08. Februar 2020 Selected Articles

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Aus Aller Welt

Wann wird’s mal wieder richtig Winter?

Ja, es ist Winter. Doch sieht es nicht danach aus: weder Schneemann noch Eisschollen in Sicht. Das war doch früher anders – oder?!

20.01.2020, Bayern, Bad Hindelang: Eine Gruppe von Wanderern geht im Sonnenschein durch die schneebedeckte Landschaft. Foto: dpa

Von Sebastian Fischer
Offenbach (dpa) – Wer zirkelte diesen Winter schon mit Schlittschuhen Pirouetten auf zugefrorenen Seen? Oder wurde bei Schneeballschlachten so richtig gut eingeseift? Wohl kaum jemand – zumindest unter denjenigen, die in Deutschland blieben. Denn das Wetter hierzulande zeigt sich dieser Tage trist, grün und oft zu mild.

THESE: In unseren Breitengraden muss man sich langsam aber sich von schneereichen und frostigen Wintern verabschieden.

BEWERTUNG: Das stimmt, die Wahrscheinlichkeit für Bilderbuchwinter sinkt nach Ansicht von Wetterexperten.

FAKTEN: Wieder keine weiße Weihnacht! So stöhnte man im Dezember fast allerorten. Und auch Schneemänner bewachten im bisherigen Winter kaum deutsche Vorgärten. Wieder einmal. Was waren das früher doch für Winter! Kalt und weiß.

«Das trügt ein bisschen, aber nicht völlig», sagt Thomas Deutschländer vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Ja, damals sei es häufiger kälter gewesen. Zwischen 1961 und 1990 gab es im Winter im Schnitt 0,2 Grad. Im Vergleich dazu zeigt sich die aktuelle Jahreszeit recht mild: Im Dezember waren es in Deutschland 3,8 Grad, und auch im Januar ist bisher keine Kälte hereingebrochen.

Sicherlich gab es auch damals schon Ausreißer nach oben wie etwa 1974/75 mit 3,6 Grad. Doch lagen von den zehn wärmsten Wintern seit 1881 fünf in den vergangenen 15 Jahren.

Natürlich kann auch in milden Wintern Schnee fallen, wenn regional oder an bestimmten Tagen Temperaturen um die null Grad herrschen. Klimaprojektionen haben festgestellt, dass sich Winterniederschläge in Zukunft sogar intensivieren dürften. Allerdings gehen DWD-Experten davon aus, dass durch den erwarteten weiteren Anstieg der globalen Temperaturen das Wasser häufiger als Regen denn als Schnee vom Himmel kommt. Die Folge: Matsch statt Winterpracht.

So auch aktuell: grün, braun und grau soweit das Auge reicht. Immerhin dauert für Meteorologen der Winter noch bis Ende Februar. Die kältesten Abschnitte im Jahr sind in der Regel von Ende Januar bis Anfang Februar. Besteht also dieses Jahr noch Hoffnung?

Antworten könnte die Jahreszeitenvorhersage des DWD geben. Das ist keine Wettervorschau, wie sie etwa in Apps für die nächsten Tage gemacht wird. Sie ist vielmehr Indiz, was aus den Beobachtungen der Vergangenheit verknüpft mit Modellklimavorhersagen in einem bestimmten Zeitraum in naher Zukunft klimatisch zu erwarten ist.

Auf diesen Jahreszeiten-Wetterkarten ist abzulesen, dass von Februar bis April 2020 die Temperatur in Deutschland wahrscheinlich bis zu einem Grad höher ist als das Mittel der Jahre 1990 bis 2017. Dieses lag bei ungefähr 5 Grad.

«Das spricht für einen milden, frühen Frühling», sagt DWD-Experte Andreas Paxian. Er schränkt allerdings ein, dass das überhaupt nicht sicher ist. Für die kommenden Monate seien für Deutschland nur sehr unzuverlässig Langzeitvorhersagen möglich. Denn Europa ist ein klimatisch hoch variables Gebiet.

Der letzte Strohhalm: Bauernregeln. Eine von ihnen besagt: Schaltjahr gleich Kaltjahr. Doch auch hier sagt die Statistik: Pustekuchen. Die Schaltjahr-Winter waren im Schnitt sogar um 0,2 Grad wärmer als der Mittelwert aller Winter seit 1881, so der DWD.

Ob Deutschland also doch noch einen richtigen Wintereinbruch erlebt, darüber ließe sich nur spekulieren. Die Wahrscheinlichkeit ist vielleicht nicht besonders hoch, ausgeschlossen ist es aber nicht.

Wochenpost – STICHWÖRTER– TRANSLATION

weder…noch – neither…nor
Eisschollen – ice floes
Schlittschuhen – ice skates
eingeseift – snow-covered
kaum – hardly
unter denjenigen – among those
hierzulande – around here
trist – dreary
in unseren Breitengraden – at our latitude
stöhnte – groaned
trügt – deceptive
aktuelle – current
Ausreißer – outliers
sich Winterniederschläge – winter precipitation
gehen davon aus, dass – assume that
Matsch – slush
Winterpracht – winter splendor
Abschnitte – bits
Jahreszeitenvorhersage – seasonal predictions
Wettervorschau – weather preview
Indiz – circumstantial
verknüpft mit – coupled with
abzulesen – possible to read
schränkt ein – cautions
unzuverlässig – undependable
der letzte Strohhalm – grasping at straws
Bauernregeln – weather proverbs
besagt – says
Schaltjahr gleich Kaltjahr – leap year = cold year
Pustekuchen – nothing doing
Mittelwert – median
Wintereinbruch – onset of winter
ausgeschlossen – outside the realm of possibilities

Trans: Barbara Weidendorf, B.A., M.A.

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Sport

Der ewige Bundes-Jogi wird 60: Löw hat «eine Ära geprägt»

Joachim Löw hat schon den 50. Geburtstag im Amt des Bundestrainers gefeiert. Jetzt wird er 60. Mit 70 aber will er nicht mehr auf der Bank sitzen – das sei «undenkbar». Erreicht hat er ja schon alles.

Bundestrainer Joachim Löw. Foto: dpa

Von Klaus Bergmann
München (dpa) – Ein wenig mulmig wird Joachim Löw zu seinem runden Geburtstag schon. An diesem Montag wird der beinahe ewige Bundes-Jogi 60. Und dieser Geburtstag fühlt sich für den Langzeit-Bundestrainer eben doch anders an als der Fünfzigste oder der Vierzigste. «Man hat schon ein bisschen Respekt vor dem Alter und der Zahl», gestand der am 3. Februar 1960 in Schönau im Schwarzwald geborene Löw. Die Begründung lieferte er vor Kurzem im Rahmen der Bambi-Verleihung in Baden-Baden gleich mit. «Das ist früher auch irgendwie das Rentenalter gewesen mit 60. Heute ist es vielleicht nicht mehr so.»

An den Ruhestand denkt Löw freilich noch nicht. Auch wenn er anlässlich seines Sechzigsten jüngst im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur über seine Zukunft sinnierte und für sich persönlich die Aussage traf: «Trainer mit 70? Das halte ich für undenkbar.»

Löw biegt auf die Zielgerade des Berufslebens ein. Ein Mann, der seit 2006 seine Bestimmung als Bundestrainer gefunden hat. Ob er nach der EM 2020 Bundestrainer bleiben wird, ließ Löw im Interview mit «Bild am Sonntag» und «Welt am Sonntag» offen: «Natürlich lässt man sich als Trainer immer auch am sportlichen Erfolg messen.» Ein Viertel seines Lebens hat er in dem Amt verbracht. Kein Nationalspieler der Gegenwart hat jemals einen anderen Nationaltrainer erlebt, selbst ein Veteran wie Manuel Neuer nicht, der seit 2009 im DFB-Tor steht.

«Er ist ja schon sehr lange dabei. Aber er ist immer mit der Zeit gegangen», sagte Neuer einmal über seinen Chef beim DFB. Der Torwart des FC Bayern hat alle Extreme mit Löw gemeinsam erlebt, den Gewinn des WM-Titels 2014 in Brasilien ebenso wie den Radikalabsturz vier Jahre später mit dem deutschen WM-Vorrunden-Aus in Russland.

181 Länderspiele – auf so viele Partien als DFB-Chefcoach kommt keiner seiner Vorgänger von Otto Nerz bis Jürgen Klinsmann, dessen Assistent er von 2004 bis zum deutschen WM-Sommermärchen 2006 war. Der Hertha-Coach verfasste im Bundesliga-Magazin eine Würdigung zu Löws 60. Geburtstag. «Auch in den angespanntesten Zeiten kurz vor dem Anpfiff der Spiele bist du extrem gelassen. Das konnte ich von dir lernen.» Die Gelassenheit gepaart mit Optimismus und Standhaftigkeit ergibt für Klinsmann «eine ganz wichtige Eigenheit: Man kann sich immer auf dich verlassen».

Für Löw ist Bundestrainer kein Beruf mehr, sondern eine Berufung. Ein Traumjob, den er durchaus eigenwillig lebt und inhaltlich gestaltet. «Als Trainer hat er alles erreicht», sagte Hansi Flick über Löw, der als Bundestrainer Weltmeister wurde, mit dem VfB Stuttgart 1997 den DFB-Pokal gewann und den FC Tirol Innsbruck 2002 zur Meisterschaft in Österreich führte.

Der heutige Bayern-Trainer Flick war acht Jahre lang Löws Assistent. Der WM-Titel 2014 in Brasilien markierte den gemeinsamen Endpunkt. Freunde sind sie aber geblieben. Als Flick mit dem FC Bayern zum Start in die Rückrunde in Berlin gastierte, schaute Löw im Teamhotel vorbei. Löw hat in der Hauptstadt eine Wohnung. «Er ist einer, dem eine Freundschaft sehr wichtig ist», äußerte Flick.

Als Trainer habe Löw «eine Ära geprägt», meint Flick. Insbesondere die Entwicklung der Nationalmannschaft zwischen 2010 und 2014 sei sozusagen Löws Vermächtnis an den deutschen Fußball. «Die Änderung des Spielstils hat er absolut geprägt. Er kann eine Mannschaft sehr gut führen und ihr Stärke vermitteln», äußerte Flick über Löw.

Als Spieler kam der Schwarzwälder nicht über Junioren-Länderspiele hinaus. Er sieht sich als Fußballlehrer, als Entwickler. Aktuell befindet er sich mit der Nationalelf wieder in einer spannenden Umbruchphase – mit ungewissem Ausgang. Die EM im Sommer mit den Gruppenspielen gegen Weltmeister Frankreich und Titelverteidiger Portugal wird auch über seine Zukunft entscheiden. Löw liebt den Nervenkitzel bei den Turnieren. Viele Fans wird er in seinem 61. Lebensjahr davon überzeugen müssen, kein Auslaufmodell zu sein.

Über den Menschen Joachim Löw hat Kapitän Neuer einen schönen Satz geäußert: «Er ist als Persönlichkeit total beständig.» Er ist im Amt gewachsen, dabei aber empathisch und berechenbar geblieben. In seinem engsten Mitarbeiterstab rund ums Team gibt es wenige Veränderungen.
Löw drängt nicht ins Rampenlicht, auch wenn er als Zuschauer in den Bundesligastadien mit modischer Sonnenbrille, Lederjacke und dem obligatorischen Schal durchaus heraussticht. Er weiß sich auch in Szene zu setzen, etwa, als er während der WM 2018 im russischen Badeort Sotschi frühmorgens über die Strandpromenade flanierte.

Häufig beobachtet er Spiele und Spieler im Freiburger Stadion. Beim Sportclub erlebte Löw seine erfolgreichste Zeit als Fußball-Profi. 83 Pflichtspieltore erzielte er als technisch visierter Angreifer. Bis vor zwei Wochen war er damit Rekordtorschütze des Vereins. Dann übertraf ihn Nils Petersen. «Ich glaube, der Bundestrainer kann es verkraften. Der hat viele andere Sachen erreicht», scherzte Petersen.

Seiner südbadischen Heimat fühlt sich Löw verbunden. In Freiburg kann er sich recht normal bewegen, im Sommer mit dem Cabrio durch die Gegend fahren und in einem Café seinen geliebten Espresso trinken. Rote Teppiche betritt Löw dagegen eher selten, Talkshows meidet er. Die Trennung von Ehefrau Daniela 2016 verlief geräuschlos.

Der Fußball bestimmt Löws Leben. Der Posten des Nationaltrainers gewährt ihm dabei zeitliche Freiräume. Die Besteigung des 5895 Meter hohen Kilimandscharo in Afrika im Jahr 2003 war für Löw eine besonders inspirierende Grenzerfahrung. Sie habe ihm gezeigt, «dass es immer weiter geht, dass man immer noch einen Schritt nach vorne machen kann, selbst wenn man glaubt, dass es nicht mehr geht.»

Löw hält sich intensiv fit, nicht nur beim Kicken mit Freunden. Er lebe «bewusster als in jungen Jahren – auch aus gesundheitlichen Gründen», sagte er der «Welt am Sonntag» und «Bild am Sonntag». Bei einem Sportunfall im vergangenen Jahr hatte er aber auch Glück im Unglück. Eine Hantel fiel auf seinen Oberkörper, das Brustbein brach. Eine Arterie darunter riss ein. «Daher war es nicht so ungefährlich», berichtete Löw später. Erstmals fehlte er wegen der Verletzung bei zwei Länderspielen. Sie wurden trotzdem gewonnen – unter der Regie seines Assistenten Marcus Sorg. Es ging ohne den ewigen Bundes-Jogi.

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Feuilleton

«Trauma von Gotha»:

Gemälde aus spektakulärem Diebstahl sind wieder da

Es war einer der spektakulärsten Diebstähle der DDR-Geschichte. Und auch die Umstände der Rückkehr der 1979 in Gotha verschwundenen Gemälde lassen den Atem stocken. Dabei ist noch lange nicht alles bekannt.

Die wieder aufgetauchten Gemälde werden bei einer Pressekonferenz zur Rückführung von fünf gestohlenen Gemälden in die Stiftung Schloss Friedenstein Gotha präsentiert. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Von Gerd Roth
Berlin/Gotha (dpa) – Er ist so etwas wie der Held eines fast unglaublichen Kunstkrimis. Knut Kreuch, Oberbürgermeister von Gotha, ist Dreh- und Angelpunkt einer Entwicklung, die dem von ihm als «Trauma von Gotha» bezeichneten Zustand ein Ende bereiten soll. Gut 40 Jahre nach dem spektakulären Diebstahl in der thüringischen Residenzstadt und nach Monaten nicht weniger aufregender Geheimverhandlungen steht Kreuch am Freitag in Berlin vor fünf Staffeln mit jenen so wichtigen Gemälden von Frans Hals, Jan Brueghel dem Älteren, Anthonis van Dyck, Jan Lievens und Hans Holbein dem Älteren. Die Werke sind zurück – und sie sind authentisch.

Die Gemälde im Wert von nach heutiger Schätzung vier bis fünf Millionen Euro waren in der Nacht zum 14. Dezember 1979 aus der Sammlung von Schloss Friedenstein in Gotha gestohlen worden. Was folgte, schilderte Stiftungsdirektor Tobias Pfeifer-Helke als «größte Ermittlung zu DDR-Zeiten», bei der nach seiner Schilderung mehr als 1000 Menschen vernommen wurden, die Stasi ermittelte und Verhöre teilweise im Gefängnis stattfanden. Dennoch blieben die Gemälde 40 Jahre lang verschwunden.

Im Sommer 2018 dann suchte ein Anwalt den Kontakt zu Kreuch. Es ging um die Bilder. «Die Geschichte war nicht glaubhaft, aber die andere Seite saß am längeren Hebel», schildert der Oberbürgermeister die Ausgangslage. Eingeschaltet wurden zunächst nur zwei Parteien: die Ernst von Siemens Kunststiftung, die in solchen Fällen einen «Finderlohn» bezahlen kann, wie es Generalsekretär Martin Hoernes umschreibt, und das Rathgen-Forschungslabor der Staatlichen Museen zu Berlin, wo Direktor Stefan Simon mit seinem Team die Echtheit der alten niederländischen Meister prüfen sollte. Das gelang nach Simons Schilderung auch mit alten Röntgenaufnahmen der Gemälde aus 40 unsortierten Kartons des zufällig gefundenen Nachlasses eines Radiologen.

Der Anwalt handelte für eine Erbengemeinschaft. Über Verhandlungen und Ergebnisse gibt es nur spärliche Informationen. Zunächst sollte nur ein Bild rausgerückt werden, um die Wissenschaftler arbeiten zu lassen. Kreuch wollte auf jeden Fall gleich alle. Auch auf Geldforderungen wurde laut Hoernes mit «Sturheit und Coolness» reagiert. Ein Poker mit Erfolg: «Die Übergabe ohne Gegenleistung war der große Coup», sagt Kreuch.

Jenseits der zivilrechtlichen Ebene gibt es noch einen strafrechtlichen Aspekt. Im Landeskriminalamt Berlin ermittelt die für Kunstdelikte zuständige Abteilung von René Allonge wegen Verdachts der Erpressung. «Die an der Erpressung beteiligten Personen sind bekannt», sagte Allonge. Anhaltspunkte für Hehlerei gibt es nach seiner Schilderung nicht. Warum Berlin? «Die Ermittlungen werden hier geführt, weil die Übergabe der gestohlenen Kunstwerke in Berlin stattfand.»

Das LKA befasst sich auch mit dem Weg der Bilder, die im Lauf der 80er Jahre in den Westen gelangten. «Bei der Rekonstruktion, wie die Bilder aus der damaligen DDR in die BRD kamen, sind wir noch am Anfang. Wir verfolgen da noch gewisse Spuren, um die Geschichte, die im Rahmen der Erpressung erzählt wurde, zu überprüfen», sagt Allonge.

Wo genau die Bilder waren, ist noch unklar. «In Deutschland», sagt Oberbürgermeister Kreuch. Aber es gibt einige Details von Fotos. «Frans Hals hing irgendwo in einem Esszimmer.» Auf Brueghel sind weiße Farbtupfer, wohl von einem Zimmeranstrich. Auf einem der Fotos sei Raufasertapete zu erkennen.

Institutsdirektor Simon sagt nach der Analyse: «Die Gemälde sind in einem relativ guten Zustand» und «bedürfen einer Restaurierung». Nun gehen die fünf Gemälde auf den Weg zurück nach Thüringen.

«Gotha kann sich freuen», sagte Simon. Er denkt dabei auch gleich an vergleichbare Einbrüche: «Viele andere warten noch darauf, dass ihnen eines Tages etwas Ähnliches passiert.»

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Gesundheit

Hormon-Check für Männer

Lebensstil ändern: abnehmen und mehr bewegen. Foto: dpa

Freiburg (dpa) – Schlappheit, weniger sexuelles Verlangen, Erektionsstörungen, – und schließlich schwindende Muskelmasse und steigendes Gewicht: Wenn Männer an sich diese Symptome bemerken, lohnt sich eine eventuell eine Überprüfung des Hormonspiegels. Denn unter Umständen haben sie zu wenig Testosteron im Blut, erklärt der Urologe Christian Leiber in der Zeitschrift „Neue Apotheken Illustrierte“ (Ausgabe 1. Januar 2020). Eine Seltenheit ist der Mangel nicht: Nach Angaben des Experten haben 10 bis 15 Prozent der Männer Beschwerden, die dadurch verursacht werden. Abhilfe schaffe eine Ersatztherapie, wahlweise in Form eines täglich aufgetragenen Gels oder mit einer alle paar Wochen verabreichten Spritze. Allerdings nutzt die Therapie wenig, wenn Betroffene nicht gleichzeitig ihren Lebensstil ändern: abnehmen und mehr bewegen.

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Reise

Bahn-Mitarbeiter erhalten neue Kleidung

Die Bahn kleidet ihre Zugbegleiter, Servicemitarbeiter, Lokführer und Busfahrer neu ein. Der Entwurf stammt von Designer Guido Maria Kretschmer. Foto: dpa

Frankfurt/Main (dpa) – Mehr Auswahl und andere Farben: Die Deutsche Bahn kleidet derzeit ihre Mitarbeiter mit direktem Kundenkontakt neu ein.

Nach zwei Testläufen steht insgesamt 43.000 Zugbegleitern, Servicemitarbeitern, Lokführern und Busfahrern eine Auswahl an bis zu 80 Teilen in Blau und Weinrot zur Verfügung, wie das Unternehmen mitteilte. Bisher war das Bahnpersonal an blauen Uniformen mit knallroten Details zu erkennen. Der Entwurf stammt von Designer Guido Maria Kretschmer.

Die Mitarbeiter können die neue Kleidung seit Januar anprobieren und bestellen, dann beginnt die Produktion und Auslieferung. Die Ausgabe dauert bis August, dann wird das Personal in den Zügen, Bussen und an den Bahnhöfen damit seinen Dienst versehen. Insgesamt werden rund 900.000 einzelne Kleidungsstücke verteilt. Zu den Kosten wollte sich das Unternehmen nicht äußern. Zuletzt war die Unternehmensbekleidung vor 17 Jahren ausgetauscht worden.

Die neue Kleidung solle sympathischer wirken und mehr Kombinationsmöglichkeiten bieten, sagte Bahn-Personalvorstand Martin Seiler. Frauen können sich nun auch Kleider bestellen, neu im Angebot sind zudem Trenchcoats und Steppjacken auch für Männer. Lokführer und Busfahrer können sich für Jeanshosen entscheiden.

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Die Sprache der Katzen verstehen

Mal schnurrt die Katze, mal zerkratzt sie die Möbel. Für ihre Besitzer ist das Verhalten des Tieres nicht immer zu entschlüsseln. Experten erklären, wie man die tierische Sprache übersetzt.

Knurrt die Katze, ist das ein aggressives und abwehrendes Zeichen und meint: «Komm mir bloß nicht näher!» Foto: Kirsten Neumann/dpa

Von Viola Rüdele
Berlin (dpa) – Katzen sprechen ihre eigene Sprache – und zwar nicht nur mit Lauten, sondern auch über Gesten und Düfte. Menschen verstehen sie jedoch nicht immer richtig. Wer aufmerksam beobachtet und gut zuhört, lernt allerdings, ihre Botschaften korrekt zu deuten. Eine kurze Einführung in die Kommunikation der Katzen:

  • Katze stolziert mit senkrechtem Schwanz
    Oft ist gleichzeitig die Schwanzspitze abgeknickt. Dabei bewegt sie sich auf ihren Halter zu. Manchmal reibt die Katze auch ihren Kopf an den Beinen ihres Besitzers.


    Was will die Katze damit sagen?
    «Sie ist freundlich. Sie begrüßt ihren Halter und ist auf ihn konzentriert», erklärt Daniela Schrudde, Tierärztin bei der Welttierschutzgesellschaft. Das Kopfreiben bedeutet: «Die Katze akzeptiert die Personen als Teil ihrer sozialen Gruppe», so Schrudde. Katzen verteilen so Duftstoffe, die in den Drüsen hinter den Ohren produziert werden. Damit markieren sie ihr Revier. Gern machen sie das, wenn Herrchen oder Frauchen nach Hause kommen. Für Menschen sind diese Duftstoffe aber nicht wahrnehmbar.


    Das sagt die Expertin:
    Stehen bleiben und mit der Katze sprechen! «Das wirkt auf die Katze weniger bedrohlich als wenn sich der Halter auf die Katze zubewegt», sagt Schrudde. Kommt die Katze dann näher, freue sie sich über Streicheleinheiten.

  • Katze liegt auf Rücken oder Seite
    Sie blinzelt dabei oder hat die Augen geschlossen. Zwischendurch putzt sie sich.
    Was heißt das?
    Ein Zeichen, dass es ihr gut geht. Die Katze fühlt sich wohl und ist entspannt. Sie macht auch mal eine Putzpause, wenn es etwas Neues zu entdecken gibt. Gerne lasse sie sich streicheln, weiß Schrudde.


    Der Halter sollte sich vorsichtig auf die Katze zubewegen. «Setzt sich das Tier auf, lieber kurz innehalten und mit der Katze sprechen, damit sie sich nicht bedroht fühlt», rät die Tierärztin. Wer seine Katze dann mit Streicheleinheiten verwöhnen möchte, sollte behutsam vorgehen: «Am Bauch möchte nicht jede Katze gestreichelt werden», sagt Schrudde. Setzt sich die Katze auf den Laptop oder die Zeitung ihres Halters, langweile sie sich und möchte beschäftigt werden.

  • Angelegte Ohren, waagerechter Schwanz
    Oft wackelt dabei auch die Spitze des Schwanzes hin und her, das Tier steht still und macht eventuell einen Buckel.
    Was meint die Katze?
    Vorsicht! Sie ist entweder ängstlich oder aggressiv, braucht zwingend Ruhe. Schrudde rät: «Besser die Katze in dieser Situation nicht anfassen.» Tierfreunde, die auch Hunde besitzen, missverstehen die Geste mitunter: «Sie deuten das Schwanzwedeln der Katze oft falsch.»
    «Wenn sich die Aggression der Katze auf einen bestimmten Gegenstand richtet, sollte dieser entfernt werden», rät Schrudde. Ansonsten gilt: Abwarten, bis sich die Ohren der Katze wieder aufstellen.

  • Die Katze zerkratzt die Möbel-Warum tut sie das?
    Schrudde: «Die Katzen drücken damit aus: Dieser Bereich ist schon besetzt, und zwar von mir!»
    Auch wenn es schwer fällt: Konsequent bleiben! Am besten werde die Katze von klein auf vom Kratzen abgehalten – mit Alternativen. «An Kratzbäumen können sie ihre Krallen abwetzen und überschüssige Energie loswerden», empfiehlt die Tiermedizinerin.

  • Katze uriniert neben dem Katzenklo
    Was treibt sie dazu?
    Da gibt es mehrere Ursachen. Die Katze könnte krank sein. «Ist etwa die Niere krank, könnte das Krümmen des Rückens beim Wasserlassen auf Schmerzen hindeuten», beschreibt Schrudde. Das Verhalten könne aber auch psychologische Ursachen haben. «Katzen sind sehr sensibel», erklärt sie. Die Katze protestiere etwa gegen eine Veränderung, der sie nicht zugestimmt hat. Das könne eine Kleinigkeit sein wie die Farbe des neuen Napfes.

    Ab zum Tierarzt! Ist die Katze körperlich gesund, sollte man nach dem störenden Grund suchen.

    Neben ihren Gesten und Verhaltensweisen geben Katzen natürlich auch viele Laute von sich. Das Repertoire ist groß.

  • Wann machen sie «Miau»?
    «Mit diesem Laut wendet sich die Katze meist an Menschen», erklärt Susanne Schötz, Phonetik-Professorin im schwedischen Lund. Katzen seien sehr klug. Sie merken, dass Menschen über Worte kommunizieren. Also passen sie sich an. Miaue die Katze mit hoher, heller Stimme, fühle sie sich schwach und bräuchte meist Aufmerksamkeit, so die Expertin. Möchte sie etwas sehr dringend, komme zum Miauen oft ein Gurren dazu. Häufig weise die Katze auf das hin, was sie möchte, zum Beispiel Futternapf oder Spielzeug.

  • Was heißt «Knnrrr»?
    Dieses Knurren ist tief und rau, drückt Aggression oder Abwehr aus. Schötz: «Sie warnt ihren Streitgegner: Komm‘ nicht näher!»

  • Was heißt «Brrrrh»?
    Ist das Gurren tief und kurz, heißt es «Gut!» oder «Dankeschön!». Ist der Laut lang und hell, sagt die Katze «Hallo!» oder «Kommt mit!», übersetzt Schötz.

  • Was heißt «meck, meck»?
    So zwitschert eine Katze, wenn sie auf Beutejagd ist. «Sie versucht damit, die Laute ihrer Beute zu imitieren», erklärt Schötz. Oft mache sie das auch, wenn sie durchs Fenster Vögel entdeckt.

  • Was heißt «Hrrrrr»?
    Schnurren bedeutet vieles: Zufriedenheit, Hunger, Angst, Schmerz. «Die Umstände entscheiden», so die Linguistin. «Liegt die Katze auf dem Schoß, ist sie zufrieden, beim Tierarzt hat sie eher Angst».

    «Wer richtig auf seine Katze reagieren möchte, sollte auf das Wie achten, weniger auf die Worte», rät Schötz. Eine sanfte, ruhige Stimme signalisiere dem Tier: Ich will nichts Böses. Die Laute einer Katze zu deuten, könne jeder lernen. «Wichtig dabei ist, geduldig sein, gut zuhören und auf Unterschiede achten», so die Professorin.

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Aus Allen Staaten

GBU SAXONIA-RHEINGOLD Chor – zum Fasching in Las Vegas

GBU Saxonia Rheingold Chor auf der GAMGA Gala in Las Vegas.
Die “Sarnia Showstoppers”

Es ist Januar – und wir sind schon wieder in der 5. Jahreszeit angekommen. Diese vorrangig deutsche Tradition kennt man allerdings auch hier im Land und wird z.B. gefördert durch G.A.M.G.A. – das ist die German American Mardi Gras Association. Das ist der Verband hauptsächlich deutscher Karnevalsvereine hier in den USA. GAMGA wurde 1985 gegründet und veranstaltet nun jedes Jahr, im Januar, in Las Vegas, eine Gala. Andere deutsche Gruppen und Vereine sind selbstverständlich herzlich eingeladen. Der GBU Chor war auch mit einer kleinen Gruppe vertreten. Es kommen auch Vereine aus Kanada. Diesmal beteiligten sich insgesamt 26 Vereine und rund 500 Narren und Närrinnen waren gekommen.

In diesem Jahr war es die 35. GAMGA Gala, die am 17. und 18. Januar im Hotel “RIO” stattfand. In einem großen Saal spielte sich alles ab. Die Bühne gehörte einer 5-Mann-Kapelle, die für Tanzmusik und musikalische Untermalung sorgte. Für die Prinzenpaare stand vor der Bühne ein langer, festlich geschmückter Tisch – und davor dann die Tanzfläche. Links und rechts der Bühne ist jeweils ein sehr großer Bildschirm, wo man alles verfolgen kann, wenn der Blick auf den “Prinzentisch” oder auf die Tanzfläche blockiert ist.

Alle Gäste wurden von Holger Claus, dem GAMGA Präsidenten, herzlich begrüßt. Dann tauchte “Herr Müller” am Mikrofon auf und führte mit viel Humor durch beide Abende. Am Freitag, also am ersten Abend, war Kostümfest. Es ging nicht nur um Spaß im allgemeinen, sondern natürlich auch um die Kostüme. Die Vereine entscheiden sich meist für ein Thema und gestalten dann entsprechend – witzig und ulkig – die Verkleidungen. Ein Funkenmariechen, maskiert, führte nach und nach die Gruppen in den Saal und zur Tanzfläche. Von unserem Chor war eine relativ kleine Gruppe nach Las Vegas geflogen – und wir machten auf “behindert”. Unsere Adele wurde im Rollstuhl reingeschoben, statt am Wassertropf hing sie an einer Schnapsflasche, andere humpelten, hatten “Gipsverbände” am Hals, am Knie, Arm in der Schlinge…. wir schafften so mit Müh und Not eine Runde. Dann flog das ganze Verbandszeug beiseite – und wir hopsten und schunkelten von der Tanzfläche. Die Zuschauer lachten, hatten sich sehr amüsiert. Dann spielte wieder die Kapelle und es wurde bis Mitternacht getanzt. Zwischendurch konnten sich unermüdliche Tänzer auch mal ausruhen – wenn Funkenmariechen oder Funkengarden aufs Parkett kamen – kleinere und größere Gruppen, oder auch Solisten. Sehr gefallen haben wieder die “Sarnia Showstoppers” und ganz begeistert waren die Gäste von den “Blauen Funken” aus Edmonton. Diese Gruppe hat ungefähr 100 Mitglieder, die jede Woche zwischen zwei und drei Stunden trainiert – und 46 davon traten in Las Vegas auf. Danach: Standing Ovation!

Der zweite Abend konzentrierte sich auf die Prinzenpaare und ihre Elferräte. Alle Gäste hatten sich festlich gekleidet, es herrschte entsprechende Stimmung, es wurde viel getanzt, man musste nur sehr aufpassen, dass einem die langen Straussenfedern, mit denen sich alle Prinzen und Elferräte geschmückt hatten, nicht durchs Gesicht wischten. Dann kam irgendwann das Helau und Alaaf für das diesjährige Prinzenpaar: Prinz Robert-Ludwig I. und seine Prinzessin Hildegard I. waren gewählt worden. Und nicht zu vergessen: es gibt nun auch ein “Kinder-Prinzenpaar”: Prinz Christian I. und Prinzessin Trinity I.

Das übrige Programm war auch fabelhaft. Wir sahen eine “Egerländer Tanzgruppe”, wir sahen und hörten den “Chicago Rheinischen Fanfaren Corps” und auch “Chicago Rheinischer Verein Amazon”. Man näherte sich nun Mitternacht. So musste Seine Tollität Prinz Robert-Ludwig I und seine Prinzessin Hildegard I schliesslich alle Karnevalsteilnehmer verabschieden. Vielleicht gibt es ein Wiedersehen im Januar 2021! Helau und Alaaf!!!

Wenn Sie, liebe Leser/innen Lust auf Fasching haben: Der GBU Saxonia/Rheingold Chor veranstaltet am Sonnabend, den 22. Februar 2020 einen “Mardi Gras Maskenball” in der Carpathia Halle. Das ist der Sonnabend vor Aschermittwoch. Beginn: 19:11 – bis Mitternacht. Helga Gaiser nimmt Ihre Kartenreservierung gerne unter 586.412.9440 entgegen.Eintrittskarten: $20.00. Für die Musik sind die “Sorgenbrecher” zuständig.
E.H.

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