22. Juni 2019 Selected Articles

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Aus Aller Welt

Bis zu 800 Blitze pro Minute – Starkregen flutet Straßen und Keller

Gewitter ziehen über Ostdeutschland. Sie bringen viel Regen mit sich. Straßen werden überflutet und müssen gesperrt werden. Nach kurzer Atempause werden die nächsten Unwetter erwartet.

Berlin: Ein Mann zieht bei starkem Regen während eines Sommergewitters einen Einkaufswagen hinter sich her. Foto: dpa

Berlin/Offenbach (dpa) – Heftige Sommergewitter mit Starkregen haben sich in der Nacht zum Mittwoch vor allem über Ostdeutschland entladen. In Berlin und der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam wurden Straßen überflutet, Bäume stürzten um, zahlreiche Keller und Tiefgaragen liefen voll. In beiden Städten rückten die Helfer zu zahlreichen Einsätzen aus.

In Sachsen und Brandenburg fielen örtlich Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu fünf Zentimetern zu Boden. In den Gärten und Parks des Unesco-Welterbes in Potsdam richtete das Unwetter Schäden an. Die Parks bleiben für die Aufräumarbeiten bis auf Weiteres geschlossen, wie die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg mitteilte.

Nach Angaben des Blitz-Informationsdienstes von Siemens hat es in der Nacht über ganz Deutschland bis zu 800 Mal pro Minute geblitzt. Etwa jeder zehnte Blitz traf auf den Erdboden, wie Sprecher Stephan Thern sagte. Die nächste Gewitterfront kündigte sich am Mittwochnachmittag an.

Eine Tendenz zu häufigen Starkniederschlägen sei durchaus zu erkennen, sagte Florian Imery vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Je wärmer die Luft sei, desto mehr Wasser könne sie aufnehmen. Insofern sei ein Zusammenhang zwischen der Klimaerwärmung und häufigeren Starkniederschlägen naheliegend. Einzelne Wettererscheinungen jedoch könne man nicht auf den Klimawandel zurückführen, stellte Imery klar. Dafür benötige man eine größere Datengrundlage.

In Berlin wurde um Mitternacht der «Ausnahmezustand Wetter» ausgerufen. Dabei werden Einsätze nach Wichtigkeit bearbeitet, nicht nach dem Zeitpunkt des eingehenden Notrufes. Die Feuerwehr wurde innerhalb von drei Stunden zu rund 160 Einsätzen wegen des Gewitters gerufen, wie ein Sprecher sagte. Im gesamten Stadtgebiet fielen Ampeln aus, wie die Verkehrsinformationszentrale mitteilte. In Potsdam rückte die Feuerwehr mehr als 100 Mal aus.

An den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld wurde die Flugzeugabfertigung der Maschinen auf dem Vorfeld für mehrere Stunden eingestellt. Passagiere konnten nicht wie sonst üblich über Treppen ein- oder aussteigen.

Ein Abschnitt der Autobahn 115 war auch noch am Mittwochmorgen in beiden Richtungen gesperrt, wie ein Polizeisprecher sagte. Die Fahrbahnen mussten gereinigt werden. Die Polizei Brandenburg berichtete von Blitzeinschlägen, herabfallenden Ästen, Unfällen und überschwemmten Straßen in der Nacht zum Mittwoch.

Auch in Bayern, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern gab es Gewitter. In Bad Hersfeld bei Kassel führte eine Unwetterwarnung dazu, dass das Festprogramm des Hessentags am Dienstagabend unterbrochen wurde. In Prerow in Vorpommern geriet ein Appartementhaus durch einen Blitzeinschlag in Flammen, verletzt wurde dabei niemand.

Die Temperaturen stiegen im Osten Deutschlands auch am Mittwoch wieder rasch an. Die Spitzenwerte sollten nach Angaben des Wetterdienstes bei bis zu 34 Grad liegen, so warm werde es etwa in Frankfurt (Oder). Vor allem am Nachmittag könnte es stark regnen, mancherorts dürften mehr als 30 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde fallen, sagte ein DWD-Sprecher. Dagegen wurden im Westen Deutschlands regional Höchstwerte von unter 20 Grad erwartet.

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ÜBERSETZUNG – TRANSLATION

Blitze – flashes of lightning
überflutet – flooded
gesperrt – blocked (streets)
heftige – heavy
entladen – here: dumped
umstürzten – here: uprooted
ausrückten – responded
zahlreichen Einsätzen – numerous deployment requests
Hagelkörner – hailstones
Durchmesser – average
Stiftung – (charitable) foundation
ankündigte – here: is expected
häufigen – frequent
Starkniederschlägen – heavy rainfalls
je warmer…desto mehr Wasser – the warmer…the more water
sei – here: appears to be
Zusammenhang – connection
jedoch – however
Klimawandel – climate change
Datengrundlage – database
Ausnahmezustand Wetter – weather state of emergency
gesamten – total
Flugzeugabfertigung – serving of airplanes
eingestellt – stopped
wie sonst üblich – contrary to normal
Abschnitt – section
Ästen – (tree) branches
überschwemmten – submerged
Unwetterwarnung – severe storm warning
anstiegen – rose; increased
rasch – quickly

Trans: Barbara Weidendorf, B.A., M.A.

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Sport

Bierhoff sieht Sommer als Gradmesser für deutschen Fußball

Berlin (dpa) – DFB-Direktor Oliver Bierhoff wünscht sich auf dem Weg zurück in Richtung Weltspitze in Deutschland wieder mehr Straßenfußball-Mentalität. In einem Gastbeitrag für die «Welt am Sonntag» schrieb Bierhoff, es gehe darum, eine Mentalität zu fördern, «wie wir sie von früher auf dem Bolzplatz kannten: schnell, direkt, Individualität zulassend und Kreativität fördernd».

Den gerade begonnenen Sommer sieht der 51-Jährige als Gradmesser dafür, wo der deutsche Fußball auf dem Weg zurück in die Weltspitze steht. Mit Blick auf den gelungenen Start in die EM-Qualifikation meinte er, die Nationalmannschaft habe sich zurück in die Herzen einiger gespielt, die enttäuscht gewesen seien. Seit dem notwendigen Umbruch gehe es in die richtige Richtung, bemerkte der Europameister von 1996 ein Jahr nach dem WM-Vorrunden-Aus in Russland.

Die U21-Auswahl gehe bei der Europameisterschaft in Italien als Titelverteidiger, aber nicht als Titelfavorit in das Turnier, erklärte Bierhoff. Für die DFB-Junioren steht an diesem Montag das erste Spiel gegen Dänemark an.

Die deutschen Fußballerinnen haben bei der WM schon vor dem abschließenden Gruppenspiel gegen Südafrika den Achtelfinal-Einzug sicher. Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg führe die Spielerinnen mit Kompetenz, Kommunikation und Konsequenz, lobte Bierhoff. Es müsse selbstverständlich sein, die Ausbildung der weiblichen Leistungsträger genauso wichtig zu nehmen und mit Engagement zu unterstützen wie bei den Männern, betonte er.

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Feuilleton

Heinrich-Schliemann-Museum

Ankershagen (dpa) – Auf dem Gelände des Heinrich-Schliemann-Museums steht ein mehr als fünf Meter hoher Nachbau des Trojanischen Pferdes. Das Museum im ehemaligen Pfarrhaus und Elternhaus von Troja-Entdecker Heinrich Schliemann (1822-1890) würdigt seit 1986 die Arbeit des bekanntesten Archäologen Deutschlands. Am 07.06.2019 wurde das Museum mit einer völlig neu konzipierten Dauerausstellung feierlich wieder eröffnet. Foto: dpa

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Gesundheit/Umwelt

Rückenschmerzen können viele Auslöser haben

Keine Frage des Alters: Probleme mit dem Rücken haben nicht nur Ältere, sondern auch viele junge Leute. Foto: dpa

Lorsch (dpa) – Es zieht und zwickt im Rücken, und das ständig und bei sehr vielen Menschen. Rückenschmerzen sind eine Volkskrankheit. Doch die Ursachen sind vielfältig – und deshalb auch für Profis nicht immer leicht zu erkennen.

„Ich hab‘s im Rücken“ – das ist eine weit verbreitete Klage. Die Mehrheit der Menschen in Deutschland (61 Prozent) konnte diesen Satz im vergangenen Jahr sagen.

In der Rangliste der schmerzhaften Problemzonen liegt der Rücken damit an der Spitze – deutlich vor Nacken, Knie oder Schulter. Das zeigt eine Umfrage des Marktforschers Dynata. Warum ist das so? Und was können Betroffene tun? Antworten auf diese Fragen hat Markus Eichler, Chefarzt der Abteilung für Wirbelsäulenchirurgie an der Schön Klinik im hessischen Lorsch.

Rückenschmerzen sind eine Volkskrankheit. War das schon immer so?
Markus Eichler: Es ist ganz klar so, dass die Beschwerden zunehmen. Ein Grund dafür ist sicher, dass die Gesellschaft insgesamt älter wird. Aber es gibt auch Ursachen für die Rückenschmerzen, die mit dem Alter nichts zu tun haben – Übergewicht, Bewegungsmangel oder psychische Belastung, am Arbeitsplatz zum Beispiel. Es gibt Untersuchungen, wonach selbst bei den ganz Jungen unter 25 rund drei Viertel schon einmal in ihrem Leben Rückenschmerzen hatten. Und gerade da stehen dann solche Ursachen ganz klar im Vordergrund.

Die Rückenschmerzen sind also eine Art Alarmsignal für andere Probleme?
Eichler: Das kann man so sagen. Bei 80, 85 Prozent der Patienten mit Rückenschmerzen finden wir kein direktes Korrelat. Es gibt also nichts, was man auf einem Röntgenbild sehen könnte, einen Bandscheibenvorfall zum Beispiel. Stattdessen haben die Patienten das, was wir unspezifische Rückenschmerzen nennen, mit anderen Ursachen oder Auslösern. Und die muss man dann natürlich erst einmal finden.

Geht das überhaupt?
Eichler: In einem ausführlichen Gespräch lässt sich das schon herausfinden – man muss sich aber die Zeit dafür nehmen. Eine der möglichen Frage wäre, wie sich der Schmerz in Ruhephasen wie zum Beispiel in einem Urlaub verhält. Oft ist er da weg – und das ist dann ein deutlicher Hinweis darauf, was die Ursachen sein können. Echte chronische Rückenschmerzen sind nach wie vor eher selten.

Wie lassen sich die Schmerzen denn bekämpfen, wenn die Ursache nicht im Rücken selbst liegt?
Eichler: Die klassische Krankengymnastik ist ein wesentlicher Bestandteil der ersten Therapieschritte. Weitere Formen sind Muskelaufbau-Training, Wärme- oder Kältetherapie und so weiter, gefolgt von ergänzenden Maßnahmen wie zum Beispiel Akupunktur. Damit lässt sich der Schmerz durchaus bekämpfen, auch langfristig. Im Idealfall kommt noch eine Ernährungsumstellung mit Reduktion eines möglichen Übergewichts hinzu, oder der Patient hört zum Beispiel mit dem Rauchen auf. Denn auch das kann ein Auslöser sein.

Wenn psychische Überlastung die Ursache für den Schmerz ist – muss es dann zusätzlich immer eine Psychotherapie sein?
Eichler: Da muss man aufpassen. Denn nicht jeder Patient, der bei der Arbeit zum Beispiel psychisch überlastet ist, braucht eine Psychotherapie. Oft hilft es schon, wenn die Betroffenen zum Beispiel im Rahmen einer Schmerztherapie lernen, ihren Stresslevel zu senken oder mit Stress besser umzugehen – und nicht nur zur Tablette zu greifen, wenn der Rücken schmerzt.

Doch im Akutfall ist es richtig, Schmerzmittel zu nehmen.

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Reise

Die schönsten Surf-Camps in Europa

2. Teil

Surfgebiete auf den Kanarischen Inseln sind beliebt. Foto: dpa

Rauschende Brandung und Pinienduft:
Surfen in Portugal

Lissabon (dpa) – In Hängematten unter Sternpinien chillen: Das hört sich nach einem guten Urlaub an. Die Star Pine Lodge – nur rund 40 Kilometer von Portugals Hauptstadt Lissabon entfernt – lockt darüber hinaus mit Pool, Gemeinschaftsküche und gemütlichen Zimmern. Ein hübscher Ort, umgeben von grünen Hügeln, Wald, Steilklippen und Sandstränden. Portugal ist Mekka für Surfer – und die Surfspots Praia Grande, Praia Pequena und Praia das Macas liegen quasi direkt vor der Haustür.

Direkt am Waldrand des Sintra-Cascais-Naturparks am Atlantik gelegen, setzt das Surf- und Outdoorcamp auf Nachhaltigkeit. Die stets ganz individuell gestalteten Zimmer sind mit recycelten Materialien eingerichtet, unter anderem aus Treibholz und Naturstein.

Englischsprachige Surfkurse werden für jedes Level angeboten. Darüber hinaus stehen Klettern, Wandern, Mountainbiken, Yoga und mehr im Programm. Restaurants, Bars und Bistros in direkter Umgebung.

Tipp: Wenn die Star Pine Lodge ausgebucht ist, auf das wenige Kilometer entfernte Camp The Lodge ausweichen. Dort können sich Surfinteressierte auch Boards und Wetsuits leihen. http://www.starpinelodge.com

Sonne garantiert: Wellenreiten auf Teneriffa
Playa de Las Americas (dpa) – Hängematten unter Palmen finden Spanien-Urlauber im Blue Juice Surfcamp im Süden Teneriffas. Dort warten Traumstrände, mildes Klima und garantiert Sonnenschein. Der Surfspot: Playa de Las Americas. Die Kanareninsel verspricht Ruhe ebenso wie Trubel – je nach Wunsch.

Im Camp wird in verschiedenen Sprachen unterrichtet, zur Anlage gehören eine Gemeinschaftsküche und ein Pool. Schnorcheln, SUP, Yoga, Tauchen und Longboarden ergänzen das Sportangebot. Der Touristenort Playa de Las Americas mit Bars, Clubs und Restaurants ist nur zehn Minuten vom Camp entfernt.

Tipp: Wale und Delfine auf einem Bootsausflug beobachten. http://www.bluejuice-camps.de

In der Ruhe liegt die Kraft: Surfen auf Lanzarote
Famara (dpa) – Rund um das Surfcamp Lazarote in Famara dürfen keine Hotels gebaut werden, daher geht in der Region eher ruhiger zu. Ohnehin ist Lanzarote weniger trubelig als die bekannteren Nachbarn. Der Surfsport am sechs Kilometer langen Strand der Famarabucht liegt beim Naturschutzgebiet Archipielago Chinijo, im Osten eingerahmt von der Steilküste El Risco. Wild und schroff, typisch Lanzarote. Wie ein Halbmond geformt, fängt die Bucht fast jede Welle ein.

Das Camp liegt 100 Meter vom Meer entfernt und bietet zum Beispiel ein Paket aus Surfen und Yoga. Wer schon weiß, wie man auf dem Brett steht und eine Welle mitnimmt, der kann nur Unterkunft und Material buchen. Meerblick gibt es von der Dachterrasse.

Tipp: Nur für Mädchen und Frauen ist das Girlscamp Famara, ist allerdings bis 13. Juli geschlossen.
http://www.bluejuice-camps.de

Surfen auf der Insel:
Englands Südwestküste

Truro, Cornwall (dpa) – Die Küste im Südwesten Englands ragt weit ins Meer hinaus. An der Cornish Coast warten die kalten Wellen des Atlantiks, grüne Wiesen und dank des Golfstroms ein erstaunlich mildes Klima.

Im Ride on Retreats Surfcamp geht es – anders als in manchen anderen Camps – wenig hippiemäßig zu. Heiße Schokolade, ein heißes Bad, ein Gläschen Sekt dürfen es schon mal sein, nach dem aktiven Teil im Wasser. Hinzu kommen ein Indoor-Pool, ein Whirlpool sowie Spa mit Sauna und Dampfbad. Aktivurlaub trifft Annehmlichkeiten. Für Spaß außer Haus sorgen typisch englische Pubs.

Tipp: Das englische Surfmekka ist Newquay, mit Weltklassespots wie Watergate Bay und Fistral.
http://www.rideonretreats.com

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Asien will nicht zur «Müllkippe der Welt» werden

Tonnen illegaler Abfälle sind in der Stadt Jenjarom Malaysia, gelandet, 40 Minuten entfernt von Port Klang, einem großen Containerschifffahrtshafen und Zugangsweg für die Abfälle. Foto: dpa

Von Christoph Sator und Zubaidah Jalil
Bangkok (dpa) – Nachts ist der Gestank in Sungai Petani immer besonders schlimm. Nachts, wenn rund um die Stadt in Malaysias Norden die illegalen Müllverbrennungsanlagen wieder ihre Öfen hochfahren, damit niemand so genau sieht, was für ein Dreck oben herauskommt. Wenn der Tag anbricht, haben sich die schwarzen Wolken meist wieder verzogen und auch ein Teil des Gestanks. Der säuerliche Geruch der vielen wilden Abfallhalden hier in der Gegend ist dann allerdings immer noch da.

In Sungai Petani, fast an der Grenze zu Thailand, und in anderen Gegenden Malaysias lagert nicht nur Plastikabfall aus der näheren Region. Hier finden sich bergeweise auch Kunststoffreste aus Ländern, die sehr weit entfernt sind: aus der Europäischen Union, Kanada und den USA; es sind Plastikbecher ebenso wie Wasserflaschen und Kondomverpackungen.

Seit China seine Grenzen für praktisch alle verunreinigten Kunststoffreste vergangenes Jahr dicht gemacht hat, sind Länder wie Malaysia das neue Ziel. Allein aus Deutschland kamen 2018 nach vorläufigen Zahlen des Umweltbundesamtes etwa 130 000 Tonnen mehr oder weniger sortierter Plastikabfall in das südostasiatische Land. 2017 waren es erst 75 000 Tonnen gewesen. Nach Vietnam gingen 57 000, nach Indonesien 64 000, nach Indien 68 000 und nach Hongkong 73 000 Tonnen.

Die vermeintlich so umweltbewussten Deutschen produzieren nicht nur mehr Müll als die meisten anderen EU-Bürger. Aus der Bundesrepublik wird Abfall auch in großem Stil exportiert. Es ist Mülltourismus im globalen Maßstab: Aus den Tonnen, aus dem Sinn – ein enormes Geschäft. Jetzt allerdings wollen manche der ärmeren Staaten, die schon die eigenen Müllprobleme nicht in den Griff bekommen, nicht länger mitmachen. Sie schicken illegalen Abfall zurück.

Malaysia ist dabei eine Art Vorreiter. «Wir sind nicht die Müllkippe der Welt», sagt Umweltministerin Yeo Bee Yin. «Wir wehren uns. Das ist auch eine Frage der Würde und Souveränität.» Laut einer Greenpeace-Studie kam 2018 aus den zehn wichtigsten Importländern – neben Deutschland auch andere große Industrienationen wie die USA, Großbritannien, Kanada und Japan – mehr als 626 000 Tonnen Plastikmüll ins Land. Das sind mehr als 15 600 Schiffscontainer.

Vermutet wird, dass es in Wahrheit um einiges mehr ist. Die Kontrollen in den Häfen sind oft nicht besonders gründlich, Korruption ist weit verbreitet. Die Umweltministerin kündigte nun an, zumindest 3000 Tonnen illegal importierten Mülls in die Herkunftsländer zurückzubringen. Das ist nur ein minimaler Teil, aber immerhin. Der Greenpeace-Experte Heng Kiah Chun sieht darin einen guten Anfang, fordert jedoch eine «globale Lösung». «Die Industrieländer sollten Schluss damit machen, ihr Plastikproblem auf dem Rücken anderer Staaten lösen zu wollen.»

In anderen Staaten der Region ist die Stimmung ähnlich wie in Malaysia. In Vietnam musste vergangenes Jahr einer der größten Häfen die Annahme weiteren Abfalls einstellen, weil sich dort mehr als 8000 Container Plastik- und Papiermüll angesammelt hatten. Alles in allem lagern in dem Land schon mehr als 23 000 Container. In Thailand beschlagnahmten die Behörden bei einer einzigen Razzia mehr als 50 Tonnen illegal importierte Kunststoffe. Auch hier wird nun an strengeren Gesetzen gearbeitet.

Besonders groß ist der Unmut auf den Philippinen. Hier schaukelte sich ein Streit um mehr als 100 Container Müll aus Kanada sogar zu einer ernsthaften diplomatischen Krise hoch. Präsident Rodrigo Duterte drohte sogar mit «Krieg». Inzwischen ist der Frachter «MV Bavaria» mit 69 Containern auf dem Weg über den Pazifik nach Vancouver. Was dann passiert, ist noch nicht geklärt.

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Aus Allen Staaten

Local man makes good in Hawaii

Hawaii Energy Systems Rolf Klein, Chief Executive Officer

Rolf Klein the son of August and Rose Klein longtime readers of the Wochenposthas just won the US Small Business Administration Award for the State of Hawaii.

Rolf was born in Detroit and grew up in St. Clair Shores and graduated from Lakeview High School. He is happily married to Aida .

A Graduate of Western Michigan University moved to Texas and Los Angeles before being offered a one year contract to help a HVAC company in Hawaii. That was in 1988 and he hasn’t moved back since.

Two friends from work sat down for dinner and began strategizing.

Believing their current employer wasn’t doing so well, and that they would fare better if they formed their own business, one of them started drawing a plan on a napkin.

That sketch led Alvin Bongolan and Rolf Klein to launch Hawaii Energy Systems in 2006. HES is in the building science business. HES consults on, creates and installs building automation, energy management and energy-efficient systems – think “smart buildings” – for the government, hotels, luxury home builders, commercial office spaces and schools. Examples include all seven towers of the Hilton Hawaiian Village, and Michael Dell’s Raptor Residence, an 18,500-square-foot estate on Hawaii Island.

They currently have 54 employees and his company was awarded the 2019 State Small Business Person of Year for Hawaii. Rolf recently traveled to Washington DC in May to receive his award..

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