24. Juli 2021 Selected Articles

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Aus Aller Welt

Großer Zapfenstreich für Afghanistan
– Soldaten vor Reichstag

Still waren die letzten deutschen Soldaten aus Afghanistan zurückgekehrt. Jetzt soll ihr Einsatz mit dem höchsten militärischen Zeremoniell gewürdigt werden – direkt vor dem Reichstagsgebäude.

Der Große Zapfenstreich für scheidende Bundespräsidenten hat in Deutschland Tradition. Foto: dpa

Berlin (dpa) – Die nach fast 20 Jahren beendete Afghanistan-Mission der Bundeswehr wird jetzt doch mit einem Großen Zapfenstreich vor dem Reichstag in Berlin gewürdigt. Die Veranstaltung dazu solle gesamtstaatlich sein, zitierte das Verteidigungsministerium Ministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) am Dienstag. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU), Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und weitere Parlamentarier nähmen demnach am 31. August teil.

Der Tag solle am Ehrenmal der Bundeswehr im sogenannten Bendlerblock beginnen, um der Soldaten zu gedenken, die in Afghanistan ihr Leben gelassen haben und gefallen sind, teilte das Ministerium mit. «Im Anschluss werden der Bundespräsident und die Verteidigungsministerin Gespräche mit Soldatinnen und Soldaten, Angehörigen sowie Hinterbliebenen führen», hieß es. Der Bundespräsident wird als Hauptredner beim Appell sprechen.

«Aufgrund der besonderen Bedeutung der Bundeswehr als Parlamentsarmee wird das Programm im Deutschen Bundestag fortgesetzt», hieß es weiter. Schäuble wird Einsatzsoldatinnen und -soldaten empfangen, gefolgt von einem Großen Zapfenstreich auf dem Platz der Republik vor dem Deutschen Bundestag. In der Woche vor dem Abschlussappell, am 25. August, werde das Verteidigungsministerium zu einer ersten Veranstaltung zur Bilanzierung des Afghanistan-Einsatzes einladen. Diese solle den Auftakt zu einer gemeinsamen Bewertung des deutschen Engagements in Afghanistan bilden, das weit über das Militärische hinausgeht.

Ursprünglich hatte die Bundeswehr lediglich einen öffentlichen Appell am Bendlerblock geplant. Kramp-Karrenbauer sagte RTL/ntv dazu: «Es hat sich dann aber rausgestellt, dass aus der Bundeswehr selbst, aber auch aus dem politischen Bereich eben der Wunsch gekommen ist, das noch in eine breitere Öffentlichkeit zu stellen und mit dem Großen Zapfenstreich vor dem Reichstag haben wir dazu eine Möglichkeit. Und ich bin sehr froh, dass der Bundestagspräsident signalisiert hat, dass er bereit ist, uns auch entsprechend diesen Zapfenstreich abhalten zu lassen.»

Der Einsatz in Afghanistan war einer der längsten in der Geschichte der Bundeswehr. Ursprünglich sollten die USA nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 militärisch unterstützt werden. Im Januar 2002 trafen die ersten Kräfte in der afghanischen Hauptstadt Kabul ein. Seitdem verloren 59 deutsche Soldaten ihr Leben. Zunächst war er zur Friedenssicherung gedacht, wurde dann aber zum Kampfeinsatz gegen die aufständischen Taliban. Zuletzt war der Kernauftrag der Nato-Truppe die Ausbildung afghanischer Streitkräfte.

Die Bundeswehr hatte den Abzug zuletzt deutlich vorantreiben müssen, nachdem die US-Regierung unter Präsident Joe Biden den Abzug beschleunigt hatte. Die letzten internationalen Soldaten sollen bis spätestens 11. September Afghanistan verlassen haben. Vor Beginn der Rückverlegung im Mai waren noch 1100 Männer und Frauen der Bundeswehr im Land.

Die letzten deutschen Soldaten kehrten am 30. Juni in die Heimat zurück. Der letzte Kommandeur des Afghanistan-Einsatzes, Brigadegeneral Ansgar Meyer, begründete die stille Ankunft ohne Beteiligung der Bundesregierung damals mit der Gefahr von Taliban-Angriffen beim Abflug. Außerdem wäre es aus seiner Sicht «ungerecht» gewesen, nur den letzten 264 Soldaten des fast zwei Jahrzehnte dauernden Einsatzes zu danken, sagte Meyer.

Gleichwohl mehrten sich Stimmen, die eine würdigende Abschlussveranstaltung vor dem Reichstagsgebäude in Berlin forderten. Der nun geplante Große Zapfenstreich ist das höchste militärische Zeremoniell der deutschen Streitkräfte und folgt einer festgelegten Abfolge musikalischer Elemente und militärischer Zeremonie mit Fackelträgern.

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Sport

UNWETTER: Bob- und Rodelbahn Königssee zerstört – Kein Wettkampf im Winter

Schönau a. Königssee: Schutt bedeckt die Bob- und Rodelbahn am Königssee. Die Wettkampfstätte am Königssee ist durch das schwere Unwetter in der Nacht zerstört worden. Foto: dpa

Königssee (dpa) – Die Bob- und Rodelbahn am Königssee ist durch das schwere Unwetter in der Nacht zerstört worden. Thomas Schwab, Generalsekretär des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD), sagte der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag, der Schaden gehe in die Millionen. «An einen Bahnbetrieb in diesem Winter ist nicht zu denken. Wir hoffen, dass wir die Bahn bis Oktober 2022 wieder hinbekommen», sagte Schwab. Der Zugang sei derzeit beschwerlich, für die Aufräumungsarbeiten schweres Gerät vonnöten.

Teile der ältesten Kunsteisbahn der Welt wurden von den Wassermassen weggerissen und zerstört. Am Nachmittag wollte sich Landrat Bernhard Kern ein Bild vom Ausmaß der Zerstörung machen.

Die Ammoniakrohre zur Kühlung der Eisrinne wurden zum Glück nicht beschädigt. «Auf der Leitung war kein Druck, die Kühlung ist abgestellt», erläuterte Schwab, der auch Mitglied der gemeinsamen Bahnkommission der Weltverbände Fil (Rodeln) und IBSF (Bob/Skeleton) ist.

«Es tut unendlich weh!», schrieb der mehrmalige Rodel-Weltmeister und Olympiasieger Felix Loch in den Sozialen Netzwerken neben einem Foto der schwer demolierten Rennstrecke. Sein Herz sei gebrochen, ergänzte der Berchtesgadener und äußerte die Hoffnung, dass sich niemand verletzt habe. Die frühere Rodlerin und Bobfahrerin Susi Erdmann schrieb bei Facebook mit einem weinenden Smiley: «Unfassbar… Meine ehemalige Heimbahn am Königssee wird einfach weggespült.»

Auf den Bildern ist zu sehen, wie Geröll- und Wassermassen einen Teil der überdachten Weltcup- und WM-Bahn mit sich rissen und zerstörten. Ein in der Nacht aufgenommenes Amateurvideo zeigt zudem, wie Wasser die Bahn hinunter fließt und Teile der Anlage heftig überschwemmt.

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Feuilleton

Spielzeugmuseum Nürnberg:

Wie rassistisch ist unser Spielzeug?

Spielzeug, das nach Aussagen von Mitarbeiterinnen des Museums anti-rassistisch gestaltet sein soll, steht im Spielzeugmuseum Nürnberg auf einem Tisch.
Foto: Daniel Karmann/dpa

Von Irena Güttel
Nürnberg (dpa) – Die Puppe hat schwarze Haut und trägt nichts als einen Lendenschurz mit Leopardenmuster. Schon allein das macht stutzig. Noch stutziger macht jedoch das Gesicht. Irgendetwas stimmt damit nicht. «Es sind die Gesichtszüge einer hellhäutigen Puppe», sagt Mascha Eckert vom Spielzeugmuseum in Nürnberg. Nur eben schwarz eingefärbt. Gleiches gilt für die Haare.

Spielzeuge prägen Kinder. Durch sie lernen sie und begreifen die Welt. Doch oft transportieren Spielzeuge auch Klischees und Stereotype – ganz besonders wenn es um Minderheiten wie schwarze Menschen geht.

Mit offensichtlichem, aber auch verstecktem Rassismus in Spielsachen haben sich Mascha Eckert und ihre Kolleginnen in den vergangenen Jahren intensiv beschäftigt. Die Ergebnisse sind ab Donnerstag (15. Juli) in einer Ausstellung zu sehen, die auch für mehr Vielfalt in den Spielzeugregalen werben will.

Ins Rollen gebracht hat das Ganze eine schwarze Amerikanerin, die sich nach ihrem Museumsbesuch in Nürnberg bei Leiterin Karin Falkenberg über ein um 1912 entstandenes Blechspielzeug beklagte. Dieses stellt einen schwarzen Mann dar, den man mit einem Aufziehschlüssel zum Tanzen bringen kann. «Sie war aufgebracht. Sie sagte, es sei purer Rassismus, was wir da zeigen», erzählt Falkenberg.

Sie selbst war erstmal irritiert, recherchierte die Hintergründe des kritisierten Spielzeugs und ließ dann das gesamte Museum nach rassistischen Exponaten überprüfen. «Es geht darum, eine dauerhafte Lösung für solche Objekte zu finden», erläutert Mascha Eckert. Diese sollten nicht einfach weggeräumt, aber auch nicht weiterhin unkommentiert gezeigt werden.

In der von ihr kuratierten Ausstellung haben Illustratorinnen deshalb acht rassistische Spielsachen so verändert, dass diese nicht mehr herabwürdigend sind. Dass diese keinesfalls ein Problem der Vergangenheit sind, macht die Ausstellung ebenfalls deutlich: Die schwarze Puppe mit dem Lendenschurz hatte das Team erst im vergangenen Jahr im Internet bestellt.

Die Berlinerin Olaolu Fajembola wundert das nicht. «Gerade bei den Puppen dominieren die hellhäutigen, blonden», sagt die schwarze Deutsche. Und bei den schwarzen Puppen handele es sich meist um die gleichen Modelle, nur dunkel eingefärbt. «Das löst bei Kindern Irritationen aus. Die fragen sich dann, ob es schwarze Menschen tatsächlich gibt oder ob die angemalt sind», meint sie.

Fajembola ist selbst Mutter und schon oft daran gescheitert, Spielsachen und Bücher für ihre Tochter zu finden, die schwarze Menschen realistisch zeigen. Gerade in deutschen Büchern spielten diese of nur eine Nebenrolle, seien karikiert und stereotyp dargestellt, sagt sie.

Deshalb hat sie mit einer anderen schwarzen Mutter zusammen einen Onlineshop für vielfältiges Spielzeug gegründet, bei dem unter anderem Kinder mit unterschiedlichen Hautfarben, Religionen oder mit Behinderungen vorkommen. «Repräsentation in Spielzeug ist gerade für die marginalisierten Kinder wichtig», betont sie.

In dieser Hinsicht hat sich der Spielzeugmarkt in den vergangenen Jahren schon etwas bewegt. So gibt es die Barbie inzwischen auch als Asiatin, Afrikanerin oder Lateinamerikanerin, im Rollstuhl oder mit der Hautkrankheit Vitiligo. Auch die Playmobil-Figuren sind heute bunter: Im Sortiment gibt es zum Beispiel schwarze Polizisten, asiatische Lehrerinnen und Kinder in verschiedenen Hauttönen.

Christian Ulrich von der weltgrößten Spielwarenmesse in Nürnberg sieht die Branche am Anfang eines Trends: «Antirassistisches und diverses Spielzeug sollten als Selbstverständlichkeit erachtet werden und daher einen hohen Stellenwert einnehmen, wovon wir aber noch entfernt sind.» Bisher bleibt es bei einigen positiven Beispielen, von denen eine Auswahl auch im Nürnberger Spielzeugmuseum zu sehen ist.

Darunter sind auch die schwarzen Puppen von David Amoateng. «90 bis 95 Prozent der Puppen sind weiß. Das ist hier so, aber auch in Ghana», sagt der 36-Jährige aus Hamburg, dessen Vater aus dem afrikanischen Land stammt. Auf die Idee für seine Stoffpuppen kam er, als er eine schöne schwarze Puppe für seine Nichte suchte und nicht fündig wurde. Nun lässt er diese in einer eigenen Puppenmanufaktur in Ghana nähen – und kommt bei der großen Nachfrage kaum hinterher.

«Ich denke, dass sich gesellschaftlich in den letzten zwei Jahren viel verändert hat», erklärt sich Amoateng das Interesse an seinen Puppen. Die Rassismus- und Gender-Debatte habe in vielen Bereichen das Bewusstsein für mehr Vielfalt geweckt.
Als er ein Kind war, erzählt Amoateng, habe er sich sehnlichst eine schwarze Superhelden-Actionfigur gewünscht. Heute gibt es die. «Es tut sich was», meint Amoateng. Auch wenn es ein langer Prozess sei.

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Gesundheit

So entfaltet Fußbalsam die volle Wirkung

Damit die Haut der Füße schön geschmeidig ist,
 sollten wir sie regelmäßig pflegen und eincremen. Foto: dpa

Frankfurt/Main (dpa) – Viele Monate haben wir sie versteckt – doch wenn es wärmer wird, zeigen wir nackte Füße wieder in Sandalen oder beim Spaziergang über die Wiesen. Pflege-Tipps, damit sich Ihre Füße sehen lassen können.

Raus aus den dicken Socken, rein in die offenen Schuhe: Füße brauchen nach den kalten Wintermonaten oft eine besonders intensive Pflege.

Um die Haut wieder geschmeidig zuhalten, sollte man die Füße nach dem täglichen Waschen und ausgiebigen Trocknen gut eincremen. Die Creme wird mit kreisenden Bewegungen und leichtem Druck vom Fußrücken zu den Zehen hin einmassiert, rät Birgit Huber vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel.

Fußcremes sind in der Regel wasserhaltige Emulsionen. Während Fußbalsame oder Fußsalben hingegen wasserfrei sind und meist auf einer Fettgrundlage basieren, erklärt Huber.

Balsam sowie Salbe bilden einen Schutzfilm auf der Haut. Allerdings ziehen sie dort meist schwer ein. Daher rät Huber: Die Füße nach der Anwendung einfach mal hochlegen und abwarten.

Alternativ könne man über Nacht auch Socken über die Füßen ziehen, so dass Balsam oder Salbe auf der Haut verbleiben und die volle Wirkung entfalten kann. „Keine Angst, trotz Söckchen bleiben noch genügend Wirkstoffe übrig, um die Haut zu pflegen“, beruhigt Huber.

Grundsätzlich rät die Expertin: Die Füße jeden Abend gründlich zu waschen und anschließend jeden Zeh einzeln sowie die Zwischenräume sorgfältig zu trocknen. Das sei wichtig, damit keine Risse in der Haut entstehen

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Reise

Mittleres Rheintal: Burgen, Riesling und Romantik

Die Rheinpfalz im Fluss mit der Burg Gutenfels über dem Ort 
Kaub im Hintergrund gehört zu den beliebtesten Fotomotiven in der Region. 
Foto: Bernd F. Meier/dpa

Von Bernd Meier
Sankt Goar (dpa) – Auf der Terrasse von Burg Rheinfels zückt Sara Renzler ihr Smartphone. Schnell ist ein Foto von der kreisrunden Bronzeplatte gemacht und dessen QR-Code gescannt. Das Handy zeigt daraufhin das Aquarell von William Turner aus dem Jahr 1817 und die Bildbeschreibung: «Blick von Burg Rheinfels über Sankt Goar».

Die Bodenplatte am Schlossberg zählt zu den 26 Stationen der Turner-Route, die seit 2016 zwischen Koblenz-Ehrenbreitstein und Bingen nach und nach entsteht. Alle Platten tragen QR-Codes mit den Beschreibungen der Werke Turners. «Der Londoner Maler war einer der Künstler, die im 19. Jahrhundert das Mittelrheintal mit seinen Burgen und felsigen Bergen entdeckten.

Turner hielt die Szenen auf dem Skizzenblock fest, er schuf die Aquarelle später in seinem Atelier», erklärt Sara Renzler, Projektleiterin der Turner-Route beim Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal.

Gut 200 Jahre später folgen die Reisenden unserer Tage den Spuren von William Turner. Nicht mit Zeichenstiften und Skizzenblock, sondern mit dem Smartphone. Die Fotos der romantischen Landschaft – kurviger Rhein, steile Weinberge, uralte Burgen – landen in den sozialen Netzwerken.

Facebook und Instagram zeigen Rheinromantik 2.0: «Seht her, ich bin gerade am Mittelrhein unterwegs: Hier ist es unbeschreiblich schön» – so lautet nach Sara Renzlers Beobachtung die Botschaft der neuen, jüngeren Rhein-Reisenden.

Wie sich die große Dichte an Burgen erklärt
Die Burgen und Schlösser am Oberen Mittelrhein beeindrucken heute wie früher – 40 historische Bauwerke auf 60 Kilometern zwischen Koblenz und Bingen. «Wahrscheinlich sogar 60, manche sind als Ruinen kaum mehr wahrnehmbar», sagt Gerhard Wagner, scheidender Geschäftsführer der Deutschen Burgenvereinigung auf der Marksburg in Braubach. Die Region am Rhein hat damit die wohl größte Burgendichte weltweit.

Die wehrhaften Bauten entstanden ab dem 12. Jahrhundert zur Sicherung regionaler Territorien. «In Braubach stießen einst vier Besitztümer zusammen, von den Fürstbischöfen Köln, Trier und Mainz sowie das Land des Pfalzgrafen bei Rhein», erklärt Wagner. Schützenswert waren auch Wälder, Weinberge und die Bodenschätze Silber und Schiefer.

Die Landesfürsten kassierten außerdem Zoll von den Schiffern auf dem Rhein. Mehr als ein Dutzend Kontrollstellen soll es nach Wagners Worten gegeben haben. Der Mäuseturm bei Bingen und die Burg Pfalzgrafenstein sind steinerne Zeitzeugen jener Jahre.

Die Kombination aus frühmittelalterlichen Bauwerken, malerischen Stadtbildern, steilen Weinbergen und dem kurvigen Flusslauf ist einzigartig. Daher wurde das Obere Mittelrheintal 2002 als erste deutsche Kulturlandschaft zum Unesco-Welterbe ernannt. Damit steht die Landschaft auf einer Stufe beispielsweise mit dem Grand Canyon in den USA oder dem Serengeti-Nationalpark in Tansania.

Viele Optionen für Wanderer und Radfahrer
Radler entdecken die Vielfalt des Flussabschnittes auf der gut gekennzeichneten Route ab Bingen über Bacharach, Oberwesel, Boppard und Koblenz. Wegen der Enge des Tales führt sie jedoch manchmal kilometerlang direkt an der lauten Bundesstraße 9 entlang.

Die Route am gegenüberliegenden Rheinufer ist gegenwärtig nicht empfehlenswert. Zwischen Assmannshausen und Lorch wird die Bundesstraße 42 über Monate ausgebaut.

Wanderer sind rechtsrheinisch auf dem anspruchsvollen Rheinsteig unterwegs, der über 320 Kilometer von Wiesbaden nach Bonn führt. Wegen der zahlreichen Auf- und Abstiege bei der Querung der Seitentäler kommen insgesamt 11 700 Höhenmeter zusammen.

Linksrheinisch lockt der Rheinburgenweg, 200 Kilometer zwischen Bingen und Rolandseck. Gut 20 Schlösser, Burgen, Burgruinen und Festungen liegen am Wegesrand. Dazu kommen grandiose Ausblicke ins Rheintal, etwa am Günderodehaus hoch über Oberwesel.

Ein paar Kilometer weiter bei Urbar am Rastplatz Maria Ruh wartet die spektakuläre Sicht auf den 132 Meter hohen Loreleyfelsen: Nahezu halbkreisförmig windet sich der Rhein um das schroffe Gestein. Containerschiffe zirkeln in der schmalen Fahrrinne stromabwärts.

Die ausländischen Gäste bleiben aus
Mehr und mehr Radler und Wanderer, darunter auch jüngere Gäste, bereisten in den letzten Jahren das Obere Mittelrheintal. Durch Corona wird der Trend zum Urlaub im eigenen Land noch verstärkt. Auslandstouristen? Im Juni noch Fehlanzeige.

Auf der Marksburg zählten sie vor der Pandemie bis zu 190 000 Besucher jährlich. Etwa die Hälfte kam von Flusskreuzfahrtschiffen, darunter viele Japaner, Amerikaner, Chinesen, Koreaner und Australier. Wann diese Gäste wiederkommen, scheint derzeit unklar.

Auch Volker Ochs wartet in Kaub auf Gäste, die er mit dem Fährboot «Rheinland» zur Festung Pfalzgrafenstein übersetzt. Die kurze Überfahrt führt zu einer im 14. Jahrhundert errichteten Zollstation, die auf einer Insel im Rhein liegt wie ein gestrandetes Schiff.

Behutsam öffnen Gasthäuser und Hotels wieder nach der monatelangen Zwangspause. Der Massentourismus früherer Jahre scheint Vergangenheit zu sein.

Die Geschichte einer scheinbaren Katastrophe
Qualität statt Quantität, Klasse statt Masse: Das ist das Motto der Weinbauer. So haben sich über 20 Winzer zurGemeinschaft Mittelrhein Riesling Charta zusammengeschlossen.

Gründungsmitglied Peter Bahles bewirtschaftet mit weiteren Winzern den steilen Weinberg unterhalb der Burg Gutenfels, wo nach Jahren der Verwilderung seit 2008 wieder Riesling-Trauben reifen. Dort bilden Mikroklima und Schieferfelsen die Basis für einen Wein mit filigranen Aromen. «Riesling ist bei uns in den besten Lagen zu Hause», sagt Bahles.

Krönung ist die Riesling-Spätlese. Wer mehr über deren Entdeckung wissen will, macht einen kurzen Abstecher in den Rheingau zu Schloss Johannisberg. Im 18. Jahrhundert im Besitz der Fürstbischöfe von Fulda, gaben die hohen Herren dort die Erlaubnis zur Traubenlese.

Voraussetzung waren Trauben, die ein Kurierreiter als Probe nach Fulda schaffte. Das lief so bis ins Jahr 1775.

In jenem Herbst kehrte der Reiter jedoch zwei Wochen verspätet zurück. Inzwischen schien die Ernte vernichtet. Doch der Wein aus den faulen Trauben übertraf vorherige Jahrgänge in seiner Qualität. Das Denkmal des Riesling-Reiters im Hof von Schloss Johannisberg erinnert an die scheinbare Katastrophe, die zur Erfolgsgeschichte wurde.

Modernisierung gegen die Krise
Ins Rheintal zurück, nach Trechtingshausen in die Burg Rheinstein zu Burgherr Markus Hecher: «Eher Knecht als Burgherr, denn eine Burg verpflichtet zum Bewahren und Erhalten», sagt der Eigentümer.

Von Vater Hermann hat die Familie das zinnengeschmückte Bauwerk übernommen, 1975 hatte der Opernsänger die arg heruntergekommenen Mauern gekauft. Seitdem wurde mit Millionenaufwand renoviert und restauriert. Knappen- und Rittersaal entführen museal ins Mittelalter. Der Burgherr hofft darauf, dass ausländische Besucher in absehbarer Zeit wiederkommen. Einstweilen setzt er auf Hochzeitsfeiern im Burgrestaurant – Rheinstein ist Außenstelle des örtlichen Standesamtes. Der Kalender füllt sich.

Auf der Schönburg oberhalb von Oberwesel trotzen die Brüder Hermann und Johann Hüttl der Corona-Krise und schwankenden Gästezahlen. Gerade erweitern sie ihr Hotel um weitere Zimmer. «Romantik, Riesling und Ruhe, das schätzen unsere Gäste», sagen die Hoteliers.

Die Reisenden kommen aus der ganzen Welt und schlummern in romantischem Ambiente. Die Hüttls hoffen, dass auch andere Hotelbetriebe und Gaststätten im Tal investieren. «Und damit den heutigen Ansprüchen gerecht werden», sagt Hermann Hüttl.

Große Pläne für die Zukunft
Ansätze und Pläne sind bereits vorhanden. Burg Reichenstein in Trechtingshausen wurde von einem Investor aus dem Ruhrgebiet als Hotel und Restaurant auf den Stand der Zeit gebracht. Burg Gutenfels oberhalb von Kaub soll nach den Vorstellungen des Eigentümers zu einem kleinen, feinen Garnihotel mit fünf Zimmern werden. Das Weinbergschlösschen der Familie Lambrich im Seitental von Oberheimbach gilt als gute Adresse für Ruhesuchende
.
Aus der ehemaligen Schule von Lorch wurde das stylische Hotel «Im Schulhaus». Das Gebäude im Bauhausstil bietet manchen Rheinsteig-Wanderern ein Nachtquartier.

Am Fluss flattern schon die blauen Fahnen der Buga 2029. Die Bundesgartenschau soll in acht Jahren im gesamten Oberen Mittelrheintal stattfinden. Digitale Rhein-Romantik 2.0 inklusive.

Befremdlich erscheinen da noch die Christmas-Shops, die in einigen Orten weihnachtliche Dekorationsartikel rund ums Jahr feilbieten. Und die angeblich größte freihängende Kuckucksuhr der Welt im Cuckoo Clock Center von Sankt Goar? Sie scheint wie aus der Zeit gefallen.

Info-Kasten: Mittelrheintal
Reiseziel: Das Obere Mittelrheintal zwischen Bingen/Rüdesheim und Koblenz ist eine Region mit 60 Städten und Gemeinden links und rechts des Rheins. Die Landschaft zwischen dem Rheingau im Süden und dem Neuwieder Becken bei Koblenz verdichtet Handel, Kunst, Kultur und Weinbau am Rhein, dem Jahrtausende alten Transportweg.
Anreise: Mit dem Auto über die A 3 (Köln-Frankfurt) oder A 48 (Koblenz-Trier). Von Koblenz über die Bundesstraße 9 oder 42 in Richtung Bingen/Mainz oder Rüdesheim/Wiesbaden. Alternativ mit der Bahn etwa nach Koblenz oder Rüdesheim. Zwischen Mainz und Koblenz sind Autofähren die einzige Möglichkeit, den Fluss zu überqueren.
Übernachtung: Romantiker schlummern in Burg- und Schlosshotels. Preiswerter sind die Jugendherbergen auf der Burg Stahleck in Bacharach, der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz und in Sankt Goar. In den Orten am Rhein gibt es zahlreiche Hotels und Pensionen. Dort rattern alle paar Minuten Güterzüge durchs enge Tal. Viel ruhiger ist es in den Dörfern auf der Hochebene links und rechts des Rheins.
Internet:
http://www.romantischer-rhein.de

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Auf der Sommerterrasse: Kleine Köstlichkeiten zum Rosé

Zum Rosé passen vor allem wunderbar Dinge,
die die gleiche Farbe haben, wie Lachsschnittchen.
Foto: Claudia Wittke-Gaida/dpa

Von Claudia Wittke-Gaida
Bodenheim/München (dpa) – Schon der Gedanke klingt verführerisch: Stellen Sie sich vor, Sie sind an einem lauen Sommerabend in einem Garten eingeladen, die Gastgeber führen Sie auf die Terrasse – und schenken eisgekühlten Rosé ein, der die Gläser von außen perlen lässt. Das sieht aus wie ein Sonnenuntergang im Glas und es schmeckt nach wunderbarer, unkomplizierter Leichtigkeit des Seins. Nur sollte dieser Moment bloß nicht von einem schweren Essen getrübt werden.

Ein paar leichte Häppchen, das wäre jetzt genau das Richtige. Doch was passt eigentlich zum Rosé?

«Fast alles, was auch farblich passend mit roséfarbenen Wein harmoniert», fasst Ernst Büscher als Faustregel zusammen. Dem Sprecher des Deutschen Weininstituts (DWI) fallen sofort Häppchen mit Lachs, Shrimps, gegrilltem Hühnchen oder Himbeeren ein.

«Als Menübegleiter wurde der Rosé lange völlig unterschätzt», sagt Büscher. Doch die Rosé-Stilistik habe sich in den vergangenen Jahren stark verändert. «Sie ist viel komplexer geworden. Selbst einfache Roséweine sind heute besser als vor 10 Jahren.»

Woran das liegt? «Die Winzer achten auf eine frühe Lese mit gesunden Trauben. So wird der Wein nicht so schwer», erklärt der Experte.

Während Roséweine früher meist nur halbtrocken und lieblich waren, seien inzwischen viele trockene auf dem Markt. «Und mittlerweile auch immer mehr prickelnde», sagt Büscher. Noch nie sei in Deutschland so viel Rosé produziert worden. Die Gesamtmenge stieg 2020 um rund 10 Millionen auf insgesamt rund 100 Millionen Liter an.

Zu trockenem Rosé: Rillette vom gebeizten Lachs
Kühl serviert entfalten Roséweine eine Fülle von fruchtigen Aromen. «Ein trockener passt etwa zu einer Rillette vom gebeizten Lachs», schlägt Büscher vor. Rillette ist eine Art Brotaufstrich. In dem Fall besteht er aus 400 g gewürfeltem Lachs, zwei gewürfelten Tomaten, einer gehackten Zwiebel, je 1 EL gehacktem Dill, Schnittlauchröllchen, grob gezupftem Basilikum und Winzeressig, 2 EL Crème fraiche, 2 TL Zitronensaft, 1 EL Oliven sowie Salz und Pfeffer. Diese Zutaten werden vermengt.

Die Masse, die für 4 Personen gedacht ist, kommt für eine Stunde in den Kühlschrank. Danach werden mit einem Löffel Nocken abgestochen, die mit einer kleinen Salatgarnitur und Toast serviert werden.

«Ähnlich unkompliziert sind Scheibchen vom Hähnchenbrustfilet, die zum trockenen bis halbtrockenen Rosé passen», sagt Büscher und erklärt, wie es geht: Butterschmalz (2 EL) in der Pfanne erhitzen. Filets salzen und pfeffern und von jeder Seite 3 – 4 Minuten braten. Die 4 Filets für 4 Personen werden dann in Alufolie warm gehalten.

In einem Rührbecher 3 Eigelb, 1 EL Zitronensaft und 1 EL Dijonsenf schaumig rühren und 150 ml heiße Hühnerbrühe nach und nach einrühren. Die Sauce wird in einen Topf gegossen und unter ständigem Rühren mit dem Schneebesen so lange erwärmt, bis sie etwas eindickt. Dann nur noch mit Salz und Pfeffer würzen und 100 g Crème fraiche unterziehen. Schließlich die Filets in Scheibchen schneiden, Sauce übers Fleisch gießen und mit Kresse dekorieren.

«Die Alternative wäre ein kleines Pasta-Nest», sagt Büscher. Dafür Tagliatelle (400 g) bissfest kochen, Zwiebelwürfel in Olivenöl glasig dünsten, mit je 100 ml Hühnerbrühe und halbtrockenem Rosé auffüllen und zum Kochen bringen. Crème légère (200 g) einrühren und etwas reduzieren lassen. Schließlich mit gehackter Petersilie, Salz und Pfeffer abschmecken. 250 g Scampi separat anbraten. Tagliatelle jeweils vier Mal als Nest anrichten, mit Sauce übergießen und den Scampi garnieren.

Für den lieblichen Rosé hat das Weininstitut folgenden Tipp: Dünne Scheiben von 400 g Erdbeeren auf vier Teller anrichten und mit etwas Zucker bestreuen. Je 1 EL Balsamico-Essig und 1 EL Himbeerbalsamessig mit etwas Salz, Zucker, einem Spritzer Zitronensaft, 4 EL Olivenöl und 1 EL süßer Sahne verrühren.

Die Mischung wird über die Erdbeeren geträufelt und mit grob gemahlenem Pfeffer sowie gekräuseltem Käse (Tête de Moine) zu einem Erdbeer-Carpaccio angerichtet.

Einfach mal unbekannte Rosés probieren
Sommelière Romana Echensperger aus München fallen zum Rosé vor allem Gerichte aus der Mittelmeerküche ein: leichte Tapasküche mit viel frischem Gemüse und Olivenöl, Lachs mit Dill, Falafel, Thunfisch-Tartar, Calamari Aioli, Oliven oder der typische Salat Nizza mit kleinen Kartoffeln, Ei, Tomaten und Thunfisch-Stückchen. «Tapas und Rosé dazu – das passt perfekt», sagt Romana Echensperger, die den Titel Master of Wine trägt.

In den vergangenen Jahren hätten sich große Marken mit Rosé in den Vordergrund gespielt, berichtet die Sommelière. Es müssten aber nicht immer die Marken aus der Werbung sein.

«Probieren Sie sich ruhig auch durch die vielen unbekannten Roséweine», rät Echensperger. «Da tut sich viel von Ungarn über Griechenland bis nach Südfrankreich. In Deutschland überzeugen mich viele Spätburgunder-Rosés», so die Fachfrau. Es gebe viele Rosés mit Tiefgang und Komplexität, die man durchaus auch zu kräftig gewürzten Gerichten reichen könne.

Beim Rosé sind Eiswürfel kein Tabu
«Sonst bin ich zwar kein Fan davon, aber bei kitschig-fruchtigem Rosé können ruhig Eiswürfel mit rein. Und wenn man dabei noch die Füße ins Planschbecken hält – herrlich», schwärmt die Sommelière. Für Eiswürfel sollte der Wein eher lieblich sein.

Welche Rosés in diese Kategorie fallen, verrät die Farbe. Die Faustregel: Die hellen, elegant lachsfarbenen sind trocken, fein und dezent.

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Aus Allen Staaten

Sommer Musik Fest of 2021

The host of the Musik Fest: The Carpathia Blasmusikanten

On Sunday afternoon of June 20th, the day began warm and sunny, perfect weather! Perfect not only for Father’s Day 2021, but also for the Carpathia Blasmusikanten, which was hosting its first “Sommer Musik Fest.” Due to existing pandemic protocols, the Musik Fest was planned for outdoors, picnic-style, on the grounds of Carpathia Club to allow for greater and safer participation. Guests started arriving well before the 1pm start time, looking for just the right spot to set up their folding chairs and pop-up tents. This was a much-anticipated event, as everyone was thrilled to finally get out of the house and attend an actual event. For many, this was their first outing since the pandemic emerged, and social distancing protocols were established in March 2020.

This Musik Fest was a fantastic collaboration of music and ensembles. Five bands volunteered their time to perform one set during the Fest: the Carpathia Blasmusikanten, Siasswasser Tanzlmusi, Herb & Friends Ensemble, Rheinländer, and Enzian. Five bands in five hours! What a treat! Each band shared their unique sound, music, and instruments, to the delight of the audience. This was admittedly a grand undertaking, logistically and otherwise, but the bands came together to create a beautiful event. Special credit goes to Mike Stampfer (Flügelhorn), who originally came up with the idea for this band collaboration, and to Erwin Rauschendorfer (tuba) who handled all the sound and equipment.

This Sommer Musik Fest was also a Fundraiser for Carpathia, and by extension, for the many smaller, but equally important German organizations that Carpathia supports and is affiliated with, and vice versa. Mike Talan opened the event and began the fundraising with a rousing and heartfelt introduction, followed by warm greetings from Carpathia’s new president, Rob Hanschu, and first vice president, Anne Marie Tittjung. The Blasmusikanten performed the German and American anthems, followed by the guest appearance of the Carpathia Gemischter Chor, singing several specially selected songs. Later they performed “La Pastorella” together with the Blasmusikanten, a crowd favorite.

Another feature of the Fest were the rotating MCs (Mike Talan, Kurt Seiberling Sr., George Schleis, Matt Eichmann) who volunteered their time to assist with the fundraising efforts. The talented MCs did a fabulous job engaging the guests and encouraging donations towards the support of Carpathia Club. Included in the fundraising was a special incentive for the guests – those who donated $100 or more were able to choose a gift bag, as well as a T-Shirt from a grand selection offered. The items were provided by the Blasmusikanten, the Kickers, and Carpathia Club itself. In addition, the GACC held a Book,etc. Sale indoors, and the AC offered a welcome respite while browsing.

With the additional lifting of pandemic restrictions over the past few weeks, Carpathia was excited to offer their traditional house specialties of grilled Brats, Hungarian sausage-specially made by John Huth, potato salad, and sauerkraut. The Frauengruppe outdid themselves again with a wonderful selection of Tortes and a variety of other cakes. Judging by the lines, they were enthusiastically supported! And to top it all off, the bar worked hard to set up an outdoor Biergarten, complete with shady umbrellas and Gemütlichkeit. There were even soccer games being held on the soccer fields this day! Things (almost) seemed like they were back to normal!

The Carpathia Blasmusikanten are extremely pleased to have have held this special event for your enjoyment. We thank all who had a hand in the success of the Musik Fest. We are grateful for everyone’s continued support: from the bands and choir, the volunteers who shared their valuable time and skills, the generous donations, and much more.

Please continue to read the next passages by members of two of the Bands that performed this day: Rick Michels and Herb Gruber.
Kathi Steiner Cole

Siasswasser Tanzlmusi was honored to be invited

Siasswasser Tanzlmusi was honored to be invited by our friends in the Carpathia Blaskapelle to participate in their Sommer Musik Fest on the grounds of the Carpathia Hall on Father’s Day. It felt good to finally be able to wear our Tracht (although some of our Lederhosen seem to have shrunk at some point during the pandemic!) and to perform in public again. Our band is dedicated to preserving and playing the authentic dance music of the alpine areas of Bavaria and Austria along with a few side trips to Bohemia and Slovenia. Our band members include Herbert Gruber (1. Clarinet), Eric Walker (2. Clarinet), Fred Walker (3. Clarinet), Remy Hall (trombone), Kevin Walker (acoustic guitar), Chrissy Walker (Hackbrett…hammered dulcimer), Rick Michels (Ziach…button box) and Erwin Rauschendorfer (tuba).

We performed our set of Polkas, Märsche, Boarische, Walzer and Landler to a very appreciative audience. Car horns honking their approval after several of our songs were played was a new and memorable experience. It was great to once again see and visit with so many friends and fellow musicians. Our friend, Dale Marzewski joined us also on this sunny, hot afternoon. Dale has helped us out in the past on numerous occasions and we always have a good time playing together. It was great to have our talented trombonist, Remy back with us from his new home in Indianapolis. We’d like to thank our former band member, Stan Lichota for the round of Jägermeister, too! Good food, great weather, cold beer, wonderful friends and the unparalleled hospitality of the Carpathia Blaskapelle and the entire Carpathia membership all made for an amazing afternoon that we’ll long remember. It was our privilege to help Carpathia out in their efforts to preserve and promote their cultural home for future generations.
Siasswasser Tanzlmusi

Band – Herb Gruber and Friends

After all the major lock-down restrictions due to Covid19 appear to be finally in our rear-view mirror, this group of musicians was really happy and appreciative of the opportunity to perform at the Carpathia Musikfest. The musicians in this formation are not a permanent formation but gets together for certain specific events, such as this Musikfest. The purpose is to bring some tunes from the home countries we or our forefathers emigrated from to the best of the listening audience.

For the most part, the choice of songs for the Carpathia Musikfest was related to the Austrian/Slovenian border region, namely the music style and compositions emanating from the region of Oberkrain. Among all the pieces performed, the opening tune with the title “Pongauer Veteranen Marsch 1912” deserves a special mention. After all, it is a transcription of an actual recording of this piece going back to 1912!

Other selection included pieces from the Salzburg/Tyrolean area and also Bavaria as well as Prussia. Toward the end of the presentation, this group switched into a quartet formation and performed a few lovely Polkas (Faltenradio Polka and Klarinettenmuckel) led by a couple of sweet-sounding clarinets.

For all of us it was pleasure to have partaken in this event and we hope to have brought some enjoyment to the listening audience and, ultimately, to the continuance of the Carpathia Club and related cultural groups.
Herb Gruber

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Die «Lottogewinner der Nachkriegszeit» – Als die Care-Pakete kamen

Sie sind ein Mythos der Nachkriegszeit: Vor 75 Jahren kamen die ersten Care-Pakete aus Amerika in Bremerhaven an, gespendet von den einstigen Feinden. Viele ältere Deutsche verbinden ganz besondere Erinnerungen damit.

ARCHIV – 01.02.2012, Mecklenburg-Vorpommern, Rostock: Der 87-jährige Hans Feldmeier zeigt in seiner Wohnung eine Dose Schweineschmalz “Swift`s Bland Lard” aus einem amerikanischen Care-Paket von 1948, die er im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern untersuchen ließ. Die sensorische Untersuchung des 64 Jahre alten Schweineschmalzes ergab zwar geringe Mängel bei Geruch und Geschmack, doch insgesamt sei das Produkt hinsichtlich des Frischegrades und der stofflichen Zusammensetzung noch als zufriedenstellend zu beurteilen. Sie sind ein Mythos der Nachkriegszeit: Vor 75 Jahren kamen die ersten Care-Pakete aus Amerika, gespendet von den einstigen Feinden. Viele ältere Deutsche verbinden ganz besondere Erinnerungen damit. Foto: dpa

Berlin (dpa) – Die Blechdose lag in einem Care-Paket. Sie überstand 64 Jahre und drei Umzüge. Ein Apotheker aus der Nähe von Rostock hütete die blau-weiß-rote Dose mit Schweineschmalz wie einen Schatz. Dann ließ er aus Neugier den Inhalt untersuchen. Das Landesamt für Lebensmittelsicherheit stellte 2012 fest: Der Schmalz der Marke «Swift’s Bland Lard» war immer noch genießbar. Das ist eine von vielen Anekdoten, die sich um die legendären Care-Pakete ranken. Vor 75 Jahren – am 15. Juli 1946 – kam die erste Schiffsladung mit 35 700 Paketen in Deutschland an, auf dem Dampfer «American Ranger» in Bremerhaven.

An Bord: Haferflocken, Butter, Obst, Kekse, Kaffee, Kakao und Kaffee. Der Absender: großzügige Amerikaner, die damit ihren einstigen Kriegsfeinden halfen. Von dem Nordseehafen wurden die Pakete in die westlichen Zonen Nachkriegsdeutschlands und nach Berlin gebracht. Wie die Zeitung «Telegraf» berichtete, trafen dort am 11. August 1946 die «ersten Liebesgabenpakete aus Amerika» auf dem Güterbahnhof in Steglitz ein. Später kamen die Lebensmittel auch mit den «Rosinenbombern». Die Maschinen flogen während der Luftbrücke 1948/1949 das von den Sowjets abgeriegelte West-Berlin an, sehnsüchtig erwartet von den Kindern, weil es dann Süßigkeiten vom Himmel regnen konnte.

Zwischen 1946 und 1960 verschickte die heute weltweit aktive Hilfsorganisation Care 100 Millionen Pakete nach Europa, darunter allein 3 Millionen nach Berlin, einige landeten über Umwege in der DDR. Es war nicht die einzige Hilfsaktion der Nachkriegszeit, aber eine, die ins kollektive Gedächtnis wanderte.

Der spätere Arbeitsminister Norbert Blüm (1935-2020) erinnerte sich lebhaft an die Zeit, als sein Vater noch in Kriegsgefangenschaft war und er mit seiner Mutter und seinem Bruder in einem Kabäuschen unter dem Dach wohnte. Weihnachten kam das Care-Paket, was sie ihrem Onkel Heinrich in New York verdankten. «Ich empfand es wie eine Wunderkiste aus dem Märchen», so Blüm.

Darin seien Sachen gewesen, von denen er gar nicht gewusst habe, dass es sie gab. «Schokolade – das kannte ich nur vom Hörensagen. Schokolade, eine Sendung aus dem Himmel. Da waren drin Eipulver, Milchpulver, Erdnussbutter, Erdnüsse, alles Sachen, die uns sehr geholfen haben, nicht nur den Hunger zu stillen, sondern überhaupt Hoffnung zu haben, dass es weitergeht.» Mit den Paketen sei die Familie ein «Lottogewinner der Nachkriegszeit» gewesen. Einmal lag sogar ein weißer Stoffhase im Paket, wie ein anderer Zeitzeuge schildert.

Der Schauspieler Mario Adorf (90) erinnert sich in seinen Memoiren an seine Studienzeit in Mainz: «Mein Hauptfach war Hunger. Da tat sich ein außergewöhnlicher Studentenjob auf: Care-Pakete für die Schul- und Volksküchen von Mäusen zu befreien.» Die Bezahlung sei gewesen, sich satt zu essen.

«Wir hatten ja nichts»: Der Satz kursiert bis heute in vielen Familien. Wie sehr die Deutschen in den Trümmern des von ihnen angefangenen Krieges gelitten haben, wissen viele aus den Erzählungen der Groß- und Urgroßeltern. Im kalten Winter 1946/47 sollen allein in Berlin 1000 Menschen erfroren oder verhungert sein. Lebensmittel waren rationiert, die vollen Regale der Wirtschaftswunderzeit noch ein Traum.

Care heißt auf Deutsch «sorgen». Gegründet wurde die private Organisation («Cooperative for American Remittances to Europe») 1945 in den USA von 22 amerikanischen Wohlfahrtsorganisationen. Für viele sind die Care-Pakete fester Teil der deutsch-amerikanischen Freundschaft. Zum Jubiläum bedankte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel: «Diese große Hilfe aus den Vereinigten Staaten von Amerika bleibt unvergessen.» Sie weist auch auf die heutigen Nöte hin, die katastrophale Lage in Syrien und Jemen.

Im Nachkriegsdeutschland waren die Pakete mehr als Lebensmittel. Bei der Versorgung der Menschen war ihre Rolle gar nicht so groß, wichtig waren sie besonders aus psychologischer Sicht, wie der Berliner Historiker Maximilian Klose sagt, der sich in seiner Doktorarbeit am John-F.-Kennedy-Institut mit dem Thema befasst hat. «Es war einfach ein Zeichen amerikanischer Solidarität und der Nächstenliebe mit den Deutschen, die den Krieg angefangen haben.» Manche Deutsche konnten sich zudem im «Opfer-Narrativ» und im Kampf gegen den Kommunismus bestärkt fühlen.

Das Besondere: Die Amerikaner durften sich als Spender die Ziele ihrer Pakete aussuchen. Es war erwünscht, dass sich die Empfänger bei ihnen mit Briefen bedanken. Das taten die Deutschen auch. So lernten die Amerikaner die einstigen Kriegsgegner von ihrer menschlichen Seite kennen. Klose ist sich sicher, dass so auch Freundschaften entstanden. Care-Pakete waren «absolute Sehnsuchts-Objekte», sagt der Historiker. Zeitzeugen beschreiben, wie sich ihnen eine neue exotische Welt auftat. Manche haben ihre erste Hershey-Schokolade nie vergessen.

Wochenpost – STICHWÖRTER– TRANSLATION

einstigen Feinden – one-time enemies
Blechdose – tin can
überstand – survived
Umzüge – moves
hütete – guarded
Neugier – curiosity
untersuchen – examined
genießbar – edibule
um ranken – surround
Dampfer – steamship
Haferflocken – oats
großzügige – generous
n.b. Liebesgaben– – historically, gift packages sent to soldiers from relatives as well as strangers during WWI
Güterbahnhof – freight station
Rosinenbombern – raisin bombers
Luftbrücke – Berlin Airlift
abgeriegelte – stockaded
sehnsüchtig – longingly
verschickte –sent off
Umwege – roundabout ways
Gedächtnis – memory
Arbeitsminister – Labor Minister
lebhaft – vividly
Kriegsgefangenschaft – prisoner of war
Kabäuschen – cubbyhole
verdankten – owed a debt of thanks
Wunderkiste – magic chest
Hörensagen – hearsay
Stoffhase – toy bunny
anderer Zeitzeuge – witness to another time
schildert – portrays
Schauspieler – actor
außergewöhnlicher – extraordinary
satt zu essen – to eat until full
kursiert – circulates
Trümmern – rubble
erfroren – froze
verhungert – starved to death
Wirtschaftswunder– – economic miracle
Wohlfahrts– – welfare
Nöte – hardships
Lage – situation
Jemen – Yemen
Versorgung – support
befasst – dealt
Nächstenliebe – charity
Opfer – victim
Spender – donors
Zeitzeugen – eyewitnesses of the time

Trans: Barbara Weidendorf, B.A., M.A.

*Note: Previous selections can be found in the Archives section of the site.*