09. März 2019 Selected Articles

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Aus Aller Welt

Opernball in Wien: Viel Politik und eine besondere Eröffnung

Mehr als 5000 Gäste, ein Glas Sekt für zwölf Euro und mittendrin viel Prominenz: Der Wiener Opernball ist eine Veranstaltung der Extraklasse. Dieses Jahr bleiben ein überglücklicher Richard Lugner und politische Botschaften in Erinnerung.

Das Jungdamen- und Jungherrenkomitee im Rahmen des Wiener Opernballes. Foto: dpa

Von Fabian Nitschmann

Wien (dpa) – Es ist 23.37 Uhr, als Richard «Mörtel» Lugner (86) die Tanzfläche erreicht. Er sei kein guter Tänzer, habe zwei linke Füße, hatte der Ex-Baumeister in den Tagen vor dem Wiener Opernball verkündet. Und auch sein Stargast, das australische Model Elle Macpherson (54), wollte eigentlich nicht mit ihm tanzen – aus Angst, den spendablen Gastgeber zu blamieren. Zudem war Lugner erkältet, Macpherson nach einem Sturz am Mittwoch leicht am Fuß verletzt. Doch dieses Jahr war die Stimmung zwischen Lugner und seinem Gast so harmonisch, da wurde am Donnerstagabend sogar getanzt. Zumindest eine Minute lang.

«Sie ist eine Traumfrau. Sie ist wunderschön, nett und pünktlich», sagte Lugner am Ballabend über das als «The Body» bekannte Model. Macpherson wiederum konnte sich sehr für die Veranstaltung an sich begeistern. «Was mir am besten gefallen hat, waren die Debütantenpaare, die den ersten Walzer getanzt haben», sagte Macpherson. Mit den Debütantinnen in ihren weißen Kleidern und den von Donatella Versace designten Tiaren posierte sie in den Gängen vor den Logen später fleißig für die Fotografen.

Die große Harmonie zwischen Lugner und «The Body» war ein Sinnbild für den gesamten Ball. Denn das gesellschaftliche Spektakel war dieses Mal frei von Skandalen, Unfällen oder Aufregern. Daher rückten vor allem einige politische Botschaften in den Mittelpunkt. Österreichs Staatsoberhaupt Alexander Van der Bellen etwa hatte die Halbschwester des ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama, Auma Obama, zu Gast. Die beiden trafen sich bereits am Nachmittag in der Wiener Hofburg.

Van der Bellen betonte dort, dass er mit der Einladung an die Kenianerin ein Zeichen setzen wolle, um die Beziehungen zu Afrika auf eine neue Grundlage zu stellen. Obama engagiert sich mit ihrer Stiftung Sauti Kuu («starke Stimme») für Jugendliche in Afrika. «Wir müssen uns noch ein bisschen mehr bemühen zu verstehen, was in Afrika los ist», sagte der Bundespräsident am Abend. «Frau Obama macht eine vorbildliche Arbeit, besonders im Bereich der Jugend.»

Der Wiener Künstler Tom Neuwirth (30) alias Conchita nutzte den Opernball, um für die bevorstehende EU-Wahl zu werben. «26. Mai! Es gibt keine Ausrede», sagte Conchita und forderte die Wähler auf, von ihrem demokratischen Recht Gebrauch zu machen. Conchita war zu Gast in der Loge von Österreichs Justizminister Josef Moser (ÖVP) und zog – wie schon am Wochenende beim Grazer Tuntenball – mit einer Glatze viele Blicke auf sich. Dazu trug Conchita ein hautenges Kleid mit extra-tiefem Ausschnitt.

Auch darüber hinaus war der Ball dieses Jahr sehr politisch, zumindest mit Blick auf die Gästeliste. Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) konnte neben DJ Ötzi (48), Model Barbara Meier (32) und Sopranistin Anna Netrebko (47) fast alle seine Minister treffen. Außerdem wurde der österreichische EU-Kommissar Johannes Hahn gesichtet, mehrere österreichische Bundesländer waren mit ihren Landeschefs vertreten.

Eröffnet wurde der Opernball von der bereits erwähnten Anna Netrebko und ihrem Ehemann Yusif Eyvazov (41). Die beiden sangen zusammen «O soave fanciulla» aus «La Bohème» von Giacomo Puccini. Eyvazov beeindruckte das Publikum zudem mit seiner Darbietung von «Nessun Dorma» aus der Oper «Turandot».

Netrebko, die im Laufe des Abends drei verschiedene Kleider präsentierte, war vor ihrem Auftritt sehr aufgeregt. «Wenn es vorbei ist, bin ich sehr happy», sagte sie der österreichischen Nachrichtenagentur APA.

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Sport

Ski-WM mit Dopingschatten – Medaillenflut dank «Eisei» und Frenzel

Sechsmal Gold, dreimal Silber: Deutschlands Nordische Skisportler freuen sich über ihre WM-Bilanz. Springer und Kombinierer sorgen für Medaillen. Der erfolgreichste deutsche Sportler ärgert sich aber auch.

Skispringen – Teamspringen, Mixed: das deutsche Skisprungteam Männer und Frauen feiert mit dem Mixed-Team aus Deutschland mit Katharina Althaus (vorne 2.v.r.) Markus Eisenbichler (vorne 4.v.r.), Karl Geiger (vorne 5.v.r.), Juliane Seyfarth (3.v.r.), deren Sieg. Foto: dpa

Von Thomas Eßer und Patrick Reichardt

Seefeld (dpa) – Die deutschen Sportler waren nach der Medaillenflut in zwei sonnigen Seefeld-Wochen rundum zufrieden. Die Bilanz von sechsmal Gold und dreimal Silber ließen sie sich auch vom Doping-Skandal bei der Nordischen Ski-WM nicht verderben.

«Es war sensationell für mich», sagte Skispringer Markus Eisenbichler – mit dreimal Gold der erfolgreichste Athlet des Deutschen  Skiverbandes. Sportdirektorin Karin Orgeldinger bilanzierte: «Wir sind alle sehr glücklich.» Bundestrainer Werner Schuster sprach von einer «grandiosen WM» für seine Springer. Im Medaillenspiegel belegte Deutschland wie schon zwei Jahre zuvor hinter den dominanten Norwegern Rang zwei. Damals hatte der DSV zweimal Bronze mehr auf dem Konto.

In einer Saison, in der dies nicht unbedingt zu erwarten war, präsentierten sich vor allem die Flugkünstler und Kombinierer auf den Punkt topfit. Ohne einen einzigen Weltcupsieg war der 27 Jahre alte Eisenbichler nach Seefeld gereist und wurde dort zu einem der Gesichter der WM. Der emotionale Bayer, der seine Siege in Tracht und mit «ein, zwei, drei Bierchen» feierte, kommt bei den Fans mit seiner Art an. Wenn es läuft, jubelt «Eisei» ausgelassen und brüllt seine Freude heraus, wenn er unzufrieden ist, gibt’s auch mal einen Schlag auf die Kamera oder einen deftigen Fluch in feinstem Dialekt.

Auch Karl Geiger zählt du den absoluten Gewinnern dieser WM. Der Oberstdorfer ist zwar eher der Typ stiller Arbeiter, mit seiner Art aber kaum weniger erfolgreich. Jahrelang war der 26-Jährige das personifizierte Mittelmaß der DSV-Springer. In Tirol gewann er Silber im Einzel sowie Gold mit der Mannschaft und im Mixed.

Das Team mit Geiger, Eisenbichler, Katharina Althaus und Juliane Seyfarth lieferte sich zum Abschluss der Schanzen-Wettbewerbe ein packendes Duell mit Österreich und jubelte am Ende ausgelassen. Zu Beginn der zweiten Seefeld-Woche hatten sich die Springerinnen bereits zu Weltmeisterinnen bei der WM-Premiere des Frauen Team-Wettkampfes gekrönt. Im Einzel gewann Althaus Silber.

Mitten hinein in die deutschen Erfolge erschütterte die «Operation Aderlass» die WM. Bei einer Doping-Razzia waren am Mittwoch insgesamt sieben Verdächtige im WM-Ort Seefeld festgenommen worden. Darunter waren zwei österreichische, zwei estnische und ein kasachischer Langläufer. Zudem wurden parallel in Erfurt Sportmediziner Mark S. und ein mutmaßlicher Komplize festgenommen.

«Ich habe das gar nicht fassen können. Ich habe das erst realisiert, als ich es wirklich gesehen habe», sagte Eisenbichler im «Sportstudio» des ZDF. Die Vorfälle machten ihn «sehr traurig und extrem wütend». Einer der österreichischen Läufer war während der Bluttransfusion mit der Nadel im Arm erwischt worden, wie ein öffentlich gewordenes Video dokumentierte.

Die erfolgreichste Athletin der WM hat schon eine Doping-Sperre hinter sich. Die Norwegerin Therese Johaug gewann in Seefeld dreimal Gold und einmal Silber. Johaug war zuvor wegen einer Lippencreme, die ein Steroid enthielt, gesperrt worden und verpasste die WM 2017 in Lahti und Olympia 2018 in Pyeongchang.

Von den zahlreichen norwegischen Fans, die in Seefeld eine große Party zelebrierten, wurde Johaug ausgelassen gefeiert. Bei den deutschen Fans war Kombinierer Eric Frenzel einer der meistbejubelten Sportler. «Was Eric wieder geschafft hat, ist unglaublich», sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch. «Er war am weitesten weg, jetzt hat er drei Medaillen.» Frenzel hatte die gesamte Saison Probleme gehabt, ließ sogar einen Weltcup aus, um an seinem Sprung zu arbeiten. «Es war hart, was vorher ablief», beschrieb er die Zeit vor der WM, in der er auch mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte.

In Innsbruck sprang Frenzel plötzlich stark, in der Seefelder Loipe trat er explosiv auf. Im Einzel- und im Teamsprint mit Fabian Rießle gewann er Gold, im Team verhalf der 30 Jahre alte Sachse dem deutschen Quartett mit einer Energieleistung zur schon verloren geglaubten Silbermedaille. Weil Frenzel in Top-Form war, fielen die schwächeren Leistungen von Johannes Rydzek, der vor zwei Jahren noch Vierfach-Weltmeister geworden war, nicht so ins Gewicht.

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Feuilleton

Bremer Stadtmusikanten sind 200 Jahre alt

Die „Bremer Stadtmusikanten“ als Souvenirs in Form von Büchern, Schneekugel und in Metall stehen in einem Geschäft in Bremen im Fenster.  Foto: dpa

Von Friedemann Kohler

Bremen (dpa) – Ein Märchen feiert Geburtstag: Vor 200 Jahren wurden die «Bremer Stadtmusikanten» erstmals veröffentlicht. Dabei haben es die berühmtesten Bremer nie bis in die Hansestadt geschafft. Es waren einmal vier Tiere: ein Esel, ein Hund, eine Katze und ein Hahn. Die hofften auf ein besseres Leben und wollten sich in einer norddeutschen Stadt einen Namen als Musiker machen. Vor genau 200 Jahren nahmen die Brüder Grimm die «Bremer Stadtmusikanten» in die zweite Ausgabe ihrer «Kinder- und Hausmärchen» auf. Seit damals hat sich das populäre Märchen in der ganzen Welt verbreitet. Kinder lieben die «Bremen Town Musicians» auf Englisch, es gibt einen Trickfilm mit den «Bremenskije Musykanty» in Russland. In Riga in Lettland türmen sie sich als Skulptur ebenso wie im japanischen Osaka. Für die Freie Hansestadt Bremen sind die Märchenfiguren ein Wahrzeichen geworden, das überall bekannt ist und Touristen scharenweise anzieht. Zum 200-jährigen Jubiläum feiert Bremen seine tierischen Helden den ganzen Sommer lang. «Die Bremer Stadtmusikanten sind moderner als je zuvor», sagte Bürgermeister Carsten Sieling (SPD). «Sie symbolisieren Weltoffenheit, Solidarität, Gastfreundschaft, Kreativität und Aufbruchstimmung.»

Dabei sind die Tiere, wenn man die Geschichte genau liest, nie bis Bremen gekommen. Der Esel ist müde vom Säcketragen, der Hund schwach vom Jagen, die Katze soll ersäuft werden, dem Hahn droht der Suppentopf. So fliehen die vier und erreichen nachts im Wald ein Räuberhaus. Schon das erste Konzert der Rentner-Band ist ein durchschlagender Erfolg: Die Ganoven fliehen Hals über Kopf. Und auch durch einen Gegenangriff der Räuber lassen sich die Tiere nicht mehr aus ihrer neuen Heimstatt vertreiben. Sie haben ihr Ziel erreicht. Die Stadtmusikanten gehörten «zu den bekanntesten Märchen überhaupt der Brüder Grimm», sagte Bernhard Lauer der Deutschen Presse-Agentur. Es habe eine sehr menschliche Botschaft: «Auch die Armen, Schwachen, Vernachlässigten können sich mit Witz und Klugheit durchsetzen», meint der Geschäftsführer der Brüder-Grimm-Gesellschaft in Kassel. Der konkrete Städtenamen in einem Märchen ist aber eine Seltenheit. Warum wollten die Tiere ausgerechnet nach Bremen? «Etwas Besseres als den Tod findest Du überall», erläutert der Esel dem Hahn eher ruppig das Endziel. «Kommt mit uns nach Bremen, etwas Besseres findet Ihr so leicht nirgends» – so die geschönte Fassung der Bremer Stadtwerbung.

«Bremen war eine Stadt der hanseatischen Freiheiten», sagte Literaturkenner Lauer. «Es hätte natürlich auch Amsterdam oder Hamburg sein können.» Ausgerechnet Hamburg, die hanseatische Konkurrenz? Doch die Quellen, von denen die Brüder Grimm sich das Märchen erzählen ließen, stammten aus Ostwestfalen und Nordhessen. Von dort weserabwärts war Bremen die nächstgelegene freie Hansestadt. Und so kamen die Tiere doch noch nach Bremen bis neben das Rathaus. An der Skulptur des Bildhauers Gerhard Marcks (1889-1981) stehen Touristen Schlange, um sich fotografieren zu lassen. Die Hufe des Esels sind blank gewienert; es soll Glück bringen, sie anzufassen. In den Souvenirläden der Böttcherstraße oder im Bummelviertel Schnoor ist dem Augenschein nach die Hälfte der Andenken den Stadtmusikanten gewidmet. Es gibt die Tierpyramide auf Bechern, Anhängern, T-Shirts und Lutschern, als Holzspielzeug und natürlich das Märchen als Buch. Der Stadtmusikantensommer in der Hansestadt begann am 3. März mit einem Konzert in der Kulturkirche St. Stephani. Die Kunsthalle zeigt vom 23. März bis zum 1. September die Schau «Tierischer Aufstand. 200 Jahre Bremer Stadtmusikanten in Kunst, Kitsch und Gesellschaft». Es gibt Konzerte, Straßentheater, ein Stadtmusikantenfest und den neuen Animationsfilm «Die sagenhaften Vier». Auch die Grimm-Gesellschaft erinnert an das Jubiläum mit einer Ausstellung ab 2. Mai in Kassel. Sie soll später durch Deutschland wandern und eventuell auch in Japan gezeigt werden

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Gesundheit / Umwelt

Nitrat im Grundwasser: Noch schärfere Dünge-Regeln geplant

Wenn zu viel Dünger auf den Äckern landet, ist das ein Problem für Flüsse, Seen und das Grundwasser.

Seit nicht mal zwei Jahren gelten strengere Vorgaben für Bauern – 
dabei soll es nun aber nicht bleiben.  Foto: dpa

Berlin (dpa) – Zum Schutz des Grundwassers sollen die erst 2017 geänderten Düngeregeln für die deutschen Bauern auf Druck der EU erneut verschärft werden. Vorgesehen sind bundesweit strengere Vorgaben für belastete Gebiete, die unter anderem Düngeverbote und Regelungen zu Obergrenzen umfassen. Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) sagte: «Wir schlagen damit Maßnahmen vor, mit denen wir unser Grundwasser noch besser schützen.» In Kraft treten sollen die neuen Vorgaben 2020, wie es in einer der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Mitteilung an die EU-Kommission heißt. Wasserversorger und Umweltschützer begrüßten die Pläne, vom Bauernverband kam Kritik.

Übermäßiger Einsatz von Gülle und stickstoffhaltigem Dünger gilt als eine Ursache für zu hohe Nitratwerte im Grundwasser. Daher gelten für die Landwirtschaft in Deutschland seit Sommer 2017 strengere Regeln. Dazu gehören Obergrenzen für Stickstoff und längere Düngeverbote. Im vergangenen Juni stellte der Europäische Gerichtshof dann aber fest, dass Deutschland jahrelang zu wenig gegen überhöhte Nitratwerte unternommen hatte – das Urteil bezog sich aber noch auf ältere Regeln vor 2017. Danach gab es Gespräche zwischen Berlin und Brüssel.

Konkret plant die Bundesregierung für nitratbelastete Gebiete unter anderem Düngeverbote im Spätsommer für Winterraps und Wintergerste. Der für jede Pflanzenkultur zu errechnende Düngebedarf soll pauschal um 20 Prozent gesenkt werden. Stickstoff-Obergrenzen sollen nicht nur im Betriebs-Schnitt gelten, sondern für jedes Feld. Klargestellt werden sollen auch Verpflichtungen der Länder zu Schutzgebieten. Laut Regierung soll ein Referentenentwurf im März vorliegen.

Der Bauernverband warnte vor einer überstürzten Neuregelung und forderte Verlässlichkeit und Planungssicherheit im Düngerecht ein. «Änderungen im Jahresrhythmus sind ein Vertrauensbruch», kritisierte Präsident Joachim Rukwied. Die EU-Kommission müsse Deutschland die Chance geben, dass sich das neue Düngerecht auch entfalten könne. Die Bauern arbeiteten «mit Hochdruck» an der Umsetzung. Laut Verband geht der Einsatz von stickstoffhaltigen Handelsdüngern und Klärschlamm deutlich zurück. Auch der Bestand an Rindern und Schweinen nehme ab.
Die Wasserversorger begrüßten dagegen die geplanten Verschärfungen. Über die Novelle könnten Schlupflöcher geschlossen werden, sagte Karsten Specht, Vizepräsident des Verbands Kommunaler Unternehmen (VKU). Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) erklärte, das vor kurzem reformierte Düngerecht reiche bei Weitem nicht aus, um das Nitrat-Problem in den Griff zu bekommen. Nötig sei ein geringerer Nährstoffeintrag in den gefährdeten Gebieten, wofür Ausnahmen abgeschafft werden sollten.

Die Umweltorganisation Greenpeace erklärte, die Intervention der EU-Kommission zwinge die Bundesregierung endlich zum Handeln. Die Vorschläge gingen nun in die richtige Richtung. Damit ließen sich «wirksame Maßnahmen gegen die Güllefluten und für den Schutz des Trinkwassers einleiten». In Gebieten mit sehr hohen Nitratwerten brauche es strengere und verpflichtende Vorgaben, statt weiter auf Freiwilligkeit zu setzen.

Klöckner betonte, sie wisse um die entstehenden Erschwernisse für die landwirtschaftlichen Betriebe. Auch Dänemark, Frankreich und die Niederlande unterlägen den strengen EU-Auflagen und stünden vor vergleichbaren Herausforderungen. «Wir werden unsere Landwirte bei der Umsetzung begleiten und unterstützen», sagte sie.

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Reise

Algarve aktiv – Wandern unter Korkeichen und paddeln im Kajak

Von Manuel Meyer

Faro (dpa) – Die Algarve ist für ihre traumhaften Strände bekannt. Dort kann es aber ziemlich voll werden. Ein Grund mehr, Portugals südliche Atlantikküste aktiv zu erkunden. Wandern, radeln, Kajakfahren und surfen bieten besondere Einblicke in die Region. Gott sei Dank werfen die haushohen Eukalyptusbäume große Schatten auf die Straße. Die Steigung hat es in sich. Zwischen dem Bergdorf Monchique und dem Pico da Fóia, dem höchsten Punkt der Serra de Monchique, beträgt sie streckenweise bis zu zwölf Prozent. Selbst Guide Marco Gomes muss kräftig in die Pedale treten. Hinter ihm kämpfen sich seine Ausflugsgäste die Serpentinenstraße hoch. Die Strecke gehört zu den schwierigeren Radtouren im bergigen Hinterland der Algarve. Doch die Mühe lohnt sich. Oben auf dem 902 Meter hohen Gipfel genießen die Ausflügler einen umfassenden Panoramablick über die sanfte Hügellandschaft. AmHorizont ist sogar die Westküste Portugals zu erkennen.

Die Algarve mit ihren imposanten Steilklippen und Badebuchten ist eindrucksvoll. Doch es gibt noch mehr zu entdecken. «Es ist einfach schade, dass so wenige Urlauber überhaupt wissen, wie traumhaft schön das Hinterland hier ist», sagt Gomes. Dabei liegt die Serra de Monchique gerade einmal rund 30 Kilometer von der Touristenhochburg Portimão entfernt. Vom regen Treiben an der nahen Küste ist in den Bergen nichts mehr zu spüren. Hier oben liegen weiße Bergdörfer wie das idyllische Caldas de Monchique mit seinen Thermalbädern. In dem Naturschutzgebiet sind Otter, Füchse, Wildschweine, Dachse, Wildkatzen und der seltene Iberische Luchs zu Hause. Das Netz aus Wander- und Radwegen ist enorm. Wie in der nahen Serra de Caldeirão führen die Routen meist durch dichte Korkeichenwälder. Unberührte Landschaft. Trekking-Urlauber zieht es besonders auf die Via Algarviana. Der Weitwanderweg, den man auch mit Rad oder Pferd bewältigen kann, schlängelt sich auf fast 300 Kilometern parallel zur Küste durch das Hinterland. Nur selten begegnet man anderen Wanderern. Gelegentlich sieht man Bauern auf ihren Feldern, die hier Orangen, Feigen, Oliven, Zitronen, Mandeln und Wein kultivieren. Rund zwei Wochen braucht es für die Strecke von Alcoutim an der Grenze zu Spanien bis zum Cabo de São Vicente bei Sagres, dem südwestlichsten Zipfel des europäischen Festlands. Alcoutim ist eines jener Bilderbuchdörfer der Algarve, in die sich nur selten ein Urlauber verirrt. Über Kopfsteinpflaster geht es durch Jahrhunderte alte Gassen und vorbei an der imposanten Wallfahrtskirche zunächst parallel zum Guadiana-Fluss. Kleine Segelboote ankern vor den Festungsmauern der alten Grenzstadt. Postkarten-Idylle.

Wie Alcoutim können auch viele andere Ortschaften entlang der Via Algarviana auf eine stolze Vergangenheit zurückblicken. Hier siedelten schon Phönizier, Karthager, Römer, Goten. Fast 800 Jahren war die Region von den Arabern besetzt. So leitet sich der Name Algarve vom arabischen «Al Gharb» ab, was so viel wie «der Westen» bedeutet. Unter den Mauren war Silves die Hauptstadt der Region. Burgen, Festungen und mittelalterliche Brücken zeugen noch heute von der prunkvollen Vergangenheit. Wer im Frühling auf der Via Algarviana wandert, streift zwischen Salir und Alte entlang alter Steinmauern durch farbenprächtige Blumenlandschaften und Orangen- und Zitronenhaine. Man durchkreuzt verschlafene Dörfer wie Benafim. Ohne Handyempfang, ohne Läden. Oftmals leben hier nur einige wenige Bauern. Hinter Alte sieht man in den Wäldern nahe der Serra de Monchique auch immer häufiger die berühmten schwarzen Schweine, aus denen der bekannte Eichelschinken gemacht wird. Danach biegt die Route Richtung Sagres nach Südwesten ab. Die Nähe zum Atlantik wird spürbar. Pinien wachsen, die Luft ist salziger, schwüler. Die letzten Kilometer geht es durch das Naturschutzgebiet Cabo de São Vicente zum gleichnamigen weltberühmten Kap, an dem die Steilklippen spektakulär 70 Meter in den tosenden Atlantik abfallen. Im Mittelalter galt das nach dem Schutzpatron der Seefahrer benannte Kap als Ende der Welt. Ein mystischer Ort, auch heute noch. Obwohl der Wurststand mit der «letzten Bratwurst vor Amerika» ein wenig das Ambiente verdirbt.

Wer gerne mit Meerblick wandert, ist an der Algarve richtig. Ganz im Westen lockt im Naturpark Costa Vicentina der 19 Kilometer lange Gezeitenweg um das Dorf Carrapateira herum. Am Fluss Ribeira da Carrapateira geht es zunächst Richtung Meer. Von der Felsküste aus genießen Wanderer immer wieder Ausblicke auf den Atlantik, bevor der Weg erneut landeinwärts vorbei an Zistrosen und Korkeichen zurück nach Carrapateira führt. Ganz im Osten der Algarve zieht der Naturpark Ria Formosa neben Wanderern und Radfahrer auch Kajakfans an. Auf Paddeltouren kann man in einem Labyrinth aus Lagunen, Dünen und Salinen die einzigartige Vogelvielfalt mit riesigen Flamingo-Kolonien und Weißstörchen bestaunen. Vor dem Feuchtgebiet lohnt es sich, zu den vorgelagerten Inseln im Atlantik überzusetzen. Die Umrundung der Ilha de Tavira ist mit 22,5 Kilometern die längste Strandwanderung der Algarve. Die bekannten Touristenstrände sind grandios. Doch wer sich dort niederlegt, ahnt oft nicht, welch schöne und gut markierte Wanderrouten zwischen den Stränden liegen. Mehr noch: Wer zwischen Salema und Lagos den rund 20 Kilometer langen Küstenwanderweg nimmt, gelangt an Badebuchten und Strände wie Boca do Rio, wohin sich Badegäste aus den Touristenzentren nicht in Massen verirren. Ab der Ponta da Piedade ist Schluss mit der Einsamkeit. Die Felsküste ist das unbestrittene Aushängeschild der Algarve. Die meisten schießen das obligatorische Foto von oben. «Weitaus spektakulärer ist die Felsenwelt allerdings vom Meer aus», sagt Yolanda Tati. Die aus Lissabon stammende Portugiesin nimmt deshalb an einer Kajaktour durch Tunnel und Höhlen teil. «Die Felsen sehen hier aus wie ein Schweizer Käse», findet sie.

An einer kleinen Badebucht, die man nur vom Meer aus erreicht, erholt sich die Gruppe vom Paddeln und genießt das glasklare Wasser – auch wenn hier zumindest im Sommer ziemlich viele Kajaktouren unterwegs sind. Doch mit dem Sonnenbaden in Sardinendosen-Formation an den Badestränden von Lagos hat das nichts zu tun. «Den ganzen Tag an einem vollen Strand liegen, wäre für mich nichts», versichert Fritz Schindler. Der 76 Jahre alte Rentner aus Gelsenkirchen ist seit einer Woche mit einer Radgruppe unterwegs. Sie sind von Norden kommend die Küste des Naturparks Costa Vicentina heruntergefahren. Die letzten Tage in Sagres wolle er sich aber nicht einfach an den Strand legen. Stattdessen steht ein Surfkurs auf dem Programm. «Du bewegst dich, bist permanent mit dem Wasser in Berührung, spürst die Kraft der Wellen. Den ganzen Tag an der frischen Seeluft», schwärmt Schindler. Er liegt an der Praia da Cordoama auf dem Brett und wartet auf die Welle. Surflehrer Hugo Figueiredo hilft den Kursteilnehmern, im schäumenden Wasser stehend. «Warten, warten. Jetzt! Lospaddeln!», ruft der Profi zwei Freundinnen aus Lissabon zu. Patricia Fazenda und Susana Antunes treiben ihre Bretter mit kräftigen Armschlägen vor den Wellen her. «Jetzt, langsam aufstehen», ruft Figueiredo. Die zwei Frauen fallen immer wieder sofort ins Wasser. Nach drei Stunden sind sie erledigt. Es ist ihnen egal. «Das war so toll. Hat richtig Spaß gemacht, und wir haben super nette Leute kennengelernt», sagt Antunes. Die Wellen rauschen beständig an die langen, unbebauten Sandstrände wie Praia da Cordoama oder Praia do Amado, an denen relativ wenige Badegäste liegen. «Für Surfer, für Anfänger wie für Profis, ist die südliche Westküste der Algarve ideal», sagt Surflehrer Figueiredo, der hier seit Jahren die Kurse der Free Ride Surf School leitet. «Bei 300 Sonnentagen im Jahr, angenehmen Wintertemperaturen und ständigen Wellen kann man hier das ganze Jahr über surfen, auch wenn die Wellen im Winter für Anfänger etwas zu groß sind», erklärt Figueiredo. Für Fritz Schindler hat er ein paar Balance-Tipps parat. Und tatsächlich, irgendwann steht der Rentner auf dem Brett.

Informationen:
Anreise: Verschiedene Fluggesellschaften wie Eurowings, TAP Air Portugal und Ryanair bieten täglich Flüge von deutschen Flughäfen nach Faro an. Am Flughafen lassen sich Mietwagen ausleihen. Reisezeit: Ganzjährig. Die idealen Monate für Wander- und Radtouren sind allerdings März bis Juni und September bis November.

http://www.visitportugal.com/de

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Mailänder Fashion Week: Armanis Rhapsodie in Blau

Eine Kreation aus der Emporio Armani Kollektion für die Herbst-Winter-Saison 2019/2020.          Foto: dpa

Mailand (dpa) – Eine Hommage an die Farbe Blau. Das ist Giorgio Armanis Leitbild für die Saison Herbst/Winter 2019/20. Sie prägte fast die gesamte Show des Stardesigners auf der Mailänder Fashion Week. «Ich liebe die Tiefe und die Kraft dieser Farbe. Sie ist die einzige Alternative zu Schwarz», so erklärte der Designer gegenüber der italienischen Branchenzeitung «MF Fashion» seine Wahl. Er inszenierte die Kollektion in einer intimen, salonartigen Atmosphäre. Und zum ersten Mal überhaupt brachte er die Frauen- und Männerlinie gemeinsam auf den Laufsteg. Die Mode selbst ist Armani pur. Jene unverkrampfte Eleganz, mit der er sein Lebenswerk aufbaute. So entfernt er bei Jacken den Kragen und ersetzt ihn durch ein dekoratives Streifenornament. Die Hosen variieren zwischen schmalen Schnitten und Modellen im Jodhpur-Stil: mit Weite an den Oberschenkeln. Hier und da fügt er abstrakte Musterbilder ein. Samt hat einen starken Auftritt und am Abend funkeln die Kristalle. Armanis Botschaft an die Männer: Tragt wieder Krawatten! Paul Surridge, der Kreativdirektor des Modehauses, interpretierte für die neue Saison die Tigermuster in frischen, intensiven Farben und zeigte zudem Elemente in Python-Optik. Bei Missoni wiederum dominierte Strick in alle Facetten, während Cividini Stoffe und Muster aus der Männer- in die Damenmode überführte.

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Aus Allen Staaten

Bob Hammer is the New Jäger König!

Jägerkönig Bob Hammer with his lovely wife Betty

by Monica T. Forest

For Bob Hammer, the title “Jäger König” could be expanded to Sportsman of the Year. Wow! What a season!

Take your pick of archery, trap shooting, hunting and pellet shooting – the Carpathia Jäger enjoy it. But the biggest competition of the year is the Carpathia Jäger King Shoot which is an exciting trap shooting competition. Interestingly, one can take their pick of events and find Bob Hammer’s name at the top of each list. Congratulations to Bob Hammer for winning both the Jäger Archery League as well as the Jäger King Shoot Competition! By the way, on top of everything else, Bob Hammer was also the Jäger President! Thanks, Bob, for your sportsmanship, your commitment to the group, and your many years as Jäger president.

One event that Bob introduced is the Jäger Youth Outdoor Day that’s free of charge. Everyone is welcome to bring their children, grand-children, nieces and nephews to give them a chance to get away from their phones and tablets. Once outside, kids love the outdoors! They especially love it if they can try new things like archery and shooting. Last summer, the boys and girls that participated ranged in age from eight-year-olds all the way up to college kids that never had the chance to try target sports. Every year, kids come back and bring their friends – it’s great to see how the Youth Outdoor Day keeps expanding!

The Jäger feel very strongly about being mentors. Bob started out as what he describes “a soccer guy.” He played goalie for the Carpathia Kickers for years, so he already liked sports and the outdoors. And he also liked a girl named Betty who he ended up marrying. Her dad, Joseph Toepfner, was an icon in the Jäger group, a consistent top-shooter and a good man. Joe was the one who took Bob under his wing and introduced him to hunting and shooting. Who knew Bob would have such a talent for it? Well, obviously, Joe did. When Joe passed away this January, the Jäger truly mourned right along with Bob, Betty and the Toepfner family.

Between all the events like the wild game dinner and the Jäger Euchre party, the group still finds time for deer hunting and pheasant hunting with “Abend nach der Jagt.” And now the Winter Trap League has begun. And, yes, Bob Hammer’s team is in first place. If you or anyone you know is interested in shooting, archery, hunting or the outdoors, consider joining the Jäger. All ages are welcome. Please contact Bob Psotka at b1960kid@yahoo.com to find out more.

On behalf of the Carpathia Jäger, everyone is invited to a Wild Game dinner on March 9th to celebrate Bob’s eagle eye and the group’s successful hunt. It’s a very popular night with fantastic food and a fun attitude. They have raffle prizes galore including a donation from Cabella’s. Also, there will be a beer tasting/beer pairing event with Sherwood Brewing Company as well as the traditional wine tasting. The band, Enzian, will be keeping the things lively. And like most events, the wild game dinner welcomes the public, so feel free to invite friends and neighbors to try something wild!
Check out the Carpathia Jäger Wild Game Dinner on March 9th, the Jäger Euchre Party on April 20th, and more events at http://www.carpathiaclub.com.

Bob‘s king plaque

In den Fußstapfen seines Vaters:

Randy Mathy Jr. wird Executive Chef bei Forte Belanger

Randy Mathy Jr., Executive Chef bei Forte Belanger

Troy, MI (bk/wm) – Wer schon einmal bei der Mathy Familie zu Tisch saß und eine Mahlzeit genießen konnte, versteht den Ursprung des Kochtalents der beiden Mathy Namensträger, Randy Mathy Senior und Sohn, Randy Mathy Junior. Obwohl Oma Mathy deutscher Abstammung ist, hat sie schon immer die österreichische Küche für Ehemann und Familie gekocht und serviert. Die Kochkünste, die in der Mathy Familie herrschen, stammen aus der Familienküche und wurden von dem Sohn, Randy Mathy Senior beruflich als Koch weitergeführt und dann ebenfalls von Enkelsohn, Randy Mathy Junior fortgesetzt.

Als gebürtiger Amerikaner deutsch-österreichischer Abstammung besuchte Randy Junior das amerikanische Schulsystem in Fraser, Michigan, und war sehr aktiv im deutsch-österreichischen Vereinsleben in Sterling Heights, Michigan. Durch die Verbindung zu dieser Vereinskultur, die sich in der Carpathia Halle befindet, hatte Randy die Gelegenheit, seine Kochkünste in der Carpathia Küche zu entdecken und auszubilden. Sein Kochtalent in der Carpathia Halle war immer sofort erkennbar, wenn Randy Junior in der Küche tätig war. Das Essen schmeckte sehr gut, und die Gäste waren immer besser gelaunt, nachdem sie eine Mahlzeit, die von Randy Junior gekocht wurde, verzehrt hatten. Mit solchen Erfolgen war es für ihn nicht zu schwer, sich für eine kulinarische Karriere zu entschliessen anstatt Ingenieur zu werden

Seine weitergehende Ausbildung und Schulung hat sich deswegen auf diesen Bereich vertieft. Randy Mathy Jr. kletterte die Berufsleiter hinauf und wurde nun von der bekannten Catering Company Forte Belanger in Troy,Michigan, zum Executive Chef ernannt. Als kulinarischer Fachmann entwirft er Menüs und eigene Kochrezepte, die er prüft und nochmals prüft bevor das Essen serviert wird. Randy kümmert sich ebenfalls um das Team der Catering Companie. Chef Randy freut sich besonders über positive Kommentare der Gäste: „Zu wissen, dass ein Event etwas Besonderes für diesen Gast war, ist die schönste Belohnung.“

Sein beliebtester Kochstil ist die italienische Küche. Mit hausgemachten Nudeln für die Lasagna erzeugt er ‚a favorite Komfort food‘. Seine Lebensphilosophie stammt von seiner Mutter, die ihm sagte: „Man wird das zurückbekommen, was man reingesteckt hat“. Also, wenn man 110 % gibt, wird man in gleicher Höhe belohnt.

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