16. Februar 2019 Selected Articles

Aus Aller Welt / Sport / Feuilleton / Gesundheit / Reise / Tipps und Trends / Aus Allen Staaten

Aus Aller Welt

Skurrile Rufe bei der Kür des besten Hirschimitators

Der Sieger Thomas Soltwedel aus Dobbin-Linstow bläst bei der 21. Deutschen Meisterschaft der Hirschrufer in sein Instrument. Die Veranstaltung gehört zum alljählichen Höhepunkt der Messe “Jagd & Hund”. Ziel ist es mit der Stimme oder einem Instrument den Ruf eines Hirschen zu imitieren. Foto: dpa
Auch eine Frau kann ein Hirsch sein. Und die Rufe der Geweihträger variieren je nach Laune und Alter. In Dortmund ist der beste Hirschimitator gekürt worden.

Von Yuriko Wahl-Immel

Dortmund (dpa) – Er ist eine hochgewachsene Erscheinung und hat eine gewaltige Stimme – aber nur zwei Beine und einen kahlen Kopf statt Pracht-Geweih. Thomas Soltwedel (54) ist Deutschlands bester Hirschrufer 2019 – frisch gekürt auf Europas größter Jagdmesse am Freitag in Dortmund. Der 1,82-Mann aus Mecklenburg-Vorpommern hat am besten abgeschnitten unter 16 Wettbewerbern in drei Runden voller skurriler Klänge und imponierender Laute, die manchmal ein bisschen unanständig klingen.

Schließt man die Augen und lauscht den oft täuschend echten Rufen bei der Deutschen Meisterschaft der Hirschrufer, sieht man die mächtigen Tiere förmlich vor sich durch den Wald streifen – auf der Suche nach passenden Weibchen. Man meint die Tiere sogar ein wenig zu riechen – bei all den Ständen mit Filz-, Leder- und Pelzmode rundherum.

Manche imitierten Tiere wirken kräftig, manche gestresst oder etwas müde. 15 Männer und eine Frau aus mehreren Bundesländern sind mit ihren speziellen Hörnern und rohrförmigen Instrumenten angetreten und fordern ihre Stimmbänder. Der Hirschruf ist ein «anspruchsvolles jagdliches Handwerk» mit langer Tradition, betont ein Sprecher des Wettkampf-Veranstalters, dem Jagdmagazin «Wild und Hund». 

Ein Blick auf die Disziplinen: Zuerst gilt es, «die Stimme des alten, suchenden Hirsches» nachzuahmen. Dann ist der «Platzhirsch beim Kahlwildrudel» dran. Acht Wettbewerber haben das überzeugend geschafft und gelangen in die Endrunde. Die Aufgabe nun: Ein «Rufduell zweier gleich starker Hirsche auf dem Höhepunkt der Brunft». Etwas Sehnsucht soll am besten immer in der Stimme liegen, wird auf der Bühne erläutert. Denn der Hirsch will «brunftige Stücke beschlagen» – also Weibchen begatten.

Drei Wettbewerber müssen sich einen Stimmen-Stechen um den Siegerplatz liefern. Rang zwei schafft Christian Hieke (28) aus Düren, NRW. Auf den dritten Platz kommt Immo Ortlepp (59) aus der Wedemark in Niedersachsen. 

Das Ganze ist nicht als Klamauk gedacht, sondern hat einen realen Hintergrund: In der Rotwild-Brunftzeit im September und Oktober soll dem Platzhirsch mit dem Hirschruf ein Nebenbuhler vorgetäuscht werden, damit er aus der Deckung kommt. Hört der Geweihträger menschliche Klänge aus dem Ruf heraus, wittert er Verrat und büchst aus. Klappt die Sache, kann der Jäger ihn erlegen, wenn das Tier den Abschussrichtlinien entspricht.

Thomas Soltwedel, der 2018 schon den dritten Platz geschafft hatte, freut sich sehr. «Es ist ein überwältigendes Gefühl, der Beste zu sein bei dieser höchsten Kunst der Lockjagd.» Er bekommt ein teures Fernglas – und will im Mai an der Europameisterschaft in Weißrussland teilnehmen. Und noch eine Erkenntnis aus Dortmund: Auch eine Frau kann durchaus stimmlich gut ein Hirsch sein – Platz sechs immerhin für Hildegard Zervos aus Oberzier in NRW.

Top

Sport

Gold-Gewinner von Lillehammer: Olympia nicht mehr das, was es war

ARCHIV – Die deutsche Mannschaft mit Mark Kirchner, dem Biathlon-Doppel-Olympiasieger von Albertville, als Fahnenträger an der Spitze beim Einmarsch ins Lysgaardsbakken-Stadion während der feierlichen Eröffnung der XVII. Olympischen Winterspiele. Foto: dpa
Vor 25 Jahren wurden die Winterspiele in Lillehammer eröffnet. Für die Sportler war das ein Olympia-Fest. Viele sehen die Entwicklung kritisch – auch vier Stars aus Deutschland

Von Volker Gundrum und Steffen Trump

Lillehammer (dpa) – Markus Wasmeier, Georg Hackl, Dieter Thoma und Mark Kirchner – die vier Winter-Stars erinnern sich noch immer mit Begeisterung an Lillehammer, nicht nur dank ihrer Gold-Triumphe. «Perfekte Spiele», seien es gewesen, sagt Hackl. «Das schöne Wetter, die winterliche, heimelige Atmosphäre, die Begeisterung der Norweger – das Gesamtbild hatte Postkarten-Idylle», meint der 52-jährige Rodel-Star. «Vielleicht eine Blaupause, wie man die Spiele retten könnte», sagt Mark Kirchner. Der heute 48 Jahre alte Biathlon-Bundestrainer trug die deutsche Fahne, als die Winterspiele vor 25 Jahren (12. Februar 1994) eröffnet wurden.

Doch Olympia ist nicht mehr das, was es einmal waren. «Was soll man nach solchen Vergaben an Sotschi, Korea und Peking sagen? Irgendwann sind wir in Katar, dann gibt’s noch eine Hallen-Olympiade. Ich hoffe, dass irgendwann eine Rückbesinnung kommt», kritisiert der 55 Jahre alte Ski-Star Wasmeier. «Ich sehe die Entwicklung sehr problematisch. In freiheitlichen Gesellschaften hat die olympische Idee offensichtlich Probleme, noch Anklang zu finden», sagt Hackl. «Die Olympischen Spiele haben in meinem Kopf nicht mehr den ursprünglichen Stellenwert. Vielleicht ist das aber ja die Zukunft, vielleicht muss es so sein, dennoch sehen das viele Sportler anders», sagt Skispringer Thoma (49): «Der Sportler ist gefühlt das Mittel zum Zweck.»

Doch in dieser Woche wird gefeiert. König Harald und Königin Sonja kommen nach Lillehammer, der Rundfunksender NRK schwelgt noch einmal in der guten, alten Zeit. In Norwegen träumen manche von einer Neuauflage, 2030 zum Beispiel. Gerhard Heiberg, damals Organisationschef, sagt der Nachrichtenagentur NTB: «Damit könnten wir der Welt noch einmal zeigen, wie das angemessen und fantastisch gemacht wird.»

«Wie gut Olympische Spiele werden, hängt für uns Mitteleuropäer natürlich auch davon ab, an welche Orte man Olympische Spiele vergibt, zu welchen Zeiten die Athleten an den Start gehen, wann die Wettbewerbe im TV übertragen werden und wie stark der Rückhalt, die Begeisterung und das Interesse der Zuschauer vor Ort ist», sagt Thoma. «Man sollte die Spiele auf zwei, drei Orte beschränken, die das leisten können und auch leisten wollen, und dann turnusgemäß rotieren», schlägt Kirchner vor.

Auch Deutschland, sagt Hackl, sollte sich positionieren. «Unter bestimmten Voraussetzungen ist es sicherlich einen Versuch wert, aber das muss die Bevölkerung mehrheitlich wollen.» Wasmeier, der damals mit seinen Goldmedaillen im Riesenslalom und Super-G und seinem herzerfrischenden bayerischen Dialekt für Wintersport-Begeisterung im ganzen Land sorgte, stellt die Olympia-Funktionäre an den Pranger. «Das IOC selber muss sich an der Nase fassen. Ein bisschen Bescheidenheit würde denen wirklich gut tun.» Man müsse die Bevölkerungen mitnehmen, nicht immer nur abkassieren.

Dann, so glaubt Wasmeier, würden viele Länder wieder einsteigen und mitmachen. «Wer von oben nach unten redet, wird nie eine Tür öffnen. So ist es beim IOC. Aber das kapieren die nicht. Dabei wäre es so einfach. Warum nicht einfach auf Augenhöhe gehen, eine Win-Win-Geschichte machen? Aber mit Bach wird das nicht besser», geht der Wasi auch den deutschen IOC-Chef Thomas Bach an. Das IOC strebt allerdings mit seiner Agenda 2020 an, unter anderem mehr vorhandene Sportstätten zu nutzen und stärker auf die Wünsche und Bedürfnisse der Ausrichterstädte einzugehen.

Top

Feuilleton

Schau in London: Dior mit britischem Flair

Kleidungsstücke der Dior Haute Couture-Kollektion der Frühjahr-/Sommersaison 1947 sind Teil einer Ausstellung des V&A Museums in London über das Modehaus Dior.
Foto: dpa

London (dpa) – Französische Haute Couture mit englischer Note – das könnte der Untertitel einer Ausstellung über das Modehaus Christian Dior sein, die jetzt im Victoria and Albert Museum (V&A) in London eröffnet wurde. Die Schau «Christian Dior – Designer von Träumen» orientiert sich im wesentlichen an der höchst erfolgreichen Dior-Ausstellung in Paris, mit der 2017 das 70-jährige Bestehen des Modehauses gefeiert wurde.

Das V&A nimmt nun für sich in Anspruch, erstmals die Begeisterung Diors für britische Traditionen zu enthüllen: von Royalty über Perlen, Tweed und Maßschneiderei – sogar am britischen Essen gewann der Franzose demnach Geschmack.

Zu diesem Zweck hat Kuratorin Oriole Cullen der chronologisch und thematisch angelegten Schau über die Geschichte des Modehauses ein Extra-Kapitel hinzugefügt, in der Diors Faszination für englische Landschaftsgärten, pompöse Landsitze, Stoffe und Luxusschiffe belegt wird.

Schon lange bevor er als 21-Jähriger zur Verbesserung seiner Englischkenntnisse nach London kam, habe Dior in seiner Heimat in der Normandie stets die enge Verbindung nach England verspürt. «Es ist eine Geschichte, die bisher wenig bekannt war», sagte Cullen zu ihren Recherchen.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs, als Dior 1947 mit dem «New Look» die weibliche Linie revolutionierte, begann auch seine Kooperation mit britischen Textilhäusern.

Der Besucher erfährt von privaten Modeschauen für die High Society in Landhäusern und in der französischen Botschaft in London, wo Prinzessin Margaret, die jüngere Schwester der Queen, Stargast war. Das von Dior entworfene üppige Ballkleid aus Tüll und Seide, das Margaret zu ihrem 21. Geburtstag 1951 trug, ist ein Highlight der Schau.

Dior kleidete unter anderem die Schriftstellerin Nancy Mitford und die Ballerina Margot Fonteyn ein. Mit Stolz verweist Cullen darauf, dass rund 50 Prozent der in London gezeigten 500 Objekte – darunter etwa 200 Kleidungsstücke – neu seien.

Das Erstaunlichste an der Schau, die mit einem Rausch aus Tüll, Taft und Seide in einem glitzernden «Ballraum» endet, bleibt für sie, dass «jedes einzelne Stück von Hand angefertigt ist».

http://www.vam.ac.uk

Top

Gesundheit / Umwelt

Weniger Feld- und Wiesenvögel in Europa

Ein Kiebitz (Vanellus vanellus) läuft über eine Wiese. 
Kiebitze sind Bodenbrüter und gelten als gefährdet. 
Die Zahl der Feld- und Wiesenvögel in Europa hat laut 
einer aktuellen Studie in den letzten Jahrzehnten 
dramatisch abgenommen.
Foto: dpa
Die Wintervögel machen sich rar in Gärten und Parks. Die Zahl der Feld- und -Wiesenvögel in Europa ist deutlich zurückgegangen.

Berlin (dpa) – In Deutschlands Gärten und Parks sind in diesem Jahr weniger Wintervögel zu sehen. Zehntausende Naturliebhaber meldeten im Januar im Schnitt 37 Piepmätze, die sie bei der Zählaktion «Stunde der Wintervögel» innerhalb von 60 Minuten beobachteten, teilte der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) am Mittwoch mit. «Das ist die zweitniedrigste Zahl nach dem Rekordminus von 34,4 im Jahr 2017», sagte Bundesgeschäftsführer Leif Miller. 2011 seien noch fast 46 Vögel pro Garten gemeldet worden. Am häufigsten zu sehen waren 2019 Haussperlinge, gefolgt von Kohlmeise, Feldsperling, Blaumeise und Amsel. Laut einer aktuellen Studie ist in den vergangenen Jahrzehnten die Zahl der Feld- und Wiesenvögel in Europa dramatisch zurückgegangen.

Sorgen macht den Nabu-Vogelschützern vor allem die Amsel. Sie fuhr mit nur 2,67 Vögeln pro Garten 2019 ihr bisher schlechtestes Ergebnis ein. «Der sehr trockene Juli 2018 war schlecht für das Überleben der Jungvögel, da die Amseln kaum Regenwürmer finden konnten», sagte Nabu-Experte Lars Lachmann. Doch der Hauptgrund könnte die im Sommer 2018 grassierende Usutu-Epidemie sein. Das Virus aus Afrika, das vermutlich über Zugvögel eingeschleppt wurde, sorgt seit Mitte der neunziger Jahre für kleinere Ausbrüche unter Vögeln in Europa, die oft mit einem Amselsterben einhergehen.

Der Grund für das verstärkte Ausbleiben der Vögel könnte aber auch der relativ milde Winter sein. «Damit kommen weniger Vögel in die Gärten, weil sie in schneefreien Wäldern noch genug zu fressen finden», ergänzte Miller. Ob ein tatsächlicher Rückgang der Bestände die Ursache sein könnte, müsse aufmerksam verfolgt werden. In diesem Jahr hatten 138 000 Naturliebhaber die Ergebnisse ihrer Zählungen an den Nabu gemeldet. Das war ein neuer Teilnehmerrekord seit dem Start der großen wissenschaftlichen Mitmach-Aktion im Jahr 2011.

Vor allem die klassischen Futterhausbesucher wie Kohlmeisen, Blaumeisen, Sumpf- und Tannenmeisen ließen sich in diesem Winter seltener sehen. Doch auch die Zahlen anderer Waldvögel wie Kleiber, Eichelhäher, Buntspechte und Gimpel liegen niedriger als im langjährigen Mittel. Offenbar seien auch weniger Vögel aus dem Norden und Osten Europas nach Deutschland gekommen, da der Winter in ganze Europa bisher eher mild war, folgert der Nabu.

Aus Daten des europaweiten Vogelmonitoringprogramms PECBMS geht hervor, dass die europäischen Bestände der Feld- und Wiesenvögel in Europa seit Beginn der Zählungen ab 1980 bis 2016 um 57 Prozent zurückgingen. Von dem Rückgang betroffen waren zum Beispiel der Kiebitz und die Goldammer, ein typischer Bewohner der Feldmark mit Acker- und Grünland.

Als Hauptgrund für die Entwicklung sieht Petr Vorisek, der an dem Projekt beteiligt ist, die Intensivierung der Landwirtschaft. Zudem seien die Auswirkungen des Klimawandels immer stärker spürbar. Für die Studie wurden Daten aus 28 Ländern zu über 170 Arten zusammengetragen. Weit besser als den Feldvögeln erging es den Waldvögeln, deren Bestand im beobachteten Zeitraum nur um sechs Prozent zurückging. Eine moderate Abnahme war unter anderem bei Tannenmeisen, Erlenzeisigen und Wintergoldhähnchen zu verbuchen. Die Zahl der Grauspechte und Kleiber nahm sogar leicht zu.

Top

Reise

„Mein Schiff 2“ geht an den Start mit leicht verändertem Design

 „Mein Schiff 2“ von Tui Cruises.
Foto:TUI/dpa

Hamburg (dpa) – Nach „Mein Schiff 1“ bekommt nun auch „Mein Schiff 2“ einen Nachfolger. Mit umgestaltetem Hauptrestaurant und neuem Pooldeck soll der Kreuzfahrtriese demnächst zu den Kanaren aufbrechen. Die neue „Mein Schiff 2“ von Tui Cruises legt zu ihren ersten Reisen ab. Nach der Taufe am 9. Februar in Lissabon stehen zunächst Fahrten rund um die Kanaren und im Sommer im Mittelmeer auf dem Programm. Das Schiff ähnelt stark der neuen „Mein Schiff 1“, die im vergangenen Jahr in Dienst gestellt wurde. Lediglich einige Bereiche an Bord wurden nach Angaben der Reederei neu gestaltet. Dazu gehören das „Tag & Nacht“-Bistro und die „Schaubar“, die von Designer Werner Aisslinger gestaltet wurden. Auch das Pooldeck und die Außenbars sowie das Hauptrestaurant „Atlantik“ präsentieren sich leicht verändert. Die neue „Mein Schiff 2“ bietet Platz für bis zu 2894 Passagiere. Gebaut wurde sie in der Meyer Werft Turku. Die alte „Mein Schiff 2“, die noch bis 2022 für Tui Cruises fahren wird, erhielt vor kurzem den neuen Namen „Mein Schiff Herz“.

Top

Melodien für Millionen:

Wann wird um den Globus welche Musik gehört?

Mitglieder einer Blaskapelle spielen beim Trachten- 
und Schützenzug.
Foto: dpa
Fernöstliche Musikfans ziehen aus der Ruhe ihre Kraft, Südamerikaner hingegen verlangt es nach aufregenden Rhythmen. Das zeigt eine Spotify-Analyse.

Von Alice Lanzke

Ithaca (dpa) – Emotionen und Musik gehören zusammen: Man denke an schrille Geigenklänge, die gruselige Horrorfilmszenen einläuten. Oder die zuckrigen Töne, die einen romantischen Film untermalen. Doch beeinflussen Lieder unsere Gefühle? Oder suchen wir Musik aus, die zu unserer Stimmung passt? Eine Studie der US-amerikanischen Cornell Universität liefert Hinweise.

Die Forscher untersuchten Millionen Online-Streams der Musik-Plattform Spotify weltweit, um stündliche, tägliche und saisonale Muster ausfindig zu machen. Wie sie im Fachmagazin «Nature Human Behaviour» berichten, wird über Kultur- und Ländergrenzen hinweg am Abend eher entspannende Musik gehört, während tagsüber energiegeladenere Stücke bevorzugt werden.

Doch es gab auch deutliche regionale Unterschiede. So wählten Menschen in Asien eher entspannende Musik, Hörer in Lateinamerika hingegen mehrheitlich anregende Stücke. Insgesamt wertete das Team um den Sozialwissenschaftler Minsu Park von der Cornell Universität 765 Millionen Musikstücke aus, die von fast einer Million Menschen aus 51 Ländern auf der Plattform «Spotify» gestreamt wurden.

Schon länger steht das Verhältnis von Musik und Stimmungslage im Fokus verschiedener Disziplinen. So interessieren sich Neurowissenschaftler dafür, was im Gehirn passiert, wenn wir Musik hören, während Psychologen die Auswirkungen bestimmter musikalischer Genres auf unsere Emotionen untersuchen. Dabei ergaben Studien, dass Stimmungsregulation tatsächlich ein wichtiger Motivator für uns ist, Musik zu hören – und zwar solche, die zur jeweiligen Laune passt.

Andere Untersuchungen legten nahe, dass sich bestimmte Songs stimulierend auf das Selbstbewusstsein auswirken. Und weitere Studien ergaben, dass speziell die Musik unserer Jugend prägend für uns ist und wir uns besonders gut an sie erinnern. Trotz dieser Ansätze bleibt allerdings unklar, wie die Interaktion zwischen Musik und Gemüt genau funktioniert und ob die gefundenen Zusammenhänge global gelten.

Die Forscher um Minsu Park machten sich nun die riesige Datenmenge der Plattform «Spotify» zunutze – statt etwa Musikvorlieben anhand von Social-Media-Inhalten zu analysieren. «Musikhören unterscheidet sich insofern davon, was Menschen schreiben, als dass es nicht nur Einblicke dazu gibt, was Menschen fühlen könnten, sondern auch, was sie vielleicht fühlen wollen», notieren die Autoren dazu.

Gunter Kreutz lobt das Vorgehen der Forscher: «Die Studie ist ziemlich einzigartig, weil sehr effiziente Methoden benötigt werden, um mit den riesigen Datenmengen umzugehen», sagt der Musikwissenschaftler der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, der selbst nicht an der Analyse beteiligt war. Ein Randaspekt: Dass dabei plausible Ergebnisse entstünden, spreche auch dafür, dass die Datensammlungen von Konzernen und Geheimdiensten über das menschliche Verhalten in vielen Ländern ein recht gutes Bild ermöglichen.

Generell hören der Analyse zufolge vor allem jüngere Menschen intensivere Musik – ein Befund, der Gunter Kreutz nicht überrascht. Neu ist für ihn vielmehr die Möglichkeit, «kontinentale Befindlichkeiten» abzubilden: «Es entspricht dem Stereotyp, dass die fernöstliche Philosophie aus der Ruhe ihre Kraft bezieht. Ganz anders in Südamerika, wo offenbar das Lebensgefühl der Menschen mehr nach aufregenden Rhythmen verlangt.»

Dass sich die unterschiedlichen Vorlieben mit der Zeit angleichen werden, glaubt der Musikwissenschaftler nicht. «Menschen halten an ihren Geschmäckern fest.» Vielmehr seien über die Jahre vermutlich Kohorteneffekte zu sehen: «In ein paar Jahrzehnten werden sich die Präferenzen zwischen den Altersgruppen verschoben haben.»

Alles in allem kann allerdings auch die aktuelle Studie nicht beantworten, ob Musik unsere Emotionen beeinflusst oder wir Musik auswählen, die zu unserer Gemütslage passt – wahrscheinlich sei ein Wechselspiel beider Ansätze, so die Autoren. Eine andere Schwäche der Analyse ist demnach, dass nur die Daten von Menschen ausgewertet wurden, die Spotify nutzen – eine Kritik, die auch Gunter Kreutz anbringt: «Bislang müssen die Nutzer ja über ein Minimum an Wohlstand verfügen, um sich Spotify leisten zu können.»

Der Musikwissenschaftler warnt zudem davor, die Ergebnisse zu pauschalisieren: «Musikhören ist ein Indikator für die menschlichen Bedürfnisse nach Regulation ihrer Stimmungen. Es ist schwer, daraus zu schließen, was in der Umwelt jeweils vor sich geht und wie sich die Menschen eigentlich fühlen.» So sei es einseitig, die energetische Musik in Südamerika als Lebensfreude zu deuten. «Denn die Lebensverhältnisse in weiten Teilen der Bevölkerungen geben eigentlich wenig Anlass dazu, Salsa zu tanzen.» Die entscheidende Probe für das vorgestellte Verfahren werde es sein, sozioökonomische Daten mit in die Analyse einfließen zu lassen.

Top

Aus Allen Staaten

Schwäbischer Männerchor throughout the years


Schwäbischer Männerchor

While the Schwäbischer Männerchor began its existence as a double quartet, “Liederkranz”, consisting of Viktor Balluff, Karl Hasselwander, Paul Loeffler, Hermann Otto, Herman Reichert, Christ Steudle and Berthold Schwarz while performing at a Christmas Party for the Schwaben Unterstützungs Verein in the year 1933, it has been performing as the Schwäbischer Männerchor for 84 years, since its official founding in 1934. The Schwäbischer Männerchor had been the predominant German male choir in the city of Detroit. The Männerchor celebrated its founding that year with 31 singers in their chorus at their concert in the Schweitzer Halle (E. Forest and Canton). In the summer of 1936 they were the main attraction at the Cannstatter Volksfest at the Schwaben Park and there were plans of a Stiftungsfest to held there in the future.

Times were hard in the middle of the Great Depression. People did not have a lot of disposable income to spend on entertainment as we do today. Mostly people just got together in their free time to communicate with one another and to sing the songs that they remembered from their past. It was a time where the economy was slowly bringing itself out of a very difficult time in Detroit. These singers were mostly tradesmen who learned their trade in their homeland. Mechanics, painters, like my own grandfathers, one a Möbelschreiner (finish carpenter) the other a Metzger (butcher). The women that they married also brought with them skills that helped with challenges of the new home in Detroit. They were trained seamstresses, experienced bakers and frugal housewives who carefully managed the little cash that there was. My father always said that his mother who grew up in a bakers home in Stuttgart could stretch a nickel further than anyone he knew. Also at this time, Prohibition had just ended. This made occasionally drinking a beer or some wine, on occasion, legal again. Many drinking establishments started up at this time and occasionally club meetings were held in beer halls while many of the meetings were also held at singers’ homes, in the early years, to economize.

The years of World War II were definitely very difficult years for everyone, Including the Schwäbischer Männerchor. However a small core group of Männerchor members remained committed to the Deutsches Lied and kept the choir alive. Of course, the “Schwaben Ladies” have always been a supportive part of the choir as well. But in1946, these ladies were also a part of the Michigan Relief Program by assisting that effort with a fundraiser to benefit the Wohltätigkeitsnachfest to help the population in Germany to recover from the devastation of the war. After WWII, immigration from Germany to America became very strong. It was a rebuilding time for America as well as for the Schwäbischer Mannerchor. In 1959 there were over 115 members singing in the 25th anniversary concert. The choir performed concerts in Detroit at venues such as the Music Hall, the Masonic Temple, and at the Harmony Club auditorium. The choir would also perform their selections in the country parks like the Swiss Valley Park (Ryan and 23 Mi Rd) and the Schwaben Park (8 Mile Rd and Harper) for German festivals and Octoberfest celebrations.

During the late 1980s, Männerchor membership dwindled to about 20 singers. But, we still managed to always have a good time by rehearsing our favorite songs and singing them in formal concerts for our members and supporters. Each rehearsal and concert with our devoted members and followers presented another opportunity to enjoy Gemütlichkeit with friends. By 2009, we were up to 48 singers. But today our active chorus is again at about 20 singers. We still have much enthusiasm for singing the Deutsche Volks-lieder and look forward to welcoming new able-bodied singers to the Männerchor.

After the retirement of our long-time music Director, Mr. Erwin Aufdemberge, we are now being led by our new music Director, Dr. David Carle. He comes to us from Windsor, Ontario, Canada where he has directed the Teutonia Chorus for many years. He brings with him a great deal of enthusiasm and musical ability as well as tremendous experience with solo and chorale singing. He has told us that he is encouraged by the performance potential that he sees in the Schwäbischer Männerchor and looks forward to refining the talents that are contained in our singers. We are excited to be able to work with our new music Director, Dr. David Carle, in preparation for the upcoming performances such as the 84th Annual Christmas extravaganza on December 15th, 2018, at the Carpathia Club as well as at our Spring Concert in May of 2019 (the exact date is yet to be verified) and other planned performances in the new year.

In a late development for the new year of 2019, because of the approaching 63rd. Nordamerikanische Nationale Sängerfest, which will take place in Peoria, Illinois, on May 17 to 19, the Spring Concert schedule for the Schwäbischer Männerchor has required some creative planning in order to present our selection of Spring songs to our listening friends. After learning and practicing the music for the 63rd Sängerfest in Peoria, the Maennerchor will present its music selections in a joint Spring Concert, together with the GBU Saxonia – Rheingold Chorus on May 11, at the Carpathia Hall. This will be our Spring Concert as well as a dress rehearsal for the Friday evening, May 17th, Saengerfest Bezirkskonzert in Peoria. The May 11 Spring Concert will let our listeners experience the full musical presentation and more which the Schwaben will be presenting to the Nordamerikanische Sängerbund one week later .

Kurt Schmid

Top