15. Dezember 2018 Selected Articles

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Aus aller Welt

Studie: Jeder Deutsche kauft ein halbes Kilo Weihnachtssuessigkeiten

Vom Schoko-Nikolaus bis zur Marzipankartoffel: Zu Weihnachten greifen die Bundesbuerger gerne zu Kalorienbomben. Und sie beginnen damit immer frueher.

Duesseldorf (dpa) – Rund ein halbes Kilogramm Weihnachtssuessigkeiten vom Schokoladennikolaus bis zur Marzipankartoffel kauft jeder Verbraucher in Deutschland im Durchschnitt in der Weihnachtszeit. In der vergangenen Weihnachtssaison gaben die Bundesbuerger dafuer rund 621 Millionen Euro aus. Das waren rund vier Prozent mehr als im Vorjahr, wie aus einer Studie des Marktforschers Nielsen hervorgeht.

“Die Deutschen lieben Weihnachtssuessigkeiten. Die Saison dafuer startet im Lebensmitteleinzelhandel mittlerweile immer frueher”, sagte die Nielsen-Suesswarenexpertin Gabriele Praevk. Mittlerweile stuenden Lebenkuchen und Co. teilweise schon im September in den Regalen.

Den ersten Platz in der Hitliste der Weihnachtssuessigkeiten belegen Nielsen zufolge nach wie vor Schokoladenfiguren – allen voran natuerlich der Schokoladennikolaus. Rund 10 000 Tonnen der Schokofiguren wurden in der vergangenen Weihnachtssaison verkauft. Platz zwei im Beliebtheitsranking ging an Marzipanprodukte.

Wer es weniger traditionell mag, kann inzwischen aber auch zu Weihnachtsmaennern und Tannenbaeumen aus Fruchtgummi greifen. “Besonders Schaumzuckerwaren waren die Ueberraschung der letzten Weihnachtssaison”, berichtete Praevk. Die Verkaufsmengen haetten sich mehr als verdoppelt auf allerdings immer noch vergleichsweise bescheidene 111 Tonnen.

Ein weiterer Trend: “Um sich die Wartezeit bis Weihnachten zu versuessen, greifen immer mehr Deutsche im Lebensmitteleinzelhandel und in den Drogeriemaerkten zu Adventskalendern”, sagte Praevk. Die Adventskalender passten offenbar perfekt zu dem Wunsch der Verbraucher nach Erlebnis und Spass beim Shoppen.

Mit einem Gesamtabsatz von rund 46 000 Tonnen Zuckerzeug ist und bleibt Weihnachten Praevk zufolge fuer Suessigkeiten die wichtigste Saison des Jahres. Zum Vergleich: Zu Ostern werden rund 39 000 Tonnen an Schokoladenosterhasen und Marzipaneiern umgesetzt. Zu Halloween landen gerade einmal 1800 Tonnen an Fruchtgummi-Vampiren und Schokoladen-Glubschaugen in den Einkaufswagen.

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Sport

Luitz wartet und hofft: Sauerstoff-Causa setzt deutschem Skiteam zu

Von Helen Scott-Smith, Maximilian Haupt und Manuel Schwarz

Im deutschen Skiteam ueberschattet der Regelverstoss von Stefan Luitz in den USA das Rennwochenende in Val d’Isère. Was mit dem Allgaeuer passiert, ist voellig offen. Der DSV raeumt Fehler ein, will von Doping nichts wissen. Nun ist der Weltverband an der Reihe.

Val d’Isère (dpa) – Jetzt kann Stefan Luitz nur noch hoffen. Nach dem Aufruhr in der Sauerstoff-Causa trat der Skirennfahrer enttaeuscht die Heimreise aus Val d’Isère an, ein schwerer Patzer im Riesenslalom und die Absage des Slaloms hatten dem Allgaeuer die Laune weiter vermiest. Dabei koennte der groesste Daempfer noch anstehen: Nach dem Regelverstoss durch die Inhalation von Sauerstoff droht Luitz die Aberkennung des Weltcup-Sieges von Beaver Creek. Die Anti-Doping-Kommission der FIS ist an dem Fall dran, eine Entscheidung stand am Wochenende aus.

“Zu keinem Zeitpunkt haben wir irgendwie versucht oder gewollt, dass wir irgendetwas Verbotenes machen”, beteuerte Luitz. Der Deutsche Skiverband aber haengt in der Luft und wartet auf eine Entscheidung. Ob das noch vor den Klassikern in Groeden faellt, war am Sonntag offen.

Im dichten Schneetreiben in den Savoyer Alpen waere Luitz am Samstag am liebsten einfach verschwunden, nach einem Fehler im zweiten Lauf rutschte er im Riesenslalom auf Platz 30 zurueck. Am Sonntag fuehrten Sturmboeen gar zur Absage des Slaloms und machten Luitz und seinen Alpin-Kollegen wie Rueckkehrer Felix Neureuther den Renntag zunichte.

Das grosse Problem nahmen Luitz und die DSV-Verantwortlichen mit nach Hause und werden es womoeglich sogar bis zu den naechsten Rennen am Wochenende in den Dolomiten nicht los. Was passiert mit dem 26 Jahre alten Rennfahrer und dessen Erfolg im Riesenslalom von Beaver Creek? Von einer eher harmlosen Verwarnung bis hin zur Aberkennung des Sieges, die laut Reglement bei einem Verstoss automatisch erfolgen muesste, oder gar einer Sperre stehen verschiedene Szenarien im Raum.

Dabei ist dem DSV eines ganz wichtig: “Oberste Prioritaet hat, dass unsere Sportler nicht mit Doping in Verbindung gebracht werden”, sagte Alpin-Chef Wolfgang Maier am Sonntag. Der DSV hatte der FIS eine juristische Stellungnahme zukommen lassen, “wir haben alles gemacht, was wir beitragen koennen”, sagte der Sportdirektor.

Das deutsche Team war sich am vorigen Wochenende sicher, gegen keine Regel zu verstossen. Zwischen den beiden Durchgaengen atmete Luitz im Aufenthaltsbereich der Fahrer Sauerstoff durch eine Maske. Damit brach er das FIS-Reglement, das das Einatmen von zusaetzlichem Sauerstoff an einer Wettkampfstaette verbietet. In einer aktuelleren Regel der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA ist die Methode hingegen explizit erlaubt. Die Unterschiede zwischen WADA- und FIS-Regeln waren dem Deutschen Skiverband eigenen Angaben zufolge nicht bekannt.

“Diese Regel, die gibt es nun mal. Keiner von uns hat davon gewusst”, berichtete Luitz. “Wir haben alles versucht, das im Vorfeld abzuklaeren. Die obersten aerzte haben gesagt, es ist okay.” Die Freude ueber seinen ersten Weltcupsieg ist durch den Vorfall, auf den die FIS durch einen anonymen Tipp aufmerksam gemacht worden war, geschmaelert.

“Es hilft ja nichts”, sagte der Sportler vom SC Bolsterlang in Val d’Isère, als er wiederholt zu der Causa befragt wurde. Auf die Frage, warum er in den USA ueberhaupt aus der Flasche inhaliert habe, sagte er: “Man ist auf 3000 Meter. Bei der Hoehenlage, da bringt der Sauerstoff fuer die Regeneration was, Verletzungsprophylaxe natuerlich. Deswegen haben wir das genommen und das auch im Vorfeld abgeklaert.”

Davon ist Fritz Soergel nicht ueberzeugt. Der Anti-Doping-Experte sagte der Deutschen Presse-Agentur, eine Wirkung von Sauerstoff aus der Flasche sei umstritten. “Ich glaube, dass der Placebo-Effekt eher eine Rolle spielt”, sagte er. “Wenn man so eine Maske anlegt, dann meint man nur, man bekommt eine besondere Kraft. Ich glaube nicht, dass es leistungssteigernd war.” Der Pharmakologe nannte es aber “hochunprofessionell”, dass der DSV die FIS-Regeln nicht kannte.

In der Skiwelt ist das Mitgefuehl mit Luitz gross. “Als Athlet verlaesst du dich darauf, was Trainer, Aerzte und Verantwortliche sagen”, sagte Marcel Hirscher im oesterreichischen Radio Oe3. Der Olympiasieger war in Beaver Creek Zweiter hinter Luitz geworden, hatte nun in Val d’Isère aber klar gewonnen. Eine Disqualifikation waere aus Hirschers Sicht fuer den deutschen Kontrahenten jedenfalls “ein Wahnsinn”.

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Feuilleton

Weihnachtsbaum und “Jahresendfigur” – Ausstellung zum “Frohen Fest”

“Frueher war mehr Lametta”: Eine Ausstellung im Deutschen Historischen Museum (DHM) in Berlin blickt jetzt auf die Geschichte der Weihnachtsbraeuche.

Von Esteban Engel

Berlin (dpa) – “Frueher war mehr Lametta”: Eine Ausstellung im Deutschen Historischen Museum (DHM) in Berlin blickt jetzt auf die Geschichte der Weihnachtsbraeuche. Vom Christbaum bis zur “Jahresendfigur” zu DDR-Zeiten – bis 3. Maerz zeichnet das DHM die Braeuche rund um Weihnachten nach. Mit rund 500 Objekten zeigt die Praesentation “Engel, Hakenkreuz, Felsendom” die Vielfalt des Baumschmucks, auch als Ausdruck des Zeitgeistes in der jeweiligen Epoche.

Die Schau geht dabei auch der Frage nach, wie christlich die Braeuche noch sind und wie die Tradition auf andere Religionen ueberging. So zeigt die Ausstellung einen Weihnachtsschmuck in Form des Jerusalemer Felsendoms, dem aeltesten monumentalen Sakralbau des Islams.

Vorbild fuer das Weihnachtsfest, wie es noch von vielen verstanden wird, ist die buergerliche Familie des 19. Jahrhunderts. Der Maler Eduard Geselschap (1814-1878) hat den Weihnachtsabend festgehalten – samt Opa und Dienstmagd, die die Kerzen anzuendet.

Ob beim Einzug Napoleons in Berlin 1906, im Schloss Versailles oder in den Schuetzengraeben des Ersten Weltkriegs – ein Weihnachtsbaum war immer dabei. Angehoerige konnten Feldpost mit Mini-Baeumen als Paeckchen an die Front schicken. Die Nazis wollten das Fest zum “nordischen Julfest” umdefinieren. Ab 1943 wurde wegen der Kriegswirtschaft neuer Schmuck aus Glas, Keramik und Holz verboten.

Als Scherz buergerte sich in der DDR die “gefluegelte Jahresendfigur” ein. Ideologen hatten sich daran gestoert, dass die DDR noch Engeln huldige. Die “Jahresendfigur” wurde dann auch in einen Katalog aufgenommen, wie die Forscherin Simone Tippach-Schneider herausfand – und lieferte fortan Stoff fuer Satire und DDR-Witze.

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Gesundheit

So kommen man gesund durch die Erkaeltungszeit

In der kalten Jahreszeit braucht das Immunsystem etwas Unterstuetzung. Um sich vor einer Erkaeltung zu schuetzen, kommt es jetzt noch mehr auf einen gesunden Lebensstil an.

Koeln (dpa) – Gerade in der Erkaeltungszeit waechst bei vielen die Sorge vor Ansteckung. Doch voellig ausgeliefert sind wir den Viren meist nicht. Wer gesund bleiben will, mobilisiert am besten rechtzeitig die Abwehrkraefte.

So geht‘s:

  • Viel Schlaf: “Grundvoraussetzung fuer ein starkes, leistungsfaehiges Immunsystem ist ausreichend Schlaf. Denn nur in der naechtlichen Ruhephase hat der Organismus Zeit, sich zu erholen und die notwendigen Reparaturprozesse durchzufuehren“, erklaert Professor Ingo Froboese von der Deutschen Sportschule Koeln. Deshalb sollte man sich gerade in der kalten Jahreszeit genug Schlaf goennen. Die meisten Menschen benoetigen zwischen 7 und 8 Stunden Schlaf pro Nacht.
  • Gesunde Ernaehrung: Auch sollte der Koerper nun ausreichend mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgt werden. Das geht am besten mit viel frischem Obst und Gemuese. Die Deutsche Gesellschaft fuer Ernaehrung (DGE) empfiehlt fuenf Portionen pro Tag: drei mal Gemuese, zweimal Obst (insgesamt 650 g).
  • Aufenthalt im Freien: Wichtig fuer das Immunsystem ist insbesondere Vitamin D. Die Hauptquelle hierfuer sind UV-Strahlen. Mit 15-20 Minuten Bewegung im Freien taeglich laesst sich der Speicher daher immer wieder auffuellen. Vitamin-D Lieferanten in der Nahrung sind Fische mit hohem Omega-3-Fettsaeuregehalt, wie Heringe oder Lachs, sowie Eier und Milch.

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Reise

Geschaffen mit Charme, Mut und Millionen: Skiarena Andermatt-Sedrun

Von Bernhard Krieger

Andermatt (dpa) – Andermatt ist durch den Zusammenschluss mit Sedrun zum groessten zusammenhaengenden Skigebiet der Zentralschweiz geworden. Samih Sawiris verwandelt den einstigen Armee-Standort in ein Luxus-Skiresort – mit Charme, Mut und Millionen.

Ein reicher Geschaeftsmann aus dem Orient verliebt sich in ein verfallendes Bergdorf, erobert mit einer maerchenhaften Idee die Herzen der misstrauischen Bewohner und verwandelt den Ort in eine der modernsten Ski-Arenen Europas. Was nach einer Alpen-Kitsch-Saga mit Hansi Hinterseer klingt, hat sich im schweizerischen Andermatt tatsaechlich ereignet. So aehnlich zumindest.

Die Hauptrolle in der Andermatt-Story spielt ein grau melierter aegypter: der Investor Samih Sawiris. Ein Sonnyboy, stets laechelnd, bodenstaendig und gewinnend. Waere Sawiris der arrogante Scheich aus der Wueste gewesen, den so mancher am Gotthard erwartete, haetten die eigensinnigen Andermatter den hochtrabenden Plaenen wohl auch nie zugestimmt. Dann waere Andermatt nicht wie Phoenix aus der Asche gestiegen und gemeinsam mit Sedrun in diesem Winter zum groessten zusammenhaengenden Skigebiet der Zentralschweiz aufgestiegen.

Am Fusse des 2961 Meter hohen Gemsstocks gaebe es jetzt verwaiste Kasernen und kein international bekanntes Nobelhotel wie “The Chedi”. Es gaebe keine Luxus-Chalets, keinen Golfplatz und keine moderne Skiarena. 25 Liftanlagen erschliessen 120 Kilometer Pisten – und das erstmals in der Schweiz ueber Kantonsgrenzen hinweg. Andermatt liegt im deutschsprachigen Kanton Uri, Sedrun im raetoromanischen Graubuenden.

Die gerade in Betrieb genommene Gondelbahn Schneehueenerstock-Express schliesst die letzte Luecke in der Skiarena Andermatt-Sedrun. Jetzt koennen Skifahrer und Snowboarder von Andermatt ueber das Naetschen-Guetsch-Areal hinueber auf die Sedrun-Oberalbpass-Seitewechseln und von dort wieder zurueckfahren, ohne die Ski oder das Board abschnallen zu muessen. Im kommenden Sommer wird das Gebiet durch eine Bahn von Sedrun ins Skigebiet Disentis nochmals erweitert.

“Bislang waren wir fuer den Rueckweg nach Andermatt auf die Matterhorn-Gotthard-Bahn angewiesen”, sagt Skilehrer Fraenggi Gehrig. Die roten Zuege, die die Zentralschweiz mit dem Wallis verbinden, fahren weiterhin. Auch der beliebte Après-Ski-Waggon mit DJ rollt nach wie vor zwischen Sedrun und Andermatt.

In Andermatt hoffen sie nun auf den Durchbruch, denn erst der Skiverbund mit Sedrun macht den Ort fuer die Masse der Winterurlauber attraktiv. Andermatts Hausberg ist naemlich zu anspruchsvoll fuer den.

Otto-Normal-Skifahrer. Das Panorama vom Gemsstock mit Moench und Monte Rosa geniessen alle, die Abfahrten ueber den Gurschen- oder den St. Anna-Gletscher aber nur Koenner. Der “Russi-Run”, benannt nach dem legendaeren Schweizer Skirennlaeufer und Pistenbauer Bernhard Russi, ist tiefschwarz. Auch der “Lara-Gut-Run”, der der Schweizer Weltcupfahrerin gewidmet wurde, hat es in sich. “Lara hat hier frueher oft trainiert, ihr Onkel ist fast immer da”, erzaehlt Gehrig.

Dafuer ziehen die oft mit knietiefem Pulverschnee ueberzogenen Nordhaenge am Gemsstock Freerider magisch an. Von November bis Mai sind sie in Betrieb. An der Wasser- und Wetterscheide des Kontinents schneit es ueberdurchschnittlich viel und haeufig. In Zeiten des Klimawandels ist das ein grosser Standortvorteil.

Aber Skiurlauber suchen mehr als Schneesicherheit und Herausforderungen. Sie wollen Genussabfahrten auf Suedhaengen, moderne Lifte, sanft abfallende Spielwiesen fuer Kinder und urige Huetten. Und die liegen rund um den Oberalppass auf der Sedruner Seite, wo sich auf einem Sonnenplateau ueber dem Ort die Ferienhaeuser rund um die Milez-Huette gruppieren und in der Sudada-Huette gigantische Schnitzel auf ausgehungerte Skifahrer warten.

Erst durch den Zusammenschluss mit Sedrun hat Andermatt das Skigebiet bekommen, das es fuer seine neuen Gaeste braucht. “Wir wollen qualitativ auf eine Stufe kommen mit Zermatt oder St. Moritz. Und um das zu erreichen, braucht es unter anderem ein erstklassiges Skigebiet”, sagte Investor Samih Sawiris juengst der Zeitung “Blick”.

Ihm ist wohl bewusst, dass der Erfolg seines Megaprojekts mit dem Skigebiet steht und faellt. Zumal Andermatt weder den Glamour von St. Moritz noch ein Matterhorn wie Zermatt zu bieten hat. Die Gipfel rund um den 1444 Meter hoch gelegenen Ort wirken eher unspektakulaer und trutzig – daran kann nicht einmal Sawiris etwas aendern.

An allem anderen schon. Als der aegypter 2005 nach Andermatt kam, befand sich das Bergdorf in einem rasanten Niedergang, ausgeloest durch den Abzug der Armee. Lange Jahre sind die Kasernen im Ort ein Teil der Gotthard-Festung Réduit gewesen, in der sich die Schweizer bei einem Angriff auf das neutrale Land verschanzen wollten. Das gigantische Bergmassiv gleicht einem Schweizer Kaese. Tunnel, Bunkeranlagen und Geschuetzstellungen durchziehen den Fels.

Jahrzehntelang keuchten Rekruten tagsueber die Andermatter Haenge hinauf, abends sassen sie in der “Beiz” bei Bier und Schnitzel. “Die Kneipen und wir alle haben von der Armee gelebt”, erzaehlt Baenz Simmen. Der Snowboardpionier erzaehlt heute als Ortsfuehrer Touristen und Journalisten aus der ganzen Welt die Andermatt-Story auf seinen Spaziergaengen durch den Ort rund um die St. Peter- und Paul-Kirche.

“Die Soldaten waren anspruchslos”, sagt Simmen. “Da musste man nicht freundlich sein und auch nicht gut kochen koennen.” So sei man in Andermatt bequem geworden. Das boese Erwachen kam, als die Schweizer Armee nach dem Ende des Kalten Krieges ihre Alpenfestung aus Kostengruenden aufgab. Die Soldaten blieben weg, und Touristen kamen nur noch wenige. Andermatt verfiel – bis Sawiris kam.

Der aegypter erkannte das Potenzial des Bergdorfs, das anders als St. Moritz, Zermatt oder Gstaad recht nah an Grossstaedten und Flughaefen liegt. Nach Luzern sind es mit dem Auto nur eine Stunde, nach Zuerich und Lugano gut eineinhalb Stunden.

Der Geschaeftsmann witterte ein grosses Geschaeft, und er brachte das noetige Kleingeld und Know-how mit. Sawiris stammt aus einer reichen Unternehmerfamilie koptischer Christen, die ganze Staedte aus dem Boden stampft. Mit der Retortenstadt El-Guna am Roten Meer hat er bewiesen, dass er aus dem Nichts ein Ferienparadies schaffen kann.

Das allein aber haette die Andermatter wohl nicht ueberzeugt, wichtig war auch sein Auftreten. Der aegypter hat in Berlin studiert, spricht perfekt Deutsch. Sawiris praesentierte seine Plaene persoenlich. Am Ende stimmten neben Gemeinden und Kantonen auch die Andermatter in Referenden dem Mega-Projekt zu.

Sawiris hat angekuendigt, 1,8 Milliarden Schweizer Franken in das Andermatt Swiss Alps-Projekt zu investieren. “Und bislang haelt er Wort”, sagt Ortsfuehrer Simmen. “Rund eine Milliarde sind bereits verbaut”, bestaetigt Projekt-Sprecher Stefan Kern. 125 Millionen flossen allein in neue Lifte, Beschneiungsanlagen und Restaurants im Skigebiet. Weitere dreistellige Millionenbetraege verschlangen Chalets und Appartementhaeuser sowie die ersten der sechs geplanten Hotels.

Kuerzlich eroeffnete das Viersternehotel “Radisson Blu Hotel Andermatt”, das Fuenfsternehotel “The Chedi” gibt es seit 2013. Touristiker bejubeln das Luxushotel als das beste der Alpen, in der Zentralschweiz ist es zweifellos konkurrenzlos. Das naechste Top-Hotel in einem Skiort ist das altehrwuerdige “Waldhaus” in Flims rund zwei Autostunden entfernt. Auch kulinarisch setzt das “Chedi” Massstaebe mit dem wohl besten japanischen Restaurant der Schweiz, das der Guide Michelin mit einem Stern ausgezeichnet hat. Seine Suiten sind genauso luxurioes ausgestattet wie die imposante Lobby und das Spa. Alles ist vom Feinsten und dennoch nicht protzig, so dass sich das wie ein gigantisches Chalet gestaltete Hotel nahtlos ins Ortsbild einfuegt.

Skeptische Stimmen behaupten, dass sich das Leuchtturmprojekt “Chedi” und das gesamte Andermatt-Resort nie rentieren wuerden. Sawiris raeumt ein, dass er bislang Verlust macht. Das aber bringt den in Luzern lebenden Milliardaer nicht aus der Ruhe. “Das Projekt Andermatt kann nicht mehr scheitern”, sagte Sawiris der Zeitung “Blick”. Die grossen Risiken seien ueberwunden.

Von der Realisierung der urspruenglich geplanten sechs Hotels, den rund zwei Dutzend Chalets und den weit ueber 400 Apartments in 42 Gebaeuden ist man aber noch weit entfernt. Es sind gerade einmal acht Apartmenthaeuser fertig und laengst noch nicht alle Wohnungen verkauft.

Seine Investitionen kann Sawiris aber nur durch den Verkauf der viele Millionen Franken teuren Immobilien reinholen. Deshalb tut er alles, um Andermatt attraktiver zu machen.

Als die Schweizer Bahn Verbindungen dorthin strich, setzte Sawiris kurzerhand eigene Busse ein, die Wintersportler aus den Schweizer Staedten in den Skiort fahren. Auch das flexible Liftpreissystem mit Fruehbucherrabatten und Tagestickets ab zehn Franken an schwach ausgelasteten Tagen ist innovativ.

“Sawiris zieht sein Projekt allen Widrigkeiten zum Trotz durch”, sagt Curdin Brugger anerkennend. Der Besitzer des Hotels “Kruezl” in Sedrun verfolgt als Praesident von Sedrun Disentis Tourismus das Projekt sehr aufmerksam. “Wir hoffen natuerlich, dass sich Andermatt und Sedrun gemeinsam als Ferienregion praesentieren.” Allein durch den Skigebietsausbau profitieren auch die Sedruner vom Andermatter Projekt. Dort haben viele ihre Geschaefte herausgeputzt und selbst Geld in Ferienwohnungen, Pensionen und Hotels investiert.

Weil der erhoffte Goldrausch noch auf sich warten laesst, murren aber einige im Ort. Die gestiegenen Mieten sind ein aergernis, die ewigen Baustellen sowieso. Skilehrer Gehrig nimmt die Nachteile in Kauf, schliesslich profitiert er wie so viele vom Aufschwung. “Und was waere auch die Alternative gewesen?”, fragt Gehrig. Um dann selbst die Antwort zu geben: “Ohne Sawiris waere es in Andermatt zappenduster.”

Info-Kasten: Skiarena Andermatt-Sedrun
Skigebiet: Die ab der Saison 2018/19 komplett miteinander verbundenen Skigebiete von Andermatt und Sedrun bilden die groesste Skiarena der Zentralschweiz mit mehr als 120 Pistenkilometern. Im Sommer 2019 wird Sedrun zudem an das Skigebiet Disentis angeschlossen.
Anreise: Bequem und umweltschonend ist die Anreise mit der Bahn. Naechster internationaler Flughafen ist Zuerich. Mit dem Auto reist man aus Norden ueber Luzern an. EU-Buergern reicht ein Personalausweis.
Reisezeit: Die Skisaison dauert von November bis Mai. Beste Reisezeit ist von Mitte Dezember bis Ende Maerz. Die Durchschnittstemperatur im Winter betraegt minus neun Grad.
Waehrung: Ein Euro entspricht 1,14 Schweizer Franken.

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Der Speck muss weg: Kinderärzte für Aktionsplan gegen Übergewicht

Bad Orb (dpa) – Im Kampf gegen Übergewicht und Fettleibigkeit bei Kindern fordern ärzte ein entschiedenes Vorgehen der Politik. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) spricht sich für einen nationalen Aktionsplan aus. BVKJ-Präsident Thomas Fischbach sagte bei einem Kongress in Bad Orb (Hessen), Bund, Länder und Kommunen müssten endlich aufeinander abgestimmt etwas gegen die Krankheit unternehmen.

Der Verband schlug konkrete Schritte vor, unter anderem eine Zuckersteür, eine Nährwertampel auf Produkten und ein Werbeverbot für ungesunde Nahrungsmittel. “Kinder und Jugendliche werden dann besser vor ungesunden, vor allem zu süssen Lebensmittel geschützt, die dick und krank machen, erklärte Fischbach. Eine Nährwertampel zum Beispiel könne auf einen Blick zeigen, welche Waren im Supermarkt-Regal zu fett, zu salzig oder zu süss sind. Die Wirksamkeit von gesetzlichen Verboten hätten zum Beispiel das Rauchverbot und die Alkopops-Steür bewiesen, erklärte Fischbach.

Übergewicht und krankhafte Fettleibigkeit (Adipositas) sind den Kinderärzten zufolge auf hohem Niveau stabil. Mehr als 15 Prozent der 3- bis 17-Jährigen in Deutschlands seien betroffen. Adipositas kann nach Angaben der Mediziner schwere, teilweise lebensbedrohliche Krankheiten begünstigen. Dazu zählen Bluthochdruck, Diabetes, Kniegelenkarthrose und Depressionen. Gesetzliche Regelungen seien aber allein nicht ausreichend, um Kinder vor über- und Fehlernährung zu schützen, erklärte Fischbach. Ebenso wichtig sei es, dass Kinder sehr früh “Ernährungsbildung” im Kindergarten und in der Schule erhielten. Auch die Stadtplanung liesse sich verbessern. “Wir brauchen Freiräume für Kinder, in denen sie sich bewegen können, spielen und herumtoben”.

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Aus Allen Staaten

Voller Erfolg beim “Christkindlmarkt“

Es ist inzwischen Tradition bei unserem Chor, dass wir am Sonntag nach Thanksgiving in der Carpathia den “Christkindlmarkt” abhalten. In diesem Jahr war das der 25. November, genau eine Woche vorm 1. Advent. Die Halle war weihnachtlich geschmueckt – sehr stimmungsvoll. Fuer rund 50 Haendler hatten wir Verkaufstische reserviert. Es waeren gern noch mehr gekommen, wenn der Platz zur Verfuegung gestanden haette. Die Vorbereitungen, z.B. das Aufstellen der Tische, findet am Tag vorher statt, so dass die Haendler, wenn sie am Sonntag frueh ab 07:00 kommen, sofort ihre Waren auspacken und ausbreiten koennen. Fuers Publikum wurde die Carpathia um 10:00 geoeffnet – da warteten schon die ersten Besucher. Wer so frueh kam, brauchte sich allerdings keine Sorgen zu machen, ob man einen Parkplatz finden wuerde. Das wurde erst spaeter zu einem Problem. Wie sagt man bei uns? Der Parkplatz lief ueber! Das war jedoch an diesem Sonntag nicht so schlimm: das Wetter war heiter bis wolkig, es regnete nicht, es schneite nicht, und ein paar Schritte zu Fuss sollen doch gut fuer die Fuesse und das allgemeine Wohlbefinden sein –  behaupten jedenfalls die Fitnessexperten. In der Halle war es dann von 10:00 – 17:00 “busy” . Auf der Buehne hatten Santa Claus und Mrs. Claus Platz genommen und gaben Kindern Gelegenheit, mit ihnen fotografiert zu werden. Fuer alle Interessenten und Kaeufer war es mehr “shop till you drop” als “besinnliche Adventszeit”.

Zum Christkindlmarkt gehoert natuerlich auch Santa’s Cafe. Von der Grossen Halle brauchen die Gaeste nur ein paar Schritte ueber den Flur zu gehen und sind schon da, wo Kaffee, Tee, Cider und die grosse Auswahl an Torten und Kuchen auf sie wartet. Wie in jedem Jahr hatten die Chormitglieder und Freunde vom Chor ihr Bestes getan und wunderbare Torten und Kuchen gebacken. Von Schwarzwaelder Kirschtorte bis zu Frankfurter Kranz, von Erdbeer- oder Himbeersahnetorte bis zu Streuselkuchen, Bienenstich, Kaesekuchen – fuer jeden Geschmack war etwas dabei. Die Wahl war nicht immer leicht, weshalb dann gleich 2 Stuecke auf den Tellern landeten.

Dezent, als Hintergrund, wurde alles mit weihnachtlicher Musik begleitet. Langeweile kam beim “Kuechen- und Bedienungspersonal” nicht auf, da staendig wieder Gaeste kamen, die dieser Auswahl von Kuchen und Torten auch nicht widerstehen konnten – oder nicht widerstehen wollten. Die fleissigen Mitarbeiter brauchten zum Schluss dann nur noch “Kruemel” zu entsorgen.

Die Haendler waren morgens, bei Dunkelheit, gekommen. Als nun eingepackt und eingeladen wurde, war es wieder dunkel. Ein fuer alle zufriedenstellender Tag war vorbei – und wir freuen uns jetzt schon auf den Christkindlmarkt und ein Wiedersehen im naechsten Jahr – am 1. Dezember 2019.

  E.H.

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Jim Stokes Receives Coveted Golden Angel Award

James R. Stokes, an attorney, retired public servant and a longtime participant in local German-American activities, was honored with the “Golden Angel” award presented by outgoing Honorary Consul Frederick W. Hoffman on Oct. 3 during the annual German Unity Day Reception at the Carpathia Hall in Sterling Heights, Michigan.

The award represented the final act during Hoffman’s 16-year term as Germany’s Honorary Consul in Michigan, and it acknowledged the dedication and support Stokes, his husband, has given to him and to the community throughout his entire tenure.

“Jim may be the first non-German to earn this recognition, but it is certainly well deserved,” Hoffman said. “From day one, he has been at my side in assisting German citizens in trouble, participating in community events and even pinch-hitting for me when that was necessary.”

Early on, he was presented a True Friend of Germany award in context of his encouragement of the Eugene Strobel Scholarship at Wayne State University’s iconic Junior Year in Munich program.

He participated in German-American activities around the state, often sporting his US-Germany flag pin. He even participated, with Hoffman, as an honored guest at the historic Steuben Parade on Fifth Avenue in New York City, Christkindlmarkt ceremonies in Chicago, and numerous German government-sponsored programs in both, the U.S. and Germany.

“In the past three years, as I have been battling cancer, he took on an even greater role,” Hoffman said. “He sat in on every consular appointment, assisting with arrangements and copying; he drove me and escorted me to every event and activity all over the state; and he fielded dozens of calls, emails and messages – along with my great associates Gisela Blevins and Tammy Mach – to help ease my load. There is no way I could have kept up without this assistance.

What some people do not know is that when Hoffman was first appointed to the honorary job (he was then serving as State Relations director at DaimlerChrysler), he had no German language expertise. “Not that I have much now, but Jim pitched in and volunteered to take Saturday German lessons with me – and we did that for two years under the guidance of the very patient Dagmar Kuche,” Hoffman said.

“It has been a great run. I served under five German presidents, three German chancellors, five German ambassadors and five German consuls general, including the present one, Herbert Quelle,” he said. “All of the people we have worked with through all these years treated us as a team. When I was first appointed, I remember distinctly the then Consul General Alexander Petri sitting in our dining room in Rochester Hills telling Jim that he was now as much a part of the ‘family’ as I was and that he was welcome and included in everything.”

“For all of these reasons, I was proud to present Jim with my final Golden Angel award,“ he concluded.

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St. Peter’s Lutheran Church

St. Peter’s Lutheran Church has been quite busy these past few months collecting blankets for Children’s Hospital in Detroit. During the Summer & Fall, all sorts of blankets were being brought to the church; knitted ones, crocheted, quilted, hand-tied fleece blankets, all sorts and sizes. It was amazing to watch the pile of blankets grow.

On Sunday, November 11th, during the 10:00 AM service, with all the blankets laid out in the pews, Pastor Gerry & the members of St. Peter’s placed their hands on the blankets and blessed all of them. The following day the blankets were bagged and taken down to the hospital. The staff could not believe that we were delivering 528 blankets along with misc. hats, booties & pj’s.

We could not have accomplished this feat without the help of the GBU Choir District 821, American Lutheran Church, Faith Lutheran Church, Cana Lutheran Church, Emmanuel Lutheran Church, St. John’s Lutheran Church and Holy Spirt Lutheran Church as well as individual friends of St. Peter’s.

St. Peter’s is now getting ready for our Advent Celebration and Cookie Sale on December 9, 2018 at 10:00 AM. Our ladies have been baking delicious German cookies and baking even more cookies to accommodate the sale and demand for them. Through the years it has become a tradition that the Carpathia Choir joins us during the 10:00 AM service to sing Advent and Christmas songs. Afterwards, everyone enjoys fellowship and refreshments in the festively decorated hall all while picking out their box of cookies. You are all invited to join us!

AC

St. Peter’s Lutheran Church
11423 Chicago Rd
Warren, MI 48093
(586) 979-3850

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