23. April 2022 Selected Articles

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Aus Aller Welt

Kirchen ohne Mehrheit: Adieu, christliches Deutschland?

Nach Jahrhunderten ist fast unbemerkt eine Art Kulturumbruch auf deutschem Boden geschehen: Es gibt hierzulande keine kirchlich gebundene Bevölkerungsmehrheit mehr.

Stuttgart: Menschen sitzen bei dem Gottesdienst in den Kirchenbänken der Leonhardskirche. Es gibt hierzulande keine kirchlich gebundene Bevölkerungsmehrheit mehr. Foto: dpa

Von Gregor Tholl
Berlin (dpa) – «Evangelisch oder katholisch?» – das ist lange Zeit eine Gretchenfrage in Deutschland gewesen und meinte sehr unterschiedliche Lebenswelten. Kommunion oder Konfirmation und eine kirchliche Hochzeit gehörten zum Leben der meisten, wobei sogenannte Mischehen (also gemischtkonfessionelle Ehen) früher vielen als Frevel galten. Freizeitaktivitäten in Kirchengemeinden waren für Generationen Teil des Alltags. Das hat sich längst geändert. Doch trotz vermehrter Kirchenaustritte in jüngster Zeit waren vor gut einem Jahr noch immer 51 Prozent der deutschen Bevölkerung römisch-katholisch oder evangelisch. Doch jetzt – im Frühjahr 2022 – befindet sich in Deutschland erstmals seit Jahrhunderten keine Mehrheit der Menschen mehr im Schoß der beiden großen Kirchen.

«Es ist eine historische Zäsur, da es im Ganzen gesehen, seit Jahrhunderten das erste Mal in Deutschland nicht mehr “normal” ist, Kirchenmitglied zu sein», sagt der Berliner Sozialwissenschaftler Carsten Frerk von der Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland (fowid), die von der religionskritischen und humanistischen Giordano-Bruno-Stiftung ins Leben gerufen worden ist.

«Früher haben die Kirchen in alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens hineingewirkt», sagt der Religionssoziologe Detlef Pollack von der Uni Münster. In den 50er Jahren seien sie im Alltag der Menschen präsent gewesen, bestimmten die allgemein akzeptierten Familien-, Moral- und Wertvorstellungen und stabilisierten die neu entstehende politische Ordnung. Auch in den Jahrzehnten danach seien sie in der Öffentlichkeit gehört worden, «etwa wenn es um die Aussöhnung mit den osteuropäischen Nachbarn ging oder um Fragen sozialer Gerechtigkeit oder um bioethische Fragen an den Grenzen von Leben und Tod».

Seit den 60ern mit wirtschaftlichem Aufschwung, sich verändernden Familienstrukturen und der Emanzipation der Frauen setzte der kulturelle Umbruch ein, wie Pollack ausführt. «Autoritätswerte verloren an Bedeutung.» Statt materieller Sicherung und sozialer Stabilisierung wurden politische Mitbestimmung und individuelle Selbstverwirklichung wichtig. Der Niedergang der Volkskirche begann. Religiöse Bindungen schwächten sich ab. Vor der Abwendung vom Glauben und den Kirchen stehe dabei meist der Verzicht auf die Teilnahme am kirchlichen Leben. «Wenn die religiöse Praxis aufgegeben wird, geht auch der Einfluss der Religion auf die Lebensführung zurück.»

Trotzdem: Noch 1990 waren mehr als 72 Prozent der deutschen Bevölkerung in einer der großen Kirchen Mitglied.

«Die Abwärtsentwicklung ist schon seit längerem zu beobachten», sagt Sozialwissenschaftler Frerk. «Sie hat sich in den vergangenen sechs Jahren aber stärker beschleunigt als vorher angenommen.» Verloren die Kirchen in den Jahren 2000 bis 2015 pro Jahr etwa 0,6 bis 0,8 Prozentpunkte am Bevölkerungsanteil, so sind es seit 2016 etwa 1,0 bis 1,4 Prozentpunkte. Inzwischen ist nun eben auch der eine Punkt über der 50-Prozent-Marke verloren gegangen.

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) gab eine Hochrechnung ab, Ende 2021 wohl nur noch etwa 19,7 Millionen Mitglieder zu zählen (Vorjahr 20,2 Millionen). Prognosen sehen zudem derzeit noch etwa 21,8 Millionen Katholiken (Vorjahr 22,2 Millionen).

Neben einem Aussterben der Kirchenmitglieder gibt es auch zahlreiche Austritte. Nicht alle Austritte seien politisch motiviert, sagt Robert Stephanus, Vorsitzender des überkonfessionellen Vereins REMID (Religionswissenschaftlicher Medien- und Informationsdienst). Die Motive reichten vom Steuernsparenwollen bis zu Protest gegen die Amtskirche und ihren Umgang mit Missbrauchsfällen in den eigenen Reihen. Regional gebe es im Bezug zur Kirche große Unterschiede, sagt Stephanus. In Bayern sei es anders als in Niedersachsen oder aber im Gebiet der früheren DDR, wo die Mitgliederzahl der Evangelischen Kirche zwischen 1950 und 1989 von fast 15 Millionen auf 4 Millionen sank, die der Katholiken sich auf etwa eine Million halbierte.

Mehr als 40 Prozent Konfessionslose, die natürlich nicht ungläubig sein müssen, gibt es inzwischen in Deutschland. Die weiteren Einwohner sind zum Beispiel Muslime und Juden. Da es außerhalb der großen Kirchen noch ein paar Millionen weitere Christen gibt, zum Beispiel Freikirchler und Christlich-Orthodoxe, liegt die Quote der Christen nach wie vor über 50 Prozent hierzulande.

Eine Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» nahm vor Weihnachten den beschleunigten Abwärtstrend der Kirchen und des Christentums in Deutschland unter die Lupe. Beschrieben wurden «drei Stufen der Erosion»: Zuerst verlieren Leute den «Glauben an die wesentlichen Inhalte des Christentums». So glaubten lediglich noch 37 Prozent der Bevölkerung, dass Jesus Gottes Sohn sei (1986 noch 56 Prozent).

Die nächste Stufe sei dann der Kirchenaustritt. Darauf folge «die Abwendung von der christlichen Kulturtradition», auch wenn diese noch «eine gewisse Zeit» wertgeschätzt werde. Trotz rückläufiger Kirchenmitgliederzahlen stimmen laut Allensbach-Studie aber 70 Prozent der Befragten zu, dass das Christentum zu Deutschland gehöre, bei den Konfessionslosen immerhin 55 Prozent.

Wie sehr aber Interesse an christlichen Inhalten verloren geht, zeigt sich beispielhaft am mangelhaften Wissen über die Feiertage. So wissen viele hierzulande nicht, was Ostern oder Pfingsten überhaupt gefeiert wird und dass an Halloween auch Reformationstag ist. Und vielleicht das eindrucksvollste Beispiel steht im Mai wieder an: Der Feiertag Christi Himmelfahrt (2022 am 26.5.) ist für Millionen längst nur noch Vatertag – oder einfach Herrentag und Männertag.

Im Jahr der Wiedervereinigung 1990 wurden nach Kirchenangaben 29,4 Millionen Mitglieder der EKD (Evangelischen Kirche in Deutschland) und 28,3 Millionen Katholiken gezählt. Vor 25 Jahren drehte sich das Verhältnis. Die EKD verlor schneller Mitglieder als es der Katholizismus tat. Im Land von Luther und Reformation gab es wieder mehr katholische als evangelische Christen. Vor zehn Jahren wurden dann 24,3 Millionen Katholiken und 23,4 Millionen EKD-Mitglieder gezählt, vor fünf Jahren dann 23,3 Millionen Katholiken und 21,5 Millionen Protestanten. 2022 sind es jetzt weniger als 22 Millionen katholische und weniger als 20 Millionen evangelische Kirchenmitglieder – und damit weniger als 50 Prozent der deutschen Bevölkerung. Eine Projektion der Kirchen geht davon aus, dass 2060 nur noch 30 Prozent katholisch oder evangelisch sein werden.

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Sport

Wegen der Fußball-WM: Ski-Weltverband Fis justiert am Kalender

Oberhofen (dpa) – Wie kriege ich während einer Fußball-WM in Katar möglichst viel Skispringen ins Fernsehen und die öffentliche Aufmerksamkeit? Das ist derzeit die Aufgabe des Ski-Weltverbandes Fis, der nach dem Ende des vergangenen Winters am Kalender für den Winter 2022/23 bastelt. Dass zu dieser Zeit ein großes Fußballturnier läuft und breit im TV gezeigt werden wird, ist neu – und für die Saisonplaner eine schwierige Aufgabe.

Die Fis experimentiert derzeit mit zwei möglichen Szenarien. Alternative A würde den ursprünglichen und üblichen Kalender bedeuten. Die Wochenenden im finnischen Ruka (26./27. November) und im polnischen Wisla (3./4. Dezember) würden dann planmäßig stattfinden, aber gegen zwei WM-Wochenenden in Vorrunde und Achtelfinale laufen. Spielzeiten in Katar sind an den ersten beiden Vorrundenspieltagen 11.00, 14.00, 17.00 und 20.00 Uhr und danach 16.00 und 20.00 Uhr. Skispringen wird normalerweise am späten Nachmittag ausgetragen.

Bei Alternative B wird mit einem früheren Saisonstart in Polen geplant, dieser könnte bereits am 5. und 6. November und damit vor der heißen Phase in Katar steigen. Später gäbe es dann im Dezember ein freies Wochenende. Ziel der Fis ist es nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur, eine möglichst große TV-Präsenz in den Hauptprogrammen zu sichern.

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Feuilleton

Passionsspiele Oberammergau

Zahlreiche Darsteller der 42. Passionsspiele Oberammergau stehen bei der ersten großen Probe mit Volk auf der Bühne. Geprobt wurde der Einzug in Jerusalem mit hunderten Oberammergauern als Darstellern des Volks. Foto: Angelika Warmuth/dpa

Oberammergau (dpa) – Knapp eineinhalb Monate vor der Premiere der Oberammergauer Passionsspiele hat Spielleiter Christian Stückl für die Probe einer Schlüsselszene erstmals wieder das «Volk» auf die Bühne geholt. Mit rund 450 Darstellern probte er im Passionstheater des oberbayerischen Ortes den Einzug Jesu in Jerusalem.

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Gesundheit/Umwelt

Deutschlands Alpen wachsen mit Wäldern zu

Nadelbäume stehen in den Steillagen der Allgäuer Alpen.  Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Von Elke Richter
Freising (dpa) – Bei der Gipfelrast den Blick weit über saftige Bergwiesen schweifen lassen – das wird es zumindest im deutschen Teil der Alpen künftig immer seltener geben. Noch in diesem Jahrhundert wird nach Einschätzung von Wissenschaftlern ein Großteil der Berge zwischen Berchtesgaden und Oberstdorf mit Bäumen bewachsen sein – eine Folge des Klimawandels, der sich in den Alpen schon jetzt viel stärker bemerkbar macht als im Rest von Deutschland. Ein Forschungsprojekt, das auf die Mithilfe von Wanderern setzt, zeigt düstere Aussichten.

«Die Berge wachsen zu. Die schönen Landschaften oberhalb der Waldgrenze, wo wir einen tollen Blick haben und die Kühe friedlich grasen, das wächst alles zu», erläutert Jörg Ewald von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf die vorläufigen Ergebnisse des Mitmach-Projekts «Baumgrenzen erkunden».
Dabei werden Bergliebhaber aufgefordert, bei ihren Touren auf die höchstgelegenen Exemplare von 23 Baumarten zu achten. Entdecken sie einen für einen Höhenrekord in Frage kommenden Baum, wird der Standort samt GPS-Koordinaten und Foto in einer App gespeichert.

Der Clou: 1854 wurden die höchstgelegenen Exemplare im Auftrag des bayerischen Königs Maximilian II. schon einmal erfasst – just zu jener Zeit, die heute als Referenz für vorindustrielle Klimabedingungen gilt. Und schon damals wurde auf der Wetterwarte auf dem oberbayerischen Hohen Peißenberg täglich die Temperatur gemessen.

«Seither hat die Temperatur in den Alpen schon um zwei Grad zugenommen», erläutert Ewald. Die Stechpalme etwa, die 1854 ihren höchsten Standort auf 907 Metern hatte, findet sich heute bereits auf 1300 Metern – und hat sich damit um genau jene 400 Höhenmeter nach oben ausgebreitet, die wegen der höheren Durchschnittstemperatur zu erwarten gewesen wären.

«Diesen Prozess kann man sich Baumart für Baumart anschauen», erläutert Botanikprofessor Ewald. Die Daten der Wanderer werden nämlich in anschauliche Karten übertragen – anzusehen im «Portal» unter http://www.baysics.de. Einen Mausklick weiter finden sich im «NatureExplorer» auch Projektionen für die Zukunft. Rot eingefärbt erscheinen dann die Flächen, auf denen etwa die Stechpalme bei einer weiteren Erwärmung um ein Grad und zwei Grad wachsen könnte – womit die Forscher bei einem nur moderat zunehmenden Kohlendioxidausstoß bis zum Jahr 2050 beziehungsweise 2100 rechnen.

«Dann hätten wir gegenüber 1850 plus vier Grad – das ist das, was viele Wissenschaftler für am wahrscheinlichsten halten. Das können wir fast nicht mehr verhindern», betont Ewald. Nur die Spitzen des Zugspitzmassivs würden der Prognose zufolge am Ende dieses Jahrhunderts noch aus den Wäldern herausschauen. «Das ist Wahnsinn, was wir da machen mit dem Klima. Das ist wie eine Zeitbombe, die vor unseren Augen abläuft!»

Dass sich das Bergland schneller erwärmt als das Flachland, liegt daran, dass in den Bergen immer weniger und kürzer Eis und Schnee liegt. Denn weiße Flächen reflektieren die Sonnenenergie wesentlich besser als dunkle Flächen wie Schotter oder Grasland. Steigt nun der Anteil dunkler Flächen, heizt sich das Gebirge auf – zusätzlich zum «normalen» Anstieg durch die Treibhausgase.

«Man sieht überall durch Messungen, dass es sich erwärmt, aber man sieht diese Erwärmung auch in der Natur», schildert Annette Menzel, Professorin für Ökoklimatologie an der TU München. Das werde Folgen haben: «Der Klimawandel ist viel zu schnell, als dass sich unsere Vegetation natürlich diesem Tempo anpassen könnte.»

Wenn etwa an der Zugspitze der Permafrost auftaue, wegen der fehlenden Bodenentwicklung aber noch kein schützender Wald wachsen könne, «dann kommt es vermehrt zu Naturgefahren», erläutert Menzel. Dazu gehören etwa Lawinen, Muren, instabile Hänge und Steinschläge.

Und auch auf niedrigeren Bergen droht Gefahr: Wegen der zunehmenden Trockenheit werde selbst im Winter das Waldbrandrisiko deutlich steigen, mahnt Menzel. Bei der Gipfelbrotzeit könnte dann der Anblick verkohlter Bäume und Sträucher den Appetit verderben. Menzel sieht deshalb nur eine Möglichkeit: «Wir müssen raus aus den fossilen Energien, müssen auf regenerative Energien umsteigen, und das möglichst schnell.»

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Reise

Korsika ist schroff, aber vielseitig

Abseits der Wanderwege Korsikas finden sich Granitfelsen mit beeindruckender Aussicht. 
Foto: Florian Sanktjohanser/dpa

Von Florian Sanktjohanser
Piana (dpa) – In der Welt des Tourismus mangelt es üblicherweise nicht an Superlativen. Liest man aber im Reiseführer, dass Piana zu einem der schönsten Dörfer Frankreichs gekürt wurde, ist doch die Neugier geweckt. Schließlich dürfen gerade mal zwei korsische Dörfer den wohlklingenden Titel tragen – und das auf einer Insel, die schon die antiken Griechen schlicht «die Schöne» nannten.
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Wie privilegiert die knapp 500 Bewohner Pianas leben, verrät bereits der Blick auf die Karte: Piana liegt an der Westküste der französischen Mittelmeerinsel Korsika inmitten eines Weltnaturerbes, rund 450 Meter über dem Golf von Porto. Entsprechend hübsch ist schon die Anreise über die kurvige Landstraße von Ajaccio. Spätestens aber, wenn man den Mietwagen schweißgebadet durch das Labyrinth aus Gassen steuert, weiß man: Die Juroren haben sich nicht geirrt.
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Auf Treppen und Fensterbänken der unverputzten Steinhäuser stehen Blumentöpfe, über den Ziegeldächern ragen grüne Berggipfel auf. Ein paar Urlauber sitzen vor Restaurants, schlendern herum oder stöbern in Läden nach Schafskäse und Wildschwein-Salami.

Naturwunder liegt nur wenige Gehminuten von Piana entfernt
Doch Reisende zieht es auch vor die Tore des kleinen Dorfes. Denn fußläufig liegt das Naturwunder Calanche – eine bizarre Gesteinslandschaft aus rotem Granit. Mutter Natur hat die Felsen so geformt, dass einzelne von ihnen an Monster oder Fabelwesen erinnern. Wer genau hinsieht, kann zum Beispiel Greifvögel, Drachen oder aufgesperrte Schildkrötenmäuler erkennen.

Entsprechend dicht ist der Verkehr auf der Panoramastraße, die mitten durch die Calanche führt. Gefesselt von der Natur, rollen die Urlauber in ihren Mietwagen, Oldtimern und Wohnmobilen durch die Haarnadelkurven. Wer kann, fährt rechts ran – allerdings ist der schmale Streifen zu Füßen der Felswände meist schon zugeparkt.

Ein Hauch von Australien thront über dem Golf von Porto
Am entspanntesten lässt sich das Spektakel daher von der Terrasse des «Chalet Les Roches Bleues» betrachten. Nahe des Ausflugsrestaurants starten aber auch mehrere Wanderwege, die in puncto Panorama noch einen drauf legen können.

Der längste von ihnen heißt «La Châtaigneraie» und führt als steiler Pfad durch Kiefern hinauf in das namensgebende Kastanienwäldchen. An den Erdbeerbäumen am Wegesrand hängen zuhauf reife Früchte, offenbar muten sich nur wenige Urlauber den knackigen Anstieg zu. Am höchsten Punkt der Tour ragt ein rosafarbener Monolith auf, der wie eine Miniversion des australischen Uluru wirkt. Wer etwas kraxelt, wird mit einem fantastischen Ausblick über den Golf von Porto belohnt.

Noch aussichtsreicher ist nur der «Chemin des Muletiers». Der Maultierpfad ist allerdings so bequem ausgebaut, dass man selbst im Herbst noch Kolonnen von Wanderern begegnet.

Auf den Wanderwegen herrscht oft reger Betrieb
Einsam wird es auf den etablierten Wegen um Piana selten. «Das hier ist ein Familienwandergebiet», sagt Edgar Eberle, der seit elf Jahren seine Sommer als Guide auf Korsika verbringt. «Es gibt aber genauso schöne Touren auf unmarkierten Hirtenwegen, wo viel weniger Leute unterwegs sind.» An diesem Nachmittag hat er für seine drei jungen Kundinnen eine Standardtour ausgesucht: das Capu Rossu.

Der Pfad beginnt an einem Kiosk an der Landstraße zum Strand Arone und taucht bald in dichtes, niedriges Gehölz ab. Wacholder, Mastix- und Erdbeerbäume leuchten golden in der tief stehenden Sonne. Immer wieder zweigen Nebenpfade zur Felskante ab, wo sich ein grandioser Blick hinab auf Felsinselchen im türkisen Meer öffnet. Das Ziel der Tour hat man ohnehin stets im Blick: Wie ein roter Zuckerhut ragt die Felskuppe des Capu Rossu mit dem Wachturm auf.
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Der schönste Weg hinauf ist der direkte – eine herrliche Kraxelei über den Grat. Für Bergerfahrene ist sie kein Problem: Der Granit ist griffig, einfache Griffe und Tritte sind überall zu finden. Und Steinmännchen weisen durchgehend den Weg durch die Felsbrocken.

Für Abenteuerlustige gibt es eine Wachturm-Übernachtung
Über eine Wendeltreppe geht es die letzten Schritte hinauf zur Brüstung des Turms. Wo einst Soldaten der Genueser Wache hielten, hat nun Edgar Eberle seine Isomatte ausgerollt, daneben sind Kocher und Flaschen aufgereiht. Seine Gäste fotografieren sich vor dem Sonnenuntergang, eilig haben sie es dabei nicht. Denn die vier werden hier unter Sternen schlafen – oder eine Etage tiefer im Turm, falls der Wind ungemütlich wird.

Für alle Schlafsacklosen wird es Zeit aufzubrechen, die Sonne sinkt ins Meer. Über den weniger steilen Normalweg geht es zurück, die Granitflanken glühen im letzten Abendlicht. Zikaden zirpen, ein Ziegenduft steigt in die Nase – und gleich darauf raschelt es im Busch. Ein paar Böcke mit struppigem Flokati-Fell und mächtigen, eingedrehten Hörnern queren den Geröllhang, gefolgt von einer Herde wilder Bergziegen.

Am nächsten Morgen geht das Panorama-Erlebnis weiter – und das schon vom Bett aus. Durchs Fenster sieht man jenseits des Golfs die Klippen von Scandola rot leuchten. Die Halbinsel ist das Herz des Weltnaturerbes. Um sie aus der Nähe zu sehen, muss man allerdings mit dem Boot übersetzen. Im 20 Fahrminuten entfernten Hafen von Porto liegt dafür eine Flotte von Ausflugsbooten – vom gemächlichen Kutter bis zum Rennboot.

Die Wahl fällt auf ein schnittiges Hartgummiboot mit 600 Pferdestärken. Gleich hinter dem Hafenbecken zeigt der stolze Kapitän mit der kinnlangen Mähne und den tätowierten Armen, was das bedeutet. Mit breitem Grinsen jagt er das Boot übers Wasser, springt über Wellen, schlägt Haken, rast auf Felsen zu und dreht erst im letzten Moment ab.

Die adrenalinhaltige Fahrt endet vorerst in der Bucht von Ficajola. Vor dem winzigen Strand zwischen Klippen drosselt der Kapitän das Tempo und erzählt von den Hütten, die im Felshang und der Schlucht dahinter verstreut sind. Fischer haben sie einst gebaut, heute nutzen ihre Enkel sie als Ferienhäuser. Im Sommer ist der Dorfstrand unterhalb von Piana regelmäßig überfüllt.

Vom Meer aus betrachtet, sind die Granitwände der Calanche noch schroffer, noch gewaltiger. Hunderte Meter schießen die zerklüfteten, tausendfach gespaltenen Klippen in den Himmel. Mal haben die Elemente sie zu wilden Zacken gefeilt, mal zu Knubbeln abgeschmirgelt, mal ist ein Felsbrocken zwischen zwei Türmen aufgegabelt. Manche Wände sind grau-rosa marmoriert.

Der graue Granit sei wesentlich älter, erklärt der Kapitän, der rosafarbene habe sich durch Oxidation verfärbt. Immer wieder steuert er das Boot in Grotten, deren Wasser klar ist wie in einem Quelltopf. Am liebsten würde man sich die Taucherbrille überziehen, ins Wasser springen und sich die mit bunten Korallen und Schwämmen verkrusteten Felswände genauer anschauen. Das Schnorcheln wäre allerdings eher unentspannt. Im Minutentakt tuckern Ausflugsboote in die schmalen Höhlen.

Aber das hübscheste Planschbecken wartet ohnehin noch. Durch ein finsteres Felstor gleitet das Boot hinein ins Piscine Naturelle du Capu Rossu, ein südseetürkises Becken, eingerahmt von turmhohen Klippen und mehreren Grotten. Ein halbes Dutzend Boote dümpeln hier, überall strampeln Schnorchler umher.

Der Kapitän hat leider andere Pläne. Für einen Badestopp ist es offenbar zu spät. Vorsichtig navigiert er zwischen den menschlichen Bojen hindurch aufs offene Meer – und dreht auf. 20 Minuten schießt das Boot quer über den Golf. Die Mithoppelnden halten sich am Vordersitz fest und drücken im Fahrtwind ihre Kappe auf den Kopf.

Der wilde Ritt katapultiert in eine Welt vor unserer Zeit: Scandola. Rote Felsen schauen aus schwarzen und petrolgrünen Hügeln hervor, die aussehen wie erstarrte Lava. «Alles Vulkangestein», bestätigt der Kapitän. Porphyr, Rhyolith und Basalt, empor geflossen und herausgeschleudert in einer Serie von Unterwasser-Eruptionen.

Teppiche von Sträuchern polstern die Hänge zwischen den Zacken und Türmen, auf einigen Felsnadeln finden sich Astgeflechte von Vogelnestern wieder. Kormorane und Möwen, seltene Fischadler und Sepiasturmtaucher leben auf der Halbinsel, die seit 1975 streng geschützt ist. Im Meer tummeln sich Muränen und Zackenbarsche, Schwertfische und Delfine.

Das Boot gleitet vorbei an den kantigen, horizontal gestapelten Basaltsäulen der «Paradiestreppe» und hinein in die «Kathedrale von Scandola»: eine Grotte mit 80 Meter hohen Wänden. Um ihre Akustik vorzuführen, rezitiert der Kapitän zum Abschluss ein korsisches Gedicht. Selbst wer den Wortlaut nicht versteht, ahnt die Botschaft: Gepriesen sei die Insel der Schönheit!

Infokasten: Piana
Einreise und Corona-Lage: Frankreich ist derzeit als Hochrisikogebiet eingestuft. Für die Einreise nach Korsika sind entweder der Nachweis über den vollständigen Impfstatus oder ein negatives PCR- oder Antigen-Testergebnis zu erbringen. (Stand 24. Februar 2022)
Anreise: Aus dem italienischen Livorno setzen Fähren in viereinhalb Stunden nach Bastia auf Korsika über. Die Fähre vom französischen Toulon nach Ajaccio dauert zwei Stunden länger, dafür fährt man bis Piana nur noch gut eineinhalb Stunden im Mietwagen. Aus mehreren deutschen Städten gibt es Direktflüge nach Bastia.
Informationen:
http://www.piana.fr

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Zwischen supersexy und wahnsinnig gemütlich: Die Frauenmode 2022

Knappe Oberteile bleiben angesagt.
Foto: Sandra Weimar/Aniston by Baur/dpa

Von Simone Andrea Mayer
Köln (dpa) – Haben Sie auch diese Sehnsucht nach Ausgehen, sich schick machen? Weg mit den Schlabberklamotten, her mit den knappen Oberteilen, den eng anliegenden Kleidern? Den Outfits voller Leben?

Das wird wiederkommen. Versprochen! Die Modeschauen zu den Kollektionen der Saison Frühjahr/Sommer waren voll davon. Die Frage wird vielleicht aber sein: Wann genau ist der Pandemie-Alltag wieder offen dafür? Und muss das Bequeme jetzt ganz weg?

Aber von Anfang an: Die Kollektionen der Designer und Modelabels sind sehr unterschiedlich, teils sogar widersprüchlich in sich. So finden sich für Frauen sehr feminine Outfits. Sie sind sexy, oft hauteng. Nach ein paar Jahren, in denen die Figur unter weiten Schnitten eigentlich nicht mehr zu sehen sein sollte, fällt diese Entwicklung ins andere Extrem auf.

Der Trend zum Hautengen nennt sich jetzt «Bodycon» und geht auch einher mit bauchfreien Looks, oft nur mit einem (Bikini-)BH als Oberteil. Dazu hochgeschlitzte Röcke, wenn sie denn lang sind, vor allem aber superknappe Minis. Transparente Materialien und sogenannte Cut-outs – bewusst gesetzte Ausschnitte im Stoff – zeigen Haut an besonders reizvollen Stellen des Körpers.

Ab und an beobachtet man auch der Bondagestil. Die feinen Schnürungen und die Lack- und Lederriemen über große Teile des Körpers gibt es vor allem auf den Laufstegen oder bei den High-Fashion-Labels. Die Botschaft der Designer: Frauen sollen selbstbewusst, stolz und provokant zu ihrem Körper stehen.

Das Deutsche Mode-Institut (DMI) blickt bei der Interpretation dieser Stücke auf das, was uns alle derzeit am meisten bewegt: die Pandemie, ihre Folgen für unseren Alltag und die daraus entstehenden Sehnsüchte.

Die Analysten sprechen in ihren «11 Thesen für 22» daher von einer «unbändigen Lust auf Kleidung, die politisch unkorrekt sexy ist». Eine Mode, die Abenteuer nachholt und sich damit zurückholt, was uns die Pandemie gestohlen hat. «Jetzt wollen wir unsere Zeit nutzen und unsere Körper genießen», so das DMI.

Nach Kontaktbeschränkungen und Abstandhalten sei der Nachholbedarf nach Körperlichkeit so groß, dass selbst die Kleidung dieses Signal aussendet. Deswegen trage man jetzt eben unter anderem «Röcke, so kurz wie das Leben», so die Modeanalysten.

«Wie ein Aufwachen», beschreibt auch Burberrys Chief Creative Officer, Riccardo Tisci, die Kollektion des Hauses. Sie soll nach den Lockdowns den Menschen die Freiheit zurückgeben, zu träumen und sich jung und lebendig zu fühlen.

Auch Brunello Cucinelli setzt hier an: Seine Kollektion solle zu einer positiven Stimmung beitragen, die Freude, Energie und Lebenskraft ausstrahlt. Man trage nicht mehr nur, was wirklich nötig ist, sondern es komme der Wunsch zurück, sich gut anzuziehen, heißt es im Kollektionsbericht. Das setzen die Designer um, indem sie die klassischen Schnitte, für die das Haus bekannt ist, mit fliegenden Federn, Pailletten und funkelnden Netzstoffen versehen.

Die knappe Mode bedient sich stilistisch zum Beispiel an den 60ern, etwa in Form von A-Linien-Kleider. Beim Blick in die Kollektionen flackern aber auch Erinnerungen an die späten 90er und frühen 2000er auf: Britney Spears lässt grüßen mit Low-Waist-Jeans und bauchfreien Spaghettiträger-Tops. In dem Zusammenhang wird gerne von der «Y2K»-Mode gesprochen (Y für «year», 2K für 2000).

«Y2K gehört definitiv zu den Modetrends, die Modeenthusiasten dieses Jahr am härtesten spalten», schreibt dazu übrigens die deutsche «Vogue» und spricht von einer Überraschung, dass ausgerechnet dieser Stil ein Comeback erleben darf.

Das ist nun der Punkt, an dem wir eine Frage klären müssen: Was tun Sie denn, wenn die superknappen, partytauglichen Outfits Sie nach zwei Jahren Pandemie ohne Ausgehen so gar nicht ansprechen? Sie können beruhigt sein: Die andere Seite der aktuellen Kollektionen für Frühjahr/Sommer 2022 besteht weiterhin aus dem Bequemen und dem Weiten.

Da sind weiterhin die Jogginghosen und andere gemütlich wirkende Hosenmodelle, da sind Hoodies und viele, viele weite Flatterhemdchen. Und zwar so, wie wir sie wollen: fürs Einkuscheln zu Hause ebenso wie fürs Rausgehen. Aber es gibt eine Weiterentwicklung des Stils.

Die Stücke erhalten in vielen Kollektionen einen Twist ins Elegante, so dass Jogginghose und Sweatpullover nun wahrhaftig büro- und ausgehtauglich sind. Sie konkurrieren sogar mit Anzug und Blazer. «Athflow» nennt sich dieser Trend.

Aber passen diese beiden Trends – das Enge und das Weite – zusammen in eine Saison? Ja, sehr gut sogar, und zwar konkurrenzfrei Seite an Seite. Das Dazwischen existiert nicht.

Gut lässt sich das anhand einer Analyse des Deutschen Modeinstituts zu den angesagten Frauenschuhen erklären, bei denen es diese Gegensätze ebenfalls gibt. Trendsetter können laut DMI an ihren Füßen derzeit flache Slides zum Reinschlüpfen tragen – oder Skyscraper Heels, die laut ihrem englischen Namen «haushoch» sind. Aber es kann keinen Trend zu mittelhohen Schuhen geben.

«Die Pandemie hat uns auch modisch polarisiert», führt das DMI aus. Wir seien entweder echt entspannt oder echt aufregend gekleidet. «Einkehr oder Ausgehen. Entweder konsequent Alltag oder konsequent Anlass. Tag oder Nacht. Radikal bequem oder radikal sexy.»

Diesen Spagat sieht man übrigens auch an den angesagten Kleidern und Röcken: Sie sind entweder fluffig-weit, so dass kaum die Figur darunter zu erahnen ist, oder körperbetont-eng.

Vor allem bei den Kollektionen, die im Vorfrühling bis Frühling auf den Markt kommen, stehen noch die bequemen Stücke stark im Fokus. Das mag am Wetter liegen, das uns hierzulande im Frühlingsregen oft noch auf die Couch verbannt. Aber auch daran, dass die Pandemie im Frühjahr noch stärker unseren Alltag im Griff haben könnte.

Echte Entspannung sollte es im Sommer geben, sagen die Medizinexperten. Und das haben die Designer gehört: Sie lassen dann eher die Jogginghosen zu Hause und setzen stärker auf sexy Mode, auf Stücke in starken fröhlichen Farben, mit Mustern und Motiven, die für das pralle Leben stehen.

Und auch auf eine Mode wie ein Sommerurlaub. Seine Kollektion «Hey Vacay» (Kurzform für das englische Wort «vacation») vergleicht das Label Oui zum Beispiel mit einem «Koffer voller Vorfreude».

Liv Bergen setzt nicht nur auf die Farbwelt von Fiji, den Malediven und Mauritius. Sondern man liest auf Shirts und Kleidern auch Sprüche wie «Daydrinking & Daydreaming» – um laut dem Label die letzten anstrengenden und zermürbenden Monate im Homeoffice und in Isolation zu vergessen. Wenn das nicht gute Aussichten sind.

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Aus Allen Staaten

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WOCHENPOST-Wortschatz

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Nach Corona-Pause: Schausteller optimistisch für neue Saison

Die Karussells drehen sich wieder: Mit den Corona-Lockerungen gibt es nun vielerorts auch wieder Volksfeste – trotz des Ukraine-Kriegs und teilweise mit Preiserhöhungen.

ARCHIV – 03.08.2017, Herne: Ein Kettenkarussell dreht sich auf der Cranger Kirmes im Licht der untergehenden Sonne. Nach zweijähriger Corona-Zwangspause blicken die Schausteller optimistisch auf die neue Saison. Foto: dpa

Köln (dpa) – Nach zwei Jahren Corona-Zwangspause blicken die Schausteller optimistisch auf die neue Saison. «Es herrscht große Freude, dass es endlich wieder losgeht», sagte der Präsident des Deutschen Schaustellerbundes (DSB), Albrecht Ritter. «Und auch bei den Besuchern merkt man ganz klar: Die Leute wollen raus und Spaß haben», sagte Ritter der Deutschen Presse-Agentur in Köln. Das sei bei den ersten Veranstaltungen in diesem Jahr bereits deutlich spürbar gewesen, etwa beim Frühjahrssend in Münster, beim Hamburger Frühlingsdom oder bei der Palmkirmes in Recklinghausen, die am Sonntag endete.

Nach dem Wegfall der meisten Corona-Schutzmaßnahmen erwartet der DSB – sofern das Wetter mitspielt – nun wieder ähnlich viele Volksfest-Besucher wie vor der Pandemie. Ritter hatte bereits angekündigt, dass Karussell- oder Achterbahnfahrten wegen der höheren Strom– und Benzinpreise teurer würden. «Unsere Betriebskosten sind natürlich gestiegen, da bleibt das nicht aus

Die Corona-Pause habe der Branche trotz der Überbrückungshilfen stark zu schaffen gemacht. Jedoch hätten nur wenige Schausteller ihre Betriebe aufgegeben, sagte Ritter. «Viele haben sich ein zweites Standbein gesucht, das sie als Puffer auch beibehalten wollen.» Ein aktuelles Problem seien fehlende Mitarbeiter. Während der Pandemie hätten sich zahlreiche Arbeitskräfte andere Jobs gesucht.

Wegen des Kriegs in der Ukraine Volksfeste abzusagen, wäre aus Sicht von Ritter ein falsches Signal. «Gerade in schwierigen Zeiten sehnen sich die Menschen auch nach Vergnügen.» Auf vielen Jahrmärkten würden Schausteller ukrainische Flüchtlinge zu kostenlosen Fahrten einladen. So könne man geflüchteten Menschen Freude bereiten und Solidarität zeigen.

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hatte kürzlich gesagt, für ihn persönlich sei schwer vorstellbar, zu feiern, Bier zu trinken und Karussell zu fahren, wenn gleichzeitig in der Ukraine so großes Leid herrsche. Ob das Oktoberfest in diesem Jahr stattfindet, soll in den nächsten Wochen entschieden werden.

Wochenpost – STICHWÖRTER– TRANSLATION

Schausteller – event planners
Lockerungen – loosening of restrictions
teilweise – partially
Preiserhöhungen – price increases
Zwangspause – break for Corona constraints
herrscht – rules
Freude – joy
Veranstaltungen – events
spürbar – evident
Wegfall – cessation
Schutzmaßnahmen – protection measures
sofern – provided that
ähnlich – similarly
Achterbahnfahrten – roller coaster rides
Strom– – electricity
Benzinpreise – gasoline prices
Betriebskosten – operating costs
bleibt aus – fail to come due
Überbrückungshilfen – help in bridging the gap
jedoch – however
Standbein – leg to stand on
Puffer – buffer
beibehalten – keep
aktuelles – current
fehlende Mitarbeiter – shortage of workers
zahlreiche – numerous
wegen – on account of
abzusagen – cancel
Sicht – view
sehnen sich nach – yearn
Vergnügen – enjoy themselves
Jahrmärkten – annual fairs
zeigen – show
kürzlich – recently
schwer vorstellbar – difficult to imagine
gleichzeitig – at the same time
Leid – suffering
ob – whether
stattfindet – will take place
entschieden – decided

Trans: Barbara Weidendorf, B.A., M.A.

*Note: Previous selections can be found in the Archives section of the site.*