19. Juni 2021 Selected Articles

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Aus Aller Welt

Wegen Corona-Krise: Hamburg und Wien stürzen im Städte-Ranking ab

London/Hamburg (dpa) – Wegen der Corona-Krise sind deutsche und europäische Städte in einer Rangliste der lebenswertesten Städte der Welt weit zurückgefallen. Das geht aus dem Ranking hervor, das die britische «Economist»-Gruppe am Mittwoch vorstellte.

Danach stürzte Wien, zuvor die lebenswerteste Stadt der Welt zwischen 2018 und 2020, auf Platz 12. Der größte Abstieg betraf Hamburg, das um 34 Ränge auf Platz 47 fiel. Frankfurt/Main sank auf Rang 39 ab (29 Plätze runter), Düsseldorf auf Rang 50 (28 Plätze runter). Acht der zehn größten Abstürze sind europäische Städte. Damaskus in Syrien bleibt die am wenigsten lebenswerte Stadt der Welt.

«Auckland ist an die Spitze des Rankings aufgestiegen, weil es die Corona-Pandemie erfolgreich eingedämmt hat», hieß es. Dadurch konnte das gesellschaftliche Leben offenbleiben und die Stadt in Neuseeland bei einer Reihe von Kriterien wie Bildung, Kultur und Umwelt stark punkten.
Es folgen Osaka (Japan), Adelaide (Australien), Tokio (Japan) und Wellington (Neuseeland). Der größte Aufsteiger im diesjährigen Index ist Honolulu. Die Stadt kletterte um 46 Plätze auf Rang 14, nachdem sie große Fortschritte bei der Eindämmung der Pandemie und der Einführung ihres Impfprogramms gemacht hatte.

Insgesamt habe die Corona-Pandemie zu einer Verschlechterung der globalen Lebensqualität geführt, da die Städte Lockdowns und erhebliche Belastungen für ihre Gesundheitssysteme erlebten. Die durchschnittliche Bewertung der Lebensqualität lag fast sieben Punkte niedriger als im Jahr vor der Pandemie.

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Sport

Hockey-Damen unterliegen Rekordmeister Niederlande im EM-Finale

Wie schon 2019 verlieren die deutschen Hockey-Damen das EM-Finale gegen den Rekordchampion Niederlande mit 0:2.

Hockey, Damen: EM, Deutschland – Niederlande, Finalrunde, Finale.
Die Deutschen Cecile Pieper (l-r), Nike Lorenz,
Amelie Wortmann und Kira Horn stehen enttäuscht auf dem Platz. Foto: dpa

Amsterdam (dpa) – Die deutschen Hockey-Damen haben wie schon 2019 das EM-Finale gegen die Niederlande verloren. Der Olympia-Dritte unterlag am Sonntag dem Weltmeister in Amsterdam vor 3500 Zuschauern mit 0:2 (0:1). Marloes Keetels (18. Minute) und Frédérique Matla (56.) erzielten die Treffer. Deutschland hatte zuvor mehrere gute Ausgleichschancen vergeben, darunter auch acht Strafecken. Beste deutsche Spielerin war dennoch Torfrau Julia Sonntag.

Die Keeperin hatte bereits nach 16 Sekunden einen Rückhandschlag von Matla pariert, ehe sie drei Schüsse in Serie (14.) bei der zweiten Strafecke des Weltmeisters abwehrte. Doch bei der folgenden Variante auf Keetels (18.) war auch Sonntag geschlagen. Noch im zweiten Viertel erspielte sich Deutschland fünf Strafecken, aber Sonja Zimmermann (21.) und Nike Lorenz (23.) scheiterten.

Zu Beginn des dritten Abschnitts entschärfte Sonntag (32.) erneut einen Eckenschuss von Matla. Deutschland wurde nun mutiger, erspielte sich fünf Kreiseintritte, kam aber nur selten zum Abschluss. Die beste Möglichkeit hatte Lisa Altenburg (45.) in Überzahl, als sie frei vor dem Tor ein Zuspiel von Charlotte Stapenhorst nicht verwerten konnte.

Auch im Schlussviertel hatte der deutsche Olympia-Kader noch gute Ausgleichschancen, aber Zimmermann und Altenburg konnten aus drei weiteren Strafecken (47.) kein Kapital schlagen. Dies rächte sich, als Matla (56.) nach einem Ballverlust von Selin Oruz einen Konter zum 2:0 abschloss.

Bereits am Samstag hatten die deutschen Herren ihr Endspiel mit 1:4 im Penaltyschießen gegen die Niederlande verloren und damit den ersten EM-Titel seit 2013 verpasst. Dabei führte der Olympia-Dritte bis wenige Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit mit 2:1, kassierte dann aber den Ausgleich mit der Schlussstrafecke. «Die Enttäuschung ist riesig, weil wir gemerkt haben, das Team ist bereits so weit, um Turniere zu gewinnen», sagte Bundestrainer Kais al Saadi. «Die letzten neun Sekunden hätten wir aber wirklich nicht gebraucht.»

Christopher Rühr (21.) hatte den zunächst überlegenen deutschen Olympia-Kader per Siebenmeter in Führung gebracht, ehe ein von Lukas Windfeder (34.) abgefälschter Ball zum 1:1 führte. Dennoch gelang Constantin Staib (56.) das 2:1, die Niederlande erzwangen aber mit der Schlussstrafecke den Shootout. Dort traf nur Hoofdklasse-Legionär Florian Fuchs. «Auch solche Ausgänge gehören zum Sport dazu. Wir haben heute unser bestes Turnierspiel gemacht», resümierte Kapitän Tobias Hauke. Für beide deutschen Teams war es die erste Niederlage im jeweils fünften EM-Spiel.

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Feuilleton

Potsdam: Filmmuseum feiert 40. Geburtstag

Mit einem Kino, Ausstellungen und Sammlungen bewahrt und vermittelt das Filmmuseum das filmische Erbe der über 100-jährigen Geschichte des Film- und Medienstandorts. Foto: Soeren Stache/dpa

Potsdam (dpa) – Es ist das älteste Filmmuseum Deutschlands und seit vier Jahrzehnten im Marstall in Potsdamzuhause: Mit zwei Jubiläumsausstellungen – im Foyer des Marstalls und digital auf der Website – lässt das Haus die vergangenen Jahre Revue passieren. Die eine Schau berichtet nach Angaben des Museums von der ersten Filmtechnikausstellung, mit der das Museum 1981 eröffnet wurde. Sie erzählt zudem von der Schnelligkeit, mit der es in den 90er Jahren wuchs, als man aus den Studios der aufgelösten DEFA Objekte und Dokumente für die Sammlung barg.

In einer zweiten, aber virtuellen Ausstellung sprechen aktuelle und ehemalige Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen über ihre persönlichen Werdegänge, Projekte und Arbeitsbereiche, wie das Museum am Mittwoch weiter mitteilte.

Mit vier Dauerausstellungen zur Filmgeschichte in Babelsberg, 127 Sonderschauen zu nationalen und internationalen Themen, 80 Foyerausstellungen und seinem Kinoprogramm zog das Haus bereits über drei Millionen Gäste an.

Noch einmal drei Millionen Besucher und Besucherinnen sahen die Familienschauen zum Sandmann, zur Sendung mit der Maus und über «Die Digedags».

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Gesundheit

Biontech/Pfizer: 95 Prozent Schutz nur nach vollständiger Impfung

Biontech-Impfstoff: Der Erhalt nur einer Spritze könnte einen kürzeren Schutz-Zeitraum bedeuten, insbesondere in Gegenden mit neuen Coronavirus-Varianten. Wolfgang Kumm/dpa

Tel Aviv (dpa) – Eine neue Studie aus Israel unterstreicht die Notwendigkeit, sich doppelt mit dem Biontech-Präparat gegen das Coronavirus impfen zu lassen.

Eine landesweite Untersuchung des dortigen Gesundheitsministeriums und des Herstellers Pfizer bescheinigte dem Impfstoff zwischen sieben und 14 Tagen nach Erhalt der ersten Dosis eine Schutzwirkung von 58 Prozent vor einer Infektion, von 76 Prozent vor einer Krankenhauseinweisung und 77 Prozent vor dem Tod. Sieben Tage nach der vom Hersteller empfohlenen zweiten Dosis reduziert sich das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus, einer Krankenhauseinweisung oder des Todes demnach jeweils um mehr als 95 Prozent.

Die Verfasser der im Fachmagazin „The Lancet“ veröffentlichten Studie betonten, dass noch wenig über die Dauer der Wirksamkeit der ersten Dosis bekannt sei. Der Erhalt nur einer Spritze könnte einen kürzeren Schutz-Zeitraum bedeuten, insbesondere in Gegenden mit neuen Coronavirus-Varianten.

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Reise

Nordsee: Die schönsten Inseln des Wattenmeers

Die reetgedeckten Häuser in Nordby auf Fanø strahlen eine
 gelassene Gemütlichkeit aus.    Foto: Bernadette Olderdissen/dpa

Nordby/Westerland (dpa) – Von Fanø über Amrum, Norderney und Borkum bis Texel: Die Inseln des Wattenmeers sind jede auf ihre ganz eigene Weise schön. Wer sich reif für die Insel fühlt, muss nicht ans Mittemeer oder in die Karibik fliegen. Jede Menge Abwechslung bieten auch die Inseln des Unesco-Weltnaturerbes Wattenmeer in der Nordsee – vom dänischen Fanø über die friesischen Inseln Deutschlands bis Texel in den Niederlanden.
Wenn Sie mehr über die Inseln wissen wollen, sollten Sie die Wochenpost bestellen unter der Telefonnummer 586-486-5496.

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Von «Kluntjes» und «Wulkjes»: Warum in Ostfriesland immer Teezeit ist

Schwarzer Tee wird bei einer Teezeremonie im Bünting Teemuseum auf einen Kandis, «Kluntje» genannt, gegossen. Foto: Sina Schuldt/dpa

Von Lennart Stock
Aurich (dpa) – Für eine Tasse schwarzen Tee ist in Ostfriesland immer Zeit. Oder besser gesagt: Für drei Tassen. Nicht umsonst lautet eines der berühmtesten plattdeutschen Sprichwörter «Dree is Oostfresenrecht» – was so viel bedeutet wie: Bei einer Teezeremonie werden mindestens drei Tassen unaufgefordert eingeschenkt, das gilt als Ostfriesen-Recht. «In Ostfriesland kommt man am Tee nicht vorbei», sagt Matthias Stenger. Das aromatische Heißgetränk sei prägend für die Region im äußersten Nordwesten Deutschlands.

Stenger muss es wissen, denn er ist Direktor der Ostfriesischen Landschaft, einem Regionalverband für Kultur und Bildung in Aurich und erste Anlaufstelle für Fragen rund um Ostfriesland. Zudem war er viele Jahre Leiter des Ostfriesischen Teemuseums in Norden.

«Teetied», also Teezeit, erklärt Stenger, sei in Ostfriesland so gut wie immer. «In Ostfriesland strukturiert Tee zu einem guten Teil noch den Tag.» Meist beginne der Tag mit einer erste Tasse zum Frühstück und ende damit am Abend. Um 21 Uhr noch einmal eine Kanne Tee aufzusetzen sei durchaus üblich. «Das wirkt für Menschen außerhalb Ostfrieslands völlig irre», sagt Stenger.
Denn mit einem hohen Koffein-Anteil sei Tee eher als anregend bekannt. «Doch bei dem hohen Konsum hat in Ostfriesland eine Gewöhnung stattgefunden, die einen am tiefen Schlaf nicht hindert», erklärt der Fachmann.

Tatsächlich ist der Teekonsum der Ostfriesen enorm: Pro Kopf trinkt ein Ostfriese nach Angaben des Deutschen Teeverbands im Schnitt etwa 300 Liter Tee im Jahr. Das ist etwa zehn Mal mehr als der durchschnittliche Bundesbürger. Wäre Ostfriesland ein eigener Staat, läge der kleine Landstrich beim weltweiten Pro-Kopf-Verbrauch ganz vorne, erklärt Stenger. Doch warum ist gerade Tee in der Region so beliebt, wo Deutschland doch eigentlich eher als ein Land von Kaffeetrinkern gilt?

Das Geheimnis liegt wohl in der weit zurückreichenden ostfriesischen Teekultur. Seit 2016 ist sie als immaterielles Kulturerbe bei der Unesco anerkannt. Die Anfänge der Teekultur gehen bis in das 17. Jahrhundert zurück. Dass sich in der Region eine eigene Teekultur bildete, führen Experten unter anderem auf die Abgelegenheit der ostfriesischen Halbinsel zurück. «Vor 400 Jahren, als der erste Tee nach Ostfriesland kam, gab es nur wenige Straßen», erklärt die Leiterin des Bünting Teemuseums in Leer, Celia Hübl. Im Süden erschwerte ein Moorgürtel den Zugang – zu allen übrigen Himmelsrichtungen liegt bis heute die Nordsee.

Daher erreichte 1610 der Tee Ostfriesland auch über den Seeweg. Die Niederländer brachten ihn aus ihren Kolonien in Asien mit. «Tee war mindestens 150 Jahre lang sehr, sehr teuer», erklärt Henning Priet, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Teemuseum die Anfänge. Erst später kam er auch in der breiten Bevölkerung an. «Natürlich hat man den Tee in Ostfriesland damals nicht genauso getrunken wie heute», sagt Hübl.

Wer heute in den unzähligen Teestuben der Region eine echte «Teetied» erlebt, weiß, dass Ostfriesen das Teetrinken zelebrieren: In feine, dünnwandige Porzellantassen wird zunächst ein Stück Kandiszucker, der sogenannte Kluntje, gegeben. Der heiße Tee wird dann möglichst neben den Zucker gegossen – schließlich soll der Kluntje nicht sofort zerspringen und möglichst für drei Tassen reichen, erklärt Hübl. Mit einem Löffel wird dann Sahne in den Tee gegeben, die weiße Wolken auf den Tee zaubert. Ostfriesen nennen sie auf Plattdeutsch «Wulkjes». Der beiliegende Teelöffel ist übrigens nicht zum Umrühren gedacht. Er dient allein dazu, dem Gastgeber anzuzeigen, dass kein Tee mehr gewünscht ist und wird dann in die Tasse gelegt.

Wichtiger als die genaue Abfolge der Regeln sei aber eigentlich die Atmosphäre, erklärt Tee-Experte Priet. «Die Gastfreundschaft, die mit der Teekultur verbunden ist, finden wir viel wichtiger als wenn jemand seinen Kluntje kaputtrührt.» Teetrinken habe etwas damit zu tun, sich Zeit zu nehmen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Ganz egal ob bei der Arbeit oder zum Nachmittagstee im heimischen Wohnzimmer.

Bei einem geben die Ostfriesen dann aber doch noch genau Acht: Sie setzen beim Tee allein auf die «echte ostfriesische Mischung». Die ist auch fast nur in Ostfriesland erhältlich, denn nur vier Firmen, die auch in Ostfriesland ihren Tee mischen und verpacken, dürfen diesen «echten Ostfriesentee» nennen. Dazu zählen die Marken Bünting (Leer), Thiele (Emden), Onno Behrends (Norden) und Uwe Rolf (Aurich).

Die Teekultur werde meist in Familien von Generation zu Generation weitergeben und damit oft sogar die Teesorte, erklärt Stenger. Während es früher problematisch gewesen sei, wenn eine Lutheranerin einen Calvinisten heiratete, sei es heute mitunter problematisch, wenn ein Thiele-Haushalt auf einen Bünting-Haushalt treffe, sagt er mit einem Augenzwinkern. «Da muss man sich dann zusammenraufen.»

Auch bei vielen Urlaubern, die nach Ostfriesland kommen, ist die Teekultur gefragt. «Viele möchten natürlich eine echte ostfriesische Teezeremonie erleben», berichtet Wiebke Leverenz von der Ostfriesland Tourismus GmbH. Beste Gelegenheiten bieten dazu neben den vielen Teestuben auch die Teemuseen in Leer und Norden.

Die Ostfriesische Landschaft arbeitet zudem in einem Projekt daran, die Teekultur als immaterielles Kulturerbe für nachhaltigen Kulturtourismus herauszustellen. «Wie können wir so ein Pfund wie die ostfriesische Teekultur in Wert setzen», sei dabei die zentrale Frage, sagt Stenger.

Darüber will die Landschaft nun auch bei einem Symposium beraten – sicherlich bei einer Tasse echtem Ostfriesentee.

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Aus Allen Staaten

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WOCHENPOST-Wortschatz

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Bienenrettung aus dem Automaten – Projekt wächst bundesweit

Samenmischungen für ein paar Cent aus umgebauten Kaugummi-Automaten. Was Ende 2019 in Dortmund zur Bienenrettung begann, findet inzwischen deutschlandweit Anklang. Schulen, Kitas, auch Bestatter machen mit.

Dortmund: Saatgutmischungen für bienengerechte Blumen werden in umgebauten Kaugummiautomaten angeboten. Das Projekt, das im Herbst 2019 in Dortmund mit einer einzelnen umfunktionierten Kiste startete, hat inzwischen überall in Deutschland Unterstützer gefunden. Foto: Sebastian Everding/dpa

Dortmund (dpa) – Umgebaute Kaugummi-Automaten mit 50 Cent füttern und damit einen kleinen Beitrag gegen das Bienensterben leisten: Für ein Projekt, das im Herbst 2019 in Dortmund mit einer einzelnen umfunktionierten Kiste startete, haben sich inzwischen überall in Deutschland Mitstreiter gefunden, berichtet Initiator Sebastian Everding. Nachfragen kommen von Grundschulen, Kitas, Gemeinden, Vereinen, Firmen, Privatpersonen, Familienzentren, einem SOS-Kinderdorf oder auch Bestattungsunternehmern.

Der 100. Automat wurde kürzlich in Berlin vor einer Bezirkszentralbibliothek montiert, schildert Everding. Mehr als 60 Interessenten stehen noch auf der Warteliste für eine der knallgelben Kisten. Der Handwerksmeister arbeitet die ausrangierten Automaten in seiner kleinen Manufaktur in Dortmund auf und funktioniert sie um.

Die Saatgutmischungen oder Blumenzwiebeln kommen vom Projektpartner «Bienenretter» aus Frankfurt am Main. Sie stecken in wiederverwertbaren Kapseln und sollen Wild- und Honigbienen in Zeiten von Flächenversiegelung, Pestizideinsatz und Monokulturen auf vielen Grünflächen das Überleben erleichtern.

Das Verkapseln sei sehr aufwendig und werde von Mitarbeitern einer integrativen Werkstatt im Ruhrgebiet übernommen. Neben jeder Bienenkiste hänge eine weitere Box, in die man die leeren Kapseln werfen könne – im Sinne der Nachhaltigkeit zur späteren Neubefüllung.

Die Automaten «made in Dortmund» bestehen aus zwei Ausgabeseiten: Die eine gibt eine Kapsel mit einer regionalen ein- und zweijährigen Samenmischung aus, die andere Seite eine mehrjährige Blumen-Mischung. Dabei fällt der Mix etwa für Hamburg anders aus als in Bayern: «Wir haben schon vier Regionalmischungen zusammenstellt, je nach den Gegebenheiten in Flora und Fauna vor Ort», erläutert Everding. Im Norden und Westen der Republik sei die Nachfrage besonders hoch.

In die allerersten Automaten konnte man – je nach Mischung – 20 oder 50 Cent einwerfen. Wegen gestiegener Samenpreise gebe es aktuell nur noch Kisten mit 50-Cent-Einwurf, alte Automaten würden noch entsprechend umgerüstet.

Die Teile für seine Automaten bezieht Everding über Kleinanzeigenportale oder erhält sie von befreundeten Automatenaufstellern. Jede Bienenretter-Kiste sei ein Unikat, in das er viele Stunden Handarbeit stecke. Mit dem Erlös fördern die «Bienenretter» den Angaben zufolge Öko- und Bildungsprojekte. Zuvor hatte Everding mit «Witzen to go» – Zetteln mit Gags für Centbeträge aus einer Ex-Kaugummi-Box – für Schlagzeilen gesorgt.

Wochenpost – STICHWÖRTER– TRANSLATION

Samenmischungen – seed mixtures
umgebauter – rebuilt
Kaugummni – chewing gum
findet Anklang – meet with approval
Kitas – day care centers
Beitrag – contribution
Bienensterben – dying bees
einzelnen – single
Mitstreiter – fellow militants
Bestattungsunternehmern – funeral homes
Bezirks– – district’s
montiert – assembled
schildert – depicts
knallgelben – bright yellow
Kisten – boxes
ausrangierten – discarded
funktioniert um – repurposed
Saatgutmischungen – sowing seed mixes
Blumenzwiebeln – flower bulbs
wiederverwertbaren – recycled
Flächenversiegelung – sealed surfaces
Pestizideinsatz – use of pesticides
Überleben – survival
erleichtern – ease
leeren – empty
Sinne – idea being
Nachhaltigkeit – saving (them)
zwei Ausgabeseiten – two-sided offerings
mehrjährige Blumen – perennial
Gegebenheiten – givens
erläutert – explained
allerersten – very first
wegen – on account of
entsprechend – correspondingly
umgerüstet – reconfiguered
Kleinanzeigenportale – classified ad sites
befreundeten – friendly
Automatenaufstellern – vending machine owners
Unikat – one of a kind
Erlös– proceeds
Witzen – jokes
Zetteln – slips of paper
Schlagzeilen – headlines

Trans: Barbara Weidendorf, B.A., M.A.

*Note: Previous selections can be found in the Archives section of the site.*