26.Oktober 2019 Selected Articles

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Aus Aller Welt

Wiederaufbau in fünf Jahren? –
Noch ist Notre-Dame nicht gerettet

Nach der Brandkatastrophe von Notre-Dame wollte Frankreich Stärke zeigen. Präsident Macron versprach einen schnellen Wiederaufbau. Doch so einfach ist das alles nich

Die Glasspezialistin Claudine Loisel überprüft in einem Labor die Buntglasfenster der Kathedrale Notre-Dame. Wissenschaftler des Forschungslabors für historische Denkmäler der französischen Regierung verwenden diese Objekte als Anhaltspunkte um herauszufinden, wie die Pariser Kathedrale sicher wiederhergestellt werden kann und welche Gefahren im Wettlauf gegen die Uhr bestehen bleiben. Vor einem halben Jahr (15.04.2019) ereignete sich die Brandkatastrophe von Notre-Dame. Foto: dpa

Von Julia Naue
Paris (dpa) – Mitten in Paris liegt wohl eine der berühmtesten Baustellen der Welt. Hinter den Absperrungen und Zäunen wird in Notre-Dame fleißig gearbeitet. Als die Kathedrale am 15. April in Flammen aufging, war die größte Sorge: Stürzt sie ein – ist sie für immer verloren? Das wurde erstmal verhindert.

Schon bald gab es große Versprechungen: Wiederaufbau in fünf Jahren. Es wurde über ein begrüntes Dach oder einen neuen Turm aus Laserstrahlen philosophiert. Ein halbes Jahr später könnten solche Gedanken kaum ferner sein. Denn an Wiederaufbau und moderne Spielereien ist derzeit gar nicht zu denken – das Gebäude ist immer noch einsturzgefährdet.

«Erstmal musste man das Wichtigste tun – löschen», sagt Barbara Schock-Werner. Die frühere Kölner Dombaumeisterin ist die Koordinatorin für die deutsche Hilfe beim Wiederaufbau von Notre-Dame. «Und dann kamen nach und nach die Probleme.» Eines der größten Probleme ist momentan das Blei. In der Dachkonstruktion und der Turmabdeckung der Kathedrale war das Material tonnenweise verbaut. Es war im Feuer geschmolzen und verschmutzte die Umgebung.

Im Sommer mussten die Arbeiten sogar unterbrochen werden, weil die Sicherheitsvorschriften für Bauarbeiter nicht eingehalten worden waren. Verbände kritisierten, dass rund um Notre-Dame Wohnhäuser, Schulen und öffentliche Plätze verschmutzt seien. Die Stadt veranlasste aufwendige Reinigungsaktionen, es gab riesige Absperrungen und unzählige Messungen. Das Blei wurde zum Politikum.

Doch nicht nur im Außenbereich von Notre-Dame ist die Verschmutzung ein riesiges Problem. Am Anfang habe man sich wahnsinnig gefreut, dass die große Orgel das Feuer unbeschadet überstanden habe, sagt Schock-Werner. Die Architektin konnte Notre-Dame nach dem Brand mehrfach besichtigen und steht mit den französischen Experten in Kontakt. Doch jetzt habe man festgestellt, dass die Orgelpfeifen voller Blei sind. «Wenn man auf der Orgel spielt, wird das ganze Blei in den Innenraum geblasen.» Wohl oder übel müsse man nun die ganze Orgel auseinandernehmen und reinigen.

Um die Bleibelastung im Inneren der Kathedrale zu mindern, wird regelmäßig mit großen Staubsaugern gesaugt. Was sich mittlerweile ebenfalls als problematisch herausstellt: Das Feuer wurde auch mit Wasser aus der Seine gelöscht. Und das war nicht so ganz sauber. Nun sei das Mauerwerk verschmutzt, sagt Schock-Werner. Außerdem sei das ganze Gebäude immer noch klitschnass. Bis es richtig getrocknet ist, könnten Jahre ins Land gehen.

Fakt ist: Im Moment sind die Sicherungsarbeiten noch im vollen Gange. «Was ich höre, kommen da immer noch Steine runter», sagt die Expertin. Zum jetzigen Zeitpunkt könne man keine Prognose über Bauzeit und Kosten abgeben.

Und die Expertin mahnt: Bisher sei das Wetter in Paris ganz gut gewesen. Doch was passiere, wenn jetzt große Herbststürme bevorstehen? «Ich würde nicht die Hand dafür ins Feuer legen, dass beim nächsten großen Unwetter nicht die Gewölbe einstürzen», sagt Schock-Werner. Ihr Fazit: «Vor nächstem Sommer oder Herbst ist an Wiederaufbau nicht zu denken.»

Auch das Erzbistum bestätigt, dass man sich derzeit noch in der Sicherungsphase befinde. Das werde wohl bis nächsten Sommer dauern, sagt Generalvikar Benoist de Sinety. Hält er es für wahrscheinlich, dass die Kathedrale in den nächsten fünf Jahren wiederaufgebaut ist? Das war immerhin das große Versprechen von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Er gab es den Franzosen nur wenige Stunden, nachdem das Feuer gelöscht war. «Das hängt davon ab, was man als Wiederaufbau bezeichnet», sagt de Sinety.

Er hält es für möglich, dass Notre-Dame in den nächsten fünf Jahren wieder für Besucher öffnen kann. Ob die Arbeiten bis dahin allerdings abgeschlossen sein werden? Das vermag auch er nicht zu beantworten – es seien zwei völlig unterschiedliche Dinge. «Es ist ohne Zweifel kompliziert.»

Wenn schon nicht die Kathedrale genutzt werden kann, dann zumindest der weltberühmte Vorplatz, dachte sich die Erzdiözese. Sie hatte dort einen Andachtsraum für Gläubige angekündigt. Doch wegen des Bleis ist der Platz derzeit komplett gesperrt. Und solange die Behörden den Zugang nicht erlauben, wird es dort auch keinen Andachtsraum geben. «Wir warten seit drei Monaten», sagt de Sinety. Doch bisher tue sich nichts, man werde immer wieder hingehalten.

Immerhin: Kürzlich gab es ein erstes Lebenszeichen der Kathedrale. Nach dem Tod von Frankreichs Ex-Präsident Jacques Chirac wurde zum ersten Mal seit dem Feuer die Glocke des Pariser Wahrzeichens wieder geläutet. Während ein riesiger Konvoi Chiracs Sarg zur großen Trauerfeier brachte, erschallte sie. Im Schatten der Türme von Notre-Dame, da schlage Frankreichs Herz am stärksten, hatte Chirac einst gesagt.

Wochenpost – STICHWÖRTER– TRANSLATION

gerettet – saved (from peril)
Brandkatastrophe – catastrophic fire
versprach – promised
Absperrungen – barriers
einstürzt – collapse
begrüntes Dach – green roof (with live plantings)
Spielereien – fooling around
einsturzgefährdet – in danger of collapsing
löschen – extinguish
Blei – lead (metal)
Turmabdeckung – tower roofing
tonnenweise verbaut – used by the ton
geschmolzen – melted
verschmutzte – polluted
Sicherheitsvorschriften – safety regulations
nicht eingehalten worden waren – couldn’t be kept
Verbände – organizations
veranlasste – made arrangements for
aufwendige Reinigungsaktionen – costly clean up efforts
unzählige Messungen – countless measurements
Politikum – a political issue
Außenbereich – vicinity
riesiges – gigantic
unbeschadet überstanden – survived undamaged
Orgelpfeifen – organ pipes
in den Innenraum geblasen – blown into the sanctuary
wohl oder übel – idiom: willy-nilly
mindern – to reduce
klitschnass – soaking wet
Sicherungsarbeiten – work of stabilization
die Hand dafür ins Feuer legen – idiom: vouch for; guarantee
Gewölbe – (supporting) arches; vaults
das hängt davon ab – that depends on
abgeschlossen – completed
vermag nicht – not in a position to
Vorplatz – forecourt
Andachtsraum – meditation room
angekündigt – announced
Behörden – authorities
Pariser Wahrzeichen – symbol of Paris
geläutet – rang
erschallte – rang out
Schatten – shadow

Trans: Barbara Weidendorf, B.A., M.A.

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Sport

Olympische Vorboten? Sportgroßveranstaltungen in Deutschland

Der Traum von Olympia und Paralympics 2032 in Deutschland lebt. Die Region Rhein-Ruhr geht nun in die Offensive. In den kommenden Jahren ist Deutschland Gastgeber für eine Reihe großer Events

Von Martin Beils
Berlin (dpa) – Eine neue deutsche Olympiabewerbung kündigt sich an. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU), Sportmanager Michael Mronz und 14 Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeister stellen am Montag in der Berliner NRW-Vertretung die Pläne der Region Rhein-Ruhr mit Blick auf 2032 vor. In den kommenden Jahren gibt es einige Sportgroßveranstaltungen in Deutschland, aussichtsreiche Bewerbungen laufen zudem (eine Auswahl):

2020 – Bob- und Skeleton-WM, Altenberg: Die Titelkämpfe finden nach 2008 wieder im anspruchsvollen Eiskanal im Erzgebirge statt. Vom 17. Februar bis 1. März 2020 werden sechs WM-Titel vergeben: Zweierbob Frauen, Zweierbob Männer, Skeleton Männer, Skeleton Frauen, Viererbob und Skeleton-Team.

2020 – Fußball-Europameisterschaft, München: Drei Gruppenspiele und ein Viertelfinale des den ganzen Kontinent umspannenden Turniers werden in der Allianz Arena über die Bühne gehen. Die deutsche Elf tritt dort – sofern sie die Qualifikation schafft – mindestens zweimal man.

2021 – Nordische Ski-WM, Oberstdorf: Wie zuletzt 2005 tragen die Skilangläufer, die Skispringer und die Kombinierer ihre WM im Allgäu aus.

2021 – Basketball-EM der Männer, Berlin und Köln: Die Finalrunde findet in zwei Jahren erstmals seit 1993 wieder in Deutschland statt. Die K.o.-Phase wird in der Hauptstadt ausgetragen, dazu steigt eine von vier Vorrunden in Köln.

2022 – Endspiel der Fußball-Champions League, München: Der FC Bayern München bekommt eine neue Chance auf ein «Finale dahoam». Zehn Jahre nach der dramatischen Niederlage des deutschen Rekordmeisters gegen den FC Chelsea (3:4 i.E.) wird das Endspiel der Champions League 2022 wieder in der Allianz Arena stattfinden. In München fand schon 1997 im Olympiastadion das Champions-League-Endspiel statt.

2022 – European Championships, München: Der Zuschlag steht noch aus. Doch die bayerische Landeshauptstadt hat beste Aussichten, nach Glasgow/Berlin 2018 die zweiten Multi-Europameisterschaften auszurichten. Im Mittelpunkt stünde die Leichtathletik-EM – 50 Jahre nach Olympia unter dem Münchner Zeltdach.

2023 – Rodel-WM, Oberhof: Der Thüringer Wintersportort war der einzige Bewerber für die Titelkämpfe und ist damit nach 1973, 1985 und 2008 zum vierten Mal WM-Gastgeber.

2023 – Biathlon-WM, Oberhof: Erstmals seit 2012 kommt es wieder zu einer Biathlon-WM in Deutschland, vor sieben Jahren waren die Skijäger zu ihrem Saison-Highlight in Ruhpolding zu Gast. Oberhof war 2004 letztmals WM-Austragungsort.

2023 – Special Olympics, Berlin: Die Weltspiele finden 2023 zum ersten Mal in Deutschland statt. Sie gelten als die weltweit größte inklusive Sportveranstaltung für Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung. In Berlin werden im Juni 2023 rund 7000 Athletinnen, Athleten und Partner aus 180 Nationen in 25 Sportarten dabei sein.

2024 – Handball-EM der Männer: Erstmals richtet Deutschland dieses Turnier aus. Das Eröffnungsspiel soll im Düsseldorfer Fußball-Stadion stattfinden. Mehr als 50 000 Besucher könnten dort für einen Zuschauer-Weltrekord im Handball sorgen.

2024 – Fußball-Europameisterschaft: In fünf Jahren gibt es wieder eine komplette EM in einem Land. Deutschland hat sich bei der Bewerbung gegen die Türkei durchgesetzt. Schon 1988 fand das Kontinentalturnier in Deutschland statt.

2025 – Handball-WM der Frauen: Der Deutsche Handballbund bewirbt sich gemeinsam mit den Niederlanden als Gastgeber der Endrunde in sechs Jahren. Der Weltverband IHF wird die Titelkämpfe voraussichtlich Anfang kommenden Jahres vergeben. Deutschland richtete zuletzt 2017 die WM aus.

2025 – Universiade, Rhein-Ruhr: Noch ist es nicht beschlossene Sache, doch Chancen sind vorhanden. Die Region Rhein-Ruhr treibt die Bewerbung mit Nachdruck voran, die Finanzierung ist allerdings noch offen. Zum bisher einzigen Mal in der 60-jährigen Geschichte der Weltspiele der Studenten war Deutschland 1989 in Duisburg der Gastgeber.

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Feuilleton

Schau zu Caravaggio und Bernini in Wien

Die Ausstellung “Caravaggio & Bernini” ist bis 19. Januuar 2020 im Kunsthistorischen Museum in Wien zu sehen. Foto: dpa

Wien (dpa) – Der Wucht der Gefühle widmet sich die Ausstellung «Caravaggio & Bernini» im Kunsthistorischen Museum (KHM) in Wien. Die Schau vereint bis zum 19. Januar 2020 rund 80 Meisterwerke der römischen Malerei und Bildhauerei des 17. Jahrhunderts. Michelangelo Merisi da Caravaggio (1571-1610) und Gian Lorenzo Bernini (1598-1680) hätten mit ihren Werken beim Betrachter Entsetzen, Wundern und Staunen hervorgerufen wie kaum Künstler zuvor, hieß es bei der Präsentation der Schau am Montag.

«Er holt die Heiligen auf die Erde und stellt sie in dramatischem Close-up vor», sagte der Direktor der KHM-Gemäldegalerie, Stefan Weppelmann, über Caravaggio. Ausgestellt sind unter anderem Schlüsselwerke des Malers wie «Narziss» (1601), «Der Knabe, von einer Eidechse gebissen» (1597/98) und das Porträt von Johannes dem Täufer (1602).

Bernini ist mit einer Büste des von Schlangen beherrschten Haupts der Medusa ((1638-1640). Neben den beiden Künstlern sind auch wichtige Werke von Zeitgenossen zu sehen. Dazu zählen der «Bethlehemitische Kindermord» (Guido Reni um 1611) oder das erst 2011 wieder aufgetauchte Bild «Maria Magdalena in Ekstase» von Artemisia Gentileschi (um 1620/25 oder 1630/35). Die hochkarätige Schau ist in Zusammenarbeit mit dem Rijksmuseum in Amsterdam entstanden.

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Gesundheit

So lässt sich der Herbst-Blues bekämpfen

Bewegung im Freien hilft, den Kreislauf in Schwung zu bekommen. Foto: dpa

Baierbrunn (dpa) – Dunkel, nass, grau: Der Herbst schlägt bei manchen Menschen auf die Stimmung. Eine Expertin gibt Tipps, wie sich ein saisonales Tief verhindern lässt.

Verabschiedet sich der Sommer, sinkt mitunter die Laune. Dem Stimmungstief im Herbst lässt sich aber vorbeugen. Dazu sollte man Stress herunterfahren und Licht sowie Bewegung in den Alltag integrieren, heißt es in der „Apotheken Umschau“ (Ausgabe 10 B/2019).

Sabine Köhler, Vorsitzende im Berufsverband Deutscher Nervenärzte, rät in der Zeitschrift besonders denjenigen, die unter saisonalen Depressionen leiden, sich im Herbst beruflich und familiär nicht zu viele Aufgaben aufzubürden. Das hilft, das Stresslevel nicht zu hoch werden zu lassen. In speziellen Kursen lässt sich besseres Stressmanagement trainieren.

Wer den Lichtmangel ausgleichen möchte, könne Köhlers Rat zufolge zum Beispiel den Urlaub so planen, dass zum Jahresende noch eine Reise ins Warme möglich ist. Eine Lichttherapie sollte man der Ärztin zufolge nur nach Absprache angehen – und nur mit entsprechend geprüften Apparaten. Köhlers Empfehlung: Vormittags 30 bis 40 Minuten vor dem Lichtgerät sitzen, und mit geöffneten Augen möglichst direkt in die Lichtquelle schauen.

Daneben hilft Bewegung an der frischen Luft. Ausdauersportarten wie Joggen oder Nordic Walking etwa bringen den Kreislauf in Schwung, bekämpfen das Müdigkeitsgefühl und hellen die Stimmung auf. Regelmäßige soziale Kontakte bringen ein zusätzliches Plus für die Laune – egal ob man sich zu einem Ausflug mit Freunden trifft oder die Verwandten zum Kochen einlädt.

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Reise

Princess Cruises: Neues Kreuzfahrtschiff fährt ab 2021

Der Neubau für 3660 Passagiere heißt „Discovery Princess“ und soll am 3. November 2021 von Rom aus in See stechen. Foto: Princess Cruises/dpa

Santa Clarita (dpa) – Princess Cruises wird 2021 das sechste Kreuzfahrtschiff der Royal-Klasse in Dienst stellen. Der Neubau für 3660 Passagiere heißt „Discovery Princess“ und soll am 3. November 2021 von Rom aus in See stechen, wie die US-Reederei mitteilte. Nach Fahrten im Mittelmeer geht es im Dezember in Richtung Karibik und von dort nach Südamerika. Heimathafen ab März 2022 wird Los Angeles. Zunächst soll im Juni 2020 die „Enchanted Princess“ in See stechen. Die Schiffsklasse wird in der Fincantieri-Werft in Italien gebaut. Princess Cruises gehört zum Carnival-Konzern.

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Ein Hoch auf die Großeltern

Milliarden Kinderbetreuungsstunden, Milliarden Euro für Geschenke: Ohne Oma und Opa wäre die Kindheit wohl weniger schön. Dabei kommt es heute gar nicht mehr unbedingt darauf an, ob die Kinder mit ihren Großeltern auch wirklich verwandt sind.

Ohne Oma und Opa wäre die Kindheit wohl weniger schön. Foto: dpa

Von Britta Schultejans und Marco Krefting
München (dpa) – Oma und Opa sind doch einfach die besten. Die Kinder sind krank und bei der Arbeit steht ein wichtiger Termin an? Ein Anruf bei den Großeltern hilft. Fast vier Milliarden Stunden wenden die 21 Millionen Großeltern in Deutschland pro Jahr insgesamt für die Enkel auf. Das hat Andreas Reidl vom Portal «grosseltern.de» aus Angaben des Deutschen Zentrums für Altersforschung ausgerechnet.

Bayern hat diese Stunden nun mit einem neu geschaffenen Feiertag zelebriert: dem Großelterntag am 13. Oktober. «Wertschätzung für unsere Großeltern: Bayern führt deutschlandweit den ersten Großelterntag ein», schrieb Ministerpräsident Markus Söder (CSU) Mitte September auf Twitter. «Am zweiten Sonntag im Oktober würdigen wir Oma und Opa, die so viel leisten für ihre Kinder und Enkel.»

In Euro sind das rund sechs Milliarden pro Jahr. Soviel geben Großeltern in Deutschland nach Angaben Reidls für Geschenke für die Enkelkinder aus. «Hinzu kommen die Ausgaben für gemeinsame Unternehmungen und/oder gemeinsamen Urlaub.» Ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor. Unter die positiven Reaktionen auf Bayerns Großelterntag mischt sich indes auch die eine oder andere Kritik. Zum Beispiel: «Danke Herr Söder, aber noch besser wäre es, wenn die Enkelbetreuungszeiten auf die Rente angerechnet werden würden.»

Wie viel Großeltern über das Finanzielle hinaus leisten, hat Carolin Seilbeck, Psychologin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Jugend-Institut (DJI) in München Ende 2018 in der Studie «Generationenübergreifende Zeitverwendung: Großeltern, Eltern, Enkel» herausgearbeitet. Das zentrale Ergebnis: Oma und Opa sind verdammt wichtig für Kinder.

«Beziehungen zwischen Großeltern und Enkeln werden durchaus positiv bewertet», sagt Seilbeck. 91 Prozent der Großeltern gaben demnach an, sich ihren Enkeln sehr verbunden zu fühlen. Dabei gelte: Je besser der Kontakt zu den Eltern desto besser auch der zu den Enkeln. Da es meist die Mütter seien, die verwandtschaftliche Beziehungen stärker pflegen, sei die Beziehung zu den Kindern der eigenen Tochter meist am engsten.

«Die Rolle der Großeltern hat sich verändert», sagt Seilbeck. «Das liegt vor allem daran, dass die Menschen älter werden und Großeltern heute einen viel längeren Zeitraum mit ihren Enkeln haben.» Im Schnitt sind Oma und Opa in Deutschland 53 Jahre alt, wenn der erste Enkel geboren wird. «Das ist sehr früh und die Großeltern sind dann auch noch sehr fit.» Darum sei das Bild von Großeltern heute auch ein ganz anderes: «Weiße Haare, Brille und Krückstock – das ist heute anders.»

Viele Großeltern sind in Zeiten, in denen oft beide Elternteile arbeiten, fest in den Alltag und die Kinderbetreuung eingebunden. «Wir haben in den Interviews von ganz unterschiedlichen Modellen gehört: Ein fester Oma- und Opa-Tag, Enkelkinder, die jeden Tag nach der Schule zu den Großeltern kommen, oder Großeltern, die im Grunde „Essen auf Rädern“ machen und das Mittagessen bringen.» Allerdings komme es auch vor, dass Großeltern sich nicht für eine regelmäßige Betreuung einspannen lassen wollen – «weil sie reisen oder einfach ihre Zeit frei einteilen wollen».

Ein relativ neues Phänomen in Patchwork-Familien: «soziale Großeltern», Stief-Omas und Stief-Opas zum Beispiel. «Da hat sich etwas verschoben», sagt Seilbeck. «Meine Großeltern hatten noch 21 Enkel. Das ist heute eher die Ausnahme. Heute gibt es tendenziell weniger Enkel und mehr Omas und Opas. Es kann gut gelingen, kann aber auch zu Konflikten führen.»
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Eine Herausforderung für die Großeltern-Enkelkind-Beziehung kann eine Trennung der Eltern sein. «Das hat sich in den Daten gezeigt: Wenn es zu einer Trennung oder Scheidung auf Elternebene kommt, leidet auch der Kontakt der Kinder zu den Großeltern. Das trifft vor allem auf die Großeltern väterlicherseits zu.»

Das hat auch Aybike Soybaba leidvoll erfahren müssen, wie sie berichtet. Als ihr Sohn sich von seiner Frau getrennt habe, habe sie große Angst gehabt, ihre Enkel nicht mehr zu sehen. «Das bricht einem natürlich das Herz. Großmutter bedeutet ja auch große Mutter. Und stellen Sie sich mal vor, eine Mutter kann von heute auf morgen ihr Kind nicht mehr sehen.»
Der Kontakt zu ihren Enkeln sei inzwischen kaum noch vorhanden. Den einen habe sie vor einem Jahr noch gesehen, den anderen vor zwei.

Soybaba ist Mitglied der Bundesinitiative Großeltern, die sich für mehr Rechte von Großeltern einsetzt und in dieser Rolle für Bayern zuständig. «Es geht ja nicht um das Recht der Großeltern, ihre Enkel zu sehen. Die Kinder haben ein Recht auf uns.» Gerne, so sagt sie, hätte sie dies beim Fest zum Großelterntag in München thematisiert und gezeigt, dass es auch uns gibt, die so gerne Großeltern wären», sagt Soybaba. «Aber es geht da wohl eher um Friede, Freude, Eierkuchen.»

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Aus Allen Staaten

GACC Tischtennis Club celebrated 50th anniversary with style

v. l.: Sigfried Charow, Doris Walter, Gary Boehmer, Helga Schwallbach and Gudrun Neumann

The GACC Tischtennis Club has enjoyed 50 years of playing Tischtennis. On September 21, 2019, in the Carpathia Hall, a celebration was held with some 120 guests in attendance. The evening began with Sigfried Charow, Vice President, welcoming all in attendance. He then introduced President Gary Boehmer, who said the table prayer before dinner. The food, prepared by the Carpathia Kitchen staff, was well received, as was the dinner music played by Herbert Gruber.

After dinner, the short program began, with Gary asking all to stand for a moment of silence in rememberance of all the members who have passed away over the years. He then asked Gudrun Neumann, Helga Schwallbach, and Doris Walter to come forward . These three ladies have been with the club since the beginning, and were recognised with a bouquet of flowers and a gold pin from the club. With periodic breaks in between, they are still playing at this present time. Fred Van Thiem then came forward and read a letter the club received for this special occasion from a former Tischtennis member Bradley Fecteau. It was very inspiring, and made the gentlemen realise that their influence has reached many directions by just having a friendship in playing Tischtennis every Thursday evening.

Gary then answered the lingering question, who gets the wine that served as the table decoration. All were asked to look at the back of their chair, and if you were sitting in a chair with a blue piece of tape the wine was yours to take home. He then asked Ingrid H. Stein, President of the GACC, to step up to the microphone. She had been asked by the club to give a brief review of these past 50 Years (see below).

After her speech she asked all Tischtennis members to come to the front of the stage, where she presented them with a plaque reading “50 Years, The German American Cultural Center congratulates the GACC Tischtennis Club on 50 Years of athletic achievements and would like to extend its appreciation for the many years of continued support for the greater German community.” The Tischtennis club is a major asset to the GACC helping especially at the Deutscher Tag and putting up and taking down Christmas decorations in our hall. When helping hands are needed the guys and gals are there.

Then it was time to get off our seats and enjoy the dancing music by Herbert. Shortly thereafter it was time for the raffle. Many prizes were donated by our fellow clubs, and those winning weren’t disappointed. Before we knew it, it was time to say good night to both old and new friends after a very enjoyable evening.

GACC President, Ingrid Stein’s remarks:

A brief review of these past 50 Years
Good evening Tischtennis members and guests,
as all good things have a beginning, I was asked to reflect, in a short review of 50 years, on the history of the Club. For those who know me, you must realize a short review might not be possible. But I will do my best to keep this going so everyone can enjoy the rest of the evening, with maybe a dance or two to the music provided by Herbert Gruber.

In September of 1969, right about this time, at the previous location of the GACC on 7 Mile and Outer Drive, the subject of Ping Pong, oh, no – wait a minute, that’s only played in basement of homes – I mean Tischtennis, of course, was being talked about at the bar – where else? I think that’s where a lot of great ideas come from. Knuth Beth and Uli Kirstein started throwing this idea around and, as discussion continued, others seemed to be interested. Knuth said he would donate the first table, which he did. This was put in the basement of the GACC, which, at the time was not really ready for anything — simply cement walls – no beautiful wall pictures or Stammtisch.

So in the dust, the playing started. The basement was then finished with pictures by Eric Seitz, and it soon became a very inviting place to play on Thursday night. After a write-up in the Nordamerikanische Wochenpost, word really spread, and additional tables were purchased. After a few weeks, more men and women started attending the Thursday night sessions. The cost to participate was 50 Cents, more or less on the honor system. The founding members were Knuth and Kathrin Beth, Uli & Gudrun Kirstein, Sigfried Charow Hans and Helga Schwallbach, and Peter and Doris Walter. The club was then formalized, elections were held, and the following were elected: Werner Borst – President, Sigfried Charow – Vice President, Hans Schwallbach – Recording Secretary and Gudrun Neumann – Treasurer. The group of 20 to 30 men, and a few ladies, soon realized, in order to continue, they would need funds, dues, and to buy additional tables, and all that goes with keeping the club going. This was the start of the German American Cultural Center Tisch Tennis Club always playing on Thursday night, and here we are now – 50 years later.

The club continued to play in several different locations after the GACC was sold, Hofbrau Haus in Fraser, old Carpathia Hall on Republic, and now here, in the Carpathia Hall’s GACC room.


The group wanted to not only play Tischtennis, but also be out and about socially, so there were outings to Ohio, Up North Michigan, picnics at Cass Lake, and even golf outings. They formed a Kameradschaft to, not only pay Tischtennis but, to enjoy other adventures as well.

After one of their members, Walter Weiss, suffered a tragic fall they, banded together to have a fund-raiser.

The members of the Tischtennis club are, of course, GACC members, who have, for many years, been adding those extra helping hands at Deutscher Tag, Christmas Parties — wherever they’ve been asked to help. Much of this is done under the guidance of Siggy Charow, who has the ability to gather the members to lend those helping hands.

The players now are able to play on 5 tables. In years previous they played tournaments in Cobo Hall. The group has 2 tournaments a year, in the spring and fall, in the GACC room . In two weeks they will have 5 teams to start the fall tournament. Each player receives a ranking according to the USSTA rules which establishes their handicap, and the winner gets their name on the plaques, which you can look at in the corner of the room. Many names have been recorded.

The group has 20 to 25 playing members, and they continue to get new members.They have some young players as well as middle-aged — is that 60 to 75 now??? — but I guess if you have been a member for 50 years, you are not the youngest. They all enjoy Thursday nights at Tischtennis. Perhaps some of you should stop by and give it a try…

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