember soll das Schiff in der Karibik fahren. Die „Costa Fascinosa“ fährt ab 23. September ebenfalls ab Savona, bevor sie in Südamerika unterwegs ist.

    Die „Costa Deliziosa“ soll bis zum 8. Januar 2022 im östlichen Mittelmeer eingesetzt werden, danach geht sie auf Weltreise. Die „Costa Luminosa“ fährt im Winter zu den Kanaren oder nach Israel.

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WHO: Elektronik-Müllberge gefährden Kinder und Babys

Elektronik-Müll enthält viele giftige Stoffe wie Blei, Quecksilber und Chemikalien. Die Müllberge wachsen – und werden für Millionen Menschen zur Gefahr. Vor allem für Babys, Kinder und Jugendliche.

Eine Frau steht auf der Freifläche hinter dem Schrottplatz von Agbogbloshie in Ghana.
Foto: Gioia Forster/dpa

Von Christiane Oelrich
Genf (dpa) – Die wachsenden Berge von Elektronik-Müll werden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Millionen von Menschen zu einem immer gefährlicheren Gesundheitsrisiko. Gerade Kinder, Jugendliche und Schwangere müssten davor besser geschützt werden, forderte jetzt die WHO. «Ein Kind, das ein Hühnerei aus Agbogbloshie, einer Mülldeponie in Ghana, isst, nimmt 220 mal den europäischen Lebensmittel-Grenzwert an chlorierten Dioxinen auf», sagte die Hauptautorin des Berichts, Marie-Noel Brune Drisse. Dabei handelt es sich um giftige, krebserzeugende Stoffe.

Zu Elektronik-Müll zählen alte Computer, ausrangierte Fernsehgeräte, Stereoanlagen, Kopierer, Faxmaschinen oder Handys. Darin sind teils Substanzen verarbeitet, die wertvoll sind, aber auch schädlich sein können: Gold und Kupfer, aber auch Blei, Quecksilber, Nickel und chemische Schadstoffe. Durch die Vielzahl neuer Geräte entsteht immer mehr elektronischer Müll. Nach Expertenschätzung fielen 2019 etwa 53,6 Millionen Tonnen Elektronik-Müll an, 21 Prozent mehr als fünf Jahre davor. Weniger als 20 Prozent werden demnach richtig entsorgt.

Fast 13 Millionen Frauen verdienten ihren Lebensunterhalt weltweit auf Mülldeponien mit der Suche nach Wiederverwertbarem, so die WHO. Sie seien giftigem Elektronik-Müll ausgesetzt. Manchmal würden Kinder schon mit fünf Jahren herangezogen, weil sie die Bestandteile mit ihren kleinen Fingern besser zerlegen können. Für Kinder – und Ungeborene – seien giftige Chemikalien besonders gefährlich, weil ihre Organe sich erst noch entwickelten und sie gemessen an ihrer Größe mehr Schadstoffe aufnähmen als Erwachsene.

Durch giftigen Elektronik-Müll könnten die Babys der Schwangeren, die auf Deponien sind, im Wachstum beeinträchtigt werden oder im Mutterleib sterben, so die WHO. Blei könnte dazu führen, dass Kinder später verhaltensauffällig sind und schwächere Hirnfunktionen haben. Lungen und Schilddrüse könnten geschädigt werden, Spätfolgen könnten Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein.

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Aus Allen Staaten

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WOCHENPOST-Wortschatz

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Nena-Äußerungen bei Konzert sorgen für Diskussionen

Popsängerin Nena (61) hat erneut mit einem Auftritt Diskussionen ausgelöst.

ARCHIV – 30.09.2017, Hannover: Sängerin Nena steht in der Live-Übertragung der ZDF-Sendung «Willkommen bei Carmen Nebel» in der TUI-Arena auf der Bühne. Popsängerin Nena (61) hat erneut mit einem Auftritt Diskussionen ausgelöst. Foto: dpa

Schönefeld (dpa) – Popsängerin Nena (61) hat erneut mit einem Auftritt Diskussionen ausgelöst. Am Sonntagabend trat sie im brandenburgischen Schönefeld in der Nähe des Flughafens BER auf. Das Open-Air-Konzert wurde vor einer möglichen Zugabe beendet – laut einem Bericht des «Tagesspiegels» und mehrerer Videos bei Twitter hatte sich Nena zuvor über die Hygienevorschriften geäußert.

«Mir wird gedroht, (…) dass sie die Show abbrechen, weil ihr nicht in eure (…) Boxen geht», sagte Nena laut Zeitungsbericht und Videos. «Ich überlasse es in eurer Verantwortung, ob ihr das tut oder nicht. Es darf jeder frei entscheiden, genauso wie jeder frei entscheiden darf, ob er sich impfen lässt oder nicht.»

Nach Angaben der örtlichen Verwaltung gab es «keine Verfügung des Ordnungsamtes, sondern eine Entscheidung des Veranstalters, das Konzert nach Abschluss des Hauptprogramms zu beenden». «Das war gegen 21.45 Uhr vor der Zugabe», sagte Hilmar Ziegler, der Leiter des für das Ordnungsamt der Gemeinde Schönefeld zuständigen Dezernats.

Es seien zwar Mitarbeiter des Ordnungsamtes vor Ort gewesen, die aber nicht befugt gewesen seien, solche weitreichenden Entscheidungen zu fällen, sagte Ziegler am Montag. Veranstaltungen wie Konzerte dürften in Schönefeld zurzeit aber ohnehin nur bis 22 Uhr stattfinden. «Dazu gibt es eine Verfügung.»

Der Veranstalter wollte sich nicht weiter äußern und verwies auf den Bericht des «Tagesspiegels», Nenas Management war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

«Bei mir ist jeder willkommen. Okay?», sagte Nena laut einem Videoausschnitt. Das Ganze werde «politisiert». «Und das ist einfach vollkommen ätzend.» Am Christopher Street Day sei es völlig okay gewesen, «dass 80 000 Leute eng aneinander auf der Straße waren». «Also schaltet den Strom aus oder holt mich mit der Polizei hier runter. (…) Ich hab’ die Schnauze voll davon.»

Nena hat in der Pandemie mehrfach für Diskussionen gesorgt. Im März veröffentlichte sie bei Instagram ein Video mit dem Titel «Danke Kassel», nachdem in der Stadt Tausende Menschen gegen die Corona-Eindämmungsmaßnahmen auf die Straße gegangen waren.

Im Oktober löste Nena mit einem Post auf Instagram Diskussionen über mögliche Verschwörungstheorien aus, betonte aber, dass sie nicht als Corona-Leugnerin verstanden werden wolle. «Ich habe meinen tiefen Glauben an Gott. Daher kommt mein Vertrauen ins Leben. Und ich habe meinen gesunden Menschenverstand, der die Informationen und die Panikmache, die von außen auf uns einströmen, in alle Einzelteile zerlegt», schrieb die in Hamburg lebende Sängerin damals.

Wochenpost – STICHWÖRTER– TRANSLATION

erneut – renewed
Auftritt – appearance
ausgelöst – triggered
Zugabe – encore
vorschriften – regulations
gedroht – threadtened
überlasse – leave
Verantwortung – responsibility
tut – do
impfen – immunize
Verfügung – decree
Ordnungsamt – office of public safety
Veranstalters – producers
Abschluss – conclusion
Hauptprogramms – main event
Dezernats – department
befugt – submit
Stellungnahme – comment
erreichen – available
Videoausschnitt – video clip
vollkommen ätzend – total crap
schaltet aus – turn off
Strom – power
hab’ die Schnauze voll – fed up with
Eindämmungsmaßnahmen – control measure
löste aus – let loose
Verschwörung– – conspiracy
Leugnerin – denier
Vertrauen – faith
gesunden Menschenverstand – common sense
einströmen – pouring on
alle – every
Einzelteile – single part
zerlegt – knock down

Trans: Barbara Weidendorf, B.A., M.A.

*Note: Previous selections can be found in the Archives section of the site.*