13. Juli 2019 Selected Articles

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Aus Aller Welt

Vandalismus in Kirchen – «Das tut schon in der Seele weh»»

Diebstähle, Graffiti, Vandalismus – das kann auch Kirchen treffen. Mitunter ist der ideelle Schaden höher als der materielle. Besonders zu kämpfen hat Deutschlands größte Kathedrale

Köln: Dombaumeister Peter Füssenich steht vor dem Südportal des Doms. Diebstähle, Graffiti, Vandalismus – das kann auch Kirchen treffen. Mitunter ist der ideelle Schaden höher als der materielle. Besonders zu kämpfen hat Deutschlands größte Kathedrale. Foto: dpa
Köln: Mit Filzstift geschriebene Botschaften von Besuchern sind im Aufgang zum Südturm des Doms zu sehen. Foto: dpa

Von Christoph Driessen
Köln (dpa) – Die Außenfassade des Kölner Doms ist mit Tausenden von Figuren geschmückt – überlebensgroßen und fingerkleinen. Putzig sind die winzigen Dämonen über den Eingangsportalen. Bei vielen fehlt allerdings der Kopf: «Es ist vorgekommen, dass Touristen die mit ihren Regenschirmen abgeschlagen haben, um ein Andenken mit nach Hause zu nehmen», berichtet Dombaumeister Peter Füssenich. Damit kann dann die monatelange Arbeit eines Steinmetzen zunichte gemacht sein: «Das tut schon in der Seele weh.»

Vandalismus ist für die größte und bekannteste deutsche Kathedrale ein Riesenproblem. Doch auch kleine Kirchen bleiben nicht unbedingt verschont: In Großholbach im Westerwald rissen Unbekannte im Mai in der katholischen Dreifaltigkeitskirche eine Jesus-Figur vom Kreuz und brannten die Augen an.

Häufiger als solch blinde Zerstörungswut ist Diebstahl. So entwendeten Unbekannte im Mai ein Altarkreuz aus Bronze aus der Kaiserslauterner Stiftskirche. Der Fall sei einer von mehr als 100 angezeigten Diebstählen, die jedes Jahr in Kirchen in Rheinland-Pfalz begangen würden, teilte die Polizei mit. Sie spricht von «äußerst geringen Fallzahlen». Die Täter hätten es fast ausnahmslos auf Metall abgesehen. Der ideelle Schaden sei wohl mitunter höher als der materielle, etwa bei Sakralgegenständen mit großer emotionaler Bedeutung für die Gemeinde, meint Judith Rupp vom Bistum Trier.

«Wir können sagen, dass die Zahl der Fälle erfreulich gering ist», sagt Jens Peter Iven von der Evangelischen Kirche im Rheinland. «Das hat zwei Gründe: Traditionell sind evangelische Kirchen außerhalb der Gottesdienst- und Veranstaltungszeiten zumeist verschlossen. Und zweitens: Dort, wo sie zu bestimmten Zeiten verlässlich geöffnet sind, ist dann in aller Regel jemand als Ansprechperson anwesend und hat auch im Blick, was in der Kirche passiert.»

Hagen Pietzcker von der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg bestätigt: «Das ist kein nennenswertes Phänomen. Wir haben an unseren innerstädtischen Kirchen immer mal wieder Graffiti, das weicht aber nicht ab von anderen öffentlichen Gebäuden, sozusagen urbane Normalität.»

Ganz anders beim Kölner Dom: «Vandalismus ist hier ein weitgefächertes Problem», erläutert Dombaumeister Füssenich. «Es fängt an mit kleinen Dingen wie Verunreinigungen.» Nicht nur zu Karneval benutzen Männer die vielen Ecken der Kathedrale als Urinal – und tragen damit zur Zersetzung des jahrhundertealten Steins bei. «Die Dombauhütte beschäftigt eigens einen Mitarbeiter, der jeden Tag nichts anderes macht, als einmal den ganzen Bereich um den Dom herum zu säubern. Wir haben einen weiteren Mitarbeiter, der alle Graffiti sofort entfernt – denn wenn eins da ist, kommt das nächste in kürzester Zeit.»

Jeden Tag strömen etwa 30 000 Besucher durch den Dom. Füssenich: «Wir stellen mehr und mehr fest, dass die Menschen mit unveränderter Haltung aus der Einkaufszone in den Dom gehen, mit einer Frittentüte oder einem Kaffeebecher in der Hand.» Die Schwelle vom Profanen zum Sakralen bestehe für diese Besucher nicht mehr. Deshalb hätten die Domschweizer – die Ordnungshüter – immer alle Hände voll zu tun. Es gibt sogar Leute, die mit dem Fahrrad in den Dom kommen und es dort mit einer Kette abschließen.

Der Kriminologe Christian Pfeiffer führt dieses Verhalten auf eine veränderte Grundhaltung zurück. «Ich erinnere mich noch an die 50er Jahre, als man wie auf Zehenspitzen durch die Kirchen lief und nur im Flüsterton sprach. Das ist heute für viele Menschen ganz anders.» Das Heilige habe sich für sie verflüchtigt, die meisten Menschen in Deutschland stünden der Kirche mit einer gewissen Distanz gegenüber.

Einem kirchenfernen Menschen muss es noch lange nicht an Respekt mangeln. Wenn aber zum Beispiel betrunkene Randalierer mit ihrem Vorgehen eine Wirkung erzielen wollten, dann gäben Kirchen ein nahe liegendes Ziel ab, meint Pfeiffer: «Denn damit lässt sich ein großer Schockeffekt erzielen

Am Kölner Dom will man jedenfalls Konsequenzen ziehen: Nachdem das Nordportal mit seinen filigranen Skulpturen in den vergangenen Jahren aufwendig restauriert worden ist, soll es nach der Fertigstellung im kommenden Jahr mit einem Gitter abgesperrt werden.

Wochenpost – ÜBERSETZUNG – TRANSLATION

Diebstähle – thefts
treffen – hurt, affect
vorgekommen – occurred
Andenken – souvenir
unbedingt – absolutely
verschont – spared
häufiger – more frequently
entwendeten – pilfered
begangen – committed (crime)
aufabgesehen – zeroed in on
Sakralgegenständen – sacred objects
Fälle – cases
erfreulich gering – fortunately small
verlässlich – dependable
Ansprechperson – contact person
abweichen – differ
weitfächertes – multi-sided
Verunreinigungen – defilement
Zersetzung – decomposition
Dombauhütte – construction site office
strömen – flow
unveränderter Haltung – unaltered deportment
Frittentüte – fried food (french fry) container
abschließen – lock up
Flüsterton – whisper
Kirchenfernen – no church affiliation
mangeln – shortage
Randalierer – hooligan
abgäben – would hand (them)
erzielen – achieve
Gitter abgesperrt – locked behind a grille, behind bars

Trans: Barbara Weidendorf, B.A., M.A.

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Sport

WM-Bilanz 2019: Zahlen und Fakten zum Turnier in Frankreich

Mit dem 2:0-Finalsieg gegen die Niederlande und dem vierten WM-Titel für das US-Team geht die achte Frauen-WM in Frankreich zu Ende. Ein Turnier der Superlative. Rapinoe erhält neben dem WM-Pokal zwei weitere Preise. Gwinn wird als beste Nachwuchsspielerin geehrt.

USA – Niederlande, Finale, Stade de Lyon: Rose Lavelle (oben) aus den USA jubelt mit Alex Morgan über Lavelles Tor zum 2:0. Foto: dpa

Von Ulli Brünge
Lyon (dpa) – Die achte Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen in Frankreich ist nach 30 Tagen Geschichte. Mit dem 2:0-Finalsieg der USA gegen Europameister Niederlande in Lyon endet das Turnier, das FIFA-Präsident Gianni Infantino als die «beste Frauen-WM aller Zeiten» bezeichnete. Sportlich und gesellschaftspolitisch war die WM ein Meilenstein und setzte neue Maßstäbe im Frauenfußball.

TEILNEHMERFELD: Womöglich war es die letzte Frauen-WM mit 24 Mannschaften. FIFA-Chef Infantino strebt eine Aufstockung auf 32 Teams an – möglichst schon zur WM 2023. Wo diese stattfindet, soll im März 2020 in Amsterdam vom FIFA-Council (37 Mitglieder) entschieden werden. Bei der nächsten Council-Sitzung im Oktober in Shanghai müsste aber zunächst über eine Ausweitung abgestimmt werden. Stand heute gibt es neun Bewerber für die WM-Endrunde in vier Jahren – so viele wie nie zuvor. Süd- und Nordkorea wollen sie gemeinsam ausrichten. Interesse an der Gastgeberrolle haben auch Argentinien, Australien, Bolivien, Brasilien, Kolumbien, Japan, Neuseeland und Südafrika hinterlegt. Bis zum 4. Oktober müssen die Länder bei der FIFA ihre Bewerbung offiziell einreichen.

PREISGELD: Für die Frauen-WM in Frankreich hatte die FIFA das Preisgeld auf 30 Millionen US-Dollar (rund 26,7 Millionen Euro) verdoppelt. Infantino kündigte an, dass der Weltverband 2023 noch einmal so viel – also 60 Millionen US-Dollar (rund 53,4 Millionen Euro) – an Prämien ausschütten will. Erstmals erhielten die Teilnehmer auch Geld für die Turniervorbereitung, insgesamt 11,5 Millionen US-Dollar. Die Vereine wurden zum ersten Mal für die Abstellung von Spielerinnen entschädigt. Es sind auf den ersten Blick weitere Schritte zur Gleichbehandlung von Männern und Frauen. Doch die Lücke ist weiter groß und wird sogar noch größer. Denn auch die Männer-Prämien steigen weiter. 2018 in Russland erhielt allein Weltmeister Frankreich eine Prämie von 38 Millionen US-Dollar (damals 32,5 Millionen Euro). Die Gesamt-Prämien für die nächste Männer-WM in Katar 2022 sollen rund 440 Millionen US-Dollar betragen.

AUSZEICHNUNGEN I: Megan Rapinoe wurde nicht nur wegen ihres Kampfes für Gleichberechtigung, gegen Homophobie, Rassismus und Ausgrenzung zur prägenden Figur der WM. Die 34 Jahre alte US-Frontfrau legte sich mit US-Präsident Donald Trump an, sorgte aber auch für Furore auf dem Rasen. Mit ihrem Elfmetertor brachte sie die USA im Endspiel in Führung und schraubte ihr Konto auf sechs Turniertreffer. Dafür wurde Rapinoe mit dem Goldenen Schuh der besten Torschützin ausgezeichnet. Rapinoe erhielt auch den Goldenen Ball als beste WM-Spielerin.

AUSZEICHNUNGEN II: Einen Preis erhielt auch die deutsche Nationalspielerin Giulia Gwinn trotz des Viertelfinal-Aus mit dem DFB-Team. Die 20-Jährige vom SC Freiburg, die von der kommenden Saison an für den FC Bayern München spielt, und bei der WM alle fünf Spiele absolvierte, wurde als beste Nachwuchsspielerin mit dem «Young Player Award» ausgezeichnet.

ZUSCHAUER: In der Gunst der Zuschauer ist eine neue Stufe erreicht. Laut FIFA haben auf allen TV-Kanälen und Plattformen mehr als eine Milliarde Menschen inklusive des Final-Wochenendes die WM-Spiele verfolgt. Die Rekordmarke bedeutet eine Verdopplung im Vergleich zur WM in Kanada vor vier Jahren. Die meisten Zuschauer hatte vor dem Finale am Sonntag das Achtelfinale zwischen Brasilien und Frankreich mit weltweit knapp 58,8 Millionen Zuschauern angelockt – dieser Allzeit-Rekord für ein Frauenfußballspiel könnte im Finale aber noch übertroffen worden sein. Die Bestmarke hielt bisher das WM-Finale 2015 zwischen den USA und Japan (52,6 Millionen) in Vancouver. In vielen Ländern wie den USA, Frankreich, Brasilien, China, Italien, England oder den Niederlande stiegen die TV-Quoten sprunghaft.

TICKETS: Insgesamt 1 163 000 Eintrittskarten wurden laut FIFA für die 52 Spiele verkauft bzw. zugeteilt. 75 Prozent der Tickets gingen an französische Zuschauer, gefolgt von den USA (15 Prozent), England und den Niederlanden (jeweils 3 Prozent).

TORE/KARTEN/VIDEOBEWEIS: 146 Tore fielen in 52 Spielen, das sind 2,8 im Schnitt. 124 Verwarnungen sprachen die Schiedsrichterinnen aus, vier Spielerinnen sahen die Rote Karte. Nach der WM-Premiere bei den Männern in Russland gab es auch bei der Frauen-WM erstmals den Videobeweis. Als Problem erwies sich die mangelnde Erfahrung vieler Schiedsrichterinnen mit der Technik, den zahlreichen Schulungen im Vorfeld zum Trotz. Absprachemängel zwischen den durchweg männlichen VAR’s (Video-Assistent-Referees) und den weiblichen Unparteiischen waren die Folge. Oft dauerten die Entscheidungen zu lange. Fazit: Der Videobeweis ist auch bei den viel schneller gewordenen Frauen-Spielen unerlässlich. Aber es gibt noch viel zu tun.

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Feuilleton

Gefundene Goldmünze soll weltweit einzigartig sein

Eine Goldmünze mit dem Konterfei des römischen Kaisers Constans aus dem 4. Jahrhundert.
Foto: Christina Kohnen/Landkreis Stade/dpa

Stade (dpa) – Eine im niedersächsischen Landkreis Stade gefundene Goldmünze soll nach Angaben des zuständigen Archäologen weltweit einzigartig sein. Weitere Prägungen dieser rund 1600 Jahre alten Münze seien nicht bekannt, hieß es bei der Vorstellung des Fundes in Stade. Das Unikat wird dort seit Freitag im Museum Schwedenspeicher ausgestellt. Ein privater Sondengänger hatte die neun Gramm schwere Münze nach Angaben eines Kreissprechers aufgespürt. Bei dem Fund handele es sich um ein sogenanntes Multiplum, eine Art Sondermünze. Sie zeigt den römischen Kaiser Constans aus dem 4. Jahrhundert nach Christus.

Der Sondengänger hatte mit Genehmigung der Kreisarchäologie systematisch Flächen untersucht, als er im Dezember 2017 auf einem Acker die Münze mit einem Durchmesser von knapp drei Zentimetern fand. Zum Wert wurden keine Angaben gemacht. Solche Münzen seien zu besonderen Anlässen herausgehobenen Persönlichkeiten überreicht worden, erklärte Kreisarchäologe Daniel Nösler.

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Gesundheit

Achtung, Mäusekot! Viele Hantavirus-Infektionen erwartet

Staubige Schuppen, Garagen oder Waldhütten – dort kann man sich in mehreren Regionen Deutschlands mit dem sogenannten Hantavirus anstecken. Das Risiko ist dieses Jahr höher – aber warum?

Wo sich Rötelmäuse wohlfühlen, lauert womöglich auch der Erreger. Foto: dpa

Von Gisela Gross
Berlin (dpa) – Wo sich Rötelmäuse wohlfühlen, lauert womöglich auch der Erreger: In diesem Jahr könnten laut Experten in bestimmten Gebieten Deutschlands wieder überdurchschnittlich viele Menschen am Hantavirus erkranken. «2019 ist ganz deutlich ein Ausbruchsjahr», sagte Mirko Faber, Wissenschaftler am Robert Koch-Institut in Berlin (RKI), auf dpa-Anfrage. Seit Januar wurden dem Institut gut 460 Fälle gemeldet. Besonders betroffen sind Faber zufolge die Schwäbische Alb, die Räume Stuttgart und Osnabrück, Unterfranken, der Bayerische Wald, der Osten Hessens, der Westen Thüringens und das Münsterland.

Der aktuelle Ausbruch sei aber bisher nicht mit dem starken Hantavirus-Jahr 2012 vergleichbar, sagte Faber. Damals wurden im gleichen Zeitraum mehr als 1100 Fälle registriert, im gesamten Jahr der bisherige Rekordwert von rund 2800 Infektionen. In anderen Jahren erkrankten bundesweit jährlich weniger Menschen als aktuell innerhalb von sechs Monaten, 2018 beispielsweise nur 235. Starke Schwankungen von Jahr zu Jahr sind beim Hantavirus üblich.

In Deutschland gilt das Einatmen von zu Staub zerfallenem Kot von Rötelmäusen (auch Waldwühlmaus) als Haupt-Infektionsquelle für das Hantavirus. Aber auch mit deren Speichel oder Urin wird das Virus ausgeschieden. Anstecken kann man sich etwa beim Aufräumen oder Fegen von Garagen oder Schuppen. Zu Berufsgruppen mit einem gewissen Risiko zählten etwa Förster, Jäger und Bauarbeiter, so Faber. Aber auch in der Freizeit gibt es Risiken: Schutz- und Grillhütten im Wald etwa seien auch bei den Mäusen beliebt, so dass man sich anstecken könne.

Die Erkrankungszahlen schwanken deshalb von Jahr zu Jahr, weil die Wahrscheinlichkeit für eine Ansteckung mit der Dichte an infizierten Rötelmäusen zusammenhängt. «Viele Menschen infizieren sich, wenn es viele infizierte Rötelmäuse gibt», sagte Faber. Insbesondere in Buchen-Mastjahren bekommen die Mauspopulationen durch das große Futterangebot einen Schub.

Hierzulande rufen Infektionen mit dem Hantavirus meist Erkrankungen mit grippeähnlichen Symptomen hervor: hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, zudem Übelkeit oder Erbrechen. Auch die Nieren können beeinträchtigt werden, bis hin zu akutem Nierenversagen. Nur die Symptome können behandelt werden, eine Impfung gibt es nicht. In anderen Regionen vorkommende Typen des Virus können schwerwiegendere Erkrankungen auslösen.
Robert Koch-Institut
http://www.rki.de/

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Reise

Die Costa Brava abseits der Bettenburgen

Betonsünden, Urlaubermassen und Saufgelage prägen das Bild der Costa Brava mit ihrer Partyhochburg Lloret de Mar. Doch im Hinterland entspannt sich die Lage. Zeit für einen Ausflug.

Blick auf Calla de Palafrugell – in dem Ferienort geht es im Vergleich zu Partyhochburgen wie Lloret beschaulicher zu. Foto: dpa

Von Andreas Drouve
Girona (dpa) – Diese Treppen führen in eine andere Welt. Hinaus aus der dumpfen Urlaubsszenerie der Strandliegen und Sonnenschirme. Die Stufen führen vom Strand La Fosca nach oben, nordwärts, als Teil der Wanderroute Camí de Ronda vorbei an Überresten des mittelalterlichen Kastells Sant Esteve de Mar und um die nächste Landspitze.

Agaven und Feigenkakteen krallen sich in die Ausläufer der Klippen. Versprengte Felsblöcke ragen in der glasklaren, glitzernden See wie Haifischflossen auf. Wellen und Möwengekreisch. Es riecht nach Salz und Lavendel, die Luft wirkt unverbraucht.

In der winzigen Bucht S‘Alguer tauchen Boote am Steinstrand auf, dahinter blankweiß getünchte Fischerhäuschen mit Fenstern und Türen in Gelb, Rot und Grün. Welch eine atmosphärische und architektonische Wohltat im Vergleich zu den konturlosen Kästen in Lloret de Mar, wo Spaniens Costa Brava, die «wilde Küste», unter Endloskubikmetern aus Beton begraben liegt.

Die Wanderstrecke Camí de Ronda, die sich teilweise mit dem Fernwanderweg GR-92 deckt, führt dagegen durch eine weitgehend unverfälschte Mittelmeerlandschaft aus Schirmpinien, Korkeichen, wilden Oliven, winzigen Buchten und Stränden.

Daniel Punseti, 43, hat sein bisheriges Leben in dieser Küstengegend verbracht. Der eingefleischte Katalane hat dabei mitgeholfen, den Camí de Ronda wiederherzustellen, jenen Weg, «den schon unsere Eltern, Großeltern und Urgroßeltern gegangen sind», wie er erzählt.

Ursprünglich war die Strecke dazu gedacht, Schiffbrüchigen zu helfen und Gestrandeten in der Not den Weg ins nächste Dorf zu ermöglichen. Später gingen Militärpolizisten auf Patrouille, um Schmuggel und Schwarzhandel zu kontrollieren. Sie machten ihre Runde («ronda»), daher der Name der Route. Kein gemütlicher Spaziergang von Bucht zu Bucht ist das, sondern ein schweißtreibendes Auf und Ab.

Hinter dem weiten Strand Castell steigt der Pfad zu den Überbleibseln einer Siedlung der Iberer an, die 2500 Jahre auf dem Buckel hat. Das Schuhprofil drückt sich in den Staub, die Ausblicke hoch über der Küste sind erhebend. Hier brütete der Schriftsteller Truman Capote in einer entlegenen Villa über seinem Erfolgsroman «Kaltblütig», weiß Punseti zu berichten. Und «Herr der drei Welten» wurde hier gedreht, ein vergessener Flop der Filmgeschichte über Gullivers Reisen.

Teppiche aus Mittagsblumen breiten sich aus, Wurzeln wie Krakenarme haben den Boden im Griff. Weit draußen zieht eine Jacht vorbei. Ein Kormoran verschwindet in den Fluten.

Ein Tipp für den Weg nach Calella de Palafrugell lautet eigentlich: Badezeug mitnehmen. Doch in den Traumbuchten Estreta und Remendón ist die Bekleidung überflüssig: Hier ist traditionell Nudistenterrain. Niemand stört sich daran, die nächsten Orte und Straßen sind weit weg. «Deswegen wird es selbst im Sommer nicht voll», sagt Punseti.

Zum «Strand des Schreis», Platja del Crit, kennt der Historiker und Archäologe die passende Legende: «Vor vielen Jahrhunderten wollten Piraten aus Nordafrika eine junge Frau, die sie von einem Landgut verschleppt hatten, aufs Schiff bringen. Sie biss einem Piraten ins Ohr, der bestialisch aufschrie. Zur Rache schnitten sie ihr die Kehle durch, da schrie auch sie wie wild.» Das Ende der Geschichte spannt den Bogen in die Gegenwart. In Vollmondnächten, zwischen den Klängen von Wellen und Wind, soll der Schrei der Frau zu vernehmen sein.

Der Lärm eines trinkwütigen Massentourismus bleibt auch an den urtümlichen, zum Ferienort Calella de Palafrugell gehörigen Stränden Golfet und Port Pelegrí aus. Weitere Strandtipps für die mittlere Costa Brava sind: Gola del Ter, wo der Fluss Ter mündet und sich im Hintergrund die Medes-Inseln abzeichnen. Illa Roja mit einem rostroten Felsblock als Wahrzeichen. Und Racó, eine hübsche Adresse zum Relaxen im Sand oder für konditionsstarkes Strandwandern.

Begibt man sich ein Stück landeinwärts, überraschen mittelalterlich anmutende Orte wie Pals, Ullastret und Peratallada. Hier durchstreift man alte Steine, Mosaike aus Bruchsteinfassaden und Wehrmauern. Efeu und Rosenstöcke ranken sich um Gitterfenster, Pflanzenkübel stehen dekorativ neben Hauseingängen. Restaurants und Unterkünfte verstehen sich darauf, Kapital aus diesem Charme zu schlagen.

Kleiner und unbekannter sind St. Martí Vell, Madremanya, Cruïlles und Palau-Sator. In Canapost trifft man hinter der Kirche Sant Esteve gewissermaßen Daniel Punseti wieder – als Archäologe half er vor Jahren dabei mit, einen Friedhof aus dem Mittelalter freizulegen.

Das Dorf Púbol würde bis heute ein beschauliches Dasein fristen, hätte nicht ein Jahrhundertgenie namens Salvador Dalí seiner Gemahlin und Muse Gala ein Schloss versprochen. Ende der 1960er Jahre kaufte er im Landstrich Baix Empordà in Púbol das heruntergekommene Anwesen und «dalinisierte» es – samt einem Thron für Gala im Wappensaal und golden glänzenden Wasserhähnen über der Badewanne.

Die kultivierte Extravaganz setzt sich im Garten fort, während die Grabstätte Galas konservativ pompös daherkommt. Das Palais ist das am wenigsten besuchte Ziel im Dalí-Dreieck mit dem Museumshaus hoch im Norden an der Küste von Portlligat und seinem umgestalteten Stadttheater in Figueres, dem Tempel des Surrealismus, in dem Dauermassenbetrieb herrscht.

In Púbol geht es beim Rundgang in Eigenregie entspannt zu, folgt man den Spuren des alternden Genies Dalí, der nach dem Tode Galas hier einzog und sich mit Mühe noch einmal kreativ aufbäumte. Neben seinem Arbeitssessel und dem Replikat des letzten Werks «Schwalbenschwanz und Violoncello» schaut man auf Pinsel und angebrochene Farbtuben, als würde der Meister gleich zurückkehren.

Gegenwartskunst anderer Art pflegt Annick Galimont, 45, im alten Töpferort La Bisbal d‘Empordà, wo das Terrakotta-Museum die Entwicklung dokumentiert und freitags vormittags ein beliebter Markt stattfindet. Vor einigen Jahren zog die gebürtige Französin hierher, eröffnete eine Keramikwerkstatt und verkauft seither ihr originelles Markenzeichen: die «Waltasse», eine Tasse mit Walschwanz als Henkel. Galimont lebte zuvor mit ihrer Familie in Barcelona, doch das ging an die Substanz. «Die ganzen Autos, der Lärm, die Hektik», sagt sie.

Auch Elena Moreno, 56, hat Barcelona den Rücken gekehrt. Sie führt heute einen Juwelierladen nahe dem Ort Torrent und empfängt Gäste in der Weinkellerei Mas Oller. Der Trend geht hier eindeutig in Richtung junger, fruchtiger Tropfen.

So ist es auch im Hinterland in der Kellerei Brugarol. Interessant ist dort weniger der Wein als vielmehr die Architektur, die mit dem Pritzker-Preis geadelt wurde. Die Anlage aus recycelten Metallen eines Schiffsfriedhofs verschwindet spektakulär im Untergrund, ein Spiel mit Licht und Finsternis, Symmetrien und Asymmetrien.

Vergängliche Bauwerke, bei denen einem der Atem stockt, errichten in Salt bei Girona die Castellers Els Marrecs de Salt. Große Auftritte haben sie bei Volksfesten wie Ende Juli in Salt und Ende Oktober in Girona.

Dienstags und freitags sind Gäste bei Proben in der Kulturfabrik Coma Cros willkommen, um eine katalanische Tradition zu erleben, die zum immateriellen Weltkulturerbe der Unesco zählt: Die Castellers sind Menschenturmbauer. Gut und gerne zehn Meter können die Türme hoch sein, basierend auf einem Stützbau aus Körpern.

Die Kletterakrobatik zur Errichtung der oberen Stockwerke, Positionen, Armgriffe und die Krönung des Konstrukts durch Kleinkinder mit Schutzhelmen – all das erfordert hartes Training. «Es gibt keine Netze, du musst die ganze Zeit voll konzentriert sein. Das ist, wie beim Fußball einen Elfmeter im Champions League-Finale zu schießen», erklärt Trainer Salvi Folgueras.

http://www.spain.info
Anreise: Flüge aus Deutschland gehen zum Airport Girona-Costa Brava oder nach Barcelona, ab dort Weiterreise im Mietwagen. Alternative Anreise mit dem eigenen Fahrzeug oder Zug. Wer noch tiefer ins Inland reisen möchte, fährt nach Girona, an den See Banyoles, in den Vulkanpark La Garrotxa oder gleich in die Pyrenäen.
Reisezeit: Frühjahr bis Herbst. Im Juli und August füllt sich die Küste extrem, auch mit spanischen Urlaubern.

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Herrenlose heilige Kühe machen indischen Bauern das Leben schwer

Kühe stehen in einem Gehege in einer Auffangstation im nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh. Foto: dpa

Von Nick Kaiser und Siddhartha Kumar
Greater Noida (dpa) -Sie fressen Landwirten die Ernte weg und treten ihnen die Felder kaputt: Vagabundierende Kühe werden in Nordindien zu einem großen Problem. Schuld ist eine Politik, die eigentlich für den Schutz der heiligen Tiere sorgen soll.

Mit dem Gehstock deutet Bauer Ved Pal Singh auf sein Weizenfeld. Von vielen der Pflanzen fehlt ein Stück – sie sind angeknabbert. Ruiniert seien sie, wenige Wochen vor der Ernte, sagt Singh. Das Feld nebenan ist von runden Löchern übersät, die offenbar von Hufen stammen. Hier im nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh (genannt UP) werden Tiere zu einem Problem, die in dem hinduistischen Land eigentlich verehrt werden: Kühe.

Richtig schlimm ist es den Landwirten zufolge ausgerechnet, seit im März 2017 der Hindu-Priester Yogi Adityanath Regierungschef des 200-Millionen-Einwohner-Bundesstaates wurde. Die Regierung von der hindu-nationalistischen Partei BJP, die auch vom nahe gelegenen Neu Delhi aus das ganze Land regiert, hat in UP den Schutz der Kuh zur Priorität erklärt. Manche Bauern meinen, dadurch gehe es sowohl den Tieren als auch den Menschen letztlich schlechter.

Denn: In UP und den meisten anderen indischen Bundesstaaten ist es verboten, Kühe zu schlachten. Es hat aber immer illegale Schlachthöfe gegeben, an die Bauern ihre Kühe verkaufen konnten, wenn diese keine Milch mehr gaben. Es sind üblicherweise Angehörige der muslimischen Minderheit – denen Kühe eben nicht heilig sind – die die Schlachthöfe betreiben und die Rinder transportieren.

Radikale Hindu-Nationalisten haben sich, besonders in UP, seit der Amtsübernahme von Premierminister Narendra Modi im Jahr 2014 aber verstärkt zusammengetan und im Namen des Schutzes der heiligen Kuh Menschen angegriffen, denen sie vorwerfen, Kühe zu einem Schlachthof gebracht, getötet oder gegessen zu haben. In einem Bericht vor Kurzem zählte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch allein zwischen Mai 2015 und Dezember 2018 44 Todesopfer bei solchen Angriffen – darunter 36 Muslime. Angehörige der BJP hätten öffentlich zu dieser Gewalt angestachelt, hieß es.

Das hat abschreckende Wirkung. Die Regierung von Adityanath hat zudem Schlachthöfe geschlossen. Nun wissen Bauern nicht mehr, wohin mit ihren Kühen. Sie können es sich nicht leisten, sie weiter zu füttern, nachdem sie aufhören, Milch zu geben. Viele Rinder werden daher einfach freigesetzt und irren nun in der Gegend umher. Dabei zerstören sie Felder – und werden sogar für Menschen zur Gefahr.

«Die Kühe greifen Bauern an», erzählt Ved Pal Singh. «Einer ist hier in der Nähe gestorben, und einer Frau hat eine Kuh mit den Hörnern den Bauch aufgeschlitzt.» Er bewache nun immer bis spät abends sein Feld und stehe auch nachts auf, um nach dem Rechten zu sehen. Trotzdem schafften es immer wieder Kühe auf das Feld – was zu einem großen Einnahmeverlust bei der Ernte führen werde.

Die Landwirte sind überwiegend Hindus und daher zwiegespalten. «Die Kühe sind uns nicht egal, denn sie sind in unserer Religion heilig», erklärt Vijay Singh. Die gegenwärtige Situation sei aber auch für die Tiere schlecht. «Vorher hatten sie wenigstens einen würdevollen Tod – am Ende ihrer Melkzeit, wenn sie sich nicht mehr bewegen konnten, haben die Leute vom Schlachthof sie sauber entsorgt», sagt Singh. «Jetzt sieht man überall streunende, schwache Tiere. Sie werden auf der Straße angefahren oder verscheucht.»

Ein besseres Schicksal erwartet die Kühe in Auffangstationen wie der von Friederike Brüning. Die Deutsche wuchs im Raum Frankfurt am Main auf, ging nach dem Abitur nach Indien, wurde Hinduistin und lebt nun seit gut 40 Jahren hier. Auf ihrem Hof in UP kümmern sich Brüning und ihre Mitarbeiter um mehr als 1000 Kühe. Sie behandeln kranke und verletzte Tiere und leisten Sterbehilfe. Finanziert wird das Ganze aus Brünings eigener Tasche sowie durch Spenden und den Verkauf von getrockneten Kuhfladen, die in Indien zum Heizen verwendet werden. Für ihren Einsatz hat die indische Regierung Brüning kürzlich den Padma-Shri-Preis – eine Art Bundesverdienstorden – verliehen.

Es gibt aber einfach zu viele herrenlose Kühe. In Nordindien sieht man sie überall, in Städten wie auf dem Land, am Straßenrand Plastikmüll fressen. Im Ort Jewar, nicht weit von Indiens Hauptstadt Neu Delhi, gibt es eine Auffangstation auf dem Gelände eines Tempels. Hier stehen rund 300 Rinder, nach Geschlecht getrennt, dicht an dicht in zwei Ställen. In einer Ecke liegt unter einer Decke eine Kuh, die von einem Auto angefahren wurde und der alle Beine amputiert werden mussten. Am Eingangstor prangen Bilder von Modi und Adityanath.

Die Regierung habe Geld zugesagt, es aber nie geschickt, erklären die sechs Mitarbeiter. Die Auffangstation sei voll – für die Kühe, die auf dem nahe gelegenen Feld von Ved Pal Singh ihr Unwesen treiben, sei hier kein Platz mehr. Eine neue Auffangstationen sei geplant, der Bau komme aber nicht voran.

Nachdem verzweifelte Bauern in mehreren Orten in UP Kühe in Gebäude wie Schulen gesperrt hatten, kündigte Adityanaths Regierung zunächst Strafen an. Berichten zufolge wollte sie Kühen zudem Strichcodes verpassen.

Nun hat die Regierung angekündigt, in diesem Jahr mehr als doppelt so viel Geld für Auffangstationen und die Pflege von Kühen auszugeben wie bisher.

Es sei im Prinzip richtig, dass die Regierung Kühe schützen wolle, meint Vijay Singh. «Ich wäre einverstanden – wenn sie denn die Kuh wie eine Mutter behandeln würde, wie es unsere Religion vorschreibt.»

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Aus Allen Staaten

Teutonia Windsor Chorus

Vom rohen Hefeteig bis zum fertigen Salz-Brezel

Windsor ON (bk) – Wie man die Chorkasse auffüllen könnte: Wer gerne singt, möchte sicher einem Chor beitreten. Oftmals wird kein extra Beitrag verlangt, da man ja bereits ein Klubmitglied ist und den jährlichen Vereinsbeitrag am Anfang des Jahres bezahlt hat.

Aber oftmals gibt es Sänger oder Sängerinnen, die nur zum Singen kommen, aber keine Unterstützung für die finanzielle Last eines Chores sind. Diese Sänger müssen ja auch mit Notenblättern versorgt werden, die jeder Chor kaufen muss.

Und woher kommt das Geld dafür oder für die Bezahlung des Chorleiters, die Klavierbegleitung oder der eventuellen Saalmiete für die Konzerte? Man kann natürlich einen monatlichen Beitrag verlangen oder aber nach anderen Ideen Ausschau halten.

Ein Beispiel wäre, was der Teutonia Chorus Windsor seit einigen Jahren macht: Dort werden einmal im Monat Salz-Brezel gebacken.

Der nachstehende Bericht erzählt davon. Also bitte weiterlesen.

Die Brezelaufträge werden per Telefon (519-253-8225) oder e-mail aufgegeben, und die Kunden müssen am Backtag zum Club kommen und ihre Brezel abholen
Nachdem der Teig aus der Knetmaschine gehoben wurde, kommt er einige Zeit in einen Plastiksack zum Ruhen. Dann wird er in drei Portionen geteilt und nochmals in Plastik eingewickelt, zum weiteren Ruhen. Der nächste Schritt ist, jeweils eine Teigportion auf ein Brett mit zwölf gleichmäßig großen Abteilungen. Mit einem scharfen Messer wird der Teig in kleine Portionen geschnitten – das ist jeweils ein Bretzel im Rohzustand.
Die zwölf kleinen, rohen Teigmassen werden nun auf dem langen Backtisch an die Helfer- und Helferinnen gegeben, damit sie sie zu langen Würsten rollen und dann dem Brezel seine Form geben können.
Hier liegen die rohen Brezel und warten, dass sie in eine Lauge getaucht werden. Diese Lauge gibt dem fertigen Brezel später die gold-braune Farbe. Nach dem Laugenbad werden die Brezel auf ein mit Pergamentpapier ausgelegtes Backblech gelegt, mit groben Salzkörnern bestreut und in den vorgeheizten Ofen geschoben.
Nach ca. 10 bis 15 Minuten sind die Brezel braungebacken und werden aus dem Ofen gezogen, jeweils zwölf Brezel pro Backblech. Dann kommen sie auf einen langen Tisch, wo sie abkühlen müssen.
Das Finale: Die Brezel-Bäcker nach getaner Arbeit.
Mitglieder des Teutonia Chorus Windsor beteiligten sich kürzlich am dem jährlichen Festival „Caroussel of Nations“ und verkauften rund 2000 Brezel. Hier sieht man Annelie und Birgit beim Brezelverkauf. Der nächste Backtag findet im August 2019 statt. Auskunft unter 519-253-8225.


Katherine (Katie) Gossmann, Präsidentin des Teutonia Chorus, hatte eine Idee, wie sie ihre Chorkasse auffüllen könnte, um Geld für die Bezahlung des Chordirigentens, der Notenblätter, der Klavierbegleitung etc zur Verfügung zu haben.

Es begann als ‚Fundraiser‘ für den jährlichen Teutonia-Weihnachtsbazaar sowie bei der sommerlichen Veranstaltung ‚Caroussel of Nations‘: Hausgemachte Salz-Brezel, handgroß, noch warm aus dem Ofen, wurden den Besuchern zum Kauf angeboten für 1 $ pro Stück (inzwischen kletterte der Preis auf 2 $ hoch, weil die Zutaten teurer geworden sind).

Und dann fragte sie sich: Warum nicht einmal im Monat Brezel backen und verkaufen? Von allen Mitgliedern des Chorus‘ wird erwartet, sich einige Male im Jahr an diesem Backtag zu beteiligen, denn Katie benötigt jeweils neun Helfer, um die ganze Aktion auf die Beine zu stellen.

Dieser monatliche Backtag findet – meistens an einem Montag – in der Küche des italienischen Fogolar Furlan Club statt, denn dort stehen eine professio-nelle Knetmaschine und professionelle Backöfen zur Verfügung. Man trifft sich um 9 Uhr morgens (Katie ist bereits um 8 Uhr dort, denn sie muss ja den Hefeteig vorbereiten), und mit aufgekrempelten Ärmeln geht‘s an die Arbeit.

Die Brezelaufträge werden per Telefon (519-253-8225) oder e-mail aufgegeben, und die Kunden müssen am Backtag zum Club kommen und ihre Brezel abholen.

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