10. April 2021 Selected Articles

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Aus Aller Welt

Von toten Vögeln und Fuchs-Sex: Kuriose Falschbehauptungen im Netz

Füchse sind monogam, Paprika lassen ihr Geschlecht erkennen – und wer Impfstoff gegen das Coronavirus sucht, muss nur auf grünes Leuchten im Dunkeln achten. Oder doch nicht? Bizarre Lügen im Internet und was wirklich dahintersteckt.

ARCHIV – Irland, Dublin: Zwei Füchse sitzen unter Narzissen am Ufer des Dodder-Flusses. Foto: Brian Lawless/PA Wire/dpa

Von Corinna Schwanhold
Berlin  (dpa) – Ob Handystrahlen, Impf-Nebenwirkungen oder geheime Satelliten: Faktenchecker decken jeden Tag Mythen auf, die sich tausendfach im Internet verbreiten. Viele der Behauptungen sind erschreckend, teils gefährlich, manche jedoch vor allem skurril. Zum Internationalen Tag des Faktenchecks am Freitag (2. April) widerlegt die Deutsche Presse-Agentur (dpa) sieben kuriose Falschinformationen in den sozialen Medien.

Behauptung: Füchse bleiben lebenslang einem Partner treu.
Fakten: Die Wahrheit ist weniger romantisch. «Es gibt keinerlei wissenschaftliche Hinweise, dass diese Behauptung zutrifft. Männliche Füchse paaren sich, wann immer sich die Möglichkeit ergibt», sagte der Naturschutzbiologe Stephan M. Funk der dpa. Füchse leben zwar gelegentlich monogam mit einem Partner in ihrem Revier und bekommen regelmäßig gemeinsamen Nachwuchs. Doch viele der Tiere gehen auch fremd – das gilt übrigens auch für Fuchs-Damen.

Behauptung: An Paprikaschoten kann man deren Geschlecht erkennen.
Fakten: Hat die Schote drei Beulen an der Unterseite? Dann soll es eine männliche Paprika sein, bei vier Beulen eine weibliche. Diese Behauptung ist aber komplett falsch. Die Paprikapflanze hat nämlich zwittrige Blüten, die sowohl ein männliches als auch ein weibliches Fortpflanzungsorgan enthalten. Dementsprechend kann auch die Form der Frucht kein Geschlecht bestimmen.

Behauptung: Der Bundesgerichtshof (BGH) sieht die Existenz von Masern-Viren wissenschaftlich nicht belegt.
Fakten: Stimmt nicht. Der BGH hat sich aber tatsächlich mal in einem kuriosen Fall mit Masern beschäftigt: 2011 hatte ein Biologe ein Preisgeld in Höhe von 100 000 Euro ausgeschrieben für denjenigen, der durch eine wissenschaftliche Publikation die Existenz des Masern-Virus beweist. Ein Medizinstudent reichte gleich sechs Publikationen ein – und seine Kontonummer. Der Biologe überwies das Geld nicht. Der Streit ging durch mehrere Rechtsinstanzen. Der BGH wies den Fall zurück. Damit galt das Urteil des Oberlandesgerichts Stuttgart, das dem Biologen recht gab. Der Student habe zu viele Publikationen eingereicht und damit die Anforderungen nicht erfüllt. Die Frage nach der Existenz von Masern-Viren spielte vor Gericht keine Rolle.

Behauptung: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat als Jugendliche in einer DDR-Kinderzeitung ein sozialistisches Gedicht veröffentlicht.
Fakten: «Ich werd Chef der BRD, / der Klassenfeind wird’s hassen! / und folg’ dem Plan der SED, / sie pleitegeh’n zu lassen!» Diese Zeilen hat Merkel natürlich nicht 1967 in der «Frösi» geschrieben, sondern 2012 ein Autor der Satire-Zeitschrift «Eulenspiegel».

Behauptung: : Es gibt Wunderbetten, die nahezu alle Krankheiten heilen.
Fakten: Knochenbrüche? Krebs? Bandscheibenvorfall? Diese Krankheiten lassen sich nicht allein durch das Liegen in speziellen Betten heilen, wie in finsteren Ecken des Internets behauptet wird. Angebliche Beweisfotos zeigen nur eine Requisite aus dem Horror-Film «Prometheus – Dunkle Zeichen». Die Reichen und Schönen, denen die Betten bislang angeblich vorbehalten waren, müssen also wie alle anderen weiter auf die herkömmlichen Behandlungsmethoden setzen.

Behauptung: Hunderte Vögel sind wegen eines 5G-Sendemastes gestorben.
Fakten: Fotos von Hunderten Vögeln, die tot auf einer Straße liegen, werden im Netz verbreitet. Die Tiere sind zwar wirklich gestorben – allerdings nicht in Verbindung mit dem neuen Mobilfunk-Standard. Die Vögel saßen auf einem Baum, der bei einem Sturm umgekippt war.

Behauptung: Corona-Impfstoff leuchtet im Dunkeln und ist radioaktiv.
Fakten: Als Ursprung der These wird eine vermeintliche Mitarbeiterin des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) genannt. Sie soll eine Ampulle aus dem Institut geschmuggelt und festgestellt haben, dass der Stoff grün leuchte und leicht radioaktiv sei. Das ist aber falsch. Im BfArM werden nämlich gar keine Impfstoffe gelagert. Außerdem: Leicht radioaktive Medizin wird zwar in der Krebstherapie eingesetzt, hat in Impfstoffen aber keinen Sinn. Und leuchten würde er aller Wahrscheinlichkeit nach sowieso auch nicht.

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Sport

Vorstoß: Gemeinsame Olympia-Bewerbung von Berlin und Tel Aviv 2036

Berlin (dpa) – Berlin und Tel Aviv sollten sich nach Überzeugung von zwei deutschen Sportfunktionären gemeinsam um die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2036 bewerben. Das schlagen Richard Meng, Präsident der Deutschen Olympischen Gesellschaft Berlin, und Frank Kowalski, Geschäftsführer und Organisationschef der Leichtathletik-EM Berlin 2018, in einem gemeinsamen Gastbeitrag («Olympia größer denken») für die «Berliner Morgenpost» (Samstag) vor.

2036 sei «wahrlich nach den Nazispielen von 1936 ein schwieriges Datum für Deutschland und Berlin», schrieben Meng und Kowalski. Man könne das aber auch umgekehrt sehen. Gerade 2036 ließe sich zeigen, was sich geändert habe und noch ändern müsse.

«Warum also nicht 2036 ein völlig neues, ein starkes Signal des Friedens und der Versöhnung setzen? Ein Signal, das die historische Belastung nicht verdrängt, sondern die daraus erwachsende Verantwortung aufgreift?», fragen die Autoren. «Ein solches Signal wäre es, wenn sich Deutschland und Israel gemeinsam bewerben, genauer: Berlin und Tel Aviv.» Dies sei ein «klares Signal, wie aus Verantwortung Verpflichtung entsteht».

Meng und Kowalski räumen aber ein: «Es ist eine Vision, noch nicht mehr.» Dennoch könnten gerade Berlin und Tel Aviv, «zwei liberale und pulsierende Metropolen», gemeinsam für einen «anderen Spirit stehen, für Perspektive über die Gegenwart hinaus».

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Feuilleton

Das neue «Traumschiff»

Sommer, Sonne, Fernweh: Das «Traumschiff» hat die Menschen immer schon an Orte entführt, die Otto Normalverbraucher selten zu sehen bekommt.

Mit Dr. Delgado (Collien Ulmen-Fernandes) bekommen Kapitän Max Parger (Florian Silbereisen, r) und Staffkapitän Martin Grimm (Daniel Morgenroth) Verstärkung an Bord des TV-“Traumschiffs“. Foto: Dirk Bartling/ZDF/dpa

Von Britta Schultejans
München (dpa) – Deutschland diskutiert darüber, ob es sinnvoll ist, in diesen Zeiten nach Malle zu fliegen. Auf dem ZDF-«Traumschiff» kann man über so eine Frage nur lachen. In der neuen Episode schippert der Luxusdampfer unverdrossen Richtung Malediven. Es geht auf das traumhafte Thaa-Atoll, rund 50 Flugminuten von der Hauptstadt Malé entfernt. Pandemie? Welche Pandemie? 

Während Otto Normalverbraucher in diesen Tagen davon träumt, irgendwann mal wieder im Biergarten zu sitzen, sogar am Nordsee-Strand oder zumindest mit drei Freunden aus unterschiedlichen Haushalten im eigenen Garten, wird im ZDF geurlaubt, als hätte es das vergangene Jahr nicht gegeben. Keiner fragt nach Wechselunterricht oder Click und Collect. Hier geht es wie eh und je um die ganz großen Themen: Liebe, Rache und Vergebung.

Die Liebe gibt es auf dem «Traumschiff» traditionell in der jungen und etwas gesetzteren Form. Die Junge wird dieses Mal verkörpert von Victoria Swarovski, die sich – passend zu ihrem Engagement in der RTL-Show «Let‘s Dance» – als Tänzerin Mia an Bord in den jungen Kornelius Busch (Ferdi Özten) verliebt, der – unterstützt von der erblindeten Fotografin Nele Berghaus (Lisa Karlström) ganz erfolgreich um sie wirbt.

Für die ältere Version sind Saskia Vester, Heinrich Schafmeister und Christoph M. Ohrt verantwortlich. Als der dauerflirtende Weltreisende Frank Baum (Ohrt) zu Beginn der Reise zu Hotelchefin Hanna Liebhold (Barbara Wussow) über seine Erwartungen an eine Beziehung sagt: «Für die Dauer einer Reise sichere ich gerne Exklusivität zu», ist dem erprobten «Traumschiff»-Zuschauer natürlich klar, was ihm am Ende blüht: die wahre, treue Liebe.

«Irgendwie vorhersehbar», sagt Baum in ganz anderem Zusammenhang, aber zum «Traumschiff» passt dieser Satz immer – genau wie dieser Dialog: «Wie steht es denn mit Ihrer Abenteuerlust? Hält sich in Grenzen.»

Ein bisschen Abenteuer gibt es dann doch noch, als Florian Silbereisen als Kapitän Max Parger mit Staff-Kapitän Martin Grimm (Daniel Morgenroth) auf Tauchgang geht und eine Schatztruhe findet. Team-Bulding frei nach Janoschs Tiger-und-Bär-Freundschaftsgeschichte «Komm, wir finden einen Schatz».

Und dann kommt sogar noch bisschen Spannung auf, als Marlon Boess als Sportinvalide Lars Meyer der neuen Bordärztin Jessica Delgado (Collien Ulmen-Fernandes) auflauert, weil er sich für eine angeblich verpfuschte Knie-OP an ihr rächen will. Ein sanfter Hauch von Psycho-Thriller auf dem glitzernden Luxusdampfer.

Diesen Hauch pusten die Wunderkerzen auf dem Nachtisch natürlich gnadenlos weg – unterstützt von Silbereisens gefühlt immer tiefer werdenden, sanften, sonoren Stimme, mit der er allen Protagonisten verlässlich beibringt, worauf es im Leben doch ankommt. Liebe eben – und Vergebung und so.

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Gesundheit

Die perfekte Uhrzeit fürs Essen

Gulasch ist ein deftiges Essen und wird vergleichsweise langsam verdaut.     
  Foto: Florian Schuh/dpa

Von Angelika Mayr
Stuttgart/Bonn (dpa) – Sollte man auf manche Lebensmittel zu bestimmten Tageszeiten verzichten? Solche Tipps hört man immer wieder. Zu Salat heißt es dann zum Beispiel, dass man ihn am Abend lieber nicht essen sollte. Angeblich bekommt das der Verdauung nicht gut.

Doch diese These gehört wie auch andere ins Reich der Mythen. Für eine zeitliche Einschränkung, zum Beispiel Rohkost und Obst nur bis 14 Uhr zu essen, fehle es an aussagekräftigen wissenschaftlichen Belegen, sagt die Ökotrophologin Astrid Donalies von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE).

Aufstoßen stört beim Einschlafen
Vorsichtig mit Obst am Abend sollten Menschen sein, die mit Sodbrennen zu kämpfen haben. Gerade Obst mit viel Fruchtsäure wie etwa Zitrusfrüchte kann zu Aufstoßen führen. «Besonders im Liegen ist das unangenehm und stört beim Einschlafen», sagt Sabine Holzäpfel, Referentin bei der Abteilung Lebensmittel und Ernährung der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Ähnliches gilt für Salat. Doch das sei von Mensch zu Mensch unterschiedlich, sagt Holzäpfel. Sie bestätigt die Einschätzung von Donalies: «Wissenschaftliche Belege für den Verzicht auf Rohkost am Abend gibt es nicht.»

Der Biorhythmus des Verdauungssystems
Früher galt die Annahme, es komme auf die Tageszufuhr insgesamt an, und nicht darauf, wann und wie oft gegessen wird. «Mittlerweile gibt es aber Hinweise, dass auch der Zeitpunkt eine Rolle dabei spielt. So zeigen einige Studien gesundheitliche Vorteile, wenn das Frühstück üppiger ausfällt und das Abendessen weniger energiereich ist», erläutert Verbraucherschützerin Holzäpfel.

Das liegt auch nahe: Denn das Verdauungssystem unterliegt einem Biorhythmus. Es ist in den Morgenstunden am aktivsten, während es am Abend und nachts reduzierter arbeitet.

Die Behauptung, wonach alles, was man abends ab 18 Uhr isst, unverdaut bleibt, stimmt deshalb aber nicht. «Die Verdauung beginnt schon mit dem Kauen und dem Speichel im Mund», erklärt Donalies. Und der Magen-Darm-Trakt stellt nachts nicht gänzlich seine Arbeit ein.

Manche Lebensmittel sind allerdings leichter und manche schwerer verdaulich. Stark gewürzte, heiße oder frittierte Speisen und üppige Mahlzeiten wie Gulasch bleiben länger im Magen-Darm-Trakt und werden langsamer verdaut. Auch Alkohol verzögert die Verdauung.

Das kann zu Beschwerden wie Magendruck, Völlegefühl oder Sodbrennen führen. «Wer solche Probleme hat, sollte auf kleine Abendmahlzeiten achten – spätestens drei bis vier Stunden vor dem Schlafengehen», rät DGE-Expertin Donalies. Flüssige Speisen wie Suppen und Breie haben eine kürzere Verweildauer und sind daher oft bekömmlicher.

Eine Frage der Gewöhnung
Worauf man abends verzichten sollte, hängt stark von den eigenen Gewohnheiten ab. Wird die Hauptmahlzeit abends gegessen, gewöhnt sich der Körper in der Regel daran. «Dann empfiehlt es sich, in Ruhe zu essen und gut zu kauen, das erhöht die Verträglichkeit», erklärt Verbraucherschützerin Holzäpfel.

Völlegefühl und Blähungen sind keine guten Voraussetzungen für einen erholsamen Schlaf. Wer sich vollgegessen fühlt, sollte es einmal mit leichter Bewegung probieren und einen Abendspaziergang machen. Man sollte generell auf seinen Körper achten und testen, wann man sich mit welchen Speisen am wohlsten fühlt.

Keine Unmengen Weißbrot zu später Stunde
Laut Astrid Donalies gibt es Beobachtungen, die zeigen, dass bestimmte Mahlzeiten zu später Stunde die Entstehung von Übergewicht und Krankheiten wie Typ-2-Diabetes begünstigen könnten. So scheine es ungünstig zu sein, wenn man abends viele einfache Kohlenhydrate zu sich nimmt, etwa durch den Verzehr von Süßigkeiten oder Weißbrot.

Entscheidend für die Entwicklung des Körpergewichts ist laut der Ökotrophologin allerdings die Energiebilanz: Die Zufuhr an Energie, die in den Lebensmitteln steckt, sollte dem Verbrauch des Körpers entsprechen. Wer es genau wissen will, kann den Energiebedarf berechnen – die Uni Hohenheim bietet dafür ein Online-Tool.

Was bringt Fasten nach der Uhr?
Die Zeit spielt auch beim Intervallfasten eine Rolle. Hierbei darf man fast alles essen, aber nur zu bestimmten Zeiten.

Verbreitet sind dafür unter anderem die 16:8- und 14:10-Diät. Man nimmt also für 16 beziehungsweise 14 Stunden nur Wasser, ungesüßten Tee oder schwarzen Kaffee zu sich. In den verbleibenden 8 beziehungsweise 10 Stunden darf man normal essen.

Alleine durch diese Form des Fastens finde jedoch keine Ernährungsumstellung hin zu einer günstigen Lebensmittelauswahl statt, ordnet Donalies ein.

Zwar deuteten Daten darauf hin, dass sich diese Form des Essens positiv auf die Gesundheit und dadurch auf die Gewichtsabnahme auswirken kann. «Die Studienlage ergibt aber kein einheitliches Bild. Auch zu den Langzeitfolgen nicht.»

Eine Trennung von Kohlenhydraten und Proteinen wie sie zum Beispiel bei der «Hayschen Trennkost» vorgegeben ist, sieht Donalies kritisch. «Eine zeitliche Trennung bei der Aufnahme ist nicht nötig.» Denn der menschliche Körper sei sehr wohl in der Lage, beide Nährstoffe gleichzeitig zu verdauen.

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Reise

Landluft statt Corona-Muff:

Venedig will Kreuzfahrtschiffe auf Abstand halten

Das Kreuzfahrtschiff «Costa Deliziosa» fährt am Markusplatz vorbei. Venedig will Kreuzfahrtschiffe nicht mehr so nahe an seinen historischen Stätten wie den Markusplatz ankern lassen. Foto: Luca Bruno/AP/dpa

Venedig (dpa) -Millionen von Besuchern und gigantische Kreuzfahrtschiffe in der Lagune: In Venedig haben Umwelt und Substanz durch den Massentourismus massiv gelitten. Ein neues Kreuzfahrtterminal soll einwenig Abhilfe verschaffen.

Venedig will Kreuzfahrtschiffe nicht mehr so nahe an seinen historischen Stätten wie den Markusplatz ankern lassen. Die großen Schiffe sollten künftig übergangsweise vielmehr in einem Industriehafen der norditalienischen Lagunenstadt anlegen.

Auf diese Weise solle ein historisches und kulturelles Erbe nicht nur Italiens, sondern der ganzen Welt geschützt werden, teilen vier Ministerien, darunter die für Infrastruktur und Tourismus, gemeinsam mit.

Außerdem hätten die Minister beschlossen, einen Ideenwettbewerb zu starten, um das Problem der Durchfahrt von großen Schiffen in Venedig strukturell und endgültig zu lösen, hieß es weiter. Laut Nachrichtenagentur Ansa soll ein neues Kreuzfahrtterminal gebaut werden.

Seit Jahren wird darüber gestritten, dass die Kreuzfahrtschiffe Umwelt und Substanz der Stadt zerstören. Auf nur noch etwa 50.000 Einwohner kommt die Unesco-Welterbestadt. Dafür ist der Tourismus bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie im letzten Jahr kontinuierlich gestiegen, Millionen Menschen kamen mit Kreuzfahrtschiffen in die Stadt, 2019 wurden laut Region rund 13 Millionen Übernachtungen registriert.

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Wie aus Dias Digitalfotos werden

Erst sortieren, dann scannen, lautet die Regel, die Zeit
und Geld spart. Foto: Inga Kjer/dpa

Von Fabian Hoberg
München/Hannover (dpa) – Untergehende Sonne bei Capri oder Bergblumen beim Wandern in Tirol. Stundenlange Dia-Präsentationen sind zum Glück längst Vergangenheit. Aber halt: Dias können auch wertvolle Erinnerungen an die Familie oder die eigene Kindheit sein. Was also tun, als Mensch ohne Projektor und Leinwand, wenn man einen Negativ- oder Dia-Schatz erbt, findet oder wiederentdeckt?

Erst mal aussortieren, rät Margit Hofgärtner vom Computerportal «Chip.de». Vielen Fotografen falle das zwar schwer. «Aber das Digitalisieren kostet Zeit und Geld, da rechnet sich am Schluss jedes einzelne Foto», sagt sie. Mit Lupe oder bloßem Auge heißt es: wegwerfen oder aufheben.

«Wer nur ein paar Dias oder Negative besitzt, sollte sie professionell digitalisieren lassen», rät Hofgärtner. Am besten probiert man vorher ein paar Anbieter mit Probescans aus und vergleicht dann die Ergebnisse. Bei Negativen empfiehlt sie wegen der komplizierten Farbumkehr den Rückgriff auf Profi-Dienste.

Ab 2700 dpi aufwärts
An spezialisierten Unternehmen herrscht kein Mangel. Ihre Dienste bieten sie meist in verschiedenen Qualitätsstufen und zu unterschiedlichen Preisen. Häufig liegt die Standardauflösung bei 2700 dpi, etwa 3800 mal 2500 Pixel, eine bessere Auflösung bei etwa 4000 dpi, etwa 5600 mal 3700 Pixel.

«Wer sein Archiv nur digitalisieren möchte, dem reicht eine niedrige Auflösung. Wer die Fotos später auf einem hochauflösendem 4K-Fernseher anschauen oder größer abziehen möchte, sollte mindestens 3000 dpi wählen», sagt Margit Hofgärtner.

Als Richtpreis fürs Scannen in Standardauflösung bis 500 Dias kann man rund 15 Cent pro Stück zugrunde legen. Für hochauflösendere Scans muss man 5 bis 10 Cent pro Dia drauflegen. Top-Scans können bis zu einem Euro kosten.

Vorher Kosten kalkulieren
Für die meisten Familienfotos reicht eine mittlere Auflösung, die zwischen 20 und 50 Cent pro Dia kostet, sagt Peter Nonhoff-Arps vom Fachmagazin «c‘t Fotografie». Um keinen Schreck bei der Rechnung zu bekommen, sei es ratsam, vorher die Kosten grob zu kalkulieren. «Bei vielen Dias rentiert sich dann auch vielleicht der Kauf eines eigenen Scanners.» Oder man mietet den Scanner – auch hier gibt es Anbieter.

Eine weitere Möglichkeit: Ein gebrauchtes Gerät kaufen und es nach dem Scannen weiterverkaufen. Wer selbst scannt, sollte bedenken: «Das kostet allerdings sehr viel Zeit und verlangt zumindest Grundkenntnisse in der Bildbearbeitung», sagt Margit Hofgärtner.

Neben speziellen Film- beziehungsweise Dia-Scannern lassen sich auch universelle Flachbettscanner mit Durchlichteinheiten versehen, um die Digitalisierungsarbeiten zu erledigen.
Welche Geschütze man dabei auffährt, kommt stark auf den Verwendungszweck an. «Um ein paar Fotos hinterher auf dem Monitor oder Fernseher anzuschauen, reicht eine niedrige Auflösung von einem einfachen Gerät», sagt Nonhoff-Arps.

Mit 100 Euro geht es los
Nutzerinnen und Nutzer, die mehr Wert auf hohe Qualität legen, scannen meist in hoher Auflösung selbst. Zwar fangen günstige Diascanner preislich bei rund 100 Euro an, gute Qualität liefern aber erst Geräte ab rund 300 Euro. Wer auf einen halbwegs automatisierten Scanprozess Wert legt, muss bis 2000 Euro und mehr investieren. Dann laufen Dia-Magazine der Systeme Universal, LKM oder CS durch. «Neben einer hohen Auflösung von mindestens 4000 dpi rate ich zu einer automatischen Staub- und Kratzerentfernung», sagt Peter Nonhoff-Arps. «Das erleichtert hinterher die Arbeit.»

Alternativ dazu empfiehlt Fotograf Daniel Wollstein aus Ingolstadt vor dem Scannen die Negative oder Positive von Staub und Fingerabdrücken zu befreien. Auch so spart man sich Arbeit bei der digitalen Nachbearbeitung.

Größter Nachteil beim Selbstscannen bleibt eben der hohe Zeitaufwand. «Wer Top-Ergebnisse erzielen will, muss einzeln scannen, das kann zwischen drei und sechs Minuten pro Scan dauern», sagt Nonhoff-Arps. Bei Negativen sei die Arbeit noch komplizierter, weil der Scanner das Bild noch umsetzen muss, um die richtige Farbtreue darzustellen. Aber manche Hobbyfotografen geben eben ungern ihre Originale aus der Hand. Ihnen bleibt keine andere Wahl, als selbst zu scannen.

«Entscheidend vor der Arbeit ist es, sich bewusst zu machen, was man mit dem Scan machen will», sagt Daniel Wollstein. Danach richte sich die eingestellte Auflösung und damit auch die Zeit, die man zum Scannen eines Bildes benötigt.

«Scannen» mit Smartphone und Kamera
Es gibt noch mehr Möglichkeiten, Dias zu digitalisieren: «Die einfachste Art ist sicherlich das Abfotografieren mit dem Smartphone oder einer Digitalkamera», sagt Peter Nonhoff-Arps vom «c‘t»-Fachmagazin.

Dafür benötigt man einen Leuchttisch oder man klebt das Dia an eine Scheibe, durch die gleichmäßiges Licht scheint, aber keine direkten Sonnenstrahlen. Wer gründlich arbeitet, erziele damit schon gute Ergebnisse, meint Nonhoff-Arps.

Wer schon etwas Geld ausgeben will, aber eben nicht so viel, wie für einen Scanner, wird auch mit einfachen Objektivaufsätzen für Digitalkameras zurechtkommen, sagt Fotograf Daniel Wollstein aus Ingolstadt. Allerdings dürfe man bei solchen Durchlichtaufsätzen nicht ganz so anspruchsvoll in Sachen Qualität sein. Gegebenenfalls verhelfen zusätzlich ein Stativ und eine Lichtanlage zu besseren Ergebnissen.

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Aus Allen Staaten

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WOCHENPOST-Wortschatz

Selected Articles with helpful translations for those less comfortable with the German language

Der Drang nach draußen bringt Probleme für den Wald

Im Wald da sind die Räuber – oder jedenfalls Spaziergänger, Jogger, Rad- und Mountainbikefahrer. Ihre Zahl hat sich im Zuge des Corona-Lockdown rasant erhöht. Die Flucht nach draußen ist schön für die Menschen. Und für die Natur?

Freiburg: Ein Mountainbiker fährt mit seinem Fahrrad den Trail «Borderline» in Freiburg herunter während ein anderer Mountainbiker zusieht. Der anhaltende Lockdown zieht nach Schätzungen von Experten mehr Menschen als üblich in die Wälder, darunter auch viele Mountainbiker. Foto: dpa

Karlsruhe (dpa) – Das Rausgehen in die Natur seit Beginn der Corona-Pandemie ist für viele Menschen ein Gewinn, für die Natur aber nicht unbedingt. Tiere, Wald und Waldwege leiden unter dem massiv gestiegenen Ansturm von Spaziergängern, Joggern, Rad- oder Mountainbikefahrern. Eigentlich seien die vielen Besucher ein schönes Zeichen, sagte der Wald-Referent des Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Baden-Württemberg, Christoph Schramm. «Allerdings quillen durch Einwegmasken und to-go-Verpackungen wegen geschlossener Restaurants die Mülleimer in Parks und Naherholungsgebieten über, viel Müll liegt auch einfach so in der Natur.»

Auch der Mountainbike-Sport habe sehr viel Zulauf erfahren. Dadurch seien neue illegale Trails in den Wäldern im Südwesten entstanden. «Die illegalen Trails sind ein besonderes Problem, weil bei der Anlage in der Regel keine Rücksicht auf Schutzgebiete und Lebensräume genommen wird», sagte er. «Als Folge wird die Natur weiter zerschnitten und Ruhezonen von Tieren gestört.»

Einen bundesweiten Zulauf in deutschen Wäldern stellt auch der Leiter Naturschutzpolitik des BUND, Magnus Wessel, fest. Besonders betroffen seien Grünanlagen und Wälder in der Nähe von Ballungsräumen. Hinzu komme die Zeitumstellung, die den Zeitrhythmus der Menschen verändere. «Die Leute sind häufiger in der Dämmerung unterwegs, wodurch sich die Unfallgefahr, etwa mit Rehen erhöht», sagte Wessel der Deutschen Presse-Agentur. Es gelte auch in Pandemiezeiten, Rücksicht zu nehmen und auf den markierten Wegen zu bleiben.

Doch trotz der zusätzlichen Belastung für die Wälder habe die Corona-Pandemie den positiven Effekt gehabt, dass die Menschen Grünanlagen und Wäldern als Erholungsräume mehr Wertschätzung entgegenbrächten, erklärt Wessel. «Manchen Familien würde es viel schlechter gehen, wenn sie nicht die Gelegenheit hätten, das Grüne aufzusuchen

Auch in Sachen Müllentsorgung sieht Wessel einen bundesweiten Trend, insbesondere beim Thema Masken. «Man sieht, dass die Entsorgung der Masken mangelhaft ist, das muss man deutlich sagen.» Das sei problematisch, weil die Masken aus Kunststoffgewebe seien und sich nicht selbst abbauen. Für die Tiere im Wald seien die Masken vor allem deshalb gefährlich, weil die Gefahr bestünde, dass sie sich in den Ohrschlingen verfingen und selbst strangulierten, so Wessel. Im Wald gelte die alte Weisheit, dass man nichts zu hinterlassen habe, außer einen guten Eindruck. «Und alles andere nimmt man wieder mit nach Hause.»

Wochenpost – STICHWÖRTER– TRANSLATION

Drang – impulse
nach draußen – to go outdoors
Im Zuge – in the course of
rasant – speedily
Flucht – escape
leiden – suffer
Ansturm – onslaught
Zeichen – symbol
Referent – speaker
quillen über – overflow
Einwegmasken – disposable masks
Naherholungsgebieten – local recreational areas
Bundesweiten – nationwide
stellt fest – points out
Leiter – leader
betroffen – effected
Grünanlagen – green spaces
Ballungsräumen – metropolitan area
Zeitumstellung – daylight savings time change
verändere – is changing
Dämmerung – dawn or twilight
Unfallgefahr – risk of accidents
Rehen – deer
zusätzlichen – additional
Belastung – burden
Erholungsräume – vacation spots
Wertschätzung – esteem
entgegenbrächten – would show
aufzusuchen – head out to
Müllentsorgung – trash removal
mangelhaft – inadequate
deutlich – clearly
Kunststoffgewebe – man-made materials
abbauen – break down
bestünde – would exist
Ohrschlingen – ear loops
verfingen – get caught in
gelte – counts
Weisheit – wise saying
hinterlassen – leave behind
außer – except for
Eindruck – impression

Trans: Barbara Weidendorf, B.A., M.A.

*Note: Previous selections can be found in the Archives section of the site.*