27. Februar 2021 Selected Articles

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Aus Aller Welt

Miet-Sauna von Deutschem ist in den USA ein Renner

In der Corona-Pandemie sind auch in den USA viele Saunen geschlossen. Da wird die selbst gebaute Miet-Sauna von Henning Grentz zum Burner, also Erfolg – und so ausgebucht, dass der in New York lebende Mann aus Schleswig-Holstein selbst kaum mehr zum Schwitzen kommt.

Henning Grentz sitzt vor seiner selbst gebauten Miet-Sauna im Schnee. In der Corona-Pandemie sind in den USA viele Saunen seit Monaten geschlossen. Da wird die selbst gebaute Miet-Sauna von Henning Grentz zum Erfolg – und so ausgebucht, dass der in New York lebende Mann aus Schleswig-Holstein selbst kaum mehr zum Schwitzen kommt. Foto: dpa

Von Christina Horsten
New York (dpa) – Schon als kleiner Junge ging Henning Grentz gerne zusammen mit seiner Mutter in die Sauna. «Wir haben auf dem Dorf gewohnt und eine Bekannte im Nachbardorf hatte eine kleine Sauna bei sich im Keller», sagt der 46-Jährige aus Bargteheide in Schleswig-Holstein. Inzwischen hat Grentz sein halbes Leben in den USA verbracht und auch dort schon zahlreiche Saunen ausprobiert, aber viele haben ihn nicht überzeugt. «Oft war das nur so ein elektrischer Ofen und der war nicht einmal heiß genug angestellt.»

Also baute sich Grentz, der das Schwitzen für seine Gesundheit, aber auch wegen der Geselligkeit beim gemeinsamen Saunieren mit Freunden mag, seine eigene Sauna. «Ungefähr 16 Monate lang habe ich daran gebaut und nicht an Materialien, Zeit oder Energie gespart. Ich habe da viel Herzblut reingesteckt und es war eine wirklich schöne Zeit in meinem Leben.»

Den Bauplan für das Holzhäuschen überlegt sich der handwerklich erfahrene und geschickte Grentz selbst. Was er nicht kann, bringt er sich mit Anleitungen aus dem Internet bei. Die kleine Sauna mit Umkleideraum, Radio und Holzofen nach finnischer Art soll für ihn selbst sein – aber von Anfang an hat Grentz auch die Idee, sie einmal zu vermieten, und baut sie deshalb direkt auf einem Anhänger.

2018 ist die Sauna fertig. Am liebsten fährt Grentz damit zu einem Freund und stellt sie im Winter neben einem kleinen See auf dessen Grundstück auf. Nach dem Schwitzen schlagen die beiden ein Loch ins Eis des Sees und springen hinein. Das Vermarkten geht Grentz dagegen eher langsam an, aber er erstellt eine Website und ein Instagram-Profil und immer wieder kommen Anfragen herein.

Dann bricht Anfang 2020 die Corona-Pandemie auch in den USA aus – und viele Saunen landesweit müssen schließen. Bis heute sind in einigen Teilen der USA die Saunen und Dampfbäder dicht. Manche Einrichtungen wie etwa das Bathhouse im New Yorker Stadtteil Brooklyn haben nur mit starken Kapazitätseinschränkungen und Masken- und Abstandsregeln geöffnet, aber viele Menschen schreckt die Angst vor einer möglichen Ansteckung trotzdem von einem Besuch ab. Gleichzeitig suchen in der Pandemie viele Menschen nach Möglichkeiten, ihr Immunsystem zu stärken und etwas für ihre Gesundheit zu tun. Andere vermissen ihr gewohntes Schwitzen. «Saunas sind angesagt», schrieb die «New York Times» – und verwies auch auf die Miet-Sauna von Grentz.

Mit Holz für mindestens 15 Stunden Brennzeit bringt der seine kleine Sauna auf dem Anhänger überall in einem Radius von rund zwei Stunden um seinen Wohnort nördlich der Millionenmetropole New York in den Shawangunk-Bergen vorbei.

Ein bis zwei Nächte kosten 650 Dollar (etwa 540 Euro), jede weitere Nacht 125 Dollar, bei längerfristiger Miete geht Grentz mit dem Preis runter. «Seit November ist die Sauna fast vollständig ausgebucht, ich komme selbst fast gar nicht mehr dazu, sie zu benutzen», sagt er. Die meisten Menschen buchten die Sauna gleich für mehrere Wochen, bis April ist sie auch schon fast durchgängig belegt.

Der Schleswig-Holsteiner ist nicht der einzige Sauna-Vermieter in den USA, unter anderem auf der Website «SaunaShare» finden sich noch einige wenige andere Anbieter. Insgesamt sei die aus Finnland stammende Sauna-Kultur in den USA aber noch nicht so weit verbreitet wie beispielsweise in Deutschland, sagt Grentz. Als Mitglied der Nordamerikanischen Sauna-Gesellschaft will er das ändern.

Ein Hindernis dabei ist, dass viele Amerikaner öffentliche Nacktheit – insbesondere von Männern und Frauen gemeinsam – ablehnen und deswegen oft höchstens im Badeanzug in die Sauna gehen. «Schade» sei das und nicht gut für die Holzbänke, wenn dort ständig nasse Badebekleidung draufkomme, sagt Grentz. Aber er passe sich an, wo es nötig sei.

Mit 23 Jahren war er einst nach New York gekommen. Ursprünglich habe er nur ein Jahr im Ausland studieren wollen, aber dann sei er hängengeblieben. Mit verschiedenen Jobs schlug er sich durch und arbeitet heute freiberuflich als Industriekletterer, landesweit, aber vor allem in New York. So klettert er beispielsweise auf die Brücken der Millionenmetropole oder das American Museum of Natural History und hilft den Inspekteuren dabei, in der Höhe ihre Arbeit auszuführen. Einmal wurde er auch zu den Niagarafällen gerufen und sollte dabei helfen, die vom Wind verwehten Regenponchos der Touristen aus den Felswänden zu klauben. «Das macht mir wirklich Spaß. Ich hab auch keine Höhenangst, solange ich angeseilt bin.»

Die Berge, in denen Grentz klettert und als Tourenführer arbeitet, und die viele unbebaute Natur sind es auch, die ihn unter anderem in den USA halten. Mehr als zwei Jahre sei er jetzt schon nicht mehr in seiner deutschen Heimat gewesen, sagt Grentz. Was er an Deutschland vermisse? «Lakritz, so richtig salziges Lakritz mit ordentlich Ammonium.» Seine Schwitz-Kultur hat er sich inzwischen ja vor die eigene Haustür gebaut, auch wenn die Miet-Sauna derzeit ständig ausgebucht ist. «Da muss ich wohl bald mal eine zweite Sauna bauen.»

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Sport

Nur zwei Medaillen: Biathleten mit enttäuschender WM-Bilanz

Deutschlands Biathleten holen bei der WM in Slowenien nur zwei Medaillen. Franziska Preuß ist oft nah dran, doch in den Einzelrennen gibt es erstmals seit 1997 überhaupt kein Edelmetall für die Frauen. Auch die Bilanz der Männer in Slowenien ist ernüchternd.

Biathlon: Weltmeisterschaft, Massenstart 12,5 km, Damen. Franziska Preuß aus Deutschland liegt im Ziel. Sie belegte den sechsten Platz. Foto: dpa

Von Thomas Wolfer und Sandra Degenhardt
Pokljuka (dpa) – Am Ende einer für die deutschen Biathleten so enttäuschenden WM blieben Arnd Peiffer nur die Glückwünsche an den Sieger. Mit Platz zwölf im Massenstart beschloss der Harzer am Sonntag das Saison-Highlight im slowenischen Pokljuka, das mit lediglich zweimal Silber so schlecht endete, wie zuvor überhaupt nur einmal seit der Wiedervereinigung. Auch 2013 in Nove Mesto hatte es mit einmal Silber und einmal Bronze nur zweimal Edelmetall für die DSV-Skijäger gegeben. Die angestrebte Medaillenausbeute von vier bis fünf wurde verfehlt, einige Rennen liefen sogar historisch schwach.

«Wir haben sicher nicht das erreicht, was wir erreichen wollten. Wir sind nicht 100 Prozent zufrieden, aber es war nicht alles schlecht», sagte Bundestrainer Mark Kirchner. Grund zum Jubeln hatte am Abschluss-Wochenende einzig die starke Frauenstaffel, die Franziska Preuß mit einer Energieleistung am Samstag auf den letzten Metern zu Silber geführt hatte. Mit einer Einzelmedaille konnte sich die Bayerin aber nicht belohnen. «Ich sehe, dass ich es kann, es sind nur kleine Stellschrauben, die manchmal nicht passen. Aber ich habe eine richtig gute WM gemacht und das nehme ich mit», sagte Preuß nach Rang sechs am Sonntag im Massenstart. Fünfte, Sechste, Siebte, Achte – mit einer beeindruckenden Konstanz absolvierte die 26-Jährige die Rennen.

Am Ende bleibt jedoch, dass die einst so erfolgsverwöhnten DSV-Frauen erstmals seit 1997 bei einer WM in den Individualwettbewerben ganz ohne Edelmetall blieben. «Es ist echt schwer. Man braucht einen richtig guten Tag», sagte Preuß: «Ich hatte das Ziel, eine Einzelmedaille zu gewinnen. Das habe ich nicht geschafft.»

Bei den Männern gelang das zwar Peiffer mit Silber im Einzel, dafür scheiterte die Herren-Staffel am Samstag krachend am Ziel Podest. Nach einem unerklärlichen Leistungseinbruch von Startläufer Erik Lesser landete der Thüringer gemeinsam mit Roman Rees, Peiffer und Benedikt Doll nur auf Platz sieben. Die favorisierten Norweger holten bei den Frauen und Männern jeweils Gold. Preuß verdrängte im Schlussspurt kurz vor der Ziellinie noch sehenswert die Ukrainerin Olena Pidruschna um 0,4 Sekunden auf Platz drei. «Läuferisch bin ich richtig gut, das bestätigt meinen Weg», sagte Preuß, die der deutsche Lichtblick bei den äußerst durchwachsenen Welttitelkämpfen war.

Auch Denise Herrmann war mit Medaillen-Ambitionen zur WM gekommen, musste aber noch vor dem Finale mit einer Erkrankung abreisen. Die Sächsin fehlte beim Massenstart, den die Österreicherin Lisa Theresa Hauser gewann, soll aber bei den nächsten Weltcups wieder dabei sein. Es handelte sich um eine Vorsichtsmaßnahme, sagte Mannschaftsarzt Jan Wüstenfeld. Herrmann habe sich auch nicht mit Corona infiziert.

Ein Jahr vor den Olympischen Spielen in Peking wurde auf der Pokljuka klar, dass die deutschen Skijäger viel Arbeit vor sich haben. Vor allem die Norweger (14 Medaillen), Franzosen (7) und Schweden (6) sind breiter und besser aufgestellt. «Sie haben Leistungen konstanter abgerufen als unsere Mannschaft», sagte DSV-Sportdirektor Bernd Eisenbichler: «Wir müssen schauen, was wir verbessern können, um Konstanz auf höherem Level zu haben.» Bei Olympia wolle sich die Mannschaft anders zeigen, sagte Frauentrainer Kristian Mehringer: «Das ist unser großes Ziel. Dann sind vielleicht wir die Lachenden.»

Während bei den Damen oft nur wenig nach ganz vorne fehlte, waren die Vorstellungen der Männer teilweise erschreckend. In der ersten WM-Woche lieferten die Schützlinge von Bundestrainer Kirchner den schlechtesten Sprint ihrer Geschichte ab. Als Bester war Peiffer 36., um dann wenige Tage später mit der ersten Medaille jedoch die Erlösung zu bringen. Im WM-Finale war Peiffer am Sonntag beim Massenstart-Sieg des Norwegers Sturla Holm Laegreid wieder der Beste, aber auch chancenlos. Sorgen bereiteten vor allem die Auftritte von Lesser, der bei all seinen Einsätzen weit von der Bestform früherer Tage entfernt war und frustriert vorzeitig aus Pokljuka abreiste.

Diese Momente zeigten, wie schwierig es in naher Zukunft für die Männer werden könnte. In Peiffer (33), Lesser (32) und Doll (30) sind die Leistungsträger schon recht alt, von unten drücken fast keine Talente in die Nationalmannschaft. Youngster mit großem Potenzial gibt es beim DSV schon seit mehreren Jahren nicht mehr, das sieht bei den Frauen nicht anders aus.

In Simon Schempp (32) ist gerade die langjährige Nummer eins nach anhaltender Formschwäche zurückgetreten. Zumindest Peiffer und Lesser dürften allerspätestens in zwei Jahren nach der Heim-WM in Oberhof nachziehen. Doch was kommt danach? Man beschäftige sich mit dem Thema Nachwuchs, sagte Eisenbichler: «Wir wissen, dass wir an diesen Dingen arbeiten müssen.» Während in Norwegen oder Frankreich viele Talente nach oben kommen und für einen harten internen Konkurrenzkampf sorgen, ist ein Generationswechsel in Deutschland nicht absehbar.

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Feuilleton

Liselotte Pulver wird mit Ehrenpreis des Schweizer Filmpreises geehrt

ARCHIV – 16.11.2018: Liselotte Pulver.
Foto: Jens Kalaene/zb/dpa

Bern (dpa) – Die Schauspielerin Liselotte Pulver (91) wird bei der Verleihung des Schweizer Filmpreises dieses Jahr geehrt. Sie erhalte einen Ehrenpreis, teilte das Bundesamt für Kultur mit. «Lilo Pulver hat die Filmgeschichte mit ihrem Spiel voller Humor und mit ihren subtil revoltierenden Interpretationen geprägt und erhielt große Zustimmung von der Kritik», schrieb das Bundesamt. Es wolle Pulvers «Beitrag zur internationalen Filmgeschichte von den 1950er-Jahren bis heute» würdigen. Lilo Pulver wurde in den 50er und 60er Jahren im deutschsprachigen Raum, aber auch international vor allem mit Komödien zum gefeierten Filmstar. 1955 war sie in «Ich denke oft an Piroschka» zu sehen. 1961 spielte sie in Billy Wilders «Eins, zwei, drei». Pulver wurde 1929 in Bern geboren. Dort lebt sie seit einigen Jahren in einer Altersresidenz. Zu ihrem 90. Geburtstag hat sie 2019 ein neues Buch mit alten Fotos, Briefen und Notizen über ihre Karriere veröffentlicht. Der Preis ist mit 30 000 Franken (knapp 28 000 Euro) dotiert. Die Verleihung findet am 26. März online staat.

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Gesundheit

Tiermediziner: In Corona-Quarantäne nicht mit der Katze schmusen

Küssen verboten! Und ja kein Bett teilen! Diese Vorsichtsmaßnahmen sollten Katzenhalter befolgen, wenn sie in Corona-Quarantäne sind. Denn das Virus kann auch auf das geliebte Tier überspringen.

Nicht zu nahe kommen! Wer sich in Corona-Quarantäne befindet, sollte Abstand 
zu seiner Katze halten, um sie nicht anzustecken. 
Foto: Karolin Krämer/dpa

Leipzig (dpa) – Katzenbesitzer, die unter Corona-Quarantäne zu Hause sitzen, sollte besser nicht mit seinem Stubentiger schmusen. Das rät Prof. Uwe Truyen vom Institut für Tierhygiene und Öffentliches Veterinärwesen an der Universität Leipzig.

Der Veterinärmediziner weist darauf hin, dass sich auch Hauskatzen beim Menschen mit Covid-19 anstecken können, wenn sie engen Kontakt zu einer infizierten Person haben. Experimentelle Studien hätten gezeigt, dass Hauskatzen das Virus auch auf andere Katzen übertragen können. Der umgekehrte Weg, also eine Übertragung von Katzen auf den Menschen, sei bislang noch nicht nachgewiesen worden.

Durchfall, Erbrechen und flache Atmung drohen
Eine Corona-Infektion äußere sich bei Katzen ähnlich wie beim Menschen. Einige infizierte Katzen zeigten gar keine Symptome, während andere unter Appetitlosigkeit, Durchfall, Erbrechen, Husten oder flacher Atmung litten. Eine gute Nachricht ist Truyen zufolge, dass Katzen eine robuste neutralisierende Antikörperreaktion entwickeln, die verhindert, dass sie sich ein zweites Mal infizieren.

Wenn man mit Covid-19 infiziert ist oder der Verdacht einer Infektion besteht, sollte man engen Kontakt zu Katzen vermeiden. Außerdem seien Hygienemaßnahmen einzuhalten. Dazu gehöre das Tragen einer medizinischen Maske beim Kontakt mit dem Tier. Man sollte sich gründlich – mindestens 20 Sekunden lang – die Hände waschen, bevor und nachdem man die Katze, ihr Futter oder ihr Spielzeug berührt.

Katzen sollten keinen Freigang bekommen
«Infizierte Tierhalter sollten ihre Katze zudem nicht küssen, keine Handtücher mit ihr teilen und sie auch nicht mit ins Bett nehmen», warnt Truyen. Betroffene Katzen sollten im Haus bleiben und keinen Freigang bekommen, um die Infektion anderer Katzen zu vermeiden.

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Reise

Aida verlängert Kreuzfahrt-Pause bis zum 20. März

Die Rostocker Kreuzfahrtreederei Aida Cruises verlängert die Kreuzfahrt-Pause bis zum 20. März. Foto: dpa
                

Rostock (dpa) – Die Rostocker Kreuzfahrtreederei Aida Cruises hat den für Anfang März geplanten Saison-Neustart auf den 20. März verschoben. Hintergrund sei die Entscheidung der Bundesregierung, den coronabedingten Lockdown bis in den März hinein zu verlängern, teilte das Unternehmen jetzt in Rostock mit. Zudem hätten viele Länder Maßnahmen ergriffen, die internationale Urlaubsreisen erheblich einschränkten. Alle betroffenen Gäste würden von der Absage und Umbuchungsoptionen informiert. Nach derzeitiger Planung soll die „AIDAperla“ die Kreuzfahrtsaison 2021 auf den Kanarischen Inseln eröffnen.

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Welchen Tieren die Eiseskälte Probleme macht – und welche profitieren

Eiseskälte in Deutschland: Schlechte Nachrichten für Feldhamster.
Je kleiner das Tier ist, desto schwerer fällt es ihm, Wärme in sich zu speichern.
Foto: dpa/pa/Zoonar/Juergen Landshoeft

Berlin (dpa) – Schlechte Nachrichten für Feldhamster, gute Nachrichten für Bienen: Die aktuelle Eiseskälte wirkt sich auf die Tierwelt nach Angaben von Naturschützern sehr unterschiedlich aus. «Für Insekten wäre ein warmer Winter in der Tendenz das größere Desaster», sagte der Leiter Naturschutzpolitik des Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), Magnus Wessel. «In warmen Wintern machen die Parasiten und Pilze, die die Tiere in der Winterruhe befallen, einfach weiter.» Dies falle in kalten Wintern weg. Und im Zweifel säßen befruchtete Wespen- oder Bienenköniginnen an einer geschützten Stelle und hielten die Kälte gut aus.

Anders verhält es sich mit Mücken, wie Sebastian Kolberg vom Naturschutzbund (NABU) sagte. «Sollte das Wasser zufrieren, in dem die Larven liegen, schaffen sie es im Zweifel nicht mehr hinaus.» Das komme aber darauf an, wie lange die Kälte anhält. Für Waldbesitzer hat Kolberg keine guten Nachrichten: Der Borkenkäfer etwa sei sehr resistent und verharre einfach in einer Froststarre. «Da kann der Winter noch so stark sein.»

Und die restliche Tierwelt? «Je kleiner das Tier ist, desto schwerer fällt es ihm, Wärme in sich zu speichern», sagte Wessel. Zwar seien etwa kleine Säugetierarten auf harte Winter eingestellt und könnten auch größere Verluste evolutionär wegstecken. Doch bei bedrohten Arten wie etwa dem Feldhamster oder auch dem Eisvogel könnte eine große Zahl von Kältetoden durchaus zum Problem werden. Weniger Probleme mit der Population dürften hingegen etwa Rehe haben, erklärte Wessel. Das liegt unter anderem daran, dass sie ihre Darmstruktur an die Jahreszeit anpassen und auch schlechter verdaubare Nahrung aufnehmen können, wie Kolberg sagte. Generell sei die Tierwelt auf kalte Winter vorbereitet. Manche setzten mehr Fett an, hielten Winterschlaf oder legten sich ein Winterfell zu. Wichtig sei aber, dass es genug Rückzugsräume gebe.

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Aus Allen Staaten

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WOCHENPOST-Wortschatz

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Wer wird «Miss Germany»? Anwärterinnen bereiten sich auf Wahl vor

Eine Frau mit chronischer Krankheit, eine Überlebende von sexueller Gewalt, eine Zeugen-Jehovas-Aussteigerin: Für «Miss Germany» treten ganz unterschiedliche Frauen an. Alle üben im Europa-Park fürs Finale

Rust: Die Teilnehmerinnen des Finales der Miss-Germany-Wahl 2021 stehen im Europa-Park auf einer Bühne vor einer großen LED-Wand. Die Finalistinnen verbringen die Tage vor dem Finale gemeinsam in Rust. Foto: dpa

Von Violetta Heise
Rust (dpa) – Noch knapp zwei Wochen sind es bis zur Wahl der neuen «Miss Germany» – und diese Zeit werden die 16 Finalistinnen nutzen, um gemeinsam an ihrem Auftritt zu feilen. Die Frauen sind derzeit zusammen in einem Hotel des Europa-Parks im badischen Rust einquartiert, wie Max Klemmer, Organisator des Wettbewerbs, der dpa sagte. Dort würden sie unter strengen Corona-Auflagen auf ihre mögliche Wahl vorbereitet: Da sei etwa das Bühnentraining gegen die Nervosität beim Auftritt, da seien Fototermine und Videodrehs sowie ein Coaching zum Umgang mit Hasskommentaren im Internet.

Klassische Laufsteg-Trainings «mit Buch auf dem Kopf» gebe es dagegen nicht – was auch mit dem neuen «Miss Germany»-Konzept zu tun haben dürfte, das bereits bei der vergangenen Wahl griff. Der Fokus soll seitdem nämlich nicht mehr auf dem Aussehen der Frauen liegen, sondern auf ihrer Persönlichkeit. Die «Miss Germany» solle andere inspirieren und motivieren können, sagte Klemmer.

In die Endrunde geschafft hätten es in diesem Jahr unter anderem eine Doktorandin mit chronischer Darmerkrankung, eine Zeugen-Jehovas-Aussteigerin, eine alleinerziehende Mutter und eine Überlebende von sexueller Gewalt. Eine Teilnehmerin, die «Miss Hamburg», setzt sich gegen die Diskriminierung dicker Menschen ein. «Von den Persönlichkeiten und von den Äußerlichkeiten her ist es sehr divers», sagte Klemmer.

Für diese Runde hätten sich doppelt so viele Bewerberinnen gemeldet wie im Vorjahr: rund 15 000. In der Bewerbermaske habe es keine Felder gegeben, in die die Frauen ihr Gewicht oder ihre Maße hätten eingeben müssen, sagte der Organisator. Entscheidend sei eher gewesen, welche Ziele und Beweggründe die Anwärterinnen für ihre Teilnahme hätten.

«Miss Germany» gibt es seit 1927. Zuletzt hatten die Organisatoren das Konzept überarbeitet: Deshalb dürfen jetzt auch Mütter teilnehmen, und das Aussehen soll nicht mehr über Sieg oder Niederlage entscheiden. Dieses Jahr wählt eine überwiegend weibliche Jury die neue «Miss Germany». Zu den Jurorinnen gehören die Chefredakteurin der Zeitschrift «Cosmopolitan», Lara Gonschorowski, die Boxerin Zeina Nassar und die ehemalige «Miss Germany» und Bundestagsabgeordnete Dagmar Wöhrl. Das Finale am 27. Februar wird live bei Youtube übertragen.

Wegen Corona müssen die Teilnehmerinnen während ihrer Vorbereitungen aufs Finale voneinander Abstand halten und Masken tragen. Vorab wurden sie zudem auf eine Infektion getestet. Stylisten dürfen sich den Finalistinnen nur mit Schutz nähern und bräuchten ein negatives Testergebnis. Es gebe außerdem kontaktlose Körpertemperaturmessungen, erklärte Klemmer.

Wochenpost – STICHWÖRTER– TRANSLATION

feilen – polish
einquartiert – housed
Wettbewerbs – competition
Corona-Auflagen – Corona restricted circulation
Bühnentraining – training for the stage
Fototermine – photo shoot
Umgang – handling
Hasskommentaren – hateful comments
Laufsteg – runway
Griff – hold
Doktorandin – doctoral candidate
Darmerkrankung – intestinal disease
Zeugen-Jehovas – Jehovah’s Witness
Aussteigerin – former member
Überlebende – survivor
sexueller Gewalt – sexual assault
setzt sich ein – fights
Bewerbermaske – application form
Felder – fields
Gewicht – weight
Maße – measurements
Beweggründe – motives
Anwärterinnen – candidates
überarbeitet – revise
Sieg – victory
Niederlage – defeat
überwiegend – predominantly
weibliche – female
Chefredakteurin – editor in chief
Bundestagsabgeordnete – Bundestag representative
übertragen – carried
Vorab – in advance
Testergebnis – test result

Trans: Barbara Weidendorf, B.A., M.A.

*Note: Previous selections can be found in the Archives section of the site.*