13. November 2021 Selected Articles

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Aus Aller Welt

Glühwein, Lebkuchen, Handwerk – Weihnachtsmärkte diesmal teils früher

Bald ist es soweit: Nachdem die Pandemie im vergangenen Jahr Weihnachtsmärkte fast unmöglich gemacht hatte, stehen ab November wieder viele Buden. Bei den Corona-Auflagen gibt es regional deutliche Unterschiede.

ARCHIV – 07.12.2020, Baden-Württemberg, Stuttgart: Zwei Frauen stoßen mit
Glühwein in Bechern auf dem Weihnachtsmarkt an. Foto: dpa

Berlin (dpa) – Die Weihnachtsmarktsaison steht bevor – und in diesem Jahr geht es mancherorts besonders früh los. Dass die Buden länger stehen und Besucher schon Mitte November Punsch trinken und in Kunsthandwerk stöbern können, soll Schaustellern nach der langen Corona-Auszeit höhere Einnahmen ermöglichen. Und mancher Weihnachtsmarkt bleibt abends besonders lange offen, damit unter der Woche viele Menschen kommen können, außerhalb der Stoßzeiten am Wochenende. Welche Regeln zur zweiten Saison mit Corona gelten, ist noch nicht überall klar.

In einigen Städten weihnachtet es diesmal länger: So startet der «Winterzauber Berlin» schon am 5. November. Nach dem Ausfall 2020 bekämen Besucher so schon früher Abwechslung und Vergnügen geboten, erklärte Veranstalterin Carmen Blume. Und die Aussteller hätten «zwei bis drei Wochen Vorsprung vor den anderen Weihnachtsmärkten». Ausnahmsweise geht auch der Markt im hessischen Offenbach bereits früher los – am 15. November. Ein Grund sei, die Schausteller nach der langen Corona-Auszeit ohne Einnahmen zu unterstützen, teilte die Stadt mit. In Darmstadt geht es am gleichen Tag los, in Gießen am 18. November.
Mit dem vorgezogenen Start habe man zum einen den Gästen eine Freude machen wollen, erklärte Frank Hölscheidt, der Geschäftsführer der Gießen Marketing GmbH. «Außerdem kamen auch Nachfragen aus dem Handel und von Betreibern der Stände, die sich natürlich auch über den vorgezogenen Start des Weihnachtsmarktes und der Eisbahn freuen.»

Auch der «Lamberti-Markt» in Oldenburg startet diesmal schon eine Woche früher, am 16. November. In Hannover gibt es eine andere Erleichterung für die Schausteller und Händler: Der Rat hat die Gebühren halbiert. Und die Schausteller des Christkindlmarkts in der Münchner Innenstadt dürfen gut zwei Wochen länger stehen bleiben als normal, bis zum 9. Januar. Der weltberühmte Nürnberger Christkindlesmarkt dauert dagegen genauso lang und ist etwa so groß wie immer.

Auch in Nordrhein-Westfalen dauern die Weihnachtsmärkte wegen der Corona-Pandemie nicht länger. «In der Gänze bleibt es bei den traditionellen Laufzeiten», sagte Albert Ritter, Chef der Arbeitsgemeinschaft der Schaustellerverbände in NRW. Allerdings sei zum Teil die Fläche der Märkte vergrößert worden, wie etwa in Essen, wo es weniger Besucherstraßen und breitere Wege gibt. Die Zahl der professionellen Beschicker sei gegenüber der Zeit vor Corona gleich geblieben, sagte Ritter. In NRW gilt auf den Weihnachtsmärkten die 3G-Regel – das heißt, Besucher müssen nachweisen, dass sie gegen Corona geimpft sind, als genesen gelten oder einen negativen Corona-Test vorweisen. Das sei ausgeschildert und es werde Stichproben-Kontrollen geben, sagte Ritter.

In Bayern gibt es keine generelle 3G-Regelung auf Weihnachtsmärkten. Lediglich in der Gastronomie in abgegrenzten Innenbereichen muss sie eingehalten werden – sofern die lokale Inzidenz über 35 liegt, was derzeit fast überall der Fall ist. Die Veranstalter können allerdings strengere Regeln anlegen. Unter freiem Himmel gilt auf den bayerischen Märkten auch keine Maskenpflicht. Können Mindestabstände nicht eingehalten werden, wird ein medizinischer Mundschutz empfohlen. In Hessen machen die Städte Auflagen, angefangen von Abstandsgeboten bis zur 2G-Regel an überdachten Ständen oder in Hütten.

Was später im November und dann im Dezember vorgeschrieben ist, könnte sich allerdings noch ändern – wegen der Entwicklung der Pandemie oder weil Verordnungen auslaufen. In Sachsen-Anhalt etwa liegt die neue Corona-Landesverordnung, die dann auch für die Weihnachtsmärkte gelten wird, noch nicht vor. In Magdeburg soll der Markt aber nach Angaben der Stadt an jedem Werktag mindestens bis 22.00 Uhr geöffnet sein, damit ein Besuch auch außerhalb des besucherstarken Wochenendes geplant werden kann. Los geht es hier am 22. November und wohl im Umfang und mit der Anordnung von 2019.

In Nürnberg will die Stadt den bekannten Christkindlesmarkt auf mehrere innenstädtische Plätze verteilen. Auch bei der traditionellen Eröffnung durch eine Christkinddarstellerin gibt es Abstriche – statt vom Balkon der Frauenkirche gibt es sie dieses Jahr nur per Fernsehübertragung.

In Stuttgart öffnet der Markt ab der dritten Novemberwoche seine Pforten für die Besucher. Doch wie in vielen Kommunen ist derzeit noch unklar, welche Regeln für den Markt gelten werden, wie Jörg Klopfer vom Veranstalter in.Stuttgart sagte. Das Sozialministerium des Landes hatte Ende September die Rückkehr der Weihnachtsmärkte zugesagt und zugleich grundlegende Regeln festgelegt. Wie sie umgesetzt werden, überlässt das Land den Veranstaltern.

Für Mark Roschmann vom Schaustellerverband Südwest ist die Rückkehr der Weihnachtsmärkte trotz der Corona-Auflagen ein «Befreiungsschlag». Nach rund zwei Jahren Pause seien sie für die Händler ein Start in die neue Saison, sagte Roschmann.

Ähnlich sieht es der Geschäftsführer des hessischen Landesverbandes für Markthandel und Schausteller: «Wir bewerten es aus wirtschaftlicher Sicht für unsere Mitglieder als elementar und überlebenswichtig. Zumal die staatlichen Corona-Überbrückungshilfen zum Ende des Jahres auslaufen», sagte Roger Simak.

Ihm zufolge könnte sich das Adventstreiben auch auf längere Sicht positiv auf die Branche auswirken: «Wir denken, dass, wenn die Weihnachtsmärkte gut funktionieren, wir auch für 2022 wieder mit mehr Hoffnung auf die Kirmessen und Volksfeste blicken können.»

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Sport

Katar bleibt ein Reizthema: Experte bietet Flick WM-Nachhilfe an

Hansi Flick will seinen perfekten Start als Bundestrainer 2021 mit zwei weiteren Siegen abrunden. Liechtenstein und Armenien sollten keine großen Hürden sein. Vor dem Abschluss der geschafften WM-Quali wird Flick aber an ein schwieriges Thema abseits des Sports erinnert.

Bayern München – SC Freiburg, 11. Spieltag – Allianz Arena. Mit einem Transparent «Für Geld waschen wir alles rein» protestieren Münchner gegen die Geschäftsbeziehungen des Rekordmeisters mit Katar. Foto: dpa

Von Arne Richter und Jan Mies
Wolfsburg (dpa) – Das WM-Ticket in der Tasche, einen stimmungsvollen Abschied von Freund und Förderer Joachim Löw auf dem Programm – und auch die heikle Impfdebatte um Joshua Kimmich hat nicht mehr die höchste Priorität. Hansi Flick könnte sich auf einen entspannten Jahresausklang inklusive Sechs-Siege-Startrekord freuen. Doch vor dem Abschluss der Qualifikation mit den Partien am Donnerstag gegen Liechtenstein in Wolfsburg und drei Tage später im fernen Armenien wird auch der Bundestrainer wieder mit den Schattenseiten der Weltmeisterschaft 2022 konfrontiert.

Katar bleibt für den Fußball ein Reizthema und Spannungsfeld. Flick und seine Nationalspieler müssen sich in den kommenden Monaten mit der politischen Lage im Emirat befassen und auch wieder handeln. Boykott, nein. Öffentlicher Druck, ja. So lautet die klare Forderung von Menschenrechtsexperte Wenzel Michalski ein Jahr vor dem WM-Anpfiff. Dafür bietet der Chef von Human Rights Watch den DFB-Stars im WM-Jahr gerne auch Lektionen in Gesellschaftskunde an.

«Der DFB sollte die Menschenrechtsverletzungen offen ansprechen. Er sollte Spieler, die motiviert sind, etwas zu sagen, in ihrer Meinungsäußerungsfreiheit nicht beschneiden, sondern sie unterstützen und vor Angriffen in Schutz nehmen», forderte Michalski in einem Interview des «Tagesspiegel».

Flick hatte die kritischen Aspekte des Mega-Events im Emirat wie unwürdige Arbeitsbedingungen für Bauarbeiter und Repressalien gegen Homosexuelle zuletzt ausgeblendet. Sein Fokus lag nach seinem Amtsantritt zunächst auf sportlichen Aspekten. Mit dem erwarteten Sieg gegen Liechtenstein würde er als erster Bundestrainer seine ersten sechs Spiele gewinnen.

Auch vor dem Treffpunkt mit seinem 27-Mann-Kader am Montag im Ritz Carlton Hotel neben der Wolfsburger Autostadt setzte er zur Beobachtung seiner WM-Kandidaten seine Tingeltour durch die Bundesliga-Stadien in Leipzig und Berlin fort.

«Als neues Trainerteam der Nationalmannschaft haben wir festgelegt, dass bei unseren ersten Lehrgängen der Fokus zunächst auf dem Fußball liegen muss. Der Sport wird und muss immer Priorität haben. Wir haben nur ganz wenig Zeit bis zur Weltmeisterschaft», sagte Flick der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung». Über gesellschaftspolitisches Engagement müsse man mit der Nationalspieler-Generation um Kimmich und Leon Goretzka nicht reden. «Zeichen wie die Regenbogenbinde oder das Knien stehen für die Werte der Nationalmannschaft und des DFB, für die Werte des Fußballs», meinte Flick.

Und doch wächst der Druck auf den Fußball-Kosmos wieder. Die T-Shirt- und Spruchband-Aktionen der DFB-Stars für Menschenrechte vor den ersten drei Quali-Spielen in März verlieren an Strahlkraft. «Müssen muss niemand. Aber die Spieler haben natürlich eine Vorbildfunktion. Das sieht man ja auch im Fall von Joshua Kimmich und seiner Weigerung, sich impfen zu lassen. Gerade wenn die Spieler in einem Land mit solchen Defiziten bei den Menschenrechten spielen, ist es angesagt, sich dazu zu äußern», sagte Michalski, der aber eher als den einzelnen Star die Verbände DFB und FIFA in der Pflicht sieht.

Der Menschenrechtsexperte wurde vom DFB schon konsultiert und machte Flick ein WM-Angebot: Persönliche Nachhilfe in Gesellschaftskunde. «Da hoffe ich doch, dass wir noch mal die Gelegenheit bekommen, mit Hansi Flick und den Spielern zu sprechen. Das biete ich gerne an», sagte Michalski. Zu denken, Trainer und Spieler könnten sich vor Ort selbst einen Eindruck machen, sei «naiv». Gleiches gilt sicherlich für DFB-Direktor Oliver Bierhoff, der gerade in Katar nach einem passenden WM-Quartier sucht. «Man muss sich vorher überlegen: Wohnen wir in einem Hotel, das von ausgebeuteten Arbeitern errichtet wurde?», sagte Michalski.

Fragwürdig sei die Verbindung des FC Bayern zu seinem Sponsor, dem Flughafen von Doha, die die Fans des Rekordmeisters mit einem großen Banner und Vorwürfen an ihre Spitzenfunktionäre Oliver Kahn und Herbert Hainer beim Bundesliga-Spiel gegen den SC Freiburg am Samstag kritisierten. «Wenn er sich trotzdem darauf einlässt, dann muss er auch öffentlich sagen, dass der Flughafen von Arbeitern erbaut worden ist, die ausgebeutet worden sind. Es gibt eine Menschenrechtspflicht von Unternehmen, und der professionelle Sport ist eben auch ein Unternehmen», sagte Michalski.

Bei der WM würden die DFB-Stars «nur beeindruckende Architektur und großen Luxus vorfinden. Da ist alles Glanz und Gloria: Shoppingmals mit den tollsten Designermarken, American Sportsbars mit amerikanischem Bier, nette Kellner in schönen Uniformen», sagte der 58-Jährige. «Flick sollte sich schon auf das verlassen, was Menschenrechtler, Gewerkschafter und auch Journalisten bei ihren Recherchen herausgefunden haben», sagte Michalski. Die trotz moderaten Wandels in Katar ausgebeuteten Arbeiter hausten weit entfernt vom WM-Rummel in der Wüste.

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Feuilleton

Albumveröffentlichung – „Voyage“ von Abba

Das undatierte Foto zeigt Björn Ulvaeus (l-r), Agnetha Fältskog, Benny Andersson und Anni-Frid Lyngstad, Mitglieder der schwedischen Popgruppe Abba. Foto: Baillie Walsh/Industrial Light and Magic/PA Media/dpa

Stockholm (dpa) – Erst zwei jahrelang ersehnte neue Songs, dann gleich noch ein weiteres Lied, jetzt ein ganzes Album: Abba-Fans erleben momentan reine Festwochen. Die erneut entfachte Euphorie um die Popgruppe aus dem hohen Norden erreicht nun ihren vorläufigen Höhepunkt: Nach fast vier Jahrzehnten ohne frische Musik bringt die schwedische Kultband ihr neuntes Studioalbum «Voyage» heraus. Das Album könnte ein Abba-Revival auslösen – in einer Zeit, in der Charts eher von Popmusikern wie Adele, Ed Sheeran und Justin Bieber angeführt werden und Musik längst nicht mehr auf Platte, sondern hauptsächlich online ihre Abnehmer findet. Das nordische Quartett dürfte seinen Fans dabei den altbewährten wie unverkennbaren Abba-Klang der 70er Jahre liefern – eingängige, ohrwurmverdächtige Melodien inklusive. Auch ein Weihnachtslied namens «Little Things» wird diesmal auf dem Album zu finden sein.

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Gesundheit

Hühnersuppe bei Erkältungen

Bonn (dpa) – Der Virologe Hendrik Streeck (44) hält eine Hühnersuppe für eine gute Sache bei Erkältungen. «Eine frische Hühnersuppe hat Vitamin C und Vitamin E, das hat einen positiven Effekt. Zudem regt sie die Schleimbildung im Rachen an. Mit einer größeren Schleimproduktion werden Erreger leichter rausgespült», sagte der Mediziner der Deutschen Presse-Agentur in Köln. Zudem brauche das Immunsystem bestimmte Bausteine, wenn es sich neu forme. «Die findet es ebenfalls in der Hühnersuppe.»

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Reise

Schwimmende Kirche „Vineta“

Die Kirche „Vineta“ auf dem Störmthaler See soll an die 14 Orte erinnern, die dem 
Tagebau Espenhain weichen mussten.  Foto: dpa

Großpösna (dpa) – Die schwimmende Kirche „Vineta“ auf dem Störmthaler See bei Leipzig feierte ihr zehnjähriges Bestehen. Der Bau auf dem Bergbaufolgesee erinnert als Mahnmal an die 14 Orte, die dem Tagebau Espenhain weichen mussten. Einer davon war Magdeborn.

„Vineta“ ist in ihrer Form dem Kirchturm dieses abgebaggerten Dorfes nachempfunden. Heute ist die „Vineta“ ein touristisches Ausflugsziel und außerdem ein ebenso beliebter wie ausgefallener Ort für Trauungen. Betreiber des Objektes ist das Leipziger Krystallpalast Varieté. Bis zur Corona-Krise habe es jährlich rund 60 Hochzeiten auf der „Vineta“ gegeben, sagte Sprecherin Sabine Schön. Die Pandemie habe die Abläufe jedoch durcheinandergebracht. Durften früher 60 Besucher auf den schwimmenden Bau, sind es derzeit maximal 38. Das Unternehmen bietet auch Touren für Ausflügler an und organisiert einmal pro Monat eine Kulturveranstaltung. Davon abgesehen kann die „Vineta“ für private Veranstaltungen gebucht werden.

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Revierwechsel für Vierbeiner: So gelingt der Umzug mit Hunden

In der neuen Wohnung sollte der Hund am besten schon beim Hereinkommen etwas Vertrautes finden, etwa eine Möbelkonstellation mit seinem Körbchen.
Foto: Monique Wüstenhagen/dpa

Von Katja Sponholz
Eslohe/Bad Bramstedt
(dpa) – Schon Tage vorher ist unübersehbar, dass sich etwas ändert: Herrchen und Frauchen räumen Sachen hin und her, überall stehen Kartons, die Stimmung ist angespannt. Und dann kommen auch noch Fremde und tragen Möbel davon.

Doch statt irgendwann in vertrauter Umgebung endlich seine Ruhe zu haben, landet man abends in fremden Räumen. «Für Hunde, die ängstlicher Natur sind, bricht oft eine Welt zusammen», sagt Patricia Lösche, Vorsitzende des Berufsverbandes der Tierverhaltensberater und -trainer.

Natürlich gibt es auch Hunde, denen es recht egal ist, wo sie sich befinden – Hauptsache, der Mensch, auf den sie fixiert sind, ist da. «Und wo der ist, ist die Welt in Ordnung», sagt die Tierheilpraktikerin und Tierpsychologin für Pferde, Hunde und Katzen.
Doch vor allem Hunde aus dem Tierschutz und dem Ausland hätten ohnehin häufig Schwierigkeiten, Orientierung zu finden, wo sie hingehören. Vor allem dann, wenn sie erst kurz bei uns sind. «Die können dann mit einem Umzug echte Probleme bekommen», so Lösche. Dies beginne schon beim Kistenpacken, weil sich die gesamte Umgebung relativ schnell verändere. Manche Hunde können darauf mit Unsicherheit, sogar mit Aggressionen reagieren.

Leidenden Hund woanders unterbringen
Die Verhaltensexpertin empfiehlt, die Vierbeiner früh zu beobachten. «Wenn der Hund schon beim Packen viel hechelt, unruhig ist, den Schwanz einklemmt oder einen nicht mehr alleine lässt, kann es besser sein, ihn für einige Zeit woanders unterzubringen.» Und das nicht nur am Umzugstag selbst, sondern am besten schon in den Tagen zuvor.

«Wenn der Hund Probleme bekommt, ist es sinnvoll, darauf Rücksicht zu nehmen – sonst bekommt man selbst Probleme», sagt Patricia Lösche. Etwa wenn Vierbeiner ausgeprägte Trennungsangst entwickeln und im neuen Zuhause anhaltend bellen oder anfangen, Dinge zu zerstören.

Auch André Papenberg, Vorsitzender des Berufsverbandes zertifizierter Hundetrainer, rät dazu, Hunde, die leiden, einige Zeit abzugeben. Am besten zu einer vertrauten Person, andernfalls in eine Hundetagesstätte oder Tierpension. «Wenn der Hund vorher jedoch noch nie dort war, sollte man vorher mit ihm üben und ihn ein-, zweimal dort unterbringen, um zu schauen, ob das funktioniert.» Auch der Mensch müsse in einem solchen Fall ein gutes Gefühl haben.

Grundsätzlich empfiehlt Papenberg: «Am besten nicht zuviel Aufhebens machen, wenn ich umziehe. Wenn ich mit ihm in eine Ferienwohnung fahre, mache ich da ja auch kein riesen Bohei darum!»

Wobei es aber durchaus ein Unterschied sei, ob man schon von Welpenbeinen an ein gelassenes vierbeiniges Familienmitglied hat oder einen verängstigten Hund aus dem (Auslands-)Tierschutz, von dem man gar nicht wisse, was dieser zuvor schon alles mitgemacht habe. Generell gelte, so Lösche: «Den Hund in Ruhe ankommen lassen.» Je ruhiger der Mensch, desto entspannter der Hund.

Möbelpacker mit Hunde-Angst
Wer umzieht, sollte jedoch nicht nur an das tierische Wohlergehen denken. «Wenn Sie als Hundehalter ein Umzugsunternehmen beauftragen, wäre es gut, wenn Sie das Thema direkt ansprechen und sagen, dass am Umzugstag ein Hund dabei ist», sagt Daniel Waldschik, Sprecher des Bundesverbandes Möbelspedition und Logistik (AMÖ).

Zwar kenne er keine Fälle von Hundebissen bei Mitgliedsunternehmen, aber Mitarbeiter könnten natürlich auch Angst vor Hunden haben. «In der Regel haben die Unternehmen aber Erfahrung damit», meint Waldschik. «Wenn der Chef so etwas weiß, setzt er denjenigen bei einem solchen Umzug eben einfach nicht ein.»

In der neuen Wohnung sollte der Hund am besten schon beim Hereinkommen etwas Vertrautes finden, rät Lösche. Etwa eine Möbelkonstellation mit seinen Näpfen, Spielzeug und Schlafplatz. «Natürlich gibt es für ihn auch vertraute Gerüche von den Möbeln, Teppichen und Menschen selbst, aber es wäre sinnvoll, die Sachen, die dem Hund gehören, nicht vorher noch groß zu reinigen.»

Der Vierbeiner finde sich außerdem wesentlich schneller in der neuen Umgebung ein, wenn man dort direkt schöne Sachen mit ihm mache – mit ihm spiele oder ihn füttere. «Das sorgt von Anfang an für eine positive Grundstimmung», meint sie. Wenn man dann noch nach jedem Spaziergang den Hund im neuen Zuhause ein Leckerchen gebe, sei das Thema schnell Geschichte.

Anders ist es jedoch, wenn man einen empfindlichen und sogar Angsthund hat: Dann könne es helfen, schon vor dem Umzug einige Spaziergänge in der neuen Umgebung zu unternehmen, damit er danach schon etwas Vertrautes vor Ort finde. «Grundsätzlich sollte man nicht sagen: „Da muss der Hund durch!“, sondern eher mit Fingerspitzengefühl an die Sache herangehen», empfiehlt Lösche.

Nach Meinung von André Papenberg spielt auch eine Rolle, wohin man zieht: «Wenn ich einen Kulturwandel habe und vom Land in die Stadt ziehe, sind viele Außenreize völlig fremd für ihn und ich muss ihn vernünftig in die neue Situation hineinführen.»

Und noch etwas sollte man als Hundebesitzer im neuen Zuhause beachten: «Die Regeln, die vorher galten, gelten jetzt auch», betont Papenberg. Denn nur weil es eine räumliche Veränderung gebe, bedeute dies nicht, dass er nun ausnahmsweise auf die Couch dürfe. «Alle Grenzen sollten bestehen bleiben!»

Wenn man in eine andere Stadt oder gar ein anderes Bundesland zieht, sollte man früh auch Organisatorisches regeln. Etwa, die neue Adresse bei der Hundehaftpflicht angeben und den Hund beim Ordnungsamt ummelden. «Manchmal ist es auch besser, man geht auf Nummer sicher und meldet ihn im alten Landkreis selbst ab», so Papenberg.

Je nach Rasse sollte man sich auch über die jeweiligen Bestimmungen schlau machen. Manche Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen verlangen Sachkundenachweise für Hunde, die schwerer als 20 Kilo und größer als 40 Zentimeter sind.

Unterschiede kann es auch bei Rasselisten geben. Aus Sicherheitsgründen schade es auch nicht, vorher den nächsten Tierarzt zu googeln, «damit ich weiß, wo ich anrufen kann, wenn mal etwas passiert», meint der Hundetrainer.

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Aus Allen Staaten

St. Lorenz’s German worship service November 14th  

On Sunday, November 14th, St. Lorenz’s monthly German worship service will be held at 11:00 am in the Church – 1030 W. Tuscola Rd., Frankenmuth.  We are all aware of a special tradition each November to observe a day of giving thanks to our Lord.  The German service will offer the opportunity to set in place a “thanksgiving frame of mind” well in advance of the national celebration of Thanksgiving Day. The service features German liturgy and an English sermon by Pastor Bill Hoesman entitled “A Thanksgiving List” based on Philippians 4:8. Emily Haubenstricker will sing a solo “Lobe den Herren” (Praise to the Lord, the Almighty) and the congregation will join in singing favorite hymns: „ Dank sei Gott in der Höhe“ (While Yet the Morn is Breaking), “Nun danket alle Gott” (Now Thank We All Our God) and „Gelobet sei der Herr “(The Lord, My God, be Praised).
 
The service will also be broadcast on Charter cable channel 191, on the St. Lorenz app., and livestreamed (and stored) on the St. Lorenz website at http://stlorenz.org/stream.  At ‘Traditional Services” (on the left side), select the German service.  Broadcast can also be accessed on your Smart TV (Roku, Apple TV, etc.) by typing in “St. Lorenz Church and School” and adding the channel or on Facebook on the Frankenmuth-Gunzenhausen Sister Cities page.  Prior German worship services can be viewed at https://vimeo.com/showcase/stlorenz-german.  A German Christmas Singfest will be held on Sunday, Nov. 28th at 3 pm in the Church and the next German worship service will be December 12th, 2021.  Please join us as we give thanks to our Lord and Savior “Nun danket alle Gott”!

Aus dem österreichischen Generalkonsulat

Generalkonsulin Helene Steinhäusl, Dr. Alois Schwarz und Ehefrau Margaret

Verleihung des Grossen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich an Honorarkonsul Dr. Aloys Schwarz

Wir beglückwünschen Dr. Aloys Schwarz für die Verleihung des Großen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich, das ihm am 18. Oktober 2021 von der österreichischen Generalkonsulin in New York, Helene Steinhäusl, überreicht wurde. Als Honorargeneralkonsul ad personam in Detroit hat Dr. Schwarz seit mehr als vierzig Jahren Auslandsösterreicher in Detroit und ganz Michigan  unterstützt und ist damit zu einer wichtigen Säule für die österreichische Gemeinschaft in der Great Lakes Region geworden. Das österreichische Generalkonsulat dankt ihm vielmals für seine wertvolle Arbeit.
Lesen Sie mehr zum Ausgezeichneten in einem vor 2 Jahren geführten Interview mit GK Steinhäusls Stellvertreter Thorsten Eisingerich: https://www.austria.org/aloys-schwarz   

Denise Weiershaus
Executive Assistant to the Consul General

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WOCHENPOST-Wortschatz

Selected Articles with helpful translations for those less comfortable with the German language

Lkw-Fahrer, Gemüse und Türsteher: Was den Briten alles fehlt

Corona und Brexit haben den Arbeitsmarkt und die Lieferketten auf den Kopf gestellt. Das zeigt sich in diesen Wochen in Großbritannien an Ecken und Enden. Eine unvollständige Liste des Mangels.

London: Ein Mann geht am Anhänger eines LKWs vorbei, auf dessen Plane zu lesen ist: «Wir stellen JETZT ein!!! Fahrer und Lagerpersonal». Hintergrund ist ein Mangel an Lastwagenfahrern. Foto: dpa

Von Larissa Schwedes
London (dpa) – Kaum ein Wort kommt in britischen Medien derzeit wohl häufiger vor als «Shortages», also auf Deutsch «Engpässe». Es vergeht keine Woche, ohne dass eine Branche über mangelnde Bewerber oder fehlende Güter klagt. Zwar sind die Lieferketten nach dem wirtschaftlichen Aufschwung nach der Corona-Krise weltweit gestört. Doch Großbritannien trifft es besonders hart, denn mit dem Brexit kommt ein weiterer herber Schock hinzu.

Lastwagenfahrer
«Alles, was wir in Großbritannien haben, kommt auf der Ladefläche eines Lkws zu uns», betont Rod McKenzie von der Road Haulage Association immer wieder. Deshalb trifft der Mangel von geschätzt 100 000 Fernfahrern die Briten besonders hart. Tankstellen können nicht mit Kraftstoff beliefert werden, große Supermärkte müssen auf regelmäßigen Nachschub verzichten, weshalb immer wieder Lücken in den Regalen entstehen. Viele EU-Fahrer sind während der Pandemie in ihre Heimatländer zurückgekehrt und können nach dem Brexit nicht einfach wieder in Großbritannien arbeiten. Außerdem gehen jeden Monat mehr Fahrer in Rente, als Nachwuchs ausgebildet wird.

Frisches Gemüse und Obst
Frisches Gemüse und Obst lässt sich nicht lange lagern, daher entstehen immer wieder Lücken in den Regalen, wenn Supermärkte vergeblich auf Lieferungen warten. Um frustrierte Fotos von Kunden in sozialen Medien zu vermeiden, sind einige britische Supermärkte kreativ geworden. So hat etwa die Kette Tesco auf Karton gedruckte Bilder von Lebensmitteln in einige Regale gestellt, wie der «Guardian» berichtete. «Mmmh, leckeres Foto von Spargel», kommentierte ein Nutzer auf Twitter. Tesco sagte auf Anfrage allerdings, es benutze die bedruckten Kartonagen schon länger.

Busfahrer
Weil Logistikbetriebe alle umwerben, die einen Lastwagen steuern können, sind die Löhne in der Branche gestiegen. Das Nachsehen haben die britischen Busfahrerinnen und Busfahrer, obwohl auch sie unter langen Schichten und fehlenden Toiletten leiden. «Daher denken sich die Leute jetzt, wenn wir weiter unter diesen viktorianischen Bedingungen arbeiten müssen, dann können wir auch für 20 Pfund die Stunde einen Lastwagen fahren, statt für zehn Pfund die Stunde einen Bus», erklärte Gewerkschafter Bobby Morton. «Daher gehen die Busfahrer gerade in Scharen in die andere Branche.» Der Confederation of Passenger Transport UK zufolge fehlen derzeit rund 4000 Busfahrer, auf manchen Strecken fallen bereits Verbindungen aus.

Türsteher
Der britischen Club-Branche fehlen die Türsteher. Während der Pandemie, als Clubs und Bars für viele Monate geschlossen blieben, hätten viele die Branche verlassen und sich Jobs mit angenehmeren Arbeitszeiten gesucht, sagte der Chef der Night Time Industries Association, Michael Kill, dem Sender Sky News. «Auch der Brexit hat nicht geholfen, auch wenn er nicht der einzige Faktor ist, der hier eine Rolle spielt.» Der Branche zufolge hatten bis zum vergangenen Monat rund einer von fünf Club- oder Gastronomiebetrieben in Großbritannien geschlossen oder die Öffnungszeiten eingeschränkt, weil es an Personal fehlte.

Schlachter
Schwein essen viele Briten nach wie vor gern – aber es gibt immer weniger Menschen im Land, die bereit sind, sie auch zu schlachten. Britische Schweinebauern warnten in den vergangenen Wochen, dass rund 120 000 gesunde Tiere auf den Höfen getötet und in den Müll geworfen werden müssten, wenn sich die Situation nicht entspanne. Bis Jahresende können sich bis zu 800 ausländische Fachkräfte für Arbeitsvisa bewerben, mit denen sie bis zu sechs Monate im Land bleiben dürfen. Auch für die Geflügelindustrie gibt es maximal 5500 Visa. Zuvor hatte der größte britische Geflügelproduzent gewarnt, dass Truthähne zu Weihnachten knapp werden könnten.

Pflegekräfte
Vor allem Menschen mit Behinderungen, die Hilfe bei alltäglichen Aufgaben brauchen, haben nach dem Brexit Probleme, entsprechende Pflegekräfte zu finden, wie der «Observer» am Sonntag berichtete. Mittlerweile müsse man regelmäßig Anträge zurückweisen, so Peter Henry von der Organisation Origin, die Pflegekräfte für Menschen mit Wirbelsäulenleiden vermittelt. Auch Katy Etherington, die die Datenbank für persönliche Pflegekräfte PA Pool betreibt, berichtete, britische Bewerber könnten die fehlenden europäischen Kräfte nicht ausgleichen.

Tannenbäume
Selbst das Weihnachtsfest der Britinnen und Briten steht unter keinem einfachen Stern: «In dieser Weihnachtszeit wird es schwieriger, einen echten Weihnachtsbaum zu ergattern», sagte Mark Rofe vom Online-Händler ChristmasTrees.co.uk kürzlich im Interview. Das liegt am angespannten Arbeitsmarkt, aber auch den Kosten für Rohstoffe wie Holz für Paletten oder Dünger. Zugleich steige die Nachfrage nach britischen Tannenbäumen, denn die Importkosten für Bäume aus der EU haben sich seit dem Brexit aufgrund von Bürokratie und Zöllen erhöht.

Wochenpost – STICHWÖRTER– TRANSLATION

Arbeitsmarkt – job market
Lieferketten – supply chain
auf den Kopf getellt – turned on its head
mangelnde Bewerber – worker shortages
fehlende Güter – missing goods
klagt – complains
Aufschwung – recovery
herber – bitter
Ladefläche – loading space
Lkws (Lastkraftwagen) – trucks
geschäzt – estimated
Fernfahrern – long-distance drivers
Kraftstoff – gasoline
beliefert – supplied
regelmäßigen – regular
Nachschub – fresh supplies
verzichten – do without
Lücken – gaps
Nachwuchs – new blood
ausgebildet – trained
lagern – stored
vergeblich – in vain
gestellt – placed
bedruckten – printed
alle – everyone
umwerben – are courting
steuern – drive
Löhne – wages
Nachsehen – take a look
Schichten – shifts
fehlenden – a lack of
Bedingungen – conditions
Gewerkschafter – labor unionist
Scharen – hordes
Türsteher – bouncer
angenehmeren – more pleasant
eingeschränkt – reduced
schlachten – slaughter
entspanne – ease
Geflügelindustrie – poultry industry
Truthähne – turkeys
Behinderungen – handicaps
Aufgaben – tasks
Anträge – applications
zurückweisen – turn down
Wirbelsäulenleiden – spinal injuries
ausgleichen – compensate
echten – genuine
ergattern – get with difficulty
angespannten – strained
Rohstoffe – raw materials
Dünger – manure
auf Grund – due to
Zöllen – customs duty

Trans: Barbara Weidendorf, B.A., M.A.

*Note: Previous selections can be found in the Archives section of the site.*