16. Oktober 2021 Selected Articles

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Aus Aller Welt

Drei Monate andere Trinkhalme: Holzangst, Chaos, Makkaroni

Seit Juli greift das Einweg-Plastikverbot der Europäischen Union – und vielen wird erst jetzt bewusst, was das bedeutet. Einige Alternativen zum Plastikstrohhalm lassen manche erschaudern. Die Hersteller sehen ein Chaos in Europa.

Hannover: Eine junge Frau trinkt durch einen Trinkhalm aus Bambus
aus einem Glas. Foto: dpa

Von Gregor Tholl
Berlin (dpa) – Xylophobie. So lautet ein Fachwort für die Angst vor Holz im Mund, also wenn man es kaum erträgt, Eis-Stiele abzulecken, am Holzkochlöffel abzuschmecken oder den Gedanken an das kratzige Gefühl der Holzfasern auf der Zunge eklig findet. Seit in Deutschland das Plastiktrinkhalmverbot der EU greift, sehen sich nun «Xylophobe» öfter mit ihren Ängsten konfrontiert. Denn in vielen Lokalen werden Alternativen zum Plastikhalm gereicht – oft aus Holz.

Es geht um den Kampf gegen Plastikmüll. Abschied nehmen vom oft bunt gestreiften Plastikstrohhalm hieß es am 3. Juli, also vor etwa 100 Tagen. Die Halme fallen unter das europaweite Verkaufsverbot von Einweg-Kunststoffartikeln (festgelegt wurde dies in der EU-Richtlinie 2019/904 vom 5.6.2019). Einwegprodukte, die noch als Lagerbestände vorhanden sind, dürfen aber weiterhin verkauft und benutzt werden, weshalb die Neuregelung erst allmählich im Alltag spürbar wird. Klar, man kann auch einfach ohne Strohhalm trinken oder auf Alternativen aus Glas, Pappe oder Metall zurückgreifen. Doch auch da lauert für manche Ungemach. Oft gibt es jetzt auch Röhrennudeln zum Trinken – also Maccheroni (eingedeutscht: Makkaroni). Es besteht natürlich auch stets die Möglichkeit, sich gemäß dem eigenen Bedürfnis ein eigenes Exemplar in die Cocktailbar mitzunehmen.

«Im Grunde genommen kann ein Mensch gegen alles eine Phobie entwickeln – je nach dem Ursprung der Ängste», sagt die Münchner Psychologin Cornelia Lohmeier. Auch vor dem Kontakt mit Plastik gebe es Berührungsängste, weshalb sich die Frage der Phobie auch schon vorher gestellt habe. Insofern sei eine Zunahme der Problematik nicht unbedingt zu erwarten, meint die Expertin.

Eine einfache Erklärung für die Entwicklung von Phobien gebe es nicht. Vielmehr seien die Ursachen individuell sehr verschieden. Phobien seien für die Betroffenen allerdings ein ernstzunehmendes Leiden, die das Alltagsleben erheblich erschweren können. Abgesehen davon, unangenehme Reize zu vermeiden, sei deshalb auf die Möglichkeit verwiesen, sich professionelle therapeutische Hilfe zu holen, betont Lohmeier.

Das Unternehmen Alpiplast in Südtirol gehört zu den größten Trinkhalmherstellern in Europa. Die Firma in Partschins nahe Meran und Bozen produziert seit 50 Jahren Trinkhalme und liefert sie in die ganze Welt. Hunderte Millionen Halme verlassen jährlich das Werk.

Eine Sprecherin teilt auf Nachfrage mit: «Im Moment herrscht komplettes Chaos am Markt, die EU-Verordnung zum Plastikverbot ist zwar in Kraft, allerdings haben die einzelnen Staaten es teilweise versäumt, ein eigenes Gesetz dazu zu erlassen.» In Italien, Dänemark oder Belgien beispielsweise sei es erlaubt, biologisch abbaubare Trinkhalme zu benutzen. Deutschland und andere Länder erlaubten hingegen nur Papierhalme und keine biologisch abbaubaren Trinkhalme. Bei vielen Ländern gebe es noch gar keine Information dazu.

Das Bundesumweltministerium verteidigt seine strikte Linie, denn es sei «nicht sichergestellt», dass sich als biologisch abbaubar zertifizierte Kunststoffe jenseits von speziellen Kompostanlagen, «insbesondere in Meeresgewässern», tatsächlich abbauten.

Die biologischen Trinkhalme von Alpiplast werden nach Angaben des norditalienischen Unternehmens aus dem Holzbestandteil Lignin, Zuckerrohr mit PLA (Milchsäuremolekülen), Kaffeegranulat oder Bambuspulver hergestellt.

Deutschlands Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), eine Anstalt des öffentlichen Rechts, die die Bundesregierung in Fragen der Lebensmittelsicherheit wissenschaftlich berät, erläutert angesichts des Einweg-Plastikverbots, einer drastischen Maßnahme im Kampf gegen den Plastikmüll, die Alternativen zum Kunststoff. Gewarnt werden Verbraucher dabei vor allem vor Trinkhalmen aus echtem Stroh, da es dabei die Gefahr von Keimen oder Schimmelpilzgiften gebe.

Trinkhalme aus Silikon, Edelstahl oder Glas seien dagegen bei wiederholtem Gebrauch empfehlenswert, so das BfR auf seiner Website. «Metall sollte die Vorgaben der Europaratsresolution zu Metallen und Legierungen einhalten.» Und Glas sollte natürlich bruchsicher sein. Bei Trinkhalmen aus Papier und Pappe werden Nassverfestigungsmittel zugesetzt, die ein Durchweichen verhindern. Rückstände dieser Stoffe, insbesondere Chlorpropanole, können dabei ins Lebensmittel übergehen.

Und was ist laut BfR mit Nudeln? «Soll ein Trinkhalm nur einmal verwendet werden, spricht gesundheitlich nichts gegen den Einsatz von Produkten aus Hartweizen (zum Beispiel rohen Makkaroni-Nudeln). Allerdings könnten sich die Nudeln insbesondere in warmen und heißen Getränken oder über einen längeren Zeitraum auflösen und damit unbrauchbar werden. Zudem könnten sie die Konsistenz und den Geschmack des Getränks verändern. Dabei sollten nur Nudeln aus industrieller Herstellung verwendet werden, die als Zutat kein Ei enthalten.»

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Sport

Landesverbände: DFB-Präsidentschaftskandidat soll aus dem Amateurlager

Die Chefs der Landes- und Regionalverbände im Deutschen Fußball-Bund konferieren drei Tage in Hamburg. Namen für die Präsidentschaftswahl werden im Anschluss nicht genannt. Der oder die Neue soll aber wieder mehr entscheiden dürfen.

Frankfurt/Main: Das Logo des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) an der DFB-Zentrale. Foto: dpa

Von Martin Moravec und Thomas Wolfer
Istanbul (dpa) – Sauer stapfte Lewis Hamilton nach dem Verlust der WM-Führung durch die Boxengasse von Istanbul, Max Verstappen machte nach seiner Rückkehr an die Formel-1-Spitze sogar Scherze. Im Regen der Türkei verdrängte der Red-Bull-Pilot als Zweiter hinter Gewinner Valtteri Bottas den siebenmaligen Weltmeister wieder von der Spitze. Nach einer Strafversetzung rettete sich Hamilton von Rang elf noch auf Platz fünf. Im am Ende packenden Reifenpoker klagte er aber über den vom Mercedes-Kommandostand angekündigten Zeitpunkt des Boxenstopps.

In der WM-Wertung liegt der Brite nach seiner holprigen Aufholjagd nun sechs Zähler hinter dem Niederländer, der vor zwei Wochen in Russland furios von Rang 20 auf zwei gerast war. «Wir sind glücklich mit dem zweiten Platz. Unter diesen Bedingungen ist es einfach, Fehler zu machen», sagte Verstappen, dessen Teamkollege Sergio Perez am Sonntag Dritter wurde. Auf die Frage, was für ihn im Grand Prix am Schwersten gewesen sei, scherzte er: «Wach zu bleiben.»

Vor Zehntausenden Fans verzockte sich Sebastian Vettel im Aston Martin beim Boxenstopp, als er ein Risiko mit Trockenreifen einging. Er blieb als 18. zum vierten Mal nacheinander ohne Zähler. Nach dem besten Qualifikationsergebnis seiner Karriere warf Mick Schumacher im unterlegenen Haas eine frühe Kollision mit Alpine-Routinier Fernando Alonso zurück. Überrundet schleppte er sich als 19. über die Ziellinie.

«Es ist alles möglich», meinte Mercedes-Teamchef Toto Wolff vor dem Erlöschen der Roten Ampeln angesichts der schwierigen Wetterbedingungen. Nebel und Nieselregen rund um den Intercity Istanbul Park zwangen Hamilton & Co. zunächst zu Intermediates. «Ich muss, ich will das Rennen irgendwie gewinnen», verkündete der Weltmeister, der nach einem regelwidrigen Motorentausch statt von Rang eins nur von Platz elf starten durfte.

Erster Profiteur war sein Mercedes-Teamkollege Valtteri Bottas, der das Feld in die 170 Meter bis zur ersten Bremszone führte. Direkt dahinter lauerte Verstappen, der allerdings schon das ganze Wochenende die Balance seines Red Bull bemängelt hatte.

An Bottas kam der Niederländer nicht vorbei, Hamilton machte ebenfalls zunächst kaum Boden gut. Schumacher war nach Startplatz 14 «sehr, sehr glücklich» gewesen. Der 22-Jährige kam auch erstmal gut weg. Eine Berührung mit Alonso, der nach einem Dreher auf den Asphalt zurückkehrte, warf ihn aber ans Ende des Feldes zurück. Die Rennkommissare brummten dem zweimaligen Weltmeister aus Spanien eine Fünf-Sekunden-Strafe auf.

Vettel hing nach einer weiteren enttäuschenden Qualifikation auf Position zehn fest. Hamilton arbeitete sich weiter nach vorne. Erst an Yuki Tsunoda und Lance Stroll vorbei, dann an Lando Norris und Pierre Gasly. Die Intermediates verloren immer mehr an Profil, das richtige Timing für Reifenwechsel beschäftigte die Kommandostände.

Bottas bestimmte vorne das Tempo mit sicherem Vorsprung auf Verstappen. Hamilton kämpfte spektakulär Rad an Rad gegen Perez im zweiten Red Bull, hing aber erstmal fest.

Verstappen kam in der 37. Runde als erster Pilot aus der Spitzengruppe an die Box, fiel aber nur auf Platz drei zurück. Bottas erhielt einen Umlauf später frische Intermediates. Vettel versuchte es indes mit den Medium-Reifen, musste aber rasch das Experiment beenden und die Gummis wieder wechseln. «Es funktioniert nicht», musste der viermalige Weltmeister enttäuscht einräumen.

Hamilton ging ebenfalls ins Risiko. Der siebenmalige Weltmeister zögerte seinen Boxenstopp so lange heraus wie nur möglich. Ein Jahr nach seinem vorzeitigen Titelgewinn in der Türkei, als er in einem Regenchaos von Position sechs noch ganz nach vorne gefahren war, wollte er zumindest den Sprung auf das Podest erzwingen.

In Runde 51 war es dann soweit, der erste Reifensatz war schon abgefahren. Hamiltons Dienstwagen erhielt nun frische Gummis. Bei der Rückkehr auf die Strecke verlor er zwei Plätze und war Fünfter. Hamilton musste sich nun sogar noch gegen den drängenden Gasly im Alpha Tauri wehren, er verteidigte aber immerhin noch seinen Rang.

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Feuilleton

Literaturnobelpreis für Abdulrazak Gurnah

Der Literaturnobelpreis geht in diesem Jahr an den tansanischen Schriftsteller Abdulrazak Gurnah. Foto: Niklas Elmehed/Nobel Prize Outreach/dpa

Stockholm (dpa) – Der Literaturnobelpreis geht in diesem Jahr an den tansanischen Schriftsteller Abdulrazak Gurnah. Er erhält den Preis «für sein kompromissloses und mitfühlendes Durchdringen der Auswirkungen des Kolonialismus und des Schicksals des Flüchtlings in der Kluft zwischen Kulturen und Kontinenten», wie der Ständige Sekretär der Akademie, Mats Malm, bei der Bekanntgabe sagte. Der Nobelpreis für Literatur gilt als die prestigeträchtigste literarische Auszeichnung der Welt. Der Preis geht wie die weiteren traditionellen Nobelpreise auf das Testament des Preisstifters und Dynamit-Erfinders Alfred Nobel zurück.

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Gesundheit

Arthrose: Bewegung im Alter hält Knorpel in Schuss

Auf geht‘s: Es nie zu spät, um Fitnessroutinen zu entwickeln.  Foto: Christin Klose/dpa

Berlin (dpa) – Ob spazieren gehen, kleine Haushaltsaufgaben, Gartenarbeit oder Sport: Auch ältere Menschen sollten aktiv sein und sich mehrmals täglich bewegen. Das hält Muskeln und Gelenke in Schuss und beugt Arthrose vor. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) hin.

Rund jeder und jede Fünfte über 60 Jahre hat nach Schätzung der Fachgesellschaft mit Arthrose zu kämpfen. Das liege an geschädigten Gelenkknorpeln. Damit diese ernährt werden und gut in Schuss bleiben, müssen sie regelmäßig belastet werden.

Ähnlich wie ein Schwamm
Laut DGOU-Experte Prof. Bernd Kladny kann man sich den Knorpel wie einen Schwamm vorstellen: «Belastet man den Körper, wird der Knorpel ausgedrückt und Schlackenstoffe können entweichen. Bei Entspannung kann der Knorpel wieder Nährstoffe aus der Gelenkflüssigkeit aufnehmen», erklärt er.

Weiterer Effekt der Aktivität: Bewegung kräftigt die Muskeln, was ebenfalls die Gelenke entlastet.

Vorsicht vor Überbelastung
Wichtig ist aber, dass man sich nicht überlastet und auf seinen Körper hört. Es spricht nichts dagegen, im Alter einen neuen Sport auszuprobieren. Nur Sportarten mit «unkontrollierten Bewegungen und Stoßbelastungen» sollte man aus Sicht der DGOU als ältere Anfängerin oder älterer Anfänger lieber meiden – dazu zählen etwa Fußball oder Tennis. Schonender sind etwa Tanzen, Wandern oder Schwimmen.

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Reise

Strandkorbsaison ist zu Ende

SchleswigHolstein, Timmendorfer Strand: Strandkörbe, zum Teil schon wetterfest verpackt, stehen an einem Strandzugang an der Promenade von Niendorf. Die Strandkorbsaison an Schleswig-Holsteins Ostseeküste ist zu Ende. Foto: Christian Charisius/dpa

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Sechs Millionen ältere Menschen leben alleine

Alternde Gesellschaft in Deutschland. Foto: dpa

Wiesbaden (dpa) – Die Zahl der alleinlebenden älteren Männer und Frauen in Deutschland steigt. So wohnten im vergangenen Jahr rund 5,9 Millionen Menschen ab 65 Jahren alleine. Das ist etwa jeder Dritte in dieser Altersgruppe, wie das Statistische Bundesamt jetzt in Wiesbaden mitteilte. 20 Jahre zuvor waren es demnach noch 5,1 Millionen. So hätten in der Altersgruppe 65plus noch fast zwei Drittel (62 Prozent) angegeben, einen Partner oder eine Partnerin zu haben. Bei den über 85-Jährigen sei es nur noch ein Drittel (34 Prozent).
Aufgrund der alternden Gesellschaft ist die Zahl der Seniorenhaushalte insgesamt deutlich gestiegen. So war zuletzt jeder vierte ein reiner 65plus-Haushalt. Vor zwanzig Jahren war es noch rund jeder fünfte. Die Daten gab das Statistische Bundesamt anlässlich des Tags der älteren Menschen (1. Oktober) bekannt. Im vergangenen Jahr lebten demnach in Deutschland 18,3 Millionen Menschen im Alter 65plus.

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Aus Allen Staaten

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WOCHENPOST-Wortschatz

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Von Laika bis Lassie – Wie manche Hunde zur Legende wurden

Ob im Comicstrip, als Filmheldin oder auch im echten Leben – schon so manches Tierchen wurde zum Idol.

Bayern, Wang: Filmhund Bandit aufgenommen auf der Film-Tier-Ranch. Bandit spielt im Kinofilm “Lassie – eine abenteuerliche Reise” Lassie. Durch einige Promis gelangten auch ihre treuen Begleiter zu Ruhm und Ehren Foto: dpa

Von Michael Kirner
Berlin (dpa) – Durch einige Promis gelangten auch ihre treuen Begleiter zu Ruhm und Ehren – andere Fiffis schafften das durch eigene Leistung. Zum Welthundetag am 10. Oktober acht Vierbeiner, die zur Legende wurden.

SNOOPY: Wenn er nicht gerade an seiner Schreibmaschine sitzt, liest er Leo Tolstois «Krieg und Frieden», allerdings sehr langsam: nämlich nur ein Wort pro Tag. Die schwarz-weiße Comicfigur – erfunden von dem US-amerikanischen Zeichner Charles M. Schulz – kommentiert seit 1950 vom Dach seiner Hundehütte aus den Lauf der Welt und träumt von einer Karriere als Kampfpilot oder Schriftsteller. Zusammen mit Herrchen Charlie Brown und anderen bildet Snoopy die «Peanuts».

UGGIE: Sein Auftritt in dem oscarprämierten, schwarz-weißen Stummfilm «The Artist» (2011) machte ihn an der Seite von Jean Dujardin berühmt: Bei der Golden-Globe-Gala 2012 trippelte der kläffende Star mit schwarzer Fliege über den roten Teppich, beim Filmfestival in Cannes heimste Uggie den «Palm Dog Award» ein. Als erster Filmhund wurde der Jack Russell Terrier mit den treuen Augen und den braungefleckten Ohren auf dem berühmten Platz vor dem Chinese Theatre in Hollywood zudem gar mit einem Pfotenabdruck im Zement geehrt.

PLUTO: Dem ewig schläfrigen Haushund und treuen Begleiter von Micky Maus kommt in Disneys Klassikern eine Sonderrolle zu: Denn er ist das einzige dort nicht vermenschlichte Tier. Pluto ist und bleibt im Wesentlichen Hund – auch wenn der liebenswerte Tollpatsch in «The Moose Hunt» (Die Elchjagd) von 1931 ausnahmsweise ein paar Worte sprechen darf. Ob Fischen oder Surfen – alles machen Micky und Pluto gemeinsam. Der 1930 entdeckte Planet Pluto soll Namensgeber gewesen sein.

LASSIE: Die 1938 von US-Schriftsteller Eric Knight erschaffene Collie-Dame zählt zu den berühmtesten Hunden der Filmbranche und hat einen Stern auf dem «Hollywood Walk of Fame». Ihre Geschichte wurde unzählige Male für Kino und Fernsehen in Szene gesetzt. Im ersten Leinwand-Epos von 1943 («Lassie Come Home») rettete die vierbeinige Heldin die damals zehnjährige Elizabeth Taylor. Mit «Lassie – eine abenteuerliche Reise» kehrte sie 2020 in die deutschen Kinos zurück.

BARRY: Andere spielten nur vor der Kamera – der Rettungshund der Mönche auf dem Großen St. Bernhard in den Schweizer Alpen aber war ein Held der Wirklichkeit und schon zu Lebzeiten eine Legende. Barry, Jahrgang 1800, soll an der Bergung von 40 Menschen beteiligt gewesen sein. Seine wichtigste Aufgabe: auch bei starken Schneestürmen den Weg zurück zu finden. Der Schweizer Nationalhund starb 1814 in Bern, wurde konserviert und dort im naturhistorischen Museum ausgestellt. Heute heißen Geräte zur Suche nach Lawinenverschütteten «Barryvox».

BO: 2009 löste Barack Obama ein Wahlkampfversprechen an seine Töchter ein und machte den Portugiesischen Wasserhund Bo zum «First Dog» der Nation. «Wir müssen sicherstellen, dass uns jemand an der Tür begrüßt, wenn wir nach Hause kommen», erklärte der US-Präsident damals. 2013 folgte Sunny, damals gerade ein Jahr alt. Selbst bei Staatsbesuchen wurden die beiden zu treuen Begleitern.

LAIKA: Ob Affen, Mäuse, Hunde oder Fruchtfliegen – bevor sich die ersten Menschen ins All wagten, schickten sie sicherheitshalber Versuchstiere voraus. Die russische Hündin Laika zum Beispiel wurde als erstes Lebewesen gezielt in eine Erdumlaufbahn gebracht und schrieb damit Raumfahrtgeschichte. Am 3. November 1957 startete sie an Bord der sowjetischen Raumkapsel «Sputnik 2» ins All – überlebte die ungewöhnliche Reise aber nicht.

HACHIKO: Die Statue von Japans berühmtestem Hund vor dem Bahnhof Shibuya ist zu einem der Wahrzeichen und zentralen Treffpunkte von Tokio geworden. In den 1920er Jahren begleitete der Akita sein Herrchen dort jeden Morgen zum Bahnhof – und holte Professor Ueno abends wieder ab. Selbst als dieser 1925 unerwartet starb, wartete der nun herrenlose Hachiko noch jahrelang weiter und wurde damit zum Inbegriff des treuen Gefährten. Der schwedische Regisseur Lasse Hallström verfilmte den Stoff 2009 mit Richard Gere.

Wochenpost – STICHWÖRTER– TRANSLATION

Filmheldin – movie heroine
echten Leben – real life
Begleiter – companion
Ruhm – fame
Leistung – achievement
Schreibmaschine – typewriter
Lauf der Welt – ways of the world
Schriftsteller – writer
kläffende – yapping
Fliege – bow tie
Pfotenabdruck – paw print
schläfrigen – sleepy
vermenschlichte – anthropomorphized
Wesentlichen – essentially
liebenswerte – lovable
Tollpatsch – awkward guy
erschaffene – created
unzählige Male – countless times
Leinwand-Epos – silver screen epic
rettete – saved
kehrte zurück – returned
Rettungshund – rescue dog
Mönche – monks
Wirklichkeit – real life
Lebzeiten – lifetime
Bergung – resume
beteiligt – gook part
ausgestellt – displayed
Geräte – tools
Lawinenverschütteten – buried alive by an avalanche
löste ein – redeemed
Wahlkampfversprechen – election campaign promise
sicherstellen dass – make sure that
Staatsbesuchen – state visits
Affen – monkeys
Fruchtfliegen – fruit flies
All – outer space
wagten – ventured out
sicherheitshalber – to be on the safe sie
Versuchstiere – guinea pigs
Lebewesen – living being
gezielt – reached
Erdumlaufbahn – orbit of the earth
Raumfahrt– – space travel
überlebte – survived
ungewöhnliche – unusual
Wahrzeichen – landmark
unerwartet – unexpectedly
herrenlose – master-less
Inbegriff – paragon
treuen – loyal
Gefährten – companion

Trans: Barbara Weidendorf, B.A., M.A.

*Note: Previous selections can be found in the Archives section of the site.*