16. März 2019 Selected Articles

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Aus Aller Welt

#vonhier: Warum viele die Frage nach der Herkunft nervt

«Und, woher kommst Du so? Nein, ich meine gebürtig?» Menschen mit Migrationshintergrund erklären bei Twitter, warum solche Situationen ärgerlich sein können. Eine Politikerin findet, dass Deutschsein noch zu sehr an einem Merkmal festgemacht wird.

Von Martina Herzog und Julia Kilian

Berlin (dpa) – «Und, wo kommst du her?» Eine unschuldige Frage. Außer, man hört sie ständig. Oder man merkt, dass eine Antwort wie «Nürtingen» oder «Rostock» ungläubiges Nachhaken auslöst. Das kennt auch die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli. Die Erfahrung ziehe sich wie ein roter Faden durch ihr Leben: «Wo auch immer ich auftrete: Sehr schnell kommt die Frage, woher ich komme.»

Die SPD-Politikerin ist einer der Menschen, die sich in den vergangenen Wochen bei Twitter zu Wort gemeldet haben. Unter dem Schlagwort #vonhier teilen Leute ähnliche Erfahrungen. Sie kommen aus Deutschland, werden wegen ihres Namens oder Aussehens aber oft gefragt, wo sie «denn eigentlich» herkämen.

Die Schauspielerin und Autorin Samira El Ouassil nennt das bei «Spiegel Online» den «“Woher kommst du, ja, nein, ich meine, woher kommst du wirklich”-Tippel-Tango». Sie nervt das, und mit ihr viele, deren Name, Haar oder Hautfarbe eine Geburt in Indien, Kenia oder dem Libanon möglich scheinen lassen – obwohl sie vielleicht aus Frankfurt kommen oder schon lange in Dortmund leben.

Oder auch in Herne. Die Stadt taucht in einer Szene mit Dieter Bohlen auf, die viel Kritik auslöste. Der Moderator fragte vergangenen November in der RTL-Show «Das Supertalent» ein Mädchen, wo es herkomme. Die Kleine antwortete mit «Herne». Und Mama und Papa, wollte Bohlen wissen, von den Philippinen? Nein, auch aus Herne, sagte das Kind. Aber aus welchem Land, gebürtig? «Ich weiß es nicht.»

Journalistin Ferda Ataman spricht von «Herkunftsdetektiven». Sie hat die Diskussion auf Twitter angestoßen und bringt zum Thema ein Buch heraus. «Deutschsein wird immer noch stark mit einem bestimmten Aussehen verbunden», sagt auch Chebli, die als Kind palästinensischer Eltern in Berlin aufwuchs. «Und wenn man anders aussieht, muss man sich rechtfertigen, erklären und darum kämpfen dazuzugehören.»

Sie würde niemals sofort mit Rassismus argumentieren, sagt Chebli. Sie gehe stets vom Positiven aus, weil sie an das Gute im Menschen glaube. «In den meisten Fällen ist es einfach nur Interesse. Wer aber dreimal nachbohrt, der will mich bewusst in eine Schublade packen.» Für sie stehe hinter der Frage ein Denken, «das in unseren Köpfen tief verankert ist, aus dem wir endlich ausbrechen müssen».

In Deutschland hat etwa jeder Vierte einen Migrationshintergrund. 2017 waren es laut Statistischem Bundesamt mindestens rund 19,3 Millionen Menschen. Damit meinen die Statistiker, dass Menschen selbst oder mindestens einer ihrer Elternteile nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurden. Nicht alle dürften gleich stark mit der Herkunftsfrage konfrontiert sein.

Was also tun? Lieber nicht mehr fragen? Auch darüber wird gestritten. Soziologe Armin Nassehi empfiehlt Gelassenheit. Natürlich sei die Frage nach der Herkunft legitim. «Wir fragen uns das ja auch, wenn man beim anderen gar keinen Migrationshintergrund vermutet, ob man aus Hamburg, München oder Stuttgart kommt», sagt der Wissenschaftler von der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität.

Andererseits hält er Sensibilität bei Menschen, die x-Mal erklären sollen, wo sie herkommen, für sehr nachvollziehbar: «Es geht um Menschen, die möglicherweise schon einiges an Ablehnung, Diskriminierung und Feindseligkeit erlebt haben. So eine Frage kann den anderen zwingen, sich zu legitimieren, obwohl er ein ganz selbstverständlicher Bestandteil dieser Gesellschaft ist.» Auch gut gemeinte Fragen würden oft klingen wie: «Warum bist du denn jetzt eigentlich hier?»

Im Alltag rät Nassehi dazu, das mögliche Kommunikationsproblem offen anzugehen. «Die Alternative ist ja nicht, verklemmt an der Frage nach der Herkunft vorbei zu kommunizieren», meint er. «Man kann so etwas gut mit Humor und Augenzwinkern auflösen. Indem man etwa sagt: “Sie werden das wahrscheinlich sehr oft gefragt, darf ich auch?” – oder etwas Vergleichbares.»

Auch Chebli fragt Menschen, woher sie kommen, weil sie es bereichernd finde, mehr über ihr Gegenüber zu erfahren. «Aber ich stelle die Frage einmal und merke, wenn Menschen nicht drüber sprechen wollen und höre dann auf nachzubohren.» Sie habe keine Probleme, über ihre palästinensische Identität zu sprechen. «Ich möchte meine Geschichte und die meiner Eltern nur nicht mit jedem teilen. Und ich will auch nicht jedes Mal über den Nahostkonflikt sprechen müssen.»

In den USA zum Beispiel werde sie auch oft gefragt, woher sie komme. «Dann sage ich Deutschland und dann ist gut», sagt Chebli, die Staatssekretärin unter anderem für bürgerschaftliches Engagement ist. Dort werde das ohne Nachfragen einfach akzeptiert. Bei allem, was in den USA schief laufe: «Sie haben es geschafft, dass amerikanische Identität, Amerikaner-Sein, viele Gesichter hat.»

Bei allen Schwierigkeiten hält Forscher Nassehi die #vonhier-Debatte für eine gute Sache. «Das klingt paradox, aber es ist doch so: Dass Menschen solche Fragen heute offensiv und selbstbewusst diskutieren, ist doch schon ein deutliches Zeichen von Zugehörigkeit.» Migranten der ersten oder zweiten Generation hätten das Problem lange gar nicht aufgeworfen. «Ihnen hätte bei solchen Fragen niemand zugehört und man hätte die Fragen für illegitim gehalten. Das ist heute ganz anders.»

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Sport

Goldrausch in Kanada: Kufencracks holen fünf von sechs WM-Titeln

Mit seinem Double-Hattrick krönt Francesco Friedrich auf der wohl schwierigsten Bahn der Welt in Whistler eine überragende WM. Wie bei Olympia in Pyeongchang gingen alle Bobsiege an die Deutschen. Im Skeleton schrieben die Frauen mit dem Triple WM-Geschichte.

Weltmeisterschaft, Viererbob, Männer, 3. Durchgang. Francesco Friedrich, Candy Bauer, Martin Grothkopp und Thorsten Margis aus Deutschland starten. Foto: dpa

Von Frank Kastner

Whistler (dpa) – Die deutschen Bob- und Skeletonpiloten haben in den Bergen Kanadas einen wahren Goldrausch erlebt. Inklusive Teamwettbewerb fuhren die Athleten vom Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) mit dem WM-Gold von Francesco Friedrich im Viererbob fünf von sechs WM-Titeln ein, insgesamt holten sie neun von 17 möglichen Medaillen. Nur die Skeleton-Männer gingen im kanadischen Whistler leer aus. «Mit dem Ergebnis hat keiner gerechnet, es ist ein schwieriger Spot für uns, da die Kanadier sich hier akribisch vorbereiten. Umso stärker ist die Leistung des Teams hier einzuschätzen. Die ganze WM war für unser Team ein großer Moment», sagte der BSD-Vorstandsvorsitzende Thomas Schwab.

Vor allem die Erfolge von Friedrich überstrahlten wieder alles. Als erster Bobpilot der Welt schaffte er den Double-Hattrick. Nach seinem fünften Sieg in Serie im kleinen Schlitten holte er am Samstagabend (Ortszeit) im kanadischen Whistler auch WM-Gold im Viererbob und ist somit seit 2017 bei Olympia und WM ungeschlagen. Damals gewann er bei der Heim-WM in Königssee in beiden Disziplinen, raste 2018 in Pyeongchang zum olympischen Doppelsieg und wiederholte nun als erst zweiter Pilot nach dem Italiener Eugenio Monti 1961 in Lake Placid sein WM-Double. Und das anders als Monti mit derselben Crew.

Nach insgesamt vier Läufen hatte Friedrich, der sich im ersten Lauf einen Muskelfaserriss im Adduktorenbereich zugezogen hatte, mit seinen Anschiebern Candy Bauer, Martin Grothkopp und Thorsten Margis 0,29 Sekunden Vorsprung vor dem Letten Oskars Kibermanis, der im ersten Lauf in 50,05 Sekunden Bahnrekord fuhr und im zweiten Lauf mit 4,69 Sekunden André Lange den Startrekord (4,70) von 2010 abnahm. Dritter wurde der Kanadier Justin Kripps.

«Mehr als die Rekorde hatte ich mein Bein im Hinterkopf. Die Physios um Brigitte Schmailzl haben einen Riesenjob gemacht. Und die Jungs mussten für mich mitschieben, das haben sie mehr als hervorragend gemacht», sagte der 28-jährige Friedrich, der im dritten Lauf mit seinem Wallner-Schlitten mit 157,06 Stundenkilometern einen Geschwindigkeits-Weltrekord aufstellte. Zu seiner Rekordjagd meinte er: «Das ist mein Job, meine Leidenschaft. Es wird so lange gemacht, bis es nicht mehr geht. Nun kommt mit Altenberg wieder ein gutes Pflaster, direkt vor unserer Haustür.»

Nach dem Doppelsieg mit den Duos Mariama Jamanka/Annika Drazek und Stephanie Schneider/Ann-Christin Strack im Bob überragten auch die deutschen Skeleton-Frauen mit einem historischen Dreifacherfolg. Tina Hermann holte sich nach 2016 schon ihren zweiten WM-Titel. Jacqueline Lölling wurde Zweite vor Sophia Griebel.

Bäuchlings mit 144 Stundenkilometern zeigten sie kopfüber auf der schnellsten Bahn der Welt eine starke Performance. «Ich bin einfach nur happy und kann es gar nicht richtig beschreiben», sagte Hermann. Im ersten Lauf verbesserte sie mit 53,17 Sekunden den neun Jahre alten Bahnrekord von Olympiasiegerin Amy Williams (53,68) aus Großbritannien. Die Olympia-Zweite Lölling überbot ihn dann im vierten Durchgang noch einmal mit 53,10 Sekunden. «Da hat endlich alles bei mir gepasst», meinte Lölling. «Es war ein schönes Rennen, wir haben alle drei auf Augenhöhe gekämpft. Tina hat verdient gewonnen», stellte die Brachbacherin zufrieden fest.

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Feuilleton

Große Micky-Maus-Ausstellung von deutschem Disney-Zeichner

Andreas Deja machte bei den Disney-Studios als Comic-Zeichner Karriere.  Foto: dpa

San Francisco (dpa) – Mit der Ausstellung «Mickey Mouse: From Walt to the World» will das Walt Disney Family Museum in San Francisco der 90 Jahre alten weltberühmten Zeichentrick-Maus Ehre erweisen. Der langjährige deutsche Disney-Zeichner Andreas Deja (61) trägt als Kurator für die von Mai 2019 bis Januar 2020 geplante Schau mehr als 400 Exponate zusammen, darunter historische Original-Skizzen, Filmszenen, Comics und seltene Spielzeuge. Eine Ausstellung in dieser Größe mit so vielen Facetten aus der Welt von Micky Maus habe es noch nicht gegeben, meint der Zeichentrickkünstler. Ein Raum wird sich ganz dem abendfüllenden Spielfilm «Fantasia» von 1940 widmen, in dem Micky als Zauberlehrling auftaucht. Schon als Kind im heimatlichen Dinslaken habe er sich für Disney-Charaktere begeistert, erklärt Deja. Mit zehn Jahren sah er «Dschungelbuch», ein Jahr später wurde Micky Maus 40 Jahre alt. Es sei doch «total verrückt», dass er jetzt, 50 Jahre, später diese Schau organisieren dürfe, begeistert sich der Wahl-Kalifornier. Deja, 30 Jahre lang Chefzeichner in Hollywoods Disney Studios, arbeitete dort an berühmten Figuren wie «Roger Rabbit», Jafar aus «Aladdin», Scar aus «Der König der Löwen» und zuletzt 2011 an Tigger aus «Winnie Puuh». Derzeit arbeitet Deja im eigenen Studio an einem 30-minütigen Zeichentrickfilm mit dem Titel «Mushka» – «voll animiert im klassischen Disney-Stil», erklärt der Trickfilmzeichner.

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Gesundheit / Umwelt

Der Morgen danach – Das sagt die Wissenschaft zum Kater

In einer wissenschaftlichen Studie untersuchte die Uni Mainz die Wirksamkeit eines Anti-Kater-Mittels. Foto: dpa

Berlin (dpa) – Bier auf Wein, das lass‘ sein? Nur Weicheier katern? Rund um die Folgen des Alkoholrauschs kursieren etliche Weisheiten. Nicht alle halten einer wissenschaftlichen Prüfung stand. Wer auf einer Party ein paar Gläser mehr trinkt, könnte einen ungebetenen Gast bemerken: den Kater nach dem Rausch. Die Wissenschaft hat sich den Folgen des Alkoholkonsums ausgiebig gewidmet.

«Bier auf Wein, das lass‘ sein. Wein auf Bier, das rat‘ ich dir.» Forscher der Universität Witten/Herdecke haben den prominenten Rat zur Katervermeidung mit einem feuchtfröhlichen Experiment als Mythos entlarvt. Ihre Erkenntnis: Für den Kater spielt es keine Rolle, in welcher Reihenfolge man Bier und Wein in sich hineingeschüttet hat. Die Teilnehmer der Studie tranken an zwei verschiedenen Abenden zunächst nur Wein oder Bier und wechselten bei 0,5 Promille Alkohol im Blut auf das jeweils andere Getränk. Für den Morgen danach machte das keinen Unterschied. «Wir haben eindeutig gezeigt: Das Sprichwort stimmt nicht – zumindest für Weißwein und Lagerbier», sagt der Mediziner Kai Hensel, der das Experiment in Witten geleitet hat. Nach einer durchzechten Nacht mit Kater aufzuwachen, ist kein Zeichen von Schwäche. Das ist das Fazit einer Befragung niederländischer Studenten, die Wissenschaftler der Universität Utrecht durchgeführt haben. Es gab keine Unterschiede beim Wohlbefinden oder der sonstigen Widerstandsfähigkeit zwischen denen, die anfällig für Kater sind und denen, die weniger unter den Folgen des Trinkens leiden. «Am Ende des Tages ist das Katerempfinden aber natürlich subjektiv, denn es ist ja eine Form von Schmerz», sagt Wissenschaftler Hensel dazu. Die Utrechter Alkoholforscher haben niederländische Studenten auch dazu befragt, wie sich ihr Kater äußert. Dabei kam heraus: Müdigkeit, Durst und Konzentrationsprobleme sind die Symptome, die von mehr als 95 Prozent der an Kater leidenden Befragten genannt wurden.  Außerdem sehr häufig waren Kopfschmerzen und Übelkeit. Gut jeder fünfte Befragte berichtete von Angstzuständen.

Ein Experiment US-amerikanischer Forscher zeigte: Bourbon verursacht einen heftigeren Kater als Wodka. Die Wissenschaftler führen das darauf zurück, dass Bourbon einen rund 37-fach höheren Anteil an sogenannten Kongeneren hat – das sind chemische Substanzen, die bei der Gewinnung von Alkohol entstehen. Koreanische Forscher verabreichten einer Gruppe von 25-jährigen Männern erst 100 Milliliter Whiskey und dann eine Wasserlösung mit rotem Ginseng. Eine Kontrollgruppe bekam nach dem Whiskey nur ein wirkungsloses Placebo. Bei der Ginseng-Gruppe verringerte sich der Alkoholgehalt im Blut deutlich schneller – und damit auch das Risiko eines üblen Katers.

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Reise

Mallorca-Urlauber dürfen schon bald an diesen beliebten Orten keinen Alkohol mehr trinken

Mallorca-Urlauber müssen mit massiven Alkoholverboten rechnen. Foto: dpa

Palma de Mallorca (dpa) – In Palma de Mallorca wird ab dem 1. April 2019 ein Alkoholverbot in besonders touristischen Gebieten der Stadt gelten. Dabei soll genau geregelt werden, dass Touristen nur noch in den einzelnen Bars und Lokalen Alkohol konsumieren dürfen, nicht aber auf der Straße. Diese Bereiche umfasst das Alkoholverbot auf Mallorca: Innenstadt von Palma de Mallorca, Paseo Marítimo, Avenidas, Calle Joan Miró, Cala Major und Playa de Palma. In diesen Gebieten wird das Alkoholverbot nacheinander zwischen dem 1. April und dem 30. September 2019 in Kraft treten. Dadurch soll das teilweise stark ausartende Trinkverhalten besser kontrolliert werden. In den genannten Zonen sei bislang oft unklar gewesen, ob Urlauber sich auf der Straße oder in Lokalen betrinken, da es keine Zäune oder ähnliches um die Außenbereiche der Bars gab. Dies soll sich nun ändern: Durch klare Begrenzungen der Terrassen soll eindeutig werden, wo ein Tourist Alkohol zu sich nehme. Wie Angelica Pastor, Stadträtin für öffentliche Sicherheit, erklärte, gehe es bei dem Alkoholverbot darum, unsoziales Verhalten zu reduzieren. Wer sich an die neuen Regelungen nicht hält, muss mit Geldstrafen von 2.000 bis 3.000 Euro rechnen.

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Städtischer Bauernhof oder Villa Kunterbunt: Wohnwelten 2019

Unterschiedlicher könnten die Trendwelten nicht sein, die die Messe Ambiente zeigte: Auf der einen Seite steht eine sanfte, beige-braune Einrichtung für den Wunsch nach mehr Ruhe. Auf der anderen Seite zeigt eine fröhliche Farbmischung chaotisches Familienleben.

Eine dezente Einrichtung in natürlichen Farben. Foto: dpa

Von Simone A. Mayer (Text) und Franziska Gabbert (Foto)

Frankfurt/Main (dpa) – Trends spiegeln wider, was die Menschen bewegt. In der Einrichtung, insbesondere aber in Dekorationsgegenständen zeigt sich oft, was man im Alltag vermisst und sich über diese Kleinigkeiten wieder ins Leben holen will. Das sind nach Ansicht der Trendanalysten der Konsumgütermesse Ambiente in Frankfurt derzeit vor allem drei Strömungen. Da sind die Menschen, die zwar auch gerne in der Großstadt leben würden, sich aber zugleich das Landleben, Ruhe und Entschleunigung herbeiwünscht. Daneben finden sich die Menschen, die sich gerne mit edlen und schönen Stücken umgeben – Alltagsgegenstände wirken hier wie Kunststücke. Und dann ist da die dritte Gruppe: Familien mit Kindern, bei denen es auf den ersten Blick zwar chaotisch wirken kann, die aber vor allem mit Lebensfreude eingerichtet haben. Große Veränderungen, gar komplett neue Trends gibt es dabei aktuell nicht. Vielmehr bleiben die wichtigsten Themen erhalten, sagt Annetta Palmisano von der Stilagentur bora.herke.palmisano, die für die Messe die Trends analysiert hat. Und doch, von Jahr zu Jahr ändert sich etwas in den Nuancen. Zu sehen war das in inszenierten Wohnwelten der Messe für die drei Strömungen: 

  • «Quiet surrounding» – nennen die Trendexperten der Messe eine dieser Welten. Oder anders ausgedrückt: ein moderner städtischer Bauernhof. «Der natürliche Wunsch, der Hektik zu entkommen und ein ruhigeres Leben in der Natur zu führen, bestimmt dieses Thema», erläutert Palmisano. «Es geht um die Suche nach Einfachheit.» Und es gehe um ein bescheideneres und langsameres Herangehen an den Alltag und um das Schaffen eines Ortes, an dem sich der Kopf in der Freizeit erholen kann. Das übertragen Produktdesigner, aber auch die Verbraucher selbst bei der Suche nach schönen Produkten für ihr Zuhause, indem sie auf naturnahe Materialien und Objekte setzen. Oberflächen dürfen laut Palmisano etwa so wirken, als wären sie ganz natürlich von der Sonne gebleicht oder über lange Zeit ausgewaschen worden. Die Produkte sollten wenigstens so wirken, als wären sie «für ein stilleres Leben entworfen worden», erklärt die Trendanalystin. Auch regional hergestellte Produkte fallen in diese Kategorie. Die Farbpalette dieser Zielgruppe spiegelt die Naturverbundenheit wider: Es dominieren dezente Beige-, Braun-, Grau- und Grüntöne. Außerdem finden sich sanftes Rosa und Weiß. Beliebt sind Textilien wie Wolle, Leinen, Seide und Hanf sowie Holz, Stein, Ton, Keramik und Stroh.
  • «Tasteful residence» – überschreiben die Messe-Experten den zweiten Trendkomplex. Diese Zielgruppe schätztHandwerkskunst und wählt jedes Produkte bewusst aus. Aber: «Designs mit Objektcharakter bestimmten das Bild», erläuterte Palmisano in Frankfurt. Hier sind sogar die Vasen auf dem Tisch immer auch Kunstobjekt. Die Designer widmen sich derzeit insbesondere Stücken, deren Materialzusammensetzung und Oberflächen besondere optische Wirkungen erzielen, erklärt Palmisano. So fallen ihr aktuell viele Produkte auf, deren Farben durch eine hohe Pigmentierung in der Lage sind, intensiver mit Lichteinstrahlung zu spielen. Je nach Blickwinkel verändert das Produkt seine Wirkung. Kunst, die sich immer wieder anders entdecken lässt. Insgesamt kommen für diese Zielgruppe eher hochwertige Materialien zum Einsatz: In der intensiven Auseinandersetzung mit edlen Hölzern, Leder, Samt, Bouclé, Velours und Porzellan entstünden die besten Designideen, erklärt die Messe in ihrem Trendbericht 2019. Die Farbwelt ist edel, aber behaglich: Ein Senfgelb trifft auf ein dunkles Orange und helles Rosa, ergänzt dunkle Grundtöne wie Braun, Grün und Grau.
  • «Joyfilled Ambience» – ist knallig bunt, etwas chaotisch und häufig in Veränderung. Es ist das typische Lebensumfeld einer jungen Familie. Hier sind vielleicht zwei Haushalte zusammengezogen, die Möbel beider Seiten wurden zusammengeworfen. Und als die Kinder kamen, wurde die Einrichtung ergänzt um fröhliche Dekorationen, bunte Bildchen und lustige Motive. Diese Einrichtung sei eine persönliche Collage, die sich wie die Vorlieben immer wieder verändert, sagt Palmisano. Zwar sprechen die Trendanalysten vom «Charme des Zufalls», der die Wohnwelt ergibt, zugleich aber auch davon, dass es ein Styling zur Selbstdarstellung gebe. Wie geht das zusammen? Einerseits habe in diesem Zuhause «Einförmigkeit keine Chance. Es wird unorthodox gemixt und Vielfalt gefeiert – spielerisch, frei von Konventionen und voller Lebensfreunde», heißt es im Trendbericht der Messe. Andererseits ist die Anordnung der Produkte gar nicht so zufällig. Jedes Produkt wird kreativ in Szene gesetzt, und fantasievolle Ideen und Designs sind ganz bewusst ausgewählt – um etwas zu kreieren, was Palmisano «happy place» nennt. Es ist die Wunschvorstellung, der Ort, an dem man sein möchte. «Happy places sind etwas, was wir wirklich brauchen», sagt Palmisano. Wie siehst das aus? In der Beispiel-Schau der Messe erinnert das Fröhliche, Unkonventionelle an die Villa Kunterbunt von Pippi Langstrumpf. Der Läufer ist hellblau, der Tisch pink, die Leuchte sonnengelb. Und dazwischen finden sich fröhliche – ja, man könnte auch sagen, kitschige – Motive. Etwa ein Schneidebrett in Walform oder eine Tasse, auf deren Deckel ein Eisbär sitzt, der den Teebeutel an der Angelschnur hält.
    Die Messe Ambiente, Frankfurt/Main, war nur Fachbesuchern zugänglich.

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Aus Allen Staaten

GBU Saxonia/Rheingold Maskenball zieht hunderte Narren zum lustigen feiern an

Damen: 1. Brigitte Muthig – Chicken & Eggs, 2. Moriah Kniep – Mermaid, Herren: 1. Karl Nagel – Painter/Anstreicher, 2. Wyatt Lucas – Robinhood, Paare: 1. Gail und Scott Lucas – Marie Antoinette und Louis XVI, 2. Corey Ziegler und Dawn – Pirate & Wench, Gruppen: Katrina und Andrea Gerhard, Vivian Urda – 1. Mime, Christina Griesser Gruppe – 2. Western Group. Fotos: Karen Childs
Sonderpreis für das originellste Kostüm: Ingrid Hartig als Mary Poppins
Seine Tollität Prinz Horst II und Ihre Lieblichkeit Prinzessin Angela.

Die sehr beliebte närrische 5. Jahreszeit ist – leider – schon wieder vorbei. Vergnügt gefeiert wurde sie am Sonnabend, dem 23. Februar, in der hiesigen Hochburg des Karnevals – der Carpathia. Einlass für Narren und Närrinen (N & N) ab 18:00. Man konnte in aller Ruhe seinen Tisch suchen, an der Bar was zu trinken holen und wenn maskierte N & N kamen, wurde überlegt und geraten, wer das wohl ein könnte.

Pünktlich um 19:11 – der traditionelle Beginn – begrüssten Edith Kuplent, Präsidentin vom Chor, und Peter Herrmann, der Zeremonienmeister, alle Gäste, bzw. alle N & N. Peter forderte zum „Helau” und „Alaaf” auf, was nicht sehr spontan und voller Begeisterung erwidert wurde – es klang eher lahm – und wie bei einer Chorprobe wurde nun geübt – und dann klappte es auch und Helau und Alaaf klangen laut und voller Begeisterung. Gleich anschließend spielten die „Sorgenbrecher” und die Tanzfläche füllte sich, für etwa 15 Minuten. Dann war Einmarsch vom Elferrat. Sie nahmen auf der Bühne Platz und wurden vom Mundschenk mit Getränken versorgt. Wie schon seit vielen Jahren war es wieder eine Mundschenkin – in einem reizenden Dirndl. Auf Gemütlichkeit wurde angestoßen, dann wurden wieder Gäste begrüßt – dann kam der erste Höhepunkt des Abends: die „Rochester Irish Connection” trat auf. Vor ein paar Jahren lernten wir sie als „Emerald Isle Dance Society” kennen. Vor 3 Jahren zogen sie dann nach Rochester und heißen nun „Motor City Irish Dance Company”. Sie bilden ihre Mitglieder im typisch irischen Tanz aus, Kinder ab 3 werden angenommen, nach oben keine Altersgrenze. Es wird auch Musikunterricht angeboten für Irish Fiddle und Irischen Gesang. Bei uns führten sie wunderschöne Beispiele für „soft shoe” und für „hard shoe” Tänze auf. Unsere N & N konnten nur staunen und sich mit einer standing ovation bedanken. Die Gruppe trat später noch einmal auf.

Nun kamen Schunkellieder an die Reihe – alle N & N wissen, was sie zu tun haben: beim Tischnachbar unterhaken, im 3/4 Takt hin- und herschaukeln – und dazu singen. Wer sich an die Texte nicht mehr so genau erinnern konnte, fand Hilfe auf den Textblättern, die auf jedem Tisch bereit lagen. Dann kam ein Tusch: der Elferrat erhob sich und verließ die Halle. Was kündigt sich damit an? Der feierliche Einzug vom Prinzenpaar steht unmittelbar bevor. Auf dem festlich geschmückten „Wagen” wurden seine Tollität Prinz Horst II und Ihre Lieblichkeit Prinzessin Angela reingeschoben. Sie bedankten sich beim jubelnden Narrenvolk mit Blumen, Ketten und Süssigkeiten, die sie ins Volk warfen – und nahmen dann auf der Bühne Platz. Prinz Horst II begrüßte sein Narrenvolk: es wurde eine Pergamentrolle vorsichtig geöffnet, er begrüßte alle Untertanen und las die „Vorschriften” für die kommenden Stunden vor. Nächste Aufgabe: Verabschiedung des scheidenden Prinzenpaares. Seine Tollität Prinz Timothy und Ihre Lieblichkeit Prinzessin Elizabeth wurden mit viel Applaus aus dem Saal geleitet. Mundschenk Samantha sorgte dafür, das die Gläser vom Hofstaat gefüllt blieben – und schon gab es „Arbeit” fürs Prinzenpaar: Verteilug von Orden für besondere Dienste. Es gab 2 Orden, die beide über die Familiengeschichte aussagen: die Vorfahren von Prinz Horst II stammen aus Österreich – und wer von unseren N & N vor 2 Jahren mitgefeiert hat, kennt die Eltern von Horst II: nämlich Prinz Horst I und Prinzessin Herma. Die Vorfahren von Prinzessin Angela stammen aus Polen. Auf beiden Orden sieht man die polnische und die österreichische Fahne, der größere Orden ist der „Doppeladler”, der kleinere Orden weist auf den Beruf vom Prinzen hin. Er ist Arzt.

Dann wurde wieder geschunkelt und getanzt, Tommy Schober führte mit seiner Trompete die Polonaise an und machte die „Nachfolger” mit jeder Ecke im Saal vertraut.

Der nächste Höhepunkt: die mexikanische Tanzgruppe „Ballet Folklorico Moyocoyani Izel”. Diese Gruppe ist in Detroit zu Hause und existiert seit 2005. Die Gruppe hat rund 45 Mitglieder, im Alter von 3 – 46, sie üben regelmäßig und intensiv und pflegen und erhalten so den mexikanischen Volkstanz und die Folklore. Ein Motto der Gruppe ist: „you don’t stop dancing because you grow old, you grow old because you stop dancing”. Die Damen in der Gruppe tragen lange, sehr weite Röcke und mit sehr geschickten Armbewegungen schwingen sie beim Tanzen die Röcke. Die Herren tragen sehr große, schwarze Hüte und bewegen sich damit so ungezwungen, als wären es kleine festsitzende Wollmützen. Es gab auch für Ballet Folklorico viel Applaus.

Die GBU Saxonia-Rheingold Chormitglieder hatten sich für ihren Auftritt folgendes einfallen lassen: eine Anspielung auf den „Herrn Doktor”, Prinz Horst II. Sie kamen verkleidet als Krankenschwestern, als humpelnde Patienten, im Rollstuhl, oder mit Rollator sich noch selbst helfend, eine „Patientin” kam mit einem IV, an dem eine Flasche Jägermeister hing – und „Doktor Wilfried” lächelte freundlich und zuversichtlich: N & N würden sicher in seiner Sprechstunde auftauchen…..

Was gehört auch zum Fasching? Kostüme natürlich und die schönsten und originellsten werden belohnt. Erst zeigten sich die Damen, dann die Herren, anschliessend Paare und Gruppen.

Nach der Preisverteilung wurde wieder getanzt – aber auch Erbsensuppe gegessen. Hat wieder gut geschmeckt!!! Und gegen Mitternacht klang der Abend aus.

Die Zeit der Narrenfreiheit? Sie ist „offiziell” nun wieder vorbei!
Wir wünschen unserem Prinzenpaar alles Gute für ihre Regentschaft, bedanken uns bei allen N & N für ihr Kommen und freuen uns auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr.

Ein besonderer Dank an Zeremonienmeister Peter Herrmann und alle anderen vom GBU Chor, die vor und hinter den Kulissen mit geplant, vorbereitet und geholfen haben.

E.H.

Fasching in Ann Arbor

Die Gewinner waren Brigitte Muthig als “Henne”, Klaus Kummer als “Pirat”, das Doppel “Prinz und Prinzessin” das Ehepaar David und Kathy Sponseller, und bestes Original “Piraten Ehepaar” Cory Ziegler und Dawn Bragg.

Ann Arbor – Trotz der Kälte hatten wir am 16. Februar 2019 mit den Narrenfreunden wunderbare Stunden im Grotto Klub erlebt. Unsere freiwilligen Helfer hatten den Saal herrlich für das Treffen mit Freunden geschmückt. Unter der Leitung von Sharen Landers wurde inzwischen das Festessen in der Küche mit Helfern Harriett Holzapfel, Susan Weber und Christina MacKellar vorbereitet. Das Festessen bestand aus Sauerbraten, Rotkohl und Salat. Für die Nachspeisen sorgten die Mitglieder mit hausgebackenen Kuchen und Torten. Zur Erfrischung wurden Weine, Bier und Pop aufgestellt. Der ganze Spaß hatte nur $30.00 gekostet. Natürlich hatten wir andere Unkosten, wie Saalmietung und Kapelle.

Kurz nach 6.00 Uhr begrüßte Vize Präsidentin Marianne Rauer alle Gäste auf das Herzlichste und lud alle Narren zum Schmaus ein. Oh, hat das Festessen geschmeckt!

Präsident Klaus Kummer begrüßte nun alle Gäste, besonders die Repräsendanten der beiden anderen deutschen Vereine in Ann Arber. Vom Schwaben Verein kamen Präsident John Jarvis mit Gattin Inge und Art French, ehemaliger Präsident für 35 Jahre. John Jarvis übermittelte Grüße vom Verein, das Bockbierfest am 2. März mitzufeiern. Es folgte eine Einladung am kommenden Samstag das Mardi Gras beim Saxonia Rheingold in Sterling Heights mitzufeiern. Der German Park Recreation Klub war durch Schatzmeister Cory Ziegler mit Dawn Bragg vertreten. Vom German American Klub in Plymouth kamen Präsidentin Maria Mulzer mit Gatte Horst.

Der Saxonia Rheingold Distrikt #821 war wieder sehr stark vertreten. Vielen Dank an Präsidentin Edith Kuplent mit Sigfried Charow und den vielen Freunden, z.B. Vize Präsident Peter Herrmann mit Gattin Ursula, Karneval Prinz Horst Griesser und Prinzessin Herma. Horst vertrat auch die Austrian Society als Vize Präsident. Die Nordamerikanische Wochenpost schickte ihren Verleger Wilfried Mozer mit Annette Koerner.

Zum ersten Mal zu einem Dinner Tanz kamen David und Kathy Sponseller, Linda und Jim Bodeen, Alexis Heinz, Maria Kohut und Barbara Collinson. Vielen Dank. Wir hoffen es hat Euch gefallen.

Zur Unterhaltung sorgten Linda Lee und die Golden Airs mit den schönsten Liedern. Linda Lee ist bekannt durch ihre vielen Jahre der Unterhaltung im Bavarian Inn in Frankenmuth, Mi. Die Gäste konnten natürlich ihre Freude am Mitsingen der Band haben. In der ersten großen Pause der Band reichte Klaus Kummer zum Mikrofon zum Mitsingen schöner deutscher Lieder.

Unsere Freunde konnten nicht abwarten ihre Faschingskostüme den drei Richtern John Jarvis, Vivian Phillips und Topper zu zeigen. Die glücklichen Gewinner waren Brigitte Muthig als “Henne”, Klaus Kummer als “Pirat”, das Doppel “Prinz und Prinzessin” das Ehepaar David und Kathy Sponseller, und bestes Original “Piraten Ehepaar” Cory Ziegler und Dawn Bragg. Die besten Glückwünsche an alle Gewinner. Das war ein schöner Teil des Abends.

Wie jedes Jahr warten die Gäste auf die Tombola Preise. Wir danken den Mitgliedern und Gästen für die mitgebrachten Preise, wie Wein- und Sektflaschen, Körbe mit Früchten, ein handgemachter Pendent und viele Üerraschungstüten. Die glücklichen Gewinner trugen später ihre Preise nach Hause.

Wie immer ging auch dieser Abend zu schnell zu Ende. Es ist unser Wunsch, daß wir, GBU $630, die deutsche Kultur weiter aufrecht erhalten können.

Unser nächster Dinner Tanz ist am 18. Mai 2019 angesetzt. Wir hoffen, alle unsere lieben Gäste an diesem Abend wieder begrüßen zu dürfen. Es macht doch Spaß, wenn man mit Freunden zusammen mit gutem Essen und gutter Unterhaltung feiern kann. Am Maitanz spielt die Encore Kapelle aus Toledo.

Wir danken Euch für Eure Freundschaft und hoffen, es hat Euch bei uns gefallen.

Bis zum nächsten Mal Tschüß.
Klaus Kummer

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