17. Oktober 2020 Selected Articles

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Aus Aller Welt

Skypen unterm Weihnachtsbaum? Ein Fest im Zeichen von Corona

Besuch vom Weihnachtsmann, Bescherung und Gottesdienst in der Kirche – das ist für viele Menschen Weihnachten. In diesem Jahr wird wegen der Corona-Pandemie aber wohl vieles anders sein.

Verpackte Weihnachtsgeschenke liegen unter einem Christbaum (Aufnahme mit Zoomeffekt). Besuch vom Weihnachtsmann, Bescherung und Gottesdienst in der Kirche – das ist für viele Menschen Weihnachten. In diesem Jahr wird wegen der Corona-Pandemie voraussichtlich vieles anders sein. Foto: dpa

Von Anja Sokolow
Berlin/Hannover/Mainz (dpa) – Gibt es neue Kontaktbeschränkungen? Können Familien sich treffen und wie wird das Wetter? Themen, die in diesem Jahr zu Weihnachten eine große Rolle spielen dürften. Zumindest von Seiten der Kirche aber gilt: Weihnachten findet statt. Auch wenn alles nur mit Abstand gehe, müsse niemand alleine feiern, betont etwa der Sprecher der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD), Carsten Splitt. Die Vorbereitungen liefen auf Hochtouren. «Wir werden in diesem Jahr einerseits Altbewährtes in Erinnerung rufen und gleichzeitig ein paar – relativ – neue Dinge weiterentwickeln», verspricht der Sprecher des Erzbistums Berlin, Stefan Förner.

«Wir müssen dieses Jahr kreativ werden. Die Würfel werden neu gemischt», sagt auch die Berliner Familienberaterin Dörte van Benthem Favre. Sie rät dazu, technische Möglichkeiten mehr zu nutzen. «Wenn man die Oma nicht besuchen kann, könnte man sie vielleicht per Skype zuschalten und gemeinsam Geschenke auspacken». Was die Feier und Besuche angehe, müsse man Prioritäten setzen und versuchen, das Beste aus der Situation zu machen. «Es ist oft ein wahnsinniger Druck dahinter und Weihnachten eine regelrechte Völkerwanderung», so die Therapeutin.

Weihnachtsmannvermittlerin Petra Henkert aus dem brandenburgischen Zeuthen hofft derweil, dass sie auch dieses Jahr ihre Weihnachtsmänner losschicken kann. Normalerweise sind es etwa 40 bis 50 Männer mit weißen Bärten und roten Mänteln. Erste Anfragen seien eingegangen. Doch: «Viele Weihnachtsmänner gehören selbst zur Risikogroppe», sagt Henkert. Und mitunter besuchten sie etwa zehn bis zwölf Familien pro Tag. Da seien Hygienemaßnahmen nötig.

«Manche Weihnachtsmänner überlegen schon, ob sie eine Maske unter dem Bart tragen sollen und machen sich Gedanken über die Händedesinfektion. Andere haben bereits abgesagt und wollen lieber gar nicht eingesetzt werden», so Henkert. Relativ einfach sei es natürlich, Familien mit Garten oder Terrasse zu besuchen, so die Vermittlerin. Dort könne man die Bescherung unter freiem Himmel organisieren. «Aber was, wenn es in Strömen regnet?»

Auf frische Luft setzen auch viele Kirchengemeinden: «Viele Gottesdienste werden im Freien stattfinden: auf den großen Plätzen in den Städten, im Stadion oder im Autokino. Aber auch Waldgottesdienste und Pilgergottesdienste sind geplant», so EKD-Sprecher Splitt. Der Einfallsreichtum in den Gemeinden sei groß. «Viele Kirchen werden als Ort der Stille geöffnet sein, die Gottesdienste finden dann davor statt», sagt er. Livestreams und Fernsehgottesdienste sollen die Angebote vor Ort ergänzen.

«Einige Kirchengemeinden haben schon Sportstadien angemietet oder bei Vereinen nach Kooperationen gefragt, etwa bei Energie Cottbus. Auch Gottesdienste auf Schulhöfen und Markplätzen in Prozessionsform sind denkbar», berichtet beispielsweise Christiane Bertelsmann von der Pressestelle der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz.

«Union Berlin macht uns seit Jahren vor, wie man Weihnachtsliedersingen auch im Freien organisieren kann. Ob im Stadion mit entsprechendem Abstand auch die selbe Stimmung aufkommt, wissen wir nicht. Jedenfalls prüfen wir dies», berichtet auch Stefan Förner vom Erzbistums Berlin. «Mit Beginn des Lockdowns haben sich bei Instagram und Facebook Verkündigungsformate entwickelt, die sicherlich zu Weihnachten mit einem besonderen Akzent fortgesetzt werden. Es gibt mittlerweile auch Gottesdienst-Gemeinschaften, die sich in einer WhatsApp-Gruppe zusammengefunden haben».

Eine Inspirationsquelle für Kirchengemeinden bietet auch die Plattform «Kirche jetzt». Unter anderem ist dort eine 30-seitige Ideensammlung der Evangelischen Kirche Westfalen zu finden.

Die Autoren machen Mut: «Erfahrungen mit Ostern zeigen, dass es eine gute Erfahrung sein kann, Neues auszuprobieren. Endlich sind Experimente möglich!».

Die durch Corona erzwungene Situation biete eine Chance, neue Aspekte von Weihnachten zu entdecken, sagt der Professor für Praktische Theologie an der Universität Mainz, Kristian Fechtner. «Manche vertraute Rituale sind ja sehr festgezurrt. Es ist für manche Menschen vielleicht auch eine Entlastung und Befreiung, wenn diese Rituale einmal durchgepustet werden», so Fechtner.

Er plädiert für ein «Unterwegs-Weihnachten» mit mehreren liturgischen Stationen, an denen die Gläubigen vorbeikommen – statt eines zentralen Krippenspiels. «Die ganze Weihnachtsgeschichte ist ja eine Geschichte des Unterwegsseins». Wichtig sei, dass sich ein Gefühl der Festlichkeit einstelle. «Ich glaube, dass dies eher an kleineren dezentralen Orten der Fall sein wird als in großen Stadien», so der Experte.

Nicht alle Menschen haben allerdings die Möglichkeit, Weihnachten in Gemeinschaft zu erleben. «Die Kirchengemeinden werden versuchen, die Angebote für Einsame auf alle Fälle aufrecht zu erhalten», erzählt etwa Christiane Bertelsmann. Auch die Telefonseelsorge spiele dabei eine wichtige Rolle.

Auch die Gründerin der Senioren-Hotline des Vereins Silbernetz, Elke Schilling, weiß, dass die Weihnachtszeit schwierig sein kann: «Die, die sonst immer zu Weihnachten Besuch von ihren Kindern hatten, müssen eventuell dieses Jahr darauf verzichten. Das war Ostern schon schwer, wir haben es hier am Silbertelefon gehört. Weihnachten wird es noch mal schlimmer werden.»

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Sport

Hamilton stellt Schumacher-Rekord ein- Starker «Hulk» überholt Vettel

Eine Rückkehr für die Geschichtsbücher. Hamilton feiert seinen 91. Formel-1-Sieg. Der Rekord von Michael Schumacher ist eingestellt. In einem unterhaltsamen Rennen auf dem Nürburgring rast Hülkenberg vom letzten Platz in die Punkte. Für Vettel gibt’s indes nix zu holen.

Lewis Hamilton aus Großbritannien vom Team Mercedes steuert sein Auto auf der Rennstrecke. Foto: dpa

Von Martin Moravec und Jens Marx
Nürburg (dpa) – Auf der Heimatstrecke von Michael Schumacher hat Lewis Hamilton den für ewig gehaltenen Grand-Prix-Rekord der deutschen Formel-1-Ikone eingestellt. Der 35 Jahre alte Brite gewann am Sonntag bei der Königsklassen-Rückkehr auf den Nürburgring den Großen Preis der Eifel und feierte damit den 91. Rennsieg seiner Karriere. Ebensoviele hatte Schumacher geschafft, der vor 25 Jahren als erster Deutscher auf dem Traditionskurs in der Eifel siegreich gewesen war. «Was für ein Ergebnis, ich danke euch so sehr», funkte Hamilton an die Mercedes-Box. Zur Saison 2013 hatte er Schumacher bei den Silberpfeilen abgelöst.

Mit seinem Erfolg im elften Saisonrennen näherte sich Hamilton auch wieder dem siebten WM-Triumph und der nächsten Rekordmarke von Schumacher. Hamilton profitierte dabei auch von einem Defekt am Silberpfeil seines von der Pole gestarteten Teamkollegen Valtteri Bottas in dessen 150. Grand Prix.

Zweiter wurde Max Verstappen im Red Bull, auf Rang drei schaffte es Daniel Ricciardo im Renault. Sebastian Vettel konnte wie befürchtet bei seinem Heimspiel im Ferrari nichts ausrichten und musste sich mit Platz elf begnügen. Landsmann Nico Hülkenberg durfte sich dagegen über seinen achten Rang freuen bei seinem erneuten Aushilfseinsatz für Racing Point – und das vom letzten Startrang aus.

Im WM-Klassement baute Hamilton seine Führung mit dem siebten Saisonsieg weiter aus. Er kommt nun auf 230 Punkte, Bottas bleibt als Zweiter bei 161 Zählern. Verstappen sammelte bisher 147 Punkte.
Als zum ersten Mal nach 2013 die roten Lampen für ein Formel-1-Rennen ausgingen, suchte Hamilton seine Siegchance in der Attacke. In die enge Rechtskurve nach der kurzen Beschleunigung bog Hamilton mit minimalem Vorsprung vor Bottas ein, beide trug es weit raus, Bottas hielt dagegen. Fair, aber knallhart rasten sie nebeneinander.

Bottas’s Vorteil: Als nächstes kam eine Linkskurve, er war innen und behauptete damit nach dem packenden Zweikampf der Silberpfeile die Führung. Verstappen, der sich Hoffnungen gemacht hatte, das Duo splitten zu können, kam nicht ran, zusammen zogen die drei dem Feld danach aber schnell davon.

Auf die beiden deutschen Piloten mussten die etwa 15 000 Zuschauer zunächst noch etwas länger warten. Vettel, gestartet von Rang elf, kämpfte, um wenigstens in die Top Ten zu kommen, nachdem auch sein Start nicht optimal gelaufen war. Bei einem Überholversuch leistete sich der viermalige Weltmeister auch noch einen Verbremser und kam mit qualmenden Reifen von der Strecke ab. Danach musste er sich neue Reifen holen – und weiterkämpfen.

Hülkenberg konnt seine Ansage mit Augenzwinkern («Alles andere als der Rennsieg wäre eine Enttäuschung») zwar nicht umsetzen. Vom letzten Rang nach seinem Blitzengagement gestartet, machte der 33-Jährige mit einer Werbefahrt in eigener Sache für einen Vertrag im nächsten Jahr aber Position um Position gut.

In der 42. Runde kam es sogar zum deutschen Duell: Der Ersatzmann für Racing-Point-Pilot Lance Stroll, der wegen Magenbeschwerden passen musste, lag hinter Vettel, der zuvor schon über seine Reifen geklagt hatte. Problemlos passierte «Hulk» im rosa Wagen des künftigen Vettel-Arbeitgebers (dann allerdings als Aston Martin) den Hessen im lahmen roten Ferrari. Und das alles ohne jede Vorbereitung für Hülkenberg.

Auch an der Spitze tat sich was, vorher schon. In der zwölften Runde verbremste sich Bottas, Hamilton ließ sich diese Gelegenheit nicht nehmen und überholte seinen Teamkollegen mit einem erneuten strammen Manöver. Trümmerteile nach einer Kollision sorgten für eine virtuelle Safety-Car-Phase. Alarm herrschte aber auch im Wagen von Bottas: «Ich habe keine Leistung mehr», funkte der Finne. Kurze Zeit später kam der Bescheid vom Kommandostand: Aufgabe.  

Teamkollege Hamilton büßte beim nächsten Reifenwechsel über zwei Sekunden auf Mittlerweile-Verfolger Verstappen ein, verteidigte aber die Spitze. Bottas schaute gespannt zu. «Wenn Lewis das gewinnt, wird es ein bisschen schwierig für mich», sagte er noch während des Rennens mit Blick auf die WM.

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Feuilleton

Briefe der Familie Mozart wandern von den USA nach Österreich

Ein Brief des Musikgenies Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) an seinen schwerkranken Vater vom 4. April 1787 wird präsentiert. Die Stiftung Mozarteum in Salzburg hat für einen «marktgerechten sechsstelligen Betrag» drei Briefe der Familie Mozart erworben.
Foto: Barbara Gindl/dpa

Salzburg (dpa) – Die Stiftung Mozarteum hat für einen «marktgerechten sechsstelligen Betrag» drei Briefe der Familie Mozart erworben. Bedeutendste Neuerwerbung sei ein Brief des Musikgenies Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) an seinen schwerkranken Vater vom 4. April 1787, teilte die Stiftung am Dienstag mit. Dort schreibe sein Sohn: «da der Tod |: genau zu nemen 😐 der wahre Endzweck unsers Lebens ist, so habe ich mich seit ein Paar Jahren mit diesem wahren, besten Freunde des Menschen so bekannt gemacht, daß sein Bild nicht allein nichts schreckendes mehr für mich hat, sondern recht viel beruhigendes und tröstendes!.» Der Inhalt des Schreibens war – wie auch der der beiden anderen Neuerwerbungen – bekannt. Doch dass Mozart den Brief nicht nur mit seinem Namen und dem Kürzel «manu propria» unterschrieben habe, sondern noch ein Freimaurerzeichen – zwei ineinander verschlungene Dreiecke – angefügt habe, sei neu, erläuterte Mozart-Experte Ulrich Leisinger. Das Original mit seinen leicht zu übersehenden Symbolen mache nun deutlich, dass dieser Brief stark von der Freimaurerei beeinflusst sei, meinte der Präsident der Internationalen Stiftung Mozarteum, Johannes Honsig-Erlenburg. So nehme Mozart eigentlich nicht als Sohn von seinem Vater Abschied, sondern als Bruder zu Bruder. Die Briefe waren in den vergangenen Jahrzehnten in den USA in Privatbesitz und deshalb nicht zugänglich.

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Gesundheit

Medizin-Nobelpreis an Entdecker des Hepatitis-C-Virus

Der Nobelpreis für Medizin geht in diesem Jahr an Harvey J. Alter (l-r im Bildschirm, USA),
 Michael Houghton (Großbritannien) und Charles M. Rice (USA) für die 
Entdeckung des Hepatitis-C-Virus. 
           Foto: Claudio Bresciani/TT News Agency/dpa

Stockholm (dpa) – Für die Entdeckung des Hepatitis-C-Virus bekommen Harvey J. Alter (USA), Michael Houghton (Großbritannien) und Charles M. Rice (USA) in diesem Jahr den Nobelpreis für Medizin. Das teilte das Karolinska-Institut am 5. 10. in Stockholm mit. Dank der Entdeckungen der drei Preisträger könnten die vom Virus verursachten Erkrankungen der Leber inzwischen geheilt werden, hieß es vom Nobelkomitee. Der Preis gehe «an drei Forscher, die einen maßgeblichen Anteil am Kampf gegen die durch Blut übertragene Hepatitis geleistet haben».

Die Krankheit sei ein großes globales Gesundheitsproblem und verursache bei Menschen rund um den Globus Zirrhose und Leberkrebs, hieß es weiter. Nach WHO-Angaben sterben jährlich weltweit fast 400 000 Menschen infolge einer Hepatitis-C-Infektion, 71 Millionen Menschen sind chronisch infiziert. Europa gehört zu den stark betroffenen Regionen.

Der 1935 in New York geborene Harvey J. Alter zeigte zunächst, dass ein bis dato unbekanntes Virus eine chronische Hepatitis auslösen kann. Dem 1949 geborenen Briten Michael Houghton gelang es, das Genom des neuen Virus zu isolieren. Es bekam den Namen Hepatitis-C-Virus. Charles M. Rice, 1952 in Sacramento (USA) geboren, lieferte schließlich den Beweis dafür, dass das Hepatitis-C-Virus allein Hepatitis verursachen kann.

Unter Hepatitis versteht man allgemein eine Entzündung der Leber. Sie kann auch Folge von Alkoholmissbrauch, Umweltgiften oder einer Autoimmunerkrankung sein, wird in den meisten Fällen aber von Viren hervorgerufen. Das Hepatitis-A-Virus wird meist über verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel übertragen, Hepatitis B und C hingegen über Blut. Heute kennt man noch zwei weitere Hepatitis-Varianten, D und E.

Dank der Entdeckung des Hepatitis-C-Virus gebe es heute hochempfindliche Bluttests zum Nachweis des Erregers, schreibt das Nobelkomitee in seiner Begründung für die Preisvergabe. In der Folge kämen Infektionen nach Bluttransfusionen in vielen Ländern der Welt heute praktisch nicht mehr vor.

Die höchste Auszeichnung für Mediziner ist in diesem Jahr mit zehn Millionen schwedischen Kronen (rund 950 000 Euro) dotiert, eine Million Kronen mehr als im Vorjahr.

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Reise

Von der Kutsche zur Concorde:

Traumhafte Schweiz:
Graubünden mit allen Sinnen erleben

Viel Natur, wenig Menschen – und keine lange Anreise: Das ist die Erfolgsformel für den Urlaub in Corona-Zeiten. Das Schweizer Kanton Graubünden verkörpert sie in Reinkultur.

Grünes Tal, wilder Bach, im Hintergrund schneebedeckte Berge: 
Mountainbike-Vergnügen im Val Fex.
                                   Foto: Bernhard Krieger/dpa

                

Von Bernhard Krieger
Chur (dpa) – Smaragdgrün, türkis, dann wieder eisblau: Nach jedem Meter glitzert der Rhein in anderen Farben. Mal mäandert er gemächlich dahin, mal schäumt er zwischen mächtige Felsbrocken gepresst wild auf. An seinen Ufern ragen Kalksteilwände bis zu 400 Meter in die Höhe. Geschaffen wurde die spektakuläre Rheinschlucht durch den Flimser Bergsturz vor 10 000 Jahren.

«Ist das nicht gewaltig?», fragt Louis Henderson und gibt gleich selbst die Antwort: «Für mich ist das der Grand Canyon der Schweiz.» Der wilde Rhein kurz hinter seinem Quellgebiet am Oberalppass ist für ihn Spielplatz und Arbeitsplatz zugleich. Vor zwölf Jahren kam der Engländer in die Surselva-Region westlich der Kantonshauptstadt Chur. Seitdem begleitet er als Guide Bootstouren durch die 14 Kilometer lange Rheinschlucht.

An warmen Tagen gleitet ein Rafting-Boot nach dem anderen vorbei an Wanderern und Sonnenbadenden. Die Rhätische Bahn fährt streckenweise direkt am Flussbett entlang, Neugierige stecken die Köpfe aus den roten Waggons. Vor allem die Kajakfahrer, die in den Stromschnellen spielen, ziehen bewundernde Blicke auf sich.

«Der obere Teil ab Ilanz ist nur was für Könner. Zwischen Versam und Reichenau gehen wir mit Funyaks aber auch mit Anfängern aufs Wasser», erklärt Henderson. Die prall aufgeblasenen Gummi-Kajaks liegen weitaus stabiler im Wasser als klassische Wildwasserkajaks. Geschützt mit Helm und wärmendem Neopren-Anzug schaffen die meisten nach kurzer Sicherheitseinweisung den Ritt durchs Wildwasser ohne eine unfreiwillige Abkühlung.

Startplatz des Abenteuers ist Ilanz, der Geburtsort von Andreas Caminada. Der dunkelhaarige Mann mit grünblauen Augen wie der Rhein ist der Star unter den Schweizer Köchen. Seit 2010 zeichnet ihn der Gourmetführer Guide Michelin mit der Höchstwertung von drei Sternen aus. Damals war Caminada erst 34 Jahre alt. Sein Restaurant Schloss Schauenstein liegt südlich von Chur in Fürstenau.

Seit neun Jahren zählt die angesehene Top-50-Liste sein Lokal zu den besten 50 Restaurants der Welt. Es gibt Feinschmecker aus aller Welt, die nur deshalb nach Graubünden pilgern. Caminada brennt in den altehrwürdigen Gemächern ein Feuerwerk für die Sinne ab. Dabei trumpft er nicht mit Luxusprodukten wie Hummer auf, sondern mit einfachen, saisonalen Zutaten aus der Region oder dem eigenen Garten.

Statt Austern serviert Caminada zum Amuse-Bouche lieber seine «Fake Oyster»: einen Steinpilz in einer Art Muschelschale aus Algen mit überwältigenden Umami-Aromen. Forellen- und Zanderfilets, Ochsenschwanz, Auberginen, Kohlrabi, Kopfsalat: Alles verwandelt Caminada in kulinarische Meisterwerke.

Der Meister selbst bleibt bescheiden. Caminada, der im benachbarten Skiort Laax in die Kochlehre ging, ist ein typischer Bündner aus der Surselva: gelassen und bodenständig. Ohne Star-Allüren begrüßt er seine Gäste in Fürstenau, wo er das Gourmet-Restaurant mit Boutique-Hotel zusammen mit seiner Frau inzwischen zu einem kleinen Reich mit Ferienwohnungen, einem legeren Bistro, Feinkostladen und Bäckerei ausgebaut hat.

Wie viele Bündner ist Caminada als Snowboarder nicht nur passionierter Wintersportler, sondern auch leidenschaftlicher Golfer. Vielleicht hat er seine erste Dependance deshalb auch in Bad Ragaz eröffnet. Der Ort bietet nicht nur ein Thermalbad und Kurkliniken, sondern auch einen der besten Golfplätze der Schweiz. «Bad Ragaz spiele ich schon gern», sagt Caminada, der auch von den Golfkursen Domat-Ems bei Chur und seinem Heimatplatz Sagogn schwärmt.

Bad Ragaz liegt eigentlich schon in St. Gallen, wird von Urlaubern aber oft der bekannteren Ferienregion Graubünden zugeschlagen. Vom Kurbad schaut man ja auch direkt auf die Bündner Herrschaft: «Das ist eines der besten Weinbaugebiete der Schweiz mit erstklassigen Pinot Noirs», sagt Caminada. Im «Grand Resort Bad Ragaz» betreibt er sein Igniv, ein Begriff aus Caminadas Muttersprache Rätoromanisch, der vierten Amtssprache der Schweiz.

Igniv heißt Nest – und wie in einem solchen fühlt man sich dort auch. Alle Gerichte werden zum Teilen an den Tisch gebracht. Das Konzept ist locker, das Niveau hoch. Seit 2020 strahlen über dem Lokal zwei Michelin-Sterne.

Das gilt auch für Caminadas zweites «Igniv» in St. Moritz. Das öffnet im «Badrutt‘s Palace» nur im Winter, inzwischen Hauptsaison im Engadin wie fast überall in Graubünden. Vor rund 150 Jahren war das noch anders. Erst 1864 erfand der Hotelier Johannes Badrutt den Wintertourismus, wie es heute oft heißt, indem er mit seinen englischen Gästen wettete, dass der Winter in St. Moritz genauso schön sei wie der Sommer. So wurde die warme Jahreszeit mit den Jahren zur Nebensaison. Anscheinend brauchte es die Pandemie, um der Welt zu zeigen, wie schön St. Moritz und Graubünden im Sommer sind.

«Wir hatten in diesem Jahr viele Gäste, die noch nie im Sommer bei uns waren. Und sie waren begeistert», erzählt Maria-Louisa Blanken vom «Grand Hotel des Bains Kempinski» in St. Moritz. 1864 erbaut, diente eines der ersten Grand Hotels im Ort zunächst als Kurhaus.

Zum Kuren kommen nur noch wenige. Das Engadin zieht auf 1800 Metern mit warmen Tagen und kühlen Nächten heute eher Aktivurlauber an. Platz ist in dem weiten Tal genug: Wanderer spazieren rund um die Seen, Bergsteiger erklimmen bis zu 4000 Meter hohe, vergletscherte Gipfel. Radfahrer touren entspannt mit E-Bikes, quälen sich mit Rennrädern an den beeindruckenden Viadukten der Rhätischen Bahn vorbei über den Albula-Pass oder balancieren mit Mountainbikes auf Single Trails. Über Reitern und Wassersportlern drehen Gleitschirmflieger ihre Runden, während Golfer in Samedan auf dem ältesten Platz der Schweiz abschlagen.

Wenn sich im Herbst die bis hoch auf die grünen Almen hochziehenden Lärchen gelb färben und Schneehauben die imposanten Bergmassive auf beiden Seiten des Tals überziehen, wirkt die Kulisse fast schon kitschig. Caminadas «geliebte Graubündner Berge» erinnern je nach Region mal an Südafrikas Drakensberge, mal an Kanadas unendliche Bergwälder, mal an Neuseelands mystische Hochtäler.

Vor so einem Panorama lässt sich entspannt golfen und das ohne Berührungsängste, sagt jedenfalls der Geschäftsführer des Engadin Golf Clubs Ramun Ratti: «Hier spielen Multimilliardäre neben Bergbauern – und alle werden gleichbehandelt.»

Die Dichte an Luxushotels, Top-Restaurants, Edelboutiquen und Nobelkarossen macht dennoch deutlich, dass das Oberengadin kein billiges Pflaster ist. Das Unterengadin rund um Scuol ist da schon günstiger, was sich schon an den Preisen für den Golfplatz Vulpera zeigt. Der anspruchsvolle 9-Loch-Kurs ist mit seinem Auf und Ab im Wald ein kleines Juwel unter den alpinen Golfkursen.

Wanderfreuden und Steinböcke
Scuol ist eines der Tore zum Schweizerischen Nationalpark. 1914 gegründet, ist er der älteste der Alpen. Eine Fläche von der Größe des benachbarten Fürstentums Liechtenstein wird dort sich selbst überlassen. Tiere werden nicht bejagt, Totholz nicht weggeschafft. Die alpine Wildnis ist ein Forschungsobjekt für Wissenschaftler.

Besucher können den Park auf rund 100 Kilometer langen Wegen individuell oder auf Führungen erforschen. Führerinnen wie Andrea Millhäusler vermitteln alles über die Geschichte und unzähligen Blumen und Tiere, vom Insekt bis zum scheuen Braunbären.

Neben Rothirschen und Gämsen zählen Steinböcke zu den imposantesten und häufig anzutreffenden Tieren. Dabei waren sie Ende des 19. Jahrhunderts in der Schweiz ausgestorben.

«Damals baten die Schweizer den italienischen König, ihnen einige Tiere aus seiner Jagd zur Züchtung zu überlassen», erzählt Millhäusler auf ihrer Führung. Der König lehnte ab. «Daraufhin bestachen die Schweizer dessen Wildhüter und ließen 100 Steinböcke in die Schweiz schmuggeln.» Dank der von der Regierung finanzierten Geheimoperation kehrten die Steinböcke zurück. Rund 17 000 Exemplare leben wieder in der Schweiz, ein paar Hundert im Nationalpark.

Eine Garantie, eines der Graubündner Wappentiere zu sehen, gibt es nicht. Der Park ist kein Disneyland. Nur auf die Murmeltiere ist fast immer Verlass. Die pfeifenden Nager tummeln sich auch auf den Almen oberhalb von Sils Maria im heute autofreien Val Fex, über das Friedrich Nietzsche einst schrieb: «Im Grunde gefällt mir‘s nirgendwo so gut.» In den 1880er Jahren lebte der Philosoph zeitweise in Sils Maria, seine Unterkunft im Ort ist heute ein Nietzsche-Museum.

Nietzsche wanderte gern ins Val Fex. Restaurants und Almhütten tischen dort die auch von Starkoch Caminada so geliebten deftigen Spezialitäten wie Pizzoccheri, Maluns und Capuns auf. Wandert man dann gestärkt hinunter nach Isola, kann man auf Europas höchstgelegener Linienschiffroute über den Silsersee zurückfahren. Nur ab und zu kreuzen dort Segelschiffe den Weg.

Auf dem benachbarten Silvaplana-See ist mehr los. Dort tummeln sich bei schönem Wetter hunderte Kite- und Windsurfer, die der berühmte Malojawind lockt. «Das ist ein thermischer Wind – perfekt zum Surfen», erklärt Sarah Missiaen von Windsurfing Silvaplana. Ihr Surfcenter mit Kursen und Leihstation war schon vor Corona ein Mekka des Surfsports. Jetzt, wo andere Surf-Spots in der Welt unerreichbar sind, ist Silvaplana attraktiver denn je.

Frühmorgens schimmert der Bergsee in denselben Grün- und Blautönen wie der wilde Alpenrhein. Dreht der Malojawind mittags auf, glitzert er im magischen Licht der Alpensüdseite wie Quecksilber.

Klima und Reisezeit: Außerhalb der Wintersaison von Mai bis Oktober. Die Temperaturen variieren je nach Höhenlage. Sie bewegen sich in diesen Monaten im Durchschnitt zwischen Tiefsttemperaturen von 3 bis 11 und Höchsttemperaturen von 14 bis 23 Grad.

Anreise: Bequem und umweltschonend ist die Anreise mit der Bahn. Ab Landquart verkehren die roten Züge der Rhätischen Bahn.

Corona-Lage: Die Schweiz ist offen für Besucher aus Deutschland. Bürgern aus EU-Staaten reicht ein gültiger Personalausweis zur Einreise. Museen und Restaurants sind mit Hygienevorschriften geöffnet, Bars und Nachtclubs teils auch.
Internet:
http://www.graubuenden.ch

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Alkohol im Alter

Risiken von Alkoholkonsum im Alter. Foto: dpa

Bonn – Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) wies zum Tag der älteren Menschen am 1. Oktober auf die Risiken von Alkoholkonsum im Alter hin. Im neuen Faltblatt „Alkohol im Alter“ klärt die BZgA darüber auf, welche Gefahr Alkoholkonsum bei regelmäßiger Einnahme von Medikamenten birgt, wie er bestehende Krankheiten beeinflusst und warum ältere Menschen sensibler auf Alkohol reagieren.

Weniger trinken – so geht’s
•Trinken Sie immer zuerst ein alkoholfreies Getränk – egal, zu welcher Gelegenheit, ob zum Abendbrot, in der Gaststätte oder bei Freunden.
•Durchbrechen Sie alte Trinkgewohnheiten: Ersetzen Sie beispielsweise das abendliche Bier durch ein alkoholfreies.
•Wenn Ihnen jemand Alkohol anbietet, sagen Sie nicht automatisch Ja.
•Machen Sie zur Ablenkung einen Spaziergang.
•Planen Sie Ihre Freizeit aktiv, indem Sie z.B. Sport treiben, sich künstlerisch betätigen oder mit anderen Menschen treffen.

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WOCHENPOST – Wortschatz

Selected Articles with helpful translations for those less comfortable with the German language

Plötzlich Prinzessin mit 52: Belgiens royale Familie wächst

«Ein langes und schmerzhaftes Verfahren» geht zu Ende. Jahrelang hat Delphine Boël darum gekämpft, von Belgiens ehemaligem König als Tochter anerkannt zu werden. Ein DNA-Test hatte bereits bewiesen, dass Albert II. ihr Vater ist. Jetzt zieht die Justiz nach.

Brüssel: Delphine Boël, Künstlerin aus Belgien, nimmt an einer Pressekonferenz teil. Nach jahrelangem Vaterschaftsstreit mit dem früheren König Belgiens hat das zuständige Brüsseler Gericht endgültig im Sinne der Künstlerin Delphine Boël entschieden. Die 52-Jährige ist damit von nun an offiziell Prinzessin von Belgien. Foto: dpa

Von Michel Winde
Brüssel (dpa) – Königstochter ja oder nein? Nach jahrelangem Rechtsstreit ist diese Frage endlich geklärt: Das belgische Königshaus bekommt Zuwachs. Mit 52 Jahren ist die Künstlerin Delphine Boël plötzlich Prinzessin. Und trägt einen neuen Nachnamen. Ein Brüsseler Gericht entschied endgültig im Sinne der Künstlerin.

«Delphine von Sachsen-Coburg hat das Urteil vom 1. Oktober zur Kenntnis genommen, das sie voll befriedigt», sagte ihr Anwalt Marc Uyttendaele am Donnerstagabend der Nachrichtenagentur Belga. Das Gericht habe bestätigt, dass König Albert II. Delphines Vater sei und sie von nun an den Namen Sachsen-Coburg tragen werde. Auch ihre andere Forderung, genauso behandelt zu werden wie die anderen Kinder des Ex-Königs, seien erfüllt worden. «Sie freut sich über diese Entscheidung, die ein langes und schmerzhaftes Verfahren für sie und ihre Familie beendet.»

Es waren wilde Zeiten in den 60er Jahren: Prinz Albert, Bruder des damaligen Königs Baudouin, galt als Frauenheld. 1959 hatte er die italienische Adelige Paola Ruffo di Calabria geheiratet, die selbst den Ruf einer Party-Prinzessin hatte. Ihr wurde eine Affäre mit dem Sänger Adamo («Dolce Paola») nachgesagt. Und Prinz Albert hatte allem Anschein nach eine Affäre mit der Baronin Sybille de Sélys Longchamps, die am 22. Februar 1968 ein Mädchen auf die Welt brachte: Delphine. Jahrelang stritt Albert jedoch ab, Delphines Vater zu sein.

Dabei spekulierte ein Biograf schon 1999 über ein uneheliches Kind des heute 86-jährigen Albert. Seit Januar besteht zumindest aus wissenschaftlicher Sicht Gewissheit. Ein DNA-Test lasse darauf schließen, dass Albert «der biologische Vater von Frau Delphine Boël» sei, teilte der Anwalt des ehemaligen Monarchen damals mit.

Bis dahin war es ein weiter Weg um Anerkennung. Lange habe sie ein gutes Verhältnis zu ihrem leiblichen Vater gehabt, sagte die Künstlerin vor Jahren in einem Interview. Doch anerkennen wollte der inzwischen abgedankte Vater des heutigen Königs Philippe (60) die Tochter nicht.

2013 begann Boël dann ihren Kampf vor Belgiens Gerichten. Zunächst scheiterte sie, 2018 entschied das Brüsseler Berufungsgericht dann jedoch, dass Albert sich einem Vaterschaftstest unterziehen muss. Und drohte mit einem Zwangsgeld von 5000 Euro pro Tag, falls er den Test verweigern sollte. Albert willigte schließlich ein, wollte das Ergebnis zunächst aber nicht veröffentlicht sehen. Ende Januar gestand er die Vaterschaft über seinen Anwalt dann ein.

Für seine Tochter hätte das der Schlusspunkt eines langen Kampfes sein können. Doch sie war auch enttäuscht – über den Ton der Mitteilung von Alberts Anwälten: «Das war nicht schön. Das war zu hart», sagte sie vor einigen Wochen im Interview des belgischen Senders VRT. Zugleich klagte sie über ihr Verhältnis zum belgischen Königshaus: «Ich war die Schmach der königlichen Familie.»

Die Wissenschaft hat also längst gesprochen – nach einer letzten Gerichtsanhörung vor rund drei Wochen zog die Justiz nun nach. Nach dem Urteil werden auch die beiden Kinder der frischgebackenen Prinzessin zu Adeligen: Aus Joséphine und Oscar werden Prinzessin und Prinz.
Ende gut, alles gut? Nicht für Prinzessin Delphine. «Ein gerichtlicher Sieg ersetzt niemals die Liebe eines Vaters, aber bietet ein Gefühl der Gerechtigkeit», sagte Anwalt Uyttendaele am Donnerstag. Das Urteil könne jedoch viele Kinder, die das gleiche durchgemacht haben, darin bestärken, sich der Herausforderung zu stellen.

Alle Fragen sind im Fall Boël vs. Albert jedoch noch nicht geklärt – zumindest nicht öffentlich. Denn es geht auch um viel Geld. Vom belgischen Staat wird sie künftig zwar wohl kein Geld erhalten, wie der Sender RTBF nach dem Ergebnis des DNA-Tests im Januar berichtete. Wohl jedoch könne sie einen Teil von Alberts Vermögen erben. Die neue Prinzessin selbst betonte unlängst jedoch, den Prozess vor allem deshalb begonnen zu haben, damit ihre Kinder sich nicht fragen müssten, woher sie kämen. «Ich hätte das auch genauso gemacht, wenn mein Vater Zoodirektor oder ein Verbrecher gewesen wäre», sagte sie VRT.

Wochenpost – STICHWÖRTER– TRANSLATION

plötzlich – suddenly
schmerzhaftes – painful
Verfahren – process
anerkannt – recognized
bewiesen – proven
zieht nach – following suit
Rechtsstreit – lawsuit
Zuwachs – here: new branch
endgültig – definitively
im Sinne – in favor
Urteil – verdict
befriedigt – satisfied
genauso – exactly like
behandelt – treated
Frauenheld – lady-killer
Adelige – aristocrat
nachgesagt – said to have had
allem Anschein nach – to all appearances
stritt ab – denied
uneheliches – illegitimate
Gewissheit – certainty
leiblichen – biological
abgedankte – abdicated
scheiterte – failed
Berufungsgericht – court of appeals
unterziehen – take
drohte – threatened
Zwangsgeld – penalty payment
verweigern – refuse
willigte ein – consented
gestand ein – admitted
Schlusspunkt – ending
Klagte – complained
Schmach – shame
Gerichtsanhörung – court hearing
frischgebackenen – here: newly crowned
Ende gut, alles gut – proverb: all’s well that ends well
durchgemacht – went through
bestärken – strengthen
Herausforderung – challenge
erhalten – obtain
Vermögen – possessions
erben – inherit
betonte – emphasized
unlängst – recently
Verbrecher – criminal

Trans: Barbara Weidendorf, B.A., M.A.

*Note: Previous selections can be found in the Archives section of the site.*

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