22. August 2020 Selected Articles

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Aus Aller Welt

Rotation auf dem Rost – die Bratwurst und ihre pflanzlichen Pendants

Im Stadion, auf der Kirmes oder dem Dorffest – die Bratwurst gehört zum kulinarischen Fest-Inventar. Mittlerweile kommen aber auch Vegetarier und Veganer auf ihre Bratwurst-Kosten. Auf dem Grill tut sich was.

ARCHIV – 22.04.2014, Sachsen-Anhalt, Magdeburg: Bratwürste liegen auf einem Grill. Im Stadion, auf der Kirmes oder dem Dorffest – die Bratwurst gehört zum kulinarischen Fest-Inventar. Mittlerweile kommen aber auch Vegetarier und Veganer auf ihre Bratwurst-Kosten. Foto: dpa

Von Johannes Neudecker
Berlin (dpa) – Knisternde Kohlen und ein beißendes Zischen vom auf den glühenden Rost tropfenden Fett – Sommerzeit ist in Deutschland auch Grillzeit. Ein Klassiker der Grillkultur darf da nicht fehlen: die Bratwurst. 150 verschiedene Sorten samt Variationen wie Grobe und Feine gebe es, erklärt der Vorsitzende des Vereins Freunde der Thüringer Bratwurst, Uwe Keith. Der Verein forschte in rund 200 Werken zur Geschichte der Bratwurst. Im Jahr 1404 wurde sie demnach im Rechnungsdokument eines Klosters erwähnt. Über 600 Jahre alt dürfte die Bratwurst somit sein.

Auch in den USA ist sie beliebt. Das Wort «Bratwurst» schaffte es dort in den Sprachgebrauch. Auf dem kulinarischen Kalender ist sie ebenfalls zu finden, weshalb am 16. August der Tag der Bratwurst gefeiert wird – natürlich auch in Deutschland.

Neben Klassikern wie der Thüringer oder Nürnberger Rostbratwurst landen mittlerweile immer öfter vegetarische und vegane Alternativen auf dem Grill. In den USA kauften die Menschen nach Angaben des Interessenverbands Proveg im vergangenen Jahr 40 Prozent mehr pflanzliche Bratwürste als im Vorjahr 2018. 159 Millionen Dollar (rund 134,13 Millionen Euro) gaben sie dafür aus. Belastbare Zahlen für Deutschland gibt es für die Veggi-Bratwürste nicht.

Von der Currywurst über Nürnberger und Thüringer bis zur Schinkenbratwurst – die Bratwurst gibt es in sämtlichen Fleischersatz-Varianten. Laut Proveg verwenden die Hersteller dafür meist Erbsen, Weizen, Hafer, Soja oder Lupinen.

Über die jahrhundertealte Fleisch-Bratwurst ist dagegen mehr bekannt. Drei Kilogramm davon aßen die Menschen in Deutschland durchschnittlich pro Kopf im Jahr 2018, wie der Deutsche Fleischer-Verband (DFV) mitteilte. Kunden kaufen sie immer häufiger. Im Jahr 1990 machten Bratwürste noch 4,3 Prozent der gekauften Fleisch- und Wurstwaren aus. 2018 lag der Anteil mit 9,1 Prozent doppelt so hoch.

Für die Herstellung verwendeten Fleischer hauptsächlich Schweinefleisch, gefolgt von Rind, Lamm und Geflügel, erklärt DFV-Lebensmitteltechnologe Axel Nolden. Zu den beliebtesten gehöre die Thüringer Rostbratwurst, die sich etwa durch Zutaten wie das Gewürz Majoran auszeichne. Regional gibt es Nolden zufolge große Unterschiede zwischen den verschiedenen Bratwurstsorten.

Geografisch geschützt sind lediglich die Platzhirsche Nürnberger und Thüringer Rostbratwurst. «Mindestens eine Phase des Produktionsprozesses muss in dem Gebiet erfolgen, während das für ihre Herstellung verwendete Rohmaterial aus einer anderen Region stammen kann», teilt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft zur Bedeutung der sogenannten geografisch geschützten Angabe mit.

So sehr sie vielen auch schmecken mögen, mit Blick auf eine gesunde Ernährung sollte man die Bratwurst eher in Maßen genießen. «Die Bratwurst ist ein sehr salziges und fettreiches Lebensmittel», sagt Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Mit 150 Gramm, also einer Portion, sei schnell etwa die Hälfte des täglichen Richtwerts für die Fettzufuhr (60 bis 80 Gramm) gedeckt. Das macht fast ein Drittel der täglichen Energiezufuhr aus. Zu den fleischlosen Alternativen hat die DGE nach eigenen Angaben keine Informationen.

Vorsicht ist auch bei der Zubereitung geboten. Egal ob beim Braten oder Grillen, auf Lebensmitteln mit verbrannten braun-schwarzen Flächen bilden sich laut Gahl krebserregende Stoffe. Die DGE rät deshalb, Bratwürste schonend zuzubereiten.

Wochenpost – STICHWÖRTER– TRANSLATION

Inventar – inventory
mittlerweile – meanwhile
Kosten – samples
knisternde – crackling
Kohle – coals
beißendes Zischen – sizzling sting
Rechnungs – accounting
erwähnt – mentioned
Sprachgebrauch – used in the (English) language
weshalb – which is why
Interessenverbands – industry association
gab dafür aus – spent on that
belastbare – authoritative
Fleischersatz – meat substitutes
verwenden – use
Hersteller – producers
Hafer – oats
Soja – soy
Lupinen – lupines
machten aus – turned out
Anteil – share
Geflügel – poultry
Zutaten – ingredients
Gewürz – spice
Majoran – marjoram
sich auszeichne – distinguishes itself
Unterschiede – differences
verschiedenen – various
Geografisch – geographically
geschützt – protected
lediglich – solely
Platzhirsche – top dogs
Gebiet – region
erfolgen – take place
Herstellung – production
Rohmaterial – raw material
stammen – sourced
Maßen – moderation
Richtwerts – recommended amount
Fettzufuhr – fat allowance
Energiezufuhr – caloric allowance
krebserregende – cancer-causing

Trans: Barbara Weidendorf, B.A., M.A.

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Sport

FORMEL 1

Sebastian Vettel «ein bisschen angekratzt»
nach Funkposse – Hamiltons 88. Sieg

Er kämpft. Er schimpft. Er rettet Rang sieben. Fast so etwas wie ein Erfolgserlebnis für Vettel. Kollege Leclerc kommt gar nicht ins Ziel. Sieger: Hamilton mit einem weiteren Formel-1-Rekord. Zweiter: Verstappen vor Bottas.

Formel-1-Weltmeisterschaft, Großer Preis von Spanien: Sebastian Vettel aus Deutschland vom Team Ferrari trinkt nach dem Rennen aus einer Flasche. Foto: dpa

Von Jens Marx und Martin Moravec
Barcelona (dpa) – Nach der nächsten Funkposse und einer ungeplanten Alles-oder-Nichts-Taktik wollte Sebastian Vettel nicht noch weiter gegen das Ferrari-Team giften. «Ich war ein bisschen angekratzt», erklärte Vettel, warum auch ein Teil seiner Botschaft an den Kommandostand überpiept worden war. Platz sieben rettete der viermalige Formel-1-Weltmeister am Sonntag beim Großen Preis von Spanien. Ein versöhnliches Ergebnis? «Nicht wirklich.» Es sei ein schwieriges Rennen gewesen, «wir haben viel Risiko genommen. Aber es ist auch einfach, das Risiko zu nehmen, weil sonst ist man auf Platz elf», betonte Vettel. Begeisterung klingt anders.

Auch beim sechsten Rennen der Corona-Notsaison, das WM-Spitzenreiter und Titelverteidiger Lewis Hamilton im Mercedes in einmal mehr nahezu erschreckend souveräner Manier gewann und die alten Machtverhältnisse wieder herstellte, blamierte sich die Scuderia. Charles Leclerc musste seinen SF1000 vorzeitig wegen Elektronikproblemen in der Box abstellen. Vettels Dialoge mit dem Team während des Rennens zeugten wieder von Missverständnissen und vielem anderem, nur nicht Harmonie. In der Konstrukteurswertung rutschte Ferrari auf Rang fünf ab, 61 Punkte. Mercedes an der Spitze kommt auf 221, selbst wenn der Doppelerfolg auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya nicht glückte.

Dafür sorgte Max Verstappen. Eine Woche nach seinem Sieg in Silverstone, als Mercedes mit Blasen auf den Pirelli-Reifen schwer zu kämpfen hatte, zwängte sich der 22 Jahre alte Niederländer mit seinem Red Bull zwischen Hamilton und dessen Mercedes-Teamkollegen Valtteri Bottas. «Dass wir zwischen sie fahren konnten, war gut für uns, wir hatten aber nicht die Pace von Lewis», räumte Verstappen ein. Im Klassement wuchs sein Rückstand auf 37 Punkte auf Hamilton.

Der Brite steuert scheinbar unaufhaltsam seinem siebten WM-Triumph entgegen, mit dem er mit Rekordchampion Michael Schumacher gleichziehen würde. Der Sieg in Spanien von seiner 92. Pole aus war Hamilton 88. Karriereerfolg – Schumacher gelangen 91. Überholt hat er ihn nun aber auch bereits in der Kategorie der meisten Podestplätze mit 156. «Was für ein Tag. Es lief richtig gut», sagte Hamilton: «Ich war wie im Tunnel, es war toll, so im Flow zu sein.»

Er verteidigte seinen ersten Startplatz und hielt sich aus allem raus, weil er vorn einfach mal wieder in seiner eigenen Liga über den Kurs steuerte. Verstappen hatte erneut auf Reifenprobleme bei den Mercedes-Rennwagen wie zuletzt spekulieren müssen. Doch die hatten sie nicht. Dass er auf Rang zwei durchs Ziel fuhr, hatte Verstappen seinem sehr guten Start zu verdanken, bei dem er Bottas überholte. Sämtliche strategischen Maßnahmen bei Mercedes zahlten sich danach nicht aus, der Finne blieb Dritter.

Vettel musste nach erneut enttäuschender Qualifikation von Platz elf aus starten. Und blieb eine Weile auch im Mittelfeld stecken. Sein Wagen hatte ein neues Chassis bekommen, Wunder wollte Vettel davon aber nicht erwarten. Weil er die Top Ten in der Startaufstellung verpasst hatte, durfte er sich die Reifenmischung immerhin aussuchen. Er startete auf etwas härteren und haltbareren Gummis.

Vettel sollte von der Wahl zunächst profitieren, er konnte länger draußen bleiben als einige der Rivalen um ihn herum. In Runde 30 von 66 Umläufen holte sich sein Teamkollege Leclerc neue Reifen, er war auf den weichsten gestartet und die waren dahin. Überraschenderweise kam nun aber auch Vettel rein, nun bekam er – bei noch mehr als der Hälfte der Renndistanz – die am wenigsten haltbare Mischung.

Als Ferrari dann via Funk Regen ab Runde 50 vorhersagte, schien das Rennen eine neue und auch spannendere Wendung nehmen zu können. Doch auch bei der Prognose lag die Scuderia daneben.

Vettel wollte nun via Funk wissen, wie schnell er mit den Reifen fahren soll. Eine Antwort darauf bekam er nicht. Ein paar Runden später wollte die Box wissen, ob er mit den Reifen das Rennen zu Ende fahren wolle. «Ah, *** *****, ich habe euch das doch vorhin gefragt», funkte Vettel zurück. «Man muss jetzt nicht drauf rumreiten», betonte der gebürtige Hesse nach dem Rennen, zumal es zuletzt auch schon zu bemerkenswerten Funkdialogen zwischen ihm und dem Kommandostand gekommen war.

Im Klassement liegt Vettel auf Platz elf, 16 Punkte hat er nun. In zwei Wochen geht es weiter. Der Große Preis von Belgien in Spa-Francorchamps wartet nach dem nächsten Dreierpack der dicht gedrängten Saison. Bis dahin dürfte es bei der Scuderia und Vettel durchaus weiteren Rede- und Klärungsbedarf geben.

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Feuilleton

Die Heilige Corona – mehr Legenden als Fakten

Die Darstellung der Heiligen Corona (M) auf dem Schrein im Dommuseum in Aachen.
Foto: Oliver Berg/dpa

Von Katja Räther
Berlin (dpa) – Der Name „Corona“ ist das lateinische Wort für Krone oder Kranz. Ob die junge christliche Märtyrerin so hieß, oder ob sie erst nach ihrem Tod wegen eines strahlenförmigen Heiligenscheins so genannt wurde, verliert sich im Dunkel der Geschichte. Das Coronavirus Sars-CoV-2 hat seine Bezeichnung jedenfalls nicht von der Heiligen, sondern von Wissenschaftlern bekommen, die es unter dem Mikroskop untersucht haben: „Der Name ist auf das charakteristische, kranzförmige Aussehen der Coronaviren zurückzuführen“, heißt es beim Deutschen Zentrum für Infektionsforschung.

Die Legende: Die junge Frau wurde an der Seite ihres Mannes als Christin verfolgt und getötet – möglicherweise im 1. Jahrhundert im heutigen Syrien. Im österreichischen Örtchen St. Corona am Schöpfl, wo man der Märtyrerin in einer barocken Wallfahrtskirche gedenkt, wird berichtet: Ihre Verfolger hätten befohlen, „zwei Palmen gegenseitig niederzubeugen und Corona mit Seilen daran zu binden, je eine Hand und ein Fuß an jedem Baum, und dann die Bäume in die Höhe schnellen lassen. Als dies geschah, wurde ihr Leib zerrissen, ihre Seele aber ging ein in die ewigen Freuden“.

Die Reliquie: Kaiser Otto III. soll im Jahr 997 Überreste Coronas von Rom nach Aachen gebracht und im dortigen Münster beigesetzt haben. Die Grabplatte ist bis heute im Dom zu sehen. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die Gebeine bei Ausgrabungen aus der Gruft geholt und fortan in einem eigens geschaffenen Schrein aufbewahrt.

Das Patronat: Laut Ökumenischem Heiligenlexikon ist die Heilige Corona Patronin der Schatzgräber und Metzger. Und immer wieder sollen Pilger von ihr auch Schutz vor Viehseuchen und Hagel erbeten haben. An der Beschreibung der Heiligen als „Schutzpatronin gegen Seuchen“ gibt es indes Zweifel. Birgitta Falk, die Leiterin der Aachener Domschatzkammer, vermutet etwa: „Die Sache mit der Seuche hängt wohl mit ihrer Verehrung in dem kleinen Ort St. Corona bei Kirchberg am Wechsel zusammen. Hier wurde sie um Standhaftigkeit im Glauben gebeten und gegen Unwetter, Missernte und Viehseuchen angerufen. Dies wurde später in einigen Heiligenlexika auf alle Verehrungsorte ausgeweitet.“

Das Zahlungsmittel: Helfen soll die Heilige Corona auch bei Geldangelegenheiten. Und weil sie in Österreich besonders viele Verehrer hat, wird ihr auch die Namenspatenschaft für die frühere Währung „Krone“ zugeordnet, die zwischen 1892 und 1924 dort offizielles Zahlungsmittel war. Tatsächlich ist der Name „Krone“ schon viel länger für Münzen gebräuchlich.

Erstmals wurde 1618 eine „Corona Danica“ geprägt. Endgültig durchsetzen konnte sich der Name aber erst mit einer Münz- und Währungsunion skandinavischer Länder im Jahr 1872. Dort wird heute noch mit Kronen bezahlt.

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Gesundheit

Diese Kräuter helfen gegen Magenbeschwerden

Selbst gemachte Tees helfen gut gegen Magendrücken und Blähungen.  Foto: Christin Klose/dpa

Königstein (dpa) – Manchmal ist ein deftiges Essen Schuld oder ein stressiger Tag: Die Mahlzeit liegt wie ein Stein im Magen. Gegen einen gereizten Magen helfen selbst gemachte Tees aus Kräutern, heißt es in der Zeitschrift „Naturarzt“ (Ausgabe August 2020). Ein Überblick, welche Kräuter man wie dosieren sollte:

  • Melisse: Das ätherische Öl der Melisse wirkt krampflösend und vertreibt Blähungen. Für einen Tee übergießt man zwei bis vier Teelöffel getrocknete Melissenblätter mit einer Tasse siedendem Wasser und lässt das Getränk fünf bis zehn Minuten lang ziehen. Über den Tag verteilt drei bis vier Tassen trinken.
  • Anis-Fenchel-Kümmel: Bei zu viel Gas in Magen und Darm, das hoch aufs Zwerchfell und Herz drückt, hilft eine Mischung von Anis-, Fenchel- und Kümmelfrüchten zu gleichen Teilen.
    Am besten zerstößt man die Früchte unmittelbar vor der Zubereitung, damit die flüchtigen ätherischen Öle nicht vorzeitig verdunsten. Dann übergießt man ein bis zwei Teelöffel der Mischung mit einer Tasse siedendem Wasser und lässt das Getränk fünf Minuten ziehen. Bei Beschwerden ein bis zwei Tassen schluckweise trinken.
  • Kamille: Das enthaltene Öl wirkt gegen Entzündungen, Krämpfe und fördert die Wundheilung. Man übergießt einen Esslöffel Kamillenblüten mit einer Tasse siedendem Wasser und lässt den Tee fünf Minuten ziehen. Bei Beschwerden helfen drei bis vier Tassen zwischen den Mahlzeiten.

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Reise

Schöneres Licht: Bergwandern im Spätsommer und Herbst

Der Sommer ist vorbei und die Bergsaison zu Ende? Mitnichten. Zum Herbst hin wird es noch mal richtig schön. Wanderer sollten bei der Tourenplanung aber an ein paar Dinge denken.

Goldener Herbst: In den Allgäuer Alpen zum Beispiel lassen sich auch im Oktober noch tolle 
Touren unternehmen.  Foto: Stefan Puchner/dpa
                

München (dpa) – In diesem Sommer sind die Berge mancherorts wegen Corona noch voller als sonst. Im Spätsommer und Herbst wird es ruhiger – eine schöne Zeit, um in die Berge zu gehen.

„Der Trubel nimmt nach den Ferien ab, aber am Wochenende wird es weiterhin voll sein, weil der Herbst mittlerweile auch als klassische Wandersaison gilt“, sagt Thomas Bucher vom Deutschen Alpenverein (DAV). „Das Licht ist schöner, weil die Luft klarer ist.“

Wer im September oder noch im Oktober zu Bergwanderungen aufbricht, sollte jedoch ein paar Dinge beachten:

  • Öffnungszeiten prüfen: Hoch gelegene Hütten jenseits der 2500 Meter, die oft Ausgangspunkte für Hochtouren sind, schließen in der Regel bereits Mitte September. Ausflugshütten in niederen Lagen haben teils bis Ende Oktober geöffnet. „Wanderer sollten sich vorab informieren“, sagt Bucher. Im Zweifel bei der Hütte anrufen. Der DAV hält auf seiner Webseite auch eine Übersicht bereit.
  • Mit Schneefall rechnen: Natürlich sollten Bergwanderer auch im Hochsommer für Schlechtwetter gewappnet sein. Mitte September könne es aber schon zu einem richtigen Wintereinbruch kommen, warnt Bucher. Und der einmal gefallene Schnee schmilzt wegen der niedrigeren Temperaturen nicht mehr so rasch ab wie im Sommer. „Da kann eine Wanderung heikel werden.“ Höher gelegene Übergänge sind dann nicht mehr ohne deutlich höheres Risiko passierbar. Unbedingt den Wetterbericht prüfen. „Und einen warmen Pullover mehr einpacken.“
  • Tourenplanung anpassen: Nicht nur die Schneeverhältnisse sollten Wanderer bedenken – auch die kürzeren Tage. Ende September ist es längst nicht mehr so lange hell wie im Juni und im Juli. „Das sollte man einrechnen, gerade wenn man längere Touren plant“, sagt Bucher.

    Doch die Spätsaison hat für Wanderer auch einen Wettervorteil: „Die Gewittergefahr nimmt ab“, erklärt der Bergprofi.

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Dornröschens Hecke: Die richtige Rose für jeden Garten

Rosen stehen jedem Haus gut – und lassen einen an ein Märchenschloss denken. Foto: Arno Burgi/dpa

Von Von Katja Fischer
Berlin/Bad Nauheim (dpa) – Sie muss ja nicht gleich so dicht und dornig ausfallen wie das undurchdringliche Gestrüpp vor dem Dornröschenschloss. Aber eine Rosenhecke macht sich eigentlich in jedem Garten gut. Auch als natürlicher und dekorativer Sichtschutz zur Straße oder zu den Nachbarn, als Begrenzung fürs Beet oder als Schmuck für die Hausfassade. Und vor der Pflege muss man eigentlich gar keinen so großen Respekt haben – es ist leichter, als gedacht.

Anders als viele Hobbygärtner glauben, sind Rosen nicht besonders empfindlich und brauchen nur wenig Pflege. Man kann sie getrost für eine Hecke verwenden, die über mehrere Jahrzehnte halten soll. «Es gibt so viele verschiedene Sorten, da ist für alle Bodenverhältnisse etwas dabei», betont Manuela Dräger vom Rosenpark Dräger in Bad Nauheim und Mitglied im Verband Deutscher Gartenbaumschulen.

Als Heckenrose besonders gut geeignet ist, so der Tipp von Dräger, die Sorte ‚Pierette‘, deren Blüten in Altrosa-Pink blühen. Diese Sorte ist sehr robust, wächst breitbuschig und ist winterhart. Ebenfalls gut als Heckenrose geeignet ist ‚Pretty Sunrise‘, die in den Farben Pfirsichgelb bis Rot blüht. Sie ist ein idealer Pollenlieferant und passt gut in naturnahe Gärten.

Die Strauchrose ‚Ghislaine de Feligonde‘ hat aprikosenfarbene Blüten mit einem Farbspiel zwischen Gelb, Orange, Rosa und Weiß. Sie ist besonders blickdicht. «Und schließlich noch die ‚Rote Korsar‘», rät die Rosenexpertin. Diese Rose hat dunkelrot leuchtende Blüten, ist sehr robust und frosthart.

Der richtige Standort ist ausschlaggebend dafür, wie die Pflanzen sich entwickeln. «Es gibt Sorten, die sich in der Sonne wohlfühlen, andere brauchen den Halbschatten», erklärt Dräger. Für alle Rosen aber gilt: Setzt man robuste und gesunde Sorten in einen passenden, tiefgründigen Boden, werden sie zu dankbaren Selbstversorgern. Dann genügt es sogar, wenn sie in jedem Frühjahr um die Hälfte zurückgeschnitten werden. «Geschieht das nicht, verholzen und verkahlen sie allerdings bald», warnt Dräger.

Um eine Rosenhecke zu planen, muss man wissen, welche Heckenhöhe und -breite erreicht werden soll. Auch die gewünschte Blickdichte ist ein wichtiges Kriterium. «Soll die Hecke als Sichtschutz dienen, müssen die Rosen mindestens 1,80 Meter hoch wachsen», sagt Thomas Wagner vom Bundesverband Deutscher Gartenfreunde in Berlin. Dafür kommen Wildrosen oder starkwachsende Strauch- und Parkrosen in Betracht. Bei der Zahl der benötigten Pflanzen sollte man pro Meter zwei Stück einplanen, damit der Pflanzabstand bei 40 bis 50 Zentimetern liegt. «Die Faustregel dazu lautet: Halbe Wuchshöhe ist gleich Pflanzenabstand», ergänzt Dräger.

Wildrosen sind besonders umweltfreundlich, denn sie bilden mit ihren ungefüllten Blüten eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen und andere Insekten. «Im Gegensatz zu remontierenden Sorten blühen sie nur einmal, tragen aber bis in den Winter hinein Hagebutten, die wiederum eine wichtige Futterquelle für Vögel und Kleinsäuger sind», erklärt Wagner. Für naturnahe Gärten sind Wildrosen die erste Wahl.

«Für strukturierte Gärten werden hingegen eher Strauch- und Parkrosen gewählt, die möglichst gleichmäßig wachsen», weiß Dräger. Beliebt sind Strauchrosen, Englische Rosen, Historische Rosen oder auch Kleinstrauchrosen. Gut eignen sich Rosensorten, die bereits im Mai blühen und erst spät im Jahr damit aufhören. Rosen für Hecken sollten im Gehölz gut verzweigt sein und eine große Anzahl von Blütendolden zu bieten haben. «Dann kommen die Rosen auch gut mit Hitze klar», sagt Dräger.

Der Tipp des Profis: Nur eine Rosensorte pflanzen. Allerdings brauchen Strauchrosen auch viel Platz. «Sie wirken erst dann richtig gut, wenn man sie auch in die Breite wachsen lässt», meint Wagner. Er empfiehlt möglichst nur eine Sorte zu pflanzen, weil das am edelsten aussieht. Viele verschiedene Sorten mit unterschiedlichen Blühfarben und Wuchsformen können nämlich schnell unruhig wirken – besonders in kurzen Hecken.

Und kürzere Hecken eignen sich insbesondere für die Weg- oder Beetbegrenzung. Hier sind Kleinstrauchrosen die richtige Wahl. Sie wachsen meist buschig und leicht überhängend und bieten eine große Vielfalt an farblichen Gestaltungsmöglichkeiten.

Aber nicht nur als Busch im Garten oder Wegbegrenzung sehen Rosen prächtig aus, sie machen auch an Hauswänden eine gute Figur und sorgen für ein frisches Mikroklima. Als Fassadenbegrünung kommen Kletter- oder Rambler-Rosen zum Einsatz. «Rosen sind Spreizklimmer und benötigen eine Rankhilfe, an der die Triebe Halt finden können», sagt Wagner. Ranken sie an Wänden oder Regenrohren entlang, kann sich im Laufe der Jahre dann tatsächlich ein Hausschmuck bilden, der ein wenig an die Hecke vor Dornröschens Schloss erinnert.

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