30. November 2019 Selected Articles

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Aus Aller Welt

Von Machos, Alphatieren und sorgenden Vätern: Männlichkeit im Wandel

Ein Psychiater begeistert mit Vorträgen über das Patriarchat, ein Schauspieler eckt an, weil er ein Baby im Tragetuch trägt. Das Männerbild unserer Gesellschaft ist ins Wanken geraten – und die Positionen liegen weit auseinander.

Dresden: Ein Mann hält ein Baby auf dem Arm. Hat sich die Rolle des Mannes in der Gesellschaft verändert? Foto: dpa

Von Christiane Oelrich
Zürich (dpa) – Sind Männer nicht mehr zeitgemäß? So hat die Schweizer «Weltwoche» ihre eher konservativen Leser in diesem Jahr alarmiert und der bedrohten Männlichkeit eine Titelgeschichte gewidmet. Seit vielen Jahren halte der Trend zu mehr Beteiligung der Männer an Haushalt und Familie an. Für die Wochenzeitung bleibt da die traditionelle Männlichkeit auf der Strecke. Was muss der Mann heute sein? Mitfühlend oder machohaft, liebevoll oder hart? Brauchen die, die einst als «starkes Geschlecht» galten, Mutmacher?

Am 19. November ist Internationaler Männertag, der unter anderem den Beitrag der Männer zur Gesellschaft zelebrieren soll. Das Männerbild hat sich stark gewandelt, und manchen verunsichert das. Viele Männer seien in der Krise, sagt Toni Tholen, der an der Universität Hildesheim zu Männlichkeit forscht. «Sie hören, sie sollen dies und das nicht sein, und fragen: was sonst

James Bond-Darsteller Daniel Craig stand vor einem Jahr im Zentrum einer Debatte, weil er auf einem Foto mit Baby im Tragetuch vor dem Bauch zu sehen war. Ein für seine ätzenden Kommentare bekannter britischer TV-Moderator höhnte auf Twitter: «Oh, 007 … nicht auch noch Du?» mit dem Schlagwort #emasculatedBond (entmannter Bond).

US-Psychologen sprechen in der Forschung zum Rollenbild Mann seit ein paar Jahren von «toxischer» oder «schädlicher Männlichkeit». Wenn kleine Jungen mit einem Ideal aufwachsen, das von ihnen verlange, Emotionen zu unterdrücken und dominant und aggressiv aufzutreten, sei Gewalt programmiert, so der US-Fachverband für Psychologie (APA). Manche Männer reagierten mit Gewalt, wenn sie in einer Beziehung ihre idealisierte männliche Identität bedroht sähen.

Die Vorstellung von Männern als Helden und Krieger habe zwar ausgedient, aber ein Vakuum hinterlassen, sagt Tholen. In der Lücke seien heute Leute wie die Präsidenten der USA, Russlands, der Türkei und Brasiliens präsent. «Alphatierchen wie Trump, Putin, Erdogan und Bolsonaro erobern die Definitionsmacht, was männlich ist. Je rechter, desto mehr traditionelle Rollenglorifizierung», so Tholen.

Verunsicherten
will der kanadische Psychiater Jordan Peterson helfen. Er propagiert in seinem Bestseller «12 Rules For Life: Ordnung und Struktur in einer chaotischen Welt» Thesen über ein naturgegebenes Patriarchat oder Konzepte wie «Ordnung ist männlich, Chaos ist weiblich». Bei Vorträgen in aller Welt jubeln ihm Tausende – vor allem Männer – zu. Seine Anhänger nennen sich «Hummer», weil der Kanadier in seinen hunderttausendfach angeklickten Vorträgen auf YouTube die Hummer als Beleg dafür nennt, dass männliches Dominanzverhalten von Natur gegeben sei.

Beim Rollenmodell «Ich Tarzan, Du Jane» sei die Harmonie der Geschlechterrollen noch in Ordnung gewesen, meint der «Weltwoche»-Autor in seinem Artikel. Für die neue Rolle der Männer hat er wenig übrig: «Diese Mischmasch-Männlichkeit mit dem Ausleben der sogenannten weiblichen Seite im Mann ist in etwa so prickelnd wie alkoholfreies Bier.»

Hat sich die Rolle des Mannes in der Gesellschaft tatsächlich so stark gerändert? Unter den Erwerbstätigen mit Kindern sind 94 Prozent der Väter in Vollzeit beschäftigt, aber nur 34 Prozent der Mütter, schreibt das Statistische Bundesamt 2018. Ein Jahr früher hieß es im Gleichstellungsbericht der Bundesregierung: Frauen verbringen im Schnitt täglich 87 Minuten mehr Zeit als Männer mit Haushalt, Kinderbetreuung, Pflege und Ehrenamt. Auch an Sonntagen leisten Frauen deutlich mehr unbezahlte Arbeit, wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) feststellt. Es könne also nicht daran liegen, dass Männer wegen Vollzeitjobs weniger Zeit hätten.

Bei der Elternzeit ist der Anteil der Männer, die davon Gebrauch machen, zwar seit Einführung des Elterngeldes 2007 von etwa drei Prozent auf 37 Prozent im Jahr 2016 gestiegen. Im Vergleich dazu nehmen aber mehr als neun von zehn Müttern Elternzeit, schreibt das DIW. Zudem bleiben Frauen viel länger bei den Kleinen: Sie nahmen 2018 im Durchschnitt 14,2 Monate, Männer 3,8 Monate Elternzeit. «Väter halten sich in Sachen Elternzeit vor allem aus finanziellen Gründen zurück, zudem befürchten viele negative berufliche Konsequenzen», so das DIW.

Warum bleiben nicht mehr Männer zu Hause und lassen die Frauen Karriere machen? «Ich glaube nicht, dass das funktioniert», sagt Peterson in einem Interview mit der «Zeit». «Insbesondere, weil Frauen den niedrigeren Status ihrer Männer nicht tolerieren können, der damit verbunden ist.» Frauen werfen dem Psychiater vor, er festige bei verunsicherten Männern reaktionäre Geschlechtermodelle.

Eine «Abwertung der Männlichkeit in der Gesellschaft» will auch der Psychologe Bjørn Thorsten Leimbach ausgemacht haben. Der Mann müsse «von weiblichen Normen, Regeln und Verhaltensweisen» befreit werden, «damit die maskuline Seele des Mannes (wieder) fliegen lernt», heißt es auf seiner Webseite. Wie aus Männern «Herzenskrieger» werden, zeigt Leimbach ihnen in Seminaren, 690 Euro für vier Tage.

Ein Refugium bietet auch der Schweizer Daniel Rasumowsky, Mitgründer der Messe «Man’s World» mit Flugsimulator, Whiskey-Tasting und anderem, was Männer vermeintlich glücklich macht. Er war zuletzt im Oktober in Hamburg damit erfolgreich. Rasumowsky geht es nicht um Männlichkeitskult, wie er sagt. «Man’s World maßt sich weder an, Männlichkeit zu definieren, noch Gender-Fragen zu beantworten», sagt er. «Es ist eine für die Zielgruppe Männer kuratierte Erlebnis- und Einkaufswelt.»

«Ich habe Sorge, dass sich Werte durchsetzen, mit denen wir ins Mittelalter zurückstürzen», sagt Männlichkeitsforscher Tholen. Er findet, es müssten viel mehr alternative Geschlechtervorstellungen entwickelt werden: «solche, die herrschafts- und gewaltfreier sind». Das Thema Geschlechterrollen gehöre schon in die Schule, fordert er.

Wochenpost – STICHWÖRTER– TRANSLATION

Patriarchat – patriarchy
Wanken – wavering
bedrohten – threatened
gewidmet – devoted
anhalten – stopped
Männlichkeit – masculinity
Mutmacher – someone to shore up of their courage
Beitrag – contribution
verunsichert das – feel that insecurity
was sonst? – what’s left?
ätzenden – caustic
höhnte – scorned
verlange – demand
Gewalt – violent
Fachverband – professional organization
Beziehung – relationship
Vorstellung – image
Helden – heros
ausgedient – outdated
Lücke – gap
erobern – conquer
Verunsicherten – those who are insecure
jubeln ihm Tausende…zu – thousands cheer him
Hummer – lobster
Beleg – proof
Geschlechterrollen – roles of the sexes
Ausleben – awakening
prickelnd – thrilling
Erwerbstätigen – gainfully employed
Anteil – proportion
Gebrauch machen – make use
Einführung – introduction
im Vergleich – in comparison
befürchten – fear
niedrigeren – lower
festige – strengthens
Abwertung – devaluation
Verhaltensweisen – relationship experts
Refugium – retreat
vermeintlich – supposedly
durchsetzen – push through
zurückstürzen – regress

Trans: Barbara Weidendorf, B.A., M.A.

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Sport

Etwas Licht am Polarkreis: Straßer und Dürr sorgen für Highlights

Das erste Slalom-Rennen nach dem Karriereende von Felix Neureuther war für den Deutschen Skiverband eine brutale Bestandsaufnahme. Nördlich des Polarkreises gab es am Wochenende aber auch zwei DSV-Sportler, die für Licht sorgten.

Lena Dürr aus Deutschland in Aktion. Foto: dpa

Von Maximilian Haupt
Levi (dpa) – Das Lächeln unter dem Schnurrbart von Linus Straßer wurde mit jeder Minute größer. Im dichten Schneetreiben von Levi stand der 27 Jahre alte Skirennfahrer vom TSV 1860 München im Ziel und beobachtete, wie immer mehr Konkurrenten seine Zeit im zweiten Durchgang nicht mehr unterbieten konnten – und er am Ende in Finnland starker Achter war. Besser war er in seiner Karriere nur einmal in einem Slalom gewesen. «Cooler, guter Saisonstart», kommentierte Straßer am Sonntag, noch bevor der Norweger Henrik Kristoffersen nördlich des Polarkreises ein Rentier für den Sieg übergeben bekam.

Weil zudem Lena Dürr tags zuvor mit Rang zehn ebenfalls ein Spitzenergebnis eingefahren hatte, war die Ausbeute des Deutschen Skiverbands (DSV) am ersten Slalom-Wochenende nach dem Rücktritt von Felix Neureuther besser als befürchtet. Eine ehrliche Bestandsaufnahme nach dem Karriereende des erfolgreichsten deutschen Skirennfahrers der Weltcup-Geschichte war der Trip nach Levi für den DSV allerdings auch. Denn außer mit Dürr war Damen-Cheftrainer Jürgen Graller mit seinen Schützlingen nicht zufrieden. Und außer Straßer hatte es keiner der fünf weiteren DSV-Starter ins Finale geschafft.

«Der einzige, der die Fahne hochgehalten hat in den letzten Jahren, war der Felix. Jetzt ist er nicht mehr da. Jetzt muss das Team Charakter zeigen», sagte Alpinchef Wolfgang Maier dem ZDF. «Es gilt auf jeden Fall zu attackieren. Das Ergebnis von Linus ist ein klarer Lichtblick.»

Besser war Straßer nur im Januar 2015 mit einem fünften Platz in Schladming. Seither waren die (eigenen) Erwartungen immer wieder groß – erfüllen aber konnte er sie nur äußerst selten. Der Tiefpunkt war dann die vergangene Saison, als er es in nur einem einzigen Slalom im Weltcup überhaupt in den zweiten Durchgang schaffte. Die Quittung: In Levi musste er mit der hohen Startnummer 47 antreten.

«Für mich war es erst mal wichtig, irgendwo mal wieder ein Ergebnis stehen zu haben», sagte Straßer. «Dass ich nicht schlechter Ski fahre als andere, die hier ganz vorne mitfahren, das weiß ich. Aber das hilft mir nichts, wenn die Ergebnisse nicht stimmen.»

Nach einem klugen ersten Lauf lieferte Straßer im Finale dann seit langem mal wieder eine engagierte, aggressive und leidenschaftliche Fahrt ab. «Der zweite Lauf war das, was man sich auch schon in den letzten Jahren vom Linus erwartet hat. Er ist oft unter seinem Wert geschlagen worden. Heute hat er mal gezeigt, was in ihm steckt. Ich denke da geht aber noch was», sagte Maier. Straßer verbesserte sich im Finale um 15 Plätze und hatte die zweitbeste Laufzeit.

Den Sieg zum Auftakt holten sich Kristoffersen aus Norwegen bei den Herren und Mikaela Shiffrin bei den Damen. Die US-Lady hat nun 41. Slalom-Siege im Weltcup – mehr als jeder andere vor ihr.

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Feuilleton

Stuttgarter Opernsanierung könnte mehr als eine Milliarde Euro kosten

Blick in den Zuschauerraum des Stuttgarter Opernhauses. Foto: dpa

Stuttgart (dpa) – Die Sanierung der Stuttgarter Oper könnte mehr als eine Milliarde Euro kosten und länger dauern als angenommen. Nach einer jahrelangen Debatte über das Projekt legten Stadt und Land dem Verwaltungsrat der Württembergischen Staatstheater am Dienstagabend die Pläne für die Gestaltung des Dreispartenhauses und die Übergangslösung vor. Entscheiden müssen letztlich Gemeinderat und Landtag. Denn die Kosten teilen sich Stadt und Land als Träger der Staatstheater jeweils zur Hälfte.

Das gut 100 Jahre alte Opernhaus muss dringend generalsaniert werden. Unter anderem soll eine moderne Kreuzbühne Bühnenbildwechsel vereinfachen, außerdem hat die Intendanz Tausende Quadratmeter zusätzliche Nutzfläche angemeldet.

Stadt und Land rechnen nun für die Sanierung und Erweiterung des Opernhauses mit Kosten zwischen 740 und 960 Millionen Euro – allein für die Arbeiten im und rund um den Littmann-Bau, dem heutigen Opernhaus. Eingerechnet ist die zu erwartende Baupreissteigerung. Zusätzlich würden Kosten von rund 104 Millionen Euro für die Interimsstätte am Kulturzentrum Wagenhallen erwartet. Außerdem möchte die Stadt den Bau von zwei Gebäuden auf dem stadteigenen Areal zeitlich vorziehen, um unter anderem die Verwaltung dort unterzubringen. Dies kostet nach Angaben des Stuttgarter Oberbürgermeisters Fritz Kuhn (Grüne) weitere rund 84 Millionen Euro.

Werden die jüngsten Vorschläge beschlossen, dürfte sich das Projekt einige Jahre länger hinziehen als geplant: Bislang sollte die Sanierung nicht vor 2024 beginnen und mindestens bis 2030 dauern. Kuhn geht nun von einem Baubeginn nicht vor 2025 aus.

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Gesundheit

Was mit dem Alkohol im Essen passiert

Rein und auch wieder raus? Theoretisch verdampft Alkohol beim Kochen – wie lang das dauert und ob wirklich alles verdampft, ist aber unklar. Foto: Zacharie Scheurer/dpa

Hamburg (dpa) – Ein Gläschen Weißwein kommt ans Risotto, eine ganze Flasche Burgunder an den Rinderbraten, ein Schuss Madeira in die Sauce und etwas Cognac in die Mousse au Chocolat. Alkohol, mal mehr, mal weniger hochprozentig, steht auf der Zutatenliste vieler Rezepte. Er steuert sein Aroma bei, seine fruchtige Säure und manchmal auch eine süße Geschmacksnote.

«Ich habe früher literweise Portwein verkocht», erinnert sich Sybille Schönberger. Mit 27 Jahren erhielt die Köchin ihren ersten Michelin-Stern, heute führt sie eine Kochschule und berät Gastronomie-Betriebe. Auf Alkohol verzichtet sie beim Kochen mittlerweile weitgehend – und zwar nicht nur, weil sie Kinder hat. Aber die Kinder waren der Auslöser, etwas genauer auf den Alkoholgehalt der Mahlzeiten zu achten.

Der Alkohol verkocht doch, oder? «So einfach ist es leider nicht», sagt Sascha Rohn, Professor für Lebensmittelchemie an der Universität Hamburg. «Alkohol verdampft zwar theoretisch bei 78,3 Grad. Er wird jedoch in Teilen von den anderen Zutaten gebunden und dadurch im Gericht gehalten.»

Wie die einzelnen Inhaltsstoffe miteinander reagieren, ist kaum erforscht. Deshalb lässt sich auch nicht berechnen, wie viel Restalkohol etwa von einem Glas Sherry in der Sauce noch übrig ist, wenn das Essen schließlich auf dem Tisch steht.

Eine Studie der Universität Idaho – aus dem Jahr 1992 – liefert Anhaltspunkte. Die Wissenschaftler untersuchten sechs Gerichte: In geschmortem Fleisch, das zweieinhalb Stunden im Topf köchelte, waren nur noch vier Prozent des ursprünglich zugegebenen Alkohols nachweisbar, in einer Grand Marnier Sauce dagegen noch 85 Prozent.

«Die Kochzeit spielt eine Rolle, die Temperatur, die Intensität, in der umgerührt wird. Aber es gibt keine Faustregel, nach der man einschätzen könnte, wie viel Alkohol in welcher Zeit verkocht», erklärt Rohn. Der Lebensmittelchemiker empfiehlt: «Kindern, Schwangeren und alkoholkranken Menschen sollte man mit Alkohol zubereitete Speisen deshalb nicht anbieten.»

Für alle anderen sind geringe Spuren von Alkohol gesundheitlich unproblematisch, «wenn aber ein Lebensmittel nach Alkohol schmeckt, ist darin mehr als nur eine Spur Alkohol enthalten», sagt Fabienne Kroening, Sozialpädagogin beim Blauen Kreuz in Wuppertal. Der Suchthilfeverband unterstützt suchtgefährdete und suchtkranke Menschen und ihre Angehörigen.

Für alkoholabhängige Menschen sei die unmittelbare Rückfallgefahr oft nicht so hoch, wie angenommen. «Mechanismen, die zu einem Alkoholrückfall führen, sind vielfältiger psychologischer Natur und haben mehr mit der inneren Haltung und der jeweiligen seelischen Verfassung zu tun, als mit der tatsächlich in den Körper aufgenommenen Alkoholmenge.» Bereits der Geschmack von Alkohol durch einen Aromastoff könne bei Betroffenen einen Suchtdruck auslösen.

Kochen ohne Alkohol sei in der Ausbildung junger Köchinnen und Köche ein untergeordnetes Thema, sagt Karl Haaf vom Verband der Köche Deutschlands. Klassische Rezepte für Fisch- oder Wildgerichte oder Frikassee würden nach wie vor mit Wein zubereitet. Auf der Speisekarte muss Alkohol nicht vermerkt werden. Im Zweifel vor der Bestellung also besser beim Kellner nachfragen.

Doch gibt es Alternativen? «Man sollte sich überlegen, was ähnlich schmeckt», rät Köchin Schönberger. «Wenn mir die Schokoladen- oder Zimtnote eines Weins wichtig ist, dann kann ich auch ein Stück dunkle Schokolade oder eine Zimtstange verwenden.»

Traubensaft eignet sich für dunkle Saucen, weißer Balsamico-Essig kann Weißwein ersetzen, ein geriebener Apfel sorgt in der Bolognese-Sauce für Säure. «Man muss sich einfach trauen und ein bisschen herumprobieren», sagt Schönberger.

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Reise

Krippen aus aller Welt in Füssen

Auf Krippen-Touren durch Füssen. Foto: Stadt Füssen

Füssen (dpa) – In Füssen gibt es Krippen aus aller Welt zu sehen – vom 1. Dezember bis zum 5. Januar können Besucher den Krippenweg ablaufen. In dieser Zeit gibt es zudem regelmäßige Themenführungen – mit Stationen bei handgefertigten Krippen in den Altstadtkirchen. Dabei erfahren Besucher nicht nur Details über die Stadt im Allgäu, sondern auch über verschiedene Krippenbauweisen und Krippenarten, sowie über regionale Weihnachtsbräuche.

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Keine Scheu: So erschließen sich Ältere die digitale Welt

Die Enkel sind nur per E-Mail erreichbar, die Bank um die Ecke existiert nicht mehr: Der Umgang mit PC oder Tablet wird für Senioren immer wichtiger.

Wie fühlt sich die Tastatur an? Vor einem Kauf gilt es, sich auch mit dem Zubehör vertraut zu machen. Foto: dpa

Von Bernadette Winter
Berlin/Mainz (dpa) – Die Bank im Dorf gibt es nicht mehr, Geld überweisen läuft jetzt online – doch wie soll das gehen? Der Gang zum Einkaufen fällt nicht mehr so leicht – aber kann man es wagen, Lebensmittel im Internet zu bestellen? Fragen wie diese beschäftigen viele ältere Menschen.

Aus Sicht von Günter Voß ist es wichtig, dass sich Ältere mit dem Digitalen auseinandersetzen. «Medienkompetenz ist Altersvorsorge», betont der Koordinator des Senioren-Computer-Clubs Berlin-Mitte.

Man komme mit anderen Menschen in Kontakt oder könne ihn halten, führt Voß aus – zum Beispiel zu den Enkeln, die in fernen Ländern unterwegs sind. Aber welches Gerät ist dafür sinnvoll? Muss es ein spezieller Senioren-PC sein? Oder reicht ein Tablet?

Verschiedene Hersteller haben speziell konfigurierte Computer, Smartphones und Tablets auf den Markt gebracht, die für Senioren leichter zu handhaben sein sollen. Die Geräte sind auf wesentliche Funktionen reduziert, haben große Icons und liefern Erklärtexte, wie Ingolf Leschke von der Zeitschrift «Computer Bild» erläutert.

Oft liefen diese Rechner mit dem Betriebssystem Linux und lieferten alles, was man im Alltag braucht. «Wer damit allerdings Kinder oder Enkel um Rat fragt, muss davon ausgehen, dass diese mit Windows oder Apple-Computern arbeiten und sich bei Linux erst einmal einarbeiten müssen», gibt Leschke zu bedenken.

Eher Laptop als
Desktop-Computer

Worin sich die Experten einig sind: Die Zeiten des klassischen Desktop-PCs, der unter dem Schreibtisch steht, sind mehr und mehr vorbei. «Das nimmt zu viel Platz weg», findet Günter Voß.

«Ein Laptop ist leicht zu handhaben, leicht zu tragen, man ist einfach mobiler damit», sagt auch Reinhard Gundal. Der Webdesigner gibt an der Volkshochschule Mainz PC-Kurse für Senioren. Jedoch ist bei Laptops die Größe des Bildschirms begrenzt – schwächer werdenden Augen kommt das nicht entgegen.

Dietmar Kroschel, Inhaber einer Senioren-Computerschule im Westerwald, empfiehlt einen Laptop mit 17-Zoll-Bildschirm. Weniger als 15 Zoll Diagonale sollte es nicht sein. Das sind 38,1 Zentimeter. Eine weitere Möglichkeit ist der Kauf eines zusätzlichen Monitors, an den man den Laptop zu Hause anschließen kann.

Bedienung der Maus
ist Übungssache

Dazu kommen Tastatur und Maus und bei Bedarf ein Multifunktionsgerät, das Dokumente und Fotos drucken, faxen, scannen und kopieren kann. Der Umgang mit Maus, Touch-Display beim Tablet oder des Maus-Ersatzes Trackpad ist Übungssache, meint Voß. Er rät, vor dem Kauf alles anzufassen und zu testen, wie die Geräte in der Hand liegen. Kroschel weiß: «Viele betrachten die Maus erst einmal als Fremdkörper, den sie nur ganz vorsichtig bewegen.» Mit Training ändert sich das jedoch.

Wer mit der Vielzahl der Anwendungen oder der Größe der Abbildungen und Schriften nicht zurechtkommt, kann sich das Gerät so einstellen, dass nur die wichtigsten Programme auf dem Desktop angezeigt werden, rät Leschke. In den Einstellungen lasse sich sowohl bei Windows als auch bei macOS bestimmen, wie groß die Symbole dargestellt werden.

Beim Betriebssystem raten Gundal und Kroschel zu Microsoft Windows 10 mit dem Office-Paket für E-Mails, Textbearbeitung und weitere Anwendungen. «Es ist das gängigste und für alle Apps, zumindest was diese Klientel betrifft, besser geeignet», findet Gundal. Gerade weil Windows 10 so weit verbreitet sei, finden hier Ältere leichter Hilfe, sagt Kroschel. Manchen reiche auch das kostenlose Open-Office-Paket als Bürosoftware sowie Mozilla Thunderbird als Mailprogramm.

Vor dem Kauf ist es nach Angaben von Gundal wichtig, sich ausführlich beraten zu lassen und mehrere Meinungen einzuholen, damit sich Ältere im Elektronikmarkt kein überdimensioniertes PC-Equipment aufschwatzen lassen. Von Tablets rät Gundal eher ab: «Sie sind einfach zu klein.»

Soll es dennoch ein Smartphone oder Tablet sein, rät Günter Voß dazu, einen Stift zur Bedienung zu nutzen. Der erleichtert es, Symbole und Buchstaben auszuwählen, was die Finger vielleicht nicht mehr präzise können.

Wer ungeübt auf dem digitalen Feld ist, kann spezielle Kurse belegen. Dort werden die Vorgänge erklärt und Ängste abgebaut. «Wir versuchen, das langsam und in einfachen Worten zu erklären», schildert Günter Voß die Kurse, die sein Senioren-Computer-Club anbietet.

Kinder oder Enkelkinder sind zwar eine Hilfe, oft aber nur bedingt. Sie erklären Vorgänge nicht, sondern lösen Probleme lieber schnell selbst oder per Fernzugang zum PC, weiß Kroschel. «Schreiben Sie mit», rät er – und dann: «üben, üben, üben», ohne Hilfe von außen.

Paare trainieren am besten gemeinsam. «Es sollte nicht einer allein für den PC zuständig sein. Dann steht der andere im Krankheits- oder Todesfall unwissend da», warnt Kroschel.

Sich selbstständig im Digitalen zurechtzufinden, ist aus Sicht von Reinhard Gundal ein ganz zentraler Punkt: «Ohne ein gewisses Maß an Grundwissen geht die Lust ganz schnell verloren und die PC-Welt wird frustriert ad acta gelegt.»

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Aus Allen Staaten

Royal couple honored at the Schützenhaus

DASV‘s Coronation BalI 2019

Schützenkönig Jim Binder and his Queen Wendy with the dance group “Echoes of Ukraine”

This year‘s Coronation Ball took place on Saturday, October 26th at the DASV Schützenhaus. The evening began with a scrumptious buffet-style dinner, catered by the famous Bon DiVant Cuisine. Everybody enjoyed the selection of various tasty dishes.

After dinner President Binder greeted the guests: Detroit Schwaben Unterstützungs-Verein President Paul Werner; GBU Saxonia President Edith Kuplent; Michigan Sänger-Bezirk President Blondine Klimach; Schwäbischer Männerchor honorary President FranK Sinz; GACC Table-Tennis Vice President Sigfried Charow; Fröhliche Kreis founder Jim Daniska; and a special welcome to the new German-American of the Year, Lisa Gerstheimer; as well as all other attending guests. Then he gave the microphone to the Master of Ceremony for the evening, Dennis Hogan. Dennis kept the guests entertained for several minutes while the Royal Court donned their sashes for their Einmarsch into the main hall. Schützenkönig Jim Binder and his Queen Wendy; Kronprinz Ted Hundich and his Princess Mary; Right Wingman Eric Hartfiel, accompanied by last year‘s Queen, Marianne Krenzer (his wife Fariba could not make this event), Left Wingman Heinz Hoffmann, and his wife Erika. The applause was great as they paraded around the hall and took place before the stage.

The ‚Rhinelander Band’ provided the music for this evening. Dennis Hogan asked Vice President Kenneth Burney and Arthur Pscheidl to present each person of the court with their medals. Then he asked all the previous Queens to come forward to be recognized with a flower. Following, it was the previous Kings turn also to accept their applause. Naturally pictures had to be taken. The entertainment for this event was the tireless performance of the dance group “Echoes of Ukraine” with their wonderful and energetic renditions of the dances. It made me tired just watching these young men and women do these dances. They were rewarded with thunderous applause.
It was a great evening that everyone enjoyed. Congratulations again to the Royal Couple, Jim and Wendy, and their Court.
Lisa Gerstheimer
Press Secretary

Windsbach Boys Choir Amaze at Nov. 2nd Concert

The ‘Windsbacher Knabenchor’ at St. Lorenz Church

The internationally acclaimed ‘Windsbacher Knabenchor’ German boys choir recently completed their US Concert tour (Oct. 24-Nov.3) where they wowed audiences in Wisconsin, Minnesota, Iowa, Missouri, Indiana, Illinois and Frankenmuth, MI. Their esteemed conductor Martin Lehrmann arranged the program to include sacred and secular international A Capella music from five centuries.

Windsbach, Germany, home of the music school, is only about a 10-minute drive from Neuendettlsau, Germany where Frankenmuth’s heritage began via Wilhelm Loehe in 1845. As a successful continuing mission, St. Lorenz Church was therefor of interest for the concert tour and was thrilled to be selected as one of the tours stops.

The 50 boys (ages 11-19) and 5 adults arrived in Frankenmuth on Nov. 2nd and were welcomed by 24 local ‘host’ families who all enjoyed a pizza party at the Ratskeller in Bavarian Inn Lodge where the Zehnder family graciously donated games and putt-putt golf for the choir members and host family children. Host families agreed the boys were a joy to house and only wished they would have had more time with these remarkable young ambassadors.

Over 750 people were awestruck as the talented young boys performed at their concert at St. Lorenz Church which began at 7:45 pm. Their repertoire included sacred choral music from several era’s including ‘Veni Creator Spiritus’, ‘Der Geist hilft unser Schwachheit auf’, ‘Schaffe in mir Gott’, ‘Komm Heiliger Geist’, ‘Morgengesang’, ‘Jesus und Nikodemus’, ‘Tenebrae factae sunt’, German folk songs including ‘Wir lieben sehr im Herzen’, ‘Mein Mädel hat einen Rosenmund’, ‘Muss i denn’, ‘Das Wandern ist des Müllers Lust’, ‘Der Lindenbaum’, ‘Es flog ein alter Käfer’, and wrapped up with several American songs including ‘Somewhere over the Rainbow’, ‘Shenandoah’, and ‘Witness’ (an American spiritual).

The choir also participated at the St. Lorenz 9:30 am Sunday worship service after which they departed for their next concert on Sunday evening in Chicago, Ill.

Sponsors for the concert included; Frankenmuth Chamber German Heritage Fund, Goethe Institut, Lutheran Church Extension Fund, and St. Lorenz Lutheran. It was an honor for Frankenmuth, MI to host this talented group and another real highlight of the Music at St. Lorenz program.

Additional Information on the Choir
This Choir has performed with the Deutsche SymphonieOrchester Berlin, the Bamberger Symphoniker, and the Freiburger Barockorchester. With numerous CD recordings, TV and radio broadcasts, and frequent invitations to important festivals, the choir maintains an outstanding position in the choral music scene. As a musical and cultural ambassador, the Windsbach Boys Choir travels regularly within Europe, as well as to Japan, North and South America, Israel, Australia, Taiwan, Singapore and the People’s Republic of China. With a focus on sacred repertoire, the choir covers a cappella works of all eras, as well as the great oratorios of J. S. Bach, Händel, Mozart, Mendelssohn and Brahms. Esteemed conductor Martin Lehmann carefully arranges the concert programs to include a wide range of works from local as well as German and international composers. The travelling choir consists of 50 singers, ages 11–19, who live and board together with another 70 singing students at their school in Windsbach, Germany. Vocal training, instrumental instruction and a well-rounded education are the focus of the Windsbach boarding school.

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