09. April 2022 Selected Articles

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Aus Aller Welt

Polizei setzt auf Norderney erste E-Scooter als Einsatzfahrzeuge ein

Norddeich: Franziska Schrader (l), Streifenbeamtin in Aurich, und Constanze von Garrel, Streifenbeamtin in Wittmund, stehen während eines Pressetermins mit den neuen E-Scootern der niedersächsischen Polizei im Fährhafen. Die niedersächsische Polizei testet auf der Nordseeinsel Norderney in einem bundesweiten Pilotprojekt erstmals den Einsatz von E-Scootern. Foto: dpa

Norderney/Norden (dpa) – Die niedersächsische Polizei testet auf der Nordseeinsel Norderney in einem bundesweiten Pilotprojekt erstmals den Einsatz von E-Scootern als Einsatzfahrzeuge. Die für die ostfriesische Insel zuständige Polizeidirektion Osnabrück übergab am Mittwoch im Fährhafen in Norden-Norddeich (Landkreis Aurich) zwei E-Stehroller und zwei zugehörige, induktive Ladestationen an die Inselpolizisten. Die E-Scooter würden nun für ein Jahr «auf Herz und Nieren geprüft», sagte der Osnabrücker Polizeipräsident Michael Maßmann bei der Übergabe.

Die Fahrzeuge, die auf eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 25 Stundenkilometern und eine Reichweite von rund 20 Kilometer kommen, sollen etwa im Streifendienst eingesetzt werden und auch bei Fahrten zu Vernehmungen oder Anzeigenaufnahmen. Blaulicht und Martinshorn fehlen allerdings in der Ausstattung.

Neben E-Pedelecs und E-Autos, die auch schon auf den Inseln im Einsatz sind, seien die E-Roller ein weiteres umweltfreundliches und modernes Einsatzfahrzeug, sagte Polizeipräsident Maßmann. Erstmalig werde nun mit den E-Scootern auch das induktive Laden erprobt. «Wenn sich das bewährt, dann kann das ein Meilenstein in der Entwicklung von Streifen- und Einsatzfahrzeugen für die Polizei werden.»

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Sport

«Schon der Hammer»: DFB gegen Spanien, Japan und Playoff-Gewinner

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft spielt in der Vorrunde der WM 2022 gegen Spanien, Japan und den Gewinner der Playoff-Partie zwischen Costa Rica und Neuseeland. Das ergab die Auslosung am Freitag in Doha. Los geht es für die DFB-Auswahl am 23. November.

Doha: Fußball: WM, Auslosung der Vorrunde in Doha. Lothar Matthäus ist auf einer Anzeige neben den Gruppen E, F, G und H zu sehen. Foto: dpa

Von Jan Mies und Florian Lüttick
Doha (dpa) – Hansi Flick nahm das Hammerlos Spanien mit einem konzentrierten Lächeln zur Kenntnis. Die deutsche Nationalmannschaft bekommt es in der Vorrunde der Fußball-WM 2022 in Katar mit dem Ex-Weltmeister, Eröffnungsgegner Japan sowie dem Gewinner der Playoff-Partie zwischen Costa Rica und Neuseeland zu tun. «Das war schon der Hammer», sagte Bundestrainer Hansi Flick, der sich die Gegner während der Gruppenauslosung am Freitag in seinem breiten weißen Sessel in der fünften Reihe des Konferenzzentrums der WM-Hauptstadt Doha notiert hatte.
Spanien sei «natürlich ein Topfavorit auch auf den Titel», sagte Flick und kündigte schmunzelnd ein Gespräch mit Rekordnationalspieler Lothar Matthäus an, der die Deutschland-Kugel in Gruppe E gezogen hatte: «Da muss ich mit Lothar nochmal sprechen.» Mit dem spanischen Nationaltrainer Luis Enrique posierte Flick auf der Auslosungsbühne lächelnd für Fotos. Der goldene WM-Pokal stand da schon in Reichweite. «Es ist eine großartige Gruppe», sagte der Spanier.

Los geht es für die DFB-Auswahl am 23. November gegen Japan – Stadion und Anstoßzeit werden voraussichtlich am Samstag bekanntgegeben. Das Schlagerspiel gegen Spanien steigt am 27. November. «Es war klar, dass wir aus Topf eins einen sehr guten Gegner kriegen würden», sagte DFB-Kapitän Manuel Neuer bei Magenta: «Jetzt ist es Spanien, da haben wir negative Erfahrungen gemacht in der Vergangenheit. Aber ich glaube, so etwas passiert uns nicht zweimal.»

2008 hatte Deutschland das EM-Finale gegen Spanien verloren, 2010 war im WM-Halbfinale wegen der Iberer Schluss. Spanien feierte in Südafrika den WM-Titel. Und noch frisch in Erinnerung: Das sehr schmerzhafte 0:6 in der Nations League im November 2020 zum Ende der Ära von Joachim Löw als Bundestrainer.

Das dritte Gruppenspiel ist für den 1. Dezember angesetzt, zuvor müssen Costa Rica und Neuseeland im kommenden Juni um das eine WM-Ticket spielen. Das WM-Auftaktspiel bestreitet Gastgeber Katar am 21. November gegen Ecuador. «Wir respektieren alle Gegner, wir müssen auf höchstem Niveau spielen», sagte Matthäus.

Im Achtelfinale würde ein Gegner aus der Gruppe F warten – Belgien, Kanada, Marokko oder Kroatien. Im Viertelfinale wäre Brasilien ein möglicher Gegner. «Gerade bei Turnieren geht es immer um die Tagesform in den K.o.-Spielen, da muss man die Nase vorne haben. Da muss man die Cleverness mitbringen. Wir haben uns in der jüngsten Vergangenheit nicht mit Ruhm bekleckert», sagte Neuer.

Die auch von Hollywoodstar Idris Elba moderierte Auslosung zelebrierten die katarischen Gastgeber als große Lichtshow mit für das Emirat traditionellen Elementen. Katars Staatsoberhaupt, Emir Tamim bin Hamad Al Thani, schritt als Ehrengast in den großen Saal des Konferenzzentrums, FIFA-Präsident Gianni Infantino an seiner Seite. Der Schweizer pries die kommende Endrunde jetzt schon als «beste aller Zeiten» an, als die «größte Show der Erde».

Wie am Vortag beim FIFA-Kongress sprach Infantino auch die schwierige Weltlage an, ohne dabei den Angriffskrieg des vorherigen WM-Gastgebers Russland auf die Ukraine direkt zu erwähnen. «Die Welt ist gespalten, es gibt viele Auseinandersetzungen», sagte der FIFA-Präsident. «Deshalb ist es so wichtig, die Menschen wieder zusammenzubringen. Dafür ist die WM eine gute Gelegenheit. Deshalb möchte ich alle politischen Entscheidungsträger anflehen: Bitte, bitte, beenden Sie den Krieg, versuchen sie, aufeinander zuzugehen und für Frieden einzustehen. Ich flehe Sie an.»

In der Gruppe B kommt es zum politisch brisanten Spiel zwischen den USA und Iran. Auch die Ukraine würde in diese Gruppe einsortiert, sollte sie die Playoffs im Sommer spielen können. Sie müsste erst Schottland und dann Wales schlagen, um zur WM zu fahren.

Der Emir betonte: «Es ist wichtig, dass wir als Menschen auf dieser Erde aufeinander zugehen.» Der Scheich wünschte allen Teilnehmern «viel, viel Glück». Die große Kritik an der Menschenrechtslage und den Bedingungen für ausländische Arbeiter, die von Menschenrechtsorganisationen erst in dieser Woche erneuert worden war, war erwartungsgemäß bei der großen FIFA-Show kein Thema.

Auf dem Weg zur WM bleiben Flick und seinem Team sechs Pflichtspiele in der Nations League der Europäischen Fußball-Union. In Juni sind vier Partien angesetzt, beim nicht für die WM qualifizierten Europameister Italien, in München gegen England, in Ungarn sowie in Mönchengladbach gegen die Italiener. Im September folgen die Rückspiele gegen Ungarn und in England. Die Abstellungspflicht für die Vereine beginnt unmittelbar nach dem 15. Bundesliga-Spieltag am 14. November.

Die Entscheidung, wo die DFB-Auswahl ihr WM-Quartier aufschlägt, solle kurz nach der Auslosung verkündet werden, hatte DFB-Direktor Oliver Bierhoff gesagt. Dem Vernehmen nach soll das Zulal Wellness Resort ganz im Norden des Emirats der DFB-Favorit sein. Die Luxusanlage gut 100 Kilometer nördlich der Hauptstadt Doha, die zum WM-Zentrum werden wird, bietet die auch von Flick gewünschte Abgeschiedenheit vom großen Rummel.

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Feuilleton

Nelsons leitet erste Salzburger Osterfestspiele

Dirigent Andris Nelsons und das Gewandhausorchester Leipzig werden 2023 als erstes Gastorchester der Salzburger Osterfestspiele die Neuausrichtung des Festivals einläuten. Foto: Herbert Neubauer/APA/dpa

München (dpa) – Dirigent Andris Nelsons und das Gewandhausorchester Leipzig werden 2023 als erstes Gastorchester der Salzburger Osterfestspiele die Neuausrichtung des Festivals einläuten. Das gab Intendant Nikolaus Bachler am Donnerstag in München bekannt. Nachdem die Sächsische Staatskapelle Dresden unter ihrem Chef Christian Thielemann im April ihre Abschiedssaison als langjähriges Stammorchester bestreitet, will Bachler künftig zu Ostern jedes Jahr ein anderes führendes Ensemble in der Mozartstadt präsentieren.

Im Zentrum des Programms 2023 steht eine Wiederaufnahme von Romeo Castelluccis Inszenierung von Richard Wagners «Tannhäuser», bei der Startenor Jonas Kaufmann sein Rollendebüt in der Titelpartie geben wird. Bei den Konzerten steht die bedeutende russische Komponistin Sofia Gubaidulina und ihr mystisch erschütterndes Werk «Der Zorn Gottes» im Mittelpunkt.

Doch Intendant Bachler will auch den künstlerischen Fokus des Festivals ausweiten. Erstmals wird zu Ostern in Salzburg getanzt: Der Israelische Choreograph Emanuel Gat wird ein neues Stück «Träume» zur Musik von Wagners «Wesendonck-Liedern» zur Uraufführung bringen. Außerdem soll der deutsche DJ WestBam bei einem Auftritt seine elektronische Musik mit Wagner verschmelzen. «Wir werden ein neues Kapitel aufschlagen», sagte Bachler.

Zuvor geht von 9. bis 18. April die letzte Saison der Ära Thielemann über die Bühne. Er dirigiert eine Neuinszenierung von Richard Wagners Oper «Lohengrin». Die Sächsische Staatskapelle spielt mit Gastdirigent Tugan Sokhiev unter anderem die 7. Symphonie von Dmitri Schostakowitsch.

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Gesundheit/Umwelt

Supermarkt-Psychologie: Wie wir gesündere Lebensmittel kaufen würden

Ein Mann geht mit seinem Einkaufswagen in einer Lidl-Filiale an Regalen mit Sansibar und Deluxe-Produkten vorbei.                      Foto: Federico Gambarini/dpa 

Oxford (dpa) – Kauf mich! Viele Dinge im Supermarkt werden extra so präsentiert, dass sie möglichst oft im Einkaufswagen landen. Ließe sich die Psychologie dahinter auch dafür nutzen, mehr Gesundes an Mann und Frau zu bringen? Forschende sind dem mal nachgegangen.

Dass in Supermärkten mit allerhand Psychologie gearbeitet wird, ist ein offenes Geheimnis. Die Platzierung von Obst und Gemüse, der Fleischtheke und dem Kühlregal sind mit Bedacht so gewählt, dass wir uns die Einkaufswägen möglichst vollpacken. Britische Wissenschaftlerinnen haben nun in zwei Studien untersucht, ob ähnliche Mechanismen genutzt werden könnten, damit mehr gesunde und weniger ungesunde Lebensmittel gekauft werden. Tatsächlich machte eine verbesserte Angebotsstruktur einen Unterschied, während Sonderangebote nur kurzfristige Effekte brachten.

Schoko-Osterhasen und Zuckereier vor dem Osterfest, Lebkuchen und Zimtsterne vor Weihnachten: Jedes Jahr verführen uns große Sonderflächen in den Supermärkten schon Wochen vor den jeweiligen Feiertagen zum Kauf von allerhand Naschkram. Ein Team um die Ernährungswissenschaftlerin Carmen Piernas von der University of Oxford untersuchte nun, was passiert, wenn diese Sonderflächen nicht eingerichtet werden: In 34 Filialen einer britischen Supermarktkette wurden sieben Wochen vor Ostern entsprechende Displays mit saisonalen Schokoladen und Süßigkeiten entfernt. Die Leckereien waren aber noch an anderer Stelle in den Geschäften erhältlich.

Das Experiment passt zu Plänen der britischen Regierung, die angekündigt hat, Werbung für Lebensmittel mit hohem Gehalt an Zucker, Salz und gesättigten Fettsäuren und deren prominente Platzierung in Geschäften gesetzlich einzuschränken – eine Reaktion darauf, dass in Großbritannien quer durch alle Altersgruppen zu viel Zucker und gesättigte Fettsäuren aufgenommen werden.

Tatsächlich stellten die Forscherinnen fest, dass der sonst übliche saisonale Anstieg des Süßwarenumsatzes durch die Entfernung der Displays geringer ausfiel: In 151 Kontrollgeschäften mit entsprechenden Sonderflächen stieg der Süßwarenumsatz in der vorösterlichen Zeit um 18 Prozent, in den Interventionsgeschäften nur um 5 Prozent. Wie die Wissenschaftlerinnen im Fachblatt «PLOS Medicine» berichten, betrug der absolute Unterschied zwischen Kontroll- und Interventionsgeschäften beim Verkauf von Süßwaren 21 Kilogramm pro Geschäft und Woche. Das würde einer geringeren Gesamtkalorienmenge in den Warenkörben der Kunden entsprechen, so die Autorinnen.

In einer zweiten Studie untersuchte das gleiche Team sechs Maßnahmen darauf, ob sie geeignet wären, den Verkauf gesünderer Optionen anzukurbeln – mit unterschiedlichen Ergebnissen: Wurden etwa fettarme Pommes im Angebot eines Supermarktes ergänzt, ging der Verkauf regulärer Pommes um 23 Prozent zurück. Bei einer größeren Bandbreite zuckerreduzierter Kekse griffen die Kunden eher zu den kalorienarmen Optionen (plus 18 Prozent) und kauften weniger normale Kekse (minus 4 Prozent). Kurzfristig höhere Absätze brachten gezielte Sonderangebote für saisonales Obst und Gemüse sowie eine Aktion, bei der mit Disney-Figuren für ausgewählte Früchte und gebackene Bohnen geworben wurde. Keine Effekte erzielte hingegen die Positionierung von Frühstücksflocken mit einem höheren Ballaststoffgehalt und/oder weniger Zucker auf Augenhöhe der Kunden, ebenso wenig wie eine besondere Kennzeichnung zuckerarmer oder zuckerfreier Getränke am Regalrand.

Für die Autorinnen liefert ihre Studie Hinweise darauf, welche Maßnahmen weiter erforscht und möglicherweise als Grundlage für die Entwicklung entsprechender Regularien genutzt werden könnten. Sie betonen allerdings auch, dass sich die untersuchten Interventionen darauf konzentrierten, den Wechsel von einer weniger gesunden zu einer gesünderen Option zu fördern oder den Gesamtabsatz von gesunden Lebensmitteln wie Obst und Gemüse zu steigern. Sie schreiben: «Die Auswirkung dieser Maßnahmen auf den Gesamtenergiegehalt von Lebensmittelkäufen ist wahrscheinlich wesentlich geringer als Maßnahmen, die speziell darauf abzielen, Impulskäufe zu reduzieren, wie zum Beispiel die Entfernung von Lebensmitteln mit hohem Fett-, Zucker- und Salzgehalt an prominenten Stellen wie am Ende der Gänge.»

Tatsächlich hatte eine andere britische Studie erst kürzlich ergeben, dass Supermarkt-Kunden deutlich weniger Süßigkeiten einkauften, wenn diese nicht im Kassenbereich am Ende der Einkaufsroute platziert wurden. Umgekehrt wurde häufiger zu Obst und Gemüse gegriffen, wenn diese im Eingangsbereich des Geschäfts ausgestellt waren. Das ist allerdings aus verkaufspsychologischen Gründen ohnehin oft ein beliebter Ort für derartige Waren: Das farbenfrohe Angebot soll Frische und Gesundheit suggerieren.

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Reise

Terminal 1: Das Herzstück des Flughafens Frankfurt wird 50 Jahre alt

Das Airport City Modell steht heute im Fraport-Besucherzentrum im Terminal 1, Halle C und lädt Interessierte auf eine virtuelle Erkundungstour in verborgene Flughafenbereiche ein.                 Foto: Fraport/dpa

Frankfurt/Main (dpa) – Gebaut wird hier eigentlich immer. Wer heute durch das Terminal 1 des Frankfurter Flughafens läuft, kann sich kaum vorstellen, dass hier mal alles aus einem Guss und neu gewesen sein soll. 50 Jahre ist es am 14. März her, dass der damalige Bundespräsident Gustav Heinemann das gewaltige Gebäude feierlich eröffnete, das aus der damals größten Baustelle Europas entstanden war. In Folge der Corona-Flaute sind die Passagierzahlen deutlich gesunken und die Hektik gewichen, doch bereits zu Ostern steht eine herausfordernde Reisewelle bevor. Und große Baustellen gibt es am Flughafen immer noch.

Ausgelegt für 30 Millionen Passagiere im Jahr sollte das zunächst rund eine Milliarde Mark teure Terminal den stetig wachsenden Flugverkehr eigentlich bis zum Jahr 2000 bewältigen. Die Marke wurde allerdings bereits acht Jahre früher geknackt und das zusätzliche Terminal 2 dann 1994 eröffnet. Im letzten Vor-Corona-Jahr 2019 wurden durch die beiden Gebäude 70,6 Millionen Menschen geschleust, rund 80 Prozent davon im Terminal 1, der Heimat des Hauptkunden Lufthansa und seinem Netzwerk Star Alliance. Längst ist auf dem Gelände der früheren US-Luftwaffenbasis das Terminal 3 im Bau, dessen erste Teile ohne die Pandemie schon in Betrieb gegangen wären. Nun hat der Flughafenbetreiber Fraport die Eröffnung des 4-Milliarden-Euro-Projekts ins Jahr 2026 verzögert.

2,1 Millionen Fluggäste nutzten Deutschlands größten Flughafen im Februar, wie Fraport am Freitag berichtete. Das waren zwar mehr als dreimal so viele wie im Vorjahresmonat, aber eben auch nicht einmal die Hälfte des Aufkommens aus dem letzten Vorkrisenmonat Februar 2020. «Wir befinden uns nach wie vor in der schwerwiegendsten Krise unserer Branche», sagt Fraport-Chef Stefan Schulte. «Ich bin der festen Überzeugung, der Luftverkehr wächst langfristig wieder. Darauf sind wir mit dem Bau des neuen Terminal 3 vorbereitet und stellen die Weichen für künftiges Wachstum.»

Immer wieder wurde das Terminal 1 modernisiert und mit Gebäudeteilen erweitert, die Namen wie C/D-Riegel oder A-Plus tragen. Die Fraport hat nach eigenen Angaben mit der Zeit 4,5 Milliarden Euro in das Gebäude gesteckt. Zwei Grundeigenschaften blieben immer gleich: die schnelle Anbindung ans Straßen- und Schienennetz sowie der zuverlässige Einsatz der technisch ambitionierten Gepäckförderanlage, die im Laufe der Zeit von 40 auf 80 Kilometer wuchs. Zu dem bereits 1972 mitgebauten Regio-Bahnhof kam 1999 der ICE-taugliche Fernbahnhof hinzu, der seitdem schnelle Umsteigerelationen auf die Schiene ermöglicht.

Der Ausbau der Passagier-Terminals wie des Bahnensystems wurde im Rhein-Main-Gebiet stets kritisch von einer Vielzahl von Bürgerinitiativen begleitet. Insbesondere die Startbahn West spaltete die Gesellschaft derart, dass Hessens Landesregierung dem weiteren Ausbau eine ausführliche Mediation vorschaltete. Sie brachte den Ausbaugegnern zwar keinen Baustopp, aber immerhin ein vergleichsweise striktes Nachtflugverbot ein. Grundsätzlich verfügt der Frankfurter Flughafen mit der Landebahn Nordwest und dem Terminal 3 aber noch über erhebliche Reserven.

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Aus Allen Staaten

Carpathia Jäger Königsball – In Style and Sold Out!

On the left first-time Jäger König for 2020, Kurt Pstoka
and his Queen Debbie with 2019 Jäger König Bob Pstoka
and his wife Queen Caroline, picture taken before the ceremony.
The Carpathia Jäger Group picture taken in 2019
Joe Toepfner, Josef Traub, Steve Psotka, Toni Brandelik and Peter Rausch hunting fun in Wyoming
Stefan Homann, George Olsavski, Josef Stefan, Jacob Keil and John Klimach
Wine tasting: Tony Brandelik with friends

by Monica T. Forest
Men wore suits, jeans, or cowboy hats. Women wore dirndls, pants, gowns or leopard print. Every style fit in at the Carpathia Jäger Königsball. Is friendliness a style? Is togetherness? If so, this sold-out crowd lived into that idea.

Wine Tasting
Even though the event was sold out, the complimentary wine tasting didn’t feel crowded. Instead it felt festive. People were mingling around tall pub tables, meeting each other and feeling happy to be together. Conversations started with talk of wine and grape varieties, but ended up with smiles and new friends. Like a host at a party, the organizers of the wine tasting did an excellent job setting a welcoming tone.

Dinner
Imagine cooking for 300 people and having everything taste delicious, with all the foods ready and hot to be served at the same time – that is talent! After a touching prayer, spoken in both English and German by Karin Schwalbe, the wild game dinner was served. There will surely be requests for the peppery and flavorful wild boar gravy again. Many people who attend typical, local wild game dinners were floored. They did not expect house-made food – from scratch!

Presentation and Thank You’s
This year’s Jäger President, Bob Hammer, delegated the MC duties to Tom Forest, and Tom opened the event with a great welcome. Tom continued with thank you’s starting with Liane Egger and Edith Sehling. The two chefs got much applause for their delicious dinner. Another nice acknowledgment was for Michelle Egger and Annamarie Tittjung for their job in managing the hall for the event and running the hall in general. Betty Hammer, Sue Brandelik and Karin Schwalbe received thank you’s for arranging and hosting the friendly atmosphere at the wine tasting. Tom also thanked Alex Rausch. Alex was the chairman of the Jäger’s 50th Anniversary, designed the 50th Anniversary keepsake lapel pins, and did an excellent job on the souvenir anniversary programs. This year, Bob Psotka, Kurt Psotka and Christoph Ritter generously donated the venison for the evening’s feast, and Rob Seiberling, Steven Seiberling, Pete Tittjung and John Zeig trudged out to Ubly, Michigan, to hunt the Wildschwein that was served.

Carpathia Club President
During Tom’s presentation, he asked Rob Hanschu, Carpathia Club President, to come up and say a few words. Typically, presidents say a hello and a few thanks, but Rob got the crowd’s attention – he dove straightforward into the issue of the hall’s sale which ended with an invitation. Rob invited members to a monthly meeting to hear progress reviews and be able to share member feedback. Rob’s open communication received many compliments.

50th Anniversary History
The Carpathia Jäger originally formed based on hunting and, in the very early days, members of the group would go hunting for European hares up in Canada. Tom explained, “Those are not like the little bunnies that hop around your backyard – those hares can weigh up to 13 lbs. and they can run nearly 40 miles per hour – it’s quite a sight to see one burst out of the snow and take off at high speed!” The group also had organized hunts for antelope in Wyoming and moose in Canada. Many Jäger also hunt together in deer camps over the last 52 years, and have gone hunting together for rabbit, Wildschwein, sheep, grouse, pheasant, ducks, geese, and more.

Current Days
The Jäger have had a tradition of trapshooting and holding a King Shoot since 1971, a tradition that still stands to this day. The group currently fields several teams in the Huron Point Winter Trap League, and they’ve taken first place as a team and high overall shooter for several years in that league. The Jäger also participate in other types of shooting events – sporting clays, air rifle competition, muzzleloading, and even informal plinking. Tom explained that, “Plinking is a recent tradition during ‘Breakfast and Bullets’ at the Psotka Pistol, Rifle Range and Farm.” Starting in the 1980’s many Jäger have been interested in bowhunting and archery, and they have had Jäger Archery Leagues on and off throughout that time. Recently the Jäger have come together to hold Youth Outdoor Days where they give children, teens and college kids a chance to try air rifle shooting, archery, and fishing events – and for many years the Jäger Schiessbude has been a favorite of some of the kids at the various festivals.

Founding Jäger
Since it is was a 50th Anniversary event, Tom read the names of the founding members, many of whom have second and third generations that followed them into the Jäger. Tony Brandelik, Sr., along with Joe Stefan and Paul Tittjung who unfortunately could not attend, are the three remaining original members of the Carpathia Jäger. When Tony was asked to stand, the Jäger gave him a standing ovation in a powerful moment of applause, respect, and thankfulness.

Royalty
How do people become king and queen? It’s all based on an annual trap shooting competition. Because of Covid restrictions for the last two years, this year’s celebration became the year to finally catch up on the awards. This year, the Jäger court included 2019 Jäger König Bob Pstoka and his wife Queen Caroline, 2020 Second Ritter Christoph Ritter with his daughter Louisa, 2020 First Ritter Eric Rausch and his wife Kim, and then the guest of honor: new first-time Jäger König for 2020, Kurt Pstoka and his Queen Debbie! The court was awarded pins and honors. Each Jäger König creates and fabricates his own crest; Kurt explained the symbolism during the ceremony. Other top shooters and awards included the First Trophy to Bob Psotka, the Second Trophy to Alex Rausch, the Third Trophy to Ed Speckhardt, and the 2019 Carpathia Archery League award to Ed Speckhardt.|

Special Acknowledgement
Later in the evening, Bob Hammer made a special point to invite Maria Dosenberger, Carpathia Club’s Ticket Chairperson, to the stage. Bob thanked Maria for, in his words, “a thankless job that she does so well.” With events like the Jäger’s sold-out crowd, arranging seating requests for 300 people is a real balancing act of organization! Also, this year Maria and Monica Forest worked together to introduce online ticket sales for Carpathia Club events. Not only is Maria tech savvy and not afraid of keeping up with the times, she is a leader and mentor to anyone that wants to learn.

Music
As a special treat, the Schwäbischer Männerchor chose and sang a fitting selection of three songs that represented Jäger. Their songs and voices suited the event and received much applause. Throughout the night, Tommy Schober and the Sorgenbrecher kept the evening hopping and the dance floor full. The big request was for audience participation songs and dances. Tommy obliged and at one point, while playing his horn, led a huge German conga line around the hall, through the tables and onto the dance floor, filling the floor for the next set of songs.

Raffle
Bob Hammer thanked Cabela’s for their donations including a series of $50 gift cards, fishing rods and gear, and more. Also, each of the Jäger families as well as many of the Carpathia Club Untergruppen and friends donated raffle prizes – the raffle table was loaded which led to a ticket buying frenzy! And then, Eric Rausch took the stage to MC the raffle. He has a way of convincing people to stand up and “shake it” when they win a prize which is great entertainment.

Looking back
At the end of the night, it felt right to reflect on what was said during the evening, “Jäger don’t just participate in hunting events – they take trips together, play cards together, and generally hang out together. The key word in all of these things is together.” With the understanding that the Carpathia Club will be moving to a different location, it was added “Regardless of where that is, I’m sure the Jäger will still come together to pursue our passions of hunting and shooting with our best friends.”
Looking forward

Even with all the reminiscing and looking back during this anniversary celebration, the Jäger are also looking forward. The Jäger invite anyone interested to consider joining the group. This is your chance to add your new traditions, try new adventures, and make your mark. What stories will you be sharing? What stories would you like to share? Perhaps this world has taught us not to wait. Drop in at the Carpathia Club Patio Bar on the first Thursday of each month for the Jäger meeting. Or reach out to Bob Hammer with questions at rhammer39@gmail.com.
Honoring original founders

On this 50th Anniversary of the Carpathia Jäger, even though many of them are no longer with us, but you readers might recognize the names – many of whom have sons, or even grandsons, that are still members of the group. Supporting sportsmanship and friendship, the Jäger acknowledge the debt they owe these original founders.
Georg Becker
Anton Brandelik
Engelbert Greher
Peter Hieber
Josef Hinz
Stefan Homann
Paul Hrincius
Nikolaus Istok
Jacob Keil
Frank Krasue
Nick Lambrecht
Mike Lenhard
Josef Mayer
Adam Messman
Phillipp Opperman
Guenther Pautz
Jackob Pautz
Josef Pautz
Karl Popp
Peter Rausch
Peter Schlitz
Franz Schwager
Franz Seiberling
Josef Stefan
Stefan Talan
Paul Tittjung
Josef Traub
Franz Weitz
Rudolf Wild
Helmut Woytschekowsky

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WOCHENPOST-Wortschatz

Selected Articles with helpful translations for those less comfortable with the German language

«Gänsehautfeeling» – Bürgermeister bauen Fußball-Nationalteam um

Nach Freizeitvergnügen für Kommunalpolitiker klingt das nicht: Wer in die Fußballnationalmannschaft der Bürgermeister aufgenommen werden will, muss mehr als probekicken. Dennoch gibt es eine Menge Anwärter. Eine Region ist besonders üppig vertreten.

Baden-Württemberg, Weisenbach: Daniel Retsch (l), Bürgermeister von Weisenbach

Von Marco Krefting
Weisenbach (dpa) – Sogar der Gemeinderat muss zustimmen, damit Daniel Retsch an seiner Fußballkarriere arbeiten kann. Die hatte der Bürgermeister von Weisenbach bei Baden-Baden eigentlich schon seit geraumer Zeit weitgehend ruhen lassen. Nach erfolgreichen Jahren als Stürmer in der Bezirksliga wurde er mit 25 Jahren Spielertrainer. Seit er 2019 Rathauschef wurde, habe er dann nicht mehr so viel gespielt, sagt der 39-Jährige. Doch als dann die Anfrage kam, ob er Teil der Fußballnationalmannschaft der Bürgermeister werden will, weckte das alte Gefühle. «Jetzt hat mich schlussendlich wieder der Ehrgeiz gepackt», sagt Retsch.

Von Donnerstag an Will sich Retsch beim mehrtägigen Trainingslager in Wittenberg (Sachsen-Anhalt) beweisen. Dabei reicht es nicht, ein paar Tore zu schießen, wie Teamchef Detlef Wellbrock sagt, seines Zeichens Rathauschef in Loxstedt bei Bremerhaven. Neben einem fußballerischen Lebenslauf müsse es auch menschlich passen. Bei Europa- und Weltmeisterschaften seien die Rathauschefs gewissermaßen als Botschafter unterwegs. Auch soziales Engagement sei gefragt. So unterstützt die Bürgermeister-Mannschaft die SOS-Kinderdörfer.

Ein Gremium aus sportlicher Leitung und Vereinsvorstand entscheidet nach dem Trainingslager, wer in den Kader für die EM aufgenommen wird, die für Ende Mai/Anfang Juni in der Slowakei geplant ist. Rund 15 Anwärter seien auf dem Zettel, mit den bisherigen Spielern seien es etwa 35, sagt Wellbrock. Nur 20 können für die EM gemeldet werden.

Klingt nicht gerade nach Freizeitvergnügen, sondern eher nach hartem Auswahlverfahren à la Heidi Klum. Der Teamchef aber winkt ab: «Das ist kein Hauen und Stechen, kein Zickenkrieg wie bei manchen Casting-Shows.» Sportlicher Ehrgeiz sei aber gefragt. «Und sicherlich wird auch der eine oder andere enttäuscht nach Hause gehen.»

Seit 2008 gibt es die Deutsche Fußballnationalmannschaft der Bürgermeister. Hintergrund der Gründung ist unter anderem die Kommunikation untereinander und mit ausländischen Kollegen. Die Größe der Kommune spiele dabei keine Rolle, so Wellbrock. Fußballspielende Oberbürgermeister von Großstädten samt der nötigen Zeit gebe es naturgemäß allerdings weniger als Bürgermeister kleinerer Gemeinden.

Die Rathauschefs sind nicht die einzige Berufsgruppe, die eine eigene Nationalmannschaft hat. So kicken etwa die besten Fußballer der deutschen Streitkräfte in der Bundeswehr-Fußballnationalmannschaft. Die Deutsche Fußballnationalmannschaft der Winzer nennt sich «Weinelf». Unter dem Dach der Kulturstiftung des Deutschen Fußball-Bunds spielen Romanciers, Lyriker und Dramatiker in der Autoren-Nationalmannschaft, kurz Autonama. Und hauptberuflich ganz was anderes machen auch die Mitglieder des FC Bundestag. Im Kader der Parlamentsmannschaft sind Abgeordnete aller Fraktionen.

Bei den Bürgermeistern steht laut Wellbrock ein Generationswechsel an. Retsch wurde von seinem Amtskollegen aus dem nahe gelegenen Muggensturm, Dietmar Späth, gefragt, ob er dabei sein wolle. Späth, der künftige Oberbürgermeister von Baden-Baden, gehört zu den Mitgründern der Nationalelf. Zudem kommt er wie Retsch und der Bietigheimer Constantin Braun aus dem Landkreis Rastatt. Die Region um Baden-Baden könnte mit bald vielleicht drei Spielern so prominent in der Nationalmannschaft vertreten sein wie keine andere.

Retsch bezeichnet sich selbst als Teamplayer. «Konkurrenz scheue ich nicht», sagt der 39-Jährige. Mit dem Alter habe man mehr Überblick und könne die Schnelligkeit der Jüngeren etwas ausgleichen. «Außerdem spornt das an, fit zu bleiben.» Es sei nicht nur eine Hobbymannschaft, betont er. Das werde schon mit Ernsthaftigkeit betrieben. Und: «Wenn man das Nationaltrikot anhat und die Nationalhymne läuft, ist das schon Gänsehautfeeling.»

Dass er den Anzug bald öfter mal gegen das Fußballtrikot tauschen kann, ist für Retsch nur ein Teil der Motivation. «In der dritten Halbzeit ist es schon gemütlicher», da sei er dann Privatperson. Aber er freue sich auch auf den Austausch mit internationalen Kollegen. Wellbrock beispielsweise erinnert sich an Spiele in Israel und Armenien und spricht von «sportpolitischen Reisen».

Solche Auslandsreisen sind nach Retschs Angaben auch der Grund, warum der Gemeinderat für den Fall einer Berufung in das Nationalteam das Ganze bestätigen muss. Dabei gehe es um Versicherungsfragen, erklärt er. Für Trainingslager und Turniere nehme er Urlaub. «Die Kosten für Reisen gehen natürlich auf mich und fallen nicht der Gemeinde an.»

Wochenpost – STICHWÖRTER– TRANSLATION

n.b. Nationalelf refers to a soccer team of eleven players
Gänsehautfeeling – gives (me) goose bumps
aufgenommen – chosen
probekicken – practice kicking
Anwärter – candidates
üppig – richly
vertreten – represented
Gemeinderat – town council
zustimmen – agree
seit geraumer Zeit – for some time
weitgehend – considerable
erfolgreichen – successful
Stürmer – striker (aka forward)
Bezirksliga – county league
weckte – awoke
Ehrgeiz – ambition
gepackt – seized
Trainingslager – training camp
beweisen – prove
Zeichens – token
gewissermaßen – to a certain extent
Botschafter – ambassador
unterstützt – supports
Gremium – committee
Kader – cadre
n.b. EM = Europa Meisterschaft: European Championship
gemeldet – registered
Freizeitvergnügen – fun time
Auswahlverfahren – selection process
winkt ab – waves (that) off
HauenKickenkrieg – knockdown drag out fight
Gründung – founding
samt – together with
naturgemäß – naturally enough
Streitkräfte – armed forces
Bundeswehr– – military
Winzer – wine growers
Konkurrenz – competition
scheue – shy away from
spornt an – spurs (me) on
Ernsthaftigkeit – seriously
betrieben – approached
Versicherungsfragen – a question of insurance

Trans: Barbara Weidendorf, B.A., M.A.

*Note: Previous selections can be found in the Archives section of the site.*