23. November 2019 Selected Articles

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Aus Aller Welt

«Apokalyptische Zerstörung»: Hochwasser verwüstet Venedig

Gondeln werden fortgerissen, Gebäude zerstört, Hotels und der Markusdom geflutet: Venedig erlebt ein katastrophales Hochwasser. Schuld daran ist nicht nur der Klimawandel.

Ein Mann steht im Hochwasser auf dem überschwemmten Markusplatz. Venedigs Bürgermeister Brugnaro hatteangekündigt, er werde den Notstand ausrufen. Foto: dpa

Von Annette Reuther
Venedig (dpa) – Untergangsszenarien gibt es für Venedig seit jeher. Jetzt sind die Bewohner der Unesco-Welterbestadt sehr eindrücklich daran erinnert worden, wie fragil die wohl schönste Stadt der Welt ist. Ein verheerendes Hochwasser hat Venedig heimgesucht. Gepeitscht von starkem Wind und nach Dauerregen stieg das Wasser so hoch wie zuletzt vor 53 Jahren. «Wir haben es mit apokalyptischen Zerstörungen zu tun», sagte der Präsident der Region Venetien, Luca Zaia. Mindestens ein Mensch kam in der Nacht zu Mittwoch ums Leben.

Von einer «Katastrophe» sprach Bürgermeister Luigi Brugnaro und machte den Klimawandel dafür verantwortlich. Insgesamt gingen die Schäden – unter anderem am Markusdom – in die «Hunderte Millionen Euro».

Es sind erschreckende Bilder: Wasserbusse schleuderte der starke Wind ans Ufer und versenkte einige, mindestens 60 Schiffe wurden beschädigt. Gondeln und Boote wurden aus Vertäuungen gerissen und trieben durch Kanäle. Menschen kämpften in reißendem Wasser gegen den starken Wind. Hotels wurden überschwemmt. Auch das Opernhaus «La Fenice» stand laut Medien in Teilen unter Wasser.

Das «Acqua alta» flutete auch den Markusdom, bis zu 1,10 Meter hoch soll es gestiegen sein. Die Krypta glich einem Schwimmbad. «So etwas habe ich noch nie gesehen, (auf dem Markusplatz) waren Wellen so hoch wie an der Meeresküste», sagte der Patriarch von Venedig, Francesco Moraglia. «Wir haben verzweifelte Menschen gesehen. Venedig ist eine verletzte Stadt, die nicht jedes Jahr wieder verletzt werden kann.»

Auf dem Markusplatz – einer der bekanntesten Touristenattraktionen der Welt – stiefelten zunächst noch schaulustige Besucher durch das hüfthohe Wasser. Doch dann wurde es zu gefährlich, Polizisten fuhren mit Booten über den Platz. Am Donnerstag sollte die Regierung in Rom den Notstand ausrufen.

Ein Mensch starb beim Versuch, als er versuchte, die Entwässerungspumpe in seinem überfluteten Haus wieder in Gang zu setzen, meldete die Nachrichtenagentur Ansa. Ein weiterer Bewohner sei tot in seinem Haus gefunden worden; eine natürliche Todesursache werde aber nicht ausgeschlossen. Die Lage war auch am Mittwoch laut Augenzeugen düster, Venedig glich einer Geisterstadt. «Der Verkehr liegt lahm, die Geschäfte sind zu, der Handel, alles komplett paralysiert», sagte Petra Reski, deutsche Journalistin, die seit 30 Jahren in Venedig lebt, der Deutschen Presse-Agentur.

Bürgermeister Brugnaro ist wütend. Wütend und besorgt, dass die Stadt den Wassermassen bald nicht mehr gewachsen sein wird. «Venedig wurde in die Knie gezwungen. Der Markusdom hat schwere Schäden abbekommen, genauso wie die ganze Stadt und die Inseln», sagte er. «Hier geht es nicht nur darum, die Schäden zu beziffern, hier geht es um die Zukunft der Stadt.» Viele Menschen würden wegziehen, weil die Lebensumstände immer schwieriger würden.

Um kurz vor Mitternacht war das Wasser – angetrieben durch starken Wind – auf 187 Zentimeter über dem normalen Meeresspiegel gestiegen. Das sei der höchste Wert seit der verheerenden Überschwemmung im Jahr 1966, als 194 Zentimeter erreicht wurden, teilte die Gemeinde mit.

Wissenschaftler warnen seit langem vor den Folgen des Erderwärmung für die Welterbestadt, die in einer Lagune an der Adria liegt. Schmelzen Eis und Gletscher, so erhöht sich der Meeresspiegel. Je mehr der Meeresspiegel steigt, desto höher ist das Risiko von Überflutungen. Auch sackt der Boden in Venedig ab. Ein Großteil der Gebäude wurde auf Pfählen gebaut. Ebbe und Flut und Wellenbewegungen durch Schiffe nagen an den Bauten. Kritiker machen zudem das Ausbaggern von Fahrrinnen für große Schiffe für das Absacken verantwortlich.

«Was wir definitv wissen: Ereignisse wie jetzt in Venedig werden durch die Klimaerwärmung verstärkt», sagte Anders Levermann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung der dpa. «Wenn sich Ozeane erwärmen, verdunstet mehr Wasser in die Atmosphäre und das muss wieder raus. Dadurch entsteht mehr Niederschlag für den ganzen Globus. Gleichzeitig häufen sich Starkregenereignisse.» Durch den CO2-Ausstoß werde Venedig künftig unter dem Meeresspiegel liegen. «Deshalb ist es entscheidend, was wir jetzt und in der Zukunft dagegen unternehmen.»

Küstenschutz ist da nur ein Element. In Venedig entstehen Barrieren in der Lagune, die bei Hochwasser ausgefahren werden können. Das Milliardenprojekt namens «Mose» hat sich allerdings unter anderem durch einen Korruptionsskandal verzögert und ist immer noch nicht komplett fertig.

Einige Bewohner sehen aber genau in dem Projekt, das sie schützen soll, den Untergang. «Dieses Hochwasser ist von Menschen gemacht», sagte die deutsche Bewohnerin Reski. «Das größte Problem ist, dass das Wasser sehr schnell reinkommt, aber nicht abfließt. Wegen des “Hochwasserschutzes” kommt das Wasser schneller rein und fließt schlechter ab.»

Klimaforscher Levermann ist zurückhaltend. Der Küstenschutz «auf dem Niveau, das der Klimawandel verlangt, ist kompliziert». «Es ist alles andere als trivial, Städte wie Hamburg oder Venedig vor dem Meeresspiegelanstieg zu schützen. Einfach wird das nicht gelöst, um es milde auszudrücken.»

Wochenpost – STICHWÖRTER– TRANSLATION

verwüstet – ravages
fortgerissen – ripped away
zerstört – destroyed
geflutet – flooded
Schuld daran – responsible for that
Untergangsszenarien – destruction scenarios
seit jeher – since forever
verheerendes – devastating
heimgesucht – struck
gepeitscht – whipped
kam ums Leben – died
Bürgermeister – mayor
erschreckende – scary
schleuderte – slid
überschwemmt – underwater
glich – looked like
verzweifelte – desperate
verletzte – damaged
hüfthohe – hip-high
Notstand – state of emergency
Entwässerungspumpe – sump pump
wieder in Gang zu setzen– to re-start
natürliche Todesursache – death due to natural causes
düster – gloomy
lahm – lame
wütend – furious
Schäden zu beziffern – to calculate the damage
Lebensumstände – life’s circumstances
Welterbestadt – UNESCO world heritage city
Gletscher – glacier
sakt ab – sinking
Pfählen – posts
Ebbe und Flut – ebb and incoming tides
nagen – gnaw
verdunstet – evaporates
verzögert – delayed
zurückhaltend – holds back
Meeresspiegelanstieg – rising sea level
gelöst – solved

Trans: Barbara Weidendorf, B.A., M.A.

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Sport

Serie von Enttäuschungen in Minsk: Nur Pechstein
in den Top 10

Die Serie von enttäuschenden Weltcup-Platzierungen für die deutschen Eisschnellläufer hat sich am Sonntag in Minsk fortgesetzt. Bezeichnend, dass eine 47-Jährige erneut beste Deutsche ist und als einzige in die Top Ten läuft.

Claudia Pechstein aus Deutschland in Aktion. Foto: dpa

Von Frank Thomas
Minsk (dpa) – Finanzprobleme im Verband, Schlammschlacht um den vakanten Präsidenten-Posten und nun auch sportlich im Niemandsland: Die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft gibt derzeit ein denkbar schlechtes Bild ab. Beim Weltcup-Auftakt in Minsk gelang ausgerechnet der 47 Jahre alten Claudia Pechstein als einziger Athletin am Wochenende eine Top-Ten-Platzierung in einer Einzel-Disziplin. Das bislang schlechteste Ergebnis deutscher Eisschnellläufer im Weltcup konnte aber auch sie nicht verhindern.

Joel Dufter hatte am Sonntag mit dem 19. Platz über 500 Meter in 35,80 Sekunden das Gesamtbild nicht verbessern können und muss wie zuvor auch seine Schwester Roxanne über 1500 und 3000 Meter den Gang in die zweitklassige B-Gruppe beim Weltcup im polnischen Tomaszow Mazowiecki antreten. Damit sind die Deutschen dort nur noch in vier der zwölf ausgetragenen Rennen in der A-Gruppe vertreten.

Nach dem kräftigen Krach mit Coach Erik Bouwman stand Claudia Pechstein mit zwei polnischen Trainern auf dem Eis durfte sich am Sonntag über den neunten Platz im Massenstartrennen freuen. Zwar war sie zunächst als Elfte eingeordnet worden, doch nach Video-Überprüfung rückte sie auf Platz neun vor und erkämpfte in ihrem 301. Weltcuprennen ihre 251. Top-Ten-Platzierung.

Über 3000 Meter hatte sie den 14. Platz belegt. «Ein Platz in den besten zehn wäre ein Superergebnis gewesen. Aber auch so bin ich nicht unzufrieden», hatte die 47 Jährige gesagt, nachdem sie auch auf der Langstrecke beste Deutsche war.

«Das ist auf keinen Fall das Niveau, das wir uns erhofft haben», räumte Sprint-Bundestrainer Danny Leger ein, nachdem Nico Ihle und Joel Dufter auch auf ihrer Spezialstrecke über 1000 Meter nicht über die Plätze 13 und 15 hinausgekommen waren. «Ich will nichts schönreden. Aber noch gibt es keinen Grund, nervös zu werden», sagte er. Sein Langstrecken-Pendant Bouwman führte den elften Rang über 5000 Meter von Patrick Beckert auf das 10 000-Meter-Rennen vor einer Woche zurück. «Es fehlte ihm die Frische, um am Ende noch zulegen zu können», räumte der Niederländer ein. Die großen Gewinner waren in Minsk die Oranje-Läufer, die sieben von zwölf Rennen gewannen.

Unterdessen hat die DESG nach dem Rücktritt von Präsidentin Stefanie Teeuwen noch keinen Kandidaten gefunden, der das Amt kommissarisch bekleidet. Daher werden die Geschäfte des Verbandes nun von Vizepräsident Uwe Rietzke und Schatzmeister Dieter Wallisch als Doppelspitze geführt. Pechstein hatte zuvor ihren Lebensgefährten Matthias Große als Nachfolger Teeuwens ins Spiel gebracht.

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Feuilleton

Impressionismus-Ausstellung in Hamburg

Berthe Morisot (1841–1895) „Mädchen auf der Wiese (Isabelle Lambert)“, 1885.
Foto: Hamburger Kunsthalle/dpa

Hamburg (dpa) – Zu ihrem 150-jährigen Jubiläum zeigt die Hamburger Kunsthalle eine große Ausstellung mit Meisterwerken des Impressionismus. Bis zum 1. März sind rund 60 Gemälde von Camille Pissarro, Édouard Manet, Edgar Degas, Alfred Sisley, Claude Monet und Pierre-Auguste Renoir aus der dänischen Sammlung Ordrupgaard zu sehen.

«Die Schau bietet erstmals die Gelegenheit, Spitzenwerke sämtlicher führender Vertreter des französischen Impressionismus in der Hansestadt zu erleben», sagte Direktor Alexander Klar am Mittwoch in Hamburg. Nach Hamburg ist die Ausstellung noch in Prag und London zu sehen.

Die Gemälde sind Leihgaben des Museum Ordrupgaard bei Kopenhagen, dessen Sammlung auf die Schätze des Versicherungsdirektors Wilhelm Hansen und seiner Frau Henny zurückgeht. Nachdem das Ehepaar Hansen seit den 1890er-Jahren zunächst auf dänische Kunst setzte, widmete es sich von 1916 an gezielt dem Aufbau einer Sammlung französischer Malerei.

«Anhand der ausgestellten Werke lassen sich die malerischen Revolutionen, die sich ab den 1860er-Jahren auf der Leinwand ereigneten, nachvollziehen», sagte Kurator Markus Bertsch.

Zu den Höhepunkten zählen auch acht Gemälde Paul Gauguins, dessen Schaffen bereits im Zeichen des Post-Impressionismus steht.
http://www.hamburger-kunsthalle.de/

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Gesundheit

Schmerz und Atemnot: Vorboten für plötzlichen Herztod erkennen

Schmerzen in der Brust können auf ernste Herzprobleme hindeuten – Betroffene sollten sie daher unbedingt vom Arzt abklären lassen. Foto: dpa

Frankfurt/Main (dpa) – Plötzlicher Herztod ist keine Laune des Schicksals, sondern meist die Folge unentdeckterHerzkranzgefäß-Erkrankungen. Was sind die Symptome, und wie kann man sich schützen?

Der Tod kam überraschend, das Herzrasen in den Tagen zuvor erkannte niemand als Warnsignal. Plötzlicher Herztod zählt zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland, erklärt die Deutsche Herzstiftung.

Die Ursache sind in den meisten Fällen Herzkranzgefäßerkrankungen, die zum Teil über Jahre hinweg nicht entdeckt wurden. Die Experten raten daher, Alarmzeichen ernstzunehmen – und im Zweifel damit zum Arzt zu gehen.

Warnzeichen und Bluthochdruck frühzeitig erkennen

Herzkranzgefäßerkrankungen, auch koronare Herzkrankheiten (KHK) genannt, sind Durchblutungsstörungen des Herzmuskels. Sie entstehen durch Einengungen der Herzkranzgefäße und können zu Herzinfarkten oder Herzschwäche führen. Bei Anzeichen für eine KHK wie Brustschmerzen, Herzrasen oder Bewusstlosigkeiten rät die Stiftung den Betroffenen, zum Kardiologen zu gehen.

Unmittelbar eingeleitet wird der plötzliche Herztod meist durch Kammerflimmern, die bösartigste Herzrhythmusstörung. Ganz so plötzlich, wie der Name sagt, ist er aber gar nicht: Oft treten in den Stunden oder Tagen davor Beschwerden wie Herzschmerzen oder plötzliche Atemnot auf.
Mit anhaltenden

Schmerzen zum Arzt
Mit diesen Vorboten müssen Betroffene zum Arzt. Spätestens bei plötzlichen, starken Schmerzen, die länger als fünf Minuten anhalten, sollte man den Notarzt rufen.

Damit es gar nicht erst so weit kommt, empfehlen die Experten der Herzstiftung allen Erwachsenen ab 40 Jahren regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen. Ein gesunder Lebensstil mit regelmäßiger Bewegung und vernünftiger Ernährung hilft zudem, erst gar keine Herzkranzgefäßerkrankung auftreten zu lassen.

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Reise

Seit 25 Jahren mit dem Eurostar durch Europa

Der Eiffelturm ist vom Big Ben nur eine Zugfahrt entfernt. Gut zwei Stunden dauert die Fahrt. Möglich macht das der Eurostar – ein Schnellzug, der mit Highspeed durch den Eurotunnel rast.

Der Eurostar nahm wenige Monate nach der Eröffnung des Eurotunnels den Betrieb auf. Foto: dpa

London/Paris (dpa) – Rund 700 Passagiere waren an Bord, an diesem Morgen vor 25 Jahren. Am 14. November 1994 verließ der erste Eurostar London mit dem Ziel Paris. „Vom Bahnhof Waterloo ging es pünktlich los“, erinnert sich der damalige Zugführer Bob Priston in der britischen Zeitung „Guardian“.

„In Nordfrankreich beschleunigten wir auf 300 Stundenkilometer. Wir waren uns bewusst, dass es ein historischer Moment war.“ Nichts durfte schiefgehen. Nach einer dreistündigen Fahrt erreichte der Eurostar den Bahnhof Gare du Nord in Paris.

Alternative zum Flugzeug
Die bekannteste und beliebteste Strecke ist wohl Paris-London, aber längst nicht die einzige. Der Eurostar nahm nur wenige Monate nach der Eröffnung des Eurotunnels den Betrieb auf. Der rund 37 Kilometer lange Tunnel unter dem Ärmelkanal ist nicht nur der längste Unterwassertunnel der Welt, sondern auch Großbritanniens direkte Verbindung zu Europa. Für Reisende bietet er eine Alternative zum Flugzeug. Und viele Gegenden hat ein Stopp des Schnellzugs neu belebt – denn der Eurostar hält nicht nur in den Metropolen.

Damals schlich der Zug noch durch Südengland, bis er nahe Folkestone in den Eurotunnel verschwand. Erst 2007 wurde die Hochgeschwindigkeitsstrecke High Speed 1 auf britischer Seite komplett ausgebaut und die Fahrtzeit auf nun zwei Stunden und 15 Minuten von London nach Paris verringert. Das ist etwa eine Stunde weniger als noch zu Beginn. Im Jahr 2018 reisten 22 Millionen Passagiere durch den Eurotunnel; davon rund 11 Millionen mit dem Eurostar.

„Für den deutschen Markt hat der Zug ja nicht so eine große Bedeutung“, sagt Tourismusexperte Torsten Kirstges. Er ist Professor für Tourismusmanagement an der Jade Hochschule in Wilhelmshaven. Das liege vor allem daran, dass es von Deutschland aus nicht besonders praktisch sei, über Frankreich nach London zu fahren. Dass der Eurostar nicht unbedingt für deutsche Reisende ausgelegt sei, zeige schon die Internetseite. Die kann man in verschiedenen Sprachen aufrufen – englisch, französisch, niederländisch. Deutsch ist nicht dabei. Die Zahlen geben ihm recht: Nur rund 240.000 Eurostar-Trips beginnen oder enden in Deutschland, wie aus einem Bericht der Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young hervorgeht.

ICE-Direktverbindungen nach London?
Einst träumte man von ICE-Verbindungen nach London – doch dazu ist es bis heute nicht gekommen. Zwar absolvierte 2010 ein ICE eine Testfahrt durch den Tunnel, doch der kommerzielle Verkehr damit wurde nie aufgenommen. Direktverbindungen nach London von Frankfurt oder Köln – kommt das irgendwann? Der Ausblick der Deutschen Bahn ist mehr als verhalten. Grundsätzlich sei das von Interesse, teilte das Unternehmen mit. Allerdings seien noch nicht alle Züge und Strecken mit einem entsprechenden Zugsicherungssystem ausgestattet, davon hänge aber eine Zulassung der ICE-Züge ab. Details zum Zeitplan könne man nicht nennen.

Doch warum den Zug nehmen, wenn man von Paris nach London auch in gut einer Stunde fliegen kann? „Der Zug ist schon allein deshalb eine große Zeitersparnis, weil man direkt in den Metropolen ankommt und nicht an einem Flughafen außerhalb“, sagt Experte Kirstges.

Einchecken und Passkontrolle – so wirklich weg fällt das allerdings auch beim Eurostar nicht. Wer den Zug nimmt, muss auch zeitiger kommen – zwischen 45 und 60 Minuten vorher werden empfohlen. Der Check-in am Pariser Gare du Nord ist bekannt für lange Schlangen. Ohne Personalausweis oder Pass geht nichts – Großbritannien gehört nicht zum Schengenraum. Den langen Weg zu den Pariser Flughäfen kann man sich allerdings sparen.

Vom Flieger auf den Zug wechseln
Ein weiterer Vorteil: Der Zug ist deutlich umweltfreundlicher als das Flugzeug. Statt eines ökologischen Fußabdrucks von 64,2 Kilogramm Kohlendioxid für den Flug von London nach Paris belastet die Zugreise die Umwelt nach Angaben von Eurostar nur mit 4,1 Kilogramm CO2 pro Person. Ähnlich sieht es bei den Strecken London-Brüssel oder London-Amsterdam aus.

Die französische Staatsbahn SNCF hatte jüngst angekündigt, dass sie eine Fusion ihrer Tochtergesellschaften Eurostar und Thalys plant. Thalys verbindet etwa Frankreich, Belgien, die Niederlande und Nordrhein-Westfalen. Durch die Kombination der Netze sollen noch mehr Menschen vom Flieger auf den Zug wechseln. Tourismus-Experte Kirstges hofft, dass – unabhängig vom Tunnel – künftig in Europa verstärkt auf den Zug gesetzt wird. „Da ist doch der Geburtstag des Eurostar auch ein Denkanstoß – gerade wenn das Fliegen auf kurzer Strecke immer mehr unter Beschuss gerät.“

Seit der ersten Fahrt des Eurostars hat sich viel getan. So wurde das Streckennetz erweitert, aber auch in puncto Design ist vieles anders. Der damalige Schaffner Tom Wolfe erinnert sich im „Guardian“ noch an die ersten Uniformen: Sie wurden von Designer Pierre Balmain entworfen und waren kanariengelb. „Schrecklich!“, so das harte Urteil von Wolfe. Anlässlich des 20-jährigen Bestehens von Eurostar setzte der damalige Kreativdirektor Christopher Jenner auf Retro. Die neue Londoner Schalterhalle in St. Pancras kombiniert Jugendstil und viktorianische Gotik und soll an das „goldene Zeitalter des Reisens“ erinnern.

Bei einem Brexit ohne Vertrag droht Chaos
Die Zukunft hält hingegen eine große Herausforderung bereit – den Brexit. Sollte Großbritannien die Europäische Union ohne Deal verlassen, rechnen die Autoren eines Regierungsberichts mit „Chaos“ am Londoner Eurostar Terminal, wie die „Financial Times“ berichtete. Im schlimmsten Fall müssten täglich bis zu 15.000 Passagiere anderthalb Kilometer lang Schlange stehen. Dazu käme es, wenn Frankreich britische und Nicht-EU-Reisende strengen Passkontrollen unterziehe. Möglicherweise würde auch die Zahl der Geschäftsreisen zurückgehen. Derzeit sind 60 Prozent aller Reisenden wochentags geschäftlich unterwegs.

Auf der Schiene rollen aber nicht nur Passagierzüge, sondern auch Güter- und Autozüge. Im Jahr 2018 transportierte der Autozug Le Shuttle zum Beispiel 2,7 Millionen Fahrzeuge, 1,7 Millionen Laster waren auf Lkw-Shuttles unterwegs. Seit Eröffnung des Tunnels haben fast 410 Millionen Tonnen Waren den Tunnel passiert – die meisten auf den Lkw-Shuttles. Bei einem Brexit ohne Vertrag drohen Zollkontrollen – und kilometerlange Staus.

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Mode im Herbst und Winter 2019/20

Lange Daunenmäntel sind im Trend. Airfield setzt auf ein Modell in leuchtender Farbe. Foto: Airfield/dpa

Von Andrea Abrell
Schildow/Berlin (dpa) – Es wird ja gerne mit Bildern gearbeitet in der Mode. Gerade ist es das der starken Frau: Sie wird in Leder gepackt, ihre Schultern werden ausstaffiert. Es gibt aber noch einige Kernelemente mehr in der neuen Mode für Sie im Herbst und Winter 2019/20. Ein Überblick.

Der neue Favorit: Leder
Die Verwendung von Leder ist ein umstrittenes Thema. Tierschützer sind dagegen, viele Modefirmen erklären aktuell den Verzicht. Und trotzdem erlebt ausgerechnet Leder im Moment einen Boom – denn die künstlichen Varianten sind so gut geworden, dass sie sich kaum noch von echtem Tierleder unterscheiden. «Dieses Material kommt häufig dann zum Einsatz, wenn es um geprägte Stücke geht», sagt die Stilberaterin Inka Müller-Winkelmann aus Schildow (Brandenburg) – zum Beispiel in Kroko- oder Schlangenoptik.

Der aktuelle Trend zu Leder beschränkt sich nicht nur auf die üblichen Jacken und Hosen. «Auch Kleider und winterliche Shorts aus Leder, die man mit blickdichten Strumpfhosen trägt, sind jetzt gefragt», berichtet die Einkaufsberaterin Andrea Lakeberg aus Berlin.

Der Verkaufshit bleibt die Lederjacke, aber diese wird in dieser Saison neu interpretiert. «Die Designer kommen ein wenig weg von den Bikerjacken, die in den letzten Saisons modern waren. Der Trend geht mehr in Richtung 1970er Jahre, also zu geraden Schnitten mit aufgesetzten Taschen oder sogar Blazervarianten aus Leder», erklärt Lakeberg. Auch bei den Farben geht es vermehrt weg vom üblichen braunen Leder – hin zu etwa Petrol oder Violett.

Schwarz aber bleibt erhalten. Es ist zum Beispiel «Hauptbestandteil eines besonders coolen Looks, der an den Film „Matrix“ erinnert und bei dem vor allem lange, schwarze Ledermäntel zum Einsatz kommen», erklärt der Modeberater Andreas Rose aus Frankfurt/Main.

Im Fokus: Die Schulter
Apropos cooler Look. Betonte Schultern sind wieder angesagt – so wie sie von den Frauen der Fernsehserien «Dallas» und «Denver-Clan» gezeigt wurden. Das gelingt mit großen Schulterpolstern in Blazern oder Volants und Rüschen an diesen Partien. «Betonte Schultern sind ideal für alle Frauen, die etwas mehr Hüfte haben», erklärt Müller-Winkelmann. «Damit bekommt die Silhouette eine tolle Form.»

Der Langzeit-Trend: Karos
Sie sind seit Jahren nicht aus der aktuellen Mode wegzudenken: die verschiedenen Karomuster. Und sie bleiben auch jetzt erhalten. «Man sieht sie in diesem Herbst wirklich überall», sagt Stilberater Rose. «Auf Mänteln ebenso wie auf Jacken, aber auch auf Hosen und Röcken.» Neu ist die Kombination von Karomustern mit strukturierten Wollstoffen, die man zum Beispiel häufig für schmal geschnittene Röcke nutzt.

Das Must-have: Der Mantel
Klarer Fall, ein Wintermantel gehört zur kalten Jahreszeit einfach dazu. Schließlich hält ein solches Stück nicht nur mollig warm, sondern es ist auch modisches Statement. Die Bandbreite der Modelle ist entsprechend groß: Überweite und lässige Formen finden sich im Handel ebenso wie schmale Schnitte. Sie werden aus Wolle ebenso angeboten wie mit Lammfell oder Teddyplüsch, aus dickem Strick oder aus dem trendigen Leder. «Ebenfalls gefragt sind Daunenmäntel, die in dieser Saison gern extralang und weit sein dürfen», ergänzt Lakeberg.

Der Hingucker: Leuchtende Farben
«Vor allem leuchtende Töne sieht man jetzt sehr viel», berichtet Müller-Winkelmann. Die Palette reicht von strahlendem Orange über knalliges Apfelgrün bis hin zu quietschigem Pink. Der Gegentrend sind neutrale Farben. «Vor allem edles Beige ist ein großer Farbtrend», sagt Rose. «Dazu kommt Braun in vielen schmeichelnden Nuancen.» Und natürlich nie wegzudenken in der eher dunklen Jahreszeit ist Schwarz.

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Aus Allen Staaten

Ein Prosit der Gemütlichkeit

Linda Lee und the Golden Aires
German Park Schuhplatter: Kathy und David Sponseller.

Ann Arbor, MI – Das alljährliche Oktoberfest vom GBU 630 fand am 19. Oktober im Grotto Club in Ann Arbor, MI, statt. Vizepräsidentin Marianne Rauer begrüßte alle Anwesenden mit einem „Herzlich Willkommen.“ Große Freude und Stimmung herrschte gleich von Anfang an, denn GBU Saxonia Rheingold aus Sterling Heights traf mit einer großen Gruppe ein. Herzlichen Dank ging an Präsidentin Edith Kuplent für die treue Unterstützung.

Der Abend begann mit dem Essen. Serviert wurden Sauerkraut, Kartoffelsalat Bratwurst, Knackwurst, Brot sowie hausgebackener Kuchen mit Kaffee. Natürlich floss auch Bier und Wein. Linda Lee and die Golden Air Kapelle sorgte für gemütliche Musik zum Abendessen.

Weitere Begrüßung folgte danach für Sigfried Charow, Joe und Marlene Groele, GBU 821 Fraternal Sekretärin Adele Reinke, German American Culture Center Sekretärin Elisabeth und Stefan Herster.

Schwabenverein Präsident John Jarvis und Inge, Ehrenpräsident Art French, Dennis Major und Kurt Hoevermeyer vom Schwabenverein aus Toledo und Präsidentin Maria und Horst Mulzer vom German American Club aus Plymouth, sowie die German Park Schuhplattler Gruppe.

Ein herzliches Dankeschön ging ebenso an die Mitglieder und Beamten, die den Saal so toll schmückten, das Abendessen zubereiteten und servierten, und die Tombola ausführten.

Die Alpenrausch Schuhplattler vom German Park unter der Leitung von Rick Philips und Cori Ziegler, Musikbegleitung von John Jarvis und Hans Steiner sorgten für die Stimmung mit schönen Tänzen.

Das Dankeschön folgte mit großem Beifall für die Aufführung und für die Erhaltung der Tradition. Linda Lee und die Golden Airs Kapelle gab ihr Bestes zum Singen, Schaukeln und Tanzen. Marianne und Edith leiteten das fröhliche Singen. Den Abschluss umrahmte die Glocken-Begleitung für das Lied Edelweiß als Nachruf unseres verstorbenen Präsidenten Klaus Kummer.

Marianne gab John und Edith Gelegenheit noch einige Worte an die Anwesenden zu richten. Marianne ist sehr dankbar für die treue Freundschaft, Unterstützung und Zusammenarbeit für all die vergangenen Jahre. 96 Jahre Bestehen des GBU Districts 630 ist ein grosser Erfolg und Grund zum Feiern. Mögen noch viele Jahre folgen.

Nach dem Brezelschmaus folgte die Verlosung der Tombola Preise.
Viele Gäste erfreuten sich an ihrem Gewinn. Das Oktoberfest verging viel zu schnell.

Als Geschenk von GBU zur Erinnerung des fröhlichen Abends und 96 Jahre Bestehen durfte jeder der Anwesenden eine Laterne mit nach Hause nehmen. Die Fortsetzung der Gemütlichkeit bei guter Laune findet beim Fasching am 15. Februar 2020 mit der Rhinelander Kapelle statt.

Wir laden Sie heute schon herzlich ein und freuen uns, Sie begrüßen zu dürfen. Dankeschön für Ihr Kommen.

Beste Wünsche bis zum Wiedersehen.
MR, LK.

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