20. April 2019 Selected Articles

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Aus Aller Welt

«Sarotti-Mohr» im Kreuzfeuer – emotionale Debatte um Alltagsrassismus

Ein beleuchtetes Werbeschild mit der Abbildung eines sogenannten «Sarotti-Mohr» steht auf der Preistafel der Theke im Foyer des Mannheimer Kulturzentrums «Capitol». Foto: dpa

«Mohrenköpfe», «Mohrenstraße», «Mohren-Apotheke» – sind das harmlose, historisch gewachsene Bezeichnungen oder diskriminierende Überbleibsel aus Kolonialzeiten? In Mannheim macht sich die Diskussion an der Theken-Dekoration eines Kulturzentrums fest.

Von Julia Giertz

Mannheim (dpa) – Am «Sarotti-Mohr» scheiden sich die Geister. Das erfährt gerade das Mannheimer Kulturzentrum Capitol: Über seiner Theke prangen zwei «Mohren»-Embleme, die in der Quadratestadt zu erbitterten Diskussionen führen. Für die einen ist der kleine schwarze Kerl mit Pluderhose, Schnabelschuhen und Tablett eine süße Kindheitserinnerung an Schokoladengenuss – für andere ist der «Sarotti-Mohr» kolonialrassistisches Symbol und Zeichen mangelnden Feingefühls gegenüber schwarzen Menschen.

Auslöser der Debatte war eine Veranstaltung zum Thema Alltagsrassismus im vergangenen Oktober, bei der Teilnehmer die Dekoration im Foyer beanstandeten. Allein im Internet prallen inzwischen Argumente zu Hunderten aufeinander. Den Kritikern der Dekoration wird krankhafte politische Korrektheit vorgeworfen. Schwarze Menschen beschweren sich wiederum darüber, immer wieder erklären zu müssen, was Rassismus ist. Das Thema wühlt auf – auch mehr als 100 Jahre nach Erfindung der Werbe-Figur.

Deren rassistische Deutung weist der Produzent der Sarotti-Schokolade, die Firma Stollwerck aus Norderstedt, zurück. «Aus unserer Sicht gibt es keine Veranlassung, die Marke Sarotti in diese fragwürdige Interpretation zu bringen», heißt es in einem Statement des Unternehmens, das zur belgischen Baronie-Gruppe gehört. Doch ganz unberührt von öffentlicher Diskussion agiert das Unternehmen nicht: Seit 2004 gibt es den «Sarotti-Mohren» als Markenzeichen gar nicht mehr. Aus dem «Botschafter des guten Geschmacks» in Diener-Habitus wurde ein auf einer Mondsichel balancierender «Magier» mit goldener Haut, der nach den Sternen greift.

Der Begriff «Mohr» hat nach Überzeugung einer Unternehmenssprecherin keinen negativen Beigeschmack. Anders bewertet das der Sprachwissenschaftler Henning Lobin. «Mohr» habe sich seit dem 19. Jahrhundert von einem eher neutral verwendeten Wort in ein abfälliges verwandelt. Der Direktor des Instituts für Deutsche Sprache (IDS) sagt: «Das kann man zum einen daran erkennen, dass das Adjektiv, das in Textkorpora am häufigsten mit “Mohr” kombiniert wird, “kohlpechrabenschwarz” lautet, zum anderen an der Tatsache, dass es heute offensichtlich andere, neutralere Wörter zur Bezeichnung schwarzer Menschen gibt.» Wer «Mohr» sage, übe zugleich indirekt Kritik daran, dass man dieses und weitaus beleidigendere Wörter zur Bezeichnung von Menschen nicht mehr verwenden dürfe.

Ähnliche Diskussionen wie in Mannheim gab es auch andernorts schon: In Frankfurt hatte der Ausländerbeirat im vergangenen Jahr – vergeblich – die Umbenennung zweier «Mohren-Apotheken» gefordert. In den Niederlanden sind der Stein des Anstoßes die schwarz geschminkten «Zwarten Pieten» («Schwarzer Peter»), die Helfer des Nikolaus’. Für viele sind sie ein rassistisches Symbol, für andere gehört die Figur zur niederländischen Identität wie Tulpen und Käse.

Was macht das Capitol angesichts der Unversöhnlichkeit der Ansichten? Nach sechs Veranstaltungen zum Thema «Kein Platz für Rassismus» mit 700 Teilnehmern haben die Betreiber entschieden, die Figuren weiter zu zeigen. «Ihre Haltung wird aber verändert. Sie soll zum Symbol für unseren Wunsch werden, mit unseren Gästen dauerhaft im Gespräch zu bleiben.» Weiter heißt es: «Eine Irritation des Betrachters ist hier gewünscht und beabsichtigt, diese soll den Dialog anregen.»

Ruhan Karakul befürchtet eine «karnevaleske Verzerrung» der Figur, etwa durch antirassistische Aufkleber. Die Rechtsanwältin und Ex-Co-Vorsitzende der Alevitischen Gemeinde Deutschlands hat als einziges Mitglied im Beratergremium des Capitols für einen Verzicht auf die Retro-Werbung plädiert. Durch den Erhalt werde Rassismus reproduziert. Auch das Antidiskriminierungsbüro Mannheim betrachtet die Sarotti-Werbung als ein inakzeptables «Paradebeispiel von wiederkehrender Alltagsdiskriminierung». Gemeinsam mit Karakul kritisiert der Verein, dass dem Beratergremium keine schwarzen Menschen angehört haben. Die schwarze Moderatorin und Autorin Mo Asumang stand dem Capitol außerhalb des Gremiums als externe Beraterin zur Seite.

Wie der Verein und Karakul sieht die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) das Capitol auf dem falschen Weg. Es versuche, es allen recht zu machen. «Da fühlen sich Leute diskriminiert, wo ist das Problem, die Figuren abzuhängen?», fragt Verbandssprecher Tahir Della. Auch ohne sie lasse sich weiter über Rassismus debattieren, etwa auch über die «Mohrenstraßen» in vielen deutschen Städten.

Mit Spannung wird erwartet, mit welcher Haltung das Kulturzentrum die «Mohren» in den nächsten Wochen präsentieren wird. Bislang ist noch keine Idee des Capitol-Kreativteams an die Öffentlichkeit gedrungen

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Sport

Vettel gereizt nach Teamorder-Kritik – Hamilton siegt im 1000. Rennen

Sebastian Vettel kann Lewis Hamilton einmal mehr nicht stoppen. Der Brite gewinnt das prestigeträchtige 1000. Rennen in der Geschichte der Formel 1. Vettel hilft auch ein Platztausch mit Charles Leclerc nicht entscheidend weiter. Ferrari hat Gesprächsbedarf.

Formel-1-Weltmeisterschaft, Grand Prix von China. Der Sieger, Mercedes-Pilot Lewis Hamilton aus Großbritannien (l), duscht den Drittplatzierten Ferrari-Piloten Sebastian Vettel aus Deutschland mit Champagner. Foto: dpa

Von Jens Marx und Martin Moravec

Shanghai (dpa) – Sebastian Vettel ging nach der einschüchternden Machtdemonstration des neuen WM-Spitzenreiters Lewis Hamilton im 1000. Formel-1-Rennen in den Angriff über. Gereizt reagierte der 31-Jährige am Sonntag auf die Kritik an der Ferrari-Teamorder beim Großen Preis von China zu seinen Gunsten und auf Kosten des aufstrebenden Charles Leclerc.
«Lassen Sie es mich mal so sagen: In dem Moment, als es passierte, wusste ich, dass diese Fragen kommen würden», sagte Vettel – ruhig, aber bestimmt. «Ich weiß nicht, ob ich sie beantworten will. Ich habe ein bisschen etwas gegen die Arbeitsweise, Sie nehmen Teile aus Antworten und stellen sie in ein anderes Licht.»

Vettels China-Reise endete nicht, wie er und Ferrari sie sich vorgestellt und erhofft hatten. Der dritte Platz hinter Hamilton nach dessen entspannt wirkender Triumphfahrt zum 75. Karrieresieg und Valtteri Bottas im zweiten Mercedes war Vettels erster Podestplatz in diesem Jahr. «Ich bin glücklich, auf dem Podium zu sein. Es war aber hart. Wir haben versucht dranzubleiben, aber es ging einfach nicht», sagte Vettel.

Teamkollege Leclerc, der früh im Rennen gegen seinen Willen Vettel überholen lassen musste, kam nur auf den fünften Rang. Dazwischen schob sich im großen Jubiläumsrennen, das für Nico Hülkenberg wegen eines Defekts am Renault auf dem Shanghai International Circuit früh endete, Max Verstappen im Red Bull.

«Diese und die kommenden Wochen sind sehr wichtig für uns, damit wir sehen, wohin es die kommenden Monate geht. Heute waren wir nicht so schnell wie Mercedes», betonte Vettel. Ebenso werden sie zeigen, wie das Team mit dem Stallduell umgeht des erfahrenen viermaligen Weltmeisters gegen den zehn Jahre jüngeren Nachwuchsmann, der Vettel in China gleich am Start überholt hatte.

So wie Hamilton seinen Teamkollegen Bottas. «Am Start konnte ich es entscheiden, der Rest war Geschichte», meinte Hamilton und fühlte sich einfach nur auf «Wolke sieben». Es sei «etwas Besonderes», betonte er nach dem Doppelerfolg in dem historischen Grand Prix rund 69 Jahre nach dem Auftakt am 13. Mai 1950 in Silverstone. Kaum aus dem Auto, herzte Hamilton jeden einzelnen, auch Daimler-Chef Dieter Zetsche bekam einen Knuddler ab.

Für den 34 Jahre alten Hamilton war es der zweite Saisonsieg und bereits der sechste in China. Im Klassement führt er in diesem Jahr erstmals, sechs Punkte hat Hamilton (68) mehr als Bottas (62). Verstappen, mit dem sich Vettel ein packendes Duell um Rennplatz drei geliefert hatte, ist im Klassement Dritter (39). Mit 31 Punkten Rückstand auf Hamilton folgt Vettel auf Gesamtrang vier. Leclerc ist Fünfter und hat einen Zähler weniger als Vettel.

Mit ein bisschen Abstand und den Teambesprechungen konnte der Monegasse auch die Entscheidung nachvollziehen, Vettel passieren zu lassen. Die Scuderia wollte dabei den Abstand zu den Silberpfeilen verkürzen. So forderte der Kommandostand Leclerc auf, mehr Tempo zu machen, sonst müsse er Vettel überholen lassen. In der elften Runde bekam der Monegasse die unmissverständliche Anweisung: «Lass Sebastian vorbei, lass Sebastian vorbei.» Leclerc gehorchte, Vettel war nun Dritter.

Der von Ferrari als schneller eingeschätzte viermalige Weltmeister kam jedoch vorne einfach nicht ran. «Und was jetzt?», fragte der drängende Leclerc süffisant über den Boxenfunk. «Ich verliere ziemlich viel Zeit.» Vettel verbremste sich und wurde seinerseits angewiesen, mehr Druck zu machen. Er habe zunächst nicht den Rhythmus gefunden, erklärte Vettel.

«Es ist natürlich schwer für ein Team, so eine Anordnung zu geben», erklärte Ferraris Rennstallverantwortlicher Mattia Binotto. Der Teamchef saß im Motorhome rund zwei Stunden nach Rennenende auf einem roten Hocker, neben ihm auf der einen Seite Leclerc, neben ihm auf der anderen Seite Vettel.

Gedanken, wie man künftig bei der Scuderia mit möglicherweise ähnlichen Fälle umgehen wird, werde man sich nicht machen, betonte Binotto. Priorität habe, das Auto schnell zu machen.

Denn gegen diese Mercedes-Fahrer wird auch der fünfte Vettel-Versuch, endlich den ersten WM-Titel mit dem Ferrari zu holen, ein schwerer. Hamilton und Bottas fuhren auf dem Kurs, der ob zwei langer Geraden auf den Ferrari mit seinem starken Motor zugeschnitten schien, ein eigenes Rennen. Bei einem Reifenwechsel konnte sich das Team sogar leisten, beide Wagen direkt nacheinander abzufertigen. Auch der Plan ging bei der Machtdemonstration der Silberpfeile auf.

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Feuilleton

Vater eines Genies – Leopold Mozart als Manager und Musiker

Teilnehmer einer Presseführung durch die Ausstellung «Leopold Mozart (1719–1787). Musiker-Manager-Mensch» im Mozart-Wohnhaus sehen sich Exponate an.  Foto: dpa

Salzburg (dpa) – Welches Leben führte Leopold Mozart, abgesehen davon, dass er Vater eines Musikgenies war? Eine Ausstellung im Mozart-Wohnhaus begibt sich auf Spurensuche – und findet einen komplexen Charakter.

Manager, Netzwerker, Komponist, Musiker und Pädagoge – eine Ausstellung in Salzburg beleuchtet die vielen Facetten von Leopold Mozart (1719-1787). Der Vater von Musikgenie Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) werde zu Unrecht oft nur in seiner Beziehung zum Sohn wahrgenommen, so die Ausstellungsmacher. Der aus Augsburg stammende Leopold habe als Vizekapellmeister am Hof des Fürsterzbischofs und als Verfasser der ersten umfassenden Violinschule über «unglaublich großes Selbstbewusstsein» verfügt, sagte Kuratorin Anja Morgenstern. Die Schau im Mozart-Wohnhaus (bis 9. Februar 2020) begibt sich anhand von 80 Dokumenten auf die Spuren des vielschichtigen Mannes. 

Leopold Mozart, vor 300 Jahren geboren, sei ein kluger Beobachter gewesen, wie aus seinen 500 erhaltenen Briefen hervorgehe, hieß es. Eine organisatorische Meisterleistung seien die im 18. Jahrhundert beschwerlichen teils mehrjährigen Europa-Reisen von Leopold mit der Familie gewesen. Auch wenn Leopold später angesichts der Leistungen seines Sohnes kaum mehr komponierte, sind 250 Werke von seiner Hand bekannt. In der Schau zeigen zwei autographe Manuskripte seine wohl bekanntesten Stücke, die «Musikalische Schlittenfahrt» und das «Trompetenkonzert». 

Der Stolz des Vaters auf seine beiden «Wunderkinder» – auch Wolfgangs Schwester Maria Anna («Nannerl») war eine hochbegabte Pianistin – wird auf einem Notenblatt sichtbar. «Dieß Stuck hat der Wolfgangerl den 25. Januar 1761, 3 täge vor seinem 5. Jahr nachts um 9 Uhr bis halbe 10 uhr gelernet.» Das Verhältnis zu seinem Sohn war meist ungetrübt. «Nach dem lieben Gott kommt gleich der Papa», war Wolfgangs Ansicht über seinen Vater. Allerdings habe sich der fest angestellte Leopold schwer damit getan, dass sein Sohn sich für ein Leben als freier Musiker entschieden habe, wissen Mozart-Kenner.

Die Nähe zwischen Vater und Sohn zeigt auch ein Brief vom Herbst 1777 an seinen in Paris weilenden Sohn. Leopold war untröstlich, dass er den «vätterlichen Segen» vergessen hatte. Das habe ihm dunkle Stunden beschwert, einen «traurigen Tag, den ich in meinem Leben nicht zu erleben glaubte». Um Leopold wurde es nach dem Abschied seines Sohnes Richtung Wien 1780 einsamer. Sein 1756 erschienener «Versuch einer gründlichen Violinschule» sicherte ihm als Musikpädagogen neben seiner Vater-Rolle seinen Nachruhm

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Gesundheit

Neue Hüfte mit 80: Minimalinvasive Eingriffe Chance für Hochbetagte

Eine ältere Frau geht mit Gehhilfen durch einen Park. Mit 80 eine neue Hüfte oder eine Darm-OP: Immer öfter setzen Chirurgen auch bei hochbetagten Patienten das Messer an.  Foto: dpa

München (dpa) – Mit 80 eine neue Hüfte oder eine Darm-OP: Immer öfter setzen Chirurgen auch bei hochbetagten Patienten das Messer an. Wurden früher etwa Krebspatienten in höherem Alter jenseits der 75 kaum noch operiert, könnten heute bei diesen Menschen Tumore an Speiseröhre, Darm, Magen und Leber oft minimalinvasiv und somit schonend entfernt werden, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH), Matthias Anthuber, am Rande des 136. Chirurgenkongresses in München. Rund 5500 Teilnehmer befassten sich mit der Zukunft des Faches. «Wir machen heute erfolgreiche Krebsoperationen bei Patienten im achten und neunten Lebensjahrzehnt», sagte Anthuber, der den Kongress als Präsident leitete. «Gerade die Entwicklung von minimalinvasiven Methoden hat die Belastungen für ältere Patienten reduziert.» Es gebe weniger Wundinfektionen und Schmerzen. Studien zeigten dabei keine höhere Gefahr einer Rückkehr des Krebses als bei herkömmlichen OP-Methoden. Auch bessere Narkosetechniken und Intensivtherapien machten Eingriffe bei älteren Menschen sicherer. Zudem würden sie gemeinsam mit Altersmedizinern gezielter auf die OP vorbereitet.

Speziell Darmkrebs trete meist in höherem Lebensalter auf. Von jährlich 55 000 Neuerkrankten in Deutschland seien 20 Prozent über 75 Jahre alt. 30 bis 40 Prozent der Eingriffe bei Darmkrebs würden bereits minimalinvasiv gemacht. «Das ist noch steigerungsfähig. Wir sind hier den Nachbarländern deutlich hinterher», sagte Anthuber.

Auch Rücken-OPs und Kunsthüften stellten bei sorgfältiger Prüfung des Einzelfalles für hochbetagte Patienten oft kein unvertretbares Risiko mehr dar. «Wir können heute über 80-Jährigen guten Gewissens neue Hüft- oder Knieprothesen einsetzen, weil wir wissen, wie wir die mit einer Operation verbundenen Risiken für Herzinfarkt und Lungenentzündung wirkungsvoll senken», sagte Anthuber. «Das kalendarische Alter ist für uns ein Anhaltspunkt, wie fit ein Mensch sein könnte. Es gibt aber 80-Jährige, die wirken wie 65. Warum sollte man diesen Menschen eine OP mit Aussicht auf bessere Lebensqualität vorenthalten?» Nach dem Krankenhausreport der Barmer Ersatzkasse von 2017 stieg gemäß DGHC-Angaben die Zahl der Klinikpatienten über 70 Jahre von 2006 bis 2015 um 80 Prozent. Experten rechnen mit weiterem Zuwachs.

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Reise

Auswärtiges Amt aktuell: Reisewarnungen und was Reisende unbedingt beachten müssen

Hinweise und Warnungen für Reisende: Das Auswärtige Amt informiert über die Sicherheit aller Länder weltweit. Foto: dpa

Berlin (dpa) – Das Auswärtige Amt gibt Reisehinweise und Warnungen heraus, wo auf der Welt Touristen besonders achtsam sein müssen. Hier finden Sie immer die aktuellen Infos.

Ob Naturkatastrophen oder terroristische Anschläge: Das Auswärtige Amt gibt regelmäßig Reisehinweise und Reisewarnungen heraus, um Touristen über die Situation verschiedener Länder weltweit zu informieren.
Teilreisewarnung für Nigeria: Nach den Wahlen in Nigeria im Februar und März 2019 sei die Sicherheit gefährdet, wie das Auswärtige Amt in der Teilreisewarnung schreibt. Das liege vor allem daran, dass die Auszählungen in einigen Bundesstaaten noch nicht abgeschlossen sei. Reisende sollten daher vorsichtig sein, auf Sicherheitspersonal vor Ort hören, sich in den lokalen Medien über die Lage informieren und zudem Menschenansammlungen meiden.

Teilreisewarnung für die Ukraine: In der Ukraine fand der erste Teil der Präsidentschaftswahlen statt. Reisende sollen daher „Menschenansammlungen meiden, sich über die lokalen Medien informiert halten und den Anweisungen der Sicherheitskräfte Folge leisten.

Teilreisewarnung für die Neuseeland: Neuseeland-Urlauber müssen bald eine elektronische Einreisegenehmigung (ETA) vor ihrer Reise beantragen. Ab 1. Oktober ist das kostenpflichtige ETA-Dokument für deutsche Staatsbürger für die erstmalige Einreise in das Land Pflicht, informiert das Auswärtige Amt (AA) in seinen Reisehinweisen für Neuseeland. Die Registrierung sei ab dem 1. Juli möglich. Die Gebühren betragen 12 Neuseeland-Dollar (rund 7,20 Euro) bei Online-Beantragung und 9 Dollar (5,40 Euro) bei Antrag über die entsprechende App. Bei der ETA-Beantragung wird laut AA zudem eine Touristenabgabe in Höhe von derzeit 35 Dollar (21,10 Euro) fällig.

Wie beim Esta-Verfahren in den USA gilt die ETA-Genehmigung für Neuseeland zwei Jahre und innerhalb dieses Zeitraums für beliebig viele Einreisen für die Dauer von jeweils maximal 90 Tagen. Die neuseeländische Einwanderungsbehörde empfiehlt, den Antrag mindestens 72 Stunden vor Reiseantritt zu stellen.

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Brillenmode 2019 im Formen- und Farbenrausch

Rahmenlose Brillen, sie sind die heimlichen Stars erklärte das 
Kuratorium Gutes Sehen.        Foto: dpa

München (dpa) – Eine Brillenfassung aus purem, 18-karätigem Gold gehört zu den Attraktionen der Fachmesse Opi, die kürzlich in München stattfand. Die Schwarzwälder Brillenmanufaktur Lunor, die ihre Kundschaft auch in Hollywood hat, will sie für 5500 Euro an den Mann oder die Frau bringen. Dabei ist die goldene Brille mit runden Gläsern, ähnlich wie John Lennon sie trug, sehr dezent im Vergleich zu vielen Trend-Modellen im Formen- und Farbenrausch.

«Rahmenlose Brillen, sie sind die heimlichen Stars», erklärte das Kuratorium Gutes Sehen. Im Trend: das Glas mit Facettenschliff oder getönten Kanten, sechs- oder achteckig oder auch in Pilotenform – gerne auch mit auffälligen Stegen und Bügeln. Bei vielen Brillen gehe es luftig zu, mit Aussparungen zwischen Rahmen und Gläsern, im Rahmen und in den Bügeln. Und: «2019 wird nicht gekleckert, sondern geklotzt – mit ausdrucksstarken Mustern. Wild, grafisch, blumig, mal im Farbenrausch, mal im Ombré- oder Camouflage-Look», so der Ausblick der Experten.

Die Anbieter bringen spitz zulaufende Katzenaugen-Brillen mit schmalen Gläsern, rote Brillen und oft auch Doppelsteg-Brillen. Wer‘s extravagant will, kann sich die Brille «Malina» des Konstanzer Herstellers You Mawo aufsetzen. Sie erinnert an die Augenbinden von Disneys Panzerknacker-Bande und kommt aus dem 3D-Drucker – ebenso wie die «vegane Bio-Brille» aus biologisch abbaubarem Material von Headrix in Berlin.

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