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Aus Aller Welt

Entspannend und freundlich – Fünf Fakten über das Lächeln

Smile! Ein Lächeln auf den Lippen drückt Freundlichkeit aus und hebt die Laune – wenn es denn echt ist. Fakten über eine wichtige menschliche Ausdrucksform.

Lachende Smileys werden auf dem Display eines Android-Smartphones angezeigt. Smile! Ein Lächeln auf den Lippen drückt Freundlichkeit aus und hebt die Laune – wenn es denn echt ist. Foto: dpa

Von Katja Räther und Sven Braun
Berlin (dpa) – «Dem Lachen ähnlicher Gesichtsausdruck, der Freude, Freundlichkeit o. Ä. erkennen lässt», definiert der Duden das Lächeln. Ein Signal der Sympathie und des Wohlwollens also. Aber nicht nur.

  1. Echtes und aufgesetztes Lächeln
    Die meisten können instinktiv unterscheiden: Schenkt mir jemand ein echtes Lächeln? Oder ist es aufgesetzt und angestrengt? Der französische Psychologe Guillaume-Benjamin Duchenne wollte es schon im 19. Jahrhundert ganz genau wissen. In seiner Untersuchung «Mécanisme de la Physionomie Humaine» stellt er fest: Beim ehrlichen Lächeln werden nicht nur die Mundwinkel nach oben gezogen, vielmehr bilden sich zugleich in den Augenwinkeln kleine Fältchen. Dahinter stecken unwillkürliche Kontraktionen des großen Jochbeinmuskels (Musculus zygomaticus major) und des Augenringmuskels (Musculus orbicularis oculi). Ein vorgetäuschtes Lächeln wird dagegen willentlich vom Großhirn kontrolliert, das die Augenmuskeln nicht steuern kann.
  2. Lächeln ist menschlich
    Lachen und Lächeln – in allen Kulturformen sind das wichtige Ausdruckselemente. Menschen können damit Freude zeigen und Konflikte entschärfen, sagte die Evolutionsforscherin Elke Zimmermann dem Portal «wissenschaft.de». Buchautor und Psychotherapeut Wolfgang Krüger ergänzt, dass Lächeln für unaggressive Kommunikation stehe. Es rüste innerlich ab und sorge für eine entspannte, vertrauensvolle und freundliche Stimmung. Gibt es neben dem Menschen andere Lebewesen, die über diese Ausdrucksform verfügen? «In seinen Grundzügen existiert es auch bei unseren nächsten Verwandten: den Menschenaffen», so Zimmermann. Lautäußerungen anderer Tiere hätten dagegen andere Funktionen der Kommunikation innerhalb der eigenen Art. Das Wiehern von Zebras, das Gackern von Hühnern oder das Gelächter von Hyänen klängen nur für menschliche Ohren wie Gelächter. «Sie sind nicht mit dem Lachen im menschlichen Sinne vergleichbar».
  3. Lächelnd in ein längeres Leben?
    Lächeln ist gesund – das hört man oft. Die US-Forscher Ernest Abel und Michael Kruger suchten Beweise in den Autogrammkarten von 230 Baseball-Spielern aus dem Jahr 1952. Von den bis zum Studien-Jahr 2010 bereits gestorbenen Ex-Sportlern waren diejenigen, die emotionslos in die Kamera geschaut hatten, im Schnitt 72,9 Jahre alt geworden. Bei den leisen Lächlern waren es 75; wer breit grinsend fotografiert worden war, erreichte ein Alter von durchschnittlich 79,9 Jahren. Eine Nachfolgeuntersuchung unter Einbeziehung weiterer Faktoren wie etwa Ausbildung, Karrieredauer und Familienstand konnte die Ergebnisse allerdings nicht bestätigen. Zwar könnte eine freundliche Grundeinstellung zu einem längeren Leben beitragen, erklärten die Forscher unter Leitung des Leipziger Psychologen Michael Dufner. Die Momentaufnahme für eine jahrzehntealte Autogrammkarte gebe darüber aber keinen Aufschluss.
  4. Stressfaktor Lächeln
    Wenn ein freundliches Lächeln zur Job-Uniform gehört, kann es schnell zum Stressfaktor im Beruf werden. Der Frankfurter Arbeits- und Organisationspsychologe Dieter Zapf sieht besonders Flugbegleiter, Verkäufer und Mitarbeiter von Call-Centern gefährdet. Von ihnen werde ein zwanghaftes Vortäuschen von Freundlichkeit verlangt, oft über viele Stunden. Die Mitarbeiter bräuchten deshalb Räume und Zeiten ohne Kundenkontakt, in denen sie ihren Gefühlen freien Lauf lassen könnten, fordert Zapf. Sonst drohten beispielsweise Depressionen.
  5. Smiley – ein Lächeln geht um die Welt
    Seit Jahrzehnten ist das Smiley in aller Welt als kleiner freundlicher Alltagsgruß unterwegs. Lange bevor es als Emoji Computer-Bildschirme und Smartphones eroberte, waren gelbe Grinse-Anstecker allgegenwärtig. Das Design geht zurück auf einen Button, den der US-Werbegrafiker Harvey Ball 1963 für eine Versicherungsgesellschaft entwarf. Ziel war es, die Mitarbeiter zum Lächeln zu bringen. Ball selbst registrierte das Smiley nie als Markenzeichen. 1999 stieß er den «World Smile Day» (Welttag des Lächelns) an. Jeder erste Freitag im Oktober sollte fortan auf der ganzen Welt dem Lächeln und freundlichen Taten gewidmet sein.

Wochenpost – STICHWÖRTER– TRANSLATION

entspannend – relaxing
Laune – (good/bad) mood
o.Ä. = oder Ähnliches – or similar
Wohlwollens – good will
aufgesetzt – put on; affected
angestrengt – strained
unwillkürliche – involuntary
vorgetäuschtes – fake
Großhirn – cerebrum
menschlich – human
[Irren ist menschlich – idiom: to err is human]
entschärfen – defuse
abrüste – disarm
verfügen – available
vertrauensvolle – trusting
Lautäußerungen – utterances; sounds
beweise – evidence
bereits gestorbenen – already deceased
Nachfolgeuntersuchung – follow-up investigation
Einbeziehung – inclusion
Grundeinstellung – basic attitude
Aufschluss über – information on
Flugbegleiter – flight attendant
gefährdet – at risk
zwanghaftes – compulsory
Vortäuschen – pretense
drohten – threatened
eroberte – conquered
Anstecker – stickers
allgegenwärtig – ubiquitous
Werbegrafiker – commercial artist
Versicherungsgesellschaft – insurance company
entwarf – designed
gewidmet – dedicated

Trans: Barbara Weidendorf, B.A., M.A.

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Sport

Historischer Tag: Ironman-Gold für Frodeno und Haug

Das gab es noch nie: Frauen- und Männer-Gold bei der Ironman-WM auf Hawaii. Jan Frodeno schreibt auch allein mal wieder Geschichte, Anne Haug ebenfalls. Im deutschen Siegerjubel fehlt einer. Der Titelverteidiger. Patrick Lange gibt auf: Fieber, Schwindel.

Ironman-WM auf Hawaii: Anne Haug aus Deutschland reagiert nach dem Triathlon-Sieg. Foto: dpa
Ironman-WM auf Hawaii. Jan Frodeno aus Deutschland reagiert nach dem Triathlon-Sieg. Foto: dpa

Kailua-Kona (dpa) – Weit nach Mitternacht standen Jan Frodeno und Anne Haug wieder auf der Ziellinie, hielten sich mit Fans, Helfern und Konkurrenten an den Händen und sangen ergriffen das Hawaii-Lied. Nach ihrem historischen ersten deutschen Doppelerfolg bei der Ironman-Weltmeisterschaft kosteten sie auch mit den letzten Finishern der unerbittlichen 3,6 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen jede Sekunde eines denkwürdigen Tages aus, der für Landsmann Patrick Lange auf einem wenig malerischen Parkplatz am Rande der Radstrecke brutal und früh zu Ende gegangen war. Der 33 Jahre alte Titelverteidiger musste aussteigen.

Nach Fieber in der kurzen Nacht vor dem Rennen gab er vor dem Donnerschlag in der Bucht von Kailua-Kona um 6.25 Uhr noch Entwarnung. Nach einer guten Stunde auf dem Rad klagte er aber über Schwindelanfälle. Lange sei schwarz vor Augen gewesen, berichtete sein Manager Jan Sibbersen. Dabei hatte sich auch Frodeno auf das Duell mit dem Titelverteidiger schon so gefreut, es geht auch um die deutsche Ironman-Vormacht.

«Ich war ein bisschen frustriert, als ich gehört hab, dass Patrick ausgestiegen ist», kommentierte Frodeno nach dem Rennen: «Ich hatte ihn dann nur noch virtuell als Gegner.» Zur Strafe nahm der 38 Jahre alte gebürtige Kölner Lange auch noch den Streckenrekord ab.

Obwohl die Bedingungen diesmal mit einem sehr welligen Schwimmen und teilweise heftigem Wind auf der Radstrecke schlechter waren als bei Langes 7:52:39 Stunden vor einem Jahr, nahm Frodeno das Zielband auf dem Ali’i Drive nach 7:51:13 Stunden zwischen die Hände und ließ sich feiern. «Ich habe solange von diesem Tag geträumt», sagte Frodeno mit dem Blätterkränzen im Haar und um die Schultern.

«Ich habe hier schon tolle und und auch schon ganz schwere Tage erlebt. Aber so einen Tag habe ich mir immer gewünscht», betonte er. Frodeno stillte seine Sehnsucht nach einem perfekten Rennen. «Es ist so krass, wenn es funktioniert und dass man sich unterwegs überlegt: Du musst das jetzt genießen, auch wenn du voll am Limit bist. Du weißt aber nicht, ob du so krass hier noch mal an die Startlinie kommst.» Mit Tränen in den Augen gratulierte seine Ehefrau Emma als Erste.

Den Zweitplatzierten Timothy O’Donnell distanzierte Frodeno um 8:25 Minuten, Sebastian Kienle fehlten 10:40 Minuten auf seinen Kumpel: «Jan war in einer eigenen Welt», kommentierte der 35-Jährige aus Mühlacker, der mit seinem WM-Triumph 2014 eine mittlerweile sechs Jahre währende deutsche Titelserie bei den Männern eingeleitet hatte.

«Jan hat diesem Rennen seinem Stempel aufgedrückt», betonte der sechsmalige Hawaii-Gewinner Mark Allen. Beim Schwimmen ganz vorn mit dabei, beim Radfahren oft sogar an der Spitze und der klare Chef auf zwei Rädern, beim Laufen noch nie so schnell auf Hawaii. Auch bei Anne Haug lief es, wie es sich die 36-jährige Fränkin erhofft hatte. Beim Schwimmen sogar noch besser als erwartet, fuhr sie auf dem Rag in einer starken Gruppe mit. Die acht Minuten auf die später Zweitplatzierte Lucy Charles-Barclay waren kein Problem. Nach siebeneinhalb Stunden übernahm Haug aus der Laufstrecke die Führung und kam mit über sechs Minuten Vorsprung in 8:40:10 Stunden ins Ziel.

«Das ist fantastisch, ich kann es selbst kaum glauben», sagte Haug, der die Strapazen nicht anzumerken waren. Nach Platz drei vor einem Jahr nun auf dem obersten Podestplatz – als erste Deutsche. Nina Kraft war der Sieg 2004 wegen Dopings aberkannt worden. Zudem verpasste Laura Philipp gleich bei ihrem Debüt als Vierte das Podest nur knapp.

«Wir sind immer noch sprachlos nach dieser Nacht», schrieb die Deutsche Triathlon-Union bei Instagram. «Sowohl Jan als auch Anne gehörten viele Jahre der Nationalmannschaft der DTU an und haben hier den Grundstein für ihre sportliche Karriere gelegt», betonte Verbandspräsident Martin Engelhardt in einer Mitteilung am Sonntag. Und: Beide werden vom ehemaligen Bundestrainer Dan Lorang – auch Coach des neuen deutschen Radstars Emanuel Buchmann – trainiert.

Nicht allzuweit weg der mitreißenden, aber auch bewegenden und ergreifenden Finish-Line-Party um Mitternacht versuchte Lange die größte Enttäuschung seiner Ironman-Karriere zu verarbeiten. Ein Statement des entthronten Titelverteidigers und Rekordhalters gab es zunächst nicht. «Patrick geht es den Umständen entsprechend gut und bedankt sich herzlich für die vielen positiven Nachrichten», teilte sein Management lediglich mit.

Der Sieger von 2016, als Frodeno trotz Verletzung das Rennen noch beendet hatte und 2017, als Frodeno wegen einer Stressfraktur in der Hüfte gar nicht am Start gewesen war, fiel nach einem blendenden Schwimmen auf der Radstrecke schnell zurück. Nach rund 70 Kilometern bremste er plötzlich ab und fuhr rechts ran. Lange krümmte sich über seinem Lenker.

Er rollte noch mal ein paar Meter auf dem Standstreifen, dann stieg er vom Rad und in einen geparkten Pkw. Nichts ging mehr. Nachdem die Saison schon mehr Tiefen als Höhen gehabt hatte und die Rennwoche auf Hawaii mit einem Radsturz seiner Frau und einem abgelehnten US-Visum für seinen Trainer Faris Al-Sultan denkbar schlecht begonnen hatte.

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Feuilleton

Hamburger Männerchor will beim Eurovision Song Contest antreten

Die «Goldkehlchen» wollen beim Eurovision Song Contest 2020 in den Niederlanden für Deutschland antreten. Foto: Georg Wendt/dpa

Hamburg (dpa) – Der Männerchor Die Hamburger Goldkehlchen will beim Eurovision Song Contest 2020 in den Niederlanden für Deutschland antreten. «Wir wollen schon mal proaktiv sagen: Wir sind bereit, wir haben Bock und wir werden alles geben für Deutschland», sagte Chormitgründer Flemming Pinck am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Eigens dafür hätten die Männer bereits ein Lied geschrieben. «Er dreht sich um eine absolute Musiklegende und heißt Mr. Mercury», sagte Pinck dazu. Das Lied, das von sechs der insgesamt 70 «Goldkehlchen» präsentiert wird, sei schon im Studio eingesungen worden. Das Musikvideo werde gerade gedreht. Sobald das fertig ist, soll der Song veröffentlicht werden. Zuerst hatte der Fanblog «ESC kompakt» über die Pläne der Hamburger Sänger berichtet.

Wie der deutsche Kandidat für das Rennen um den ESC-Sieg 2020 ausgewählt werden wird, steht dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) zufolge noch nicht fest. Der NDR ist innerhalb der ARD für den ESC zuständig. Nach dem schlechten Abschneiden beim ESC in Israel im Mai dieses Jahres – das Duo S!sters war auf dem vorletzten Platz gelandet – hatte ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber gesagt, dass der Auswahlprozess für den deutschen ESC-Teilnehmer überdacht werden solle. Bis zum 9. März müssen alle Wettbewerbssongs feststehen.

Der Hamburger Männerchor ist 2016 nach einem feuchtfröhlichen Abend in einer Karaokebar von Pinck und seinem besten Freund Max Michel gegründet worden. Seitdem treten die «Goldkehlchen» mit dem Slogan «70 Männer – ein Chor – keiner kann singen – you will love it!» auf und begeistern viele Fans. Ihr erstes selbst geschriebenes Lied war «Moin Moin Hamburg» – eine Liebeserklärung an die Hansestadt.

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Gesundheit

WHO: Veränderter Lebens- und Arbeitsstil macht Augen schlechter

Regelmäßige Augen-Untersuchungen helfen, Krankheiten rechtzeitig zu erkennen. Foto: dpa

Genf (dpa) – Mehr Menschen auf der Welt werden schlechte Augen haben. Diesen Trend sagt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wegen veränderter Lebens- und Arbeitsgewohnheiten der Menschen voraus. Zum einen wachse der Anteil der Menschen mit Sehbeeinträchtigungen durch die höhere Lebenserwartung, weil Sehprobleme mit dem Alter zunähmen. Zum anderen mache aber auch weniger Bewegung im Freien und mehr Zeit an Bildschirmen – Computer, Fernseher, Spielekonsolen, Handys – mehr Menschen kurzsichtig, schreibt die WHO. Auch die wachsende Zahl der Diabetes-Kranken sorge für mehr Augenkrankheiten: Zuckerkranke entwickelten oft Schäden an der Netzhaut. In vielen Ländern mit niedrigen Einkommen mangelt es an Augenärzten und Behandlungsmöglichkeiten. Insgesamt haben 2,2 Milliarden Menschen – mehr als jeder vierte – nach dem Bericht Sehbeeinträchtigungen oder sind blind. 65 Millionen sind wegen unbehandeltem grauen Star erblindet, und mindestens 800 Millionen Menschen bräuchten eine Brille, Kontaktlinsen oder andere Sehkorrekturhilfen, damit ihre schlechten Augen ihr Leben möglichst wenig beeinträchtigen.

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Reise

Saudi-Arabien stellt Regeln für Touristen auf

Diese Verstöße kosten bis zu 1.500 Euro

Saudi-Arabien öffnet sich weiter für internationale Touristen – aber nicht ohne Regeln. Foto: Amr Nabil/dpa

Riad (dpa) – Saudi-Arabien will sich als Urlaubsland etablieren, aber in dem umstrittenen Königreich mit eindrucksvoller Geschichte gelten Regeln – die Sie kennen sollten.

Saudi-Arabien ist umstritten. Das Königreich ist sehr konservativ und gerät immer wieder mit Menschenrechtsverletzungen in die Kritik. Trotzdem soll sich hier bis 2030 eine florierende Tourismusindustrie etablieren – aber nicht, ohne gewisse Regeln.

Das macht das Innenministerium des Königreiches nun mit einem Verhaltenskatalog für Touristen sehr deutlich. Dieser wurde im Zuge des neuen Visa-Systems bekanntgegeben, mit dem Touristen aus der EU, den USA und anderen Ländern online ein Touristenvisumbeantragen können. Das Innenministerium gibt zwar an, dass einige konservative Gesetze bereits gelockert wurden und diese Öffnung in Zukunft voranschreiten soll, aber derVerhaltenskatalog ist dennoch lang.

Das sollten Touristen unbedingt beachten beziehungsweise vermeiden:

  1. Majestätsbeleidigung: Weder die Regierung, noch der König, die königliche Familie oder die Flagge dürfen beleidigt werden – auch nicht in sozialen Netzwerken.
  2. Keine Fotos von Regierungs- und Militärgebäuden und Einwohnern, ohne deren Zustimmung.
  3. Nichts Rotes am Valentinstag tragen: Saudi Arabien hat den Valentinstag verbannt, da er kein muslimischer Feiertag ist.
  4. Kein öffentlicher Austausch von Zärtlichkeiten: außerdem ist Homosexualität illegal und mit schweren Strafen belegt, hier ist es noch wichtiger, sich diskret zu verhalten.
  5. Immer den Personalausweis dabeihaben.
  6. Während des Ramadan darf bei Tageslicht weder gegessen, noch getrunken oder geraucht werden.
  7. Alkohol, Drogen, Filme mit unanständigem Inhalt und Produkte aus Schweinefleisch dürfen unter keinen Umständen ins Land eingeführt werden.
  8. Angemessene, also zurückhaltende, weite Kleidung tragen: Frauen müssen sich nicht verschleiern, sollten aber Schals dabei haben, um sich vorm Betreten von religiösen Gebäuden verhüllen zu können. Schultern und Knie müssen bedeckt sein.
  9. Geschlechtertrennung beachten: Frauen und Männer, die nicht verheiratet oder miteinander verwandt sind, sollen sich nicht zu lange zusammen in der Öffentlichkeit aufhalten. Es gibt getrennte Eingänge, und getrennte Bereiche am Strand, in Parks oder in den öffentlichen Verkehrsmitteln. Ob dies auch heißt, dass unverheiratete Paare nicht im gleichen Hotelzimmer schlafen dürfen, ist unklar.
  10. Nicht in der Öffentlichkeit schwimmen und baden: Es gibt gemischte, private Schwimmbäder, aber an öffentlichen Stränden dürfen Frauen nicht vor den Augen von Männern schwimmen.
  11. Sich in der Öffentlichkeit umziehen: vermeiden Sie es, in der Öffentlichkeit Kleidung anzuprobieren, sogar in Umkleidekabinen.
  12. Es ist Frauen verboten, einen Friedhof zu betreten.
  13. Es ist Frauen verboten, unzensierte Modemagazine zu lesen.
  14. Frauen sollten sich nicht zu stark schminken.

    Die Regel, dass Frauen in der Öffentlichkeit von einem männlichen Verwandten begleitetwerden müssen, wurde gelockert – für Einheimische genauso wie für Touristinnen. Wie der“mdr“ berichtet, sollen Verstöße gegen die Gebote zwischen zwölf und 1.500 Euro Strafe nach sich ziehen.

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Von Japanisch bis Töpferkurs –
100 Jahre Volkshochschule

Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr – würden sich alle an dieses alte Sprichwort halten, hätten die Volkshochschulen nicht viel zu tun. Aber jedes Jahr buchen Millionen Menschen Kurse und bilden sich weiter. Und das seit rund 100 Jahren.

Der Sitz der Volkshochschule Dresden. Foto: dpa

Von Jörg Ratzsch
Berlin (dpa) – An der Volkshochschule kann man so gut wie alles lernen: Von «Elektroautos bauen» über «Stricken macht Spaß – Häkeln ist Spitze» bis «Yoga zum Wochenausklang» – nur ein paar Beispiele aus dem aktuellen Angebot einiger Einrichtungen in Deutschland. Doch Volkshochschulen sind mehr als Freizeit-Unis: Hier können Schulabschlüsse nachgeholt, Sprachen gelernt und anerkannte Kurse für die berufliche Weiterbildung belegt werden – und die Einrichtungen sind für alle offen.

In diesem Jahr feiern die Volkshochschulen ihr 100-jähriges Jubiläum. Mit Inkrafttreten der Weimarer Verfassung 1919, in der sie explizit erwähnt wurden, stieg die Zahl der Neugründungen stark an. Heute erfreuen sich die Volkshochschulen nach Angaben des Deutschen Volkshochschul-Verbands (DVV) ungebrochener Beliebtheit: 700 000 Veranstaltungen, 18 Millionen Unterrichtsstunden, 9 Millionen Kursteilnahmen jedes Jahr – eine sinkende Teilnehmerzahl sieht der DVV nicht. Wohl aber einige Probleme oder zumindest Herausforderungen, vor denen die rund 900 Einrichtungen und ihre knapp 3000 Außenstellen in Deutschland stehen.

Die Digitalisierung ist eine der Herausforderungen: Bildungsangebote im Internet machen den Volkshochschulen Konkurrenz. «Ja, da ist ein Parallelmarkt entstanden», sagt der Bildungsforscher und Geschäftsführer des Sächsischen Volkshochschul-Verbands, Ulrich Klemm. Das betreffe vor allem den Bereich der beruflichen Bildung. Bei Gesundheits- und Sprachkursen oder in der kulturellen Bildung sei das weniger der Fall. Da setzten die Leute weiter auf «Face-to-Face-Weiterbildung».

Beim Thema Digitalisierung fühlen sich die Volkshochschulen von der Politik auch ein bisschen allein gelassen: Während die Schulen Milliarden bekommen für schnelle Netze, Tablets, Smartboards und Lehrerfortbildung für digitale Medien, schauen die Volkshochschulen in die Röhre. Dabei müssten auch Erwachsene und Ältere im Umgang mit neuen Medien weitergebildet werden, kritisiert DVV-Direktor Ulrich Aengenvoort.

Er wünscht sich im Jubiläumsjahr generell mehr Unterstützung von der Politik. Weiterbildung wird seiner Ansicht nach zu eng gedacht mit einem zu starken Blick auf berufliche Weiterbildung. Dabei seien politische und kulturelle Bildung oder Bildung für nachhaltige Entwicklung, wie sie an den Volkshochschulen vermittelt wird, gleich wichtig. Der Verband verweist auch auf die gesellschaftliche Rolle, die die Volkshochschulen bei der Integration von Zuwanderern spielen, indem sie einen Großteil der Sprach- und Integrationskurse übernehmen.

Für Unruhe hatten zuletzt Pläne aus dem Bundesfinanzministerium gesorgt, die Umsatzsteuerbefreiung für Bildungsangebote neu zu sortieren. Die Volkshochschulen befürchten, dass damit Kurse künftig umsatzsteuerpflichtig und teurer werden könnten. Hier hat CDU-Chefin und Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer, die im Ehrenamt auch Präsidentin des Volkshochschul-Verbands ist, am Mittwoch versucht, die Gemüter zu beruhigen. Bei der Steuerregelung gehe es um die Umsetzung europäischer Vorgaben. Das Bewusstsein und auch der politische Wille seien da, dies ohne Negativeffekt auf das Kursangebot von Weiterbildungsträgern umzusetzen. Auch der finanzpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Lothar Binding, hatte schon zugesichert: «In den anstehenden parlamentarischen Beratungen werden wir dafür sorgen, dass die Bedenken der Bildungsträger zweifelsfrei ausgeräumt werden».

Und wo geht es hin für die Volkshochschulen? In den nächsten Jahren würden Migration und Integration für uns weiter ein großes Thema sein, sagt Klemm. «Die allgemeine sprachliche Integration haben wir in den letzten drei, vier Jahren flächendeckend ganz gut hinbekommen. Der nächste Schritt ist nun die berufliche Integration. Das ist noch einmal eine Mega-Aufgabe».

Die Volkshochschulen müssten außerdem noch viel stärker herausheben, dass sie «stabile und nachhaltige Orte im Bereich Bildung, Begegnung und Beratung sind». Die Beratung und die Begegnung von Menschen werde im digitalen Zeitalter immer wichtiger. Das wurde auch vor Kurzem mit einer neuen Aktion deutlich gemacht: Hunderte Volkshochschulen in ganz Deutschland luden ein bis spät in die Nacht zum Tag der offenen Tür – beziehungsweise zur «langen Nacht der Volkshochschule».

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