30. April 2022 Selected Articles

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Aus Aller Welt

Alles neu: Endlich wieder frische Maibäum

Lange hat er auf einer ganzen Reihe von Dorfplätzen gefehlt: Der Maibaum. Die Stämme halten nur ein paar Jahre und wegen Corona wurden seit 2020 nur wenige neue aufgestellt. Dieses Jahr soll das anders sein – Nachholbedarf.

München: Josef Anetzberger vom Burschenverein Harlaching hobelt an einem Maibaum. Der Burschenverein arbeitet an einem Maibaum, der am Laurinplatz in München aufgestellt werden soll. Foto: dpa

Von Sabine Dobel
München (dpa) – In vielen Dörfern gibt es bis zum 1. Mai schlaflose Nächte. Erstmals nach zweijähriger Corona-Pause werden in größerem Umfang neue Maibäume aufgestellt. Das bedeutet: Nachtwachen. Denn der nächtliche Maibaum-Diebstahl gehört zum Brauchtum.

Tagsüber wird an den neuen Stämmen gearbeitet. Die Rinde wird entfernt, es wird gehobelt, teils grundiert und weiß-blau gestrichen. In vielen Orten Bayerns laufen – wie in Baden-Württemberg, im Rheinland und auch im Norden – letzte Vorbereitungen für das Fest.

2020 hatten viele Orte das Aufstellen neuer Bäume und die zugehörige Feier abgesagt. Zum traditionsgerechten Aufstellen mit Muskelkraft sind an die 50 Helfer oder mehr nötig – das war in Zeiten von Kontaktbeschränkungen und hohem Ansteckungsrisiko keine Option.

Viele Orte blieben seitdem maibaumfrei. «Mit Wehmut» habe vor zwei Jahren der Burschenverein im Münchner Stadtteil Harlaching seinen Baum gekappt, sagt der Vize-Vorsitzende Stefan Ullmann. Während nun endlich an dem neuen Stamm gearbeitet wird, liegt der alte zerteilt daneben – er soll versteigert werden. Manche nehmen die Maibaum-Reste als Hackstock, andere schneiden daraus Brotzeitbrettchen.

In der Regel stehen die Bäume etwa drei bis fünf Jahre. Danach könnten sie nicht mehr sicher sein, auch am Maibaum nagt der Zahn der Zeit. Ein Alu-Maibaum – das soll es bereits geben – ist für Ullmann keine Alternative. Das scheine dann wohl eher wie ein Telefonmast.

Der nächtliche Maibaum-Diebstahl ist, so selten er glückt, ein kleiner Höhepunkt im Dorfleben. Er bringt als Lösegeld Bier, Schnaps und Brotzeit. Moderne Technik macht indes auch vor altem Brauch nicht halt. Dass manche zu Videokameras oder Infrarotmeldern greifen, die ein Signal aufs Handy senden, und so vielleicht gar im Homeoffice wachen, ist für Oberbayerns Bezirksheimatpfleger Norbert Göttler nicht im Sinne der Tradition. «Das gemeinsame Bewachen des Maibaums hat ja auch eine Funktion, nämlich dass es Gemeinschaft bildet.»

Göttler sieht auch kritisch, wenn Dörfer plötzlich mehrere Maibäume haben. Der Maibaum und das gemeinsame Aufstellen solle einen und ein Zeichen von Gemeinschaft setzen, gerade nach der Corona-Zeit mit viel Rückzug eine Chance. «Ich sehe eine Gefahr der Verbiedermeierung. Man zieht sich ins Private zurück, und ins Fernsehzimmer.»

Im Corona-Jahr 2021 entstanden notgedrungen Home-Versionen. Ein Schlager wurde der Maibaum-Bonsai aus Gilching als Bastel-Paket, 33 Zentimeter hoch und somit etwa im Maßstab 1:100 zum Original. Dieses Jahr gibt es beim «Guichinger Brauchtum» wieder einen echten Baum.

Der 2,50-Meter-Maibaum für Garten oder Wohnzimmer, den Andrea Bugl im niederbayerischen Landkreis Kelheim 2021 kreierte, findet auch dieses Jahr Anklang. «Ich dachte ursprünglich nach dem 1. Mai 2021 sei es vorbei, aber falsch gedacht, die Bestellungen liefen weiter.» Ein Baum gehe demnächst nach Holland und einer nach Österreich. «Und der weiteste bisher ging vor ein paar Wochen nach Salt Lake City.»

Nur in einigen Orten gab es trotz Corona neue Bäume, kontaktfrei aufgestellt mit Kränen. «Sonst hätten wir den Baum zusammenschneiden müssen», sagt Sebastian Bolzmacher, 2020 Vorsitzender des Burschenvereins in Holzhausen (Landkreis Bad-Tölz/Wolfratshausen). «Wir wollten unbedingt, dass der Maibaum wieder steht.»

Andere griffen wehmütig zur Säge. Die Burschenschaft im Starnberger Ortsteil Perchting ließ den schon geschlagenen Baum zu Brettern machen. Der Burschenverein Taufkirchen bei München gab ihn an ein Sägewerk, wie der Vorsitzende Julius Ammereller sagt. «Das macht man sehr ungern, wenn man den eigenen Maibaum zerschneiden muss.»

Dieses Jahr nun endlich ein neuer Anlauf – mit zu Anfang vielen Corona-Unsicherheiten. «Es gab lange Ungewissheit: Darf ich am 1. Mai feiern?», sagt Thomas Ludwig, Vorstand der Burschenschaft Perchting. Aber: «Unser Dorf braucht dringend wieder einen Maibaum. Weil die Dorfmitte sonst nackert ausschaut.»

Seit gut einer Woche wird in Perchting gewacht, in Taufkirchen schon seit 19. März. Tagsüber müssen laut Ammereller alle Taufkirchner aufpassen – Bürgerpflicht. Der Zauberspruch, der den Diebstahl innerorts noch stoppt, ist leicht zu merken: «Der Baum bleibt da.»

Vor vier Jahren hatten sich Diebe just an den Maibaum des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder herangemacht, vorgesehen für die Landesvertretung in Brüssel. Doch auch sie wurden knapp vor der Ortsgrenze mit ihrer Beute ertappt.

Zum traditionellen Aufrichten bringen Helfer die Maibäume mit gekreuzten Stangen langsam in die Senkrechte – eine gefährliche Sache, die heute oft von einem Kran abgesichert wird, zu oft gab es Unfälle. Vielerorts, so hört man, gerät die alte Technik auch zunehmend in Vergessenheit. Allein die rechten Kommandos wollen gelernt sein. «Das braucht lange Erfahrung», sagt Norbert Göttler.

Das Aufstellen wird zünftig mit Blasmusik begangen und klingt oft mit Tanz in den Mai aus. In diesem Jahr könnte das wieder fast wie früher gefeiert werden. Die heruntergefahrenen Corona-Regeln lassen es zu.

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Sport

THW Kiel wehrt Magdeburger Attacke ab und holt zwölften Pokalsieg

Der THW Kiel ist wieder einmal deutscher Pokalsieger. Im Finale besiegen die Norddeutschen den SC Magdeburg. Der will in dieser Saison die Wachablösung. Noch hat der SCM andere Titelchancen.

DHB-Pokal, THW Kiel – SC Magdeburg, Final Four, Finale, Barclaycard Arena. Die Kieler Mannschaft feiert den Pokalsieg während Kiels Kapitän Domagoj Duvnjak den Pokal hochstemmt. Foto: dpa

Von Stefan Flomm und Franko Koitzsch
Hamburg (dpa) – Rekordmeister THW Kiel hat den ersten Angriff des SC Magdeburg auf seine jahrelange Vorherrschaft im deutschen Handball abgewehrt. Die Schleswig-Holsteiner gewannen am Sonntag beim Finale um den DHB-Pokal in Hamburg mit einem 28:21 (12:13) gegen den erfolgshungrigen SCM und sicherten sich zum zwölften Mal in ihrer Vereinsgeschichte den Cup. «Ich bin superglücklich. Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft», sagte THW-Trainer Filip Jicha.

Vor 13 200 Zuschauern in der ausverkauften Barclays-Arena lieferten sich beide Teams ein hochklassiges und dramatisches Finale. Die Kieler hatten die bessere Startphase, weil die Magdeburger Probleme mit dem Abwehrbollwerk der Norddeutschen bekamen. Zudem stand in Niklas Landin der aktuelle Welthandballer des Jahres im THW-Tor. «Wir haben nur ein Problem», sagte SCM-Trainer Bennet Wiegert in einer Auszeit, «dass wir zu viel verwerfen.»

Die beeindruckende Form des THW-Schlussmanns erreichte sein dänischer Nationalmannschaftskollege Yannick Green im Tor der Magdeburger nicht. Landin parierte 14 Würfe, Green sechs. Doch mit einem 5:0-Lauf brachte sich der kombinationssichere SCM bis zur Halbzeitpause in Front. Nach dem Seitenwechsel ging es genauso umkämpft weiter. Erneut verteidigten die Kieler mit viel Erfolg ihr Tor und schafften mit schnellen Gegenstößen die Führung. In den letzten Minuten gelang den Kielern fast alles, den enttäuschten Magdeburgern nur noch wenig. «Absolut verdienter Erfolg eines gnadenlos effektiven THW Kiel», gestand Wiegert.

Die verbissenen Zweikämpfe bewiesen: In diesem Finale ging es auch ums Prestige, um die Rolle als Nummer eins in Deutschland. Da wollte keine Mannschaft zurückstecken. Auch die Trainer Wiegert und Jicha am Spielfeldrand waren hoch engagiert. Bundestrainer Alfred Gislason, der einst beide Mannschaften trainiert hatte, musste sich schon in der Halbzeitpause den Schweiß von der Stirn wischen. «Ich hänge an beiden Clubs», sagte der Isländer, der sowohl mit dem SCM (1999 bis 2006) als auch mit dem THW Kiel (2008 bis 2019) die Champions League gewonnen hatte.

Durch die Finalniederlage werden sich die Magdeburger aber nicht von ihren anderen Vorhaben abbringen lassen. In wenigen Wochen will der Tabellenführer der Bundesliga zum zweiten Mal nach 2001 die Meisterschale in Händen halten. Acht Spieltage vor Saisonende führen die Bördestädter mit acht Punkten Vorsprung vor Titelverteidiger Kiel und den Füchsen Berlin. Vereinsweltmeister ist die Mannschaft in dieser Saison bereits. Als nächster Triumph ist der Sieg in der European League möglich.

Das Pokal-Turnier nahm Abschied von Hamburg. Nach 28 Jahren in der Hansestadt zieht die Endrunde nach Köln in die 18 000 Plätze bietende Lanxess-Arena um. Die Spielstätte in Hamburg verfügt nur über 13 200 Plätze. «Wir wollten unbedingt der letzte Sieger in Hamburg sein. Ich habe hier viele schöne Erlebnisse gehabt. Köln ist leider etwas weiter weg von Kiel als Hamburg», sagte THW-Kapitän Domagoj Duvnjak.

Jicha, dessen Mannschaft ihre zwölf Pokalsiege allesamt in Hamburg geholt hat, bedauert den Umzug. «Ich bin sehr gerne hier und sehr traurig, dass wir Hamburg verlassen», meinte der 40 Jahre alte Tscheche. «Ich verabschiede mich mit einem unglaublichen Gefühl.» Frank Bohmann, Geschäftsführer der Handball-Bundesliga, erklärte: «Wir gehen mit mindestens einem weinenden Auge aus Hamburg weg. Aber ich sehe in Köln die größeren Entwicklungsmöglichkeiten.»

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Feuilleton

Fernando Botero wurde 90

Der kolumbianische Künstler Fernando Botero während einer Vorbesichtigung zu seiner Ausstellung «Botero». Foto: Angelo Carconi/ANSA/AP/dpa

Medellín/Berlin (dpa) – Der Kolumbianer Fernando Botero ist mit üppigen, rundlichen Figuren berühmt geworden. Dieses Volumen gibt er Menschen, Tieren, Pflanzen und Gegenständen, würdigt das Leben – und sein Heimatland. Am 19. April feierte der leidenschaftliche Künstler seinen 90. Geburtstag.

Botero ist einer der bedeutendsten und berühmtesten Künstler Lateinamerikas der Gegenwart. In seiner Geburtsstadt Medellín bilden 23 von ihm gestiftete Bronzeskulpturen auf der «Plaza Botero» ein besonderes Freilichtmuseum, das schöne «Museo Botero» in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá beherbergt 123 Werke des Malers und Bildhauers, der Kolumbien in der Welt glänzen lässt.

Doch auch in unzähligen Museen, auf Straßen und Plätzen weltweit sind seine Gemälde und Skulpturen wie in Berlin, München oder Bamberg vorübergehend oder dauerhaft zu sehen, locken Hunderttausende Besucher an. Es sind die charakteristischen üppigen, rundlichen, teils lustigen, teils skurrilen Figuren, mit denen Botero weltberühmt wurde. ER lebt heute überwiegend in Monte Carlo und Pietrasanta.

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Gesundheit/Umwelt

Dreifach-Geimpfte sind bei Omikron-Infektion weniger ansteckend

Eine Mitarbeiterin eines Testzentrums nimmt einen Nasenabstrich
für einen Corona-Test. Foto: Kira Hofmann/dpa

Genf (dpa) – Corona-Geimpfte sind bei einer Durchbruchsinfektion nicht nur vor schwerer Erkrankung gut geschützt, sie sind auch weniger ansteckend als Ungeimpfte. Anders als bei der Delta-Variante sind bei der Omikron-Variante allerdings drei Impfdosen nötig, um die Menge infektiöser Viruspartikel wirksam zu senken. Das berichten Schweizer Forscher um Isabella Eckerle und Benjamin Meyer von der Universität Genf im Fachmagazin «Nature Medicine».

Die Studie bezieht sich dabei auf die Omikron-Subvariante BA.1, nicht auf die mittlerweile in Deutschland dominierende Subvariante BA.2. «Unsere Ergebnisse unterstreichen die positive Wirkung von Impfungen über den individuellen Schutz vor schweren Erkrankungen hinaus», schreiben die Forscherinnen und Forscher. Zuerst hatte der «Spiegel» über die Studie berichtet.

Die Wissenschaftler hatten zwischen April 2020 und Februar 2022 bei insgesamt 565 Corona-infizierten Menschen innerhalb der ersten fünf Tage nach Symptombeginn Abstriche von der Nasenschleimhaut genommen. Die Untersuchung deckt also quasi den gesamten bisherigen Pandemie-Verlauf ab: Es wurde Infektionen mit der ursprünglich zirkulierenden Variante sowie mit der Delta- und der Omikron-Variante erfasst. Ein Teil der Probanden war ungeimpft, ein anderer Teil war zweifach geimpft oder geboostert. Fast alle Geimpften hatten einen RNA-Impfstoff bekommen.

Die Wissenschaftler ermittelten dann den sogenannte Ct-Wert, der angibt, wie viel Erbgut des Virus in einer Probe vorhanden ist. Zudem bestimmten sie über Zellkultur-Versuche die Menge infektiöser Viruspartikel in einer Probe. Dies ist ein besserer Indikator für die Ansteckungsfähigkeit eines Erkrankten, wie die Untersuchungen der Forscher bestätigten.

Die Auswertung der Daten ergab, dass Zweifach-Geimpfte bei einer Delta-Infektion deutlich weniger infektiöse Partikelin den oberen Atemwegen hatten als Ungeimpfte, nämlich knapp ein Fünftel. Außerdem konnten Geimpfte das Virus der Untersuchung zufolge schneller bekämpfen. Bei Omikron-Durchbruchsinfektionen war die Menge infektiöser Viruspartikel nach einer doppelten Impfungen so hoch wie bei Ungeimpften. Erst eine Booster-Impfung drückte den Wert deutlich auf etwa ein Fünftel.

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Reise

Turin im Porträt: Das kleine Paris im Piemont

Ein Hauch von Paris weht durch die Stadt: Nicht nur, weil die alles überragende Mole Antonelliana ein bisschen an den Eiffelturm erinnert. Foto: Ute Müller/dpa

Von Ute Müller
Turin (dpa) – Turins berühmteste Spezialität wird in einem Glas serviert – und darf bloß nicht umgerührt werden. Das Bicerin ist eine Mischung aus heisser Schokolade, Espresso und kalter Crema di Latte. «Die drei Schichten dürfen nicht gemischt werden, sonst geht der Effekt verloren», sagt Viviana vom Caffè Al Bicerin.

Das Caffè wurde 1763 gegründet, das Bicerin soll hier, im ältesten Kaffeehaus der Stadt, erfunden worden sein. Viviana ist eine der vier Besitzerinnen des Kaffeehauses. Sie erzählt: «Wenn die Turiner früher in die Kirche Santuario della Consolata gegenüber gingen, tranken sie nach dem Gottesdienst ein Bicerin.» Ein Glas ist so gehaltvoll, dass es durchaus ein Frühstück ersetzen kann.

Die Savoyer brachten barocke Pracht
Auch die erste heisse Schokolade, die «Cioccolata calda», soll einst in Turin erfunden worden sein. Die Mitglieder des aus Frankreich stammenden Adelsgeschlechts der Savoyer, die die Hauptstadt ihres Königreichs im Jahr 1563 von Chambéry nach Turin verlegten, wurden im Laufe der Zeit regelrecht süchtig nach Schokoladenerzeugnissen.

Die Savoyer brachten nicht nur ihren Hang für Gaumenfreuden sondern auch viel barocke Pracht nach Turin und in die Umgebung. Mehr als ein Dutzend ihrer Schlösser steht heute auf der Liste des Unesco-Weltkulturerbes. Hierzu zählt etwa der etwas außerhalb der Stadt gelegene Palast von Venaria Reale, dessen Erbauer der Pracht eines großen Vorbilds nacheiferten. So erinnert etwa die elegante Große Galerie des Königsschlosses an den Spiegelsaal von Versailles.

Beeinflusst von Frankreich, aber ur-italienisch
Turin liegt am Fuß der Alpen, die Grenze zu Frankreich ist nur eine gute Autostunde entfernt. Die Beziehungen zum Nachbarland sind nicht immer einfach gewesen, wie der Turiner Historiker und Schriftsteller Alessandro Barbero sagt: «Mehrere Male versuchten die Franzosen, unsere Stadt einzunehmen, doch sie scheiterten an ihren hervorragenden Verteidigungssystemen.»

Die Basilika Supergazeugt davon. Sie ist eines von Turins Wahrzeichen, von hier hat man einen wunderschönen Blick auf die ganze Stadt. Savoyen-Herzog Viktor Amadeus II. ließ die Basilika einst als Dank dafür erbauen, dass man die Angriffe der französischen Truppen abwehrte, die «Sonnenkönig» Ludwig der XIV. geschickt hatte.

«Die Nähe zu Frankreich hat uns natürlich beeinflusst, obwohl wir im Herzen ur-italienisch geblieben sind», sagt Barbero beim Espresso auf der im Pariser Stil errichteten Piazza San Carlo.

Man fühlt sich Mailand überlegen
Die Ursprünge Turins reichen zwar bis in die Zeit der Römischen Reiches zurück. Doch erst die Savoyen-Herzöge setzten die Stadt in Szene, ließen breite Boulevards und majestätische Piazzas errichten. Die Stadtplanung mutet zentralistisch an – wie in Frankreich.

«Sie basiert auf einem schachbrettartigen Straßensystem, stets ausgehend vom Savoyer Schloss an der Piazza Castello», erläutert Barbero. Diese Ordnung und Geradlinigkeit ist einer der Gründe, warum sich die Turiner dem ewigen Konkurrenten Mailand überlegen fühlen.

«In Mailand sind die Straßen und Gassen mittelalterlichen Ursprungs und ein einziges Gewirr», ätzt Barbero.

Ein Hauch von Paris
Auch die Portici erinnern an den französischen Einfluss in Turin. Die eleganten Arkaden sind ein Symbol der Stadt. Sie sind zum Großteil durchgehend miteinander verbunden und erstrecken sich über 18 Kilometer. Unter den eleganten Bogengängen finden sich Boutiquen, alteingesessene Geschäfte und historische Cafés, wo die Turiner auch bei schlechtem Wetter ihren Aperitif im Freien genießen können.

Ein Hauch von Paris weht durch die typischen überdachten Einkaufspassagen, allen voran die elegante Galleria Subalpina zwischen der Piazza Castello und der Piazza Carlo Alberto. Dort befindet sich auch der schöne Barockpalast Palazzo Carignano, in dem einst das erste italienische Parlament tagte und dessen Architekt sich an der Fassade des Pariser Louvre inspirierte.

Erinnerung an den Eiffelturm
Ein Fixpunkt in Turin ist die Mole Antonelliana, die ursprünglich als Synagoge erbaut, aber nie als solche benutzt wurde. 167 Meter ist der Turm hoch. Mit einem freischwebenden gläsernen Aufzug kommt man auf die Plattform in 85 Metern Höhe. Der Rundumblick auf Turin und die malerische Bergkulisse ist spektakulär.

«Mit etwas Fantasie erkennt man in diesem Turm trotz seines etwas zu kräftig geratenen Rumpfes eine Ähnlichkeit mit dem Eiffelturm», sagt Nicole, eine Architekturstudentin aus der Schweiz, die mit einer Gruppe Kommilitonen an der Aussichtsplattform steht.

In der Tat wurden beide Metallkonstruktionen zur gleichen Zeit erbaut und 1889 eingeweiht. Es war die Zeit, in die Entwicklung Turins zu einer modernen Industriestadt ihren Anfang nahm.

Ganz Turin tickte nach der Uhr von Fiat
Zehn Jahre nach Einweihung der Mole Antonelliana wurde hier Fiat gegründet – und Turin zum Zentrum der Automobilindustrie in Italien. «Ganz Turin tickte nach der Uhr von Fiat, das Leben ging früh los und endete bald nach der letzten Schicht, kurz danach schlossen auch die Geschäfte, an spätes Ausgehen war damals nicht zu denken», erinnert sich Historiker Barbero.

Es war die Zeit, in der viele Süditaliener auf der Suche nach Arbeit in die Stadt kamen. Sie fanden in den heute kaum noch erschwinglichen Palazzos Unterkunft und prägten so eine Stadt, die inzwischen viele Zuwanderer aus aller Welt aufnimmt.

Und nicht zuletzt setzten die 1924 erbauten modernistischen Fiat-Werkhallen von Lingotto auch architektonisch neue Maßstäbe. Sie wurden im Jahr 1982 geschlossen, heute produziert Fiat etwas südlich von Lingotto in seinem Werk im Stadtteil Mirafiori Sud.

Kunstmuseum auf Dach der Fiat-Fabrik
Das alte Werk in Lingotto verwandelte Stararchitekt Renzo Piano in ein Kultur- und Einkaufszentrum. Die legendäre Teststrecke mit ihren Steilkurven auf dem Dach blieb erhalten, sie führt heute um die Pinakothek der Fiat-Familie Agnelli. Die wertvollsten Stücke dieses Kunstmuseums hängen in einem Kubus, einem riesigen Stahlcontainer, den Piano einst als «Schmuckkästchen» bezeichnete.

Viele Turiner halten freilich ihre Stadt für ein Gesamtkunstwerk und bezeichnen sie gerne als «Piccola Parigi», als «kleines Paris».

Infokasten: Turin
Anreise: Täglich Direktflüge ab Frankfurt oder München mit Lufthansa oder Air Dolomiti, ab 150 Euro; per Zug über Lugano und Mailand
Einreise: Für die Einreise nach Italien ist ein digitales EU-Covid-Zertifikat (Grüner Pass) nötig, das den Nachweis einer Impfung, Genesung oder eines negativen Corona-Tests enthält. Für viele Bereiche des öffentlichen Lebens ist der Pass obligatorisch. Für Personen ab zwölf Jahren gilt laut Auswärtigem Amt etwa in Hotels, Bars und Museen die 2G-Regel. (Stand: 08.04.2022)
Informationen: Italienische Zentrale für Tourismus (www.enit.de sowie http://www.italia.it/en)
Tipps für die Turin-Reise auf der offiziellen Website der Turiner Tourismusagentur: http://www.turismotorino.org/de

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Frage des Komforts – Was Sterne über die Hotelqualität aussagen

Fünf Sterne lassen die Augen von Urlaubern aufleuchten. In so einem Hotel dürfen sie Luxus erwarten. Foto: Stefan Sauer/dpa

Von Evelyn Steinbach
Berlin (dpa) – Wer online oder im Reisebüro nach einem Hotel sucht, greift nicht nach den Sternen. Aber er achtet auf ihre Anzahl. «Sie sind die Währung der Hotels», sagt Markus Luthe, Geschäftsführer der Dehoga Deutsche Hotelklassifizierung. Diese Gesellschaft wacht in Deutschland darüber, nach welchen Kriterien Sterne vergeben werden.

Vor allem Hotels, die nicht durch ihren Markennamen bekannt sind, nutzt die Klassifizierung. Allerdings ist die nicht überall gleich. Die meisten Länder der Welt bewerten ihre Hotels nach eigenen nationalen oder regionalen Maßstäben.

Anders in Europa: Hier gibt es seit 2009 den Versuch, die Sterne zu vereinheitlichen. Unter Hotrec Hospitality Europe, dem europäischen Dachverband für Hotels, Restaurants und Cafés, haben sich 19 Länder einer Hotelstars Unionangeschlossen.

Neben Deutschland gehören unter anderem Österreich, die Schweiz, Tschechien, Ungarn, die Niederlande, Belgien, Dänemark, Schweden und Malta dazu. Sie alle eint ein Klassifikationssystem für ihre Hotels: 247 Kriterien, nach denen ein bis fünf Sterne vergeben werden.

Kriterien regelmäßig auf dem Prüfstand
«Alle drei Jahre überprüft eine Expertenkommission, ob die Kriterien eingehalten worden sind», sagt Luthe, der Präsident der Hotelstars Union ist. Mehr als 21 000 Hotels nehmen den Angaben nach europaweit an der freiwilligen Klassifizierung teil. «In Deutschland sind es aktuell 35 Prozent aller Hotels», so Luthe. Das sind gut 7000 Häuser, die meisten haben drei Sterne.

Alle fünf Jahre werden die Kriterien angepasst, der derzeitige Katalog gilt noch bis 2025. Es gibt Mindestkriterien, die für jeden weiteren Stern erfüllt sein müssen, sowie ein Punktesystem, nach dem Ausstattung, Qualität und Service bewertet werden.

Besonders viele Punkte werden für große Zimmer und Betten, einen Pool oder Kinderbetreuung vergeben. Auch eine Ladestation für Elektroautos sowie ein Nachhaltigkeitszertifikat wirken sich positiv aus. Erzielt das Hotel mehr Punkte, als die Sterne-Kategorie vorgibt, darf es den Zusatz «Superior» führen.

Klassifizierte Hotels müssen grundsätzlich sauber und gepflegt sein. Die Ausstattung muss funktionieren, es darf keinen Renovierungsstau geben. Aber worin unterscheiden sich die Sterne nun genau?

  • Ein Stern: Einfache Ausstattung, tägliche Reinigung
    Hotels mit einem Stern bieten einfache Zimmer mit Dusche oder Badewanne und WC. Bett, Tisch, Stuhl und Schrank – viel mehr Möbel braucht man nicht. Ein paar Extras gibt es aber: Internet im Zimmer sowie einen Fernseher. Im Bad liegen pro Person ein Badetuch sowie Seife oder Waschlotion bereit. Wer hier übernachtet, kann zudem sicher sein, dass täglich gereinigt wird.
  • Zwei Sterne: Ab jetzt gibt es ein Frühstücksbuffet
    Ab zwei Sternen müssen die Mitarbeitenden am Empfang mindestens zweisprachig sein. Jeden Morgen gibt es ein Frühstücksbuffet. Die Ausstattung der Zimmer wirkt etwas komfortabler. So sind zum Beispiel ein Leselicht am Bett und größerer Stauraum für Kleidung Pflicht. Für jeden Gast liegen zudem ein Bade- und Handtuch bereit.
  • Drei Sterne: Mittelklasse mit mehr Komfort
    Bei drei Sternen kommen weitere Services dazu: Der Empfang muss 24 Stunden erreichbar sein. Auf Wunsch werden das Gepäck transportiert, die Wäsche gewaschen und mehr Kissen organisiert. Auf dem Zimmer gibt es eine Kofferablage, einen Nachttisch und mehr Sitzgelegenheiten. Außerdem hat es Telefon, Haartrockner und Ankleidespiegel.
  • Vier Sterne: Aufzug, Hotelbar und Roomservice
    Ab vier Sternen ist ein Gästelift notwendig. Die Lobby ist größer, gemütlicher oder mündet gleich in eine Hotelbar. Im Zimmer stehen zusätzlich ein Sessel oder eine Couch und ein Beistelltisch. Der Fernseher zeigt ein internationales Programm. Für kühle Getränke sorgen eine Minibar, ein 24-stündiger Getränke-Roomservice oder eine Maxibar auf der Etage. Auf Wunsch gibt es Bademantel und Hausschuhe.
  • Fünf Sterne: Luxusklasse mit vielen Extras
    Wer fünf Sterne bucht, erhält höchsten Komfort. Ob Concierge- und Shuttle-Dienste, kleine Begrüßungsgeschenke auf dem Zimmer oder ein 24-Stunden-Roomservice für Getränke und Speisen: In diesen Hotels werden sämtliche Gästewünsche erfüllt. Wertsachen können im Safe verstaut werden.

    Sonnen sind keine Sterne
    Soweit ein grober Einblick in die Kriterien der Sternenvergabe der Hotelstars Union. Allerdings finden sich auf Reiseportalen oder in Veranstalter-Katalogen oft auch Sonnen, Rauten, Kästchen oder Punkte. «Sie haben nichts mit den Kriterien der Sternenvergabe zu tun», sagt Markus Luthe und fügt an: «Sie dürfen nur verwendet werden, wenn der Auszeichner erklärt, was darunter zu verstehen ist.»

    Dazu muss man wissen: Veranstalter führen oft eigene Bewertungen durch, die sich an nationalen Standards und eigenen Beobachtungen orientieren. So kann es vorkommen, dass Hotels in der Kategorie des Veranstalters nicht der Sternenklassifizierung des Landes entsprechen.

    Deshalb sollte man sich die Erläuterungen zu den Einstufungen genau anschauen. Bei Pauschalreisen muss die Sterne-Landeskategorie vor der Buchung und auf der Reisebestätigung ersichtlich sein.

    Ferienwohnungen tragen auch Sterne, aber andere
    Eine Ausnahme gilt für Ferienwohnungen, Ferienhäuser und private Ferienzimmer mit bis zu neun Betten. Für diese vergibt der Deutsche Tourismusverband (DTV) eigene achtzackige Sterne.

    «Die Unterkünfte beurteilen wir etwas tiefgreifender, zum Beispiel schauen wir auch nach Besteck und Geschirr in den Schränken», erklärt Patrick Berger, der die Klassifizierungsabteilung des DTV leitet.

    Der Fokus liegt auf Qualität und Ausstattung. Ab drei Sternen ist beispielsweise WLAN ein Muss. Ab vier Sternen eine Spülmaschine und Bettwäsche.

    Anders als bei den Hotelsternen gibt es für Ferienhäuser und -wohnungen keinen europaweiten Zusammenschluss. DTV-Sterne gelten nur für deutsche Ferienunterkünfte. Rund 40 000 sind laut dem Verband klassifiziert. Berger: «Die meisten werden von privat vermietet.»

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Aus Allen Staaten

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WOCHENPOST-Wortschatz

Selected Articles with helpful translations for those less comfortable with the German language

Bier in Superlativen: Diese Rekorde stammen aus Deutschland

Bier mit fast 60 Prozent Alkohol, das trotzdem nach dem Reinheitsgebot gebraut wurde? Geht nicht? Geht doch! Die Kombination Hopfen, Malz und Deutschland hat schon viele Rekorde hervorgebracht.

Freising: Die Abfüllanlage in der Bayerischen Staatsbrauerei Weihenstephan bei Freising. Sie gilt als älteste noch bestehende Braustätte der Welt, seit dem Jahr 1040 wird hier Bier gebraut. Neben der Brauerei befindet sich das Wissenschaftszentrum der Technischen Universität München mit einem Zentrum für Brauwissenschaft. Sie ist ein Regiebetrieb des Freistaates Bayern unter der Hoheit des Wissenschaftsministeriums. Foto: dpa

Von Marc Fleischmann
Berlin (dpa) – Wasser, Malz, Hopfen, Hefe: Aus diesen Zutaten wird Bier in Deutschland nach dem Reinheitsgebot hergestellt. Ein einfaches Rezept, das hierzulande schon zu vielen Rekorden geführt hat. Eine Auswahl zum «Tag des deutschen Bieres» :


Das stärkste Bier: Ein Deutscher reklamiert für sich, das stärkste Bier der Welt gebraut zu haben: Das «Schorschbock 57» von Georg «Schorsch» Tscheuschner gibt es seit 2011. Das Bier werde vier Monate gelagert und komme durch starke Kühlung im EisbockVerfahren auf einen Alkoholgehalt von 57,7 Prozent, heißt es auf der Homepage von Schorschbräu. Besonders stolz ist der Braumeister aus dem fränkischen Gunzenhausen darauf, dass sein «Schorschbock 57» nach deutschem Reinheitsgebot gebraut wird. Das noch stärkere «Brewmeister Snake-Venom» ist dagegen ein Bier-Spirituosen-Gemisch und kommt auf 67,5 Prozent.

Wenn es nach dem Guinness-Buch der Rekorde geht, hat wiederum ein anderes Bier die Nase vorn. Dort wird das schottische «The End of History» von Brewdog mit 55 Prozent Alkoholgehalt gelistet, das zuletzt 2010 verkauft wurde. Um die Sache auf die Spitze zu treiben: Seit 2020 machen Schorschbräu und Brewdog gemeinsame Sache. Heraus kam das «Strength in Numbers» mit 57,8 Prozent und toppt damit das «Schorschbock 57» um genau 0,1 Prozent.

Die älteste Brauerei:
Die Menschen haben wahrscheinlich schon vor 13 000 Jahren Bier gebraut. Archäologen entdeckten vor einigen Jahren in Israel die vermutlich älteste Brauerei der Welt. Wenn es dagegen um die älteste, aktuell noch betriebene Brauerei geht, muss die Reise gar nicht so weit gehen. Das Kloster Weihenstephan wurde im frühen 8. Jahrhundert nach Christus in Bayern gegründet. Im Jahr 1040 erhielt es eine Braulizenz, seitdem wird der Gerstensaft dort produziert.

Die zweitälteste funktionierende Brauerei der Welt liegt nur eine kurze Autofahrt entfernt. Im Kloster Weltenburg, 60 Kilometer nördlich von Weihenstephan, startete im Jahr 1050 das Bierbrauen.

Das größte Bierfestival: Wer einmal im Frühherbst in München war, den verwundert dieser Rekord nicht. Das Oktoberfest in der bayerischen Landeshauptstadt findet sich im Guinness-Buch der Rekorde unter dem Titel «Größtes Bierfestival». Dabei geht es konkret um den Konsum und die Veranstaltung aus dem Jahr 2011. Vom 17. September bis zum 3. Oktober haben seinerzeit insgesamt 6,9 Millionen Besucher 7,5 Millionen Liter Bier getrunken. Das heißt: Jeder Besucher in den 35 Bierzelten mit 105 000 Sitzplätzen hat mindestens eine Maß verzehrt.

Die kleinste Brauerei: Wenn es nur um den Platz geht, findet sich die kleinste Brauerei Deutschlands in Berlin. Die nur 35 Quadratmeter große Schlossplatzbrauerei ist in Köpenick zu Hause, der Braumeister an sich ist nach eigenen Angaben gar nur auf zwei Quadratmetern tätig. Trotzdem fließen sechs Sorten Bier aus den Zapfhähnen. Eine Besonderheit ist das «Babylonische Bier», dessen Rezept aus dem Jahr 1762 vor Christus datiert.

Die meisten Etiketten:
Ein weiterer Bier-Rekord aus Deutschland führt ins Frankenland nach Erlangen. Henrik Thomann steht seit 2012 mit den meisten gesammelten Bier-Etiketten im Guinness-Buch der Rekorde. Von den insgesamt 548 567 Exemplaren stammt etwa ein Drittel aus Deutschland – die anderen aus dem Rest der Welt.

Wochenpost – STICHWÖRTER– TRANSLATION

gebraut – brewed
Malz – malt
Hopfen – hops
Hefe – yeast
Zutaten – ingredients
hergestellt – produced
hierzulande – here at home
geführt – led
Auswahl – selection
reklamiert – claims
gelagert – stored
Eisbock-Verfahren – Eisbock-style beer process
stolz – proud
Braumeister – brew master
wiederum – on the other hand
schottische – Scottish
auf die Spitze zu treiben – to go to extremes
gemeinsame Sache – thing in common
wahrscheinlich – probably
endeckten – discovered
vermutlich – presumably
aktuell – current
betriebene – operating
Kloster – cloister
Gerstensaft – barley beverage
entfernt – distant
verwundert –surprise
Veranstaltung – event
verzehrt – consumed
Platz – square footage
fließen – flow
Zapfhähnen – beer taps
Besonderheit – specialty
Rezept – recipe
Etiketten – labels
meisten gesammelten – largest collection
stammt – originate
insgesamt – all together

Trans: Barbara Weidendorf, B.A., M.A.

*Note: Previous selections can be found in the Archives section of the site.*