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Aus Aller Welt

Elvis-Fans lassen «King»
in Bronze gießen

Zwischen Elvis und einer Kurstadt in Hessen gibt es eine besondere Verbindung. Eine Statue erinnert jetzt daran.

Sinn: Angela Storm (l) und Meike Berger stehen neben einer lebensgroßen Elvis Bronzestatue in der Glocken- und Kunstgießerei Rincker. Die beiden Fans der Musik-Legende Elvis Presley haben durch eine Spendenaktion die Erstellung der lebensgroßen Elvis Bronzestatue ermöglicht. Die Statue soll an der Stelle platziert werden, an der der US-Musiker (1935-1977) einst stand und fotografiert wurde. Foto: dpa

Sinn/Bad Nauheim (dpa) – Musik-Legende Elvis Presley kehrt nach Deutschland zurück – als Bronzefigur in Lebensgröße. Zwei Jahre nach der Idee von Fans, den «King» in dieser Form auferstehen zu lassen, ist die Statue nun fertig geworden. «Die Optik ist das Wichtigste für uns gewesen», sagte Initiatorin Angela Storm bei der Vorstellung der Skulptur am Montag im mittelhessischen Sinn.

Elvis (1935-1977) sollte so detailgetreu wie möglich aussehen, schließlich diente als Vorlage ein vermutlich 1959 aufgenommenes Foto, das den US-Musiker auf einer Brücke in Bad Nauheim zeigt. Genau an der Stelle, wo Elvis damals lässig am Geländer lehnte, soll die Statue aufgestellt werden. Presley war von Oktober 1958 bis März 1960 als Soldat in Friedberg stationiert gewesen und lebte während dieser Zeit im benachbarten Bad Nauheim.

Storm hatte das Projekt 2018 zusammen mit Meike Berger initiiert und Spenden dafür gesammelt. Beide sind begeistert von dem Bronze-Elvis. Er sei wirklich toll geworden. Und: «Wir finden, er sieht sich selbst ähnlich.» Das sei auch deshalb besonders wichtig gewesen, weil der Sänger nicht mit charakteristischer Tolle oder Gitarre dargestellt wird, sondern wie auf dem Foto in Uniform.

Um Elvis vom Foto in die dreidimensionale Form zu gießen, fertigte eine Firma aus Mülheim an der Ruhr zunächst mit Hilfe von 3D-Druckern ein Modell an. In Sinn entstand dann die Bronzefigur. «Es ist schon eine Herausforderung, nach diesen detailreichen Fotovorlagen und dem extrem detailreichen Modell das alles eins zu eins so umzusetzen», sagte Fritz Georg Rincker, einer der Inhaber der Glocken- und Kunstgießerei Rincker.

Für Bad Nauheims Bürgermeister Klaus Kreß (parteilos) ist das Ergebnis «einfach wow». Nach Angaben des Rathauschefs läuft derzeit noch die Sanierung der Brücke. Im November sollen die Arbeiten beendet und die Statue dann am 8. Januar – Elvis’ Geburtstag – am Originalplatz enthüllt werden.

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Sport

Ski-Duo gelingt «solider» Start in Corona-Winter – «Fehlt nicht viel»

Mit den Podest-Entscheidungen hatten die deutschen Skirennfahrer beim Saisonstart in Sölden nichts zu tun. Nach einer Nullnummer der Damen gaben die Herren immerhin etwas Anlass zu Optimismus. Die Rahmenbedingungen des Corona-Winters bleiben gewöhnungsbedürftig.

Österreich, Sölden: Ski alpin: Weltcup, Riesenslalom, Herren, 1. Durchgang: Alexander Schmid aus Deutschland in Aktion. Foto: dpa

Von Manuel Schwarz und Christoph Lother
Sölden (dpa) – Stefan Luitz zuckte entschuldigend mit den Schultern, Alexander Schmid schnaufte etwas enttäuscht aus. Deutschlands beste Riesenslalom-Fahrer haben zum ungewöhnlichen Corona-Start in die neue Weltcup-Saison die vorderen Plätze zwar verpasst. Die Hoffnung auf einen erfreulichen Winter aber ist nach zwei Top-15-Rängen in Sölden da. «Es fehlt nicht viel», resümierte deshalb Bundestrainer Christian Schwaiger am Sonntag. Beim Überraschungscoup des norwegischen Youngsters Lucas Braathen wurde Luitz im Ötztaler Geisterrennen 14. (+1,80 Sekunden), eine Position dahinter landete Schmid (+1,82).

«Das war ein Schritt in die richtige Richtung», meinte Luitz. Er hatte nach einem großteils vermasselten Winter 2019/20 angekündigt, in dieser WM-Saison wieder aggressiver und mutiger fahren zu wollen. Sein Vorhaben aber setzte er nach einem viel zu zaghaften ersten Lauf erst im Finale um und machte dabei immerhin noch neun Plätze gut. «Aber ich bin immer noch sehr enttäuscht vom ersten Durchgang.»

Bei Schmid war es andersrum. Dem Allgäuer gelang bei Top-Bedingungen samt prächtigem Sonnenschein auf dem Rettenbachgletscher ein starker erster Lauf. Im entscheidenden Durchgang patzte er etwas und fiel zurück. «Ich nehm das Positive mit», sagte er. «Ich weiß, dass ich schnell Skifahren kann. Ich habe gemerkt, dass etwas vorwärts geht.» Coach Schwaiger zeigte sich «zufrieden» nach einem «soliden» Auftakt.

Zum Podium aber fehlten dem deutschen Duo fast eineinhalb Sekunden. Der 20-jährige Norweger Braathen feierte in seinem erst 22. Weltcup den großen Triumph und zugleich den ersten Podestrang. Hinter dem zweitplatzierten Marco Odermatt raste dessen Schweizer Teamkollege Gino Caviezel ebenfalls erstmals in seiner Karriere in die Top drei.

Ebenso wichtig wie der sportliche Neustart war in Sölden das Signal, dass in der Corona-Pandemie alpiner Wintersport möglich ist. So haben es sich der Weltverband Fis und die österreichischen Ausrichter vorgestellt: strenge Hygieneregeln, Abstandsvorgaben, vier unterschiedliche «Blasen» möglichst ohne Kontakte zueinander, keine Zuschauer. Und am Ende spannende Rennen, fast so wie früher.

«Man muss zeigen, dass man mit dem Thema umgehen kann», meinte der deutsche Alpinchef Wolfgang Maier am Sonntag. «Und so, wie sie es gemacht haben, haben sie eindeutig unter Beweis gestellt, dass man auch so mit dem Thema umgehen kann. Wir haben uns adaptiert.»

Diese Anpassung war umfangreich. In Sölden etwa, wo normalerweise zigtausende Fans die erste große Après-Ski-Sause der Saison feiern, war von Partystimmung nichts zu spüren. «Ein bisschen eine traurige Stimmung», sagte Maier, «wenn man weiß, was das hier immer für ein cooles Skifest war». Vor allem der Geräuschpegel an der Piste stach heraus. «Man hört jedes Wort, so wie zuletzt in den Fußballstadien. An die Stille des Berges wird man sich gewöhnen müssen», fand er.

Und auch daran, dass der Riesenslalom der Damen nach dem Rücktritt von Olympiasiegerin und Erfolgsgarantin Viktoria Rebensburg keine aussichtsreiche deutsche Disziplin mehr ist. Im ersten Event nach der Ära von Rebensburg, die in elf Weltcup-Wintern 14 Siege und 20 weitere Podestplätze in der Disziplin eingefahren hatte, verpassten alle vier deutschen Starterinnen die Top 30 und damit das Finale.

Beim Sieg von Marta Bassino aus Italien vor Teamkollegin Federica Brignone und Weltmeisterin Petra Vlhova aus der Slowakei kam Lena Dürr nur auf den 38. Platz. Noch weiter dahinter landeten Weltcup-Debütantin Lisa Loipetssperger (50.), Jessica Hilzinger (51.) und Andrea Filser (54.). «Das ärgert mich», sagte Dürr. «Ich hatte natürlich gehofft, schöner in die Saison zu starten.» Aber immerhin wurde gestartet – und das ist in diesen Corona-Zeiten schon etwas.

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Feuilleton

Deutscher Buchpreis 2020 geht an Anne Weber

Karin Schmidt-Friderichs (l), Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, zeichnet die Autorin Anne Weber im Kaisersaal des Römers mit dem Deutschen Buchpreis 2020 aus.
Foto: Arne Dedert/dpa

Frankfurt/Main (dpa) – Ein «Heldinnenepos» ist der beste deutschsprachige Roman des Jahres. Das in Versform geschriebene Buch erzählt von einer französischen Freiheitskämpferin.

Der Deutsche Buchpreis 2020 geht an Anne Weber für ihren Roman «Annette, ein Heldinnenepos». Das gab die Jury am Montag in Frankfurt am Main bekannt. Die Auszeichnung für den besten deutschsprachigen Roman des Jahres ist mit 25 000 Euro dotiert. Die Verleihung im Frankfurter Römer fand wegen der Corona-Pandemie ohne Publikum statt.

Die übrigen fünf Autoren der Shortlist erhielten jeweils 2500 Euro: Bov Bjerg («Serpentinen»), Thomas Hettche («Herzfaden»), Deniz Ohde («Streulicht»), Dorothee Elmiger («Aus der Zuckerfabrik») und Christine Wunnicke («Die Dame mit der bemalten Hand»). Insgesamt hatten die sieben Jurymitglieder 206 Titel gesichtet, die zwischen Oktober 2019 und September 2020 erschienen sind.

Der Sieger-Titel aus dem Verlag Matthes & Seitz erzählt die Lebensgeschichte der französischen Widerstandskämpferin Anne Beaumanoir – in Versform. «Die Kraft von Anne Webers Erzählung kann sich mit der Kraft ihrer Heldin messen», lautete die Begründung der Jury. Es sei «atemberaubend, wie frisch hier die alte Form des Epos klingt».

Anne Weber (55) wurde in Offenbach bei Frankfurt geboren. Nach dem Abitur zog sie nach Frankreich, wo sie bis heute lebt. Sie arbeitete zunächst als Übersetzerin, seit dem Ende der 90er Jahre veröffentlicht sie eigene Texte. Ihre Bücher verfasst sie mal auf Deutsch und mal auf Französisch und übersetzt sie dann selbst in die jeweils andere Sprache.

Die reale Anne Beaumanoir wurde 1923 geboren – Anne Weber hat sie persönlich kennengelernt und war so beeindruckt, dass sie beschloss, über sie zu schreiben, wie die Autorin bei der Lesung der Shortlist-Autoren im Frankfurter Literaturhaus Ende September verriet. Sie war im fanzösischen Widerstand aktiv, Mitglied der kommunistischen Partei und kämpfte für das Ende der französischen Kolonialherrschaft in Algerien.

Der Deutsche Buchpreis wird seit 2005 vergeben. Im vergangenen Jahr hatte Saša Stanišić den Preis für seinen Roman «Herkunft» erhalten. In seiner Dankesrede griff der aus Bosnien stammende Autor den Literaturnobelpreisträger Peter Handke für dessen Äußerungen über den Jugoslawienkrieg an und entfachte damit eine Literaturdebatte.

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Gesundheit

Warum Lüften so wichtig ist

Ein Fenster an einer Grundschule ist zum Lüften geöffnet. Foto: Christoph Schmidt/dpa
           Foto: Claudio Bresciani/TT News Agency/dpa

Rostock (dpa) – Neben Alltagsmaske, Abstand halten und Händewaschen wird in der kalten Jahreszeit noch eine weitere Corona-Vorsichtsmaßnahme immer wichtiger: regelmäßiges Stoßlüften. Denn jetzt hält man sich in aller Regel öfters drinnen auf als im Frühling und Sommer. In schlecht belüfteten Räumen sei die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung durch in der Luft schwebende Aerosole aber höher, erläutert der Tropenmediziner Emil Reisinger aus Rostock.

„Neben Tröpfchen gelten die wesentlich kleineren Aerosole als Hauptübertragungsweg der Coronaviren, wenn auch in geringerem Umfang“, sagt Reisinger. Während die schweren Tröpfchen schnell auf den Boden sinken, könnten die leichteren Aerosole längere Zeit in der Luft schweben und sich so in geschlossenen Räumen verteilen.

Die vermeintliche steigende Erkältungsgefahr, weil die Räume durch das Stoßlüften auskühlen, hält der Mediziner für unbegründet. Werde richtig gelüftet, brauche sich niemand davor zu fürchten. „Beim Stoßlüften von wenigen Minuten Dauer kühlt der Raum kaum aus.“ Alle Gegenstände und auch die Wände behielten die Zimmertemperatur bei und geben diese gespeicherte Wärme auch wieder ab.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (Baua) rät beispielsweise zu drei bis zehn Minuten langem Stoßlüften – und zwar in Besprechungsräumen nach jeweils 20 Minuten Zusammensitzen, in Büroräumen nach jeweils einer Stunde.

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Reise

Condor nimmt Langstrecke wieder auf

Als erstes Übersee-Ziel wird Condor voraussichtlich den Karibikstaat Kuba anfliegen.     Foto: dpa
                

Frankfurt/Main (dpa) – Der Ferienflieger Condor nimmt trotz der Corona-Krise zum 31. Oktober wieder erste Langstreckenflüge auf. Erstes Übersee-Ziel ab Frankfurt und Düsseldorf ist Varadero auf Kuba, wie das Unternehmen mitteilte. Zuvor hatten die kubanischen Behörden wieder die Einreise deutscher Touristen zugelassen und das Auswärtige Amt seine pauschale Reisewarnung aufgehoben. Neben den reinen Flugtickets seien über verschiedene Veranstalter auch Pauschalreisen buchbar, sagte eine Sprecherin. Condor wird derzeit noch mit einem staatlichen Rettungskredit über 550 Millionen Euro in der Luft gehalten und befindet sich in einem Schutzschirmverfahren.

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Kein Stress: In Ruhe für den Ruhestand planen

Vor der Rente gibt es noch eine Menge zu erledigen. Wer sich Hektik auf der Zielgeraden ersparen will, plant früh genug vor. Und auch vor dem berüchtigten Rentenloch braucht niemand Angst haben.

Wer rechtzeitig aktiv wird und gut plant, kann entspannt in Richtung Rente blicken. Foto: Christin Klose/dpa

Von Christina Bachmann
Bielefeld (dpa) – Bevor endlich Zeit für all das ist, was man schon immer machen wollte, sind viele Dinge zu klären. Da geht es um die finanzielle Absicherung, und im Job muss vielleicht ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin eingearbeitet werden. Manchem wird allein schon beim Gedanken an die Lebensschwelle Ruhestand mulmig.

«Stress entsteht immer dann, wenn ich Unsicherheit und Ungewissheit erlebe», sagt Tim Hagemann, Professor für Arbeits-, Organisations- und Gesundheitspsychologie an der Fachhochschule der Diakonie in Bielefeld. «Das gilt es zu durchbrechen. Das kann ich, indem ich das Heft des Handelns in der Hand behalte.» Konkret bedeutet das: Planung und Aktivität. «Indem ich mir zum Beispiel einen Ordner anlege und mir Dinge notiere», rät der Psychologe.

Nicht auf den letzten Drücker
«Das vorausschauende Planen ist sehr zu empfehlen», sagt auch die Psychologin und Alternsforscherin Ursula Staudinger. «Diesen großen Einschnitt einfach auf sich zukommen zu lassen, ist sicher belastender», so die Rektorin der TU Dresden.

So gilt es, wichtige Stellen wie die Rentenversicherung frühzeitig zu kontaktieren – und nicht erst auf den letzten Drücker. Konkrete Einträge im Kalender, wann was zu tun ist, können helfen. Ebenso eine Checkliste, die im Laufe der Monate oder sogar Jahre abgearbeitet werden muss. «Aufschreiben, was wichtig ist und was zu tun ist», empfiehlt Tim Hagemann. Etwa: «Am Soundsovielten bitte den Antrag schreiben, Unterlagen finde ich da.» Letztlich gehe es darum, dass man abends einschlafen kann und weiß: Es ist alles geregelt.

Einfach mal zum Telefonhörer greifen
Wer merkt, dass er über Dinge nachgrübelt, sollte sie aktiv angehen, meint der Experte. Denn man neige dazu, sich bei Unsicherheiten und Ängsten auf das Problem zu fokussieren und nicht auf die Lösung. «Wir grübeln und machen uns Sorgen, zum Beispiel um die Rente, greifen aber nicht zum Hörer, rufen beim Rententräger an und lassen uns das Ganze ausrechnen oder erklären, wie man einen Antrag stellt.» Viele Fragen könne man mit einem halbstündigen Telefonat klären.

Ursula Staudinger rät angehenden Ruheständlern außerdem, sich Unterstützung zu suchen. Die kann etwa vom Arbeitgeber kommen: Manche Personalabteilungen begleiten bei den Abläufen, die zu erledigen sind. Auch Städte und Gemeinden bieten Hilfe an, in Volkshochschulen gibt es Kurse für künftige Rentner. Daneben informieren viele Krankenkassen rund um diesen bedeutenden Einschnitt.

Das berüchtigte Rentenloch
Das Rentenloch muss keinen im Vorfeld stressen. «Es ist normal, wenn man sich auf die Rente freut und trotzdem in eine Art Loch fällt», beruhigt Tim Hagemann. «Es ist einfach eine große Umgewöhnung. Man braucht ein paar Wochen und Monate, um sich darauf einzustellen.» Wer viel unternehmen wollte, hat vielleicht erstmal gar keine Lust dazu.

Umso besser, wenn auch im sozialen Bereich vieles vorher eingeübt wird. Wer schon über die Jahre in Hobbys und Interessen investiert, nimmt sie leichter mit in die neue Phase. Beziehungen wollen ebenso über die Zeit hinweg gepflegt sein, erklärt Hagemann: «Wenn ich mich 10 oder 15 Jahre nicht um Familie oder Freunde kümmere, kann ich nicht dann auf einmal sagen: „Hier bin ich.“»

Was man schon immer machen wollte
Manch einer nimmt sich vor, jetzt endlich das zu tun, wofür er nie die Ruhe hatte – und dann fällt ihm auf einmal gar nichts ein. Auch da können Erinnerungsstützen helfen, die man sich im Vorfeld anlegt, empfiehlt der Psychologe: «Man kann sich Dinge notieren, die man gerne tun möchte, wenn man dann die Zeit dafür hat.»

Hilfreich kann es sein, wenn der Partner oder die Partnerin zur gleichen Zeit in Rente gehen und die freie Zeit nun gemeinsam gefüllt werden kann. Arbeitet der andere noch, kommt es laut Hagemann häufig vor, dass auch der Ruheständler weiter einer Beschäftigung nachgeht: «Das kann auch etwas Ehrenamtliches sein.»

Auch Ruheständler brauchen Herausforderungen
Nach einer gewissen Zeit sollte man eine Struktur für sich gefunden haben, meint Ursula Staudinger. «Es gibt Hinweise darauf, wenn nicht innerhalb von ein, zwei Jahren nach dem Eintritt in den Ruhestand eine persönlich bedeutungsvolle Tätigkeit mit gewissem Verpflichtungscharakter gefunden wurde, dass das seinen gesundheitlichen Tribut fordert.»

Man brauche die Herausforderung, um gesund zu bleiben, betont Staudinger. «Es darf nicht zu viel werden, dann werden wir krank. Aber wenn wir zu wenig haben, ist es auch ungesund.»

Effekte auf die Gesundheit
Eine interessante Beobachtung machte der Volkswirt Matthias Giesecke in einer Studie für das RWI-Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung, für das er noch heute als Gastwissenschaftler tätig ist. Fazit: Der Eintritt in den Ruhestand kann die Sterblichkeit beeinflussen. Wer mit einem Job aufhört, der körperlich anstrengend war, profitiert gesundheitlich eher. Dagegen erhöht der Ruhestand bei Mittel- und Gutverdienern eher die Sterblichkeit.
Giesecke interpretiert das für sich so: «Erfolgreiche Jobmenschen definieren sich sehr stark über ihr soziales Netzwerk im Job, was mit Renteneintritt wegbricht.» Den größten gesundheitlichen Effekt verbuchen Arbeitslose.

«Wenn man arbeitslos ist, ist das eine stigmatisierende Situation», bestätigt auch Tim Hagemann. «Die wird mit dem Rentenalter aufgelöst.»

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