30. Mai 2020 Selected Articles

Aus Aller Welt / Sport / Feuilleton / Gesundheit/Umwelt / Reise / Tipps und Trends / Aus Allen Staaten

Aus Aller Welt

Deutsche Bahn will Zahl der Reinigungskräfte in Fernzügen verdoppeln

In den nächsten Wochen dürften wieder mehr Menschen mit der Bahn unterwegs sein. Damit sie dabei in der Corona-Krise kein mulmiges Gefühl haben müssen, stockt die Deutsche Bahn beim Reinigungspersonal kräftig auf. In Frankfurt testet sie zudem eine spezielle Methode.

Service-Mitarbeiter Ahmed Dersüneli trägt bei seiner Arbeit im Frankfurter Hauptbahnhof einen Mundschutz. Die Deutsche Bahn will in Zeiten der Corona-Pandemie noch mehr für Hygiene und Sauberkeit in Zügen und an Bahnhöfen tun. Foto: dpa

Von Matthias Arnold und Isabell Scheuplein
Berlin (dpa) – Die Deutsche Bahn will in Zeiten der Corona-Pandemie mehr für Hygiene und Sauberkeit in Zügen und an Bahnhöfen tun. Dafür will der bundeseigene Konzern bis Juli die Zahl der Reinigungskräfte in den Fernverkehrszügen auf 500 verdoppeln, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Zuvor hatte die Funke-Mediengruppe berichtet. Im August sollen dann 600 dieser «Unterwegsreiniger» in den ICE- und IC-Zügen im Einsatz sein, hieß es. Insgesamt seien bundesweit 4300 Mitarbeiter für die Reinigung in Fahrzeugen und an Bahnhöfen zuständig.

«Vor dem Coronavirus können wir uns nur gemeinsam schützen», teilte Personenverkehrsvorstand Berthold Huber mit. «Bahnfahren ist sicher.»
Schwerpunkt der Reinigung liege nun auf den sogenannten Kontaktflächen, also Türdrücker, Griffe und Haltestangen. Auch Waschräume und Toiletten gehörten dazu. An Bahnhöfen würden vor allem Fahrkarten- und Snackautomaten besonders häufig geputzt.

Fernverkehrszüge werden demnach bei der Bereitstellung in den Werken gereinigt sowie alle zwei Stunden während der Fahrt. Regionalzüge «werden im Durchschnitt drei Mal pro Tag gesäubert», hieß es. «Bei Linien mit vielen Reisenden auch häufiger.»

Die Deutsche Bahn gibt für Hygiene und Reinigung eigenen Angaben zufolge jedes Jahr einen hohen dreistelligen Millionenbetrag aus, «der dieses Jahr noch weiter erhöht wird».

Mit der Öffnung von Restaurants und Hotels in vielen Bundesländern dürften auch die Züge wieder voller werden – besonders an den anstehenden beiden langen Wochenenden. Zwar waren in der Krise die Fahrgastzahlen massiv eingebrochen. Die Bahn hatte ihr Zugangebot aber kaum verringert. Vor allem im Regionalverkehr werden die Kapazitäten inzwischen wieder auf das Vorkrisenniveau hochgefahren.

Mit der Aktion wirbt die Bahn auch für die Sicherheit in den Zügen. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace rechnet damit, dass viele Menschen aus Sorge vor Ansteckungen öffentliche Verkehrsmittel weiter meiden werden und stattdessen das Auto nehmen.

In den Zügen wiesen die Beschäftigten kontinuierlich auf die Hygienevorschriften wie das Tragen von Stoffmasken hin, sagte ein Sprecher. Diese Praxis werde auch am kommenden Vatertagswochenende über Christi Himmelfahrt fortgesetzt.

Der Mitteilung zufolge will die Bahn an rund 180 Bahnhöfen und den 150 Service Stores künftig auch Desinfektionsmittel aus Spendern kostenlos anbieten. Außerdem können demnach dann an den 20 großen Bahnhöfen – wie Berlin, Hamburg, München, Frankfurt oder Köln – die Waschräume kostenlos genutzt werden, um sich die Hände zu waschen. Wer keine Maske besitze, könne für 1,50 Euro im Bordbistro der Fernzüge eine kaufen. Die Bahn hat dafür nach eigenen Angaben 19 Millionen Stück erworben.

Am Frankfurter Hauptbahnhof testet der Konzern zudem künftig an zwei Rolltreppen die Reinigung mit UV-Licht. Sie sei voraussichtlich ab diesem Mittwoch in Betrieb und reinige die Handläufe der Treppen, die von der S-Bahn hinauf in die Bahnhofshalle führen, sagte Bahnhofsmanager Hartmut Schwarz am Dienstag. Die Methode werde zunächst für vier Wochen getestet, bevor sie an anderer Stelle in Frankfurt oder an anderen Bahnhöfen eingesetzt werden könne.

Die Zahl der täglichen Besucher und Fahrgäste, die den Frankfurter Hauptbahnhof passieren, beträgt wegen der Pandemie derzeit mit rund 100 000 nur rund ein Fünftel. Sie steige nach und nach wieder an, sagte Schwarz. Bis zum Pfingstwochenende rechne er mit einer weiteren Zunahme.

Wochenpost – STICHWÖRTER– TRANSLATION

mulmiges Gefühl – feel uneasy
stockt auf – augment
Sauberkeit – cleanliness
bundeseigene – government owned
verdoppeln – double
Unterwegsreiniger – in-transit cleaners
Einsatz – deployed
Türdrücker – door openers
Griffe – handles
Haltestangen – grab bars
Fernverkehrszüge – long-distance trains
Bereitstellung – preparation
Werken – train yards
im Durchschnitt – on average
häufiger – more frequently
hohen dreistelligen Millionenbetrag
millions in the high 3-figure range
anstehenden – upcoming
Fahrgastzahlen – number of passengers
eingebrochen – in trouble
Zugangebot – number of train runs
verringert – reduced
Vorkrisenniveau – pre-crisis level
hochgefahren – driven up
wirbt – promoting
Sorge – worry
Ansteckungen – infection
meiden – avoid
wiesen hin – call attention
Beschäftigten – workers
H-vorschriften – advisories
Vatertag – (always the Thursday of Ascension)
über Christi Himmelfahrt –Ascension holiday weekend
Mitteilung – report
zufolge – according to
Spendern – dispensers
kostenlos – for free
besitze – own
erworben – purchased
Rolltreppen – escalators
in Betrieb – in use
bis zum Pfingstwochenende – by Pentecost weekend

Trans: Barbara Weidendorf, B.A., M.A.

Top

Sport

Formel-1-Notkalender als Puzzle: Mehr Fragen als Antworten

Eigentlich wäre in der Formel 1 an diesem Wochenende in Monaco der Sieg ausgefahren worden. Stattdessen geht es weiter nur darum, wie 2020 überhaupt noch eine Saison durchgeführt werden kann. Die Rennställe beschließen schon erste Maßnahmen für die Zukunft.

Von Thomas Wolfer
Silverstone (dpa) – Der Formel-1-Notkalender wird immer mehr zum unlösbaren WM-Puzzle. Nicht nur die Austragung der geplanten zwei Rennen in Silverstone im Juli ist nach wie vor unsicher, die tiefgreifenden Probleme durch die Coronavirus-Pandemie reichen längst von Singapur bis in die USA. Während der ab 5. Juli angepeilte Doppel-Auftakt in Spielberg von Österreichs Regierung noch nicht bestätigt wurde, lässt ein konkreterer Jahresplan der Rennserie weiter auf sich warten. Die Fahrer sind derweil zu Geisterrennen bereit, die Teams planen vorausschauend schon Sparmaßnahmen.

Wie die englische Zeitung «The Guardian» unter Berufung auf eine Regierungsquelle am Samstag berichtete, haben die Veranstalter des Heimspiels von Weltmeister Lewis Hamilton in Silverstone trotz großer Bemühungen bisher noch keine Ausnahmeregelung von den strengen Quarantänevorschriften in England bekommen. Die beiden Rennen ohne Zuschauer sind dem Bericht zufolge für den 26. Juli und 2. August angepeilt. Eine finale Absage gibt es zwar noch nicht, doch die Corona-Maßnahmen von Premierminister Boris Johnson sehen für alle Flugreisenden nach ihrer Ankunft in England derzeit eine zweiwöchige Quarantäne vor. Der Weg zu einer Lösung scheint aktuell schwierig.

Und das gilt auch für andere Events wie den Großen Preis von Singapur. Die lokalen Ausrichter schlossen für das Spektakel in Asien bereits ein Geisterrennen quasi aus. Auf dem Stadtkurs sei das nicht umsetzbar, zudem seien drei Monate Vorbereitungszeit nötig. Die Gesundheitsbehörden im US-Bundesstaat Texas teilten zuletzt mit, dass Großveranstaltungen bis Ende des Jahres sehr unwahrscheinlich seien. Damit droht dem Grand Prix in den USA am 25. Oktober das Aus. Aufgrund hoher Corona-Zahlen in Mexiko und Brasilien spielen Rennsportveranstaltungen 2020 dort gerade eine untergeordnete Rolle.

Falls überhaupt gefahren werden kann, sind sich die Piloten um Hamilton und Ex-Champion Sebastian Vettel zumindest einig, dass Geisterrennen in den nächsten Monaten ein notwendiges Übel sind. Sie seien «ein Mittel, um früher wieder auf die Strecke zurückkehren zu können, als bei Rennen mit Publikum. Deshalb akzeptieren alle Fahrer auch die Aussicht, vor leeren Rängen zu fahren», sagte der Chef der Fahrergewerkschaft, Alexander Wurz, dem Sender Sky Sports F1.

Der 46-Jährige betonte, dass keiner der Piloten, und auch nicht er persönlich, «ein Fan von Geisterrennen ist». Trotzdem habe sich bisher noch keiner «geweigert, dafür bereit zu sein». Auch habe niemand zu Ex-Fahrer Wurz gesagt, dass es falsch sei, unter diesen Bedingungen möglichst schnell wieder Rennen zu bestreiten.

Die ersten zehn Saisonläufe wurden abgesagt oder verschoben, an diesem Wochenende wäre es in Monaco um Platz eins gegangen. Nun sollen bis zum Jahresende idealerweise noch 15 bis 18 Rennen stattfinden. Auch ein Grand Prix in Hockenheim ist im Gespräch. Schon jetzt sind die finanziellen Schäden für alle Beteiligten enorm, kleinere Rennställe könnten die Corona-Krise nicht überstehen, wenn in den kommenden Monaten nicht wieder um Siege gefahren wird.

Wie die britische BBC und das Fachmagazin Autosport berichteten, haben sich die Teams auf eine Senkung der Budgetobergrenze geeinigt. Sie sollen einem Plan zugestimmt haben, der das Limit der Ausgaben pro Team und Saison von den ursprünglich geplanten 175 Millionen US-Dollar (161 Millionen Euro) für das kommende Jahr auf 145 Millionen US-Dollar (133 Millionen Euro) senkt. Für 2022 und die Periode von 2023 bis 2025 soll die Obergrenze jeweils noch zweimal um weitere fünf Millionen US-Dollar verringert werden.

Die Genehmigung vom Weltrat des Motorsport-Weltverbandes Fia sei nur noch Formsache, hieß es laut BBC. Über ein Ausgabenlimit wird seit Jahren diskutiert, die finanzielle Not während des Corona-Krise hat den Druck aber noch verschärft.

Top

Feuilleton

Schlagfertig und stark wie keine andere

Pippi Langstrumpf wurde 75

Sie hat ein Haus, ein Äffchen und ein Pferd und ist darüber hinaus auch noch das stärkste Mädchen der Welt: Vor 75 Jahren kam das erste Werk über Pippi Langstrumpf heraus. Astrid Lindgren schuf mit ihr eine bis heute unerreichte Figur.

Umschlagseite der schwedischen Erstausgabe
 von «Pippi Langstrumpf“ (1945)
   Foto: The Astrid Lindgren                                           Company/dpa 

Stockholm (dpa) – Die wohl größte Erfolgsgeschichte der Weltliteratur für Kinder begann am Bett eines siebenjährigen schwedischen Mädchens. «Pippi Langstrumpf wurde in dem Moment geboren, als ich zu meiner Mutter sagte: Bitte erzähl‘ mir mehr Geschichten», erinnert sich Astrid Lindgrens Tochter Karin Nyman. Sie habe damals krank im Bett gelegen und gewollt, dass ihre Mutter sie weiter unterhalte. Fast schon verzweifelt habe Lindgren darauf gefragt, was sie ihr denn noch erzählen könne, sagt Nyman. «Und da habe ich gesagt: Hmm, erzähl‘ mir von Pippi Langstrumpf! Es war bloß ein Name, der mir in den Sinn gekommen ist.»

Aus dieser juxen Idee ist eine der bekanntesten Kinderbuchfiguren des Planeten geworden. Astrid Lindgrens Bücher über die Abenteuer des stärksten Mädchens der Welt sind in 77 Sprachen übersetzt worden, knapp 66 Millionen Exemplare wurden weltweit verkauft, darunter rund 8,6 Millionen allein in Deutschland. Millionen von Kindern haben sich von Pippis wilden Geschichten begeistern lassen, sei es in Lindgrens Werken oder den ebenso berühmt gewordenen Pippi-Filmen mit Inger Nilsson in der Hauptrolle. Ganz besonders in Deutschland hat Pippi Langstrumpf Generationen von Kindern geprägt wie kaum eine zweite. Und Pippi ist bis heute Vorbild für Heranwachsende in aller Welt, hat aber auch den Feminismus und den Respekt vor Kindern herangebracht.

All das war am zehnten Geburtstag von Karin Nyman noch undenkbar. Damals, am 21. Mai 1944, erhielt sie von ihrer Mutter ein ganz besonderes Geschenk. «Ich habe das Manuskript von Pippi Langstrumpf bekommen, als ich zehn Jahre alt geworden bin», sagt Nyman im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Ein Jahr später, im Jahr 1945, kam «Pippi Långstrump» in der schwedischen Erstausgabe in den Handel – das ist der Grund, warum in diesem Jahr offiziell der 75-jährige Geburtstag von Pippi Langstrumpf gefeiert wird.

Wobei der Großteil der Jubiläumsveranstaltungen, die rund um Karin Nymans Geburtstag am 21. Mai stattfinden sollten, wegen der Corona-Pandemie ausfallen muss oder auf Eis liegt: Ein zentrales Fest im Stockholmer Freilichtmuseum Skansen wurde abgesagt, und bei vielen in Deutschland geplanten Pippi-Veranstaltungen wie Theaterstücken und Lesungen hofft man auf ein Nachholen in der zweiten Jahreshälfte. In der Astrid-Lindgren-Welt in Lindgrens Heimatprovinz Småland, in der die Villa Kunterbunt extra für dieses Jahr vergrößert wurde, wurde die Saisoneröffnung aufgeschoben. Und auch Abba-Ikone Björn Ulvaeus hat sein geplantes Zirkusmusical «Pippi im Zirkus» in Stockholm um ein Jahr auf den Juni 2021 geschoben.

Bis all das nachgeholt werden kann, bleibt den Fans von Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraimstochter Langstrumpf immerhin das Schwelgen in alten Geschichten – und natürlich das Schmökern in den alten Büchern.

Schon im ersten Buch, das im Herbst 1949 für 2,80 Mark in den deutschen Handel kam, lernt der Leser eine bis dahin völlig untypische und bis heute unerreichte Kinderbuchfigur kennen: Die rothaarige und sommersprossige Pippi Langstrumpf lebt am Rande einer namenlosen Kleinstadt in einem großen Haus, der Villa Kunterbunt, die sie sich mit ihrem Äffchen Herr Nilsson und einem Schimmel auf der Veranda teilt. Die Nachbarschaftskinder Tommy und Annika werden schnell zu ihren Freunden, die Pippi mit ihren verrückten Einfällen und ihrem losen Mundwerk auf unglaubliche Abenteuer mitnimmt – ebenso wie in den kommenden Jahrzehnten Millionen Kinder weltweit.

Das wohl erste Kind, das Pippi Langstrumpf auf Deutsch lesen durfte, war Silke Weitendorf. Ihr Stiefvater, der Hamburger Verleger Friedrich Oetinger, hatte Pippi Langstrumpf einst nach einem Besuch bei Astrid Lindgren in Stockholm nach Deutschland geholt, ihre Mutter ihr schließlich das Manuskript mit nach Hause gebracht. Besonders die unzähligen kreativen Einfälle von Pippi Langstrumpf gefallen ihr bis heute, wie die 79-Jährige im Gespräch mit der dpa sagt – sei es der Versuch, beim Spielen mit Tommy und Annika nicht den Boden zu berühren oder die unter die Füße geschnallten Bürsten beim Saubermachen in der Villa Kunterbunt.

«Dieses freiheitliche Denken der Pippi Langstrumpf, die Schlagfertigkeit, der Witz – der doppelbödige Witz oftmals – all das wurde damals zum ersten Mal in einem Kinderbuch beschrieben», erinnert sich Weitendorf. «Das habe ich in keinem anderen Buch gesehen, nicht einmal in Astrids anderen Werken.» Damit hänge auch der große Erfolg der Pippi-Geschichten zusammen, sagt Weitendorf. «Pippi verkörpert all das, was Kinder an Sehnsüchten und Wünschen und Träumen haben. Das manifestiert sich bei ihr mit sehr viel Spaß – und mit so vielen Einfällen, dass es geradezu wahnsinnig ist.»

Der Verlag Friedrich Oetinger, der damals bereits die deutsche Erstausgabe veröffentlicht hatte, hat nun pünktlich zu Pippis 75. Geburtstag eine Reihe von Jubiläumsprodukten und Neuerscheinungen in den Buchhandel gebracht. Zudem haben Lindgrens Nachfahren gemeinsam mit Save the Children in diesem Jahr die Kampagne «Pippi of Today» (Pippi von heute) ins Leben gerufen, um mit Pippis Hilfe auf die prekäre Lage von Mädchen auf der Flucht aufmerksam zu machen.

Auch ohne Festveranstaltungen gerät Pippi Langstrumpf somit auch nach 75 Jahren nicht in Vergessenheit. Und für die Schweden gehört sie nach wie vor zum Nationalstolz: Selbst die schwedisch-amerikanische Astronautin Jessica Meir las auf der Internationalen Raumstation ISS vor ihrer Rückkehr auf die Erde in einem Pippi-Buch. «Wenn eine Schwedin im Weltall gewesen sein sollte, dann ist das Pippi!», sagte sie dazu strahlend dem schwedischen Sender SVT.

Im Astrid-Lindgren-Kosmos auf der Erde hofft man derweil darauf, Pippi trotz Corona-Krise einigermaßen hochleben lassen zu können. Wie hätte das Mädchen mit den abstehenden roten Zöpfen in dieser Situation wohl reagiert?

«Pippi macht die Dinge immer auf die umgekehrte Weise», sagt Olle Nyman, der nicht nur Lindgrens Enkel, sondern auch der Chef das Familienunternehmens ist.

«Vielleicht machen wir das auch so und feiern einfach nächstes Jahr.»

Top

Umwelt

Unbekannte Vogelkrankheit: Tote Blaumeisen melden

Wer tote oder kranke Meisen findet, sollte dies unter www.NABU.de/meisensterben 
melden und auch Fotos senden.                   Foto: Monika Skolimowska/dpa

Berlin (dpa) – Naturschützer registrieren derzeit ungewöhnlich viele tote Blaumeisen. Um herauszufinden, ob sich eine neue Vogelkrankheit in Deutschland ausbreitet, bittet der Naturschutzbund Deutschland (Nabu), tote und krank wirkende Vögel zu melden. Vereinzelt erkrankten auch Kohlmeisen oder andere kleine Singvögel, hieß es.

«Erste Fälle wurden uns bereits Mitte März aus Rheinhessen in Rheinland-Pfalz gemeldet», sagte Nabu-Vogelschutzexperte Marius Adrion. Inzwischen sei die Zahl auf über 150 gestiegen. «Betroffen ist bisher vor allem der Streifen vom Westerwald in Rheinland-Pfalz über Mittelhessen bis ins westliche Thüringen.»

Erkennen könne man die kranken Tiere unter anderem daran, dass sie «apathisch und aufgeplustert auf dem Boden sitzen und nicht vor Menschen fliehen». Häufig seien Augen, Schnabel und Teile des Federkleids verklebt. Dieses Bild passe zu keiner bekannten Vogelkrankheit. Da die meisten der Tiere in der Nähe von Vogelfütterungen gefunden worden seien, rät der Nabu dazu, kein Futter und Wasser mehr anzubieten, wenn mehr als ein kranker Vogel an einer solchen Stelle beobachtet werde.

Wer tote oder kranke Meisen findet, kann dies unter http://www.NABU.de/meisensterben melden und auch Fotos senden. Gerade erst gestorbene Vögel sollten die Finder unter Einhaltung nötiger Hygienemaßnahmen und ohne den Vogel zu berühren luftdicht verpacken und im Eisfach aufbewahren. Nach Ostern sollten die Tiere an das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg oder nach vorheriger Rücksprache an das zuständige Kreisveterinäramt geschickt werden.

Top

Reise

Hoffnung und Hürden: Urlaubsziele in Europa vor dem Neustart

Bars und Restaurants durften in Italien nach rund zweieinhalb 
Monaten Lockdown im Rahmen 
der Lockerungen der Corona-Auflagen wieder öffnen. Foto: dpa

Wien/Berlin (dpa) – Ob ans Meer in Kroatien oder in die österreichischen Berge: Hält der Trend bei den Corona-Zahlen an, sind in Europa einige Grenzen ab 15. Juni wieder offen. Tourismusbranche und Urlauber schöpfen Hoffnung.

Die für Mitte Juni anvisierten Grenzöffnungen in Europa beflügeln die Hoffnung, die Sommerferien auch im Ausland verbringen zu können. Doch Bundesaußenminister Heiko Maas dämpfte bereits vor der Beratung mit Kollegen aus beliebten Urlaubsländern die Erwartungen: «Der Urlaub wird dieses Jahr nicht so sein, wie der, den man aus der Vergangenheit kennt». Einige Länder bereiten sich schon vor – andere müssen teils noch hohe Hürden überwinden

Top

Eigene Gottesdienste für Senioren

Dom in Bratislava. Foto: TK KBS/dpa

Bratislava (dpa) – Die katholische Kirche der Slowakei hat jetzt eigene Gottesdienste für Menschen über 65 Jahre eingeführt. Damit solle diese Risikogruppe besonders geschützt werden. Die Bischofskonferenz KBS als oberste Autorität der slowakischen Katholiken gab den einzelnen Pfarreien des Landes in einer öffentlichen Mitteilung freie Hand für die organisatorische Abwicklung.

Zumindest eine der Sonntagsmessen solle aber für Senioren vorbehalten sein, empfahlen die Bischöfe. Älteren Gläubigen, die zu anderen als den für sie vorgeschlagenen Zeiten in die Kirche kommen wollten, solle man dies nicht ausdrücklich verbieten. Jetzt dürfen in der katholisch geprägten Slowakei wieder Gottesdienste abgehalten werden – unter Einhaltung von Abstandsregeln und Maskenpflicht.

Top

Aus Allen Staaten

•••••••

Top