14. September 2019 Selected Articles

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Aus Aller Welt

Zwischen Fantasie und Wirklichkeit: 150 Jahre Schloss Neuschwanstein

Vor 150 Jahren wurde der Grundstein von Schloss Neuschwanstein gelegt – und nun gefunden. Ein Blick in die Geschichte des weltberühmten Märchenschlosses, was eigentlich die Geschichte einer traurigen Existenz ist.

30.08.2019, Bayern, Schwangau: Mitglieder der Denklinger Musikkapelle in bayerischer Tracht, musizieren während einer Feierstunde zur Grundsteinlegung des Schlosses Neuschwanstein vor 150 Jahren, im Schlosshof. Foto: dpa

Von Carolin Gißibl
Schwangau (dpa) – Auf der Bergspitze thront das weiße Schloss wie eine Majestät, die übers Land blickt: Seen, Hügel, Baumwipfel und eine tiefe Schlucht. In der Allgäuer Voralpenlandschaft wirkt das Bauwerk fast unwirklich, wie aus einem Märchen. Auch die 150-jährige Geschichte von Schloss Neuschwanstein könnte ein Märchen sein – eines von Träumen, Fantasien und vom Scheitern.

Die Historie von Schloss Neuschwanstein ist unmittelbar verbunden mit dem Schicksal von Ludwig II., dem Bauherrn. Als sein Vater starb, wurde Ludwig II. mit 18 Jahren König von Bayern. Der junge Thronfolger war in Geschäftsdingen unerfahren – und bekam das zu spüren. Das eigene Kabinett soll ihn oft ausgebremst haben, sagen Historiker. Im Jahr 1866 verlor die bayerische Armee im Bündnis mit Österreich eine Entscheidungsschlacht im Deutschen Krieg, die Schlacht bei Königgrätz gegen Bismarcks expandierendes Preußen. Ludwig II. soll die Niederlage als persönlichen Misserfolg gewertet haben.

Immer öfter sucht er Zuflucht in einer Traumwelt, denn in der Realität schien er nicht glücklich. Zeitzeugen bezeichneten ihn als «Exzentriker», andere glaubten, er sei verrückt. Wahnsinnig klang auch seine Vision von einem prachtvollen Schloss auf einem zerklüfteten Felsen. Der Berg mit einer Ruine gegenüber von Schloss Hohenschwangau war ihm schon als Kind aufgefallen.

Dort wolle er einen Bau «im echten Styl der alten deutschen Ritterburgen» entstehen lassen, schrieb er in einem Brief an Richard Wagner und kündigte an, in drei Jahren einziehen zu wollen. Die Bühnenbilder von Wagners Opern und die Wartburg nahe der thüringischen Stadt Eisenach waren Inspiration für das romantische Schloss. Mit Dynamit wurde die Bergspitze zu einem schmalen Plateau gesprengt. Am 5. September 1869 erfolgte die Grundsteinlegung.

Vom Sockel bis zur Turmspitze war das Schloss auf dem modernsten Stand der Technik des späten 19. Jahrhunderts. Geheizt wurde durch ein Rohrsystem, das im Winter warme Luft in die Räume blies. Essen wurde mit einem Speiseaufzug von der Küche direkt in den Speisesaal transportiert. Weitere Highlights waren fließendes, zum Teil warmes Wasser und eine automatische Toilettenspülung.

In den Prunkräumen funkeln Edelsteine, Gold und Glas. Wände sind mit Szenen aus Lohengrin und Parzival bemalt, mit Rittern und Heiligen. Durch die Außenfassade im weißen Kalkstein glich Ludwigs Kunstwerk immer mehr einem hübschen Schwan, der sich langsam in die Höhe reckt. Das romantische Gebäude wurde ein Kontrast zur industriellen Revolution – und vermutlich zu Ludwigs Verhängnis.

Vom Torbau des Schlosses, wo Ludwig zeitweilig wohnte, konnte er die Bauarbeiten beobachten, und er soll ständig neue Änderungswünsche gehabt haben. Mehr als das Doppelte der angedachten Summe kostete der Schlossbau, umgerechnet mehr als 100 Millionen Euro. Ein Ratgeber Ludwigs, Graf Holnstein, telegrafierte an Bismarck schon ein Jahr nach Baubeginn: «Ganz geheim. Der König von Bayern ist durch Bauten und Theater in große Geldverlegenheit geraten. Sechs Millionen Gulden würden ihm sehr angenehm sein, vorausgesetzt, dass die Minister nichts erfahren. Für diese Summe würde er sich auch zur Kaiserproklamation […] entschließen.» Für Bismarck war diese Bitte eine Chance, die deutsche Einheit und den Beitritt Bayerns zum Reich auszuhandeln.

Ludwig II. erlebte die Fertigstellung von Schloss Neuschwanstein nie mit. Im Juni 1886 starb der König auf mysteriöse Weise, wohl ertrunken im Starnberger See. Kurz zuvor hatte ihn die bayerische Regierung für unmündig erklärt. Er wurde aus Schloss Neuschwanstein abgeführt, wegen angeblicher Geisteskrankheit.

Nur sechs Wochen nach dem Tod des Märchenkönigs durften Besucher Schloss Neuschwanstein besichtigen. Die Bürger sollten sehen, wofür ihr König Unmengen an Geld verprasst hatte. Aber: Sie waren begeistert. Schloss Neuschwanstein wurde im Jahr 1892 in vereinfachter Form fertiggestellt.

Was einst Rückzugsort eines menschenscheuen Königs werden sollte, ist nun Reiseziel von Millionen Touristen aus der ganzen Welt. Durchschnittlich 7000 Gäste kommen pro Tag – alle fünf Minuten eine neue Besuchergruppe. Rund 69 Millionen Menschen haben bis dato Ludwigs pittoreske Räume betreten.

Zum 150. Jahrestag verkündete Bayerns Heimatminister Albert Füracker (CSU) einen besonderen Fund: Der Grundstein von Schloss Neuschwanstein wurde gefunden. Aus Bauplänen war ersichtlich, dass sich dieser im Ritterbad befindet und dahinter eine Metallkapsel liegt, in der die Grundsteinlegungsurkunde, Porträts von Ludwig II., Bauentwürfe und eine Figur der Heiligen Maria zu finden sind. Ein Sprengkommando des Bayerischen Landeskriminalamts suchte die Wände mehrere Stunden mit einem Minensuchgerät ab, bis der Ziegelstein gefunden werden konnte. Den Stein aus dem Gemäuer rausnehmen, um an die Kapsel zu kommen, möchte die Bayerische Schlösserverwaltung aus Denkmalschutzgründen nicht.

Derzeit wird Schloss Neuschwanstein für rund 20 Millionen Euro saniert. Trotz Baugerüsten können Besucher das Schloss besichtigen. Noch bis 2020 sollen Schönheitsmakel wie Risse in den Außenmauern, instabile Buntglasfenster, verblasste Wandfarben, beschädigter Parkettboden, behoben werden. Abgesehen davon scheint es, als stünde alles noch genauso da, als wäre König Ludwig II. nur mal eben fortgegangen.

Wochenpost – STICHWÖRTER– TRANSLATION

Grundstein – cornerstone
Weltberühmten – world famous
eigentlich – actually
traurigen – sad
Baumwipfel – treetops
Schlucht – gorge
Märchen – fairy tale
Träumen – dreams
Scheitern – failure
unmittelbar verbunden – directly tied
Schicksal – fate, destiny
Geschäftsdingen unerfahren – without business experience
ausgebremst – thwarted
Entscheidungsschlacht – decisive battle
Niederlage – defeat
Misserfolg gewertet – his fault
Zuflucht – withdrawal
Zeitzeugen – eyewitnesses of the time
sei verrückt – allegedly crazy
wahnsinnig – nuts; crazy
prachtvollen – priceless
zerklüfteten Felsen – jagged rocks
einziehen – move in
Bühnenbilder – (theater) set designs
gesprengt – blown up
Speiseaufzug – dumb waiter
Prunkräumen – magnificent rooms
funkeln Edelsteine – glittering gemstones
Rittern – knights
vermutlich (Ludwigs) Verhängnis – presumedly, Ludwig’s fate
zeitweilig – for a time
umgerechnet – in today’s currency
Ratgeber – advisor
ganz geheim – top secret
Geldverlegenheit – embarrassing money situation
vorausgesetzt – provided that
entschließen – decide in favor of
ertrunken – drowned
unmündig erklärt – here: declared incompetent
Sprengkommando – demolition expert
saniert – renovated

Trans: Barbara Weidendorf, B.A., M.A.

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Sport

Basketballer mit Sieg zum WM-Ende – Olympia-Chance bei Qualiturnier

Deutschlands Basketballer verabschieden sich mit einem Sieg gegen Kanada von der WM in China. Damit wahrt die Auswahl die Chance auf die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2020 in Tokio, muss dafür aber im kommenden Sommer nachsitzen.

Deutschlands Maximilian Kleber hängt nach einem Dunking am Korb. Foto: dpa

Von Florian Lütticke
Shanghai (dpa) – Topscorer Dennis Schröder klatschte zufrieden mit Bundestrainer Henrik Rödl ab. Die deutschen Basketballer haben ihre enttäuschende WM in China mit einem Erfolgserlebnis beendet und dürfen bis kommenden Sommer von Olympia träumen. Die Auswahl machte mit einem hart erkämpften 82:76 (36:33)-Sieg über Kanada die angestrebte Teilnahme an einem Qualifikationsturnier für die Sommerspiele 2020 in Tokio perfekt und will nun der Generation Dirk Nowitzki nacheifern. Zuletzt hatte der Ex-Superstar eine Auswahl des Deutschen Basketball Bunds vor elf Jahren zu Olympia in Peking geführt.

«Wir wissen alle, dass wir nicht da sind, wo wir sein wollen, auf der anderen Seite haben wir gezeigt, dass wir in die richtige Richtung gehen», sagte Rödl: «Gegen eine gute Mannschaft zu gewinnen, ist ein guter Abschluss für uns.» Aufbauspieler Ismet Akpinar ergänzte: «Das ganze große Ziel ist Olympia, dem sind wir jetzt einen Schritt näher gekommen.»

Nach dem zweiten Sieg in der Platzierungsrunde reichte es nun wegen des blamablen Vorrundenscheiterns dennoch nur für WM-Rang 18, das schlechteste deutsche Abschneiden bei einem Weltturnier. Dennis Schröder war mit 21 Punkten bester deutscher Werfer und ragte zudem trotz eigener mäßiger Feldwurfquote mit zehn Rebounds und neun Assists heraus. Ob der 25-Jährige im Anlauf auf Olympia definitiv dabei sein wird, hatte er vor der Partie offengelassen. «Wenn ich fit bin und alles gut läuft, dann spiele ich und wenn nicht, dann nicht», sagte Schröder.

Im Sommer 2020 geht es für das deutsche Team bei einem von vier Qualifikationsturnieren gegen fünf andere Mannschaften um die letzte Chance auf ein Olympia-Ticket. Nur der Sieger darf nach Tokio. Um die Gastgeberrolle will sich der Deutsche Basketball Bund aller Voraussicht nach nicht bewerben. «Es ist für uns illusorisch. Wenn ich etwas machen möchte, muss ich es finanziell hinterlegt haben», sagte DBB-Präsident Ingo Weiss der Deutschen Presse-Agentur. «Dazu bereiten wir uns auf die Heim-EM 2021 vor und da aus der hohlen Hand ein Sechs-Nationen-Turnier zu organisieren, möchte ich bei uns keinem zumuten.»

Vor dem ersten Sprungwurf erhielt Rödl eine innige Umarmung vom kanadischen Assistenten Gordon Herbert, der langjährige Bundesligacoach herzte auch seine früheren Frankfurter Schützlinge Danilo Barthel und Johannes Voigtmann. Zum fünften Mal setzte Rödl auf die gleiche WM-Startformation, die Schröder anführte. Im ersten Angriff nahm der 25-Jährige direkt erfolglos den eigenen Abschluss per Korbleger, versuchte ansonsten zu Beginn aber wie schon gegen Senegal vor allem seine Mitspieler einzusetzen.

Vor allem NBA-Profi Maximilian Kleber und der bislang schwächelnde Paul Zipser sorgten für eine 14:7-Führung für das deutsche Team, das Kanada mit starker Defensive bei nur zwölf Punkten im ersten Viertel hielt. Doch wie so häufig bei dieser WM fielen zu wenige eigene Würfe aus der Distanz, das offensive Tempo fehlte, es häuften sich die unnötigen Ballverluste. Zumindest beim Rebound dominierte die Rödl-Auswahl, und erarbeitete sich immer wieder zweite Wurfchancen.

Nachdem er mit drei versenkten Freiwürfen zum 27:27 ausgeglichen hatte, leistete sich Schröder ein unsportliches Foul, als er Gegenspieler Melvin Ejim hart mit der Schulter checkte. Mit einem 9:0-Lauf beendete das deutsche Team die erste Halbzeit.

Es blieb aber ein zähes Duell, auf niedrigem Niveau. Zipser kassierte zu Beginn der zweiten Halbzeit gleich zwei unsportliche Fouls – und musste damit frustriert in die Kabine. Dreieinhalb Minuten traf die DBB-Auswahl keinen Korb, Kanada zog bis auf 52:41 davon. Mit einem 22:4-Lauf drehte das deutsche Team jedoch die Partie – und behielt die Nerven. Zum Ende wurde sogar noch gezaubert, Kleber sorgte per Dunk nach Lobanspiel von Voigtmann für die Entscheidung.

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Feuilleton

60-Millionen-Bau für Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung

Petra Wesseler, Präsidentin des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung, und Architekt Stefan Marte stehen in dem umgestalteten ehemaligen Deutschlandhaus in Berlin. Foto: dpa

Berlin (dpa) – Der für rund 60 Millionen Euro entstandene Neu- und Umbau für die Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung ist fertiggestellt.

Das Gebäude soll im Februar 2020 an die Stiftung übergeben werden, wie die Präsidentin des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung, Petra Wesseler, am Mittwoch bei einer Begehung ankündigte. Die Stiftung will nach Angaben bis Frühjahr 2021 ihre neue Dauerausstellung realisieren. Bisher ist noch nicht entschieden, ob die umstrittene Bezeichnung «Deutschlandhaus» für das Gebäude beibehalten werden soll.

Ende der 1920er Jahre war das Gebäude zunächst als Vergnügungszentrum errichtet worden. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg folgte der Wiederaufbau in den 60er Jahren. Der nun für die Umgestaltung verantwortliche österreichische Architekt Stefan Marte hat zwei historische Gebäudebereiche in L-Form erhalten. Dort soll die Stiftung unterkommen. Zum Hof öffnet sich eine kubusartige Konstruktion über drei Ausstellungsetagen. Vom offenen Eingangsbereich führt ein breiter Treppenaufgang in eine etwa 1000 Quadratmeter umfassende Freifläche mit Terrazzoboden und Betonsichtdecke, die durch zwei riesige Fensterfronten offene Blicke auf Umgebung und Stadt erlaubt.

Als architektonischer Höhepunkt führt eine Wendeltreppe in einen Zylinder hinauf zum zweiten Ausstellungsbereich. Insgesamt stehen der Stiftung künftig etwa 3000 Quadratmeter für Ausstellungen, Lesesaal, Veranstaltungen und pädagogische Angebote zur Verfügung.

Inhaltlich soll die Ausstellung einem 2017 veröffentlichten Konzept folgen. Es sieht vor, die Vertreibung der Deutschen aus den Ländern östlich von Oder und Neiße nach dem Zweiten Weltkrieg in einen größeren historischen Zusammenhang zu stellen. Auch soll es einen ausdrücklichen Bezug zur Gegenwart geben.

Wie stark das Schicksal der etwa 12 bis 14 Millionen deutschen Vertriebenen bei der Dauerausstellung im Mittelpunkt stehen sollte, war lange Zeit Thema von teils erbitterten Debatten. Vor allem in Polen gab es Befürchtungen, die Deutschen könnten sich selbst zu Opfern machen und so von ihrer Schuld in der Nazi-Zeit ablenken.

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Gesundheit

Studie: Jeder fünfte Schüler trinkt regelmäßig Energy-Drinks

Fast jedes fünfte Schulkind nimmt nach einer Untersuchung der Krankenkasse DAK regelmäßig Energy-Drinks zu sich. Negative Folgen: Bei den Mädchen und Jungen der fünften bis zehnten Klassen, die Energy-Drinks konsumieren, seien Übergewicht, Schlafstörungen und Hyperaktivität besonders häufig. Foto: dpa

Hamburg (dpa) – Fast jedes fünfte Schulkind nimmt nach einer Untersuchung der Krankenkasse DAK regelmäßig Energy-Drinks zu sich. Daraus resultierten negativen Folgen für die Gesundheit: Bei den Mädchen und Jungen der fünften bis zehnten Klassen, die Energy-Drinks konsumieren, seien Übergewicht, Schlafstörungen und Hyperaktivität besonders häufig. Nach den DAK-Untersuchungen, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen, trinken 19 Prozent der Mädchen und Jungen in den genannten Jahrgangsstufen mindestens einmal im Monat Energy-Drinks. 6 Prozent tun das wöchentlich, 3 Prozent täglich.

Die DAK hat die nach ihren Angaben repräsentative Studie mit dem Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) in 13 Bundesländern gemacht. Rund 14 000 Mädchen und Jungen aus mehr als 900 Schulklassen wurden demnach befragt.

Von den täglichen Energy-Drink-Konsumenten sind den Angaben zufolge zwei Drittel männlich. «Gerade für Heranwachsende sind aufputschende Softdrinks bedenklich», sagte der DAK-Vorstandsvorsitzende Andreas Storm.«Sie enthalten viel Koffein, sind extrem gesüßt und stecken voller synthetischer Zusatzstoffe.»

Die Energy-Drinks verliehen keinen Powerschub, sondern könnten zu massiven Gesundheitsproblemen führen. «Wir sehen insbesondere bei Schlafproblemen, Übergewicht und Hyperaktivität einen Zusammenhang», sagte IFT-Studienleiter Reiner Hanewinkel.

Dieser zeige sich schon, wenn Kinder und Jugendliche etwa einmal im Monat regelmäßig einen Energydrink zu sich nehmen – und werde extrem deutlich bei vieltrinkenden Jugendlichen.

So berichteten fast zwei Drittel (63 Prozent) der Jungen und Mädchen mit täglichem Konsum von Problemen beim Ein- oder Durchschlafen.In der Gruppe derjenigen, die nie oder nur selten Energydrinks trinken, seien Schlafstörungen deutlich seltener (41 Prozent). Die DAK forderte, Energy-Drinks besser zu kennzeichnen. Bisher müssten die Hersteller über konkrete Gesundheitsrisiken nicht informieren.

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Reise

Was auf Reisen alles verboten sein kann

Aus Versehen Seife einpacken oder das falsche Liedchen pfeifen: Wer im Urlaub nicht aufpasst, kassiert in manchen Ländern hohe Strafen. Auch Tarnkleidung kann zum Verhängnis werden.

„Smombies“ ist ein Kunstwort für Smartphone und Zombie und symbolisiert Menschen, die ständig mit dem Blick auf das Smartphone über die Straßen laufen. Foto: dpa

Berlin (dpa) – Kaffee kochen für 1000 Euro: Das gönnten sich zwei Backpacker kürzlich unter einer Brücke in Venedig. Mit der saftigen Strafe zum Heißgetränk hatten die beiden nicht gerechnet.

Was sie nicht wussten: Picknicken an historischen Plätzen in Italien ist verboten. Auch in anderen Ländern kann Unkenntnis für Touristen teuer werden:

LÄRM: Dass in Singapur Kaugummikauen unter Strafe steht, hat sich herumgesprochen. Aber auch wer seine Mitmenschen mit Musik oder anderen Geräuschen nervt, läuft Gefahr, ein Bußgeld bis zu 1000 Singapur-Dollar (ca. 650 Euro) zahlen zu müssen. Wer auch noch „obszöne Lieder oder Balladen“ von sich gibt, riskiert gar drei Monate Haft.

SMOMBIES aufgepasst: Wie ein Zombie aufs Handy zu starren und die Straße zu überqueren, kann in manchen Ländern nicht nur gefährlich, sondern auch teuer werden. Zum Beispiel in Litauen, hier müssen Fußgänger mit bis zu zwölf Euro rechnen, wenn sie die Fahrbahn überqueren und dabei ein mobiles Gerät nutzen.

MODE: In Trinidad und Tobago ist militärähnliche Tarnkleidung jeglicher Art und Farbe (Camouflage) laut Gesetz dem Militär vorbehalten.

Wer sie mitbringt, kauft oder trägt, muss mit einer Geldstrafe rechnen – und die Klamotten werden beschlagnahmt, warnt das Auswärtige Amt.

MODEFREI: Ganz ohne Klamotten lässt man sich besser nicht in den schweizerischen Alpen des Kantons Appenzell Ausserrhoden erwischen. Dort darf – nach höchstrichterlichem Urteil von 2014 – die kantonale Vorschrift über „grobe Verletzung von Sitte und Anstand in der Öffentlichkeit“ auch auf Nacktwanderer angewandt werden. Das Bußgeld betrug im verhandelten Fall 100 Schweizer Franken (ca. 91 Euro).

ERFRISCHUNG: Wer mit Softdrinks im Gepäck nach Nigeria reist, der verstößt gegen das Gesetz.

Auch Kugelschreiber und Seife stehen dort auf der umfangreichen Verbotsliste des Zolls.

TRUNKENHEIT: In England ist es nicht ratsam, betrunken in der Öffentlichkeit angetroffen zu werden.

Unter diese Vorschrift fallen auch alle „licensed premises“ – also Pubs, Kneipen oder Restaurants, wo Alkoholkonsum ja eigentlich dazugehört. Am besten in Maßen, sonst droht ein Bußgeld.

BENZIN: Reiseratgeber im Internet haben auch für Deutschland-Touristen einen Tipp: Vor Fahrten auf der Autobahn immer auf ausreichend Sprit achten. Tatsächlich drohen hierzulande bei Halten oder Parken Bußgelder – und ein leerer Tank, den man ja vermeiden kann, wird nicht als Panne anerkannt.

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Klobürsten und Sekundenkleber –
Der Siegeszug der Euroshops

Haushaltsartikel werden im Schum Euroshop GmbH & Co. KG für einen Euro angeboten. Foto dpa

Von Vanessa Köneke
Dettelbach (dpa) – Deutsche lieben bekanntlich Discounter. Nicht nur für Lebensmittel, sondern auch im sogenannten Non-Food-Bereich. Tedi, Mäc-Geiz und Euroshop gehören heute wie selbstverständlich zum Stadtbild. Der Erfolg der Euroshops begann vor 15 Jahren in Bottrop. Dort eröffnete am 19. Juli 2004 die erste Filiale. Das Konzept ist für Kunden wunderbar einfach: Alles kostet einen Euro.

Hinter den Euroshops steckt das inhabergeführte Familienunternehmen J.E. Schum aus der Nähe von Würzburg. Angefangen 1877 als lokaler Eisenhändler, war Schum bis in die 1990er Jahre ein reiner Großhändler. Die Idee zu «Ein Preis für alles» kam von außen, sagt Unternehmenschef Rainer Schum. Ein Kaufhausmanager aus der Nähe von Frankfurt habe One-Dollar-Stores in den USA gesehen und wollte nun auch Produkte für 99 Pfennige. «Das lief irrsinnig gut», sagt Schum.

Mit Einführung des Euro folgten eigene Filialen. «Wir dachten uns, wenn wir die Kompetenz in der Ware haben, sollten wir es auch mit eigenen Läden versuchen», so Schum.

Heute gibt es 333 Euroshops. Davon 30 in Berlin, 15 in München und 14 in Hamburg. In den kommenden drei, vier Jahren sollen es 500 werden. Marktführer Tedi, fast zeitgleich zu Euroshop gestartet, toppt das Ziel ums Zehnfache. Die aktuell mehr als 2000 Filialen sollen auf 5000 steigen. Der niederländische Konkurrent Action breitet sich seit seinem Markteintritt in Deutschland noch rascher aus.

«Wir wollen ein Familienunternehmen bleiben und nehmen dafür in Kauf, dass wir etwas langsamer sind», sagt Schum. Mit der Anzahl der Filialen müsse die ganze Organisation wachsen. Die Expansion unterscheidet sich aber auch bewusst von Konkurrenten. Während Tedi inzwischen in acht Ländern tätig ist, konzentriert sich Euroshop aufs Inland. Hier gebe es noch genügend Potenzial.

Das erste Standbein, den Großhandel, betreibt Schum weiter. Er macht laut Unternehmen die Hälfte des Umsatzes aus. Supermärkte wie Edeka und Real erhalten fertige Pappaufsteller mit Haushaltswaren und Saisonprodukten, die sie nur zwischen den Regalen platzieren müssen. Hier ist Schum auch im Ausland aktiv, in 21 Ländern.

Die eigenen Filialen ziehen nach Unternehmensangaben täglich 250 000 Kunden an.

Circa zwei Drittel der Produkte werden laut Unternehmen in China hergestellt. Die Preise seien durch den Einkauf großer Mengen realisierbar.
Genau der konsequente Preis von einem Euro unterscheidet die Marke laut Rainer Schum von anderen.

Wenn sich ein Unternehmen über 15 Jahre am Markt behaupten könne, scheine das Konzept aufzugehen.

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