29. Juni 2019 Selected Articles

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Aus Aller Welt

Fiaker in Wien – Eine ungewünschte Tradition?

Um die Fiaker in Wien ist ein Streit entbrannt. Aus Sicht der Stadt erzeugen sie zu viele Schäden, Tierschützer halten sowieso nichts von den Kutschfahrten. Die Sommerhitze heizt den Konflikt weiter an

Wien: Ein Mann trägt Eimer mit Wasser für die Fiaker-Pferde. In den nächsten Tagen soll sich das Thermometer Richtung 35 Grad Celsius bewegen. Foto: dpa

Von Fabian Nitschmann und Albert Otti
Wien (dpa) – «Sie gehören zu Wien wie der Stephansdom und das Riesenrad», heißt es auf der Website der Stadt Wien. Gemeint sind die Fiaker, die täglich in der Altstadt unterwegs sind und mit zwei Pferdestärken Touristen zu den Sehenswürdigkeiten kutschieren. Eine Idylle für den Städtereisenden – doch im Hintergrund wird gerade heftig gestritten. Die Stadt und die Tierschützer gegen die Fiaker – und die Fiaker für das historische und gemütliche Image der Stadt?

«Ich denke, dass es schon ein Touristenmagnet ist, ganz sicher», sagt Ursula Chytracek. Die Fiaker-Unternehmerin ist Sprecherin ihrer Branche in der Wirtschaftskammer Wien. 38 Pferde arbeiten für ihr Unternehmen, dazu 12 Kutscher und 5 Stallburschen. Zuletzt wollten die Fiaker mit ihr an der Spitze einen Protest vor dem Rathaus abhalten und ließen sich erst mit einem Last-Minute-Gesprächsangebot des Bürgermeisters beruhigen. Denn ihr Gewerbe steht unter Druck.

Die Bezirksvertretung des ersten Wiener Gemeindebezirks, sprich der Altstadt, beklagt sich über zu hohe Kosten durch Straßenschäden, die durch die Hufe entstünden. Genannt wurde eine Summe von bis zu 750 000 Euro jährlich. Zudem will der Bezirk die Zahl der Standplätze verringern und diese zum Teil verlegen. Die Aktivisten vom engagierten «Verein gegen Tierfabriken» (VGT) wiederum fordern, dass die Pferde schon bei 30 statt bisher 35 Grad hitzefrei bekommen sollen, insgesamt weniger arbeiten müssen (bisher maximal 18 Tage pro Monat) und langfristig die Fiakerei gleich ganz abgeschafft wird.

«Das hat mit Tierschutz nichts mehr zu tun», sagt Chytracek. «Wenn ein Pferd, oder egal welches Tier, sein Zuhause hat, seine Pflege, und sein Futter und seinen Tierarzt – wozu genau brauche ich einen Tierschützer?» Hitzefrei ab 30 Grad, das sei schlicht nicht machbar. «Der Sommer hat einfach 30 Grad», sagt Chytracek. 2018 hätten die Fiaker mit einer strengeren Regel an 43 Tagen den Betrieb bei Erreichen der 30-Grad-Marke einstellen müssen, dieses Jahr wären es schon 10 Tage gewesen. Die 35-Grad-Marke wurde 2018 derweil nur zweimal geknackt.

Für Georg Prinz vom VGT wäre eine 30-Grad-Regel dagegen genau das richtige. «Das sind große Tiere mit viel Muskelmasse im Vergleich zu ihrer Körperfläche. Sie heizen sich dadurch schneller auf.» Dabei verweist er auf Berlin. Die wenigen Fiaker-Pferde dort haben ab 30 Grad im Schatten seit kurzem Feierabend.

Tierärztin Isabella Copar, die drei große Fiaker-Betriebe medizinisch betreut, hält dagegen: «90 Prozent der Tiere sind auch nach einem warmen Tag nicht einmal im Bereich der Zügel nass vom Schweiß.» Das Pferd sei ein Steppentier, die Kutschfahrten in der Stadt vergleichbar mit einem Spaziergang. Besonders ärgerlich sei es, dass die Pferde nach einem heißen Tag auch am Abend keine Fahrten mehr übernehmen dürften. «Eine Fuhr am abgekühlten Abend nach einem heißen Tag, etwas Bewegung, wäre für die Pferde gut», erklärt Copar.

Dem Problem mit den Straßenschäd en wollen Stadt und Fiaker-Unternehmen derweil mit Gummi-Hufbeschlägen für die mehr als 300 Pferde beikommen. Mehrere Anbieter sind bereits mit solchen Produkten auf dem Markt, hinsichtlich der Gesundheit der Tiere und auch der Schadensminimierung sind aber noch einige Fragen offen.

2018 hat der Bezirk daher eine Studie begonnen, auch Chytraceks Pferde waren in der ersten Phase daran beteiligt. Doch: «Das hat nicht funktioniert», erklärt Chytracek. Vor allem die Haltbarkeit der Beschläge war demnach ein großes Problem. «Drei Tage und sie waren weg.» Eisenbeschläge halten laut Chytracek mindestens fünf Wochen, meist auch sechs bis sieben. Tierärztin Copar erklärt, dass die Entwicklung hier schlicht noch nicht weit genug und eine allgemeine Lösung für alle Tiere auch nicht sinnvoll sei.

Haben die Fiaker in Wien, die laut der Stadt schon seit den 1670er Jahren unterwegs sind, dann aber überhaupt noch eine Zukunft? «Man muss bei allen Lösungen, die besprochen werden, darauf achten, dass man den Fiakern nicht die Erwerbsgrundlage entzieht», sagt dazu Wien-Tourismus-Sprecher Walter Straßer. Laut einer Analyse der Tourismus-Experten sei das imperiale Erbe der Stadt für Besucher das wichtigste Element der «Marke» Wien. «In dieses imperiale Erbe fallen die Fiaker.»

Die Medienberichterstattung jedenfalls kommt den Kutschern entgegen, erklärt Chytracek. So könne man zumindest Aufklärung über die Branche betreiben. Letztlich fühlen sich die Fiaker in vielen Situationen aber vom ersten Wiener Bezirk schikaniert und haben große Sorge, dass sie künftig verteilt in den Gassen statt auf zentralen Plätzen hinter der Hofburg oder am Stephansdom stehen müssen.

«Es bringt mir nichts wenn ich irgendwo in einer Seitengasse stehe», klagt Chytracek. Die Unternehmen lebten zu 90 Prozent von Laufkundschaft, «davon, dass wir gesehen werden. So verdienen wir unser Geld.»

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Sport

Tennis, Handball, Eishockey – Was verdienen Frauen und Männer?

Berlin (dpa) – Gleiche Gehälter und Prämien für Frauen und Männer!? Die Forderung wird rund um die Fußball-WM der Frauen diskutiert. Doch wie sehen die Verdienstmöglichkeiten in anderen Sportarten aus?

TENNIS: Im Tennis werden bei den vier Grand-Slam-Turnieren die gleichen Preisgelder an Herren und Damen ausgeschüttet, es geht um hohe Summen. In Wimbledon kassieren die Einzel-Sieger im Juli mehr als 2,5 Millionen Euro. Die finanzielle Gleichberechtigung wurde aber teils kontrovers diskutiert. Auch der serbische Weltranglisten-Erste Novak Djokovic hatte mal öffentlich über eine bessere Entlohnung der Herren nachgedacht, weil die Statistiken zeigten, dass sie mehr Zuschauer anziehen würden. Die Herren spielen bei den vier wichtigsten Turnieren über drei Gewinnsätze, die Damen über zwei. Die Turnier-Strukturen unterscheiden sich bei Damen und Herren aber, die Preisgelder bei kleineren Turnieren sind unterschiedlich.

HANDBALL: Wie im Fußball trennen die Geschlechter auch im Handball (Finanz)Welten. Während die männlichen Nationalspieler mittlerweile gut von ihrem Sport leben können – Kapitän Uwe Gensheimer verdient geschätzt eine halbe Million Euro im Jahr -, müssen sich die Frauen aufgrund der geringen Verdienstmöglichkeiten in der Bundesliga neben der Handball-Karriere ein berufliches Standbein aufbauen. Auch der DHB vergütet Erfolge unterschiedlich. Wurde bei der Heim-WM der Frauen 2017 für das gesamte Team eine Titelprämie von 120 000 Euro ausgelobt, waren es bei der Endrunde der Männer in diesem Jahr insgesamt 450 000 Euro – fast das Vierfache!

LEICHTATHLETIK: In der olympischen Kernsportart herrscht Gleichberechtigung. Sowohl bei Weltmeisterschaften als auch in der Premium-Serie Diamond League gibt es bei Frauen und Männern die gleichen Preisgelder. Der Weltverband IAAF verteilt Bargeld erst seit der WM 1997 in Athen: Einzel-WeltmeisterInnen kassieren 60 000 US-Dollar; für einen Weltrekord gibt es satte 100 000 Dollar. Bei den zwölf Meetings der Diamond League bekommt jeder Disziplinsieger 10 000 Dollar, die Gesamtsieger nach den Finals jeweils 50 000 Dollar – ob Männer oder Frauen. Auch bei den großen Marathonläufen wie in London, New York, Boston oder Berlin gibt es keine Unterschiede – zumindest nicht bei den Prämien für Sieger, Platzierte und Rekorde.

BIATHLON: Gleiche Bezahlung für gleiche Leistung ist beim Weltverband IBU schon lange üblich. 15 000 Euro gab es bei den Skijägern im vergangenen Winter für jeden Sieg im Weltcup, 25 000 Euro für einen WM-Titel – egal ob für einen Mann oder eine Frau. In den letzten Jahren sind die Preisgelder merklich gestiegen, im kommenden Winter werden die Biathleten wieder mehr Geld bekommen. Künftig werden die Top 20 statt nur der Top 15 jedes Einzelrennens entlohnt, in der gesamten Saison kostet das die IBU nach eigenen Angaben mehr als 400 000 Euro zusätzlich. Eine unterschiedliche Bezahlung für Männer oder Frauen stand auch bei diesem Entschluss nicht zur Debatte.

SKI ALPIN: Laut Regularien wird gleich viel Geld an Frauen und Männer verteilt, pro Rennen werden mindestens 120 000 Schweizer Franken (rund 107 000 Euro) an Preisgeld ausgezahlt. Einzelne Veranstalter wie Kitzbühel (Männer) oder Flachau (Frauen) stocken den Betrag noch auf. «Ich bin extrem stolz auf meinen Sport, bei dem es keinen Gender Gap gibt», sagt Mikaela Shiffrin. Die Amerikanerin war in den vergangenen Jahren Top-Verdienerin, errang sogar mehr Preisgeld als Marcel Hirscher. In der vorigen Saison fuhr sie im Weltcup und bei der WM zu insgesamt 1 000 386 Franken an Preisgeld und knackte damit als erstes Ski-Ass bei Frauen oder Männern die Millionen-Marke.

PFERDESPORT: Männer und Frauen reiten in den drei olympischen Disziplinen (Springen, Dressur, Vielseitigkeit) seit vielen Jahrzehnten in denselben Prüfungen gegeneinander. Entsprechend kämpfen sie um dasselbe Preisgeld. Ausnahme sind einmal im Jahr die deutschen Meisterschaften, bei denen es getrennte Wettbewerbe für Springreiterinnen und Springreiter gibt – allerdings dürfen die Frauen auch bei den Männern mitreiten.

GOLF: Equal Pay ist im Profi-Golfsport noch nicht angekommen. Frauen verdienen weiterhin deutlich weniger als Männer. Bei der US Open 2019 im kalifornischen Pebble Beach werden Preisgelder in Höhe von 12,5 Millionen US-Dollar an Tiger Woods und Co. ausgeschüttet. Allein der Sieger streicht davon über zwei Millionen US-Dollar ein. Die Südkoreanerin Jeongeun Lee kassierte in diesem Jahr für ihren Triumph bei der US Open in Charleston die Hälfte – eine Million US-Dollar. Das Major-Turnier der Frauen war mit insgesamt 5,5 Millionen US-Dollar dotiert. Spitzenspielerinnen wie die ehemalige Weltranglistenerste Lydia Ko aus Neuseeland haben diese Missstände bereits mehrfach angeprangert.

EISHOCKEY: Besonders krass sind die Gegensätze im nordamerikanischen Eishockey. Sowohl bei den Männern (NHL) als auch den Frauen (NWHL) gelten die Ligen jeweils als die besten der Welt. Die Frauen-Liga erstreckt sich aber nur auf die USA, nachdem die kanadische CWHL eingestellt worden war. Anfang Mai drohten rund 200 NWHL-Spielerinnen mit einem Streik zur neuen Saison – sie forden eine ordentliche Entschädigung. Eine Krankenversicherung gibt es nicht, zum Teil sind Spielerinnen für 2000 Dollar beschäftigt – pro Jahr! «Da ist es schwierig, das Ganze professionell zu betreiben», sagte Nationalspieler Markus Eisenschmid, der in der DEL beim Meister Mannheim ein geschätztes niedriges sechsstelliges Euro-Gehalt pro Jahr kassieren dürfte. Seine Schwester Tanja spielte zuletzt für die Minnesota Whitecaps in der NWHL und beteiligte sich am Protest. «Sie will, dass Frauen im Eishockey die gleichen Rechte haben und für ihre Arbeit bezahlt werden. Sie müssen genauso viel reinstecken wie die Männer, um auf allerhöchstem Niveau zu spielen», sagte Eisenschmid. In der NHL der Männer gehören Millionen-Jahresgagen zum Alltag.

Wochenpost – ÜBERSETZUNG – TRANSLATION

gleiche Gehälter – equal pay
Prämien – prize money
Forderung – demand
ausgeschüttet – paid out
kassieren – bank (money)
Gleichberechtigung – equal rights
öffentlich – publicly
Entlohnung – pay off
nachgedacht – considered
Zuschauer – viewers
Gewinnsätze – (must win)…sets
Geschlechter – genders
geschätzt – estimated
geringen – minor
vergütet – reimburses
ausgelobt – offered a reward
Kernsportart – main disciplines
Weltverband – world association
satte – princely sum of
Gesamtsieger – overall winner
Platzierte – those who place
Leistung – achievement
üblich – customary
künftig – in the future
zusätzlich – additionally
Veranstalter – sponsor
Betrag aufstocken – supplement the amount
errang – achieved
knackte – cracked
entsprechend – accordingly
einstreicht – pocket (winnings)
dotiert – endowed
Missstände – grievances
angeprangert – pointed the finger at
krass – egregious
drohten – threatened
Entschädung – compensation
beschäftigt – employed
Millionen-Jahresgagen – million dollar paychecks
zum Alltag – are commonplace

Trans: Barbara Weidendorf, B.A., M.A.

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Feuilleton

Uni Münster gibt 1800 Jahre
altes Kunstwerk zurück

Marmorkopf – Archäologischer Fund aus Fondi /Italien. Foto dpa

Münster (dpa) – Das Archäologische Museum der Uni Münster gibt ein rund 1800 Jahre altes Kunstwerk an seinen Ursprungsort in Italien zurück. Grund: Die Uni hat den Marmorkopf 1964 für rund 3000 Mark von einem Hamburger Ingenieur erworben. Wie sich jetzt bei einer Bestandsanalyse für eine neue Ausstellung herausgestellt hatte, war der Kauf wohl nicht legal.

Wie genau der heute verstorbene Hamburger das Kunstwerk, das er für eine Nachbildung Alexander des Großen hielt, in seinen Besitz brachte, ist heute laut Professor Achim Lichtenberger nicht mehr zu klären. Lichtenberger leitet das Institut für klassische Archäologie der Uni Münster und ist Direktor des Archäologischen Museums.

«Erstmals wurde der Kopf 1937 als Teil einer Statue gezeigt. Das Museum in Fondi in Mittel-Italien hat das Werk allerdings nicht vermisst», sagt Lichtenberger. Umso erfreuter seien die Mitarbeiter gewesen, als der Anruf aus Münster kam.

Am 19. Juni wurde das Kunstwerk offiziell im Beisein von Vertretern der Uni Münster in der Deutschen Botschaft in Rom an die Italiener übergeben.

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Gesundheit/Umwelt

Studie: Kopfschmerz bei Schülern weit verbreitet

Auf einer Pressekonferenz stellte das Deutsche Kinderschmerzzentrum Studienergebnisse zum Thema Kopfschmerz bei Jugendlichen vor. Foto: dpa

Datteln (dpa) – Chronische Kopfschmerzen sind bei Schülern einer Befragung zufolge weit verbreitet und treffen Mädchen deutlich häufiger als Jungen. Das geht aus einer Studie des Deutschen Kinderschmerzzentrums an der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln hervor, die am Freitag vorgestellt wurde. Demnach gaben in der repräsentativen Erhebung 40 Prozent der mehr als 2000 Jugendlichen aus städtischen Regionen in Nordrhein-Westfalen chronische Schmerzen an. Das sind nach gängiger Definition Schmerzen, die seit mindestens drei Monaten wenigstens einmal im Monat auftreten. Rund 33 Prozent aller Schüler berichteten, sogar mindestens einmal pro Woche Schmerzen zu haben. Am häufigsten handelte es sich um wiederkehrenden Kopfschmerz.

Über chronische Kopfschmerzen klagte mehr als jeder vierte Schüler (27 Prozent). Mädchen waren mit 35 Prozent viel häufiger betroffen als Jungen mit 18 Prozent. Hier spielten biologische Komponenten – etwa das Einsetzen der Menstruation – und psychologische und emotionale Faktoren eine Rolle, sagte Studienleiterin Julia Wager. Unter allen Schülern mit chronischen Kopfschmerzen erlebten 80 Prozent diese mindestens einmal pro Woche. Gut jeder Dritte mit wiederkehrendem Kopfschmerz verpasst daher auch Schulunterricht.

Am Schmerzzentrum der Vestischen Klinik Datteln (Nordrhein-Westfalen) waren im Rahmen des vom Bund geförderten Projekts für die sogenannte Chap-Studie ein Jahr lang zu fünf Zeitpunkten mehr als 2000 Schüler der fünften bis zehnten Klassen in städtischen Regionen in NRW online befragt worden. Auch rund 1600 Eltern machten Angaben. Es ging um Schmerzen, körperliche und psychische Gesundheit, Schule und Freizeit sowie Einnahme von Medikamenten oder Arztbesuche.

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Reise

Antarktis Kreuzfahrt: Champagner auf der Eisscholle

Die „Le Soleal“ ist eines der Expeditionsschiffe der französischen Reederei Ponant. Foto: Ponant Kreuzfahrten/dpa

Ushuaia (dpa) – Die Antarktis ist eine der letzten fast unberührten Gegenden der Erde. Ein bisschen Entdecker spielen kann man immer noch auf einer Kreuzfahrt ins ewige Eis. Ein einmaliges Erlebnis – aus vielen Gründen. Es gibt Reisen, und es gibt Reisen in die Antarktis. Mit normalem Urlaub hat eine Kreuzfahrt zum siebten Kontinent wenig gemeinsam.

Durch die Drake-Passage
Die Antarktis muss man sich verdienen, sagen erfahrene Seeleute. Nichts anderes gilt für Touristen: Bevor sie die Antarktische Halbinsel erreichen, steht die Drake-Passage an, die Strecke zwischen Kap Hoorn an der Südspitze Südamerikas und der Antarktis. Kaum sonst irgendwo gibt es so viel Wind und extrem hohe Wellen. In weiser Voraussicht hat auch die Crew der „Le Soléal“ der französischen Reederei Ponant gleich nach dem Ablegen in Ushuaia in Argentinien überall in den öffentlichen Bereichen Spucktüten verteilt. An Schlaf ist bei sechs bis sieben Meter hohen Wellen kaum zu denken.

Eisberge in Sicht
Wer entdeckt den ersten Eisberg? In der Drake-Passage gehört dieser Wettbewerb am zweiten Tag einfach dazu. Am späten Vormittag taucht der erste gigantische Block neben dem Schiff auf. Es wird auf dieser Reise nicht der letzte bleiben. Mal sind es kleine Eisschollen, mal kilometerlange, haushohe Berge.

Die Brücke ist offen
Für Kapitän Patrick Marchesseau und seine Offiziere stellen die Eisberge eine besondere Herausforderung dar. Viele Passagen der Reise, zum Beispiel das Weddell-Meer, sind über und über bedeckt mit Eisbergen. Hier gilt es, einen guten Weg hindurch zu finden. Wie das Navigieren funktioniert, können die Passagiere hautnah miterleben. Denn die Brücke ist fast immer für Besucher geöffnet.

Reisen im Expeditionsmodus
Kapitän Marchesseau und Expeditionsleiter Gérard Bodineau haben zwar einen ungefähren Plan, wo sie hinfahren wollen, aber mitunter werfen die Wetter- und Eisverhältnisse diesen über den Haufen. So steht bei dieser Reise beispielsweise am ersten Tag in der Antarktis eine Fahrt durch den spektakulären Lemaire-Kanal auf dem Programm. Doch zahlreiche Eisberge und Nebel blockieren die Einfahrt.

Dafür haben die Passagiere wenige Tage später Expeditionsglück: Das Weddell-Meer zeigt sich gnädig, zwischen den Eisschollen findet die Brückenbesatzung einen Weg bis Snowhill Island. Nur ganz wenige Schiffe schaffen es bis hierher.

Neben Gérard Bodineau gehören 13 weitere Personen zum Expeditionsteam. Gerade ihre Fachkenntnisse machen diese Reise zu etwas Besonderem. Da gibt es zum Beispiel Gletscherforscher, Vogelexperten und Walspezialisten. Pro Tag halten sie mindestens einen Vortrag. Sie sind zuerst an Land und fahren die Zodiacs.

Im Schlauchboot ganz nah ran
Überhaupt die Zodiacs. Auch die Schlauchboote machen den Reiz einer Antarktis-Expedition aus. Anders als bei einer normalen Kreuzfahrt gibt es in der Antarktis keine Häfen und keine Busse an Land. Stattdessen geht es in der Regel zweimal pro Tag in die Zodiacs. Vor der ersten Fahrt ist Staubsaugen an der Kleidung angesagt. Das hat einen guten Grund: Es sollen so wenig Pollen und Samen wie möglich in die Antarktis eingeschleppt werden. Also müssen alle Passagiere ihre Klamotten in einer großangelegten Aktion in der Lounge absaugen.

Je nach Seegang kann die Zodiac-Fahrt ein feuchtes Vergnügen werden – während der Fahrt, aber auch bei den nassen Anlandungen. Meist kann das Zodiac nicht direkt bis an Land fahren. Die Passagiere müssen ein paar Schritte durchs Wasser laufen.

„The Show is outside“
„Wenn wir uns von der Brücke melden, weil wir etwas Besonderes gesehen haben, können Sie entweder weiter beim Essen sitzenbleiben oder sofort nach draußen rennen. Ersteres wäre eine absolute Schande“, hat Kapitän Marchesseau die Passagiere gemahnt.

So kommt immer wieder eine Durchsage: Kaiserpinguin auf 1 Uhr, Killerwale direkt neben dem Schiff, Seeleopard auf 9 Uhr. Teilweise traut man sich kaum, sich zum Essen hinzusetzen oder im Fitnessstudio aufs Laufband zu gehen. Selbst zu nachtschlafender Zeit scheut sich der Kapitän nicht, eine Durchsage für das ganze Schiff zu machen, weil die Show draußen einfach großartig ist.

Zu Besuch bei den Pinguinen
Ein lautes Rumpeln weckt die Passagiere am ersten Morgen in der Antarktis. Der Anker wird in Neko Harbour heruntergelassen. Das zweite Geräusch ist das Geschnatter der Pinguine. Rund 1000 Brutpaare leben hier. Etliche Jungtiere sind Mitte Januar schon geschlüpft. Die Eltern kommen gar nicht mehr mit dem Füttern nach.

Die Regeln, die das Expeditionsteam ausgibt, sind einfach: Mindestens fünf Meter Abstand halten und nicht auf den Pfaden stehenbleiben, die sich die Pinguine auf dem Weg zum Wasser gebahnt haben. Neben Eselspinguinen, Adele-Pinguinen und Halsstreifenpinguinen begegnet das Schiff auf dieser Reise auch Kaiserpinguinen – eine absolute Seltenheit, die das Expeditionsteam ins Schwärmen bringt.

Walalarm beim Rindercarpaccio

Die Reise hatte mit einem Paukenschlag begonnen. Kaum hat die „Le Soléal“ den Hafen von Ushuaia verlassen, gibt der Kapitän Walalarm. Rindercarpaccio und Sushi müssen warten. Alle drängen sich zu den Fenstern. Besonders spektakulär ist die Walshow in Wilhelmina Bay, wo zur Frühstückszeit vier Buckelwale rund ums Schiff schwimmen.

Am späten Abend folgt der Walhöhepunkt der Reise: Gleich sechs Buckelwale hat Kapitän Marchesseau aufgespürt. Ihre Schwanzflossen sind an diesem Abend das beliebteste Fotomotiv.

Etwas scheuer sind zwei Orcas, die die Crew im Weddell-Meer ausfindig gemacht hat. Dazu gibt es sehr viele Zwergwale. Das Wale zählen gibt man auf einer Antarktiskreuzfahrt schnell auf.

Wenn ein Gletscher abbricht
Zuerst ist ein dumpfes Dröhnen zu hören. Es wird immer lauter. Ein Gletscher in der Cierva Cove, wo die „Le Soléal“ an diesem Tag ankert, bricht ab – und zwar ein riesiger Teil. Die Flutwelle erfasst die ganze Bucht. Das Schiff gerät kräftig ins Schwanken. Doch vor allem die von Bord aus gestarteten Kajakfahrer haben zu kämpfen. Einige sind kurz vor dem Kentern, ein Boot spült es auf die Felsen. Erst nach einer Viertelstunde hat sich das Wasser wieder beruhigt.

Champagner auf der Eisscholle
Im Weddell-Meer stoppt das Schiff plötzlich direkt neben einer riesigen Eisscholle. Das Expeditionsteam fährt mit den Zodiacs hinüber und testet die Dicke des Eises. Wenig später gibt es grünes Licht. Alle Passagiere dürfen übersetzen.

Die Crew hat sich etwas Besonderes einfallen lassen: Champagner wird ausgeschenkt, Macarons werden gereicht. Kapitän und Expeditionsleiter lassen sich auf einem Sofa ablichten. Irgendwann zettelt die Crew eine Schneeballschlacht an. Völlig surreal.

Unterwegs im Kajak
Es gibt kaum eine Möglichkeit, der Antarktis näher zu kommen als in einem Kajak. Ausgerüstet mit einem Trockenanzug und Sicherheitsweste geht es in die Boote. Pinguine hüpfen direkt neben den Kajaks aus dem Wasser. Etwas weiter entfernt liegt eine Robbe auf einer Eisscholle. Das Paddeln durch lockeres Packeis ist ein besonderes Erlebnis.

24 Stunden Sonne
Die Bordzeitung liest sich ungewöhnlich: „Kein Sonnenaufgang“ und „kein Sonnenuntergang“. Mitte Januar, im antarktischen Sommer, geht die Sonne nicht unter. Man steht um Mitternacht auf dem Außendeck und beobachtet einen traumhaften Sonnenuntergang. Nur, dass die Sonne gar nicht richtig unter-, sondern wieder aufgeht. Dieses Farbenspiel ist einer der Gründe, weshalb man diese Reise wohl so schnell nicht vergessen wird.

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Zwei, die «containern»:

«Wir gehen nicht mehr einkaufen»

Lenny (l) und Freja nehmen Obst aus ihrem Kühlschrank, das sie aus den Abfallbehältern eines Supermarktes „gefischt“ haben. Sie „containern“ noch genießbare Lebensmittel. Foto: dpa

Aus Protest gegen die Wegwerfmentalität gehen viele in Deutschland regelmäßig «containern». Sie fischen noch genießbare Lebensmittel aus den Tonnen von Supermärkten – und machen sich dabei strafbar. Lenny und Freja ernähren sich seit einem halben Jahr so.

Von Birgit Reichert (Text) und Harald Tittel (Foto)
Trier (dpa) – Lenny und Freja holen sich ihre Lebensmittel immer abends. Sie wissen, welche Müllcontainer bei welchen Supermärkten sie ansteuern müssen, um fündig zu werden. Sie klettern mal über ein Tor, mal über einen Zaun – und holen sich Essen aus den Tonnen. «Es ist unglaublich, was da alles drin ist. Die Dinge sind alle verpackt und völlig in Ordnung», sagt Lenny. Der 20-Jährige und seine 19 Jahre alte Freundin geben seit Monaten keinen Cent mehr für Lebensmittel aus, sondern «containern» nur noch. «Essen zu kaufen ist für mich keine Option mehr», sagt er. Zu viele Nahrungsmittel landeten im Müll: «Ich fühle mich dafür verantwortlich, das zu konsumieren, was weggeschmissen wird.»

Am Morgen nach einer «ganz normalen Tour», wie sie sagen, ist der Kühlschrank der Veganer wieder voll: Acht Brokkoli, ein Kilo Tomaten, zwei Kilo Spargel plus Heidelbeeren, Aprikosen. Und etliche Bananen und sechs Flaschen Olivenöl haben sie auch «herausgefischt». Brot gebe es auch. Und auch Milchprodukte und Fleisch. Anfangs seien sie zweimal die Woche gegangen, erzählt Freja. «Aber jetzt containern wir bei einem Mal so viel. Das reicht für eine Woche.» Sie seien selten alleine an den Tonnen, träfen meist auch andere Leute.

Dass das sogenannte Containern, auch Mülltauchen genannt, illegal ist, ist Lenny und Freja bewusst. Das Marktgelände zu betreten ist Hausfriedensbruch, die Mitnahme von Lebensmitteln Diebstahl, auch wenn sie im Müll liegen. Im Januar wurden in Bayern zwei Studentinnen wegen Diebstahls verurteilt, weil sie aus dem Container eines Supermarkts Gemüse und Obst genommen hatten. Sie sind in Revision gegangen. Ein Vorstoß von Hamburgs Justizsenator Till Steffen (Grüne), das Containern straffrei zu machen, scheiterte in der vergangenen Woche auf der Justizministerkonferenz in Lübeck.

«Ich denke, dass Containern auf jeden Fall legal sein soll», hält Lenny dagegen. «Es ist keine Straftat, Lebensmittel zu retten, die weggeworfen werden.» Der richtige Ansatz sei aber, generell weniger wegzuwerfen. «Im Endeffekt müsste man dann Containern gar nicht legalisieren. Dann hätte man dieses Problem nicht.» Lenny findet nicht, dass er sich strafbar mache. «Ich handele nach meinem eigenen Rechtsgefühl. Und ich halte das, was ich mache, für sehr respektabel.» Kriminell seien die, die so viel wegwerfen.

Jährlich landen in Deutschland nach Berechnungen der Universität Stuttgart fast 13 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Mehr als die Hälfte davon (55 Prozent oder knapp 7 Millionen Tonnen) werfen die Verbraucher in den privaten Haushalten weg. Heruntergebrochen auf einen einzelnen Menschen sind das 85,2 Kilo Essen pro Jahr, die in Abfalltonnen wandern. Auch für Menschen in prekären Lebensverhältnissen gehört Containern zum Alltag.

In Frankreich seien Supermarktketten bereits seit längerem per Gesetz dazu verpflichtet, übrig gebliebene Lebensmittel zu spenden statt sie wegzuwerfen, sagt Freja. «Das sollte es überall geben.» In diese Richtung geht auch der jüngste Beschluss der Justizminister der Länder, die die Bekämpfung der Lebensmittelverschwendung in den Mittelpunkt gestellt haben: Supermärkte sollten Nahrungsmittel einfacher beispielsweise an Tafeln spenden können, ohne dadurch Nachteile zu haben.

Ärger beim Containern haben Lenny und Freja in Deutschland bisher noch nicht bekommen. «Wir passen auch an den Containern immer gut auf, alles sorgsam wieder so zurückzulassen, dass wir niemanden verärgern.»

Zuvor waren sie in Griechenland und in Italien unterwegs: Da habe ein Ladenbesitzer sie mal zwingen wollen, die Produkte zurückzulegen. «Da haben wir so lange mit ihm diskutiert, bis er uns hat gehen lassen.» Auch gesundheitliche Probleme hätten sie bislang keine gehabt. «Schimmelige Sachen essen wir nicht.»

Auch wenn sie nun ein halbes Jahr kein Geld mehr für Lebensmittel ausgegeben hätten: «Es geht uns nicht ums Geld», sagt Freja. Sie machten es aus Überzeugung: «Die weggeworfenen Lebensmittel sind Symptom einer Krankheit, die diese Gesellschaft befallen hat.» Für die Produktion von Lebensmitteln werde viel Energie aufgebracht, teils würden die Produkte über lange Strecken eingeflogen. «Und dann landen sie einfach im Müll. Das kann ich nicht unterstützen.»

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Aus Allen Staaten

Maitanz beim GBU 630 in Ann Arbor

v.l.: Otto Mahnke, Karl Donmeier, Marianne Rauer, Maikönigin Mary Donmeier und Joseph Eali
Die Geburtstagstorte.

Der festlich geschmückte Saal gestaltete eine gute und einladende Atmosphäre für den alljährigen Maitanz, der am Samstag, 18. Mai im Grottoclub in Ann Arbor stattfand.

Das Gründungsdatum des Distrikts der 19. Mai 1924 veranlasste die Feier des 95-jährigen Jubiläums.

Ein ausgezeichnetes Abendessen, von den Mitgliedern zubereitet und serviert – Cordon Blue, Kartoffelsalat, grüne Bohnen, grüner Salat, Brot und hausgebackener Kuchen, sowie Jubiläumstorte, erfreuten jeden Gast. Dazu gab es Wein, Sekt, Bier, Soft Drinks und Kaffee.

Vizepräsidentin Marianne Rauer begrüsste alle Anwesenden auf das Herzlichste. Insbesondere erwähnte sie Präsident John Jarvis und Inge vom Schwäbischen Unterstützungsverein, sowie Mark und Laura Jarvis, vom German Park Recreation Club Otto und Liselotte Mahnke, Vivian Phillips und Don Desmet, sowie vom Plymouth German American Club Präsidentin Maria Mulzer und Horst.

GBU Saxonia-Rheingold war representiert von Karl und Margret Flammersfeld, Paul und Erika Flammersfeld, Karl-Heinz und Margot Riegel und Doris Schütte.

Herzliche Grüsse erhielten wir von den Sängern durch Edith Kuplent, welche immer gerne an unseren Veranstaltungen teilnehmen. Sie befanden sich jedoch beim Nordamerikanischen Sängerfest. Für all die Sänger wurden viel Erfolg und schöne Stunden beim Sängerfest gewünscht.

Marianne erwähnte, dass der Distrikt mit grosser Dankbarkeit und Stolz auf 95 Jahre zurückblicken darf, denn die Mitgliedschaft leistete sehr viel in all den vergangenen Jahren und der Distrikt hätte sehr gute Verbindungen mit den Unterstützungs-Organisationen in der Ann Arbor Gegend, sowie mit den Deutsch-Amerikanischen Vereinen.

Ein herzliches Dankeschön ging an die ehemaligen anwesenden Präsidenten und Präsidentinnen – Richard Moore, Mary Pfaus, Helen Loveland, Hans und Marianne Rauer, sowie an den jetzigen Präsidenten Klaus Kummer, für ihr grosses Interesse, den Distrikt zu fördern.

Der erste Präsident 1924 war Dr. Hans Mueller und die erste Schriftführerin war Else Gunther.

Anton Vetter, der Grossvater von John, Mark und Wally Jarvis, war Präsident in den Jahren 1940 und 1941. Wir sind sehr stolz auf die Jarvis Brüder, denn mit grossem Interesse fördern sie deutsches Brauchtum und Kultur. (Wally Jarvis ist der Präsident des German Park Recreation Clubs).

Herzliche Glückwünsche und Grüsse übermittelte Christina MacKellar – Board of Directors of GBU Financial Life. Sie brachte Gratulationen vom Chairman of the Board, LeaAnn Hazi, Chief Executive Officer William W. Hunt , sowie vom GBU National Management. Der Distrikt könne mit grossem Erfolg auf 95 Jahre zurückblicken und beste Wünsche für die Zukunft.

GBU Financial Life selbst besteht seit 1892 und wurde unter dem Namen Deutscher Unterstützungsbund von Louis Volz, dem ersten National-Präsidenten, gegründet. GBU hat heute 62,000 Mitlgieder und kann auf 127 Jahre mit grossem Erfolg zurückschauen.

Nun folgte ein Toast-Prosit auf all die Jahre, beste Wünsche und weiterhin eine erfolgreiche Zukunft von Präsident Klaus Kummer.

In der Zwischenpause wurden Frühlingslieder gesungen, geleitet von Klaus.

Der Höhepunkt des Abends war die Wahl der Maikönigin. Otto Mahnke, Karl Dohnmeier und Joseph Eadie trafen eine sehr gute Entscheidung. Unter grossem Beifall wurde Mary Dohnmeier mit Krone und Blumen beehrt.

Die Tombula sorgte ebenso für Erwartung. Viele Gäste konnten freudig einen Preis mit nach Hause nehmen.

Mit Gemütlichkeit und Tanz nahm der schöne Abend zu Ende. Marianne wünschte allen Gästen eine gute Heimfahrt, einen schönen Sommer und dankte ihnen herzlichst fürs Kommen.

Auf Wiedersehen am 19. Oktober beim Oktoberfest.
Auskunft über GBU Financial Life findet man bei http://www.gbu.org.
MR, LK

Wo man singt, da lass Dich ruhig nieder

Teutonia Chorus Windsor, Ontario, gab Anfang Juni ein Frühlingskonzert „Tanzen und Springen“ unter der Leitung von David Carle, DMA, kleines Bild links unten, sowie die Solisten Leah und Max Arvidsson, rechts.

Windsor (bk) – Das Zitat von Johann Gottfried Säume (1763-1810), deutscher Schriftsteller und Dichter „Wo man singt, da lass Dich ruhig nieder, denn böse Menschen kennen keine Lieder“ ist immer passend, wenn Menschen zusammen kommen, um zu singen.

So war es auch am Sonntag, dem 2. Juni 2019, im italienischen Fogolan Furlan Club in Windsor, Ontario. Da der Teutonia Verein seit einigen Jahren kein eigenes Vereinshaus mehr hat, boten die Italien-Kanadier den Deutsch-Kanadiern einen Unterschlupf in ihrem Club an. Jeden Dienstagnachmittag von September bis Anfang Juni finden die Proben des Teutonia Chores im Fogolan Furlan Club statt.

Direktor David Carle hatte das Programm mit dem Titel „Tanzen und Springen“ in verschiedene Themen eingeteilt.

Die erste Gruppe hieß „Choral Part-songs“, und der Chor sang „Tanzen und Springen“ und „Nun fanget an“ von Hans Leo Haßler (1564 – 1612). Dann ging es weiter mit Mendelsohns „Oh Täler weit, oh Höhen“, „Wacht auf, ihr schönen Vögelein“ von Friedrich Spee von Langenfeld (1591 – 1635) und Gustav Pressels Lied „An der Weser“.

Danach präsentierte Mezzo-Sopran Leah Arvidsson zwei Lieder von Schumann, und weiter ging es mit der dritten Gruppe „Choral Settings of Volkslieder“. Hier standen „Grüß Gott du schöner Maien“, „Ich fahr dahin“, „Muß i denn zum Städele hinaus“ und ein fröhliches Wanderliederpotpourri auf dem Programm. Dass wir das Lied „Grüß Gott, du schöner Maien“ dem fränkischen Liedersammler Franz Wilhelm von Ditfurth (1801-1880) verdanken, ist kaum bekannt. Ditfurth fand es in einer später verlorengegangenen Nürnberger Handschrift, die er ins 16. Jahrhundert datiert. Entnommen hatte er die Weise den „Souterliedekens“ von 1540. Diese niederländische Sammlung mit Psalterliedern ist eine wichtige Quelle für viele populäre und auch säkulare Melodien der Zeit.

Ohne Pause ging es weiter mit einem Solo von Max Arvidsson (Bass) „In diesen heiligen Hallen“ aus Mozarts Zauberflöte und dem schwedischen Volkslied „Kristallen den fina“.

Die Pianistin Anna Zaidmann, die auch den Chor auf dem Flügel begleitete, spielte Schuberts „Ständchen“, arrangiert von ihr selbst sowie Tiersens „La Valse d‘Amélie“.

Der letzte Teil des Programms hieß „Just Because“, und der Chor sang „Lebe, liebe, lache“ von Robert Pappert (Komponist von etwa 1400 Chormusikstücken, und er ist einer der meistgesungenen deutschen Komponisten der Gegenwart). Mit Irvin Berlins „Puttin‘ On the Ritz“ und Oscar Petersons „Hymn to Freedom“ endete das Frühlingskonzert des Teutonia Chorus Windsor.

Nachdem Konzert gab es Kaffee und Kuchen in gutem, gemütlichem deutschen Stil.

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