18. Juli 2020 Selected Articles

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Aus Aller Welt

«Irgendwann muss ich wieder raus» – Sind Parks die neuen Clubs?

Die Pandemie hat die Clubs in Deutschland leergefegt. Wann dort wieder getanzt werden darf, ist ungewiss. Jetzt ist Sommer. Wie geht Feiern in Corona-Zeiten?

Berlin: Menschen feiern im Volkspark Hasenheide eine Party. (Aufnahme mit langer Belichtungszeit) Foto: dpa

Von Lukas Dubro
Berlin (dpa) – Plötzlich ist die Musik weg. Gerade liefen noch Discobeats, jetzt ruft es vom DJ-Pult: «Wir haben Corona, Leute! Abstand oder Masken!». Und tatsächlich rühren sich die Tanzenden und lassen etwas mehr Platz. Die Musik läuft weiter. Es ist Mitternacht im Berliner Volkspark Hasenheide. Unter einem Baum auf einer Wiese haben sich Dutzende Menschen versammelt, um die Veröffentlichung eines Musikalbums zu feiern. Für die Musik sorgt DJ Himself. Die Gruppe hat alles mitgebracht, was es braucht: Eine Musikanlage plus Generator, bunte Lichter und eine Diskokugel.

Als die Corona-Pandemie im März Deutschland erreichte, waren die Clubs die ersten, die ihre Türen schlossen. Sogar in Berlin, das sich vor Corona damit rühmte, nie zu schlafen, herrscht seitdem Ruhe. Wann es wieder losgeht, ist ungewiss. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) dämpfte zuletzt die Hoffnungen auf eine baldige Öffnung und zog Kritik auf sich, als er der «Augsburger Allgemeinen» sagte: «Aber Sie können ja zum Beispiel zu Hause mit Ihrer Partnerin tanzen.»

Die Lage ist ernst. Die Clubbetreiber machen sich große Sorgen um ihre Zukunft und fürchten, ihre Läden gar nicht wieder aufzumachen. Mit Crowdfunding-Kampagnen und dem Konzert-Livestream «United We Stream» sammelten sie Geld. Die, die können, verkaufen Bier oder Sekt im eigenen Garten. Sogar am Berghain, wo sonst Menschen aus aller Welt das Wochenende durchtanzen, kann nun gesellig Bier getrunken werden. Das Virus treibt die Leute an vielen Orten ins Freie: In Frankfurt kamen am Freitagabend 2000 Menschen auf den Opernplatz.

In Berlin sind Partys im Freien normalerweise nichts Besonderes – doch seit Corona ist, ist nichts mehr normal. Die Clubs sind zu, die jungen Leute treffen sich in den lauen Sommernächten zum Feiern im Park. Besonders beliebt sind laut Polizei die Hasenheide, der Mauerpark, das Gleisdreieck oder der Treptower Park. Immer wieder wird dort auch getanzt. In der Hasenheide nahe der Szeneviertel von Kreuzberg und Neukölln, gibt es viele versteckte Wiesen, die sich für mehr oder weniger geheime Raves eignen.

An diesem Freitagabend sind auch wieder viele Leute gekommen. Sie treffen sich auf einer weiteren Wiese – nicht weit entfernt von dem Baum, unter dem später getanzt wird – und warten darauf, was heute noch passiert. 

Unter ihnen ist Tobias aus St. Gallen, der für fünf Tage in Berlin zu Besuch ist. Der BWL-Student zeigte sich erschrocken, dass in Berlin noch alles zu sei. In der Schweiz sei alles wieder normal. Er sei auch schon wieder feiern gewesen. Ein schlechtes Gewissen habe er schon gehabt. Trotzdem: «ch bin halt noch jung und so und hab auch das Gefühl, irgendwann muss ich auch wieder mal raus und Leute treffen», sagt er. Nicht ganz so locker sieht es Marie aus Neukölln. «Wenn wir mit drei Metern Abstand tanzen, fände ich es okay», sagt sie. Wenn es zu dicht wäre, würde sie passen.

Ist das Feiern unterm Himmel also eine Lösung? Die Partys bringen jedenfalls Probleme mit sich: Müll, Lärm und auch Gewalt. Im Juni wurden im Gleisdreieck-Park Polizisten bei Krawallen von Feiernden angegriffen. Der Berliner Senat schilderte die Lage sehr eindrücklich: «Insbesondere in den Abendstunden kommt es zu massiven Vandalismusschäden, Lärmbelästigungen sowie anderen Ereignissen.»

Die Berliner Clubs und Partyveranstalter hätten eine Idee, wie diese Probleme in den Griff bekommen werden könnte. Das Branchennetzwerk Club Commission sprach sich dafür aus, legale Alternativen zu ermöglichen, etwa in Parks oder in den Außenbereichen von Clubs. Schließlich sei das Feiern im Freien auf Abstand laut Infektionsschutzgesetz nicht verboten, sagte Sprecher Lutz Leichsenring. Eine Erläuterung dazu veröffentlichte der Verband auf seiner Internetseite. Vom kontrollierten Feiern hätten am Ende alle was – nicht nur die, die diesen Sommer tanzen wollen.

Kontrolliert, fast schon nüchtern wirkt auch die Party unter dem Baum. Die Musik ist nicht zu laut, die Tanzenden genießen die Musik. Vergessen sie dabei, auf die Abstände zu achten, kommt sofort die Ansage vom DJ-Pult: «Haltet mal bitte Abstand!». DJ Himself, der eine weiße Zottelweste und Sonnenbrille trägt, sagt: «Wir sind keine Verfechter von illegalen Keller-Raves oder sonstigen Super-Spreader-Events.» Das wollten sie tunlichst vermeiden. «Wir würden uns ja ins eigene Fleisch schneiden.» Partys zu legalisieren, fände er ein Zeichen: «Passt auf: Ihr könnt eure Musik draußen haben, aber achtet darauf, dass wir alle gesund bleiben.»

Wochenpost – STICHWÖRTER– TRANSLATION

leergefegt – cleared out
ungewiss – unknown
plötzlich – suddenly
gerade – at the moment
DJ-Pult – DJ’s console
Baum – tree
Wiese – meadow
versammelt – gathered
erreichte – reached
sich rühmte – prided itself
herrscht – ruled
dämpfte – downplayed
Lage – situation
ernst – serious
Clubbetreiber – club operators
fürchten – fear
Sekt – sparkling wine
gesellig – in company
ins Freien – outdoors
sind zu – are closed
versteckte – hidden
geheime – secret
eignen – suitable
erschrocken – shocked
Gefühl – feeling
irgendwann – sometime
locker – laid back
dicht – densely packed
Himmel – sky
Lösung – solution
Lärm – noise
Gewalt – violence
Krawallen – riots
angegriffen – attacked
schilderte – depict
eindrücklich – expressively
Lärmbelästigungen – noise pollution
in den Griff bekommen – get a handle on
Außenbereichen – outside areas
Erläuterung – explanation
nüchtern – matter of fact
Verfechter – advocates
tunlichst – as much as possible
vermeiden – avoid
achtet darauf – see to it

Trans: Barbara Weidendorf, B.A., M.A.

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Sport

Vettel im roten Formel-1-Alptraum:
Ferrari «schwer geprügelt»

Mechaniker bereiten das Auto des Ferrari-Piloten Vettel auf das bevorstehende Rennen vor. Foto:dpa

Von Martin Moravec
Spielberg (dpa) – Machtlos stürzt Sebastian Vettel mit Ferrari in die Bedeutungslosigkeit der Formel 1. Nach dem Alptraum von Österreich verkommt die Bewerbungsfahrt des viermaligen Weltmeisters zu einem Desaster. Selbst Branchenprimus Mercedes äußert in dem gnadenlosen PS-Verdrängungswettbewerb Mitgefühl mit der Krisen-Scuderia. Der gequälte Vettel wiederum stemmt sich mit Zweckoptimismus gegen die Zerfallserscheinungen der Italiener.

«Wir müssen sicherstellen, dass wir uns nicht zu sehr runterziehen, damit uns das Aufstehen nicht so schwer fällt», meinte Vettel nach dem von seinem Stallrivalen Charles Leclerc verschuldeten Blitz-Crash am Sonntag in der Steiermark. Der Monegasse leistete immerhin Abbitte und räumte ein, es «total verbockt» zu haben. «Die gute Nachricht ist», meinte wiederum Vettel, «dass wir das nächste Rennen gleich vor uns haben und ich nicht zu lange warten muss, um wieder ins Auto zu steigen. Ich hoffe, Ungarn ist ein besserer Ort für uns.»

In der gegenwärtigen Verfassung von Ferrari könnte der Blick auf den kommenden Grand Prix allerdings auch wie ein Vorfühlen auf das nächste Horror-Szenario wirken. «Es schmerzt, es schmerzt wirklich», räumte Ferrari-Teamchef Mattia Binotto nach dem Fehlstart in die Corona-Notsaison ein. Es gehe aber «nicht darum, jemandem Vorwürfe zu machen, sondern nach vorne zu schauen.» Ferrari habe schließlich «die richtigen Leute, um Fortschritte zu machen.»

Das meint zumindest Binotto. Der Druck wächst – auch auf Vettels Vorgesetzten. Die Konzernspitze wird die Sturzfahrt auf Dauer nicht tatenlos mitansehen. Zumal die Marke immer stärker ramponiert wird, während Mercedes mit Weltmeister Lewis Hamilton davonfährt.

«Rotes Desaster. Irrsinniges Überholmanöver von Leclerc gegen Vettel. Ferrari ist sofort draußen und in der Krise. Alptraum für Ferrari», ätzte Italiens «Gazzetta dello Sport». Die «L’Équipe» in Frankreich bemerkte spitz: «Die Ferrari von Leclerc und Vettel sind am Sonntag schon in der ersten Runde ausgeschieden und versenken die Scuderia in einem Tunnel, dessen Ausgang Tag für Tag in weiterer Ferne liegt. Für Hamilton existierte Ferrari schon nicht mehr, oder höchstens, um sich darüber lustig zu machen.»

Die Scuderia: ein Scherzartikel. Selbst der vorgezogene Umbau des SF1000 verpuffte. Denn Vettel und Leclerc konnten mit den überholten Wagen ja nur wenige Kilometer bis zu ihrem Aus abspulen. «Sie sind natürlich schwer geprügelt», räumte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff ein. Vorzeitig will er Ferrari aber nicht abschreiben. «Wir wünschen uns ein starkes Ferrari, das ist eine unglaubliche Marke mit hart arbeitenden Menschen», sagte der Österreicher, der sehr charmant sein kann. «Wir brauchen Ferrari vorne im Kampf mit allen anderen großartigen Teams.»

Ein Team unter vielen: Genau das ist nicht der Anspruch von Ferrari. Und auch nicht von Vettel, dem ein unwürdiges Trauerspiel bis zu seiner beschlossenen Ausmusterung Ende dieses Jahres droht. Einen so miserablen Start in eine Saison mit Platz zehn vor einer Woche und nun dem Ausfall erlebte der Heppenheimer letztmals 2009 (13., 15.). Damals war Vettel aber noch kein Weltmeister. «Wir müssen weiter kämpfen und versuchen, alles zu geben», betonte er unverdrossen.

Vettel bleibt nichts anderes übrig. Pleiten, Pech und Pannen mit Ferrari sind auch keine Argumente, um sich für eines der kaum noch verbliebenen, attraktiven Cockpits 2021 zu empfehlen. Sofern er nach dieser Saison überhaupt noch weiter machen will. «Das ist keine gewöhnliche Situation», sagte Binotto, der nach dem Fiasko im Fahrerlager kurzzeitig herumirrte. Es wirkte fast so, als ob der Mann mit der Harry-Potter-Brille einen Ausweg aus der Krise suchte.

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Feuilleton

Wiesn-Maßkrug auch ohne Oktoberfest

Auch ohne Oktoberfest wird es heuer einen Wiesn-Maßkrug geben. Er trägt das schon Ende Januar vorgestellte diesjährigePlakat-Motiv.
    Foto: Lino Mirgeler/dpa
 

München (dpa) – Auch ohne Oktoberfest wird es dieses Jahr einen Wiesn-Maßkrug geben. Er trägt das schon Ende Januar vorgestellte diesjährige Plakat-Motiv, das in Altrosa mit Retro-Charme die üblichen Wiesn-Embleme zeigt: Brezn, Riesenrad, Maßkrug, eine Rose vom Schießstand und ein tanzendes Paar.

Die Wiesn-Fans werden daraus auch echtes Wiesn-Bier schlürfen können – denn auch das soll trotz der coronabedingten Absage des Oktoberfests gebraut werden, wie der Verein Münchener Brauereien bereits im April mitgeteilt hatte. Allerdings gilt der Krug eher als Souvenir und Sammlerstück denn als Trinkgefäß; er wird in alle Welt verkauft. Seit 1978 gibt es jedes Jahr einen neuen Krug. Für die ganze Serie zahlen Sammler vierstellige Beträge. Wann der Wiesn-Krug 2020 zu haben ist sei noch unklar, hieß es bei der Wiesn-Pressestelle. Auch wie der Krug vorgestellt werden soll, war noch offen. Traditionell wird er im August präsentiert.

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Gesundheit

Schadstoffe in Fischstäbchen –
für Kinder besonders gefährlich

Wie steht es wirklich um die Inhaltsstoffe? Auf welchem Weg wurde der Fisch gefangen und wie transparent kommunizieren Hersteller? Mit diesen und anderen Fragen setzt sich ein Vergleich der Zeitschrift “Öko-Test” auseinander. Foto: Carmen Jaspersen/dpa

Frankfurt/Main (dpa) – Fischstäbchen gehen immer: Sie sind schnell gemacht und viele Kinder lieben sie. Eltern können sie meist aber auch guten Gewissens auf den Tisch bringen, wie ein Vergleich der Zeitschrift „Öko-Test“ (Ausgabe 7/2020) zeigt.

12 von 20 Fischstäbchen-Sorten schnitten dabei mit „sehr gut“ oder „gut“ ab. Die vier besten Produkte zeichneten sich dem Bericht zufolge durch Fisch aus nachhaltiger Fischerei mit transparenter Lieferkette aus. Zugleich erhielten sie im Schadstofftest die Note „sehr gut“.

Getestet wurden sowohl Fischstäbchen aus dem Biosegment als auch aus Supermärkten und von Discountern. Bei den Bioprodukten waren „Followfish“ und „Wild Ocean“ die Testsieger,“Landur Fischstäbchen“ bekam ein „gut“.

Bei der herkömmlichen Variante überzeugten die Stäbchen von „Bofrost“ sowie „Käpt‘n Iglo Lachs-Stäbchen“ mit der Note Eins. Mit dem Urteil „gut“ schnitten unter anderem „Almare Seafood“ (Aldi Süd), „Eskimo“ (Aldi Nord), „Frosta“, „Gut & Günstig“ (Edeka), „Ocean Sea“ (Lidl), „Penny Fischstäbchen“ sowie „Tegut“ ab.

Drei weitere Produkte waren „befriedigend“. Eins wurde mit „ausreichend“, drei mit „mangelhaft“, eins mit „ungenügend“ bewertet.
Eine Abwertung im Urteil gab es bei einem Bioprodukt wegen der Fangmethode: Der Seelachs wird mit Grundschleppnetzen gefangen. Aus wissenschaftlicher Sicht werde damit der Meeresboden schwer verwüstet, kritisieren die Tester. Der zu kleine Bestand und die Herkunft des verarbeiteten Seelachs seien ebenfalls problematisch.

In zwei anderen Produkten wurden laut „Öko-Test“ stark erhöhte Werte des Fettschadstoffs 3-MCPD nachgewiesen. Im Tierversuch zeigt sich 3-MCPD als schädigend für die Nieren. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat deshalb eine maximale Aufnahmemenge pro Tag festgelegt. 30 Kilogramm schwere Kinder nehmen demnach schon mehr auf, wenn sie von diesen Produkten fünf einzelne Fischstäbchen essen.

Eine gemischte Antwort geben die Tester auf die Frage, ob Fischstäbchen gesund sind. Zum einen liefern sie hochwertiges Eiweiß, Omega-3-Fettsäuren und Jod, Lachs ist auch eine gute Quelle für Vitamin D. Problematisch ist aus Sicht der Tester aber die fettreiche Panade – besonders dann, wenn Fischstäbchen in der Pfanne gebraten werden. Mit fünf Fischstäbchenhaben Kinder dann schon ein Drittel der empfohlenen Fettmenge pro Tag zu sich genommen. Eltern können dem aber entgegensteuern, indem sie die Fischstäbchen im Ofenzubereiten.

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Reise

In Corona-Zeiten verreisen Urlauber gern mit dem Wohnmobil

Wegen der Corona-Krise verzichten viele Menschen in diesem Jahr auf den Pauschalurlaub und steigen auf ein Wohnmobil um. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Staffelbach (dpa) – Die Corona-Krise hat so manche Urlaubspläne durcheinander gebracht. Statt Pauschalurlaub am Strand mieten in diesem Jahr viele Menschen ein Wohnmobil – für manche ein Abenteuer.
Fahren, wohin man Lust hat. Und abreisen, sobald es öde wird. Das ist der Charme von Camping. Angesichts der Corona-Pandemie ist diese Art von Urlaub in diesem Sommer besonders beliebt. Die Vermieter von Wohnmobilen freuen sich über eine große Nachfrage.

Unter den Kundinnen und Kunden seien auch viele, die zum ersten Mal Camping ausprobieren wollten, sagt Thomas Kretschmer vom Verbund unabhängiger Wohnmobilvermieter im bayerischen Staffelbach. Auch bei der Vermittlungsplattform „PaulCamper“, die nach eigenen Angaben der größte Anbieter für private Vermietungen in Deutschland ist, haben die Buchungen deutlich angezogen.

Kretschmer vermietet über sein Portal an die 700 Wohnmobile, Bullis und Kastenwagen. Über Wochen stand bei ihm das Telefon still. „Das Ostergeschäft ist komplett verloren gegangen“, sagt er. Doch seitdem die Campingplätze wieder geöffnet sind und die Menschen wieder verreisen dürfen, greifen so viele Interessierte auf sein Portal zu wie noch nie. Die Zahl der Buchungen habe im Mai und Juni deutlich zugenommen, sagt Kretschmer. Großes Interesse gebe es vor allem in den Sommerferien. Etwa 70 Prozent der Fahrzeuge seien in der Zeit bereits ausgebucht.

Über die Sharing-Plattformen „PaulCamper“ können private Besitzer ihre Campingbusse, Wohnmobile und Wohnwagen gegen Geld verleihen, denn diese stehen viele Wochen im Jahr ungenutzt herum. Inzwischen sind mehr als 6000 Fahrzeuge in Deutschland, Österreich und den Niederlanden registriert. Gründer Dirk Fehse stellt eine deutlich erhöhte Nachfrage nach kontaktarmen und flexiblen Urlaubsalternativen fest. „Der Camping-Trend wird nicht nur weiter anhalten, sondern durch Corona noch beschleunigt“, meint er. Seit Anfang Mai verzeichnet das Unternehmen mit fast 9000 Buchungen ein Wachstum von 100 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

In den vergangenen zwei Jahren hat es nach Angaben von Kretschmer geradezu einen Reisemobil-Boom gegeben. Auch die Zahl der Anbieter, die im Verbund unabhängiger Wohnmobilvermieter organisiert sind, steigt seit Jahren. Kretschmer sieht vor allem einen Trend zu Bullis und Kastenwagen, da diese preiswerter als Wohnmobile seien. Denn Camping bedeutet nicht zwangsläufig, dass man einen günstigen Urlaub verbringt.

„Viele Leute unterschätzen die Kosten“, sagt Stephan Bühring vom Wohnmobilverleih in Erlangen. 140 bis 160 Euro kostet ein Wohnmobil bei ihm in der Hauptsaison pro Nacht. Dazu kommen Sprit und die Miete auf dem Campingplatz. In diesem Jahr gehen auch bei ihm mehr Anfragen als sonst ein. Mehr Buchungen als im Vorjahr seien es bisher aber nicht, sagt er. Seine Vermutung: Der Preis schrecke manche Camping-Anfänger dann doch ab.

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Aus Allen Staaten

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