Selected Articles

Aus Aller Welt / Sport / Feuilleton / Gesundheit/Umwelt / Reise / Tipps und Trends / Aus Allen Staaten

Aus Aller Welt

«Mir blutet das Herz»: Corona macht den Weihnachtsmann arbeitslos

Mit seinem langen weißen Rauschebart und seiner kräftigen Statur ist Willi Dahmen ein Weihnachtsmann wie aus dem Bilderbuch. Doch in diesem Jahr verzichtet der Santa-Claus-Darsteller wegen der Pandemie auf seine Auftritte. Wie geht es ihm dabei?

Celle: Willi Dahmen, professioneller Weihnachtsmann-Darsteller, sitzt im Arbeitszimmer seiner Wohnung. Die Corona-Pandemie bringt in diesem Jahr Hunderte Miet-Weihnachtsmänner in Deutschland um ihren Job. Foto: dpa

Von Christina Sticht
Celle (dpa) – Seit 30 Jahren verwandelt sich Willi Dahmen in den Wochen vor dem Heiligen Abend in den Weihnachtsmann. Meist im roten Santa-Claus-Kostüm, manchmal auch als Heiliger Nikolaus tritt er in Kaufhäusern, bei Firmenfeiern und auf Weihnachtsmärkten auf. Für den 68-Jährigen ist es die stressigste und schönste Zeit des Jahres. Doch die Corona-Pandemie stellt auch sein Leben auf den Kopf. «Alle Verträge sind gecancelt», sagt der Weihnachtsmann aus Celle mit einem Seufzen. «Mir blutet das Herz. Aus Frust habe ich mir letzte Woche meinen Bart abgeschnitten. Der ist nur noch drei Zentimeter lang.»

Hunderte von Miet-Weihnachtsmänner bringt die Pandemie um ihren Job. Darunter sind viele selbstständige Künstler, die von der Krise ohnehin mit am stärksten gebeutelt sind. Reihenweise wurden Firmenfeiern und Weihnachtsmärkte abgeblasen, Kaufhäuser verzichten auf Back- und Bastelaktionen. An ein gemeinsames Adventssingen wagt niemand zu denken.

Willi Dahmen hat den Familien abgesagt, die er seit Jahren an den Feiertagen besucht. Er will auch kein Seniorenheim betreten: «Ich könnte es mir nicht verzeihen, wenn ich irgendwo das Virus reintragen würde.» Der 68-Jährige lebt allein, im Arbeitszimmer steht sein mit rotem Samt bezogener Sessel, im Keller lagert ein Karton mit Stoff-Rentieren. Die wollte er eigentlich verteilen.

«Ich werde die Kinder vermissen. Auch die alten Leute werden mir fehlen», sagt der gebürtige Rheinländer. «Es ist das Schönste, ihre Reaktionen zu sehen, wenn man in den Raum kommt.» Dahmen ist gelernter Krankenpfleger und war lange im Arbeitsamt tätig. Vor seiner Rente nahm er Urlaub für seine Auftritte. Der Weihnachtsmann ist für ihn mehr als eine Rolle, es ist eine Berufung. Ein Mundschutz passt aus seiner Sicht nicht dazu. Wenn Kinder auf ihn zustürmten, könne er zudem die Abstandsregeln nicht einhalten.

Zum Start des Teil-Lockdowns hieß es aus der Politik, es gehe darum, Weihnachten zu retten. Petra Henkert, die ein Weihnachtsbüro in Zeuthen bei Berlin betreibt, hat noch Hoffnung. Sie setze auf Bescherungen auf der Terrasse, im Garten oder vor der Haustür, sagt sie. Video-Botschaften oder Online-Auftritte könnten nur eine Notlösung sein. Henkert vermittelt Weihnachtsmänner und Engel.

Jahrzehntelang war der Miet-Weihnachtsmann ein typischer Studentenjob. Doch schon vor Corona fanden die studentischen Jobvermittlungen keine Darsteller mehr, vor zwei Jahren stieg das Berliner Studierendenwerk aus. Die Arbeitsagenturen Hannover und Bremen haben eine große Kartei mit himmlischen Botschaftern und Geschenke-Überbringern. Dort stand bereits ein Hygiene-Konzept für die Weihnachtsmann-Vermittlung, doch wegen der steigenden Infektionszahlen habe man sich «schweren Herzens» entschieden, in diesem Jahr auszusetzen, heißt es von der Behörde.

Bei der privaten Hamburger Agentur Blank & Biehl (weihnachtsmann-mieten.de) sind dagegen deutschlandweit Santa-Claus-Auftritte buchbar. «Wir haben ein Hygiene-Konzept aufgestellt», sagt Geschäftsführer Jan Biehl. So könne unter einem künstlichen Bart unauffällig eine FFP2-Maske getragen werden. Singen sei aus Infektionsschutzgründen in diesem Jahr aber komplett verboten. «Alle haben außerdem die Pflicht, Handschuhe anzuziehen.» Wie viele Weihnachtsmänner unter Corona-Bedingungen gebucht werden, kann Biehl noch nicht sagen. Bisher gebe es etwa ein Viertel weniger Anfragen.

Top

Sport

Hamiltons Tränen zum siebten WM-Titel: «Konnte es nicht begreifen»

Lewis Hamilton ist erneut Formel-1-Weltmeister. In der Türkei fährt der Brite im Mercedes schon wieder zum Sieg. Nun steht er sportlich auf einer Stufe mit Michael Schumacher.

Formel-1-Weltmeisterschaft, Grand Prix der Türkei, Rennen: Lewis Hamilton aus Großbritannien vom Team Mercedes steigt aus seinem Rennwagen. Foto: dpa

Von Thomas Wolfer und Jens Marx
Istanbul (dpa) – Übermannt von einer riesigen Gefühlsladung heulte der sonst so coole Lewis Hamilton unter seinem Helm einfach los. «Als ich über die Linie gefahren bin, hat es mich erwischt und ich bin in Tränen ausgebrochen. Ich konnte das einfach nicht begreifen», sagte der Brite. Mit seinem siebten WM-Triumph stellte er am Sonntag die für ewig gehaltene Rekordmarke von Michael Schumacher ein.

Die Konkurrenz hatte der 35 Jahre alte Superstar der Formel 1 auch unter schwersten Bedingungen beim Großen Preis der Türkei im Griff, sich selbst aber nicht mehr. «Ich verliere sehr selten die Kontrolle. In den letzten Runden musste ich mir aber sagen, dass ich durchhalte», betonte Hamilton nach seinem zehnten Saisonsieg.

Er versteckte seine verheulten Augen in Istanbul auch noch hinter dem verspiegelten Visier, als sich Sebastian Vettel als Erster neben den schwarz lackierten Silberpfeil kniete, ihm voller Respekt die Hand gab und sagte: «Wir schauen dir heute zu, wie Du Geschichte machst. Es ist bewundernswert.» Er habe nicht gewollt, dass die Leute in aller Welt seine Tränen sehen würden, erklärte Hamilton später.

Er brauchte ein paar Minuten, ehe die Freude aus ihm heraussprudelte, er den Helm abnahm, aus seinem Wagen stieg und in die Arme seiner überglücklichen Mercedes-Crew rannte. Kurz zuvor hatte er den nächsten Meilenstein seiner außergewöhnlichen Karriere perfekt gemacht. Der Ausnahmekönner verdrängte den Mexikaner Sergio Perez im Racing Point und Ex-Champion Vettel im Ferrari auf die Plätze zwei und drei. «Ich hätte es nicht besser machen können», funkte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff an seinen Star-Piloten.

Nach dem viertletzten Saisonrennen ist Hamilton nicht mehr von der Spitze zu verdrängen. Er hat 307 WM-Punkte und liegt uneinholbar vor seinem Stallrivalen Valtteri Bottas. Der Finne hatte als 14. nichts mit dem Kampf um die Spitze zu tun und wurde sogar überrundet. Die Autos von Konstrukteurs-Weltmeister Mercedes kamen auf dem neuen Asphalt lange nicht zurecht. Hamilton war nur von Rang sechs gestartet, zeigte auf der besonders rutschigen und zudem noch regennassen Strecke aber einmal mehr seine ganze Klasse.

Hamilton wurde im Kampf um Platz vier lange von Vettel gebremst, übernahm in der 38. Runde aber die Führung und konnte sie halten. Vettel konnte nach einem starken Start ebenfalls überzeugen und belohnte sich mit dem ersten Podestplatz dieser Saison. Erst zwei Kurven vor Rennende nutzte er einen Fehler von Teamkollege Charles Leclerc und feierte sein mit Abstand bestes Resultat des Jahres.

Sportlich ist Hamilton jetzt ganz oben angekommen und steht statistisch auf einer Stufe mit dem bislang größten Rennfahrer der Geschichte. Es gibt keinen Zweifel daran, dass er Schumacher noch überholen kann, wenn er seine Karriere wie erwartet fortsetzt. Die Verhandlungen werden nach dem Titelgewinn Fahrt aufnehmen. «Wir wollen ihn im Auto und er will den Mercedes», sagte Wolff. Titel Nummer acht und vielleicht noch mehr sind möglich. «Er ist mitten in seinem Schaffen und da kommt noch etwas drauf», sagte Wolff.

«Für alle Kinder da draußen, die vom Unmöglichen träumen – ihr könnt es schaffen!», sagte Hamilton. Er will ein Vorbild sein, denn als erster schwarzer Champion in der Motorsport-Königsklasse hatte er viele Hürden zu überwinden. «Als ich jünger war, gab es niemanden in diesem Sport, der aussah wie ich. Es war einfach zu denken, dass es für mich unmöglich ist, dort dabei zu sein», sagte er und ergänzte: «Ich hoffe, dass meine Leistungen zeigen, dass es egal ist, wo man herkommt und man groß träumen sollte.»

Hamilton geht es aber längst um andere Dinge als nur ein schnelles Auto. Nicht erst seit dem Ausbruch der Corona-Krise geht sein Blick weiter. Er will das Leben der Menschen positiv beeinflussen, bringt sich aktiv im Kampf gegen Rassismus und für mehr Diversität in der Gesellschaft ein, auch der Klima- und Umweltschutz beschäftigt ihn.

«Der Fahrertitel hat nicht unbedingt Auswirkungen auf das Leben der Menschen. Der Versuch, die Bedingungen für Menschen auf der ganzen Welt zu verbessern – gleiche Menschenrechte zu schaffen – ist für mich das Wichtigste», sagte Hamilton. Bemerkenswerte Worte des überzeugten Veganers, der sich in den vergangenen Jahren drastisch gewandelt hat. «Er hat sich sehr entwickelt. Als Fahrer und auch als Mensch außerhalb des Autos», sagte Wolff.

Vorbei sind die Zeiten der öffentlichen Liebeleien mit Pop-Sternchen Nicole Scherzinger, auch seinen Privatjet hat er abgegeben und nutzt seine Social-Media-Kanäle mit alleine mehr als 20,5 Millionen Followern auf Instagram nun lieber vorrangig, um auf Missstände aufmerksam zu machen, eine von ihm entworfene Mode-Kollektion oder selbst komponierte Musik zu präsentieren. Oder einfach für ein paar Videos mit seinem Hund Roscoe.

Sportlich ist Hamilton seit langem der Maßstab. Er hält die Rekorde für die meisten Pole Positionen (97) und die meisten Grand-Prix-Siege (94). Er gewann 2008 im McLaren seinen ersten WM-Titel, 2014, 2015, 2017, 2018, 2019 und nun 2020 folgten sechs weitere im Mercedes. Die einzige Niederlage im Silberpfeil kassierte er 2016, als Nico Rosberg Champion wurde und danach seine Laufbahn beendete.

Hamiltons Vater hatte früher vier Jobs gleichzeitig, damit der kleine Lewis dem Motorsport nachgehen konnte. Ausgelacht habe man sie dafür, dass sie ihren Traum von der Formel 1 umsetzen wollten. «Mein Vater hat immer gesagt, dass ich Taten auf der Strecke sprechen lassen soll. Ich hoffe, diese Leistung hat für sich gesprochen», sagte Hamilton: «Ich bin sehr stark, aber ich konnte das ohne Leute wie meinen Vater gar nicht schaffen.»

Top

Feuilleton

Roland Emmerich bekommt Glückwünsche aus Bellevue

Der Hollywood-Regisseur Roland Emmerich.
Foto: Tobias Hase/dpa

Berlin (dpa) – Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat Regisseur Roland Emmerich als «leidenschaftlichen Filmemacher und Kinoliebhaber» gewürdigt. Der Regisseur, der für Katastrophenfilme wie «Independence Day» und «White House Down» bekannt ist, wurde am 10. November 65 Jahre alt. «Sie haben in Ihrer langen Karriere den amerikanischen Traum wahr gemacht und sind heute einer der ganz großen Regisseure in Hollywood», teilte Steinmeier am Montag in Berlin mit. «Sie haben ein Millionenpublikum begeistert und Maßstäbe für den Einsatz von Spezialeffekten gesetzt.» Emmerich habe ein großes filmisches Werk geschaffen und damit dem deutschen Film Achtung und Aufmerksamkeit in der ganzen Welt verschafft, schrieb Steinmeier. «Was immer Ihr Interesse weckt, reizt auch Ihr erzählerisches und cineastisches Talent.»

Emmerich stammt aus Stuttgart und lebt seit vielen Jahren in den USA. Er wird manchmal auch «Master of Desaster» genannt: Mit Spezialeffekten und gigantischen Plots legt Emmerich die Welt in Schutt und Asche, mal sorgen Aliens für die Apokalypse, mal schmelzen die Polkappen und New York versinkt in Wassermassen.

Top

Gesundheit

Körner sind eine wichtige Grundlage

Tagesration: Experten empfehlen 30 Gramm Ballaststoffe pro Tag – das entspricht
 etwa vier Scheiben Vollkornbrot.                    Foto: Robert Günther/dpa

Bonn (dpa) – Weiße Brötchen machen dick, Dinkel ist gesünder als Weizen, und dunkles Brot hat mehr Nährstoffe? Das sind hartnäckige Getreide-Mythen. Doch was davon stimmt?

Hafer-Müsli, Vollkorn-Nudeln oder Weizen-Mischbrot – Getreide in unterschiedlichen Formen taucht fast in jeder Mahlzeit auf. Aber was ist besonders gesund, und worauf sollten Verbraucher achten? Experten geben Tipps.

Das beste Getreide gibt es nicht, da sind sich die Ernährungswissenschaftler einig. «Die Unterscheidung ist, wie ausgemahlen das Mehl ist», sagt Harald Seitz vom Bundeszentrum für Ernährung. Entscheidend sei die Mahl-Art. Es gebe feingemahlene und ausgemahlene Mehle. Vollkornmehle sind ausgemahlen – in ihnen sind noch der Keim, die Schale und der Mehlkörper enthalten und damit mehr gesunde Inhaltsstoffe. In Weißmehl befinden sich diese nicht mehr.

Helle Brötchen sind nicht der Übeltäter
Deswegen haben Weizenprodukte auch einen schlechten Ruf. «Die Verteuflung von Weizen ist modern», sagt Seitz. Vor allem der Verzehr von hellen Brötchen oder Baguette sollen sich negativ auf das Gewicht auswirken, sagt der Volksmund. Diese enthalten aber genauso Kohlenhydrate wie andere Mehle, sagt Seitz.

Allerdings seien diese relativ leer an Inhaltsstoffen. Sie enthalten viel Stärke – und diese besteht aus Zucker-Ketten. Wenn die Stärke nach dem Verzehr aufgespalten wird, steigt der Insulinspiegel im Körper, fällt danach aber zügig wieder ab. Die Folge: Man bekommt erneut Hunger und beginnt wieder zu essen.

Beim Verzehr von Vollkorn-Produkten passiert genau das Gleiche. «Weil aber neben der Stärke auch noch andere Ballaststoffe enthalten sind, fällt der Insulinspiegel viel langsamer wieder ab, und wir bleiben länger satt», so Seitz. Wegen eben dieser zusätzlichen Inhaltsstoffe sind Vollkorn-Produkte gesünder.

Das Äußere kann täuschen
Nicht jedes dunkle oder körnerhaltige Brot ist aber Vollkornbrot. Deswegen rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), immer genau hinzuschauen. Die Bezeichnung «Vollkorn» ist gesetzlich geschützt.
Manchmal werden Backwaren auch dunkel gefärbt, sagt Monika Bischoff, Ernährungswissenschaftlerin am Zentrum für Ernährungsmedizin und Prävention des Krankenhaus Barmherzige Brüder in München. Malzextrakt oder Zuckerrübensirup auf der Inhaltsliste kann ein Hinweis auf solche Tricks sein.

Bei anderen Inhaltsstoffen kann allerdings nicht getrickst werden: In den Leitsätzen des Deutschen Lebensmittelbuchs für Brot und Kleingebäck ist zum Beispiel vorgegeben, welche Zusammensetzung als Mehrkorn bezeichnet werden darf.

Mit Vollkorn Krankheiten vorbeugen
Die DGE empfiehlt in ihren zehn Ernährungsregeln, wegen der Ballaststoffe so oft wie möglich Vollkornprodukte zu verwenden. Die empfohlene Mindestmenge liegt bei täglich 30 Gramm Ballaststoffen. Das entspricht etwa vier Scheiben Vollkornbrot.

Die Darmflora des Menschen braucht Ballaststoffe, sagt Monika Bischoff. «Speziell die vom Hafer, die sind sehr wertvoll. Das sind die Beta-Glucane, die können das Cholesterin senken.» Aber in Vollkorn seien natürlich noch viel mehr Mineralien enthalten – genau wie B-Vitamine, Eisen, Zink, Magnesium und sekundäre Pflanzenstoffe.

Ein weit verbreiteter Mythos ist, dass Dinkel gesünder als Weizen sei. Stimmt das? «Das ist eine ganz spannende Frage», sagt Ernährungsmediziner Professor Stephan Bischoff von der Universität Hohenheim.

«Denn einige Leute, die glauben, Weizen nicht zu vertragen, sagen: Dinkel geht besser.» Das sei wissenschaftlich aber bisher nicht untermauert.

Top

Reise

Aida Cruises unterbricht im November Kreuzfahrtsaison

Aida Cruises unterbricht die Saison: Auch die Fahrten der „Aidamar“
 rund um die Kanaren will der Kreuzfahrtanbieter vorerst stoppen. Foto: AidaCruises/dpa
                

Rostock (dpa) – Nach den Beschlüssen der Bundesregierung zur Eingrenzung der Corona-Pandemie hat die Kreuzfahrtreederei Aida Cruises ihre Saison für diesen November unterbrochen.
Wie eine Sprecherin sagte, sind davon Fahrten der „Aidablu“ in Italien sowie der „Aidamar“ und „Aidaperla“ rund um die Kanarischen Inseln betroffen. Aida Cruises unterstütze die Bemühungen der Bundesregierung, die Pandemie in Deutschland unter Kontrolle zu bringen.
Mit der „Aidablu“ im Mittelmeer habe das Unternehmen schon zeigen können, dass sicheres Reisen in diesen außergewöhnlichen Zeiten möglich ist, hieß es. Umfangreiche Konzepte zum Gesundheitsschutz seien umgesetzt worden. Aida Cruises will seinen Gästen ab Dezember wieder Kreuzfahrturlaub anbieten. In der Planung seien dann Touren ab Palma de Mallorca, vor Weihnachten sollen zudem Reisen ab Dubai angeboten werden.

Top

Wenn Kühe aufs Klo gehen: Forscher wollen stubenreine Rinder

Ein Kalb ist in einer speziellen Latrine des Leibniz-Instituts für Nutztierbiologie Dummerstorf (FBN) zu sehen. Foto: Thomas Häntzschel / Nordlicht/FBN/dpa

Von Joachim Mangler
Dummerstorf (dpa) – Anders als viele Haustiere sind Rinder nicht stubenrein. Ihre Ausscheidungen hinterlassen sie da, wo sie gerade stehen. Das habe negative Folgen für die Umwelt und für die Tiere selbst, sagt Jan Langbein vom Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN) in Dummerstorf bei Rostock. Die Ausscheidungen von Urin und Kot seien klimarelevant und könnten bei Körperkontakt zu Krankheiten von Klauen und Eutern führen. Zudem stellten die Ausscheidungen einen erheblichen Reinigungsaufwand dar.

Zusammen mit Wissenschaftlern aus Auckland (Neuseeland) und Celle (Niedersachsen) hat Langbein untersucht, ob Rinder «stallrein» werden können – wenn sie sich dort bewegen dürfen. Eine Studie legt nahe, dass mit Hilfe von assoziativen Lernmethoden ein «erfolgreiches Latrinentraining» möglich ist. Denn die Tiere verfügten über die Intelligenz und die neurophysiologischen Grundlagen, die ein solches Training ermöglichen.

«Wir halten es auch im Interesse der Milchviehhalter grundsätzlich für sinnvoll, die Forschung, wie Ammoniak im Stall reduziert werden kann, breit aufzustellen», sagt der Sprecher des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter, Hans Foldenauer. Dazu müssten auch unterschiedliche Methoden untersucht werden, die nicht zunächst die Investition in teure Technik voraussetzen.

Trainiert wurde der «sehr komplexe Urin-Ausscheidungsvorgang» in Dummerstorf in eigens für die Kälber errichteten Latrinen. Es gab fünf Versuchsdurchgänge mit jeweils 8 bis 10 Tieren im Alter von fünf Monaten bei Versuchsbeginn. Diese Latrinen waren mit einem durchlässigen grünen Belag versehen, der gleichzeitig als Spritzschutz fungierte, erläutert Langbein. Schieden die Tiere außerhalb der Latrine ihren Urin aus, wurden sie mit einer kurzen Dusche bestraft. Gingen sie dagegen in die Latrine, wurden sie für das von den Forschern gewünschte Verhalten belohnt, beispielsweise mit 40 Gramm gequetschter Gerste.

Das Ergebnis sei positiv gewesen. «Zuletzt haben nach 9 bis 10 Trainingstagen 11 von 16 Kälbern das Lernkriterium erreicht und 76 Prozent aller Urinationen fanden in der Latrine statt.» Nun gehe es um die Praxistauglichkeit der Methode, erklärt Langbein. Sollte es gelingen, die Intelligenz der Tiere für eine Einrichtung von Kuhtoiletten in der Praxis zu nutzen, würden alle profitieren.

«Die Kühe, die Tierhalter und die Umwelt», sagt Projektkoordinator Lars Schrader vom Institut für Tierschutz und Tierhaltung in Celle.
Ob eine Kuhtoilette allerdings wirklich praktikabel umsetzbar ist, ist für die Milchviehhalter noch fraglich, sagt Foldenauer. So müsste geklärt werden, wie sich die Tiere bei einer kombinierten Stall- und Weidehaltung verhalten, was passiere mit zugekauften Tieren oder wie lange dauere ein derartiger Lernprozess. «Wie viel Personalaufwand ist dafür nötig?» fragt Foldenauer aus der Sicht der Praktiker.

Top

Aus Allen Staaten

SMC Sängerbrüder machen
900 Pfund Sauerkraut miteinander

The SMC singers eagerly pounded the kraut juice out of the cabbage leaves

Twenty eager krautmakers showed up Saturday at high-noon on Halloween day at Erwin Aufdemberge’s house for the Schwäbische Männerchor (SMC) annual kraut-making festivities.

This “food from the heavens” consists of finely sliced white cabbage fermented with lactobacillus bacteria. The sugars in this vegetable when layered and packed tightly with salt are converted into lactic acid, serving as a preservative. Sauerkraut is thought to have originated in North China among the Mongols and was used to feed laborers who built the Great Wall. The fermented cabbage is a staple of the winter diet in Germany and the Netherlands. We love it here in America also. The USDA recommends using more salt than is traditional, making sauerkraut too salty unless rinsed before use. Such rinsing removes a good deal of the flavor of the cabbage. The SMC kraut-makers use less salt in their recipe to mimic a more traditional preservation. Caution must be taken, however, to keep temperatures from getting too high during the fermentation process which could cause it to spoil.

The Schwäbische Männerchor has been carrying on this preserving-of-the-harvest tradition since the mid 90’s. Oliver Farms has been generously donating cabbage which is grown in the field next to Aufdem-berge’s home. The group makes a cash donation to Gleaners Community Food Bank in Oliver’s name. The SMC was grateful that they could meet on the crisp, sunny morning and safely carry on this cultural tradition of slicing and packing the green leaves during our worldwide COVID-19 pandemic, especially since the SMC Christmas concert had to be cancelled this year. The entire event was held outside in Erwin’s garage and driveway with safety precautions in place. When the work was done, approximately 900 pounds of sauerkraut were packed and ready to go into the fermentation phase.

This past year (2019) the SMC successfully performed their 85th Christmas concert and it was well attended. Records indicate that there may have also been one or two missed concerts during the WWW2 conflict. These are definitely unprecedented times and we all look forward to singing together and celebrating with friends again while continuing to carry on of our rich German traditions.
Kurt Schmid

Top