12. Februar 2022 Selected Articles

Aus Aller Welt / Sport / Feuilleton / Gesundheit/Umwelt / Reise / Tipps und Trends / Aus Allen Staaten

Aus Aller Welt

Schiffsschrauben und Fressfeinde: Weniger Lachse im Rhein

Lachse schwimmen Hunderte Kilometer, um vom Atlantik zu ihren Kinderstuben im Rhein zurückzukehren. Trotz aufwendiger Projekte für ihre Wiederansiedlung scheint die Zahl der springfreudigen Fische in dem Fluss wieder zu sinken. Wohl aus verschiedenen Gründen.

Ein Mann hält einen laichtragenden Lachs in den Händen.
Im Rhein werden diese Fische immer seltener. Foto: dpa

Von Jens Albe
Koblenz/Frankfurt/Main (dpa) – Im einst wohl wichtigsten Lachsfluss Europas sterben die Wanderfische Mitte des 20. Jahrhunderts aus. Überfischung, Wasserverschmutzung, Staustufen und Wasserkraftwerke machen ihnen im Rhein damals den Garaus. Ende der 80er Jahre beginnen Programme zur Wiederansiedlung von Lachsen. Neue Kläranlagen verbessern die Wasserqualität. Schließlich wandern zur Freude von Naturschützern wieder jedes Jahr Hunderte Lachse aus dem Atlantik ins Rheineinzugsgebiet, um hier in der kalten Jahreszeit zu laichen. Doch seit etwa 10 bis 15 Jahren scheint ihre Zahl wieder insgesamt zu sinken. Klimawandel, Niedrigwasser, Schiffsschrauben, Fressfeinde, Querbauwerke – all dies spielt wohl eine Rolle. Noch ist nicht alles erforscht. Hinzu kommen könnten laut Experten für Lachse ungünstige Entwicklungen im Atlantik wie etwa mehr Krankheiten und Parasiten.

Laut dem Institut für Umweltwissenschaften der Universität Koblenz-Landau können die Wanderfische noch nicht ohne Unterstützung im Rhein überleben: «Über eine Million Besatzfische werden jährlich in zahlreichen Besatzmaßnahmen in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg besetzt.» Hinzu kommen Wiederansiedlungen in der Schweiz und im Elsass. Es handelt sich laut dem Uni-Institut um «sehr kosten- und arbeitsintensive» Aktionen. Dennoch sinkt insgesamt die Zahl der registrierten Rhein-Lachse, die nach ihrem Ausflug in den Atlantik wieder in ihr Heimatgewässer zurückkehren. Ein neues genetisches Monitoring aller für den Rhein gezüchteten Lachse, das Projekt «GeMoLaR» der Uni Koblenz-Landau, soll detailliertere Erkenntnisse für die Wiederansiedlung bringen.

Jörg Schneider vom Büro für fisch- und gewässerökologische Studien in Frankfurt hat seine Doktorarbeit über den Lachs geschrieben, der einst als wichtigster Fisch der Berufsfischer von der niederländischen Rheinmündung bis zum Schweizer Rheinfall galt. Der Biologe sagt, dieses weit wandernde Tier sei mit seinen hohen Ansprüchen an geeignete Lebensräume «ein guter Indikator auch für andere Arten. Wenn der Lachs in Schwierigkeiten gerät, ist das ein Hinweis, dass ein ganzes Ökosystem betroffen sein kann.»

Der Klimawandel macht Lachsen laut Schneider auf unterschiedliche Art zu schaffen. Etwa mit häufigerem Niedrigwasser des Rheins, besonders extrem im Sommer 2018: «Dann wird die Fahrrinne für Schiffe schmaler und Fische haben weniger Platz.» Vom gewaltigen Sog großer Frachter könnten Lachse hier leichter in die Schiffsschrauben gezogen werden. «Das ist noch viel zu wenig erforscht», sagt Schneider. Hinzu komme der häufige Tod von Lachsen in den Turbinen von Wasserkraftwerken.

Wer hingegen vom Klimawandel profitiert, ist der Wels, der größte Fisch im Rhein – Fressfeind der Lachse. Auch Kraftwerke und weniger Schneeschmelze in den Alpen sorgen für eine Erwärmung von Europas wichtigster Binnenwasserstraße. «Welse brauchen 20 bis 22 Grad Wassertemperatur für ihre Vermehrung», erklärt Schneider. «Ihr Bestand im Rhein hat in den letzten Jahrzehnten sehr stark zugenommen.» Die bis zu drei Meter langen erwachsenen Exemplare hätten hier selbst keine Fressfeinde. «Welse passen sich an: An jedem Fischpass im Oberrhein und in großen Nebenflüssen lauern sie, weil dort unter anderem Lachse aufsteigen», sagt der Biologe.

Auch die Zahl der Kormorane habe am Rhein und an vielen Nebenflüssen seit Ende der 90er Jahre «exorbitant zugenommen». Vermutlich seien die schwarzen Wasservögel, die vor 100 Jahren nach starker Bejagung hierzulande als ausgerottet galten, inzwischen erfolgreiche Kulturfolger. «Sie jagen auf Sicht und sehen junge abwandernde Lachse gut, weil diese dicht unter der Wasseroberfläche schwimmen», erläutert Schneider.

Darüber hinaus hat nach seinen Worten neben zufälligen Beifängen bei den streng geschützten Lachsen auch die Fischwilderei, also das Schwarzangeln erheblich zugenommen – in Deutschland, vor allem aber im niederländischen Deltarhein. In dem Nachbarland gebe es verstärkt Hinweise auf illegal angebotene Lachse auf Fischmärkten.

Der Leiter des Sekretariats der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) in Koblenz, Marc Daniel Heintz, bestätigt ein «Multifaktorenproblem» der Lachse und ihre insgesamt sinkende Zahl. Er hoffe auf den Erfolg auch der zahlreichen Baumaßnahmen für Wanderfische. Seit 2018 stünden ein oder mehrere Tore im niederländischen Haringvlietdamm im Rheinmündungsgebiet auch bei Flut für Fische offen. Bis 2027 sollen laut Heintz weitere drei Staustufen im Oberrhein – Rhinau, Marckolsheim und Vogelgrün – Fischpässe bekommen, damit Lachs und Co wieder wie ganz früher auch in der Schweiz Laichgebiete erreichen könnten. Die Staustufen Iffezheim, Gambsheim, Straßburg und Gerstheim seien bereits fischdurchlässig.

«Ein Drittel der früheren Lachskinderstuben im Rheineinzugsgebiet ist für diese Wanderfische derzeit erreichbar. Zwei Drittel sind die Zielmarke bei “Rhein 2040”», erklärt Heintz. Zu diesem internationalen Programm gehört neben der Beseitigung von Hemmnissen für Wanderfische auch die Verringerung von Mikroverunreinigungen etwa mit Pflanzenschutzmitteln, Medikamenten und Röntgenkontrastmitteln um mindestens 30 Prozent bis 2040.

Top

Sport

Olympia bei schwierigen
Gastgebern: Winterspiele in Peking eröffnet

Als erste Stadt richtet Peking nach Olympischen Sommerspielen auch Winterspiele aus. Das Spektakel ist nicht unbelastet. Corona und die Kritik an China wegen dessen Menschenrechtsverletzungen halten an. Das zeigt sich vor und bei der Eröffnung

Olympia: Eröffnungsfeier im Olympiastadion «Vogelnest». Die Mannschaft aus Deutschland mit den Fahnenträger Francesco Friedrich (Bob) und Claudia Pechstein (Eisschnelllauf) zieht ins Stadion ein. Foto: dpa

Von Martin Kloth, Andreas Landwehr und Claas Hennig
Peking (dpa) – Begleitet von politischen Boykotten und Corona-Sorgen haben die 24. Olympischen Winterspiele in Peking begonnen. Unter dem Motto «One World, one Family» («Eine Welt, eine Familie») versuchten die chinesischen Gastgeber, sich bei der Eröffnungsfeier mit einer bunten und technisch aufwendigen Show im Olympiastadion als modern, weltoffen und friedlich, aber auch selbstbewusst und unbeeindruckt von der Kritik an den Menschenrechtsverletzungen zu präsentieren.

Mit der traditionellen Formel «Ich erkläre die XXIV. Olympischen Winterspiele von Peking für eröffnet» gab Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping am Freitag um 21.51 Uhr Ortszeit das Startsignal für das erste Weltfest des Wintersports in China.

25 Minuten später steckten die Skilangläuferin Dinigeer Yilamujiang, die zu der von China verfolgten Minderheit der muslimischen Uiguren zählt, und der Nordische Kombinierer Zhao Jiawen gemeinsam die olympische Flamme in eine übergroße Schneeflocke. Nach den Sommerspielen 2008 ist Peking damit der erste Ort der Olympia-Geschichte, der nun auch Schauplatz für Winterspiele ist.

Insgesamt werden bis zum 20. Februar in der Metropole und in den 200 Kilometer entfernten Bergen von Zhangjiakou und Yanqing knapp unter 2900 Sportlerinnen und Sportler aus 91 Nationen starten. In 109 Wettbewerben werden Medaillen vergeben.

Das als Vogelnest bezeichnete Olympiastadion war bei der Zeremonie bei minus 5 Grad wegen der Corona-Pandemie nur zur Hälfte gefüllt. Auf der Ehrentribüne fehlten zudem zahlreiche hochrangige Regierungsvertreter vor allem aus dem Westen. Länder wie die USA, Großbritannien, Kanada und Australien boykottieren die Winterspiele diplomatisch.

Auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) und Innenministerin Nancy Faeser (SPD) hatten angekündigt, nicht zu den Spielen nach China zu reisen. Von einem Boykott will die Bundesregierung wie auch Japan aber nicht sprechen. Dagegen war der russische Präsident Wladimir Putin nach Peking gekommen und bei der Eröffnung dabei. Vor Olympia-Beginn hatte er mit Chinas Präsident Xi große Einigkeit in der Ukraine-Krise und bei den wachsenden Spannungen mit den USA demonstriert.

«In unserer brüchigen Welt, in der Spaltung, Konflikte und Misstrauen ständig zunehmen, zeigen wir der Welt: Ja, es ist möglich, erbitterter Gegner zu sein, zugleich aber friedlich und respektvoll zusammen zu leben», sagte IOC-Chef Thomas Bach in seiner Rede an die Teilnehmer gerichtet. Auf Kritik am Gastgeber ging er nicht ein. Auch zuvor hatte Bach immer wieder die Neutralität des Internationalen Olympischen Komitee betont und damit klare Aussagen zur Verfolgung der Uiguren und Tibeter, der Unterdrückung der Demokratie-Bewegung in Hongkong und der Meinungsfreiheit durch China vermieden.

Das Showprogramm vor einem weltweiten TV-Publikum war reich an Hinweisen auf den Frühling, der mit dem auch Frühlingsfest genannten und noch laufenden Neujahrsfest zum Jahr des Tigers eingeläutet wird. Zudem zog sich das Motiv der Schneeflocke durch das Programm, mit der die Unterschiedlichkeit der Menschen symbolisiert werden sollte, die dennoch ein gemeinsames globales Zuhause schaffen.

Beim Einzug der Nationen lief das deutsche Team als 85. Team der 91 Mannschaften ins Stadion. Angeführt wurde die Delegation von der fünfmaligen Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein und dem zweimaligen Bob-Olympiasieger Francesco Friedrich. Rund 75 Mitglieder des Teams waren dabei, darunter etwa 20 Athletinnen und Athleten. Insgesamt sind 149 Sportlerinnen und Sportler für die Peking-Spiele nominiert worden.

Wie sehr das Thema Corona die Winterspiele bestimmt, bekam die deutsche Mannschaft wenige Stunden vor Beginn der Eröffnungsfeier erneut zu spüren. Die Nordischen Kombinierer Eric Frenzel und Terence Weber mussten laut dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) nach positiven Tests in die Corona-Quarantäne. Als ersten deutschen Sportler hatte es am Mittwoch Eiskunstläufer Nolan Seegert erwischt.

China setzt auch bei dem Spektakel auf Eis und Schnee seine Null-Covid-Politik konsequent um. Zuschauer aus dem Ausland sind nicht zugelassen. Sportler, Trainer, Funktionäre oder Medienvertreter leben abgeschottet in einer Blase und werden täglich getestet. Im Vorfeld waren auch Vorbehalte laut geworden, China könnte die Ergebnisse der Corona-Tests manipulieren und so möglicherweise unliebsame Konkurrenten ausschalten.

Allerdings ist China noch keine klassische Wintersport-Nation mit großen Erfolgen. Bei den Spielen in Pyeongchang hatten die Athleten des Riesenreichs mit neun Medaillen nur Platz 16 in der Nationenwertung belegt. Die Spiele sollen für China aber der Startschuss sein zum Aufstieg zu einer führenden Wintersport-Macht. Auch die Wintersport-Industrie hofft auf ein Geschäft: Laut Xi und Bach gibt es angeblich 300 Millionen Wintersportler in China.
\

Top

Feuilleton

Hunger nach Leben:

Autobiografisches Erzählen boomt

Schriftstellerin Julia Franck sitzt vor der Premiere ihres neuen Buchs
„Welten auseinander“ im Pfefferberg-Theater in Berlin. Foto: Monika Skolimowska/dpa

Von Caroline Bock
Berlin (dpa) – Julia Franck hat erlebt, was vielen Schriftstellern passiert, wenn sie einen viel beachteten Bestseller geschrieben haben: Das nächste Buch hat es dann schwer. Die Erwartungen sind hoch. Bei Franck war es 2007 «Die Mittagsfrau», das den Deutschen Buchpreis bekam. Ihr nächster Roman konnte beim Erfolg nicht mithalten. Es war jahrelang still um sie. Mit «Welten auseinander» hat sich Franck gerade mit Verve zurückgemeldet. Die 51-Jährige erzählt darin von ihrer Jugend und der Familie zwischen Ost und West. Keine Memoiren, sondern autobiografisch inspiriert. Ein hoch gehandelter Freischwimmer von einem Roman.

Das Buch ist ein Beispiel dafür, wie sehr der Markt von autobiografischen Stoffen geprägt ist, die nicht in der Sachbuchecke stehen. Was ist wirklich passiert, was erfunden: Das war schon immer eine zentrale Frage der Literatur. «Oft liegen unsere Geschichten und unsere Sicht auf die Wirklichkeit Welten auseinander», schreibt Franck.

Andere aktuelle Beispiele: Eine kleine Sensation war im Oktober die erstmalige Veröffentlichung eines frühen autobiografischen Romans von Simone de Beauvoir, «Die Unzertrennlichen», in dem es um ihre leidenschaftliche Freundschaft zu einer Mitschülerin geht. Dem Schauspieler Edgar Selge («Polizeiruf 110») gelang ein bemerkenswertes Debüt als Schriftsteller – mit 73 Jahren. In «Hast du uns endlich gefunden» erzählt er von einer bürgerlichen Kindheit, väterlicher Gewalt und Hauskonzerten. «Ein Wahnsinnsbuch», hieß es in einer Deutschlandfunk-Kritik.

Auffällig ist, wie viele Titel in den vergangenen Jahren von Erlebtem und von Identitäten handeln. Oft machen sie die Grenzen zwischen Fiktion und Realität selbst zum Thema, spielen damit. Karl Ove Knausgård fand, dass sein Leben für sechs ziegelsteindicke Bücher reicht. Der Norweger wurde damit zum internationalen Bestsellerautor.

Andere bekannte Namen sind Joachim Meyerhoff, Gerhard Henschel, Andreas Maier, die Britinnen Rachel Cusk und Deborah Levy oder die neu entdeckte Dänin Tove Ditlevsen mit ihrer Kopenhagen-Trilogie. Aus Frankreich kommen die schon für den Nobelpreis gehandelte Annie Ernaux und der Literatur-Star Edouard Louis. Letzterer spielte sich in der Theaterfassung von «Wer hat meinen Vater umgebracht» in der Berliner Schaubühne selbst.

Der Literaturwissenschaftler Simon Sahner sieht dahinter gesellschaftliche Entwicklungen. Zum einem ist da die Debatte um «Identität» und das Streben von an den Rand gedrängten Gruppen nach Gleichberechtigung. Zum anderen sind wir durch soziale Medien daran gewöhnt, von uns selbst zu erzählen und werden von anderen mit Persönlichem konfrontiert.

Es gibt laut Sahner zudem einen Realitätshunger, «Reality Hunger», wie es der amerikanische Autor David Shields nannte. «Dafür spricht auch, dass es neben dem großen Interesse an autobiografischen Geschichten eine starke Begeisterung für erzählende Sachbücher gibt.»

Wenn man über sich selbst schreibt, ist das ein emanzipierender Vorgang. Man gibt sich selbst eine Erzählung. Die «Memoirs» sind laut Sahner häufig ein Zeugnis von Umbruchphasen oder von herausfordernden Situationen, in denen das erzählende Einordnen Orientierung bieten kann.

Im deutschsprachigen Raum hätten diese Art von Texten noch nicht die gleiche Aufmerksamkeit erfahren wie im angelsächsischen oder auch im französischen Raum, siehe Ernaux oder Louis. Vergleichbar im Ansatz ist für Sahner hierzulande Christian Barons «Ein Mann seiner Klasse», der darin die Geschichte seiner Kindheit in Kaiserslautern erzählt, mit einem prügelnden Vater und einer depressiven Mutter. Ein anderes Beispiel: Mely Kiyaks «Frausein» über Weiblichkeit und das Aufwachsen zwischen Ländern und Klassen.

Der Schriftsteller Moritz Rinke sieht einen verstärkten Trend zu einem «Biographismus» im Buchmarkt. «Es geht da ein bisschen zu wie bei Instagram, die ganz ungebrochene Ich-Ich-Form. Welches interessante Leben rechtfertigt momentan Romane? Genderbücher zum Beispiel, sogenannte Diskursbücher, Themenbücher, in der Sache und trotz der ganzen Ballung alle richtig und wichtig.» Aber nicht überall würde er «Roman» draufschreiben.

Dieser Markt sei etwas anderes als das autobiografische Romanschreiben. Es gebe vermutlich keinen Roman ohne autobiografische Erfahrungen. Rinke fallen viele Beispiele ein: «Der Untertan» – kein autobiografischer Roman und doch hat Heinrich Manns Lebensgeschichte Eingang in das Werk gefunden; ebenso war es bei den «Buddenbrooks» seines Bruders Thomas. Die Beispiele seien endlos, von Goethes «Dichtung und Wahrheit» über Marcel Proust bis Knausgård. «Der Hunger nach Wirklichkeit wird in der Literatur, aber auch bei Netflix immer deutlicher.»

Rinke kennt die Frage «Was hat das Buch mit Ihrem Leben zu tun?» Seine Mutter sei öfter in Worpswede angesprochen worden, ob sie zu Besuch in der Heimat sei, sie lebe doch auf Lanzarote. «Man hielt sie in dem Worpswede-Roman „Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel“ immer für die Mutter des Protagonisten, die das Teufelsmoor und die Künstlerkolonie irgendwann gegen die Vulkanlandschaft eintauschte. Meine Mutter hat diese Insel aber nie betreten.»

Romane seien immer in die Fiktion gewandeltes Leben, eine Mischung aus Erlebtem, dem Leben anderer, Historischem, Realem und Fiktion. Beim «Biographismus» geht es für Rinke eher um die Biografie auf dem Buchumschlag: Alter, Nationalität, sexuelle Orientierung. Ist es als Schriftsteller schöner, mit Büchern in der Roman- oder in der Sachbuchecke zu liegen? «In der Romanecke. Gute Romane werden erst mit der Zeit richtig gut. Entscheidend an überlebensfähigen, universelleren Büchern ist ja, ob man sie noch in zehn oder zwanzig Jahren lesen kann.»

Top

Gesundheit

Psychokardiologie: Warum Dauerstress aufs Herz schlägt

Permanenter Stress ist nicht gut für unser Herz. 
Foto: Alexander Heinl/dpa

Von Ricarda Dieckmann
Teltow (dpa) – Ein Herz und eine Seele sein: Dieser Satz gilt auch, wenn es um die Gesundheit geht. «Geht es der einen Seite nicht gut, leidet oft auch die andere darunter», sagt der Mediziner Prof. Volker Köllner. Manchmal reiche es deshalb nicht, bei der Behandlung nur die eine Seite zu berücksichtigen, so der Chefarzt für Psychosomatik am Reha-Zentrum Seehof in Teltow bei Berlin.
Dann ist es hilfreich, auch die Wechselwirkungen in den Blick zu nehmen – wofür es mit der Psychokardiologie sogar eine eigene Spezialdisziplin in der Medizin gibt. Eine Vielzahl von Studien belegt, dass die Gesundheit von Herz und Psyche eng miteinander verflochten sind. Depressionen etwa erhöhen das Risiko für einen Herzinfarkt fast so stark wie Rauchen.

«Wir wissen zudem, dass Stress, den Menschen sehr früh in ihrer Lebensgeschichte erfahren, ein Krankmacher ist», sagt Köllner. Gewalt und sexuelle Misshandlungen in der Kindheit erhöhen das Risiko für Herzerkrankungen – auch wenn diese sich womöglich erst Jahrzehnte später zeigen.
Dass enormer Stress – eine Todesnachricht oder ein Jobverlust zum Beispiel – ganz unmittelbar auf das Herz schlagen kann, zeigt das Broken-Heart-Syndrom. Dabei handelt es sich um eine akute Herzschwäche, bei der die Pumpleistung des Organs nachlässt. Viele Betroffene müssen auf der Intensivstation behandelt werden, wobei sich das Herz – anders als bei anderen Erkrankungen – wieder erholt.

Für das Herz wird Stress aber viel häufiger zum Problem, wenn er chronisch wird. Dabei sind es die körperlichen Stressreaktionen selbst, die dem Herzen auf Dauer schaden – obwohl sie aus einem cleveren Grund in uns angelegt sind.

«Stress ist ein Teil der menschlichen Überlebensstrategie», sagt Prof. Christoph Herrmann-Lingen, Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universitätsmedizin Göttingen. «Ist Gefahr im Verzug, sorgt die Stressreaktion dafür, dass wir für Kampf oder Flucht bereit sind.»

Unter Stress verkleben die Blutplättchen
Zentral ist dabei das vegetative Nervensystem, das lebenswichtige Funktionen wie den Herzschlag steuert. Unter Stress klopft unser Herz nicht nur schneller, um den Körper auf maximale Leistung einzustellen, auch die Blutplättchen verkleben stärker, um Blutungen besser stillen zu können.
«Der Körper stellt sich darauf ein, verwundet zu werden», sagt Herrmann-Lingen, der auch Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates der Deutschen Herzstiftung ist. Die unerwünschte Folge: So wird die Entstehung von verengten Herzkranzgefäßen begünstigt.

Das permanente Hochfahren des Herz-Kreislauf-Systems kann zudem zu Bluthochdruck führen, wodurch die Herzgefäße Schaden nehmen können. Das Risiko für einen Herzinfarkt oder eine Herzinsuffizienz steigt.

Stresssystem noch auf Urzeit-Modus
Heutzutage ist es seltener die Begegnung mit einem wilden Tier und öfter die hohe Arbeitslast, die Stress anstößt. «Unser Stresssystem ist gewissermaßen die Version 1.0, die seit drei Millionen Jahren kein Update bekommen hat», sagt Volker Köllner.

Weil sich die Stressauslöser gewandelt haben, fällt das körperliche Auspowern – der Kampf oder die Flucht – heutzutage oft weg. «Dabei ist Bewegung der natürliche Weg, Stress abzubauen», sagt der Facharzt für Psychosomatik und Psychotherapie.

Keine Zeit und Energie für gesunde Gewohnheiten
Dazu kommt: In stressigen Zeiten leidet oft das Gesundheitsverhalten. Die eine streicht ihren wöchentlichen Sportkurs und greift häufiger zur Zigarette, der andere isst fast täglich Fast Food. Was diese Verhaltensweisen gemeinsam haben: Sie sind Risikofaktoren für Herzerkrankungen. Der Schlüssel zur Vorbeugung ist also, auch in stressigen Phasen an gesunden Routinen festzuhalten.

Das klingt einfacher, als es für viele ist. «Viele Menschen haben nicht gelernt, auf sich selbst zu achten», sagt Köllner. Doch: Für die eigene Gesundheit lohnt sich dieses Vorhaben.

Wenn Herzerkrankungen auf die Psyche schlagen
Umgekehrt bekommt oft auch die Psyche Schrammen, wenn Menschen erleben, dass ihr Herz versagt. «Eine Herzkrankheit wie etwa ein Herzinfarkt ist nicht nur ein verstauchter Knöchel», sagt Christoph Herrmann-Lingen. «Ein solches Erlebnis kann das Urvertrauen in den eigenen Körper erschüttern.»

Die niederschmetternde Erkenntnis ist: Ich bin verwundbar. Was wenn das wieder passiert und ich dann sterbe? Diese Gedanken kennen viele Betroffene.

Aber Ängste und Besorgtheit sind – gerade in der ersten Zeit – eine normale psychische Reaktion auf so ein Ereignis. «Beim dem Großteil der Patientinnen und Patienten normalisiert sich die Psyche nach einiger Zeit wieder», sagt Volker Köllner. Aber nicht bei allen.

«Es gibt Patientinnen und Patienten, die übermäßig auf den eigenen Körper achten, um Vorboten eines neuen Herzinfarktes zu erkennen», sagt Klinikdirektor Herrmann-Lingen. Das sorgt nicht nur für ein hohes Stresslevel, sondern mitunter auch dafür, dass Betroffene ihren Körper kaum noch fordern. «Dabei ist regelmäßige körperliche Aktivität wichtig. Schließlich verringert Sport das Risiko für neue Herzerkrankungen und auch für Depressionen.»

Wie lässt sich dieser Teufelskreis bremsen?
Zunächst ist ein Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt sinnvoll, um die Befürchtungen mit der Realität abzugleichen. «Ein hilfreiches Angebot sind auch die vielen Herzsportgruppen», sagt Volker Köllner. Diese werden von Sportvereinen, Reha-Kliniken oder anderen Trägern angeboten.
Wenngleich die Bewegung im Vordergrund steht: Der Austausch mit anderen Herzerkrankten tut auch der Seele gut. Darüber hinaus kann eine Psychotherapie helfen, wieder Vertrauen in das eigene Herz zu fassen und die Körperwahrnehmung zu schulen.

Top

Reise

Winterliche Städtereisen in Deutschland

Blick auf Nürnberg mit der Kaiserburg. 
Foto: Daniel Karmann/dpa

Münster/Bamberg (dpa) – Das Mittelmeer ist derzeit zu kalt, Fernreisen sind pandemiebedingt weiterhin schwierig. Für Reisende, die kein Ski fahren, ist dieser Winter eher eine Durststrecke. Warum nicht mal die Heimat entdecken? Viele deutsche Städtchen und Städte sind auch in der kalten Jahreszeit einen Kurztrip wert.

Münster: Ein Muss ist der Besuch des Prinzipalmarktes, der mit dem Rathaus und seinen Giebelhäusern als das Zentrum der Stadt gilt. Bogengänge ermöglichen selbst bei miesem Wetter eine trockene Shoppingtour durch traditionsreiche Geschäfte. Wen es in die Natur zieht, der kann von der Altstadt aus zum nahen Aasee spazieren. Kunstinteressierte sind im Pablo-Picasso-Museum richtig. Dort werden neben wechselnden Ausstellungen zahlreiche Lithographien des Malers gezeigt.

Am Abend kann man den Tag bei einem Bier in der letzten Stadtbrauerei im verwinkelten Kuhviertel ausklingen lassen – oder in die Szene von Hafen- und Hansaviertel eintauchen.
(www.muenster.de)

Bamberg: Bamberg begeistert nicht nur beim Gang durch die mittelalterliche Altstadt seine Besucher. Ein beliebtes Fotomotiv ist auch die ehemalige Fischersiedlung «Klein-Venedig» an der Regnitz mit den dicht gedrängten Fachwerkhäusern – ebenso wie das alte Rathaus, das auf Pfählen in den Fluss gebaut wurde.

Literaturinteressierte können auf den Spuren E.T.A. Hoffmanns durch die Stadt spazieren. Auf einem Rundweg erinnern knapp 20 Stationen an Leben und Werk des Universalgenies.
In zwei historischen Brauereien können Bierfreunde das für die Bierstadt typische Rauchbier kosten, das dem Schriftsteller übrigens nicht geschmeckt haben soll.
(www.bamberg.info)

Bremen: In der Stadt an der Weser haben von November bis März norddeutsche Kohltouren Saison. Sie enden nach einem Spaziergang mit Bollerwagen oft bei einem deftigen Grünkohlessen. Kaffeeliebhaber können in Manufakturen erfahren, wie das braune Gold seinen Weg in die Tasse findet.

Ein Rundgang durch das malerische Schnoorviertel ist ebenso empfehlenswert wie die Multimedia-Ausstellung Van Gogh – The Immersive Experience. Die Schau ermöglicht eine 360-Grad-Reise durch die künstlerische Geschichte des Malers.
(www.bremen.de)

Top

Erst gefroren, dann gepresst – Eiswein an Nahe, Mosel und in Franken

Teilweise angefaulte Weintrauben der Rebsorte Silvaner
hängen in einem Weinberg hinter blauen Schutznetzen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Von Gregor Bauernfeind
Bodenheim (dpa) – Kälteeinbruch hat Winzern an der Nahe, an der Mosel und in Franken die ersten Eisweine des Winters ins Fass gebracht. «Das war wirklich ein Geschenk», sagte der Präsident des Fränkischen Weinbauverbands, Artur Steinmann. In Sommershausen am Main wurde die letzte Ernte des Jahres am frühen Morgen bei minus acht Grad eingefahren – der Winzer hofft auf etwa 150 Liter der Weinspezialität.

Für eine Eisweinlese müssen die Trauben durchgefroren sein. Dazu braucht es mindestens minus sieben Grad Kälte über mehrere Stunden. Die überreifen Trauben werden gefroren gelesen und gepresst. Eiswein ist besonders süß, weil ein großer Teil des Wassers in den gefrorenen Früchten zurückbleibt und der Zuckergehalt sehr hoch ist. Konzentriert erhalten bleiben die aromatischen Inhaltsstoffe der Beeren.

Der erste Eiswein des Winters wurde bereits im Weingut Korrell Johanneshof in Bad Kreuznach-Bosenheim gelesen. Die Trauben hatten nach Angaben des Winzers an der Nahe den hohen Wert von 142 Grad Oechsle – die Oechsle-Grade geben das Mostgewicht des Zuckergehalts und anderer gelöster Stoffe im Traubensaft an. Im Anbaugebiet Mosel konnte unter anderem das Weingut Dr. Hermann in der Gemeinde Erden Eiswein lesen, wie das Deutsche Weininstitut in Bodenheim bei Mainz mitteilte.

«Insgesamt verspricht die im Vergleich zu den Vorjahren frühzeitige Eisweinlese mit sehr gesundem Lesegut qualitativ hochwertige Eisweinspezialitäten», erklärte das Weininstitut. Für diesen Winter haben 152 Betriebe in Rheinland-Pfalz eine Gesamtfläche von rund 107 Hektar für eine mögliche Eiswein-Lese angemeldet. Im Vorjahr waren es nur 93 Betriebe mit zusammen 72 Hektar. Eiswein ist für Betriebe immer mit Risiko verbunden. Im Weinjahrgang 2019 hatten Winzer in Rheinland-Pfalz vergeblich auf Frost gewartet. Wird es nicht kalt genug, bedeutet das für den Winzer einen Totalverlust.

Top

Aus Allen Staaten

•••••••••••••

Top

WOCHENPOST-Wortschatz

Selected Articles with helpful translations for those less comfortable with the German language

«Gewohnt und gelernt» – Warum Frauen beim Friseur mehr zahlen

Hat eine Frau die gleiche Frisur wie ein Mann, zahlt sie im Friseursalon oft trotzdem mehr. Aber warum eigentlich? Manche wollen es anders machen.

Berlin: Unterschiedliche Preise für Damen- und Herrenhaarschnitte sind auf einer Tafel vor einem Friseursalon in Mitte zu sehen. Hat eine Frau die gleiche Frisur wie ein Mann, zahlt sie im Friseursalon oft trotzdem mehr. Foto: dpa

Von Oliwia Nowakowsk
Berlin/Düsseldorf (dpa) – Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau ist ein viel diskutiertes Thema. Es gibt aber noch viele Orte, an denen Frauen nicht gleichbehandelt werden. Beispielsweise in Friseursalons. Hier reicht ein Blick aufs Preisschild.

Bei Starfriseur Shan Rahimkhan, der Salons am Berliner Gendarmenmarkt und am Kurfürstendamm hat, sahen die Preisschilder vor nicht allzu langer Zeit in etwa so aus: Damenhaarschnitt 90 Euro, Herrenhaarschnitt 70 Euro. Akkurat frisierte Fußballer und Männer mit Haartransplantionen sind längst nichts Ungewöhnliches mehr. Rahimkhan findet das Preiskonzept nach Geschlecht nicht mehr zeitgemäß.

«Es kann ja nicht sein, dass Frauen mehr zahlen als Männer, obwohl da der gleiche Zeitaufwand dahinter steckt», meint Rahimkhan. Deshalb wird der Preis in seinen Salons ab sofort nach Aufwand und Zeit berechnet, also genderneutral. Für den Friseur ein längst überfälliger Schritt.

Eine Preisdifferenzierung nach Geschlecht heißt «Gender-Pricing», «Woman-Tax» oder «Pink-Tax». Dabei geht es darum, dass Frauen für gleiche oder gleichartige Leistungen oder Produkte tiefer in die Taschen greifen müssen als Männer.

Von dem Gender-Pricing hat sich augenscheinlich auch ein Friseursalon in Berlin-Neukölln verabschiedet. In dessen Fenster hängt ein Schild: Unisexpreise, Haarschnitt mit Waschen 17 Euro. Die genderneutralen Preise in Friseursalons scheinen doch recht verbreitet zu sein, oder?

Nein, meint der Obermeister der Friseur-Innung Berlin, Jan Kopatz. Das bleibe eine Ausnahme. Die Gründe dafür seien vielfältig, aber er denkt, die Geschichte könne eine Rolle spielen: «Ich glaube, wir sind da wirklich aus diesem historischen Bereich hergekommen, weil es einmal den Herrenfriseur- und den Damenfriseurbereich gab und dort die Dienstleistungen aufgrund vieler Sachen unterschiedlich kalkuliert waren.»

Auch der Marketing-Professor der Wirtschaftshochschule WHU in Düsseldorf, Martin Fassnacht, ist der Meinung, dass wir es schlicht und ergreifend gewohnt sind und gelernt haben, dass Frauen im Friseursalon mehr Geld lassen. «Frauen sind eher bereit, für Schönheit im weitesten Sinne mehr zu bezahlen», erklärt er.

Das Gender-Pricing zu rechtfertigen ist aus Sicht des Professors zwar schwerer geworden, weil viel mehr über Gleichberechtigung gesprochen werde. Er rechnet jedoch nicht damit, dass Frauen in Zukunft überall genau so viel zahlen werden wie Männer. Denn Unternehmen werden laut Fassnacht immer die Freiheit besitzen, die Preise für Frauen höher zu setzen, und werden das auch machen.

Und dass sie es durchziehen, bestätigt eine Studie aus dem Jahr 2017, die von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes in Auftrag gegebenen wurde. Rund 60 Prozent von 381 ermittelten Dienstleistungen sind vom Gender-Pricing betroffen.

Im Reinigungsgewerbe und im Frisiergewerbe war es besonders auffällig. Demnach boten rund 89 Prozent der untersuchten Salons Standard-Kurzhaarfrisuren ausschließlich nach Geschlecht unterschiedenen Preisen an. Frauen ließen im Schnitt 12,50 Euro mehr im Friseursalon als Männer. Für Salons, die weg vom Gender-Pricing wollen, könnte das also finanzielle Folgen haben.

Zurück zu Shan Rahimkhan. Er sieht auch, dass sein neues Preismodell nicht unbedingt ökonomisch sinnvoll ist. Der Friseur rechnet – zumindest in den ersten Monaten nach Einführung – teilweise mit finanziellen Einbußen. Denn einige Kundinnen zahlen jetzt tatsächlich weniger als vorher. «Das ist schon eine sehr schmerzhafte Erfahrung, die ich da mache; aber das muss ich natürlich auf mich nehmen, wenn ich wirklich ernst bleiben will mit der Geschichte.»

Für seine Salons bleibt Rahimkhan optimistisch. «Ich glaube, dass ganz viele Frauen, die zum Beispiel feinere und kürzere Haare haben und die sich vorher nicht getraut haben, zu uns zu kommen, weil wir einfach zu teuer waren, dadurch animiert werden, zu uns zu kommen.» Er ist überzeugt, dass mit geschlechtsneutralen Preisen mittelfristig mehr gewonnen als verloren wird.

Wochenpost – STICHWÖRTER– TRANSLATION

gewohnt – accustomed to
gelernt – learned
eigentlich – really
Gleichberechtigung – equal rights
gleichbehandelt – treated equally
akkurat – precisely
Ungewöhnliches – unusual
zeitgemäß – up-to-date
Zeitaufwand – expenditure of time
überfälliger – overdue
Schritt – step
tiefer – deeper
greifen – dig
augenscheinlich – seemingly
verabschiedet – bid farewell
verbreitet – widespread
Ausnahme – exception
Dienstleistungen – service
schlicht – plain and simply
lassen – leave
eher bereit – more willing
rechtfertigen – justify
Unternehmen – businesses
Freiheit – freedom
durchziehen – go through
bestätigt – confirmed
von… in Auftrag – on behalf of
ermittelten – found out
Reinigungsgewerbe – cleaning trade
Frisiergewerbe – salon trade
auffällig – noticeable
ausschließlich – openly
Geschlecht – sex
ökonomisch – economically
Einbußen – losses
schmerzhafte – painful
Erfahrung – experience
überzeugt – convinced
mittelfristig – medium

Trans: Barbara Weidendorf, B.A., M.A.

*Note: Previous selections can be found in the Archives section of the site.*