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Aus Aller Welt

Als der Schneemann noch ein Griesgram war

Pulverschnee und Kälte sind sein Lebenselixier, auf Sonne reagiert er höchst empfindlich: Der Schneemann ist ein klassisches Wintersymbol. Woher er kommt – und warum er nicht immer so beliebt war wie heute.

Bayern, Rottach-Egern: Ein Schneemann und eine Schneefrau stehen vor einem Haus im Regen. Foto: dpa

Von Josefine Kaukemüller
Berlin (dpa) – Drei Kugeln aus Schnee, Kohlen oder Kieselsteine als Augen und Mund, eine Karotte als Nase – und schon erstrahlt in winterlicher Pracht ein Schneemann. Neben Weihnachtsmann und Christkind gehört der eiskalte Sympathieträger für viele zur kalten Jahreszeit. Wenn Schnee fällt, dann bauen Jung und Alt seit Generationen mit Begeisterung Schneemänner. Auch Schneefrauen, Schneetiere oder Fantasiewesen werden natürlich gerne gebastelt. Woher kommt die Faszination für die frostige, kugelrunde Gestalt? Fakten und Kurioses zu einer Kultfigur des Winters:

Imagewechsel – vom Griesgram zum kugeligen Freund
Nicht immer war der Schneemann eine fröhliche Gestalt. Tatsächlich durchlief er in Hunderten von Jahren einen ziemlichen Imagewechsel, wie Franziska Honer sagt. Sie leitet das Museum für Bildende Kunst im Landkreis Neu-Ulm, in dem es derzeit eine Sonderausstellung rund um die Kultfigur gibt. Eine der ältesten bekannten Abbildungen, ein Kupferstich von 1780, zeige noch einen äußerst finster wirkenden, menschenähnlichen Schneemann. «Lange Zeit haben die Menschen den Winter vor allem als grimmig und bedrohlich erlebt. Entsprechend wurde auch der Schneemann dargestellt», erklärt Honer.

Die übellaunigen Abbildungen zogen sich demnach etwa bis zum Ende des 19. Jahrhunderts, als die Hochindustrialisierung begann und viele Erfindungen dem Winter einen Teil seines Schreckens nahmen. Fortan wurde die Jahreszeit nicht mehr nur als streng und entbehrungsreich erlebt, sondern auch als geprägt von Ruhe, Besinnlichkeit und der Vorfreude aufs Weihnachtsfest. «So fing dann langsam auch der Schneemann an, sich zu wandeln zu der fröhlichen, kugeligen Figur, die wir heute kennen», sagt die Expertin.

Der erste Schneemann
Auf der Suche nach den Wurzeln der beliebten Figur stieß der US-Cartoonist und Journalist Bob Eckstein für sein 2007 erschienenes Buch «The History of the Snowman» auf einen Schneemann in einem christlichen Gebetbuch von 1380.

Mit einer frühen Überlieferung zu einer realen Figur aus Schnee wird der Bildhauer und Maler Michelangelo in Verbindung gebracht: Er soll in den 1490er-Jahren eine wunderschöne Schneefigur gestaltet haben, über die in vielen Geschichten berichtet wurde. Expertin Honer geht aber davon aus, dass der Mensch mit seinem Sinn für Kunst und Kultur schon wesentlich früher angefangen haben dürfte, winterliche Figuren zu formen. «Der Schneemann ist natürlich vergänglich, sicher wissen wir es also leider nicht.»

Das größte Exemplar
2020 hat ein wahrer Koloss sogar den Sprung ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft. Ein mehr als 38 Meter hoher Schneemann hat der österreichischen Steiermark den Rekord beschert. Weil er sonst aber wohl zu instabil geworden wäre, bekam «Riesi», wie der eisige Gigant passenderweise genannt wurde, nicht den typischen kugelrunden Bauch, sondern wurde nach obenhin immer schmaler gebaut.

Schneemänner mit Promi-Status
Ob in Weihnachtsliedern oder Kinderfilmen, der weiße Geselle ist ein beliebter Protagonist vieler winterlicher Geschichten. Ein bekannter Klassiker: der Weihnachtssong «Frosty the Snowman» von Walter Rollins und Steve Nelson, der um 1950 erstmalig aufgenommen wurde – und dem zahlreiche Neuauflagen folgten.

Ein moderner, aber nicht weniger beliebter Vertreter des Schneemannkultes ist Olaf, einer der Hauptcharaktere im vielfach preisgekrönten Disney-Film «Die Eiskönigin» von 2013. Weniger freundlich, sondern schaurig-frostig hingegen erscheint Arktos, der Erzfeind des grünen Drachen Tabaluga aus der gleichnamigen Kindergeschichten-Serie.

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Sport

Deutsche Handballer mit gelungener EM-Generalprobe gegen Frankreich

Deutschland ist bereit für die EM. Gegen Olympiasieger Frankreich gelingt in letzter Sekunde ein Prestigesieg. Am Mittwoch geht es nach Bratislava, wo die DHB-Auswahl die Vorrunde bestreitet.

09.01.2022, Wetzlar: Handball: Länderspiel, Deutschland – Frankreich, Rittal Arena Wetzlar. Deutschlands Trainer Alfred Gislason (r) während dem Abpfiff. Foto: dpa

Von Eric Dobias
Wetzlar (dpa) – Deutschlands Handballer lagen sich nach der siegreichen EM-Generalprobe jubelnd in den Armen. Mit einem starken Auftritt im letzten EM-Test beim 35:34 (14:18) gegen Olympiasieger Frankreich am Sonntagabend in Wetzlar weckte das Team von Bundestrainer Alfred Gislason Hoffnungen auf eine erfolgreiche Endrunde in Ungarn und der Slowakei.

«Das war ein Lehrspiel für uns», sagte Gislason. «Ich weiß nicht so recht, wie ich das einordnen soll. Wir haben 13 technische Fehler gemacht, damit kannst du normalerweise gegen Frankreich nicht gewinnen. In der zweiten Halbzeit war es besser. Da kam eine sehr gute Leistung von der Mannschaft.»

Bester deutscher Werfer war Rückraumspieler Kai Häfner mit acht Toren. «Natürlich tut uns der Sieg gut. Das ist ein schönes Gefühl», sagte der Europameister von 2016. «Aber wir können auch einordnen, wie das zustande gekommen ist. Die erste Halbzeit war alles andere als gut.»
Am Mittwoch fliegt die DHB-Auswahl nach Bratislava, wo Belarus, Österreich und Polen die Vorrundengegner sind. «Wir nehmen mit, dass wir jeden schlagen können. Aber auch, dass wir schlecht aussehen können, wenn wir unsere Leistung nicht bringen, so wie in der ersten Halbzeit», sagte Kapitän Johannes Golla.

Die deutsche Mannschaft begann zwar couragiert, bekam in der Abwehr in den ersten 30 Minuten aber kaum Zugriff auf die flinken Franzosen. So lag das DHB-Team von Beginn an im Rückstand, der beim 6:9 (14.) zum ersten Mal drei Tore betrug.

Die Gislason-Schützlinge ließen sich davon zunächst aber nicht beeindrucken. Mit einem 3:0-Lauf gelang innerhalb von sechs Minuten der Ausgleich. In dieser Phase passte fast alles im deutschen Spiel, das in der Folge jedoch zu fehleranfällig blieb.

Insbesondere in der Defensive wurden dem jungen deutschen Team vom siebenmaligen Weltmeister einige Grenzen aufgezeigt – zumal Torwart Till Klimpke kein Faktor war und meistens nichts mehr retten konnte. Beim 10:14 (24.) lag die DHB-Auswahl mit vier Toren zurück.

Zu allem Überfluss musste auch noch Spielmacher Philipp Weber vom Bundesliga-Spitzenreiter SC Magdeburg nach einem unglücklichen Zusammenprall mit einer Schulterblessur vom Parkett. «Ich denke, es ist nicht zu schlimm», gab Weber nach dem Abpfiff erste Entwarnung.

Um die Deckung zu stabilisieren, schickte Gislason schon kurz vor der Pause Andreas Wolff ins Tor. Der 30-Jährige vom polnischen Topclub Vive Kielce, der schon am vergangenen Freitag beim 30:26 gegen die Schweiz eine starke Leistung gezeigt hatte, war nach einer kurzen Anlaufphase wieder der erhoffte Rückhalt.

Insgesamt ging jetzt ein Ruck durchs deutsche Team. In der Abwehr wurde beherzter zugepackt und im Angriff drehte vor allem die Melsunger Rückraum-Achse Kai Häfner und Julius Kühn (5 Tore) auf. Beim 22:23 (40.) war der Anschluss geschafft. Fünf Minuten später ging der EM-Fünfte von 2020 beim 27:26 erstmals in Führung. In der spannenden Schlussphase bewahrte die deutsche Mannschaft die Nerven und feierte einen verdienten Erfolg.

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Feuilleton

Fünf Jahre Elbphilharmonie: Vom Millionengrab zum Wahrzeichen

Hamburger Hafen und ist als kulturelles Wahrzeichen der Hansestadt nicht mehr wegzudenken. Foto: Georg Wendt/dpa

Von Carola Große-Wilde
Hamburg (dpa) – Seit fünf Jahren strahlt die Elbphilharmonie über dem Hamburger Hafen und ist als kulturelles Wahrzeichen der Hansestadt nicht mehr wegzudenken. Der 5. Geburtstag am 11. Januar sollte mit einem neuntägigen Festival und einem neuen Licht-Kunstwerk im April gefeiert werden – wegen der Corona-Pandemie müssen jedoch einige Konzerte verschoben werden, darunter das monumentale Werk «Arche» von Jörg Widmann mit 300 Mitwirkenden. Stattdessen präsentieren Kent Nagano und das Philharmonische Staatsorchester ein alternatives Programm. Außerdem auf der Gästeliste: Sir Simon Rattle, Daniel Barenboim, Jordi Savall, Charles Lloyd und John Scofield.

«Die Elbphilharmonie ist gebaute Musik, die nicht nur die Vielfalt der weiten Welt der Musik widerspiegelt, sondern ein Gesamtkunstwerk mit Botschafterfunktion ist», sagte Prof. Christian Höppner, Generalsekretär des Deutschen Musikrates, der dpa. Bis zum Corona-Stillstand im März 2020 haben bereits 2,7 Millionen Konzertbesucher knapp 2500 Konzerte in beiden Sälen der Elbphilharmonie erlebt. Mit 1,2 Millionen Besuchern pro Jahr in Elbphilharmonie und Laeiszhalle hat sich das Konzertpublikum in Hamburg nahezu verdreifacht. Die Plaza, die Aussichtsplattform in 37 Metern Höhe, erwartet im März ihren 15. Millionsten Besucher.

«Die Kernaufgabe der Elbphilharmonie – Erweiterung des Publikums für klassische Musik – ist absolut erfüllt», sagte Intendant Christoph Lieben-Seutter im dpa-Interview. Für Kent Nagano, Chefdirigent des Philharmonischen Staatsorchesters, ist die Elbphilharmonie «eine absolute Erfolgsgeschichte». «Ein Konzerthaus muss natürlich gut klingen, aber das ist nur ein Teil der Geschichte. Genauso wichtig ist, dass ein Konzerthaus ein Treffpunkt für die Gesellschaft ist. Und das hat die Elbphilharmonie erreicht. Sie hat Hamburg zu einer neuen kulturellen Identität verholfen. Auch international. Auch meine Mutter in Kalifornien sagt: Ich liebe die Elbphilharmonie», sagte Nagano der dpa.

Dabei war der Bau der Elbphilharmonie alles andere als eine Erfolgsgeschichte: Die Bauzeit verlängerte sich von drei auf zehn Jahre, die Kosten stiegen von 77 Millionen auf 789 Millionen Euro. Doch schon kurz nach der Eröffnung entwickelte sich das allseits beklagte Millionengrab zum gefeierten Wahrzeichen. Hamburger und Touristen sind fasziniert von der «gläsernen Welle» der Architekten Herzog & de Meuron und genießen auf der Aussichtsplattform in 37 Metern Höhe den Rundumblick über den Hamburger Hafen. Und sie strömen zu den Konzerten im kleinen wie im großen Saal, wo sich Klassikstars aus aller Welt die Klinke in die Hand geben.

Der Saal der Elbphilharmonie sollte einer der zehn besten Konzertsäle der Welt werden – und für viele ist er das auch. «Ich liebe den Saal. Er ist sehr, sehr ehrlich. Man hört alles. Das ist auch eine sehr große Herausforderung, man muss wirklich gut spielen. Der Saal ist wie ein Instrument, das wir spielen», sagt Kent Nagano. Und sein amerikanischer Kollege Alan Gilbert, Chefdirigent des NDR Elbphilharmonie Orchester, ergänzt: «Die größte Herausforderung für mich ist natürlich ganz konkret, herausragende Konzerte zu geben. Die Akustik der Halle kommt nahezu jeder Art von Musik entgegen, wenn man damit umzugehen weiß.»

Alle wichtigen Orchester und Künstler waren seit der Eröffnung mehrfach zu Gast – von den Berliner und Wiener Philharmonikern bis zu Teodor Currentzis. Im Bereich der Klassik ist Intendant Lieben-Seutter auch wunschlos glücklich. Aber jenseits der Klassik gibt es noch einige Wünsche. «Da bekommen wir auch Anfragen der allergrößten Namen und Legenden, die gerne hier auftreten würden.»

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Gesundheit

Fußprobleme: Was hilft bei
einer schmerzenden Ferse?

Foto: dpa

Von Sabine Meuter
Gundelfingen (dpa) – Morgens beim Aufstehen geht’s los. Schon nach den ersten Schritten von der Bettkante in Richtung Bad jagt ein höllischer Schmerz durch die Ferse. Zwar lässt er mit der Zeit nach. Doch an den nächsten Tagen beginnt nach dem Aufwachen diese Pein wieder von vorne.
Solche Schmerzattacken können auch im Laufe des Tages auftreten. Nach längerem Sitzen etwa könne es ebenfalls passieren, sagt der Orthopäde und Fußchirurg Thomas Schneider von der Gelenk-Klinik Gundelfingen.

Für Betroffene ist das eine echte Qual. Was also tun? «Unbedingt die Ursache der Fersenschmerzen schnellstmöglich ärztlicherseits abklären lassen», rät die Reutlinger Podologin Tatjana Pfersich.

Hinter Fersenschmerzen können verschiedene Auslöser stecken. Eine mögliche Ursache ist der Fersensporn. «Das sind dornförmige Auswüchse im Bereich der Ferse», sagt Heilpraktiker René Gräber aus Preetz. Sie können schmerzhafte Entzündungen im umliegenden Gewebe auslösen – bedingt etwa durch falsches Schuhwerk oder Übergewicht.

Daneben gibt es weitere Erkrankungen, die mit Fersenschmerzen einhergehen, aber fälschlicherweise unter dem Namen Fersensporn laufen, wie Orthopäde Thomas Schneider sagt. Beispielsweise eine Achillessehnenentzündung. In dem Fall befindet sich ein Sporn am Sehnenansatz mit ausstrahlenden Schmerzen in die Fersen.

«Auch ein Knick-Senkfuß geht nicht selten mit Fersenschmerzen einher», so Schneider. Weil schwache Bänder im Fußbereich die Ferse nicht mehr aufrechthalten können, knickt sie nach außen, wobei das Fußlängsgewölbe gesenkt ist.

Auslöser von Fersenschmerzen kann darüber hinaus ein Tarsaltunnelsyndrom sein. «Hierbei ist der durch den Fuß laufende Schienbeinnerv eingeengt», sagt Schneider. Ursachen hierfür können Schwellungen sein, die etwa auf Krampfadern, Knochenbrüche oder oft auf zu enge oder hohe Schuhe zurückzuführen sind.

Soweit die Ursachen. Damit die Tortur im Fußbereich baldmöglichst ein Ende hat, kommt es auf die richtige Diagnose und die dafür passende Therapie an. Zunächst untersucht der Arzt oder die Ärztin die Füße umfassend – etwa durch Abtasten, Röntgen, Ultraschall und MRT.

Kennt man den Auslöser, kann man handeln. Bei Fersensporn helfen Schneider zufolge oft schon Cool-Packs und entzündungshemmende Gels. Bei Cool-Packs kommt es darauf an, sie richtig anzuwenden. Schneider rät: «Man sollte sie nicht zu kalt und nicht zu lange nutzen.» Deren Temperatur sei dann richtig, wenn sie etwa 10 bis 20 Grad unter der normalen Körpertemperatur von 37 Grad liegt. Fünf Minuten am Stück sollte man sie höchstens auflegen und das «lieber stündlich wiederholen». Lindern Cool-Packs, entzündungshemmende Gels und Dehnübungen nicht innerhalb von ein bis zwei Wochen spürbar die Beschwerden, ist eine Stoßwellentherapie eine Option, so Schneider. Bei einer Achillessehnenentzündung helfen Schneider zufolge neben Kälteanwendungen Medikamente sowie Fersenpolster in Schuhen. «Eine OP ist zumeist nicht nötig», sagt der Orthopäde.

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Reise

Heiße Quellen: Eintauchen in Island

Wohlig warm: Im Mývatn Nature Baths dampft natürliches, mineralhaltiges Wasser. 
Foto: Verena Wolff/dpa

Von Verena Wolff
Reykjavík (dpa) – Schon die Wikinger wussten die Wirkung der heißen Quellen Islands zu schätzen. Allein in Reykjavík gibt es rund ein Dutzend Bäder, eines sogar direkt am Polarmeer.

Die ersten paar Schritte in den Nordatlantik brauchen viel Überwindung. Das Meerwasser hat zwölf Grad. Trotzdem finden in schöner Regelmäßigkeit Schwimmerinnen und Schwimmer den Weg über den aufgeschütteten Sand ins Wasser – bekleidet mit Badeanzug und Badekappe plus Handschuhen und Schwimmschlappen aus Neopren.

Wenn man einmal drin sei, merke man die Temperatur nicht mehr, sagt eine Isländerin, die in der Bucht von Nauthólsvík jeden zweiten Tag ins Meer steigt. Was gar nicht so schlimm ist, wie es klingt, denn hier wird von Erdwärme erwärmtes Wasser zugeleitet. Außerdem befindet sich an Ort und Stelle ein langgezogenes Betonbecken, dessen Wasser sogar auf 39 Grad kommt – den Thermalquellen sei Dank.

Das ist das Ritual vieler Isländer: Schwimmen, entspannen, das kalte und das warme Wasser genießen. Schwimmbäder gibt es in fast jedem Ort auf der Insel, und sei er noch so klein. Rund 150 sollen es im ganzen Land sein und das bei etwa 350 000 Einwohnern.

Die Bäder heißen auf Isländisch «sundlaug». Sie sind das ganze Jahr über geöffnet, auch im Winter. Und genau dann – bei Dunkelheit und inmitten von Schnee und Eis – entfalten sie ihren besonderen Reiz. Auch das Strandbad von Nauthólsvík, das nur ein paar Breitengrade südlich des Polarkreises liegt, macht keine Winterpause.

Die Bäder in Reykjavík sind vielfältig und auch für Touristen ein Erlebnis. Sundhöllin zum Beispiel, erbaut 1937, liegt nur ein paar Straßen nördlich der Flaniermeile Laugavegur. Wie in allen Bädern der Hauptstadt haben die Pools von morgens 6.30 Uhr bis abends 22.30 Uhr geöffnet. Entworfen hat das Bad der bekannte Architekt Gudjón Samúelsson (1887-1950). Er schuf auch die benachbarte Kirche Hallgrímskirkja, das wohl markanteste Bauwerk der Stadt.

Sundhöllin verfügt über Schwimmerbecken draußen und drinnen, 25 Meter lang und angenehme 28 Grad warm. Außerdem gibt es verschiedene warme Becken, eine Sauna, ein Dampfbad und ein kleines eiskaltes Becken.

Klébergslaug liegt nördlich der Hauptstadt direkt an der Ring Road, die einmal um die Insel führt.
50-Meter-Becken finden Urlauber in Ásvallalaug und Laugardaslaug, zwei der größten Bäder in Island. Álftaneslaug wiederum hat das einzige Becken mit einer Welle. Reich an Mineralien und daher für Menschen mit Hautproblemen empfehlenswert ist Seltjarnarneslaug
.
Grundsätzlich haben die Bäder in Island nur wenig chemische Zusätze. Dafür wird von allen Schwimmenden verlangt, dass sie sich vor Betreten der Becken mit Seife und ohne Badebekleidung duschen.

Klima und Reisezeit: Kühle Sommer und vergleichsweise milde Winter prägen das Klima in Island. Die warmen Bäder entfalten gerade in der kalten Jahreszeit einen besonderen Reiz.
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Ideen gegen den Klimawandel: Grüne Vorsätze für 2022

Es hilft der Natur, wenn man nicht nur eine monotone Rasenfläche im Garten hat. Eine (Teil-)Fläche mit Wiesenpflanzen und Wildblumen ist wertvoller.
Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Von Simone Andrea Mayer
Bornhöved (dpa) – Veränderung muss nichts Negatives sein, vielmehr kann sie Spaß und Spannung bringen. Ausgerechnet der Klimawandel und der Umgang mit seinen schlimmen Folgen für den Garten ist ein gutes Beispiel dafür:

Statt sich zu grämen, dass Pflanzen nicht mehr so gut gedeihen, sollte man offen sein, Neues auszuprobieren – und sich über die kommenden Erfolge freuen, findet die Gärtnerin Svenja Schwedtke aus Bornhöved in Schleswig-Holstein.

«Eine der großen Herausforderungen unserer Zeit ist der Klimawandel. Eine Veränderung, die uns auf jeden Fall Angst macht und im Garten auch für reichlich Veränderung sorgt», sagt Schwedtke. «Plötzlich sind grüner Rasen oder Hortensienbeete nicht mehr erstrebenswert und ist es nicht mehr tragbar, so viel knappes Wasser für den Garten zu verwenden. Wir müssen umdenken, was für eine Aufgabe!»

Und genau das kann spannend sein. «Es ist doch auch faszinierend, zu schauen, was wächst in diesen extremer werdenden Zeiten», so Schwedtke. «Es macht doch Freude, wenn eine Bepflanzungsidee funktioniert, auch ohne so viel Bewässerungsarbeit.» Sie rät daher allen Hobbygärtnern fürs neue Jahr: «Seien wir offen, probieren wir aus, lernen wir Neues!»

Man muss allerdings betonen: Hiermit will keiner den Klimawandel verharmlosen, geschweige denn schön reden. Stoppen wir die Entwicklung nicht, drohen Naturkatastrophen und das Ende des Lebens, wie wir es kennen. Noch gibt es Möglichkeiten, positiv einzuwirken, etwa im Alltag und eben im Privatgarten.

Gartenbewässerung überdenken
Das Problem: Die Sommer werden tendenziell heißer und trockener. Das hat Folgen für so manche Gartenpflanze, die sich nicht mehr ausreichend eigenständig versorgen kann – man muss also verstärkt künstlich bewässern. Aber bereits jetzt herrscht in den heißen Monaten immer wieder Wassermangel.

Die Lösung: Neue Gartenpflanzen verstärkt nach regionalen Aspekten auswählen – also passend für die Bedingungen im eigenen Garten ohne extra Bewässerung, auch wenn es mal trockener wird. Vielleicht heißt das mancherorts eben auch, die Hortensie wird nicht nachgekauft, dafür bekommen etwa mediterrane Gewächse eine Chance.

Die Vielfalt vergrößern
Das Problem:
Die Vielfalt der Insekten und Vögel nimmt in Deutschland ab, da sie auch in unseren Gärten kein geeignetes Nahrungs- und Wohnangebot mehr finden.

Die Lösung: Statt nur eine Rasenfläche zu pflegen, sollte man Beete mit einer Vielfalt an Pflanzen anlegen und, wenn es die Grundstücksgröße erlaubt, Bäume pflanzen. Vielleicht in einem Eck noch Wiesenpflanzen und Wildblumen aussäen, die nicht regelmäßig dem Mäher zum Opfer fallen.

Und statt der einheitlich grünen Hecke mit nur einer Pflanzenart, bei deren Neuanlage auf eine bunte Mischung von Gehölzen setzen. Darunter solche, die blühen und Früchte bilden. Das tut nicht nur der Natur gut, sondern bringt auch optisch Abwechslung auf das Grundstück.


Übrigens: Viele unserer Blumen im Garten sind nicht insektenfreundlich, da sie keine oder nur wenig Pollen und Nektar produzieren, erklärt der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). Zum Beispiel sind die Blüten von Forsythien, Hortensien und Geranien steril. Und bei manchen Pflanzen muss man auch genau hinschauen: So gibt es von den Sonnenblumen immer öfter Schnittsorten ohne Pollen. Das steht im Kleingedruckten des Samentütchens.

Ein weiterer Hinweis: Nicht die prächtigsten Blüten sind die besten für Insekten, denn oftmals können die Tiere in diese gefüllten Blüten nicht reinkriechen.

Besser sind daher sogenannte ungefüllte Blüten – diese erkennt man daran, dass sie viel weniger Blütenblätter haben und oftmals Staubblätter mit Pollen zu sehen sind.
Blumenerde ohne Torf kaufen

Das Problem: In Torf, dem Baustein von Mooren, ist eine große Menge Kohlendioxid gebunden. Wird der Torf gewonnen, wird das klimaschädliche Gas freigesetzt und obendrein das Moor als Lebensraum für viele Tiere zerstört.

In den allermeisten Blumenerden steckt aber genau dieser Torf. Sogar jene Substrate, die als «torf-reduziert» oder «torfarm» deklariert sind, können zu großen Teilen aus Torf bestehen.

Die Lösung: Alternativen ohne Torf gibt es im Handel. Sie basieren zum Beispiel auf Kompost, Rindenhumus und Holzfasern. Man sollte hier auf Hinweise wie «torffrei» oder «ohne Torf» achten.

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Aus Allen Staaten

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