26. Januar 2019 Selected Articles

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Aus Aller Welt

Kumbh Mela in Indien

Zur Unterbringung der vielen Pilger wurde eine Zeltstadt in Prayagraj im Bundesstaat Uttar Pradesh errichtet. Foto: dpa

Prayagraj, Indien (dpa) – Hinduistische Männer eröffnen mit einem Bad in als heilig geltenden Gewässer das Hindu-Fest «Kumbh Mela». Zu dem sechswöchigen Hindu-Fest im Zusammenfluss-Gebiet von Ganges und Yamuna in Indien werden insgesamt rund 120 Millionen Menschen erwartet.

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Sport

FC Bayern mit breiter Brust auf BVB-Jagd: «Immer mehr Druck machen»

1899 Hoffenheim – Bayern München, 18. Spieltag, in der PreZero-Arena. Der Münchener Robert Lewandowski freut sich über sein Tor zum 3:1.
Foto: dpa

Mit einer «sensationellen» ersten Halbzeit in Hoffenheim startet der FC Bayern erfolgreich seine Jagd auf Borussia Dortmund. Der Titelverteidiger will den Druck mehr und mehr erhöhen. Ein Dortmunder Berater warnt vor «bärenstarken»

Von Ulrike John und Patrick Reichardt

Münchnern.Sinsheim (dpa) – Auf den Sofa-Jubel hofften die Bayern-Stars zwar vergeblich, ihr Start in die Hatz auf Borussia Dortmund aber gab den Münchner Aufholjägern mächtig Auftrieb. Das «schöne Wochenende», wie Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge nach dem 3:1 bei 1899 Hoffenheim frohlockt hatte, machte der BVB-Sieg bei RB Leipzig (1:0) am Tag danach nicht kaputt. «Wir haben gezeigt, dass wir da sind, dass man mit uns rechnen muss. Wir sind bereit für die Verfolgungsjagd», sagte Trainer Niko Kovac mit einem selbstsicheren Lächeln. «Wir sind gut reingekommen und jetzt hoffen wir, dass wir diesen Elan in die nächsten Spiele mitnehmen können.»

Zwar zeigte das Ensemble um Doppeltorschütze Leon Goretzka «zwei Gesichter», wie Sportdirektor Hasan Salihamidzic einräumte. Doch vor allem die dominante erste Spielhälfte stachelt die Münchner beim Angriff auf den BVB noch mehr an. «Wir nehmen das jetzt an und werden immer mehr Druck machen», sagte Salihamidzic nach dem sechsten Erfolg am Stück. Ein Ausbau dieser Serie, (mindestens) ein Ausrutscher der Dortmunder irgendwann und ein Heimsieg gegen den Rivalen am 6. April – so ungefähr sieht die Rechnung der Bayern für die restlichen 16 Spiele aus. Dann wären sie zumindest gleichauf mit dem BVB.

«Ein schönes Wochenende! Wir haben ein schönes Wochenende. Das Spiel war super», rief Boss Rummenigge am Freitagabend bei seinem Abgang aus Sinsheim. Letzteres konnten die 30 150 Besucher im Stadion und die TV-Zuschauer in über 200 Ländern zumindest von der ersten Halbzeit behaupten, die Kovac gar als «sensationell» bezeichnete. Goretzka glänzte mit zwei Toren vor der Pause. «Da haben wir einen Maßstab gelegt, den wir in den nächsten Spielen wiederholen wollen», meinte sein Nationalmannschaftskollege Joshua Kimmich. Eurosport-Experte Matthias Sammer, zugleich externer Dortmund-Berater und ehemaliger Bayern-Vorstand, hatte davor gewarnt, dass die Münchner zur großen Aufholjagd blasen würden. «In meinen Augen sind sie wieder bärenstark. Sie wirken zwar noch nicht extrem attraktiv, aber insgesamt wieder deutlich geschlossener», sagte er.

Gegen den taumelnden VfB Stuttgart dürfen sich die Münchner nun am kommenden Sonntag weiter einspielen für den Champions-League-Schlager am 19. Februar beim FC Liverpool und die heiße Phase im Meisterschaftskampf. Kovac hat die Krise aus der Hinrunde überstanden und zeigt nach dem angekündigten Ende der Rotation, dass er keinen Konflikt mit Stars scheut. Weltmeister Jérôme Boateng durfte nur noch ein paar Minuten zum Schluss auf den Rasen.

Auch der frühere WM-Torschützenkönig James Rodríguez musste sich erstmal hinten anstellen. Bei seinem Comeback nach längerer Knieverletzung kam der Kolumbianer erst in der 78. Minute, leitete jedoch mit einem Zuckerpass das 3:1 durch Robert Lewandowski ein. Dafür glänzte der Ex-Schalker Goretzka in der Schaltzentrale. «Wir haben sogar noch mehrere Zehner. Das wisst ihr bloß nicht», sagte Thomas Müller, selbst ein Kandidat für die Königsposition, lachend.

«Wir haben heute nicht für Borussia Dortmund gespielt, damit die das Zittern bekommen», erklärte Goretzka nach dem Sieg. Der Matchwinner erkundigte sich bei den Journalisten erstmal, ob der BVB am Samstag um 15.30 Uhr oder 18.30 Uhr antritt.

Der Tabellenzweite hatte nicht sein komplettes Wochenende auf die Partie der Dortmunder in Leipzig ausgerichtet. Er wisse noch nicht, ob er sich das Spiel im Fernsehen ansehe, kokettierte Torhüter Manuel Neuer lässig. Mats Hummels twitterte zwar ein Foto von seinem Fernseher mit Fußballprogramm («Bundesliga & chill»), aber das taugte nicht als Beweis, dass der Abwehrspieler seinen Ex-Club Dortmund genau studiert: Auf dem Fernsehbild ist eindeutig Werder Bremen gegen Hannover 96 zu sehen.

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Feuilleton

Das Bauhaus und seine Schauplätze

Blick in die Großsiedlung Siemensstadt in Berlin. 
Die Wohnungen wurden 1930 gebaut und als Beispiel
 des „Neuen Bauens“ gewürdigt. Die Großsiedlung 
Siemensstadt entstand im Rahmen des Sozialen 
Wohnungsbaues der Stadt Berlin.
Foto: dpa

Berlin (dpa) – Das legendäre Bauhaus – im 20. Jahrhundert die bedeutendste Schule für Kunst, Design und Architektur- ist mit Weimar, Dessau und Berlin verbunden. Manche von ihren Vertretern erdachten Gebäude und Siedlungen gehören inzwischen zum Weltkulturerbe. Beispiele:

WEIMAR: Walter Gropius gründete 1919 mit der Zusammenlegung von ehemaliger Kunst- und Kunstgewerbeschule das Staatliche Bauhaus. Ihr Architekt Henry van de Velde gilt als Wegbereiter der modernen Architektur. Die heute von der Bauhaus-Universität genutzten Gebäude sind seit 1996 Unesco-Weltkulturerbe, ebenso das 1923 gebaute Modellhaus am Horn. Zum 100-jährigen Jubiläum eröffnet im April das Bauhaus-Museum, in dessen Zentrum eine Sammlung von Werkstattarbeiten des Bauhauses steht, die Gropius in den 1920er Jahren anlegte.

DESSAU: Die Stadt wurde nach dem erzwungenen Ortswechsel zum bedeutendsten Standort des Bauhauses, das bis heute sichtbare Spuren hinterlassen hat. Berühmt ist das nach Plänen von Gropius errichtete und 1926 eröffnete Hochschulgebäude aus Glas und Stahlbeton, heute Sitz der Stiftung Bauhaus Dessau. Es gehört ebenso wie die Meisterhaussiedlung mit seinen weißen, kubischen Baukörpern seit 1996 zum Unesco-Weltkulturerbe. 1917 wurden die Laubenganghäuser des zweiten Bauhausdirektors Hannes Meyer in der Siedlung Törten in die Liste aufgenommen. Auch in Dessau eröffnet im September ein neues Bauhaus-Museum.

BERLIN: 1932 musste das Bauhaus auch in Dessau schließen und zog nach Berlin um, wo es sich 1933 endgültig auflöste. 1979 eröffnete das Bauhaus-Archiv/Museum für Gestaltung, das die weltweit umfangreichste Sammlung zur Geschichte des Bauhauses besitzt. Das von Walter Gropius entworfene Gebäude wird zurzeit saniert und um einen Neubau erweitert. 2008 wurden sechs große Wohnungsbauensembles aus den 1920er/1930er Jahren als «Siedlungen der Berliner Moderne» in die Weltkulturerbeliste aufgenommen, darunter die Siemensstadt.

BERNAU: Die 1928 bis 1930 in Bernau bei Berlin entstandene Bundesschule des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB) wurde 2017 Weltkulturerbe. Der unter Leitung von Bauhausdirektor Hannes Meyer entstandene Gebäudekomplex gilt als eines der weltweit größten Bauhaus-Ensembles.

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Gesundheit

Einfache Übung gegen krumme Haltung vor dem Bildschirm

Zwei Studenten der San Francisco State University
 zeigen, wie Menschen ihren Hals am Computer
 zusammendrücken. 
Foto: San Francisco State University/dpa

San Francisco (dpa) – Rund 30 Sekunden lang extra-krumm vor dem Bildschirm sitzen: Das schlagen Forscher vor, damit jedem bewusst wird, was eine schlechte Haltung für den Körper heißt. Das Team aus den USA und den Niederlanden präsentiert im Journal «Biofeedback» noch weitere Experimente zur Körperhaltung.

«Wenn Deine Position hoch und aufgerichtet ist, können Deine Rückenmuskeln leicht das Gewicht Deines Kopfes und Deines Halses tragen», sagte Mitautor Erik Peper von der San Francisco State University. Es seien etwa 5,4 Kilogramm. Wenn der Kopf dagegen um 45 Grad nach vorne geneigt wird, werde der Hals zu einer Art langem Hebel und die Belastung vervielfältige sich. Es sei nicht verwunderlich, dass Menschen bei dieser Haltung steife Nacken sowie Schulter- und Rückenschmerzen bekämen.

In der Studie sollten zunächst 87 Studenten aufrecht sitzen und den Kopf nach beiden Seiten drehen. Dann sollten sie ihren Kopf nach vorne neigen und dasselbe tun. Erstes Ergebnis: 92 Prozent konnten ihren Kopf nicht mehr so gut drehen wie zuvor. In einem weiteren Versuch sollten 125 Studenten 30 Sekunden in dieser vorgebeugten Haltung verharren.

Danach berichteten 98 Prozent von irgendeiner Art Schmerzen im Kopf, im Nacken oder im Bereich der Augen. Solche Experimente, die eine Wirkung deutlich machen, seien hilfreicher für eine gute Haltung vor dem Bildschirm als ständige Ermahnungen, gerade zu sitzen, schreiben die Forscher. Die meisten Probanden seien auch überrascht gewesen, dass sie den Kopf nicht mehr so gut drehen konnten.

Zwölf Studenten wurden per Elektromyographie untersucht. Ergebnis: die Hals- und die Trapezmuskeln, die zwischen Schulter und Wirbelsäule sitzen und bis zum Nacken hinaufgehen, waren in der nach vorne geneigten Position stärker angespannt.

Bei Kopf-, Nacken- oder Rückenschmerzen durch Bildschirmarbeit sollte man prüfen, ob der Kopf stets aufrecht in einer Linie mit dem Hals ist, raten die Forscher. «Du kannst sehr schnell etwas gegen Deine schlechte Haltung tun», sagte Peper. Um die Aufmerksamkeit für eine gute Haltung zu steigern, sollte man absichtlich wiederholt in die vorgebeugte Haltung wechseln, sie gegebenenfalls etwas übertreiben und den Symptomen nachspüren. So könne man sich der krummen Haltung bewusst werden und damit aufhören.

In einem weiteren Test sollten 125 Studenten erst gerade sitzen und dann das Kinn 30 Sekunden lang leicht vorstrecken, so dass der Nacken Falten warf. 98 Prozent berichteten über Symptome wie steifen Nacken oder Kopfweh und waren verwundert, dass sie so schnell etwas spürten. Einige von ihnen registrierten dabei jedoch, dass sie vor dem Bildschirm generell zu dieser Haltung neigten und lösten das Problem mit einer Brille oder durch Größerstellen der Schrift.

Um ein Zusammensinken innerhalb des Tages zu vermeiden, raten die Forscher dazu, morgens den Bildschirm – wie auch die Spiegel im Auto bei langen Fahrten – optimal einzustellen und später am Tag nicht mehr zu verstellen.

Die Übungen in der Studie machten den Teilnehmern die Symptome bewusst, die bei schlechter Haltung entstehen können. «Fühlen und Sehen – Selbsterfahrung – ist sehr viel wirkungsvoller als Teilnehmern zu sagen, sie sollten ihre Haltung korrigieren», schreiben die Autoren. 

«Das ist eine vernünftige Studie», sagte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Bernd Kladny. Sie zeige Wirkungen, die vom «Handy-Nacken» her schon bekannt seien. «Das sich Bewusstmachen von solchen Effekten ist schon mal der erste Schritt. Die Frage ist, wie lange solch ein Effekt anhält.»

Langzeitversuche haben die Autoren in der Studie nicht unternommen. Die Forscher raten beispielsweise beim Laptop zu einem von der Tastatur getrennten Bildschirm. Der Bildschirm sollte in Augenhöhe stehen.

«Generell ist der Laptop nicht gedacht für langes Arbeiten», betont Kladny, der Chefarzt an der m&i-Fachklinik in Herzogenaurach ist.

«Für eine dauerhafte Zwangshaltung ist unser Körper nicht vorgesehen.» Gut sei ein zweiter, höherer Monitor. Besser seien aber eine Tastatur und ein Bildschirm mit Dockingstation, an die der Laptop angeschlossen werden kann.

«Die Zeit am Laptop sollte man limitieren und zudem gelegentlich die Arbeitsposition ändern.»

So könne man den Laptop auch einfach mal auf einen Gegenstand stellen, am besten auf ein Stehpult.

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Reise

Wohin mit den Touristen? Städte sorgen sich um ihre Authentizität

Italien, Venedig: Das Kreuzfahrtschiff 
«MSC Preziosa» navigiert im Canale della Giudecca. Foto: ANSA/dpa

Von Annika Grah

Stuttgart (dpa) – Angesichts wachsender Besucherzahlen ringen Touristiker auch in deutschen Städten um Lösungen. «Wir sind dabei, das zu verlieren, was ich für das wichtigste Erfolgsmoment einer Stadt halte: Unsere Authentizität», warnte Burkhard Kieker, Geschäftsführer von Visit Berlin, auf der Reisemesse CMT in Stuttgart. Er zitierte dabei den Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger: «Der Tourist zerstört, was er sucht, wenn er es findet».

Vor allem die von Kreuzfahrtschiffen angesteuerten Städte stöhnen inzwischen unter den Touristenmassen. Venedig will versuchen, die Lage mit einem Eintrittsgeld für Tagesbesucher in den Griff zu kriegen. Amsterdam, Barcelona oder Prag kämpfen mit ähnlichen Problemen.

«Solche Städte sind nichts anderes als ein Freilichtmuseum», sagt Vladimir Preveden, Partner von Roland Berger, der Deutschen Presse-Agentur. «Denn die Bewohner verlassen zunehmend die Stadt, die Innenstädte verwaisen, die Bausubstanz leidet.» Ohne Eintrittsgelder lasse sich das nicht finanzieren. Das Beispiel Venedig werde Schule machen, glaubt Preveden, wenn auch noch nicht unbedingt in Deutschland. Die meisten deutschen Städte entwickeln demnach bereits eigene Strategien, um mit den Touristenströmen klarzukommen.

Dabei wächst auch in Deutschland der Tourismus unaufhörlich. Von 1992 bis 2017 hat sich die Zahl der «Ankünfte» laut amtlicher Statistik verdoppelt. Berlin ist dabei der Touristenmagnet schechthin. Mehr als elf Millionen der gut 160 Millionen in Deutschland laut amtlicher Statistik gemeldeten Touristen kamen zwischen Januar und Oktober 2018 in die Bundeshauptstadt.

«Berlin hat eine der besten Strategien entwickelt, die ich kenne», sagt Tourismusexperte Preveden. Nach den Worten von Visit-Berlin-Geschäftsführer Kieker kopiert man das Konzept von New York, indem man die Besucherströme weg von den touristischen Zentren auch in die Außenbezirke leiten will. Dafür gibt es beispielsweise eine App mit Tipps in der gesamten Stadt.

«Wir sehen diese Nutzungskonflikte», warnte Kieker bei einem Kongress des Branchenfachverlags fvw zum Thema «Overtourism» und appellierte an die Politik, die Infrastruktur auszubauen. Menschen beschwerten sich über volle Straßen, Plätze und U-Bahnen. «Das kannten wir früher gar nicht in Berlin.» Bei den Übernachtungszahlen liegt Berlin laut Kieker in Europa nur noch hinter London und Paris. «Das sind Städte, die dabei sind am Tourismus zu ersticken», so Kieker. In Berlin sei man davon aber zum Glück noch weit entfernt.

Auch in Heidelberg freut man sich laut einer Sprecherin noch «über jeden, der nach Heidelberg kommt». Dort habe man schon vor Jahren auf Qualität statt Masse gesetzt, sagt Berater Preveden. «Das ist eine sehr kluge, aber auch sehr mutige Aussage, denn diese Strategie bedeutet zunächst, auf das schnelle Wachstum der Übernachtungen zu verzichten, um eine höhere Qualität mittelfristig zu erreichen.» Er nennt auch den Verkehr als wichtiges Lenkungsinstrument der Städte, hinzu kämen höhere Tourismusabgaben oder Preise für Parkplätze.

Und auch die richtige Planung spielt eine Rolle. In Hamburg etwa fielen im vergangenen Sommer zwei Großveranstaltungen auf ein Wochenende. Schlagermove und Triathlon sorgten Mitte Juli dafür, dass große Teile der Innenstadt dicht waren. «Wir haben noch keinen overtourism, aber viele Menschen zu bestimmten Zeiten», sagt Sascha Albertsen von Hamburg Tourismus der Deutschen Presse-Agentur.

Die Stadt investiere dennoch in prophylaktische Arbeit und bemühe sich ähnlich wie Berlin, Touristen auch auf die Außenbezirke aufmerksam zu machen. Immer wichtiger, so Albertsen, werde es auch, die eigene Bevölkerung einzubinden. «Die Zielgruppe der Einwohner gewinnt an Bedeutung», sagt er. «Denn wenn es keine Zustimmung und keine Akzeptanz gibt, wird sich der Gast auch nicht wohlfühlen.»

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Die Patchworkfamilie als Dauerkonflikt

Patchworkfamilie: 
Die neuen Familien können gelingen – oder 
wieder zerbrechen
Foto: dpa

Von Anika von Greve-Dierfeld

Karlsruhe (dpa) – Patchworkfamilie – der Name klingt so lässig und fröhlich. Dahinter verbergen sich nicht selten zermürbende Beziehungsjahre, Kummer, Demütigung, Ablehnung zwischen Kindern und Stiefeltern. .

Das Schlimmste waren letztens die gemeinsamen Ferien. Die beiden Töchter von Marion Brandt, schon lange auf Konfrontationskurs mit Stiefvater Alfred, waren zwar einverstanden gewesen mit dem gemeinsamen Urlaub am Gardasee. Aber reden wollten sie mit Alfred nicht, blieben motzig auf ihren Zimmern. Keinen Bock auf den Mann, der ihnen kurz vor Weihnachten wie immer die Nikolausstiefelchen befüllt, ihnen jahrelang die Geburtstagsgirlanden aufgehängt und die Möbel zusammengebaut hatte.

«Ich wollte, dass sie ihn gerne haben und achten», sagt Brandt. Stattdessen liegen Jahre hinter der zusammengewürfelten Familie, die schwierig bis unerträglich waren. Warum nur? An gutem Willen mangelte es dem Paar nicht. Doch die sogenannten Stief- oder Patchworkfamilien bergen ein erhebliches Konfliktpotenzial.

«Ich weiß aus Untersuchungen mit kanadischen Daten, dass die Familien ein sehr hohes Trennungsrisiko haben und oft nicht halten», sagt Valerie Heintz-Martin, die am Deutschen Jugendinstitut (DJI) zu diesem Thema forscht. «Für Deutschland dürfte das nicht soviel anders sein.» Manche Experten sprechen sogar von einem mehr als 50-prozentigen Trennungsrisiko. Auch bei den Brandts war das Scheitern greifbar. Türenknallen, Augenrollen, schmallippiges Abblitzenlassen des Stiefvaters – die Töchter waren schwer genervt und das Paar hatte die Schnauze zeitweise gestrichen voll.

Familientherapeuten wie Christiane Watzel können davon ein Lied singen. «Die Paare, die kommen, sind verzweifelt», sagt Watzel. «Sie stehen direkt vor der Wand und wissen nicht mehr weiter. Sie haben sich das alles so toll vorgestellt und wenn das mit den Kindern dann schief läuft, dann sind das maximale Verletzungen, das tut sehr weh.» Dreiviertel des Angebots in ihrer Praxis sind Paarberatungen. Und 50 Prozent davon befinden sich in Stieffamilienkonstellationen, erzählt sie. «Es ist die Familienform des 21. Jahrhunderts.»

Bundesweite Zahlen dazu gibt es laut Bundesfamilienministerium nicht. Etwa 10 bis 14 Prozent der Familien in Deutschland dürften laut einer Ministeriumssprecherin Stief- oder Patchworkfamilien sein. Aktuell werde gerade der 9. Familienbericht erarbeitet, der sich auch «mit der Vielfalt von Familienformen» beschäftige, heißt es dazu. «Wegen der dürftigen Datenlage konnte das Thema lange Zeit nicht so intensiv beforscht werden», bedauert Familienexpertin Heintz-Martin vom DJI.

Dabei sind die Probleme enorm. Wer sich im Netz in den Foren bewegt, in denen Betroffene Dampf ablassen, erschrickt. «Ich komm‘ mit meiner Stieftochter nicht klar», das sind noch die freundlicheren Worte, die Stiefeltern dort finden. Aber auch Schimpfwörter wie «Teufelskind», «Störenfried» oder «Balg» fallen. Die Kinder kontern gerne mit kränkenden Bemerkungen wie «Du hast mir gar nichts zu sagen», «Hau‘ ab», «Dumme Kuh». «Fettsack» sei er von seinen Stiefsöhnen genannt worden, erzählt ein Betroffener, der seinen Namen nicht nennen will.

Stefanie Frick, die die Beratungsstelle Ambulante Hilfen Esslingen leitet, wundert da gar nichts mehr. Die Stieffamilie sei oft ein Schlachtfeld enttäuschter Liebe, von Demütigung und Ablehnung, erzählt sie. Opfer seien alle Beteiligten: «Heile sollte es wieder werden. Aber heile wird es halt nie mehr wieder.» Das müsse man sich klarmachen und die Erwartungen auf ein realistisches Niveau herunterschrauben. «Es ist wichtig für die Stiefeltern und Stiefkinder, dass sie nicht so tun müssen, als müssten sie sich lieben. Dass man auch mal sagen darf, wie blöd man sich gegenseitig findet. Das nimmt ganz viel Druck.» Dann könnten Stieffamilien auch gelingen.

Sie rät jedem, sich frühzeitig Hilfe zu suchen. «Die meisten kommen erst, wenn sie extrem unter Druck stehen», weiß sie. Dass der Bedarf da ist, zeigen die Zahlen bei der Beratungsstelle: «Inzwischen macht die Beratung von Stief- und Patchworkfamilien ein Drittel aller 250 Beratungen jährlich aus.» Und es werden immer mehr.

Die Kinder sind dabei nicht «böse» in ihrem Verhalten, darauf legt Watzel wert. «Sie haben ja schon genug verloren und das ist ihre Reaktion darauf», erklärt sie. Und Stiefeltern sollten sich tunlichst aus der Erziehung heraushalten. Bis nicht mehr jeder Streit eskaliert und jeder seinen Platz in der «neuen» Familie gefunden hat, dauert es Studien zufolge fünf bis sieben Jahre.

Trotz der vielen Betroffenen ist das Thema immer noch nicht so richtig in der Öffentlichkeit angekommen und auch an Hilfsangeboten fehlt es aus Sicht etwa von Frick. Yvonne Woloschyn aus Brandenburg, selbst Patchworkmutter, hat im November deshalb im Netz kurzerhand den ihren Angaben zufolge ersten Online-Patchwork-Familienkongress organisiert, Motto: «Vom Drama zur Harmonie». Die Resonanz war groß, «mit rund 1500 Anmeldungen und einem durchweg positiven Feedback», erzählt sie.

Wie wichtig es ist, mit den ganzen Problemen der Stieffamilien wahrgenommen zu werden, das hat auch Marion Brandt schmerzlich erfahren. Jahrelang sei sie zwischen Loyalität zum neuen Partner, Fairness gegenüber dem biologischen Vater und dem eigenen schlechten Gewissen gegenüber allen Beteiligten herumgeirrt. Froh sei sie, dass sie endlich mal erzählen könne, was das bedeutete. «Es hatte mich ja bisher kein Mensch danach gefragt.»

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Aus Allen Staaten

Schwäbischer Männerchor throughout the years

Schwäbischer Männerchor

While the Schwäbischer Männerchor began its existence as a double quartet, “Liederkranz”, consisting of Viktor Balluff, Karl Hasselwander, Paul Loeffler, Hermann Otto, Herman Reichert, Christ Steudle and Berthold Schwarz while performing at a Christmas Party for the Schwaben Unterstützungs Verein in the year 1933, it has been performing as the Schwäbischer Männerchor for 84 years, since its official founding in 1934. The Schwäbischer Männerchor had been the predominant German male choir in the city of Detroit. The Männerchor celebrated its founding that year with 31 singers in their chorus at their concert in the Schweitzer Halle (E. Forest and Canton). In the summer of 1936 they were the main attraction at the Cannstatter Volksfest at the Schwaben Park and there were plans of a Stiftungsfest to held there in the future.

Times were hard in the middle of the Great Depression. People did not have a lot of disposable income to spend on entertainment as we do today. Mostly people just got together in their free time to communicate with one another and to sing the songs that they remembered from their past. It was a time where the economy was slowly bringing itself out of a very difficult time in Detroit. These singers were mostly tradesmen who learned their trade in their homeland. Mechanics, painters, like my own grandfathers, one a Möbelschreiner (finish carpenter) the other a Metzger (butcher). The women that they married also brought with them skills that helped with challenges of the new home in Detroit. They were trained seamstresses, experienced bakers and frugal housewives who carefully managed the little cash that there was. My father always said that his mother who grew up in a bakers home in Stuttgart could stretch a nickel further than anyone he knew. Also at this time, Prohibition had just ended. This made occasionally drinking a beer or some wine, on occasion, legal again. Many drinking establishments started up at this time and occasionally club meetings were held in beer halls while many of the meetings were also held at singers’ homes, in the early years, to economize.

The years of World War II were definitely very difficult years for everyone, Including the Schwäbischer Männerchor. However a small core group of Männerchor members remained committed to the Deutsches Lied and kept the choir alive. Of course, the “Schwaben Ladies” have always been a supportive part of the choir as well. But in1946, these ladies were also a part of the Michigan Relief Program by assisting that effort with a fundraiser to benefit the Wohltätigkeitsnachfest to help the population in Germany to recover from the devastation of the war. After WWII, immigration from Germany to America became very strong. It was a rebuilding time for America as well as for the Schwäbischer Mannerchor. In 1959 there were over 115 members singing in the 25th anniversary concert. The choir performed concerts in Detroit at venues such as the Music Hall, the Masonic Temple, and at the Harmony Club auditorium. The choir would also perform their selections in the country parks like the Swiss Valley Park (Ryan and 23 Mi Rd) and the Schwaben Park (8 Mile Rd and Harper) for German festivals and Octoberfest celebrations.

During the late 1980s, Männerchor membership dwindled to about 20 singers. But, we still managed to always have a good time by rehearsing our favorite songs and singing them in formal concerts for our members and supporters. Each rehearsal and concert with our devoted members and followers presented another opportunity to enjoy Gemütlichkeit with friends. By 2009, we were up to 48 singers. But today our active chorus is again at about 20 singers. We still have much enthusiasm for singing the Deutsche Volks-lieder and look forward to welcoming new able-bodied singers to the Männerchor.

After the retirement of our long-time music Director, Mr. Erwin Aufdemberge, we are now being led by our new music Director, Dr. David Carle. He comes to us from Windsor, Ontario, Canada where he has directed the Teutonia Chorus for many years. He brings with him a great deal of enthusiasm and musical ability as well as tremendous experience with solo and chorale singing. He has told us that he is encouraged by the performance potential that he sees in the Schwäbischer Männerchor and looks forward to refining the talents that are contained in our singers. We are excited to be able to work with our new music Director, Dr. David Carle, in preparation for the upcoming performances such as the 84th Annual Christmas extravaganza on December 15th, 2018, at the Carpathia Club as well as at our Spring Concert in May of 2019 (the exact date is yet to be verified) and other planned performances in the new year.

In a late development for the new year of 2019, because of the approaching 63rd. Nordamerikanische Nationale Sängerfest, which will take place in Peoria, Illinois, on May 17 to 19, the Spring Concert schedule for the Schwäbischer Männerchor has required some creative planning in order to present our selection of Spring songs to our listening friends. After learning and practicing the music for the 63rd Sängerfest in Peoria, the Maennerchor will present its music selections in a joint Spring Concert, together with the GBU Saxonia – Rheingold Chorus on May 11, at the Carpathia Hall. This will be our Spring Concert as well as a dress rehearsal for the Friday evening, May 17th, Saengerfest Bezirkskonzert in Peoria. The May 11 Spring Concert will let our listeners experience the full musical presentation and more which the Schwaben will be presenting to the Nordamerikanische Sängerbund one week later .

Kurt Schmid

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