22. Februar 2020 Selected Articles

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Aus Aller Welt

Arbeit in der Dauer-Nacht: «Polarstern»-Forscher in der Arktis

Ein Jahr lang driftet das Forschungsschiff «Polarstern» durch die Arktis. Mit an Bord: Der Bremer Physiker Christian Katlein. Er berichtet von beglückenden und dramatischen Momenten.

Christian Katlein, Meereis-Physiker am Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven, bedient den ferngesteuerten Tauchroboter «Untereis-ROV Beast», mit Hilfe dessen zwei Mal die Woche die Unterseite des Meereises gemessen wird. Der Forscher lebt und arbeitet seit zwei Monaten auf dem Forschungsschiff “Polarstern”, das ein Jahr lang – an einer riesigen Eisscholle angedockt – durch die zentrale Arktis driftet. Foto: dpa

Von Janet Binder
Bremerhaven (dpa) – Wenn Christian Katlein und seine Kollegen nach draußen gehen, ist es stockfinster – egal ob es zwölf Uhr mittags ist oder Mitternacht. «Wir erarbeiten uns unseren Eindruck von der Umgebung nur mithilfe von Scheinwerfern, Infrarotkameras, Nachtsichtgeräten und Laserscannern», schreibt der 33-Jährige in einer Mail. Dazu kommt eine eisige Kälte: Die Temperaturen rutschten in den letzten Tagen auf bis zu minus 35 Grad Celsius.

Der Meereis-Physiker des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts lebt seit zwei Monaten auf dem Forschungsschiff «Polarstern», das ein Jahr lang – an einer riesigen Eisscholle angedockt – durch die zentrale Arktis driftet. Auf der Scholle ist ein Camp mit zahlreichen Forschungsinstrumenten aufgebaut. 150 Tage ist es während der im September 2019 gestarteten Mammut-Expedition mit wechselnden Forscherteams durchgehend dunkel. Katlein erlebt diese Polarnacht gerade – er empfindet sie als erträglich: Weil es durchgehend dunkel sei, «wird der Körper gar nicht erst daran erinnert, dass es überhaupt so etwas wie Sonne gibt».

Demnächst wird Katlein zusammen mit anderen Wissenschaftlern von einem russischen Versorgungseisbrecher wieder ans norwegische Festland gebracht. Die «Kapitan Dranitsyn» wird Mitte Februar an der Scholle erwartet. Andere Forscher kommen an Bord, um die begonnene Arbeit fortzusetzen. Es ist bereits der zweite Austausch.

Katlein betreut einen ferngesteuerten Unterwasser-Roboter. «Zweimal die Woche vermessen wir die Unterseite des Meereises.» Gleich zu Anfang seines Arktis-Aufenthaltes kam es zu einer dramatischen Szene: «Ich entdeckte, wie sich direkt unter dem Zelt, in dem unser Tauchroboter auf seinen nächsten Einsatz wartete, ein halber Meter breiter Riss gebildet hatte.» Durch schnelles Handeln habe die Ausrüstung in Sicherheit gebracht werden können. Bereits am nächsten Tag sei der Riss mehrere Meter breit gewesen. Später konnten die Geräte an anderer Stelle auf der Eisscholle wiederaufgebaut werden. «Es war ein sehr beeindruckendes Erlebnis.»

Generell werde bis in die späten Abendstunden gearbeitet. «Forschungszeit auf einem Eisbrecher ist sehr kostbar, und wir wollen diese einmalige Chance bestmöglich ausnutzen», betont Katlein, der sonst in Bremen lebt. Ab und zu seien aber ein paar Runden im bordeignen Schwimmbad und entspanntes Schwitzen in der Sauna möglich. Außerdem genieße er die sonntäglichen Filmabende mit den anderen – und die kulinarische Versorgung. «Wer den ganzen Tag bei Temperaturen unter minus 30 Grad Celsius auf dem Eis arbeitet, braucht viel zu essen, um dem Körper den nötigen Brennstoff zum Heizen zuzuführen», unterstreicht der Wissenschaftler. Frisches Obst, Salat und Gemüse stehen allerdings nicht so häufig auf dem Speiseplan.

Das Zusammenleben auf dem Schiff bereite keine Probleme. Sicherlich seien Kompromisse notwendig beim Wohnen in den Zweierkabinen. «Insgesamt ist die Stimmung an Bord aber äußerst gut, da wir alle glücklich sind, unter diesen Bedingungen unsere Arbeit machen zu können.» Einen Wunsch hätte er allerdings: «Ich würde sehr gerne einfach mal kurz die Sonne anschalten, um wirklich zu sehen, wie das hier denn so alles aussieht.» Dazu wird er noch einmal die Gelegenheit bekommen. Auf der vorletzten Etappe von Mitte Juni bis Mitte August wird Katlein erneut auf die «Polarstern» kommen. Die Polarnacht ist dann vorbei.

Wochenpost – STICHWÖRTER– TRANSLATION

Arktis – arctic
beglückenden – lucky
stockfinster – pitch black
wir erarbeiten uns – we work hard
Scheinwerfern – headlights
Nachtsichtgeräten – night vision equipment
Meereis – sea ice
Forschungsschiff – research ship
Eisscholle – ice floe
angedockt – docked on
zahlreichen – numerous
Mammut – mammoth
durchgehend – continuously
Versorgungseisbrecher – ice breaker supply ship
betreut – looks after
ferngesteuerten – remote-controlled
vermessen – survey
Zelt – tent
Tauchroboter – diving robot
Einsatz – mission
Riss – crack
Ausrüstung – equipment
Sicherheit – safety
kostbar – costly
einmalige – rare
ausnutzen – take advantage of
bordeignen – own on-board
Brennstoff – calories
zuzuführen – furnish
unterstreicht – stresses
häufig – frequently
Speiseplan – meal plan
bereite – causes
sicherlich – certainly
notwendig – necessary
Zweierkabinen – two-person cabins
Stimmung – (social) atmosphere
äußerst gut – extremely good
allerdings – nevertheless
anschalten – to turn on
Gelegenheit – opportunity
vorletzten Etappe – second-to-last stage
erneut – again

Trans: Barbara Weidendorf, B.A., M.A.

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Sport

Mit Kaiserschmarrn aufs Podium:
Dreßen trotzt grenzwertigem Super-G

Der Super-G in Saalbach stand auf der Kippe, eine wetterbedingte Absage drohte. Dann wurde doch gestartet, was viele Ski-Asse ärgerte. Nur Thomas Dreßen ließ sich nicht ablenken und wuchs mal wieder über sich hinaus. Der Grund dafür könnte ein kulinarischer gewesen sein.

Thomas Dreßen aus Deutschland streckt seine Zunge heraus. Foto: dpa

Von Manuel Schwarz
Saalbach-Hinterglemm (dpa) – Seinen Abfahrtssieg konnte Thomas Dreßen selbst kaum fassen – beim Super-G nun trauten vor allem Teamkollegen und Rivalen ihren Augen nicht. Der beste deutsche Skirennfahrer ist in Saalbach-Hinterglemm ein zweites Mal über sich hinausgewachsen und hat mit Platz drei den bedenklichen Bedingungen getrotzt. Auf einer höchst fragilen Piste, auf der eigentlich nur die ersten wenigen Starter Chancen hatten, raste Dreßen am Freitag mit Startnummer 19 und all seinem Gefühl doch noch auf das Podest. «Ich muss sagen, ich bin brutal happy heute», erzählte das Speed-Ass aus Mittenwald.

Während die meisten Rennfahrer im Salzburger Skigebiet schimpften und sich über die Pistenbedingungen aufregten, konnte Dreßen scherzen. «Vor dem Rennen hab ich einen schönen Kaiserschmarrn gegessen, weil ich so Hunger gehabt habe», berichtete er über die lange Wartezeit bis zum Start. «Vielleicht hat mich das zusätzliche Gewicht nach unten gedrückt.» Die Veranstalter hatten den Super-G insgesamt um zwei Stunden nach hinten geschoben, weil es in Saalbach am Vormittag schneite und der Wind blies. Viele gingen von einer Absage aus.

Dann aber wurde doch gefahren. Schnellster war Aleksander Aamodt Kilde, der mit seinem ersten Saisonsieg auch die Führung in der Weltcup-Gesamtwertung sowie im Super-G-Ranking übernahm. Hinter Mauro Caviezel aus der Schweiz (+0,15) wurde Dreßen Dritter (+0,31) und setzte nach seinem Abfahrtssieg am Donnerstag noch einen drauf.

Damit hatte zu diesem Zeitpunkt kaum noch jemand gerechnet. Denn die teils extrem aufgeweichte Piste bremste fast alle Fahrer. Dann aber kam Dreßen. Im Ziel schnaufte der auf Rang vier verdrängte Österreicher Christian Walder frustriert aus und schüttelte den Kopf. Nach der Pleite in der Abfahrt verpasste die Gastgeber-Nation auch diesmal das Podium. Und schuld daran war Überflieger Dreßen.

«Das war mit Abstand das Beste, was man mit dieser Nummer fahren konnte», sagte Dreßens Dauerrivale und Ex-Weltmeister Beat Feuz aus der Schweiz. «Der Thomas ist momentan wie im Rausch», sagte Andreas Sander und lobte die «Wahnsinnsleistung» seines DSV-Teamkollegen.

Neben der Hochachtung für seinen pfeilschnellen Landsmann und der Freude über Platz sieben – seinem besten Resultat dieses Winters – herrschte bei Sander aber Ärger vor. Der Routinier übte Kritik an dem Super-G, der nicht hätte gestartet werden dürfen. «Für mich war die Piste nicht Weltcup-würdig», schimpfte er. «Ein unfaires Rennen will keiner haben. Es ist fragwürdig, dass gestartet wurde.»

Wegen der Niederschläge dieser Woche und der warmen Temperaturen war es den Veranstaltern nicht gelungen, eine gleichmäßige Piste zu präparieren. Neben der Ideallinie lag viel weicher Schnee, der die Fahrer bremste – und sogar gefährlich war. «Wir Skifahrer sagen immer Haxenbrecher-Schnee dazu», berichtete Dreßen und meinte: «Man kann darüber streiten, ob es regulär war.» Er selbst hatte eine solche Situation im Herbst 2018 erlebt, als er in Beaver Creek im weichen Schnee zu Sturz kam und sich das Kreuzband riss. Trotz vieler Ausfälle blieben schwere Blessuren diesmal aus – was Dreßen umso mehr freute. «Und heute Abend werden wir mal richtig feiern», ergänzte er.

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Feuilleton

Jelinek-Stück über das Ibiza-Video:
Wer hat den bösen Keim gesät?

Das Ibiza-Video hat Österreich kräftig durchgeschüttelt. Literatur-Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek bringt das Thema nun auf die Theaterbühne – wortgewaltig, komplex, in seiner Aussage aber mehr als deutlich.

Die Darsteller Felix Kammerer (l-r), Christoph Luser, Caroline Peters und Caroline Baas spielen in einer Probe zum Stück „Schwarzwasser“ im Akademietheater vom Burgtheater. Foto: Matthias Horn/Burgtheater/dpa

Von Fabian Nitschmann
Wien (dpa) – Auf der Bühne des Wiener Akademietheaters steht nun Schauspieler Martin Wuttke (57, «Tatort» Leipzig), kurzzeitig geschminkt als Joker, in einem Stück über das Ibiza-Video und den Rechtspopulismus. Und er jammert – jammert das Gejammere eines Rechtspopulisten, der sich doch mal wieder nur als Opfer sieht. Allein das Arrangement dieser Szene sagt sehr viel darüber aus, wie Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek (73) und der deutsche Regisseur Robert Borgmann in «Schwarzwasser» mit dem sich ausbreitenden Keim des Rechtspopulismus ins Gericht gehen. Die Uraufführung im Wiener Akademietheater, einer Spielstätte des Burgtheaters, wurde jetzt vom Publikum mit Jubel und Applaus gefeiert.

Aufhänger des Stücks ist das Ibiza-Video, das im Mai 2019 ein politisches Beben in Österreich auslöste und wohl als eines der wichtigsten filmischen Dokumente in die Geschichte des Landes eingehen wird. Auf den Aufnahmen wirkt Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache im Sommer 2017 anfällig für Korruption und zeigt sich bereit, das halbe Land an eine vermeintliche russische Oligarchen-Nichte zu verscherbeln. Als das heimlich gefilmte Video veröffentlicht wurde, zerbrach die damalige rechtskonservative Regierung, und Straches Karriere erhielt einen mächtigen Dämpfer. Seit der Veröffentlichung des Videos inszeniert er sich als Opfer einer kriminellen Intrige gegen ihn.

Jelinek greift das Thema auf, spielt immer wieder auf prägnante Szenen aus dem Video an (etwa auf Straches Ex-Parteifreund Johann Gudenus in Schussposition), vermeidet dabei aber klare Rollenzuschreibungen, Namen und eine Handlung. Stattdessen wird das Stück von langen Monologen und Sprachkonstrukten getragen, in denen vor allem Martin Wuttke immer wieder den richtigen Ton trifft und glänzen kann.

Auch seine Schauspielkollegen liefern: Felix Kammerer (24) und Christoph Luser geben immer wieder charmant, glaubwürdig und unterhaltend zwei skrupellose Politiker mit feschen Sprüchen ab («Sie können alles kosten, gehören wird es ihnen nicht»), Caroline Peters (48, «Mord mit Aussicht») überzeugt in verschiedenen Rollen. Die vier Darsteller geben dem Stück mit ihren starken Leistungen verschiedenste Farben: Mal ist es Satire, mal bedauert man sich selbst, letztlich wird aber auch oft gewarnt. Denn, so eine von Jelineks wichtigen Aussagen: «Der Keim wurde irgendwann mal eingeschleppt, und jetzt bleibt er uns.»

Zusammengefasst ist «Schwarzwasser» aber auch ein wilder Rundumschlag gegen konservative und rechte Politik, eine Bestandsaufnahme, die bekannte Muster freilegt, ohne neue Analysen zu präsentieren. Indirekt wird auch Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz scharf kritisiert und immer wieder als junger Gott bezeichnet, dem alle verfallen sind. «Die Sanftmut dieses jungen Gottes ist gespielt», sagt Caroline Peters im Kostüm eines pinken Gorillas. «Einer von uns, aber doch besser.»

Regisseur Robert Borgmann hat das alles in ein aufwendiges und vor allem zu Beginn etwas überfrachtetes Bühnenbild gepackt, das die Zuschauer mit der Aufschrift «eintritt macht frei» begrüßt. Die Darsteller friert er im Verlauf des Abends immer wieder zu eindrucksvollen Standbildern ein, die entziffert werden wollen. «Man kann das ja nicht übertreffen, nicht einmal parodieren oder lächerlich machen», schrieb Jelinek im Programmheft über das Ibiza-Video. Doch an vielen kleinen Stellen gelingt ihr und Borgmann genau das. Die Literatur-Nobelpreisträgerin arbeitet sich in dem Stück an den Gegensätzen der Rechtspopulisten ab, die sich bei ihr im Machtrausch verlieren, das halbe Land verscherbeln wollen und gleichzeitig als jammernde Opfer ihre vermeintliche Unschuld beteuern. Das alles kommt bei Jelinek furchtbar komplex daher – der kräftige Applaus ist aber doch verdient.

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Gesundheit

Die neue Lust auf alkoholfreies Bier

Der Deutsche Brauer-Bund rechnet damit, dass der Marktanteil von alkoholfreiem Bier weiter zunehmen wird. Foto: dpa

Freising (dpa) – „Wie Schwimmen ohne Wasser“ oder „Da fehlt irgendwas“, sind nur zwei Meinungen zu alkoholfreiem Bier. Fragt man näher nach, hält sich die Erfahrung der meisten Biertrinker mit dem alkoholfreien Stoff aber in Grenzen – oder der letzte Kontakt mit der Materie ist ziemlich lang her. Der Blick ins Getränkeregal gut sortierter Supermärkte offenbart: Das alkoholfreie Bier springt seit einiger Zeit mit viel Kraft aus der Nische. Da warten mittlerweile neben den paar Pilsnern der großen Brauereien und Weizen etliche neue Biersorten – darunter auch Lagerbier, Ale, Altbier und auch die Craftbier-Szene entdeckt das Bier ohne Prozente. Was ist da nur passiert?

Alles eine Frage der Technik, sagt Prof. Martin Krottenthaler von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Früher wurde beim alkoholfreien Bier meist nach einer gewissen Zeit die Gärung gestoppt. Heute lässt man das Bier fertig gären und entzieht ihm anschließend den Alkohol. Während der Gärungsstopp mit dem Kältekontaktverfahren für recht viel Restsüße im Bier sorgt, haben teurere Verfahren wie Umkehrosmose, Dialyse oder Vakuumverdampfung einen entscheidenden Vorteil. „Geschmack und Aromen des Biers bleiben erhalten“, sagt Krottenthaler. So hat man am Ende ein „richtiges“ Bier, nur eben ohne die Prozente. Aber das ist nicht alles.

„Seit einigen Jahren darf Bier auch nachgehopft werden“, erklärt Krothentaler, der Brauwesen unterrichtet. Soll heißen: Dem Bier werden noch weitere Hopfensorten zugesetzt. Zum Beispiel Cascade, Citra oder Polaris. So kann man dem Bier nachträglich zusätzliche Aromen wie Citrus, Minze, Ananas oder Holunderblüte verleihen. Krottenthaler: „Da gibt es richtige Geschmacksbomben, wo man vor lauter Hopfen gar nicht schmeckt, dass der Alkohol fehlt.“

Ein Trend, den auch die Ayinger Biersommelière und Bloggerin Mareike Hasenbeck verfolgt. „Durch die neuen Rohstoffkombinationen sind ganz andere Aromen möglich“, sagt sie. Besonders die Kreativbrauszene jenseits der großen Brauereien bringe mittlerweile erstaunliche Biere mit Aromen wie Mango, Schokolade oder Kaffee heraus. Und auch jenseits des Reinheitsgebots gebe es alkoholfreie Stouts mit Kaffeebohnen oder ausgefallene Sorten wie ein Weizen-Pale-Ale mit Earl-Grey-Tee. Hasenbeck serviert bei Bier-Verkostungen gerne mal ein anonymes Alkoholfreies: „Wenn ich sage, dass es ein alkoholfreies Bier ist, fallen die meisten Leute aus den Wolken.“

Der Trend zum alkoholfreien Bier lässt sich auch an Zahlen festmachen. Mittlerweile ist das Ohne-Bier eine feste Größe auf dem deutschen Biermarkt. Es kommt laut Statistischen Bundesamt auf 7,21 Prozent Marktanteil. Binnen weniger Jahre rechnet der Deutsche Brauer-Bund mit einem Anteil von gut zehn Prozent. Deutschland sei damit weltweit führend beim Brauen alkoholfreier Biere. Und mehr noch: Das Ohne-Bier gleicht den Absatzrückgang beim alkoholhaltigen Bier aus, erklärt der Brauer-Bund.

Neben dem klassischen Alkoholfreien gibt es auch immer mehr Biere, die ganz ohne Alkohol auskommen. Zur Erklärung: Ein alkoholfreies Bier darf maximal 0,5 Volumenprozent Alkohol enthalten. Die 0,0-Prozent-Biere sind wirklich frei von Alkohol. „Da lässt man die Entalkoholisierung einfach laufen, bis kein Alkohol mehr da ist“, erklärt Martin Krottenthaler. 0,5 Prozent, 0,0 Prozent – eher eine psychologische Grenze.

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Reise

«NYT» empfiehlt für 2020 Leipzig, Oberammergau und Salzburg

Emiko Hoshino arbeitet in der Kantine eines Altenheims in Urasa. Foto: dpa

New York (dpa) – Die «New York Times» empfiehlt ihren Lesern Leipzig, Salzburg und Oberammergau als drei von insgesamt 52 Reisezielen im Jahr 2020 («52 Places to Go in 2020»). Leipzig bezeichnete die Zeitung als «cool-kid town» (Stadt der coolen Leute). Die sächsische Metropole überzeuge mit ihrer modernen Wandlung: «30 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung wurden die einst tristen Fabriken Leipzigs von Lofts, Galerien, Werkstätten, Clubs und Restaurants abgelöst.» Hervorgehoben wird die lebendige Kulturszene und das Nachtleben der Stadt, in der auch Zehntausende Studenten leben. Dabei habe «das neue Berlin» seine Wurzeln nicht vergessen und beleuchtet 2020 in einer Ausstellung auch seine Industriegeschichte. Ebenfalls in das Ranking neben Städte wie Washington, Paris, Tokio, Lima, Plymouth und Addis Abeba schaffte es die oberbayerische 5000-Einwohner-Gemeinde Oberammergau, bei der die nur alle zehn Jahre stattfindenden Passionsspiele gepriesen werden. Hervorgehoben wird dabei der Ansatz einer modernen Inszenierung der Passion Christi, in der die Relevanz von Jesus auch für die heutige Zeit hervorgehoben werde. Für erwähnenswert hält die «New York Times» offenbar auch, dass man mit dem Zug zu später Stunde noch nach München kommt. Die Mozartstadt Salzburg in Österreich an der Grenze zu Deutschland hebt die «New York Times» nicht nur wegen ihres berühmten Komponisten-Sohnes hervor. «Die Salzburger Festspiele, das Davos oder das Disneyland der klassischen Musik, feiern dieses Jahr ihr 100-jähriges Bestehen», erklärt die Zeitung und freut sich schon auf Anna Netrebko und Cecilia Bartoli. Wer sich dafür nicht interessiere, für den bleibe immer noch die barocke Pracht und das hervorragende Schnitzel.

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Alterndes Japan: Senioren arbeiten länger

Emiko Hoshino arbeitet in der Kantine eines Altenheims in Urasa. Foto: dpa

Tokio (dpa) – Das rasant alternde Japan will seine Senioren angesichts steigender Sozialkosten auch noch mit 70 arbeiten lassen. Das Kabinett des rechtskonservativen Ministerpräsidenten Shinzo Abe segnete jetzt Gesetzesentwürfe ab, mit denen Unternehmen dazu gedrängt werden sollen, ihre Beschäftigten bis zum Alter von 70 Jahren arbeiten zu lassen. Noch ist das für Unternehmen nicht verpflichtend, soll es aber in Zukunft werden. Dabei ist es in der vor Deutschland drittgrößten Volkswirtschaft der Welt ohnehin längst Alltag, dass Menschen im Alter arbeiten. Zwar beschloss Japan vor einigen Jahren, das Renteneintrittsalter schrittweise auf 65 Jahre anzuheben. Doch viele Japaner sind auch noch als Rentner weiterhin voll erwerbstätig.

Die Regierung will nun, dass Firmen künftig zwischen verschiedenen Optionen wählen. Entweder heben sie das Renteneintrittsalter an, heben es gleich ganz auf oder erlauben ihren Mitarbeitern, auch darüber hinaus weiter zu arbeiten. Die Gesetzesvorlagen sollen nun dem Parlament zum Beschluss vorgelegt werden und im April nächsten Jahres in Kraft treten.

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Aus Allen Staaten

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