28. August 2021 Selected Articles

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Aus Aller Welt

Angela Merkel als Räucherfigur aus dem Erzgebirge

Viele glauben, Trachten seien uralt und die Alltagskleidung längst vergangener Zeiten. Zum Ende ihrer Kanzlerschaft gibt es Angela Merkel nun auch als Räucherfigur aus dem Erzgebirge

Seiffen: Eine Räucherfigur aus dem Erzgebirge stellt
Bundeskanzlerin A. Merkel dar. Foto: dpa

Seiffen (dpa) – Zum Ende ihrer Kanzlerschaft gibt es Angela Merkel (67/CDU) nun auch als Räucherfigur aus dem Erzgebirge (Sachsen). «Die scheidende Kanzlerin in der typischen Haltung mit Merkel-Raute bieten wir in einem Blazer in rosa, türkis oder violett an», sagte Andreas Bilz, Geschäftsführer der Seiffener Volkskunst. Zunächst wurden 300 der etwa 14 Zentimenter hohen Figuren hergestellt, die Hälfte ist bereits verkauft. Ob es eine weitere Auflage geben wird, sei noch nicht entschieden. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet.

Die Merkel-Figur ist der Auftakt einer Reihe von Prominenten, die die Seiffener Volkskunst auflegen will. «Mehr verraten wir nicht, aber es werden bekannte Persönlichkeiten aus dem Bereich Sport, Kultur und Filmgeschäft», sagte Bilz.

Zuletzt hatte das Räucher-Männchen von Christian Drosten, Leiter der Virologie an der Berliner Charité, aus dem Erzgebirge für Aufsehen gesorgt. Von der Figur sind nach Angaben des Schöpfers Tino Günther rund 15 000 Exemplare verkauft worden. Er hatte sich das Design vom Deutschen Patent- und Markenamt schützen lassen.

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Sport

Zverev weiter auf der Tokio-Welle:
US Open können kommen

Alexander Zverev gewinnt und gewinnt und gewinnt. Drei Wochen nach dem Gold in Tokio ist die deutsche Nummer eins weiter in Topform. Das verspricht einiges für das letzte Grand-Slam-Turnier der Saison.

ATP-Tour – Cincinnati, Einzel, Herren; Halbfinale; Zverev (Deutschland) gegen Stefanos Tsitsipas (Griechenland): Alexander Zverev returniert einen Schlag. Foto: dpa

Von Lars Reinefeld
Cincinnati (dpa) – Ein bisschen Olympia hat Alexander Zverev auch mit in die USA genommen. Im weißen T-Shirt aus der Tokio-Kollektion mit der Aufschrift «Germany» beantwortete der Goldmedaillen-Gewinner nach seinem Finaleinzug beim ATP-Turnier in Cincinnati die Fragen der Journalisten. Auch drei Wochen nach seinem Triumph von Tokio schwimmt Zverev weiter auf der Welle der Euphorie und zählt eine Woche vor dem Beginn der US Open zu den Favoriten auf den Titel beim letzten Grand-Slam-Turnier der Tennis-Saison. Im Endspiel von Cincinnati trifft er in der deutschen Nacht zum Montag auf den Russen Andrei Rubljow.

Im vergangenen Jahr erlebte Zverev in New York die wohl bitterste Niederlage seiner bisherigen Karriere. In einem dramatischen Finale musste sich die deutsche Nummer eins dem Österreicher Dominic Thiem in fünf Sätzen geschlagen geben. Völlig konsterniert verließ Zverev damals Flushing Meadows.

Ein Jahr später kommt er voller Selbstvertrauen und in Top-Verfassung zurück. Der dramatische Dreisatz-Sieg gegen den Griechen Stefanos Tsitsipas am Samstag (Ortszeit) war bereits sein elfter in Serie. «Vor den US Open wollte sich keiner von uns eine Blöße geben», sagte Zverev nach dem packenden 6:4, 3:6, 7:6 (7:4) gegen die Nummer drei der Welt, das ihm mit Blick auf die US Open noch mehr Zuversicht geben wird.

Nach den verletzungsbedingten Absagen von Rafael Nadal, Dominic Thiem und Roger Federer zählt Zverev zusammen mir dem Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic zu den Topkandidaten auf den Titel. Es wäre Zverevs erster Grand-Slam-Sieg, zugleich würde er Djokovics Traum vom Gewinn aller vier Grand-Slam-Turniere in einem Jahr zunichte machen. Nachdem er Djokovic bereits in Tokio im Halbfinale besiegt hatte.

Um die Form des Serben gibt es kurz vor den US Open noch Rätselraten. Djokovic hat seit Olympia kein Match bestritten, wirkte in Tokio körperlich angeschlagen. Doch der Serbe wird besonders motiviert nach New York reisen. Mit dem Titel bei den US Open wäre er der Spieler mit den meisten Grand-Slam-Siegen. Zudem hat Djokovic noch die Schmach des vergangenen Jahres auszumerzen, als er disqualifiziert wurde, weil er eine Linienrichterin mit einem Ball abgeschossen hatte.

Doch Zverev kümmert das alles wenig, den gebürtigen Hamburger scheint aktuell nichts beunruhigen zu können. Gegen Tsitsipas machte er im dritten Satz einen Zwei-Break-Rückstand wett und ließ sich auch durch Magenprobleme nicht stoppen. «Eine Woche vor den US Open ein solches Spiel gegen einen der besten Spieler der Welt zu gewinnen, tut natürlich gut», sagte Zverev mit einem Lächeln im Gesicht.

Mit einem guten Gefühl kann auch Angelique Kerber nach New York reisen. Die 33-Jährige, die die US Open 2016 gewonnen hatte und damit zur Nummer eins der Welt aufgestiegen war, musste sich in Cincinnati zwar im Halbfinale der Australierin Ashleigh Barty geschlagen geben, zeigte aber auch gegen die Weltranglisten-Erste eine starke Leistung. «Ich habe gegen starke Gegner gespielt und habe gute Spiele gewonnen. Ich werde das Selbstvertrauen mit nach New York nehmen. Ich fühle mich gut auf dem Platz», sagte die deutsche Nummer eins.

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Feuilleton

Grabfund in versunkener Stadt Pompeji

Mumifizierte Überreste in der versunkenen Stadt Pompeji.
Foto: Archäologiepark Pompeji/dpa

Pompeji (dpa) – Archäologen haben in der versunkenen Stadt Pompeji am Golf von Neapel in Italien einen überraschenden Fund gemacht. In einem antiken Grab fanden die Experten mumifizierte Überreste eines Menschen, wie der Archäologiepark jetzt mitteilte. «Das war für alle eine Überraschung, selbst für die Spezialisten in Grab-Archäologie», sagte der Direktor des Archäologieparks, Gabriel Zuchtriegel, der Deutschen Presse-Agentur.

Es gibt gleich mehrere Gründe, weshalb dieser Fund als besonders gilt: Nach Erkenntnissen der Experten handelt es sich bei dem toten Marcus Venerius Secundio um einen früheren Sklaven, der nach seiner Freilassung zu Reichtum und damit zu gesellschaftlichem Rang gelangte. Außerdem lasen sie auf der Grabinschrift, dass er für vier Tage Aufführungen in Griechisch und Latein abhalten ließ. «Das ist der erste klare Beweis für Aufführungen in griechischer Sprache, was zuvor auf Grundlage indirekter Anzeichen angenommen wurde», erklärte Zuchtriegel.

Auf das Grab mit dem Skelett stießen die Forscher während Ausgrabungen am Friedhof Porta Sarno im Osten der antiken Römer-Stadt. Es dürfte auf die letzten Jahrzehnte Pompejis zurückdatieren, ehe die Stadt bei Ausbrüchen des Vulkans Vesuv unterging. Asche, Schlamm und Lava begruben die Stadt im Jahr 79 nach Christus unter sich. Im 18. Jahrhundert wurde die historische Stadt wiederentdeckt. Seitdem stoßen Archäologen dort immer wieder auf spektakuläre und sehr gut erhaltene Funde aus der Römer-Zeit.

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Gesundheit

Schlafforscher gibt Tipps für Hitzenächte

Warme Temperaturen im Schlafzimmer verhindern oft eine erholsame Nachtruhe.  Foto: dpaildenbrand/dpa

Klingenmünster (dpa) – Die Luft steht im Raum. Die feuchte Haut klebt am Laken. Ist es zu warm im Schlafzimmer, sind erholsame Nächte oft nur ein Wunschtraum. Wer kann, nächtigt im Keller. Sonst muss man sich anders helfen.

Der Einfluss hoher Temperaturen auf die Nachtruhe ist nicht zu unterschätzen. „Am Morgen nach solchen Hitzenächten gibt es bei der Arbeit oder in der Schule oft das kollektive Gähnen“, sagt der Schlafforscher Hans-Günter Weeß. Fehlender oder nicht erholsamer Schlaf wirke sich negativ auf das Leistungsvermögen am Tag aus.

„Die Fehlerhäufigkeit und das Unfallrisiko am Arbeitsplatz und im Straßenverkehr steigen an“, warnt der Leiter des Interdisziplinären Schlafzentrums in Klingenmünster (Rheinland-Pfalz).

Dabei könne das Beachten einfacher Tipps die nächtlichen Qualen reduzieren und das Schlafvermögen verbessern, sagt Weeß. „Auf die richtige Belüftung kommt es an. Schließen Sie am Tag die Fenster und Rollläden und öffnen Sie diese erst, bevor sie ins Bett gehen.“

Ein weiterer Tipp klinge zwar paradox, so der Experte, „aber Heißes sorgt für Kälte: Wer vor dem Zubettgehen etwas Warmes trinkt, wird weniger schwitzen“, erklärt der Buchautor („Schlaf wirkt Wunder“). Eine warme Dusche vor dem Zubettgehen öffne die Poren der Haut und sorge für ein Frischegefühl.

Von einem Gläschen Wein vor dem Zubettgehen rät Weeß ab. „Alkohol am Abend wirkt zwar psychisch entspannend, erweitert aber auch die Gefäße und unterstützt das nächtliche Schwitzen.“

Auch Schlaftabletten sieht er kritisch. „Um Abhängigkeiten nicht zu begünstigen, sollten Sie auch in Hitzenächten nicht zur Tablette greifen“, rät der Schlafforscher. „Ein paar Nächte mit weniger Schlaf kann unser Körper gut aushalten.“

„Spezialtipps“ hat der Schlafforscher auch auf Lager. „Hartgesottene greifen gelegentlich zum Äußersten: Sollten Sie einen Fliesenboden im Schlafzimmer haben, können Sie etwas Wasser hin kippen. Aber Vorsicht: Beim nächtlichen Toilettengang besteht Rutschgefahr“, sagt Weeß.

Grundsätzlich solle man sich an der Sommerzeit freuen – auch, wenn es nicht so mit dem Schlafen klappt. „Oder gehen Sie zum Schlafen einfach in den Keller“, sagt der Fachmann augenzwinkernd.

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Reise

Deutscher Alpenverein spürt Ansturm auf die heimischen Berge

Wandern in den Bergen ist beliebt. Der Deutsche Alpenverein (DAV) hat im 
vergangenen PandemieJahr trotz geschlossener Kletterhallen und eines 
eingeschränkten Hüttenbetriebs weiteren Zulauf erlebt.
                              Foto: Angelika Warmuth/dpa

München (dpa) – Raus in die Natur, hinauf auf den Berg und die heimische Landschaft genießen – ein großer Trend in der Pandemie. Das spürt auch der Deutsche Alpenverein, der angesichts des Ansturms auf beliebte Regionen zum Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes mahnt.

Der Deutsche Alpenverein (DAV) hat im vergangenen Pandemie-Jahr trotz geschlossener Kletterhallen, abgesagter Kurse und eines eingeschränkten Hüttenbetriebs weiteren Zulauf erlebt.

Während andere Vereine mangels Angeboten vielfach schrumpften, wuchs der DAV um 2,5 Prozent auf knapp 1,4 Millionen Mitglieder, wie der Verband mitteilte. Vor der Corona-Pandemie hatte der weltgrößte Bergsportverband jährlich allerdings vier bis fünf Prozent zugelegt.

Der coronabedingte „Urlaub daheim“ mit einem Ansturm auf die heimischen Berge dürfte ein Grund für das Interesse am DAV gewesen sein. Im vergangenen Sommer waren die bayerischen Alpen voll. Folge: Stop-and-go durch Bergdörfer, zugeparkte Wiesen und Wege.

Präsident Josef Klenner mahnte die DAV-Mitglieder angesichts der daraus folgenden Konflikte zwischen Einheimischen und Tagestouristen, Fahrgemeinschaften zu bilden und öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen.

Das Nutzungsdruck-Problem sei vor allem ein Verkehrsproblem. Die Politik mahnte er, das öffentliche Verkehrsnetz auszubauen.

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So bleiben die Haare im Alter gesund und schön

Haare im Alter: Richtige Ernährung und Pflege können oft viel bewirken. Foto: Zerocreatives/Westend61/dpa

Von Sabine Meuter
Berlin/Aachen (dpa) – Top frisiert und geschnitten: Auf ihre Haare legen viele Frauen eine Menge Wert. Leider ist es oft so, dass die Haare im Alter zunehmend spröde statt formbar sind, dass sie an Kraft und Glanz verlieren und immer dünner und kürzer werden.

Dafür muss sich niemand schämen. Es ist natürlich. «Das ist ein normaler Alterungsprozess der Haarwurzeln», erklärt Andreas Finner, Experte für Haarmedizin und Haartransplantation in Berlin.

Manchmal gehe dieser Prozess mit einer genetisch bedingten Haarwuchsschwäche einher. Hinzu komme, erklärt Finner, dass die Nährstoffaufnahme im Darm teils erschwert und die Mikrodurchblutung der Haarwurzeln vermindert ist. Doch auch wenn es Erklärungen für die schwächelnde Haarpracht gibt: Es wäre doch schön, wenn man die Alterungsprozesse zum Guten beeinflussen könnte.

Erste Anlaufstellen für eine Beratung zum Thema sind neben der Friseurin oder dem Friseur des Vertrauens auch Hautärzte. Viele von ihnen bieten eine Haarsprechstunde an. Dort können Mangelzustände oder krankhafte Ursachen für ungesund aussehendes Haar oder auch Haarausfall abgeklärt und behandelt werden.

Der Grund für dünner werdendes Haar kann neben hormonellen Veränderungen etwa eine Störung der Schilddrüse sein. Stress und Vitaminmangel wirken sich ebenfalls nicht gut auf die Haare aus. In solchen Fällen zeigen regelmäßige Entspannung und eine ausgewogene und gesunde Ernährung womöglich schon Effekte. «Wertvolle Stoffe speziell für Haare sind etwa in Nüssen und Vollkornprodukten enthalten», sagt Dermatologe Finner.

Ebenfalls wichtig sind Zink, Vitamin D und Biotin. Zink ist etwa in Milch, Joghurt, Käse und Fleisch enthalten. Vitamin D findet sich zum Beispiel in fettreichen Fischen wie Makrele, Lachs und Hering. Leber, Eigelb und Hefe sind Biotin-Quellen. «Bei brüchigen Haaren kann eine zusätzliche Einnahme von Kapseln mit Medizinalhefe, der Aminosäure Cystin und B-Vitaminen helfen», sagt Finner.

Die Haare profitieren aber auch von einer Änderung alltäglicher Gewohnheiten. Der Aachener Friseurmeister Antonio Weinitschke rät, viel zu trinken. Die Begründung: Wird dem Körper zu wenig Flüssigkeit zugeführt, werden die Hautzellen und auch die Kopfhautzellen trocken. An die Haarwurzeln gelangt somit nicht genügend Feuchtigkeit.

Dazu kommt, dass die Kopfhaut mit fortschreitendem Alter weniger Talg produziert – auch dadurch wird das Haar trockener. Umso mehr kommt es auf eine auf den Typ abgestimmte Pflege an. Weinitschke empfiehlt in der Regel ein mildes Shampoo. Die Haare mit möglichst kühlem Wasser ausspülen. Anschließend können Spülungen oder Kurpackungen sprödem oder trockenem Haar mehr Feuchtigkeit und Spannkraft geben.

Achtung: Feines Haar nicht zu reichhaltig pflegen. «Mitunter sieht das Haar fluffiger aus, wenn man es öfter mit weniger gehaltvollem Shampoo für feines Haar wäscht», sagt Dermatologe Finner.

Eine Dauerwelle kann der Frisur zusätzliche Fülle geben. Wichtig ist, dass sie fachgerecht und auf den Haartyp abgestimmt erfolgt.

Haarspray, das oft für zusätzlichen Glanz sorgt, schadet dem Haar auch im Alter nicht. Aggressives Durchbürsten hingegen ist ebenso zu vermeiden wie zu heißes Föhnen und Toupieren. Das kann zu weiteren Schädigungen des Haares führen.

Das Färben der Haare wiederum ist im Alter weiterhin problemlos möglich. Die neue Haarfarbe sorgt oft für mehr Glanz in den Haaren und schützt sie vor UV-Strahlung.

Was vielen älteren Frauen zu schaffen macht, ist Haarausfall. Fachleuten zufolge ist es normal, wenn täglich bis zu 60 Haare ausfallen. Doch mitunter sind es mehr oder sie wachsen nicht mehr gut wieder nach.

«Haarausfall kann eine Nebenwirkung von bestimmten Arzneimitteln sein», sagt Friseurmeister Weinitschke, der Art-Director des Zentralverbandes des Deutschen Friseurhandwerks ist.

Betroffene sollten ärztliche Rücksprache halten und gegebenenfalls ihre Medikamente umstellen lassen, wenn das möglich ist. Auch bestimmte Hauterkrankungen wie Schuppenflechte oder Entzündungen gehen mitunter mit Haarausfall einher.

«Oft können auf die Kopfhaut aufgetragene medizinische Tinkturen den Haarwuchs zusätzlich anregen», sagt Hautarzt und Haarmedizinexperte Finner. Manchmal zeigen sich auf dem Kopf aber dauerhaft viele lichte Stellen. Betroffene können sich in einer Haarsprechstunde darüber informieren, welche medizinischen Lösungen sich hier anbieten. «Es gibt ergänzend die Option, Streuhaar, das aus kleinsten farbigen Fasern besteht, einzusetzen», erklärt Finner. Dadurch kann man sein Haar optisch verdichten lassen.

Eine andere Möglichkeit ist eine Eigenhaarverpflanzung. Dabei werden lebende, kräftige Haarwurzeln vom Hinterkopf entnommen und umgepflanzt, die an der neuen Stelle dauerhaft weiterwachsen. Auch wenn die Wiederherstellung der ursprünglichen Haardichte nicht immer eins zu eins möglich ist, seien Patientinnen dankbar, wenn die aufgefüllten Zonen wieder voller und blickdichter wirken, so Finner.

Hormone und Haare
Hormonelle Veränderungen in der Menopause können sich ebenfalls ungünstig auf die Haarpracht auswirken. «Eine Hormonersatztherapie mit Östrogenen nur wegen der Haare ist aber nicht generell zu empfehlen», sagt der Hautarzt.

Auch pflanzliche Phytoöstrogene bringen nicht unbedingt den gewünschten Erfolg. Als Kapseln eingenommene Phytoöstrogene wie aus Soja und Sojaprodukten oder aus Rotklee gewonnene Isoflavone sollen den Zustand und das Aussehen von Haaren günstig beeinflussen. Nur ist laut Finner bisher wissenschaftlich nicht eindeutig bewiesen, dass Phytoöstrogene tatsächlich positiv auf die Haare wirken.

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Aus Allen Staaten

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WOCHENPOST-Wortschatz

Selected Articles with helpful translations for those less comfortable with the German language

Städte hoffen auf neue Diktier-Prominenz: Schluss mit «C wie Cäsar»?

Eine Buchstabiertafel aus einem Potsdamer Telefonbuch aus dem Jahr 1964 ist in der Bibliothek des Museums für Kommunikation Berlin zu sehen. «U wie Unna» und «X wie Xanten» könnte es künftig in Deutschland heißen, wenn am Telefon buchstabiert werden muss. Der DIN-Verein, das «Deutsche Institut für Normung», hat die Verwendung von Städtenamen anstatt der bisher üblichen Vornamen vorgeschlagen. Foto: dpa

Berlin/Nürnberg (dpa) – «Cottbus» statt «Cäsar» und «Iserlohn» statt «Ida»? 26 Städte in Deutschland können sich über die mögliche Aufnahme ihres Namens ins Buchstabier-Alphabet der Verwaltung freuen. «Denn dann ist der Name unserer Stadt in aller Munde», sagte ein Sprecher der Stadt Nürnberg, die künftig für den Buchstaben «N» stehen könnte (statt «Nordpol»). Das Deutsche Institut für Normung (DIN) arbeitet an einer neuen Fassung der Buchstabiertafel für Wirtschaft und Verwaltung mit Orts– statt Vornamen.

Die DIN 5009 regelt, mit welchen Worten beim Diktieren Buchstaben verdeutlicht werden. Sie wird vor allem in Wirtschaft und Verwaltung genutzt, Rettungsdienste, Polizei oder Luftfahrt sind nicht betroffen. Verpflichtend ist die Nutzung nicht, sie kommt aber in Ausbildung und Lehrbüchern vor. Sie umfasst 32 Buchstaben und Buchstabengruppen – von A wie Ausgburg bis Z wie Zwickau, außerdem «Ch», «Sch», «Eszett» und die drei Umlaute Ä, Ö, Ü.

Bislang werden vor allem Vornamen («D wie Dora», «E wie Emil») genutzt – und zwar 16 Männer- und nur sechs Frauennamen. «Das entspricht nicht der heutigen Lebensrealität», teilte das Institut mit. Es sei nicht möglich, alle relevanten ethnischen und religiösen Gruppen und dann auch noch geschlechtergerecht ausgewogen darzustellen. Städtenamen seien ein guter Kompromiss.

In dem Entwurf setzt man vor allem auf Orte, die ein Autokennzeichen mit einem Buchstaben haben. Man habe versucht, westdeutsche und ostdeutsche Bundesländer ausgeglichen auszuwählen. Chemnitz, Görlitz, Jena und fünf weitere der 26 Städte vertreten die Bundesländer in Ostdeutschland. Dazu kommt mit «Vogtland» die einzige Region unter den Bezeichnungen sowie auch Berlin beim Buchstaben B.

Spitzenreiter mit sieben Städten – etwa Essen, Köln und Wuppertal – ist Nordrhein-Westfalen, dahinter folgt Bayern mit vier – zum Beispiel München und Augsburg. Das Saarland, Rheinland-Pfalz, Bremen, Hamburg und Sachsen-Anhalt gehen nach derzeitigem Stand leer aus.

Bei «Eszett» und «Ypsilon» bleibt es bei der einfachen Bezeichnung der Buchstaben. Die Umlaute heißen nicht mehr «Ärger», «Ökonom» und «Übermut», sondern Umlaut-A, Umlaut-O und Umlaut-U.

Viele Städte zeigen sich erfreut: «Vom damit verbundenen Bekanntheitsgrad würden wir als vergleichsweise kleine Stadt besonders profitieren», hieß es aus Tübingen.

«Die DIN 5009 wird gerade überarbeitet – und wir sind mit dabei», freute sich Regensburgs Zweite Bürgermeisterin Astrid Freudenstein in der «Mittelbayerischen Zeitung».

«Wir sind überrascht, aber es ist doch schön, dass man an Unna gedacht hat», sagte ein Sprecher der Stadt. Die Wahl dürfte dem Umstand geschuldet sein, «dass es nicht so viele Städte mit U gibt». «Wenn es in den Sprachgebrauch übergeht, ist Xanten in aller Munde», hieß es aus der Stadt in NRW. «O für Oldenburg, klingt doch richtig gut und zwischen Nürnberg und Potsdam fühlen wir uns auch richtig gut aufgehoben», sagte ein Sprecher der niedersächsischen Stadt.

Das DIN arbeitet schon seit vergangenem Herbst an den neuen Diktierregeln. Ausgelöst hat die Reform Michael Blume, Baden-Württembergs Antisemitismusbeauftragter. Ihn stört, dass in der aktuellen Tafel noch immer Relikte aus der Zeit der Nationalsozialisten stecken. Die hatten 1934 alle jüdischen Namen entfernt: Aus David wurde Dora, aus Nathan Nordpol, aus Samuel Siegfried.
Zwar wurde die Tafel nach 1945 einige Male überarbeitet. Doch Nathan blieb draußen, Nordpol drin – jetzt könnte daraus Nürnberg werden. Die Stadt teilte mit, gerade aus der Geschichte der Stadt heraus begrüße man den Vorstoß.

Die Ende Juli vorgestellte Fassung mit den Ortsnamen ist ein Entwurf, Interessierte können sich noch mit Ideen und Kommentaren an das Deutsche Institut für Normung wenden. Die endgültige Fassung wird Mitte 2022 erwartet.

Wochenpost – STICHWÖRTER– TRANSLATION

Verwaltung – administration
Munde – mouths
künftig – in the future
Normung – Standards
Fassung – version
Buchstabiertafel – spelling chart
Ortsnamen – location names
regelt – regulates
Diktieren – dictating
verdeutlicht – clarified
betroffen – affected
verpflichtend – required
Nutzung – use
Ausbildung – education
Lehrbüchern – textbooks
entspricht – reflects
geschlechtergerecht – fairness to the sexes
ausgewogen – well-balanced
darzustellen – represents
Entwurf – draft
Autokennzeichen – license plates
vertreten – represent
Spitzenreiter – at the head of the pack
erfreut – delighted
verbundenen – associated
Bekanntheitsgrad – degree of recognition
vergleichsweise – comparatively
überarbeitet – re-worked
Umstand – circumstance
Sprachgebrauch – language usage
übergeht – changes
aufgehoben – elevated
ausgelöst – released
Relikte – relics
Verstoß – development
vorgestellte – proposed
wenden – contact

Trans: Barbara Weidendorf, B.A., M.A.

*Note: Previous selections can be found in the Archives section of the site.*