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WICHTIG – IMPORTANT NOTICE

Ein geschichtlicher Rückblick:

Die „Nordamerikanische Wochenpost“
schließt nach 168 Jahren und geht
über in die New Yorker Staats-Zeitung

Die New Yorker Staats-Zeitung übernimmt am 1. Juni die Wochenpost.

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Warren, MI (mt/bk) – Mit traurigem Herz geben wir bekannt, dass die deutschsprachige amerikanische Zeitung „Nordamerikanische Wochenpost“ nach 168 Jahren eingestellt wird. Der Grund ist der Schwund von Lesern und vor allem Anzeigenkunden sowie steigende Produktions- und Versandkosten.

Die Zeitung kann auf eine lange Geschichte zurückblicken: Zwei deutsche Einwanderer, die Gebrüder August und Conrad Marxhausen gründeten 1854 die erste deutschsprachige Zeitung in Detroit mit dem Namen Michigan Journal. Sie sahen, dass die vielen neu ankommenden deutschen Immigranten einen fast unstillbaren Nachrichtenhungªºer hatten. Deshalb brachten die Gebrüder zusätzlich 1866 eine Wochenzeitung, Die Familienblätter, heraus. Im Jahr 1868 wurden die beiden Zeitungen dann zusammengelegt und unter dem Namen Detroiter Abend-Post geführt. August Marxhausen jr. übernahm die Leitung der Zeitung von 1910 bis 1921.

Nach seinem Tod bleibt das Zeitungsunternehmen in Familienhand, und August Marxhausens Tochter Louise Burghard nahm als Präsidentin im Chefsessel Platz. Die junge Frau, die bereits in den Vereinigten Staaten geboren wurde, wird als „die Güte selbst“ mit „vornehmster Gesinnung“ beschrieben. Unter ihrer Leitung begeht die Detroiter Abend-Post ihr 75. Jubiläum.

 Doch die Korken knallen nicht in Detroit. Die Prohibition verbannte die Feiernden auf die kanadische Seite des Detroit Rivers. Mit der neuen Chefin erhielt die Zeitung 1921 auch ein neues Zuhause in Detroit an der Brush Street, Ecke Gratiot. Waren es nicht die journalistischen Gegenspieler, dann machten andere Umstände der engagierten Frau zu schaffen und die Hölle heiß. Zwei Feuersbrünste in der Brush Street zerstörten Teile der Redaktion. 1928 brannte das oberste Stockwerk aus, Menschen kamen nicht zu Schaden. 1938 wüteten die Flammen wieder durch die Produktionsräume und vernichteten nahezu die ganzen Anlagen. Gleichzeitig drückte die Zeit der Depression aufs Gemüt und den Kontostand. Die Geschäftslage war schlecht. Als Louise Burghard 1934 verstarb, hinterließ sie ihrem Sohn Robert Burghard das Unternehmen.

Nach dem Tod von Robert Burghard wurde die Zeitung nach mehr als 80 Jahren in Familienbesitz von der Marxhausen-Burghard-Familie an Ernest K. Sahlmann verkauft. Der wirtschaftete die Zeitung an den Rand des Ruins – so dass sie im Oktober in die Hände eines vom Bundesgericht eingesetzten Masseverwalters gelangte. Am 18. November 1938 sollte die Zeitung öffentlich versteigert werden. In letzter Minute retteten Oscar F. Keydel, Kurt Krause, Willy Schaefer, John Mayer, Paul Schmidt und die Post Printing C. die Zeitung vor dem Untergang.

Die Quellen schweigen still, wenn es um die Aufarbeitung der Kriegsjahre geht. Was sich in der deutschen Gemeinde von Detroit tat und wie sich die Detroiter Abend-Post über Wasser hielt, während in Europa der Zweite Weltkrieg tobte, bedarf einer intensiveren Nachforschung. Eines bleibt indes unbestritten, mit der Familie Keydel hatte die Zeitung gute, neue Adoptiveltern gefunden. Als Präsident lancierte Oscar Keydel das Blatt durch raues Gebiet. Ihm zur Seite stand der gelernte Buchdrucker Kurt Krause, der über die finanzielle Lage wachte und als Geschäftsführer für die Zukunft plante. Über die Jahre mauserte sich Keydel zum alleinigen Anteilhaber, er erwarb die gesamte Zirkulation.

Einen Gedenkstein setzte sich Berthold Vogt als langjähriger und aufmerksamer Redakteur. Bei den deutschen Vereinen beliebt, schrieb er bis zu seinem 50. Arbeitsjubiläum zunächst alltäglich, dann ab dem 5. Oktober 1942 drei Mal wöchentlich, dann zwei Mal wöchentlich und schließlich nur noch ein Mal pro Woche über Wohl und Wehe der Deutsch-Amerikaner in Michigan. Die Krankheit in den Knochen, kämpfte Berthold Vogt bis zu seinem Dienstjubiläum. Am 50. Jahrestag überbrachte die neue Geschäftsleitung Glückwünsche und Blumen ins Krankenhaus. In der selben Nacht verstarb der treueste Redakteur, der der Detroiter Abend-Post ein halbes Jahrhundert ihr Gesicht gegeben hat.

1954 feierte die Detroiter Abend-Post ihr 100-jähriges Jubiläum.
Der Post Printing Company drückte der Schuh. Supermärkte überschütteten die Druckerei mit Aufträgen für Anzeigenblättchen. Die Maschinen mussten ausgelastet werden. Die Abend-Post geriet zwar nicht unter die Räder, wurde aber abgestoßen. Post Printing Chef, Erwin Shoe, hielt dennoch seine schützende Hand mit Rat und Tat und harter Währung über den Zeitungsexoten.
Als er 1960 verstarb und auch die Chefetage der Abend-Post etwas müde wurde, schaute man sich nach einem jungen, fleißigen Mann um.

Knuth Beth betrat die Szene. Über Kanada, wo er eigentlich nur seine Englisch-Kenntnisse aufbessern wollte, kam der gebürtige Koblenzer nach Detroit. Als gelernter Schriftsetzer staunte er über die antiquierte Einrichtung in der Brush Street. Dort standen im Maschinensaal vier Linotypes, und einer pappte die Nummer Sechs auf der Seite: Die sechste, die um 1890 die Werkstatt des Erfinders Mergenthaler verlassen hatte, musste noch acht Jahrzehnte später zweimal wöchentlich die Neuigkeiten des Tages in deutscher Sprache Schwarz auf Weiß ausspucken.

 Beth bewies, dass er nicht zwei linke Hände, sondern ein Geschick fürs Zeitungsmachen hatte, und schon bald boten die Geschäftsmänner Kurt Krause, Kurt Keydel und sein Bruder Oscar dem frischen Import die Übernahme an. Nun war Knuth Beth aber nicht mit vollen Taschen über den Atlantik gekommen, und Goldtaler fielen nachts auch nicht vom Detroiter Himmel. Mit Krause hatte er sich schnell geeinigt, das er sein Drittel kauft und über fünf Jahre seine Schuld abstottert. Gleichzeitig versprach er auch den Keydel-Anteil zu übernehmen. 1968 und 1972 gingen noch einmal Anteile über den Tisch. Jetzt war Knuth Beth sein eigener Chef und der der Detroiter Abend-Post.

Frischer Wind blies durch die Brush Street. Als erstes wurden die abgenutzen Bleischriften ersetzt und moderne Schriften angeschafft. Dann wurde der gute alte Buchdruck durch das neue Offset-Verfahren ersetzt. Schnelleres und aktuelleres arbeiten wurde möglich. Bilder zierten wie Make-up die in neuem Glanz erstrahlende Abend- Post. Am Donnerstag, den 9. Mai 1968, war für Tage der Lack ab. Ein Brand verursachte zwar keinen großen Schaden, doch die Löscharbeiten setzten die Zeitung unter Wasser. Aufgeweicht und nass ging eine Nummer baden. Die Abend-Post konnte nicht erscheinen.

Seit dem 5. April 1980 schmückt sich die Abend-Post mit einem zweiten Titel: die Nordamerikanische Wochen-Post war geboren. Der neue Name sollte verdeutlichen, dass die Zeitung in fast allen Staaten der US gelesen wird.

In den 70er und 80er Jahren gaben sich etliche Reporter und Redakteure die Klinge in die Hand. Unter ihnen Namen wie Frau Hoffmann, Frau Rambaum, Monika Ziegler, Birgit Kroon, Gisela Fife, Mechthild Claussen, Ruth Körbel, Hans Appel und nicht zu vergessen die Schwester des Herausgebers, Adelgund Fuchs.

Doch der Vorrat an guten Journalisten, für die die deutsche Sprache täglich Brot war, schrumpfte zusammen. Stets innovativ kam Beth auf die Idee, junge Leute aus Deutschland nach Amerika zu holen.

Zusätzlich verpflichtete er sich zwei von der Free Press in den Ruhestand versetze Kundendienst-Fachleute. Ihre Vorschläge nahmen konkrete Formen an: Zeitungsboxen, freie Exemplare auf Fluglinien, in Universitätsbibliotheken und Verkauf in Buchläden. Nur wer den Horizont erweitert, hat Zukunft, lautete Knuth Beths Motto.

 Und er erweiterte sich: Im Jahr 1991 kaufte Knuth Beth zwei deutschsprachige Zeitungen, und bewahrte sie somit vor dem Untergehen – die Chicago Abendpost/Sonntagspost und die Milwaukee Deutsche Zeitung. Die Leser dieser Zeitungen wurden in die Riege der Wochenpost Leser aufgenommen.

 Als im November 1989 die Berliner Mauer fiel, brachte die Wochenpost im Oktober 1990 eine Sonderausgabe heraus, die sich diesem historischen Wendepunkt der deutschen Geschichte widmete.

Im Oktober des Jahres 1994 wurde die Zeitung 140 Jahre alt und wieder hatte die Wochen-Post einen Grund zum Feiern: Sie hat überlebt. Sie hat sich nicht unterkriegen lassen. Sie hat stets ihren Dienst getan: als Sprachrohr der Deutsch-Amerikaner, als seelische Stütze, als Trost, Heimatersatz, Informationsquelle und vieles mehr.

 Am 2. Oktober 2004 wurde der 150. Jahrestag der Zeitung mit einer 80-seitigen Sonder-Ausgabe gefeiert. Sie enthielt unter anderem auserwählte Berichte über die Deutschen in Amerika in den letzten 150 Jahren.

Herausgeber Knuth Beth und sein Redaktions-Team versuchten jede Woche, den Nachrichtenhunger ihrer Leser mit Informationen aus Deutschland und Europa zu stillen. Seit 1996 ist die Redaktion mit Computern ausgestattet. Auch im Internet war die Nordamerikanische Wochen-Post unter http://www.wochenpostusa.com/ zu finden.

Vor vier Jahren übernahm Wilfried Mozer die Redaktion der Zeitung. Mit dem Wochenpost Team von Ingrid Grotloh, Birgit Kroon, Kenneth Burney, Ingrid Stein sowie freiem Mitarbeiter Bert Martin, führte er die Zeitung weiter, bis zur letzten Ausgabe am 28. Mai 2022.

Wir sind stolz, die deutsche Sprache und Kultur hier in Amerika über die Jahre gepflegt zu haben, und danken Ihnen für Ihre Treue und hoffen, dass Sie auch weiterhin der New Yorker Staats-Zeitung die selbe Treue schenken.

Mit Tränen in den Augen möchten wir noch ein Schmunzeln mit unseren Lesern teilen: „Ich glaube nicht, dass das Fernsehen jemals die Zeitung ersetzen kann.“ – „Warum denn nicht?“ – „Hast du schon mal versucht, mit einem Fernseher eine Mücke zu erschlagen?“

Aus Aller Welt

Udo Lindenberg ist jetzt ein schottischer Lord

Hamburg: Udo Lindenberg, Sänger, steht bei der Spendengala für die Kinder der Ukraine auf der Bühne des St. Pauli Theaters. Foto: dpa

Schwerin (dpa) – Vom Sänger zum Lord: Udo Lindenberg darf künftig den schottischen Titel Lord tragen. Zu seinem 76. Geburtstag am Dienstag schenkte ihm sein Team ein kleines Grundstück in Schottland, wie der Tour-Veranstalter mitteilte. Nach altem schottischem Recht sei der Sänger damit zu Lord Lindenberg geworden.

«Ein Schloss kann sich Lord Lindenberg wohlgemerkt nicht auf seinem Grundstück bauen», heißt es weiter. Das Stück Land sei lediglich zehn mal zehn Meter groß. Es diene aber einem guten Zweck – durch den Verkauf der Grundstücke werde die Erhaltung eines Naturschutzreservates finanziert.

Laut Mitteilung plant Udo Lindenberg auch eine Reise zu seinem Grundstück in Schottland. Zunächst steht für den Kultsänger aber eine Deutschlandtour an. Das erste Konzert gibt er am 24. Mai in Schwerin, zwei Tage vorher findet dort auch eine öffentliche Generalprobe statt.

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Sport

Der ungeliebte Sieger: Leipzig gewinnt den Pokal, Freiburg die Herzen

RB Leipzig bejubelt den ersten großen Titel der jungen Clubhistorie. Die Liga hält sich mit Glückwünschen zurück. Beim Verlierer Freiburg überwiegt der Stolz – auch auf die Fans. SC-Trainer Streich hat einen Wunsch, der ihm wichtiger ist als die Trophäe.

22.05.2022, Sachsen, Leipzig: Fußball: DFB-Pokal, nach dem Finale SC Freiburg – RB Leipzig. Spieler von RB Leipzig stehen mit dem DFB-Pokal vor den jubelnden Fans auf dem Marktplatz auf dem Rathausbalkon während einer Feierstunde im Rathaus anlässlich des Pokalgewinns des Bundesligisten RB Leipzig. Foto: dpa

Von Christoph Lother, Frank Kastner und David Langenbein
Leipzig/Berlin (dpa) – Die Fußball-Helden wurden von Tausenden frenetisch gefeiert. Die Leipziger Pokalsieger auf dem Rathausplatz und der Festwiese, der unterlegene SC Freiburg am Freiburger Stadttheater. Nach einer Partynacht im Berliner Nachtclub «Pearl» wurde das siegreiche Team von Trainer Domenico Tedesco am Sonntagmittag von den Fans begrüßt, ehe sich alle Angestellten von RB Leipzig im Goldenen Buch der Stadt eintrugen. Nach dem Elfmeterkrimi im DFB-Pokal-Finale waren die meisten kaum zur Ruhe gekommen. Auch in Freiburg gab es am Abend einen bewegenden Empfang für die unterlegenen SC-Spieler und deren Kult-Trainer Christian Streich.

«Ich bin überglücklich», sagte Tedesco nach dem ersten großen Titel der Leipziger in ihrer erst 13-jährigen Clubhistorie. Der Coach verspürte auch «Erleichterung». Wegen seiner Entstehungsgeschichte mit Geldgeber Red Bull im Rücken hatte der Fußball-Bundesligist insbesondere in den Tagen vor dem Finale wieder viel Kritik aus der Fanszene einstecken müssen. Nicht wenige Fans bundesweit hätten die Sachsen nach den verlorenen Pokal-Endspielen 2019 und 2021 gerne ein weiteres Mal scheitern gesehen. Trotz langer Unterzahl und dank großer Mentalität schnappte sich RB diesmal aber den Pott.

Die Gratulationen aus der Liga hielten sich anschließend in Grenzen. Vom Vorstandschef des FC Bayern München, Oliver Kahn, gab es eine. «Wir sehen uns im Supercup!», schrieb er bei Twitter. Von einer Person auf der Freiburger Bank habe ihm nach dem Platzverweis während des Spiels kurzzeitig sogar «purer Hass» entgegen geschlagen, erzählte Tedesco. Um so liebevoller war da der Empfang in der Heimat.

«Wir sind stolz als RB Leipzig, solche Fans zu haben», sagte Clubchef Oliver Mintzlaff. Der Pokalsieg sei auch ein Lohn für die Unterstützung in den vergangenen 13 Jahren. Den RB-Kritikern rief Mintzlaff zu: «Wer es immer noch nicht kapiert hat, dass RB Leipzig ein fester Bestandteil des deutschen Fußballs ist, dem ist nicht mehr zu helfen – und denen wollen wir auch nicht mehr helfen.»

Mit 4:2 gewannen die Leipziger am Samstagabend das Elfmeterschießen. Freiburgs Christian Günter und Ermedin Demirovic vergaben. Nachdem er durch Maximilian Eggestein (19. Minute) in Führung gegangen war und RB-Verteidiger Marcel Halstenberg wegen einer Notbremse Rot gesehen hatte (57.), verpasste es der Sport-Club – womöglich auch aus Angst vor der eigenen Courage – den Sack zuzumachen. Stattdessen kassierte er in Überzahl den Ausgleich durch Christopher Nkunku (76.) und musste sich nach drei Aluminium-Treffern in der Verlängerung noch geschlagen geben.

Wie schon im Rennen um die Champions-League-Plätze in der Liga hatte Freiburg gegen RB wieder das Nachsehen. Eine laut Streich «wahnsinnig tolle Saison», in der sich der SC für die Europa League und erstmals für das Pokalfinale qualifizierte, endete mit der dritten Pflichtspiel-Niederlage in Serie. Das werde womöglich noch «brutal weh tun», prophezeite der Coach, der zunächst aber stolz war. Am Abend in Freiburg sang Streich das Vereinslied mit. Als er mit Sprechchören gefeiert wurde, war der Coach den Tränen nahe.

«Es war so toll mit den Leuten, was hier alles abgegangen ist», sagte Streich, der mit seiner Mannschaft vom rot gekleideten Menschenmeer in der Ostkurve noch lange nach dem Spiel mit Sprechchören gefeiert worden war. «Wie sich die Fans aufgeführt haben in der Stadt – 30 000 und total friedlich. Wenn wir das bewahren könnten in diesem Verein, das wäre mein größter Wunsch. Da verzichte ich auch gerne auf einen Pokalsieg, auch wenn es mir schwerfällt.»

Oberbürgermeister Burkhard Jung hob die Bedeutung des Clubs für die Stadt hervor. Für die Seele und das Selbstbewusstsein der Menschen sei der Pokalsieg eine unheimlich wichtige Botschaft. «Wir sind wieder da, wir sind wieder auf Augenhöhe mit anderen Städten», sagte das Stadtoberhaupt. Jung bezog sich auch darauf, dass der Deutsche Fußball-Bund in Leipzig gegründet wurde und auch der erste deutsche Fußballmeister – der VfB Leipzig – aus der sächsischen Großstadt kam.

Im Stadion war der Leipziger Jubel am Samstag unterbrochen worden, als ein Mann kurz nach dem Spiel nahe der Fotografentribüne reanimiert werden musste. Fast 20 Minuten herrschte gespenstische Atmosphäre, ehe vorsichtige Entwarnung folgte: Der Patient sei laut Stadionsprecher «stabil» und wurde unter dem Applaus der Zuschauer aus der Arena gebracht.

Kapitän und Torhüter Péter Gulácsi, der wie Forsberg schon bei den Final-Niederlagen gegen die Bayern und Borussia Dortmund dabei war, nannte den gelungenen Saisonabschluss einen «unglaublich schönen Moment». In der Liga hatten sich die Leipziger gerade noch in die Königsklasse gerettet. Nach dem Halbfinal-K.o. in der Europa League wäre eine Pleite in Berlin ein herber Schlag für den Club gewesen. «Der Teamspirit, den wir gezeigt haben, war außergewöhnlich», meinte Gulácsi.

Abwehrchef Willi Orban, ebenfalls schon seit 2015 bei RB, sagte: «Wir haben Geschichte geschrieben. Ich hoffe, das war nur der Anfang.» Auf ihrem offiziellen Twitter-Account benannten sich die Leipziger noch in der Nacht in Pokalsieger um.

Auf der Fahrt zur Festwiese im Autokorso durch die Stadt wurden die Spieler von den Fans begleitet. In Berlin hatte der RB-Tross bis zum frühen Morgen gefeiert. Zu einem Überraschungsbesuch war auch der vor einem Jahr zum FC Bayern München abgewanderte ehemalige Trainer Julian Nagelsmann gekommen, der Mintzlaff und der Mannschaft seine Glückwünsche aussprach. Nagelsmann war titellos aus Leipzig gegangen.

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Feuilleton

Neue Buchstabiertafel

Die neue Buchstabiertafel «für Wirtschaft und Verwaltung»,
die das Deutsche Institut für Normung (DIN) jetzt in Berlin
veröffentlicht hat. Foto: DIN/dpa

Berlin (dpa) – Buchstabiert wird künftig von A wie Aachen bis Z wie Zwickau. Nach intensiven Beratungen hat das Deutsche Institut für Normung (DIN) jetzt in Berlin die neue Buchstabiertafel veröffentlicht. Die DIN 5009 für «Ansagen und Diktieren von Texten und Schriftzeichen» greift jetzt durchgehend auf Städtenamen zurück. Damit ist auch das alte N wie Nathan nicht berücksichtigt, das die Nationalsozialisten durch Nordpol ersetzt hatten. Für diesen Buchstaben steht künftig Nürnberg. Anstoß für die Neugestaltung der Buchstabiertafel war ein Hinweis des baden-württembergischen Antisemitismusbeauftragten Michael Blume. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden alle jüdischen Namen in der Tafel ersetzt.

Die Anwendung von Norm und Buchstabiertafel sei freiwillig, hieß es nun in einer Mitteilung. Gedacht ist sie vor allem für Wirtschaft und Verwaltung. Die eingesetzte Kommission hat im Vergleich zu einem ersten Entwurf noch einmal neun Städtenamen ersetzt. So musste Augsburg Aachen weichen, um den Doppellaut «Au» am Anfang zu vermeiden. Ein ähnliches Schicksal ereilte Stuttgart mit seinem «St». Nun heißt es: S wie Salzwedel. Andere Großstädte wie B-erlin, H-amburg und M-ünchen setzten sich durch.

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Gesundheit/Umwelt

Corona-Regeln fallen: Ist das Immunsystem aus dem Training?

Die meisten Menschen müssen sich nach zwei Jahren Pandemie allerdings nicht um ihr Immunsystem sorgen. Foto: Boris Roessler/dpa

Von Ricarda Dieckmann
Dortmund (dpa) – Nach zwei Jahren Pandemie endete kürzlich die Pflicht zu vielen Infektionsschutzmaßnahmen. Sie haben uns – im besten Fall – nicht nur vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus, sondern auch vor anderen Krankheitserregern bewahrt.

Was bedeutet das? Müssen wir Sorge haben, dass unser Immunsystem aus dem Training geraten ist? Baut es sich wie die Muskeln ab, wenn man es nicht regelmäßig fordert?

«Die kurze Antwort ist: Nein», sagt Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie (DGfI). «Grundsätzlich funktioniert das Immunsystem nicht wie ein Muskel, der schwächer wird, wenn man ihn weniger benutzt.»

Dazu kommt: Trotz der Corona-Maßnahmen haben wir in den vergangenen zwei Jahren keinesfalls in einer sterilen Blase gelebt. «Zwar kommen viele Erreger über die Atemluft in den Körper, aber es gibt noch genügend andere, die wir über die Nahrung aufnehmen oder die Haut», sagt Watzl. Trotz Maske im Gesicht und Desinfektionsmittel auf den Händen hat sich unser Immunsystem weiterhin fleißig mit Keimen auseinandergesetzt.

Allerdings ist es durch die Pandemie zu einem Rückstau von bestimmten Infektionen gekommen. Denn mit einigen Erregern, darunter Erkältungsviren, infizieren wir uns in unserem Leben immer wieder.

Das liegt daran, dass die Immunität nach einer Infektion nicht allzu lange hält. «Das heißt: Da bin ich alle paar Jahre wieder fällig. Und wenn ich mir dann diese Infektion nicht abhole und meine Immunität auffrische, dann bin ich immer noch fällig», so Watzl. Der Immunologe geht davon aus, dass viele dieser Infektionen infolge der fallenden Corona-Regeln nachgeholt werden.

Es dürfte im Frühjahr also viele Schnupfnasen geben, die nichts mit Corona zu tun haben. Und das hat, so Watzl, auch nichts damit zu tun, dass das Immunsystem in den Zeiten der Pandemie und ihrer Schutzmaßnahmen weniger leistungsfähig geworden wäre.

Zwar mag einigen die Erkältung dann vielleicht heftiger vorkommen. Laut Watzl kann das aber daran liegen, dass viele von uns schlichtweg nicht mehr gewohnt sind, erkältet zu sein.

Auch bei Kindern wird es, so prognostiziert der Immunologe, zu nachgeholten Infektionen kommen, etwa mit dem RS-Virus. «Aber auch das hat aber nichts damit zu tun, dass das Immunsystem der Kinder durch die Pandemie geschwächt wurde, sondern es ist einfach die erste Infektion, die jetzt der doppelte Jahrgang durchläuft.»

Auch wenn das Immunsystem nicht mit einem Muskel vergleichbar ist: Man liest und hört dennoch immer wieder von Wegen, das Immunsystem und dessen Abwehrkräfte zu stärken. Ist das sinnvoll? «Prinzipiell wehre ich mich gegen die Einstellung, dass man sein Immunsystem stärken muss», sagt Watzl. Denn die meisten Menschen werden mit einem gut funktionierenden Immunsystem geboren.
Erst mal müsse man also gar nichts extra tun. Aber: Damit das Immunsystem gut arbeiten kann, müssen bestimmte Anforderungen erfüllt sein. «Es braucht relativ viel Energie, es braucht einige Spurenelemente und Vitamine. Und wenn ich dem Immunsystem nicht das gebe, was es braucht, dann funktioniert es schlechter», sagt Watzl.

Wer sich einseitig ernährt, zu wenig schläft und bewegt oder viel Stress hat, vermindert die Leistungsfähigkeit seines Immunsystems.

Bei den meisten Menschen reicht das aus, um das Immunsystem fit zu halten. Wer nicht gerade von einer Immunschwäche betroffen ist, muss sich in diesen Tagen also nicht allzu viele Gedanken um den Zustand des Immunsystems machen.

Eine gute Portion Vorsicht ist aber weiterhin nicht verkehrt.

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Reise

Kuba: Königspalmen, Tabakpflanzen, Gästehäuser in bunten Farben

Gästehäuser in bunten Farben. Foto: dpa

Havanna/Viñales (dpa) – Schon die Anfahrt auf der sechsspurigen Autobahn von Havanna in Richtung Westen in die stille Provinz Viñales ist ein Abenteuer: Neben den Autos fahren Traktoren und Radler über Schlaglöcher und bröckelnden Asphalt, mehrfach muss man wegen neugieriger Rinder an der Strecke abbremsen.

Fincas und Felder mit Tabak und Mais, Bananen, Palmen und Gestrüpp umsäumen die letzten Kilometer auf holperiger Landstraße.

Hier auf der Anhöhe ist der Blick auf das üppig grüne Valle de Viñales grandios: Hohe Königspalmen, Tabakpflanzen, Bauernhäuschen, bizarre Kalk- und Karstfelsen, etliche in Kegelform, andere mit Kuppen wie Elefantenrücken.

Auch am Pool des Hotels Los Jazmines schauen Gäste gebannt in die Ferne. Das Viñales-Tal ist Nationalpark und Unesco-Welterbe. Öko- und Bauauflagen sind streng. So gibt es im gleichnamigen Städtchen und der Umgebung nur fünf Hotels mit insgesamt rund 500 Betten.

Gut 1600 Familien machen aus der Zimmernot aber eine Tugend und vermieten Casas particulares, also Privatquartiere. Insgesamt sind es 4000 Betten – bei knapp 30.000 Bewohnern eine stolze Zahl. Viñales zähle zu den Pionieren des Individualtourismus, sagt der Chef von Kubas Tourismusbüro in Berlin, Gioacchino Cinquegrani.

Der Individualtourismus begann hier vor gut 20 Jahren. Auch in Havanna erhielten damals erste Familien staatliche Lizenzen zur Vermietung an Ausländer.

Viñales bietet Kuba pur. Gäste trinken im Freien Kaffee und Mojito, beobachten das Treiben am Platz mit Kirche und Hotel Central: Kubaner mit Einkaufsbeuteln, Schulkinder in Uniform, Touristen mit Rucksack auf der Bank unter Palmen dösend, alle mit Corona-Schutzmaske. Die ist hier auf der Straße weiterhin Pflicht. (Stand: Mai 2022)

Gerade knattert ein altes Ural-Motorrad russischer Bauart vorbei, dann ein mehr als 60 Jahre alter Chevrolet, ein Bus „made in China“, japanische Autos, Radler, ein Pferdegespann.

Touristen buchen Ausflüge zu Höhlen, Bootsfahrten, Plantagen für Einblicke in die Tabakproduktion oder Ausritte durchs Tal. Die Auswahl an Restaurants in der Nähe ist groß.

Die meisten Häuser – viele im Kolonialstil – sind für kubanische Verhältnisse gepflegt. Zum Beispiel in der Straße Rafael Trejo: Die Häuser für Gäste leuchten himmelblau, lindgrün, beige und ocker, die Ziegeldächer rot. Schaukelstühle, Palmen und Aloe sind Blickfänger.

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Vier Pfoten und zwei Reifen: Fahrradfahren mit Hund

Das gemeinsame Fahren mit Rad und Hund sollte zunächst auf einem Parkplatz geübt werden. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Hamburg/Düsseldorf (dpa) – Soll es mit dem Vierbeiner auf gemeinsame Fahrradtour gehen, gibt es einiges zu beachten: Ist das Tier für den Dauerlauf neben den Speichen geeignet? Oder wird er doch besser transportiert? In jedem Fall gilt: Der Hund sollte mit Geduld eingewöhnt werden, damit die Radtour für alle zum unbeschwerten Vergnügen wird.

Als aktiver Begleiter muss die Spürnase körperlich fit sein. Das Laufen neben dem Rad sei nur etwas für ausgewachsene, gesunde Hunde, sagt Sarah Ross, Heimtierexpertin der Tierschutzorganisation Vier Pfoten. Im Zweifel könne man Eignung und Gesundheitszustand beim Tierarzt abklären lassen.

Als Faustregel empfiehlt Ross ein Mindestalter von anderthalb Jahren, denn Welpen mit noch nicht ausgereiftem Bewegungsapparat können gesundheitliche Schäden davontragen wie ebenfalls ungeeignete Hunde mit Übergewicht oder hohem Alter. Auch die Rasse spielt eine Rolle: Während Familienhunde wie Beagle oder Labrador sowie Hütehunde und Jagdhunde recht ausdauernd sind, sollten Hunde kurzköpfiger Rassen wie Französische oder Englische Bulldoggen nicht lange neben dem Fahrrad herlaufen. Laut Ross eignen sie sich aufgrund ihres Körperbaus nicht zum Fahrradsport.

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Aus Allen Staaten

Two great choirs come together for a wonderful evening of entertainment

GBU Saxonia Rheingold singers: Charow Sigfried, Gisela Genzer, Marlina Voigt-Groele, Elisabeth Hall, Ursula Herrmann, Stefan & Elisabeth Herster, Annette Koerner, Lore Kopp, Irmgard Krause, Marianne Krenzer, Edith Kuplent, Wilfried Mozer, Gudrun Neumann, Renate Rotellini, Ingrid H.Stein, Eberhardt Wassertbaech, Barbara Weidendorf, Heidi Wolff. Schwäbischer Männerchor singers: Jim Pletcher, Kurt Schmid, Ed Jarmolinski , Herbert Gruber, Angelo Zarantonello, Dave Bohde, Jon Harm, Richard Gerstner, Paul Schmidt, Paul Werner, Tony Brandelik, Helmut Egger, Stu Sullivan, Bob Schuster

The GBU Saxonia-Rheingold Choir and the Schwäbischer Männerchor (SMC), both directed by Piotr Szawiela, all worked hard to put together a fine evening of music and entertainment on Saturday, May 14 at Carpathia Hall. The GBU started the show with a wonderful smattering of spring songs to set the mood for the evening. At intermission, guests were invited to purchase slices of delicious homemade cakes created by the Schwaben Ladies. When the Männerchor started singing in the second half, many guests were still in line securing their tasty treats!

The SMC started off part two with Aus der Traube, one of the choir classics about wine going from the vine through the body and then back into the earth. Further in the presentation, ‘Heideröslein’ a Goethe poem turned into a well known German spring song, was sung. Also included were ‘Mala Moja’ (Croation/German song) along with two hunting tunes, one being ‘Der Jäger Abschied’ by Mendelssohn. This lead into a lighter more jovial piece ’Schwäbische Suppe’, which is about Schwaben men working away from home and missing their families and traditional home cooking (Flädle, Mädle, Schätzle und Spätzle). The SMC finished with ‘This is my Country’ combined with ‚America our Heritage,‘ showing love for our great USA.

For the finale, both choirs came together on stage (for a combined 35 singers strong) for ‘This Land is Your Land’ and ‘Klänge der Freude’. To finish up the evening, Bratwursts, Schnitzel sandwiches, Kartoffelsalat, Kraut, and more desserts were available for purchase and enjoyment. Entertainment continued and dance music was provided by our German American of the Year, Irwin Rauschendorfer, and Herbert Gruber. Many comments were heard from the attendees on how they enjoyed the dance music. The evening was closed with a raffle by the GBU offering many wonderful prizes. Our beloved Carpathia Hall was almost filled to capacity.

Everyone seemed to have left with a great feeling of ‘Freundschaft’ with the beginning of a new season with spring in the air.
Kurt Schmid

GBU Saxonia Rheingold Chor berichtet

Nicht nur der Kalender bestätigt, dass Frühling ist. ‚Mutter Natur‘ fing Anfang Mai sachte an: ließ als erstes wieder Forsythien blühen. Dann konnte man an Bäumen und Sträuchern beobachten, wie sich die Blätter ganz langsam entwickelten und inzwischen groß sind und Schatten werfen. Das möchte man feiern und als Chor am besten mit einem Frühlingskonzert. Das war beim Saxonia-Rheingold Chor seit vielen Jahren auch Tradition. Dann tauchte plötzlich ein Virus auf. Das war im Jahr 2020 im Februar. Man hielt das Virus zunächst für harmlos, würde bald wieder verschwinden!!! Das genaue Gegenteil trat ein. Die Pandemie breitete sich in Windeseile aus und was unseren Chor betraf: keine Chorproben mehr, keine Meetings, keine Konzerte.

Inzwischen sind zwei Jahre vergangen. Man hat die Pandemic einigermaßen unter Kontrolle bekommem. Meetings etc. wurden wieder erlaubt. So fand unsere erste Chorprobe nach zwei Jahren Unterbrechung am 11. Februar dieses Jahres statt, wieder geleitet von Piotr Szawiela, am Klavier begleitet von David Fox. Unser (endlich nach zwei Jahren Konzertpause) fand am Sonnabend, dem 14. Mai 2022, in der Carpathia statt.

Es beteiligten sich zwei Chöre: vor der Pause der Saxonia Rheingold Chor, der Schwäbische Männerchor sang nach  der Pause.

Dieser Bericht betrifft nur den Saxonia Rheingold Chor. Es waren sieben Lieder ausgesucht und geprobt worden:   
Im Zigeuner-Lager (Oscheit-Reske),
Frühlingserwachen  (Mozart),
I have a Dream        (ABBA),
In mir klingt ein Lied (Chopin),
Es wird in Hundert Jahren (Dostal),                   
Sentimental Journey (Bud Green),
Guantanamera         (Gus Anton).

Es folgte eine Pause, dann trat der Schwäbische Männerchor an. Anschließend sangen beide Chöre zusammen ‚This Land is your Land‘ und ‚Klänge der Freude‘. Danach alle gemeinsam, also auch unsere Zuhörer ‚God Bless America‘.Das war der Konzertteil des Abends. In der Pause und auch später sorgte Herbert Gruber wieder für Musik und es wurde auch getanzt. Danach fand die Tombola statt. Viele Gäste und Sänger hatten Preise mitgebracht. Der ‚Gabentisch‘ war voll und alle Gewinner freuten sich. So ging dieses Frühlingskonzert langsam aufs Ende zu. Und der Saxonia-Rheingold-Chor bedankt sich nochmal bei allen Gästen, die unseren ‚Frühlingsklängen‘ zugehört haben.                                                                                                                
E.H.             

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